Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Hyndara Gast
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Verfasst am: 15.11.2007, 12:34 Titel: |
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Vom Regen in die Traufe - na toll! Wieso ist es Selmak nicht eher aufgefallen, daß Amonet wieder die Kontrolle hat? Nrgh, selbst auf die Tok'ra ist kein Verlaß mehr. Gelbe Karte an das Team Jacob/Selmak!
Na toll, Carter denkt, ihr Schatzi ist tot (auch wenn sie es nicht zugeben will), Daniel rennt in einen ZAT-Schuß rein und ihnen kleben immer noch die beiden Systemlords an den Füßen. Und Amonet kriegt einen neuen "Ich-bin-die-Größte"-Wahnanfall. Sorry, aber der gönne ich es, wenn sie häppchenweise aus Sha're rausgezogen wird, die gute *muffel*!
Dann harre ich jetzt also wieder der Fortsetzung *bibber*. Wollen wir hoffen, daß die Kavallerie nicht zu lange auf sich warten läßt ... |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 15.11.2007, 16:22 Titel: |
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Whaaa! Ich dachts mir doch. ShaRe kann gar nicht so stark sein...
So nun sitzen sie in der Falle und in einer Koronasphäre fest. Hinzu kommt noch, dass sie nicht wissen ob die anderen noch Leben, dass ist ja wohl das schlimmste. Ungewissheit. |
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Colonel Maybourne Leser
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 66 Wohnort: Im Harz
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Verfasst am: 15.11.2007, 22:19 Titel: |
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Zumindest Selamk hätte erkennen müssen, dass es Amonet war, die sie an der Nase herumführte.
War natürlich eine klassische Falle.
Aber eine Frage bleibt noch: Seit wann sind denn Goa´Uld bitte NICHT dumm?
Gerade Apophis war doch tiefene Dämlichkeit.
Bis dann. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 17.11.2007, 13:21 Titel: |
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Freut mich dass es euch dreien wieder gefallen hat. Damit ihr nicht länger warten müsst, gibt es gleich die Fortsetzung.
Teil 15
Unerwartete Verbündete ...
Langsam wanderte Carter den Strand entlang. Der Sand unter ihren Füßen war heiß, locker und ließ ihre schweren Schnürstiefel tief einsinken. Sie blickte über das Wasser und dachte an ihre vermissten Freunde. Die drei Jaffa an ihrer Seite, die sie überwachten, beachtete sie nicht.
Sie dachte an Jack. Ob er wohl noch lebte? Wenn ja, würde er wie sie einen Planeten mit Sternentor suchen. Es war ihr heimlich gelungen, einen der starken Sender der Anlage so umzuprogrammieren, dass er ein S.O.S.-Signal in den Raum aussandte. Mit diesem Signal würde nur ein Mensch von der Erde etwas anfangen können. Für jeden anderen hörte es sich wie Nebengeräusche des Weltraums an.
Sollte Jack das hören, würde er es identifizieren und den richtigen Schluss ziehen. Ihr Spaziergang hatte sie bis zum Sternentor geführt, und deshalb beschloss sie umzukehren. Die drei Schlangenkrieger unterhielten sich untereinander. Carter hätte leicht fliehen können. Doch wohin? Ringsum gab es nur Wasser und das Sternentor. Doch Letzteres kam nicht in Frage, denn sie würde ohne ihre Freunde nicht gehen, zumal Amonet in einem solchen Fall angedroht hatte, ihren Vater und Daniel zu töten.
Ihr Blick schweifte über das Wasser, und plötzlich stutzte sie. War da nicht ein leichtes Kräuseln der Oberfläche gewesen? Sie sah genauer hin, doch sie konnte nichts mehr entdecken. Es war wahrscheinlich nur ein Fisch, der nahe an die Oberfläche gekommen war.
Sie ging weiter. Der Angriff erfolgte so plötzlich, dass weder Carter noch die Schlangenkrieger reagieren konnten. Aus dem Wasser schossen vier Gestalten und feuerten auf die Jaffa, die sich im Energiestrahl auflösten. Carter wurde ebenfalls getroffen, doch sie stürzte nur gelähmt zu Boden. Hilflos musste sie zusehen, wie die grotesken Gestalten auf sie zukamen. Sie wurde gepackt, dann zog man ihr einen leichten durchsichtigen Anzug mit Helm über. Die Wesen schleiften sie zum Wasser und tauchten mit ihr unter.
Von ihren Entführern festgehalten, fand sich Carter in einer bizarren Unterwasserwelt wieder. Sie hielt unwillkürlich den Atem an, weil sie befürchtete zu ersticken. Doch schon nach kurzer Zeit ging ihr die Luft aus und sie musste Atem holen. Zu ihrem Erstaunen konnte sie ohne Schwierigkeiten atmen. Carter begriff, dass der Anzug sie mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgte. Ihre Entführer wollten sie also nicht töten.
Sie verlor jegliches Zeitgefühl, doch sie hatte das Gefühl, immer weiter in den Ozean hinauszuschwimmen. Ihre Begleiter hielten sie eisern fest und Sam konnte sie nun genauer ansehen. Sie glichen großen aufrecht gehenden Fischen und plötzlich kam ihr die Erkenntnis, dass sie schon einmal ein solches Wesen gesehen hatte. Sie gehörten der gleichen Spezies an wie Nem. Es waren Oanas.
Sam atmete erleichtert auf und plötzlich konnte sie ihre Umgebung genießen. Fremdartig aussehende Fischschwärme wichen ihnen aus, seltsame Wasserlebewesen schwammen neben ihnen her, ohne sie zu beachten. Keines war größer als ihr ausgestreckter Arm und bedeutete keine Gefahr für sie. Korallenbänke und in allen Farben leuchtende Wasserpflanzen kreuzten ihren Weg. Carter fand diese unbekannte Welt unglaublich schön.
Langsam näherten sie sich einem Unterwassergebirge. Sie schwammen an gewaltigen Hängen vorbei. Die zerklüfteten Einschnitte, die wie Täler in den Felsen geschnitten waren, ignorierten ihre Kidnapper. Noch immer ging es abwärts und schließlich bemerkte Carter einen engen Kanal, auf den ihre Entführer mit ihr zuschwammen. Nach einigen Metern wurde der Kanal breiter und ein helles Licht war zu sehen. Unter ihr öffnete sich der Graben zu einem weiten Unterwassertal. Unten, am Grund, standen runde Kuppelbauten, die meisten freistehend im Wasser, einige kleinere jedoch mit Schutzschilden umgeben, die das Eindringen des Wassers verhinderten.
Auf eine dieser Kuppeln schwammen sie zu und traten hindurch. Sam sah zurück. Der Druck des Wassers, der bisher auf ihr gelastet hatte, weil sie immer tiefer getaucht waren, verschwand schlagartig und sie hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Das Wasser, vom Energieschirm aufgehalten, befand sich etwa fünf Meter über ihrem Kopf und Sam beschlich ein eigenartiges Gefühl. Was, wenn es schlagartig über sie hereinbrechen würde? Carter schalt sich eine Närrin. Sicher existierte der Schutzschild schon lange und es wäre schon ein großer Zufall, wenn er ausgerechnet jetzt versagen würde. Die Oanas ließen sie los. Innerhalb der Kuppel stand ein kleines Gebäude und darauf deutete einer ihrer Entführer.
Carter begriff und ging darauf zu. Vor dem Eingang wuchsen sorgsam gepflegte fremdartige Blüten-Pflanzen. Sam wunderte sich sehr darüber, während sie zwischen den Pflanzen auf den Eingang zuging. Carter warf einen Blick auf ihre Entführer und bemerkte, dass sie zurückblieben und die Kuppel verließen. Sam fragte sich, ob sie ohne den Helm atmen konnte.
„Du kannst den Helm ruhig abnehmen, Mensch“, sagte eine etwas seltsam klingende Stimme.
Carter blickte sich um und sah sich einem der seltsamen Fischwesen gegenüber. Die Wesen sahen in ihren Augen alle gleich aus, doch irgendwie schien ihr, als sei ihr Gegenüber zarter gebaut als ihre Entführer. Die Hautlappen links und rechts ihrer seltsamen Augen waren kleiner und leuchteten in hellem rot. Das Wesen bewegte sich auch viel graziler und da begriff Carter, dass sie eine Oana-Frau vor sich hatte.
„Ich bin Ligura“, sprach das Wesen weiter.
„Samantha Carter“, stellte sich Carter vor. „Du kannst mich Sam nennen.“
„Wir wissen, wie du heißt. Du brauchst keine Angst zu haben“, sagte Ligura. „Wir wollen dir helfen.“
„Du bist eine Oana-Frau?“
Ligura sah Carter erstaunt an. „Du überrascht mich, Sam. Woher weißt du das?“
„Wir sind schon einem Mitglied deiner Rasse begegnet – er nannte sich Nem“, erklärte Carter.
„Ihr habt den Einsiedler besucht?“ Ligura konnte ihr Erstaunen nicht mehr verbergen. „Doch sag mir, warum bist du als Mensch kein Sklave, Jaffa oder Wirt der Goa’uld? Einer deiner beiden Freunde trägt einen Symbionten in sich. Wir vermuten, dass dieser dann zu der Tok’ra gehören?“
„Ja, das stimmt. Ich selbst stamme von einer Welt, die wir Erde nennen. Die Goa’uld nennen sie jedoch Tau’ri.“
Ligura fuhr vor Verblüffung zurück. „Du stammst von der Ursprungswelt der Menschen? Aber diese gilt seit tausenden von Jahren als verschollen.“
„Meine Vorfahren haben Ra damals von der Erde vertrieben und das Tor für lange Zeit verschlossen. In den folgenden Jahren konnten wir uns ihn Ruhe entwickeln und haben nun die Sternentore für uns entdeckt. Als erstes stießen wir erneut auf Ra, doch einem Freund von mir, Colonel Jack O’Neill, gelang es Ra zu töten. Indirekt sind wir auch für Apophis Untergang verantwortlich. Als er mit zwei Mutterschiffen unsere Welt angriff, haben wir seine Schiffe in die Luft gejagt. Dadurch ist er so schwach geworden, dass er von Sokar vernichtet wurde. Und wir haben Hathor getötet, bzw. Colonel O’Neill war das.“
„Dein Freund scheint sehr mächtig zu sein. Wo ist er?“
„Ich glaube wir hatten einfach nur Glück, und später dann Hilfe von den Asgard, die es erreichten, dass die Erde inzwischen ein beschützter Planet ist.“
„Ihr habt euch mit den Asgard verbündet? Ihr erstaunt mich immer mehr. Nun gut, dazu später mehr. Jetzt ist es Zeit, dass wir die Schlangenkrieger von unserem Planeten vertreiben. Wir haben sie bisher geduldet, doch damit ist nun Schluss“, Liguras Stimme hörte sich dabei bedrohlich an.
„Einige könnten durch das Stargate entkommen und eure Existenz verraten“, befürchtete Carter.
„Nein, das ist im Moment unpassierbar. Wir haben dafür gesorgt. Du kannst uns helfen, die Jaffa aus der Anlage zu vertreiben und deine Freunde zu befreien“, schlug Ligura vor. „Wir wollten dich kennen lernen und haben dich deshalb geholt.“
„Warum vernichtet ihr die Station nicht einfach?“ fragte Carter.
„Wir wollen die Unschuldigen nicht töten.“
„Du meinst meine Freunde und mich?“
Ligura nickte zustimmend. „Willst du uns helfen?“
„Natürlich! Werdet ihr uns, dann helfen Jack zu finden? Er ist bei der Explosion von Amonets Mutterschiff in einem anderen Rettungsboot geflüchtet, und nun ist er verschollen. Wir suchen ihn.“
„Dein Freund Colonel O’Neill interessiert mich. Ich werde dir helfen ihn zu finden“, versprach Ligura.
General Carter blickte bestürzt auf die Videoaufnahme, die ihm zeigte, wie seine Tochter von seltsamen Fischwesen entführt wurde. Durch Selmak wusste er auch, dass diese Wesen sich Oanas nannten.
Jakob drehte sich zu Amonet um, die neben ihm stand und ihn anblickte, als sei er an der Anwesenheit der Oanas Schuld. „Hast du gewusst, das sich Oanas auf diesem Planeten befinden?“ fragte Jacob die Goa’uld.
Amonet sah jetzt wütend aus. „Nein, niemand wusste das.“
„Es ist dein Planet“, sagte Daniel. „Du hättest es wissen müssen.“
Amonet blickte Daniel an und einen Augenblick schien sich auf ihrer Miene widersprüchliche Gefühle abzuzeichnen. Versuchte Sha’re die Herrschaft zurückzugewinnen?“
„Sha’re! Du musst dich wehren! Denk an unsere Liebe!“ verlangte Daniel von ihr, doch Amonet lachte nur.
„Stop! Wir haben jetzt keine Zeit für eine persönliche Vendetta. Stellt eure Angelegenheiten zurück. Die Oanas haben meine Tochter entführt und drei Jaffa getötet. Sam könnte in Lebensgefahr sein“, mischte sich Jacob ein.
„Was schert mich das Leben deiner Tochter!“ herrschte Amonet Jacob an. „Doch in einem hast du recht, Tok’ra. Wir müssen die Oanas töten, und zwar alle!“
„Dazu müssen wir sie erst finden“, meinte Daniel. Innerlich war er nicht so überzeugt, dass die Oanas wirklich ihre Gegner waren.
Während Amonet sich von ihnen abwandte und ihren Jaffa Befehle gab, sagte Daniel zu Jacob: „Wir sind schon einmal einem Oana begegnet. Er war nach anfänglichen Missverständnissen sehr freundlich. Und sie sind unversöhnliche Gegner der Goa’uld. Diese Angreifer haben die Jaffa getötet, aber Sam nur entführt. Vielleicht ...“
„Du meinst sie sind unsere Verbündeten?“ Jacob sah nachdenklich aus. „Vielleicht hast du recht, Daniel.“
„Wir sollten die Oanas finden und versuchen uns mit ihnen zu verständigen“, schlug Daniel vor.
Inzwischen verließen einige Todesgleiter die Anlage und überflogen das Meer, um nach den unterirdischen Städten der Wasserwesen zu suchen. Ein Schlangenkrieger meldete, dass das Sternentor mit einem Energiefeld geschützt war, welches sie nicht durchdringen konnten.
Jacob Carter und Daniel sahen sich an. Damit war ihnen die Flucht durch das Sternentor unmöglich gemacht worden. Sollten sie jetzt noch von Heru’ur oder Sokars Suchtrupps gefunden werden, waren sie hoffnungslos verloren. In dieser Situation waren, so seltsam sich das anhörte, die Oanas ihre einzige Hoffnung zum Überleben. Daniel hoffte, dass sie auch wirklich ihre Freunde waren. Nem war zwar freundlich gewesen, doch wie viel konnte man von dem Mitglied einer Spezies auf den Rest einer Rasse schließen?
Wie auch immer, nur die Zukunft würde das zeigen.
Fortsetzung folgt |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 17.11.2007, 13:42 Titel: |
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Huch. Das kam jett überraschend. Oanes. Klingt richtig toll. Das wären tolle Verbündete für die Erde. Doch von entscheidender Wichtigkeit ist jetzt erstmal, dass alle da heil rauskommen.
War ein tolles Kapitel. |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 19.11.2007, 13:14 Titel: |
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Sorry, im Moment wieder selbst in Schreiberlaune und mitten in einer neuen Geschichte. Da ging mir das Schreiben erst einmal vor dem Lesen. Und dann natürlich der Besuch am Samstag. Naja, zehntausend Ausreden, kennt man ja von mir *zwinker*.
Oanas - hui, an die hatte ich jetzt gar nicht mehr gedacht. Allerdings war ich eher der Meinung, daß die alle Einzelgänger sind und über verschiedene Welten verstreut als daß sie ein mehr oder weniger kompaktes Volk bedeuten. Kommt aber durchaus glaubhaft rüber *nickt*.
Na, dann wollen wir mal hoffen, daß das Blatt sich allmählich wendet. Sind O'Neill und Heracles eigentlich immer noch in der Corona? Carter wird sich bedanken, wollte sie je Nachwuchs haben .
Dann freue ich mich schon auf die Fortsetzung und hoffe, daß ich nicht wieder sonstwo verloren gehe ... |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 19.11.2007, 14:23 Titel: |
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Felix: Die Oanas kamen ja schon in SG-1 vor, in der 1. Staffel.
Hyndara: Der Oana, dem SG-1 begegnete war ja ein Einzelgänger. Ich denke, dass sich das Volk auch noch irgendwo verbirgt. Dies hier geschieht ja zeitgleich mit dem was O'Neill passiert. Bei mir ist es mit Lesen ja im Moment auch so. Schreibe gerade an der Fortsetzung zu "Den Antikern" und das läuft es sehr gut.
So, jetzt aber die Fortsetzung.
Teil 16
Freund oder Feind?
Ihre Suche in der Galaxis dauerte nun schon fast zwei Wochen an. Colonel O’Neill hatte fast die Hoffnung aufgegeben, seine verschwundenen Freunde oder ein Stargate zu finden. Auch die anderen waren mehr als enttäuscht. Ein Sonnensystem nach dem anderen hatten sie durchsucht. Einige Planeten wären für Menschen durchaus bewohnbar gewesen, doch auf keinem fanden sie ein Sternentor. Die vielen erdähnlichen Planeten irritierten O’Neill etwas, doch Heracles hatte erklärt, dass diese vielleicht einmal von Menschen bewohnt gewesen waren und dann von den Goa’uld wieder aufgegeben wurden. Die Menschen, einschließlich Stargate, waren dann umgesiedelt worden.
„Wie lange willst du noch suchen?“ fragte Skaara O’Neill. „Ist das nicht sinnlos?“
Der Colonel warf ihm einen erstaunten Blick zu. „Von allen hätte ich diese Frage erwartet, aber nicht von dir.“
Skaara zuckte nur mit den Achseln. „Wir werden so lange suchen, bis wir sie und ein Stargate gefunden haben.“
„Wir sind da!“ Heracles Stimme unterbrach sie und O’Neill blickte zu seinem Tok’ra-Freund hinüber.
Der Bildschirm zeigte einen kleinen braunen Planeten, welcher sich einsam um seine kleine gelbe Sonne drehte. Der Planet war der einzige im Sonnensystem und gerade noch im für Menschen bewohnbaren Bereich.
„Wie sieht es aus?“ fragte O’Neill wie jedes Mal, wenn sie einen in Frage kommenden Planeten erreichten.
„Die Atmosphäre ist für Menschen zwar atembar, aber ich empfehle zur Unterstützung leichte Sauerstoff-Masken. Die Luft ist heiß und dünn. Es ist so ähnlich, als würdest du auf einem Achttausender herumklettern, nur viel wärmer“, erklärte Heracles. „Über die wüstenartige Oberfläche fegen andauernd heiße Sandstürme und Regen gibt es nicht. Auch keine Meere und dergleichen. Der Planet ist eine endlose Sandwüste.“
„Also kein Platz, wo man seinen Urlaub verbringen möchte“, meinte O’Neill sarkastisch. „Und wie sieht es sonst aus? Irgendein Anzeichen auf ein Stargate?“
„Die Scannung läuft“, antwortete Ni’ko an Heracles Stelle. „Sollte sich ein Chaapa’ai auf dem Planeten befinden, werden wir es in bald wissen.“
„Gut, warten wir also ab, wie üblich.“ O’Neill wandte sich an Teal’c, der an einer anderen Konsole saß. „Irgendein Anzeichen auf die Anwesenheit unsere Freunde?“
Teal’c schüttelte den Kopf. „Tut mir leid, O’Neill.“
O’Neill seufzte laut auf. Eigentlich hatte er nichts anderes erwartet. Die Zeit verging in quälender Langsamkeit und Jack war es bald leid auf die öde Oberfläche des Planeten zu starren. Hier hatten die Goa’uld bestimmt kein Sternentor stationiert. Der Planet war so trostlos, er vermisste die grünen Wiesen und Wälder der Erde.
„O’Neill! Ich empfange seltsame Signale von der Oberfläche des Planeten!“
Der Colonel schrak aus seinen Gedanken auf und ging zu Teal’c hinüber, doch außer einem, im gleichmäßigen Rhythmus aufblinkenden Signal auf dem Bildschirm, sah er nichts. „Es kommt aus dem Inneren des Planeten“, stellte Teal’c fest.
Jack sah zu Ni’ko hinüber. „Signale für ein Sternentor?“
Der Jaffa schüttelte den Kopf. „Ich habe die Scannung gerade beendet. Es gibt kein Chaapa’ai auf dem Planeten.“
„Was ist es dann?“
„Vielleicht Anzeichen für Lebewesen oder ein Notsignal“, meinte Skaara.
„Sollen wir es untersuchen?“ fragte Teal’c. „Vielleicht sind es unsere Freunde.“
„Natürlich untersuchen wir es“, antwortete O’Neill. „Ganz egal ob es unsere Freunde sind oder nicht. Es ist das erste Mal, dass wir etwas entdecken. Auf allen anderen Planeten haben wir nie etwas gefunden. Nicht einmal die kleinste menschliche Siedlung.“
Heracles sah O’Neill an. „Ich finde es viel zu riskant hinunterzugehen.“
„Riskant? Es könnten unsere Freunde sein.“
„Sie würden bestimmt ein Signal aussenden, das wir erkennen“, sagte Heracles.
„Ich gehe hinunter. Wenn du nicht mitkommen willst, dann bleib eben hier. Ich gehe alleine, wenn es nötig ist. Ich werde niemals wissentlich einen Freund zurücklassen.“
„Ich komme mit dir, O’Neill“, sagte Teal’c.
„Und ich ebenfalls“, sagte auch Skaara.
„Was ist mit dir, Ni’ko“, fragte O’Neill.
„Ich bin dabei.“
„Schon gut, ich komme auch mit“, meinte Heracles, der sich überstimmt sah. „Aber nicht ohne richtige Ausrüstung.“
O’Neill lächelte ihm zu. „Selbstverständlich nicht. Schließlich bin ich kein Selbstmörder.“
Heracles sah ihn zweifelnd an: „Manchmal habe ich aber den Eindruck, Jack.“
„Das sagst ausgerechnet du, als ein Anführer der Tok’ra?“
„Hört auf zu streiten und stellt lieber die richtige Ausrüstung zusammen“, unterbrach Skaara ihr Streitgespräch. Innerlich lächelte er. Die beiden waren sich einfach zu ähnlich und jeder bestand beharrlich auf seine Meinung.
Die beiden sahen den Jungen an und nickten dann gemeinsam. Ni’ko landete das Schiff in der Nähe des Signals.
O’Neill blickte zu M’Gara hinüber, der bisher schweigend in einem Sessel gesessen hatte. „Du wirst hier bleiben und das Schiff bewachen.“
M’Gara nickte zustimmend.
Bald darauf standen sie in einem leichten Schutzanzug bekleidet, auf der Oberfläche des Planeten. Der Anzug bestand aus einem leichten silbernen Stoff, der jedoch die in der Luft umherfliegenden Staubpartikel nicht durchließ. Um sich vor den Auswirkungen der Atmosphäre zu schützen, trugen sie leichte Atemmasken und für die Augen eine Schutzbrille.
Das war auch notwendig, denn kaum verließen sie den Schutz des Raumschiffes, sahen sie sich einem heißen Wind ausgesetzt, der Sand und Staub mit sich trug und so dicht war, dass sie kaum die Hand vor Augen sehen konnten. Sie verständigten sich über die Kopfhörer.
„Wohin?“ fragte O’Neill etwas missmutig. So schlimm hatte er sich den Planeten nicht vorgestellt. Vielleicht war es doch keine so gute Idee gewesen, das schützende Raumschiff zu verlassen.
Teal’c trug das Messgerät und zeigte nach Norden. „Dorthin.“
O’Neill sah nur öde endlose Steinwüste, Staub und Sand. „Ja, klar“, meinte er. „Eine Richtung ist so gut wie jede andere.“ Jack marschierte entschlossen los. „Ich hoffe nur, wir finden das Raumschiff wieder.“
„Hör auf zu meckern, O’Neill“, hörte er Heracles Stimme in seinem Kopfhörer. „Oder muss ich dich daran erinnern, dass es deine glorreiche Idee war?“
O’Neill murmelte einige unverständliche Worte vor sich hin, verkniff sich aber eine entsprechende Antwort.
Die wortreichen Auseinandersetzungen der beiden war nicht ernst gemeint, denn die beiden wollten sich nicht eingestehen, dass sie inzwischen Freunde geworden waren.
Schließlich erreichten sie die Stelle, von wo aus das Signal unter der Erde ausgestrahlt wurde, doch außer Wüstenboden war nichts zu sehen.
„Was jetzt?“ fragte Teal’c.
„Irgendwo muss es einen Eingang geben“, vermutete O’Neill.
„Eingang?“ fragend sah Ni’ko ihn an.
„Ja! Schließlich wird das Signal aus dem Inneren des Planeten gesendet, also gibt es dort unten eine Höhle, Grotte oder was auch immer. Wir müssen sie nur finden. Deshalb ...“
O’Neill kam nicht dazu weiterzusprechen, weil die Wüste um sie herum lebendig wurde. Seltsame Gestalten tauchten aus dem Nichts auf und umringten sie. Sie trugen braune Gewänder, die sie fast mit dem Wüstenboden verschmelzen ließ. Es waren an die zwanzig dieser bizarr aussehenden Wesen, keine Menschen, aber menschenähnlich. Sie hatten eine humanoide Figur, aber ihre übernatürlich langen Arme endeten in Händen mit sechs Fingern. Zwischen den Fingern befanden sich Hautlappen. Der Kopf war übernatürlich lang gezogen und ähnelte einer Fratze, die O’Neill an einen Teufel in einem Horrorfilm erinnerte. Sogar die hörnerähnlichen Auswüchse auf dem Kopf fehlten nicht. Die Haut war braun und lederartig. Die Augen leuchteten in hellem Rot. Als sein Gegenüber ihn drohend anblickte und den Mund öffnete, zeigte sich darin eine Reihe spitzer Zähne.
„Wo bin ich denn hier gelandet?“ fragte O’Neill laut. Angesichts der vielen auf ihn gerichteten Waffen, bewegte er sich nicht. Das Wesen, das ihn fast um einen Kopf überragte, musterte ihn spöttisch und hob einen seiner langen Arme. Sofort wurden ihnen die Waffen und die anderen Ausrüstungsgegenstände abgenommen. Nur die Brillen und Atemmasken ließen sie ihnen. Den Wesen schien die heiße Atmosphäre nichts auszumachen, im Gegenteil, sie schienen sich sehr wohl zu fühlen. O’Neill bemerkte jetzt auch die flügelartigen winzigen Auswüchse auf dem Rücken der Wesen.
„Goa’uld! Du hättest nicht kommen sollen.“
Dieses verächtlich ausgestoßene Wort ließ O’Neill erstarren und verdutzt sah er das Wesen an. „Du sprichst unsere Sprache?“
„Was glaubst du, was wir sind, Goa’uld? Mitglieder der primitiven Menschen, die ihr für eure Zwecke benutzen könnt? Natürlich können wir euch verstehen. Wir besitzen entsprechende technische Mittel, die eure Worte sofort in unsere Sprache übersetzen und umgekehrt.“
„Wir sind ...“
Das Wesen ließ O’Neill nicht aussprechen. „Sei still! Hier hast du nichts zu befehlen. Schafft sie weg. Wenn sie sich widersetzen, tötet sie. Sie haben unseren Planeten entdeckt und dürfen uns nicht verraten. Ich werde später entscheiden, was wir mit ihnen machen.“
„Warum töten wir sie nicht gleich?“ fragte eines der Wesen. „Dann ersparen wir uns den Ärger mit ihrer Gefangenschaft.“
„Warum so eilig, Coolos? Willst du vorher nicht deinen Spaß haben?“
Coolos verzog sein Gesicht zu einem gemeinen Grinsen und wandte sich dann an seine Leute. „Ihr habt es gehört! Schafft sie fort!“
Die fünf Menschen wurden unsanft gepackt und mitgeschleift. Angesichts der Drohung des Anführers leisteten sie keine Gegenwehr. Alles war schließlich nur ein Missverständnis, das leicht aufgeklärt werden konnte.
Nach kurzem Marsch durch die trostlose Wüste tauchte vor ihnen eine Felsengruppe auf. Vor einem größeren Felsen blieben sie stehen. Die Wesen fingen an zu singen. Der Gesang steigerte sich bis an die oberste Gehörgrenze, sodass es in den Ohren der Menschen schmerzte. Wie von Geisterhand geöffnet, verschwand vor ihnen ein Teil der Felswand. Die Wesen drängten sie in die Öffnung hinein. Der Raum war nicht groß, die Gruppe hatte gerade Platz darin.
Plötzlich schien der Boden unter ihnen zu versinken und ein Gefühl des Fallens stellte sich ein. O‘Neill begriff, wo sie sich befanden: im Inneren eines Fahrstuhls, der mit großer Geschwindigkeit nach unten sank. Die Fahrt dauerte nur einige Sekunden.
Überwältigt blieben sie stehen. Sie standen auf einer Plattform in einer riesigen Halle. Eigentlich war das untertrieben. Es war eine komplette Landschaft tief im Inneren der Erde. So weit der Blick reichte sahen sie Bäume, Sträucher, Pflanzen, Häuser - und viele dieser fremden Lebewesen. Die Pflanzen leuchteten in einem seltsamen Goldton. Das Licht wurde von einer künstlichen Sonne erzeugt, die hoch über ihnen in der Luft schwebte. Die Höhe der Halle war schwer zu schätzen. O’Neill vermutete, dass es einige hundert Meter waren, und sie selbst standen etwa auf halber Höhe.
„Weiter gehen!“ wurde er angeherrscht und ein Stoß, der ihn fast über den Rand der Plattform warf, unterstrich den Befehl. O’Neill konnte sich gerade noch festhalten. Wütend blickte er das Wesen an, das ihn jedoch nur boshaft anblickte. Jack unterdrückte seinen Ärger und folgte den anderen, die schon auf dem Weg nach unten waren. Ein schmaler Pfad, der scheinbar ohne Halt in der Luft schwebte, führte nach unten. Doch kaum betrat er den Pfad, wurde er von unsichtbaren Kräften festgehalten, die verhinderten, dass er das Gleichgewicht verlor. Hinauf oder hinunter konnte er sich jedoch ungehindert bewegen.
„Das sollten wir auch auf der Erde haben“, murmelte O’Neill.
„Es sind Antischwerkraftfelder“, erklärte Heracles, der O’Neills Gemurmel verstanden hatte.
„Für was brauchen diese Wesen das, wenn sie Flügel haben?“ O’Neill sah sich seine Entführer genauer an und musterte die unterschiedlich großen Auswüchse auf dem Rücken der Wesen. „Aber vielleicht können sie damit gar nicht fliegen?“
Einer seiner Entführer hatte die Worte verstanden. "Es geht dich zwar nichts an, Goa’uld, aber du hast recht. Früher konnten wir fliegen, doch heute beherrschen nur noch wenige unserer Rasse diese Kunst.“
„Deine Flügel sehen noch kräftig aus. Ich nehme an, du gehörst zu ihnen?“ fragte O’Neill neugierig.
„Richtig“, sagte das Wesen.
„Wir sind keine Goa’uld“, stellte O’Neill nun fest. „Mein Name ist Jack O’Neill und ich komme von einem Planeten der Erde heißt. Das ist Skaara und das ist Heracles. Die beiden Jaffa sind Teal’c und Ni’ko.“
„Sei still!“ herrschte ihn das Wesen an. „Wir sind bald am Ziel, und dann werden wir uns ausführlich unterhalten. Aber ich denke nicht, dass dir das etwas nützen wird. Wir lassen keine Goa’uld am Leben.“
„Und was ist mit normalen Menschen?“ fragte O’Neill gespannt.
„Denen tun wir nichts. Das sind harmlose Opfer“, erklärte das Wesen.
„Sagst du mir deinen Namen?“
„Ich bin Omara“, erklärte das Wesen.
„Und wie nennt sich dein Volk? Ich habe noch nie Wesen wie dich gesehen. Nur in Filmen und Legenden meines Volkes. Da wurden sie immer Teufel genannt.“
„Was ist ein Teufel?“ fragte Omara.
„Das ist ein bösartiges Wesen, das die Menschen verführt und sie in den Untergang treiben will.“
„So sind wir nicht“, meinte Omara. „Mein Anblick verursacht dir also Angst?“
„Mir nicht, aber bei kleinen Kindern hättest du damit Erfolg“, stellte O’Neill trocken fest.
Sie erreichten in diesem Moment ihr Ziel und folgten einem breiten ausgetretenen Weg bis zu einem größeren Gebäude. Im Eingang mussten sie durch eine Art Schleuse gehen. O’Neill und Skaara konnten ungehindert hindurchgehen, während bei Heracles, Teal’c und Ni’ko ein heulender Ton ertönte.
Omara sah O’Neill und Skaara erstaunt an. „Ihr beiden tragt keine Symbionten in euch. Seltsam!“ Er wandte sich an die Wachen. „Sperrt sie ein. Diesen hier aber bringt in eine Verhörzelle. Ich möchte mich mit ihm unterhalten.“
O’Neill wurde an den Armen gepackt und in einen Raum gebracht, wo man ihn auf einen Stuhl setzte. Sechs der Wesen nahmen an der Wand Aufstellung, während Omara sich auf einen Stuhl hinter einem Schreibtisch setzte. Auch wenn die Wesen noch so fremdartig waren, ihre Verhörmethoden ähnelten denen der Menschen sehr. Jack fragte sich seufzend, warum ausgerechnet er immer wieder auf solchen Stühlen saß.
Omara sah ihn lange an und O’Neill hatte das Gefühl, als würde etwas seine Gedanken abtasten. Doch dieser Eindruck verschwand gleich wieder, und so erwiderte er Omaras Blick ungerührt und ohne Furcht. Das Wesen sah in den Augen der Menschen in der Tat wie ein Teufel aus, und doch glaubte O’Neill, in seinen roten Augen so etwas wie Mitgefühl zu lesen. Allerdings nur für einen Augenblick, dann blickten sie wieder wie gewohnt erbarmungslos.
„Du kannst mir deine Geschichte erzählen. Irgendwie scheinst du mir anders zu sein als deine Freunde. Einer deiner Begleiter ist allerdings ein Goa’uld. Erklär mir diesen Widerspruch.“
„Gerne! Also, wie schon gesagt, mein Name ist Jack O’Neill. Ich komme von der Erde, die allerdings von den Goa’uld Tau’ri genannt wird. Und ...“
Omara sprang von seinem Stuhl auf. „Willst du mir sagen, dass du von der Ursprungswelt der Menschen stammst? Dieser Planet ist längst Legende und seine Koordinaten gingen verloren.“
O’Neill ließ sich von Omaras Ausbruch nicht einschüchtern, denn irgendwie hatte er das Gefühl, dass dieser nur mit ihm spielte. „Ja, das will ich damit sagen. Wir haben vor vielen Jahren die Goa’uld von unserem Planeten vertrieben. Aus diesem Grunde konnten wir uns auch ungestört entwickeln. Vor einiger Zeit fanden wir das Sternentor und seitdem erforschen wir das Universum. Allerdings stießen wir auf die Goa’uld...“ O’Neill erzählte in aller Ausführlichkeit ihre Begegnung mit Ra, Apophis, Hathor und den anderen System-Lords. „... schließlich landeten wir hier. Heracles ist ein Tok’ra. Wir haben uns mit den Tok’ras verbündet. Teal’c und Ni’ko haben sich unserem Kampf angeschlossen. Skaara ist ein ehemaliger Wirt, genauso wie ich. Ich nehme an, ihr habt schon von den Tok’ra gehört?“
„Allerdings, aber ich bin noch nie einem begegnet und hielt sie deshalb für Erfindung. Das würde aber die seltsame Zusammensetzung deiner Gruppe erklären.“ Omara überlegte einen Moment. „Ich muss über deine Worte nachdenken. Wenn sie der Wahrheit entsprechen, habt ihr nichts von uns zu befürchten.“ Er wandte sich an die Wachen. „Bringt O’Neill zu seinen Freunden. Ich werde ihn später wieder holen lassen, wenn ich eine Entscheidung über ihr Schicksal gefällt habe.“
Etwas höflicher als bisher brachten die Wachen O’Neill zu seinen Freunden zurück.
„Was ist passiert, O’Neill?“ fragte Skaara ihn neugierig. Der Junge hatte sich schon Sorgen um Jack gemacht.
„Ich habe Omara unsere Geschichte erzählt. Er hat zwar nichts gesagt, aber ich denke, dass meine Worte ihn überzeugt haben“, O’Neill sah Heracles an. „Hast du schon einmal solche Wesen gesehen? In unserer Mythologie nennt man sie Teufel. Ich frage mich, ob sie vor vielen Jahren die Erde besucht haben. Warum aber gelten sie bei uns dann als böse? Diese Wesen sind den Menschen gegenüber freundlich gesinnt, aber die Goa’uld hassen sie.“
„Ihr Aussehen“, vermutete Skaara. „Sie sehen hässlich aus. Ihr erster Anblick hat mich erschreckt.“
O’Neill runzelte die Stirn und nickte zustimmend. „Wir können jetzt nur abwarten.“
Es dauerte nicht lange, dann erschienen die Wachen wieder. „Du da! Komm mit uns!“
Der Befehl galt O’Neill.
Fortsetzung folgt |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 19.11.2007, 15:38 Titel: |
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Diese Teufel klingen ja toll. Technologisch hoch entwickelt. Dann bleibt blos zu hoffen das sie den Menschen wirklich freundlich gegenüber gesinnt sind.
Dann hoffen wir mal das alles gut ausgeht^^ |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 21.11.2007, 11:20 Titel: |
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Felix: Ob sie freundlich gesinnt sind, die Teufel , erfährst du gleich jetzt.
Teil 17
Der Colonel folgte den Wachen widerspruchslos, doch diesmal ging es nicht in die Verhörzelle, sondern in einen, mit vielen Teppichen, Blumen und Bildern dekorierten Raum. Hinter einem großen Schreibtisch saß in einem bequemen Stuhl eines der Wesen und O’Neill glaubte, Omara in ihm zu erkennen. Er trug jetzt weite bunte Gewänder und stand auf, als O’Neill hereingebracht wurde.
„Willkommen, Tau’ri.“ Omara zeigte auf eine bequeme Sitzgruppe mit einem Tisch, auf dem duftende Speisen und Getränke standen. „Nimm Platz. Sicher hast du Hunger?“
O’Neill nickte überrascht. „Entweder glaubst du mir oder es ist meine Henkersmahlzeit.“
„Henkersmahlzeit?“
„Das letzte Essen, dass ein zum Tode Verurteilter bekommt“, erklärte O’Neill.
Omara sah O’Neill erstaunt an und brach dann in Laute aus, die O’Neill als Lachen identifizierte. „Du gefällst mir. Keine Sorge, ich habe lange überlegt und glaube dir.“
„Lange war das nicht“, meinte O’Neill trocken und setzte sich in einen der bequemen Sessel. Er sah auf die Speisen.
„Du kannst sie ruhig essen. Sie sind für Menschen verträglich“, Omara griff selbst zu und aß mit großem Appetit. O’Neill sah ihm einen Moment zu und griff dann nach einer Frucht, die aussah wie eine Mischung aus Orange und Apfel. Sie schmeckte aromatisch und plötzlich spürte er, wie hungrig er war.
Doch trotz seines erwachenden Appetits hielt er inne. „Meine Freunde haben sicher auch Hunger.“
„Es ehrt dich, dass du zuerst an deine Freunde denkst. Ich habe veranlasst, dass sie ebenfalls etwas bekommen. Iss also ruhig.“
Nun griff O’Neill zu und stillte seinen Hunger an den exotischen Speisen. Schließlich fragte er: „Warum dieser plötzliche Sinneswandel? Vor kurzem wolltet ihr uns noch umbringen. Meine Geschichte könnte ich doch erfunden haben.“
Omara sah ihn einen Augenblick an und verzog dann seine Gesicht. Es sah jetzt noch mehr wie eine Teufelsfratze aus. „Ich habe dich angelogen. Wir haben keine technischen Geräte, um eure Sprache zu lernen. Es ist unsere natürliche Begabung, denn wir sind von Natur aus Telepathen.“
O’Neill schrak etwas zurück. „Du liest die ganze Zeit meine Gedanken?“ Omara nickte und Jack meinte dann verärgert: „Wie peinlich. Und ich mag es nicht, wenn jemand unerlaubt meine Gedanken liest.“
„Es war notwendig, doch nun werde ich deinen Wunsch respektieren und nicht mehr in deine Gedanken eindringen.“
Jack fühlte, dass es dem Wesen ehrlich damit war und sein Ärger verflog so schnell, wie er gekommen war. „Das ist sehr freundlich von dir“, sagte er dann in sarkastischem Tonfall. „Nun weißt du also alles von uns, wir aber gar nichts von euch. Meine Frage ist ..."
„Ja, wir haben früher die Erde besucht. Das wolltest du doch wissen?“ O’Neill nickte und Omara fuhr fort. „Warum wir in eurer Mythologie als böse gelten, verstehe ich auch nicht. Wahrscheinlich ist es wirklich unser Aussehen. Ich bin ein Satyr.“
„Ich kenne dieses Wort. Es gibt solche Wesen in unseren Sagen und Legenden“, sagte O’Neill.
„An jeder Sage oder Legende ist etwas Wahres dran. Doch nun zu euch. Ihr sucht eure Freunde und ein Sternentor. Wo eure Freunde sind, wissen wir nicht, aber wir kennen einen Planeten mit einem Stargate.“
„Was?“ O’Neill sprang erregt auf. „Wo?“
„Nur zehn Lichtjahre von hier entfernt. Ihr könnt es benutzen.“
„Du lässt uns gehen?“ Omara nickte. „Warum lebt ihr auf dieser unwirklichen Welt, wenn es in der Nähe ein Sternentor gibt?“ fragte O’Neill.
„Diese Welt ist unsere Heimat.“ Omara zeigte auf die Bilder. „Vor Tausenden von Jahren sah unsere Welt so aus, doch dann kamen die Goa’uld und zerstörten alles. Die Überlebenden zogen in den Untergrund und bauten diese Stadt. Die Goa’uld glaubten uns vernichtet, und wir konnten uns in Ruhe entwickeln. Heute sind wir ihnen überlegen, doch wir wollen nur in Ruhe gelassen werden. Bisher glaubten wir vor Entdeckung sicher zu sein, doch ihr habt uns eine Fehlerquelle gezeigt, die wir nun beseitigt haben. Deshalb sind wir euch zu dank verpflichtet. Ihr seid frei und könnt mit eurem Raumschiff weiterfliegen.“
„Und ihr glaubt nicht, dass wir euch verraten werden?“
„Nein, denn ihr werdet euch an nichts erinnern können.“
„Und wie soll das gehen?“ fragte O’Neill.
Omara hatte ihm dem Rücken zugekehrt und drehte sich wieder herum. Er hielt eine Waffe in der Hand und richtete sie auf O’Neill. „Verzeiht uns diese Methode, aber sie ist die einzige Möglichkeit, damit ihr uns später nicht unfreiwillig verratet.“
O’Neill sah auf die Waffe. „Ihr wollt uns die Erinnerung gewaltsam nehmen? Das erlaube ich nicht.“
„Du wirst nicht gefragt“, sagte Omara. O’Neill sah noch einen blauen Strahl aus der Waffe schießen, dann wurde es dunkel um ihn.
Omara sah noch einen Augenblick bedauernd auf ihn hinab. „Schade, wir hätten Freunde werden können, doch unsere Sicherheit ist uns wichtiger. Vielleicht in vielen Jahren, wenn dein Volk reif genug ist, werden unsere Völker Freundschaft schließen können ...“ An seine Leute gewandt: „Alles klar für den Eingriff? Verletzt sie nicht, es soll ihnen kein Leid geschehen.“
O’Neill erwachte in der Zentrale des Raumschiffes und sah sich um. Neben ihm kamen seine Freunde zu sich. „Was ist passiert?“ fragte er.
Skaara zuckte mit den Achseln und Heracles sagte: „Soweit ich mich noch erinnere, sind wir in einen Ionensturm geraten. Etwas traf unser Raumschiff ... Wir müssen bewusstlos geworden sein.“
Teal’c und Ni’ko saßen schon an den Konsolen und untersuchten alles. „Das Schiff ist in Ordnung. Sogar der neue Kurs ist noch eingegeben. Ein Sonnensystem, das nur zehn Lichtjahre entfernt ist“, sagte Ni’ko.
„Warum sagt mir ein Gefühl, dass wir dort fündig werden?“ fragte O’Neill. Hatte er nicht etwas vergessen? Irgendwie kam ihm alles seltsam vor. Doch so sehr er sich auch den Kopf zerbrach, es wollte ihm nicht mehr einfallen. So zuckte er nur mit den Achseln und verdrängte den Gedanken daran. Sie konzentrierten sich auf das neue Ziel, welches sie in einer Stunde erreichen würden.
Die Stunde verging O’Neill viel zu langsam, doch schließlich erreichten sie das Sonnensystem. Der Zielplanet umkreiste als fünfter Planet eine kleine gelbe Sonne. Auf den ersten Blick ähnelte er der Erde, doch dann fiel der Unterschied auf. Die überwiegende Farbe war grün, und nur hier und da erblickten sie ein Gewässer. Es war eine reine Dschungelwelt, unterbrochen von wenigen Wasserflächen, wobei keine die Größe eines Ozeans besaß. Meistens handelte es sich um mehr oder weniger große Seen und unterschiedlich breite Flüsse. Intelligentes Leben schien es auch hier nicht zu geben. Und damit schwand auch die Hoffnung, ein Sternentor zu finden.
„Scannung des Planeten läuft“, sagte Teal’c, der wie üblich die Suche übernommen hatte.
Die Zeit verging und sie hatten den Planeten bei ihrer Suche fast umrundet. O’Neill war nun überzeugt, auch hier kein Sternentor zu finden.
„Scannung positiv“, sagte da Teal’c zu O’Neills Verwunderung.
Mit einem Satz stand O’Neill neben Teal’c. „Was? Wo?“
„Es steht mitten auf einer Urwaldlichtung direkt unter uns. Daneben befinden sich einige Pyramidenbauten.“
„Ein Goa’uld-Stützpunkt. Weg hier, bevor wir von ihnen geortet werden“, befahl O’Neill.
„Zu spät“, sagte Teal’c.
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 21.11.2007, 13:27 Titel: |
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*nrgh* Und wieder dachte dieses Forum, es könne mich veräppeln *muffel*. Sorry, mir wurde schlichtweg nicht angezeigt, daß es ein neues Kapitel gibt *schäm*.
Dafür hab ich dann aber auch nicht diesen Cliffhanger mitgekriegt *puh*, bei dem ich sonst wahrscheinlich die Wände hochgegangen wäre. Boah, die Teufel sind real - und sie haben einen eigenen Planeten. Da wären aber sämtliche Warnleuchten bei mir angegangen.
Aber dann kam es ja doch ganz anders und die Typen waren sogar verständnisvoll. Allerdings wundert es mich, daß sie nicht doch ein bißchen neugierig wurden und mitgenommen werden wollten. Komische "Teufel", muß ich schon sagen ... So friedliebend.
Kam aber wirklich gut, dieses "nie nach dem Äußeren gehen!". Hat mir wirklich gut gefallen.
Dann sind sie jetzt also auf der Suche nach den anderen und haben den Planeten jetzt wohl gefunden - oder nicht? Müßte er doch eigentlich sein, schätze ich. Na, wie war das mit dem Cliffhanger? Jetzt hat dieser mich erwischt. Toll, ich weiß, warum ich sonst die Szenen erst zuende schreibe, ehe ich ins Net gehe *grummel*, Weiß der Geier, warum ich es dieses Mal nicht getan habe.
Freue mich schon auf die Fortsetzung! Dieses Mal achte ich auch besonders darauf - versprochen!!! |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 21.11.2007, 15:52 Titel: |
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Ok und der nächste CLiffi wartet bereits auf uns. *hmpf*
'So die Teufel sind also ganz nette. Und dann sind es auch noch Satyren. Tja wer hätte das gedacht. Bloß die Sache mit den GoaUld...hoffentlich geht das nun wieder gut aus. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 22.11.2007, 13:09 Titel: |
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Hyndara: Du weißt ja, das ich auch nicht immer gleich Zeit habe bei dir zu lesen. Also macht es auch nichts, wenn du mal nicht gleich da bist. Freut mich aber, dass es dir gefällt.
Felix: Ich fand die Idee mit den Teufel mal ganz nett.
Aber jetzt kommt die kleine Auflösung des zweiten Drittels dieser Story bevor es dann mit dem letzten Drittel weitergeht.
Teil 18
O’Neill sah, was Teal’c meinte. Vom Planeten waren Todesgleiter aufgestiegen und hatten sie eingekreist. Eine Flucht war schon zu spät. Die Gleiter eröffneten das Feuer auf sie und ihr kleines Schiff wurde kräftig durchgeschüttelt.
„Minimale Schäden“, sagte Ni’ko. „Es sind nur Warnschüsse. Soll ich das Feuer erwidern?"
O’Neill überlegt kurz. „Nein, vielleicht können wir sie täuschen.“
„Wir werden gerufen“, sagte da auch schon Teal’c.
„Antworte ihnen“, befahl O’Neill.
„Unbekanntes Schiff, geben Sie sich zu erkennen oder sie werden vernichtet“. Auf dem Bildschirm erschien das Gesicht eines Jaffa, auf dessen Stirn sich ein O’Neill unbekanntes Zeichen, befand: ein Kreis, der in den Hörnern eines Stier ruhte.
„Lass mich antworten“, sagte Heracles. „Ich weiß, wem die Jaffa dienen.“
„Dann los“, stimmte O’Neill zu.
„Wir sind auf der Flucht vor den Schergen Heru’urs. Wir konnten dieses kleine Schiff stehlen und suchen ein Sternentor. Wir bitten Isis um Asyl.“
„Die Fürstin ist nicht hier. Dies ist einer ihrer geheimen Stützpunkte. Doch wenn ihr wirklich auf der Flucht vor Heru’ur seid, dann heißen wir euch für den Augenblick willkommen. Ihr werdet uns folgen, doch seid gewarnt, wenn ihr versucht uns zu täuschen, töten wir euch auf der Stelle.“
„Keine Sorge, meine Freunde und ich sind froh in Sicherheit zu sein und werden jede eurer Fragen beantworten.“
„Die Göttin Isis wird euch sehen wollen und für jede Information über Heru’ur dankbar sein.“
Sie folgten den Todesgleitern und landeten bei den Gebäuden neben dem Sternentor. O’Neill sah Heracles neugierig an.
„Es ist eine lange Geschichte, Jack. Nur soviel, Isis ist die erklärte Feindin von Heru’ur. Sie ist eine der vielen Systemlords und herrscht über ein großes Reich, das an das Gebiet von Heru’ur grenzt. Er würde zu gerne ihre Gebiete an sich reißen, doch bisher hat sie ihn immer erfolgreich abgewehrt. Isis ist eine der toleranteren Systemlords und behandelt die Menschen nicht so schlecht wie die meisten anderen. Sie ist deshalb auch beliebter bei den Menschen, doch vorsichtig: Trotz allem ist sie eine Goa’uld. Wir treten also lieber in unserer Tarnidentität auf. Wenn sie erfährt, dass du ein Tau’ri bist, wird sie dich zu einem ihrer Leibsklaven machen.“
„Oh! Nein danke, darauf kann ich verzichten. Dann sind wir also wieder Schlangenköpfe“, meinte O’Neill.
Inzwischen waren sie aus dem Raumschiff gestiegen. Das Klima der Dschungelwelt war mörderisch. Es war so heiß, dass O’Neill das Gefühl hatte, in einen Backofen zu treten. Die Luftfeuchtigkeit musste über 90% betragen. Hier würde er keinen Urlaub verbringen wollen. Deshalb war O’Neill froh, als die Jaffa sie in das Innere eines der Pyramiden-Bauten brachten. Hier war es angenehm kühl. Die Krieger bedrohten sie nicht, doch sie ließen kein Auge von ihnen.
Die Freunde dachten nicht an Flucht, denn ein solcher Versuch würden ihnen den Tod bringen. Und so seltsam sich das auch anhörte, die Jaffa waren ihre beste Chance jemals wieder nach Hause zu kommen. Sie wurden in einen luxuriös eingerichteten Raum gebracht und durften sich in die bequem aussehenden Sessel setzen. Diener brachten Speisen und Getränke für sie.
Schließlich kam ein Jaffa herein und musterte sie. „Ich habe mich mit meiner Herrin in Verbindung gesetzt. Sie ist neugierig und möchte euch sehen, deshalb bringen wir euch auf unsere Heimatwelt. Allerdings müsst ihr eure Ausrüstung und Waffen hier lassen. Ihr braucht sie dort nicht, wo ihr hingeht. Außerdem werden wir euch einer gründlichen Untersuchung unterziehen, bevor ihr das Chaapa-ai durchquert. Wir wollen keine Überraschung erleben.“
O’Neill ahnte, was er damit meinte, eine Bombe, irgendwo in ihrem Körper versteckt. Etwas Ähnliches hatten sie schon mit der kleinen Cassandra auf der Erde erlebt und Jack verstand die Vorsicht Isis.
„Was ist mit dem Raumschiff?“ fragte Heracles, der weiterhin als ihr Sprecher auftrat und von den Jaffa wohl deshalb, als der Anführer angesehen wurde.
„Das bleibt hier. Wir können es gut gebrauchen, und ihr benötigt es nicht mehr.“
„Einverstanden. Außerdem hätten wir es sowieso zurückgelassen, nachdem wir ein Chaapa-ai gefunden hätten.“
Der Jaffa befahl ihnen, ihm zu folgen. Er brachte sie in einen Raum, der mit Geräten und Maschinen voll gestellt war. Menschen arbeiteten an den Computern und nicht alle schienen Jaffa zu sein. Sie mussten sich auf eine Liege legen. Dann wurden sie in das Innere einer Maschine gesteckt. Es war dunkel und O’Neill fühlte sich unsicher und verletzlich. Ein Summen ertönte, doch Jack spürte keine Schmerzen. Schließlich wurde seine Liege aus dem Gerät gezogen und allen wurden neue Bekleidung entgegengestreckt, damit sie sich umziehen konnten.
Die neuen Sachen bestanden aus einem hellbraunen Overall aus einem wildlederähnlichen bequemen Stoff und knöchelhohe Stiefel. An den Seiten war der Anzug mit Stickereien verziert und auf der Brust prangte das Zeichen Isis. Die Arbeiter in diesem Raum trugen dasselbe.
„Wir fanden nichts. Ihr geht jetzt durch das Chaapa-ai und werdet dort einer ausgedehnten Befragung unterzogen. Wenn alles in Ordnung ist, dürft ihr die Herrin sehen.“
Sie folgten dem Jaffa aus dem Raum und aus der Pyramide und gingen zum bewachten Sternentor. Es war schon aktiviert, und auf die erneute Aufforderung des Jaffa gingen sie die Treppe hinauf und verschwanden im Tor.
Strahlender Sonnenschein und etwa zwanzig Jaffa empfingen sie. O’Neill beachtete sie nicht und sah sich neugierig um. Die neue Welt ähnelte der von Amonet. Ein großer Platz umgab das Tor und im Hintergrund sah O’Neill eine große Stadt aus Pyramidenbauten. Es quirlte darin nur so von Leben. Der Himmel sah blau aus und die gelbe Sonne stand an höchster Stelle. O’Neill sah einen weiteren riesigen Planeten, der den meisten Platz des östlichen Horizonts einnahm. Entweder eine Zwillingswelt, ein riesiger Mond oder sie selbst befanden sich auf einem Mond des Planeten.
Sie hatten Isis Welt mitten im Herzen ihres Reiches erreicht.
Rettung in letzter Minute
„Ich habe ein ungutes Gefühl!“ sagte Carter. Sie lag inmitten einer kleinen Gruppe Oanas. Ihr Ziel war es, Amonet endlich unschädlich zu machen. Ihre Worte schienen die Gefahr heraufzubeschwören. Von den nahen Hügeln fegte ein Todesgleiter heran und eröffnete das Feuer auf sie. Ein zweiter und dritter Gleiter folgten.
„Sie greifen an!“ schrie Carter und sprang zur Seite, um dem Beschuss auszuweichen, der ihren Felsen traf. Der Energiestrahl fuhr nur wenig neben ihr in den Boden. Sand und Dreck überschüttete sie. Vor und hinter Sam durchfurchtete ein weiterer Strahl den Boden ohne sie zu treffen. Carter hatte keine Zeit sich nach den Freunden umzusehen, die Welt schien in einem Chaos aus Feuer und Rauch zu versinken, denn die Oanas eröffneten das Feuer auf die Gleiter. Und sie holten einen nach dem anderen vom Himmel. Als sich der Rauch etwas verzog, sah sie ihre neuen Freunde neben sich kauern, die meisten unverletzt. Rings um sie war der Boden von dem Beschuss aufgewühlt.
Ihr Plan ging auf. Carter hob die Zatnickatel, in dem Bewusstsein damit gegen den letzten Gleiter nichts ausrichten zu können. Trotzdem eröffnete sie das Feuer, als dieser einen neuen Angriff flog. Wie erwartet zeigte der Beschuss keine Wirkung. Die Strahlen prallten an der Außenhülle des Flugkörpers ab. Als Reaktion eröffnete der Bordschütze erneut das Feuer auf sie und wirbelte um sie herum den Sand auf. Doch auch diesen Todesgleiter holten die Oanas vom Himmel.
Carter war jedoch in Deckung gegangen und von den Oanas getrennt worden. Als die Sicht wieder klar wurde, sahen sie sich von Jaffas umringt, die nun auch auf die Fischwesen feuerten und diese zwangen, in Deckung zu gehen.
Carter wagte angesichts der auf sie gerichteten Stabwaffen, keine Bewegung zu machen. Der Kreis der Krieger öffnete sich. Daniel und Jacob Carter wurden in den Kreis gestoßen, hinter den beiden erschien Sha’re.
„Befiel deinen Kreaturen die Waffen wegzulegen oder wir töten dich und deine zwei Freunde“, sagte Amonet in drohendem Tonfall.
„Nein, dass mache ich nicht.“ Carter stand so schnell neben Amonet, dass ihre Krieger es nicht verhindern konnten. In ihrer Hand lag ein Messer, dass sie Amonet an den Hals setzte. „Dich werde dich auf jeden Fall mit in den Tod nehmen.“
„Du willst den Körper deiner Freundin töten? Das glaube ich nicht“, brachte Amonet hervor.
„Sha’re wird lieber sterben wollen, als dich länger in ihrem Körper zu haben. Ich selbst würde den Tod einem Leben als Wirt für einen Goa‘uld vorziehen“, sagte Carter und ihrer Stimme war anzuhören, dass sie nicht bluffte. Hoffentlich tauchte die Verstärkung bald auf.
„Sam!“ Daniel sah die Freundin entsetzt an. Er wollte Sha’re nicht verlieren.
„Tut mir Leid, Daniel. Im Grunde ist es deine Schuld, dass Amonet weiß, wer wir sind,“ entgegnete Carter hart.
„Wir töten deine Freunde“, versuchte Amonet es erneut.
„Das macht ihr so oder so“, hielt Carter dagegen. „Also, was tun wir nun? Auf der Erde nennen wir das eine Patt-Situation.“
„Gib auf, Menschenfrau!“ befahl Amonet nochmals mit wütender Stimme. „Die Oanas können dir nicht helfen. Wir sind zu mächtig.“
Carter befürchtete das Amonet recht hatte. Wo zur Hölle waren die anderen?
„Ich werde aus dir einen Wirt machen“, drohte Amonet.
„Da irrst du dich gewaltig!“ erklang hinter ihr eine Stimme auf. Carter erkannte Liguras Stimme. Die Verstärkung war endlich eingetroffen, und ihre List schien aufzugehen. Während sie mit ihrer kleinen Gruppe Amonet ablenkte, waren die anderen unbemerkt herangeschlichen. Immer mehr von ihnen tauchten aus dem Meer auf, entschlossen ihre Welt von den Goa’uld zu befreien. Die feindlichen Jaffa hatten gegen die überlegene Übermacht keine Chance. Innerhalb kürzester Zeit war der Kampf zu Ende.
Carter hielt Amonet immer noch fest.
„Kretschols! Scholvahs!“ kreischte Amonet. Ihre Arroganz hatte sich in nackte Furcht verwandelt.
„Du hast verloren, Amonet. Wir werden dich zu den Tok’ra bringen und dich aus Sha’res Körper entfernen“, sagte Daniel.
„Das ist nicht nötig“, mischte sich Ligura ein. „Wir kennen ebenfalls eine Methode um den Wirt und den Symbionten zu trennen.“
„Dann macht schnell“, meinte Daniel.
„Gut! Dann dann lass sie los, Sam. Es wird etwas schmerzhaft für den Wirt sein.“ Ligura hob einen Stab und zielte damit auf Sha’re. Carter ließ Sha’re schnell los. Der Strahl traf die Frau und hüllte sie in ein helles Licht. Sha’re schrie auf und stürzte zu Boden, wo sie sich vor Schmerzen krümmte.
„Was machst du mit ihr?“ rief Daniel wütend, doch Sha’re beruhigte sich schon wieder. Daniel lief zu ihr und nahm sie in die Arme.
„Daniel, ich spüre den Dämon nicht mehr. Er ist weg!“ rief Sha’re überglücklich.
„Sie hat recht“, erklärte Ligura. „Der Strahl hat den Symbionten aufgelöst.“
„Etwa so wie Thors Hammer?“ fragte Daniel.
„Ja, wir verwenden dieselbe Technik wie die Asgard“, bestätigte Ligura ihm.
Daniel half Sha’re aufzustehen. „Ich bin frei. Ich danke dir“, sagte Sha’re an Ligura gewandt.
„Wir danken euch. Ihr habt dafür gesorgt, dass wir unsere Welt von den Goa’uld befreien“, antwortete Ligura. „Doch jetzt kommt, es gibt noch einiges zu tun.“
Einige Tage später
Ligura stand inmitten einiger Oanas am Stargate. Die letzten Tage hatten sie benutzt, um Informationen auszutauschen und Freundschaften zu schließen. Ligura hatte Gefallen an den Menschen gefunden und ihre Leute überzeugt, dass es Zeit war, aus der selbst gewählten Isolation herauszutreten. Sie hatten sogar ein Bündnis mit den Menschen geschlossen, dass Ligura auf der Erde vertreten wollte. Aus diesem Grund wollte sie auf die Erde mitkommen.
Carter hatte widerwillig zugestimmt, ohne Jack nach Hause zurückzukehren. Sie hatten keine Spur von ihm gefunden, und auf ihr S.O.S.-Signal hatte er auch nicht reagiert. Sie ließen das Signal an, in der Hoffnung, dass O’Neill es doch noch hören würde.
Daniel wählte am Navigations-Computer die Erdkoordinaten und strahlte den Code zur Deaktivierung der Irisblende aus. Auf der Erde hatten ihre Leute sicher schon die Hoffnung auf ihre Rückkehr aufgegeben. Immerhin waren sie nun seit Wochen im Einsatz.
Carter warf einen letzten Blick in den Himmel, bevor sie durch das Sternentor trat. Jack, Teal’c und Skaara waren irgendwo da draußen. Sam war davon überzeugt, dass sie noch lebten. Und sie würden den Weg nach Hause finden. Eines Tages würden sie zurückkommen.
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 22.11.2007, 13:22 Titel: |
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Klar leben die noch, keine Bange, Sam!
Oh Mann, das war ja wieder spannend! *keuch* Ich muß mal eben wieder das Atmen lernen *hechel*. Boah! Das Pokerspiel mit Amonet hätte allerdings auch anders ausgehen können *bibber*. Da hat Carter aber wirklich auf Teufel komm raus geblufft! Uiuiui!!!
Und, wie jetzt, Amonet ist so einfach platt? Äh ... So einfach geht das? Wat hatte Teal'c denn bei Thor's Hammer für Schwierigkeiten? Oder war das, weil er ein Jaffa ist *rätsel*. Wenn, dann ging's auf jeden Fall ziemlich schnell für die gute Amonet - hätte sie eigentlich nicht verdient. Aber nu ja, wir haben ja auch den Begriff der Humanität (wovon die Goa'uld ja bekanntlich gar nix wissen).
Und O'Neill und Co suchen Zuflucht bei ... ISIS??? *staun* Na, das kann ja noch heiter werden! Der nächste Goa'uld, mit dem sie sich herumprügeln müssen. Mir schwant nix gutes, wenn ich mir nochmal Herakles' Kommentar in Richtung O'Neill so ansehe *schluck*.
Auf jeden Fall bin ich wieder gespannt wie es weitergeht! |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 22.11.2007, 14:51 Titel: |
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*phu* Endlich sind Sam, Daniel und ShaRe sicher auf der Erde.
So. Die Oannes haben sich mit der Erde verbündet. DAnn hoffen wir mal, das beide Seiten daruas profitieren.
Der Heimatplanet Isis' klingt schon mal nicht schlecht. Da kann man wirklich blos hoffen, dass sie nicht entlarvt werden. Wie schon so oft... |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 23.11.2007, 12:47 Titel: |
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Hyndara: Die Oanas haben eben ihre besondere Art mit den Symbionten umzugehen. Auf jeden Fall ist jetzt dieser Abschnitt erledigt. Ich hatte die Story damals ja in drei Teilen geschrieben und nun beginnt Teil 3.
Felix: Was es mit Isis auf sich hat erfährst du in dieser neuen Geschichte.
Cheyenne Mountain-Complex
Planet Erde
Wochen später
„Die Besprechung ist zu Ende“, sagte General Hammond und warf einen Blick in die Runde. „Sie können gehen.“
Die Mitglieder des SG-20-Team standen auf und verließen den Besprechungsraum.
Doktor Samantha Carter blickte ihnen einen Moment unschlüssig hinterher, dann wandte sie sich an Hammond und blickte ihn an.
„Doktor, Sie haben noch etwas auf dem Herzen?“
„Ja, General, aber sie hat nichts mit unserem Einsatz auf P7A-876 zu tun. Es geht um ...“
„... Colonel O’Neill, Skaara und Teal’c“, vollendete Hammond den angefangenen Satz. Der General sah Carter verständnisvoll an. „Ich habe nichts von ihnen gehört. Unsere Tok’ra-Verbündeten suchen nach ihnen, bisher aber ohne Erfolg.“
„Sir, es sind jetzt 10 Wochen.“
„Das ist mir klar, Doktor Carter. Haben Sie schon einmal die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass sie tot sind?“
„Das sind sie nicht, Sir!“ antwortete Carter heftiger als beabsichtigt.
„Es ist ihr gutes Recht, das zu glauben“, meinte Hammond. „Jack ist schließlich Ihr Verlobter.“
„Das hat damit nichts zu tun, aber Jack hat immer einen Ausweg gefunden, Sir. Egal, in was für einer Klemme wir auch steckten. Er hat nie aufgegeben.“
„Aber diesmal wurde SG-1 getrennt, Doktor. Vielleicht haben die drei nicht einmal die Flucht aus dem Raumschiff geschafft. Es könnte sein, dass sie in dem explodierenden Schiff umgekommen sind.“
„Ich bin sicher, dass sie es überlebt haben, General.“
„Begleiten Sie Major Lorne nach Kadar. Vielleicht haben wir Glück, und wenn Sie zurückkommen haben wir eine Nachricht von ihnen oder sie haben es von sich aus zur Erde geschafft“, versuchte der General Carter zu trösten.
„Vielleicht finden wir auch auf Kadar eine Spur von ihnen, Sir“, hoffte Carter.
„Vielleicht“, Hammond nickte Sam zu und sie verstand den Wink. Sie drehte sich um und verließ den Besprechungsraum. Carter spürte den Blick des Generals in ihrem Rücken.
Carter erreichte den Umkleideraum. Die anderen schienen schon fertig zu sein, denn sie traf niemanden mehr an. Um so besser, dann hatte sie den Raum für sich alleine. Es würde ihr dritter Einsatz mit SG-20 sein. P7A-876 oder besser Kadar, war ein neuer potenzieller Verbündeter für die Erde. Und im Moment war sie der Rest von SG-1, und so hatte Hammond sie SG-20 zugeteilt.
Daniel war zusammen mit Sha’re im Urlaub in der Welt des Lichtes. Highkanzler Tuplo hatte die beiden eingeladen. Gleich nach ihrer Rückkehr war Daniel mit seiner Frau zu den Tok’ra gegangen und dort hatte man Amonet entfernt. Daniel hatte sich auf unbestimmte Zeit beurlauben lassen, um einige Zeit mit seiner Frau zu verbringen.
Nicht, dass es Carter unangenehm gewesen wäre mit SG-20 zu gehen, denn die vier waren ihr sehr sympathisch, aber sie vermisste ihre alten Freunde doch sehr.
Nachdem Carter sich umgezogen hatte, ging sie zum Stargate-Raum, wo SG-20 schon auf sie wartete. Das Team wurde von Major Lorne angeführt. Er respektierte Carters Wissen und ihre Erfahrungen in Stargate-Reisen, denn Lorne und sein Team waren erst seit kurzem bei den SGC-Einheiten.
SG-20 war, wie SG-1 ein Forschungs-Team, was bedeutete, dass sich auch ein Archäologe im Team befand. In diesem Fall hieß diese Ruth Wegener. Ruth kam aus Deutschland und gehörte zu den neuen internationalen Stargate-Mitgliedern. Die Teams wurden nun gemischt zusammengestellt, denn inzwischen waren alle wichtigen Regierungen der Erde über das Stargate-Projekt informiert worden.
Deshalb hatte jede Regierung verlangt, dass Leute von ihnen den Teams zugeteilt wurden. Einige Länder wie China, Frankreich, Russland, England und Deutschland besaßen zudem noch eigene Teams.
Carter fand das in Ordnung, denn die Verteidigung des Planeten ging jede Nation auf der Erde an. Die Oanas hatten diese Bedingung gestellt. Als Gegenleistung bekamen die Menschen von ihnen hochwertige Verteidigungs-Technologien zur Verfügung gestellt. Die Oanas wachten darüber, dass diese Technik wirklich nur zur Verteidigung der Erde eingesetzt wurde und nicht gegeneinander. Jede Regierung stellte deshalb Geld, Techniker und Wissenschaftler zur Verfügung, um die Techniken nutzbringend für alle zu entwickeln.
Major Lorne, ein Mann Anfang dreißig, mit kurzen schwarzen Haaren und drahtiger Figur, nickte ihr zu.
„Entschuldigen Sie die Verspätung, Major“, begrüßte Carter ihn.
„Sie hatten sicher Ihre Gründe“, meinte Lorne. Er warf einen kurzen Blick auf sein Team. „Alle bereit?“
Ein allgemeines Nicken erfolgte und so sah Lorne zu General Hammond hoch. Hammond stand hinter dem Sicherheitsglasfenster einen Stock höher im Computerraum und blickte zu ihnen hinunter.
Hammond bemerkte den Blick und beugte sich zu seinem Mikrofon hinunter: „SG-20, Sie können gehen.“
Als der Sergeant am Computer seine Finger über die Tasten huschen ließ, begann das Rad am Stargate sich zu drehen und das erste Chevron rastete ein. Nach dem siebten Chevron baute sich das Wurmloch auf und SG-20 begann, die Rampe hochzugehen.
Carter ging als letzte durch den Ereignishorizont und fühlte, wie ihr Körper sich in seine Atome aufzulösen begann, durch den Schlauch des Wurmlochs geschleudert wurde, um am anderen Ende vom Empfangsgerät in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt und vom Tor ausgespuckt zu werden.
Carter hatte sich inzwischen daran gewöhnt, auch an die Kälte und die damit verbundene Steifheit ihrer Glieder. Deshalb machte sie einige Schritte und sah sich dabei um. Wie erwartet waren sie auf einer ähnlichen Rampe wie im Stargate-Center herausgekommen, jedoch nicht in einer unterirdischen Anlage sondern ihm Freien, mit Sicht auf einen weißen Sandstrand. In der Ferne waren die Häuser einer Kleinstadt zu erkennen. Die beiden Sonnen des Planeten, eine kleine blaue und eine erdgroße gelbe Sonne, standen hoch am azurblauen Himmel. Es roch nach Salzwasser, die Luft besaß eine angenehme Temperatur um die 25° Grad Celsius.
Die Schwerkraft war eine Winzigkeit höher, als auf der Erde und bereitete ihr im ersten Moment Schwierigkeiten. Carter kam sich vor, als hätte sie auf einen Schlag einige Kilo zugenommen. Aus Erfahrung wusste sie aber, dass sie sich schnell daran gewöhnen würde.
Sie sah Major Lorne und Ruth Wegener am Fuße der Rampe mit einigen Einheimischen sprechen. Der Rest von SG-20 hatte sich schon zu den wartenden autoähnlichen Fahrzeugen begeben. Sam ging die Rampe hinunter und blieb bei Ruth stehen.
Es war der zweite Besuch von SG-20 auf Kadar. Beim ersten Mal hatten sie Kontakt mit der hiesigen Bevölkerung aufgenommen. Die Kadaner befanden sich entwicklungsmäßig auf der gleichen Stufe wie die Erde, mit dem Unterschied, dass sie nie Krieg miteinander geführt hatten. Sie hatten die Sternenreisenden mit offenen Armen aufgenommen.
Die Bevölkerung von Kadar war zahlenmäßig nicht sehr hoch. Etwa 10 Millionen Menschen lebten in 50 Städten mit jeweils ca. 200.000 Einwohner verteilt auf einem Insel-Kontinent von der Größe Australiens. Sie hielten nicht viel von größeren Städten und lebten in völligem Einklang mit der Natur. Ihre Technik stand den Menschen in nichts nach, nur, dass sie keine Vernichtungswaffen erfunden hatten.
Das Kadar nicht auf der auf Abydos gefundenen Stargate-Kartusche stand, sondern in der Antiker-Kartusche, hatten die Kadaner es zu verdanken, dass noch kein Goa’uld seinen Fuß auf ihren Planeten gesetzt hatte. Sie verehrten allerdings überirdische Wesen, die vor vielen Generationen ihre Vorfahren mit großen Raumfahrzeugen auf diesen Planeten gebracht hatten. Carter und Wegener stellten deshalb die Vermutung auf, dass es die Asgard oder eine der anderen fortschrittlichen Rassen gewesen war, die den Menschen freundlich gesinnt war.
Die Kadaner waren Wissenschaftler und Forscher, und so untersuchten sie auch die Vergangenheit ihres Volkes. Und nun schienen sie einen interessanten Fund gemacht zu haben.
Carter begab sich zu den anderen. Ruth Wegener sah Sam an. Sie war etwa 10 Jahre älter als Sam, mit mittellangen braunen Haaren. Sie war etwas kleiner als Carter und entsprach nicht ganz dem heute üblichen Schönheitsideal. Doch sie strahlte eine natürliche Schönheit aus und besaß Charme, sodass man die kleinen Schönheitsfehler übersah.
Obwohl ihr Englisch sehr gut war, hörte man ihren deutschen Akzent heraus. „Cullum hier hat mir gesagt, dass sie uns die Fundstätte gleich zeigen wollen“, begrüßte Ruth ihre Kollegin. „Ich bin schon sehr neugierig.“
Sie begaben sich zu den Fahrzeugen der Kadaner und setzten sich hinein. Auf einer breiten geteerten Straße fuhren sie am Strand entlang, auf die nahe Hauptstadt zu. Wären nicht die zwei Sonnen und die etwas höhere Schwerkraft gewesen, hätte man glauben können, sich auf der Erde zu befinden. Altor, die Hauptstadt, war die größte der fünfzig Städte der Kadaner. Die Häuser lagen verstreut in der Bucht am Meer, zwischen grünen Hügeln und Gartenanlagen. Keines der Häuser war höher als drei Stockwerke und passten sich auch farblich ideal der Landschaft an.
„So stelle ich mir immer das Paradies vor“, seufzte Ruth und blickte sehnsüchtig auf die kleine Stadt, mit ihren fröhlichen Menschen.
„Ein Paradies, das vielleicht bedroht ist“, warf Sam ein.
„Nur, wenn wir die Gefahr herbringen“, meinte Ruth. „Die Menschen wurden noch nie von den Goa’uld bedroht und fühlten sich sicher. Und nun kommen wir und zerstören diese Sicherheit. Wir sind die Schlange in ihrem Paradies. Haben wir das Recht, diesen Menschen das anzutun?“
„Das die Goa’uld noch nicht hier waren, bedeutet nicht, dass sie diesen Planeten nicht finden können. Sie reisen mit Raumschiffen und könnten durch einen dummen Zufall den Planeten entdecken. Dann erst taucht deine Schlange im Paradies auf, und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Durch uns haben diese Menschen eine Chance sich darauf vorzubereiten. Außerdem muss es ja nicht zum schlimmsten kommen“, antwortete Sam.
Ihr Weg führte sie durch die Stadt. Entlang der breiten Hauptstraße spazierten buntgekleidete Menschen. Andere saßen in kleinen Restaurants unter schattigen Markisen. Eile schien es hier nicht zu geben. Am anderen Ende erreichten sie eine weitere noch breitere Straße, auf der reger Verkehr herrscht, weil sie zu der Nachbarstadt führte. Auf den Feldern neben der Straße arbeiteten Menschen aller Altersgruppe und winkten ihnen fröhlich zu, als sie vorbeifuhren.
Von Zeit zu Zeit zweigten schmale Straßen von der Hauptstraße ab, die entweder an den Strand oder in das Landesinnere führten. In eine dieser Straßen bog ihr Fahrer ab und fuhr zum Strand hinunter. Das Meer lag einige Meter tiefer. Mächtige Felsenriffe ragten weit ins Meer hinein. Am Fuße einer Klippe, direkt am von heftigen Wellen umtosten Strand, befand sich die Höhle, in welcher der Fund gemacht worden war.
Sie mussten nur einige Schritte gehen, um die Höhle zu erreichen. Bei Flut lag der Eingang unter Wasser, deshalb hatten die Kadaner weiter oben eine kleine Öffnung erweitert, sodass man auch bei Flut über eine Leiter, in die Höhle steigen konnte. Da jetzt gerade jedoch Ebbe herrschte, konnten sie den bequemeren Weg in die Höhle benutzen.
Im Inneren erweiterte sich die Höhle, und man musste über Steine hochsteigen, um zur Fundstätte zu gelangen. Kadaner arbeiten an einer Wand und waren dabei die Schriftzeichen abzuzeichnen, zu fotografieren oder vom Dreck und Staub vergangener Jahrhunderte zu befreien.
Als die Neuankömmlinge bemerkt wurden, näherte sich ihnen einer der Arbeiter, um sie zu begrüßen: „Willkommen auf Kadar, Forscher von den Sternen. Ich bin Willan, der Leiter dieser archäologischen Fundstätte. Vielleicht könnt ihr uns helfen? Wir haben solche Zeichen noch nie gesehen. Sie stammen nicht von unseren Vorfahren.“
„Wenn wir können, helfen wir gerne“, erwiderte Ruth und blickte sich neugierig um. Sie trat näher an die Mauer heran und studierte sie aufmerksam von oben nach unten.
Nach einer Weile fragte Willan: „Können Sie diese Zeichen lesen?“
„So schnell auch nicht, aber ich erkenne die Schriftzeichen. Mein amerikanischer Kollege, Daniel Jackson, hat diese Zeichen von dem Planeten gebracht, den er Heliopolis nannte. Ich habe sie zusammen mit Daniel studiert. Es ist die Schrift der Antiker, der Erbauer der Sternentore. Wenn Sie mir etwas Zeit lassen, kann ich sie vielleicht übersetzen.“
„Sie bekommen diese Zeit, Ruth“, sagte Major Lorne. „Mein Team und ich werden in die Stadt zurückkehren und dort die Verhandlungen im Namen der Erde aufnehmen. Sie und Doktor Carter können solange hier bleiben.“
„Einverstanden, Major“, sagte Sam. Auch wenn sie selbst nicht die Schriftzeichen übersetzen konnte, gab es vielleicht noch andere Sachen in der Höhle zu finden. Technik, die sie studieren konnte, ihr Fachgebiet.
Lorne sah den beiden Frauen noch einen Augenblick zu und schüttelte dann den Kopf. „Wissenschaftler, die sind alle gleich.“ Dann ging er nach draußen, um sich und den Rest seines Teams in die Stadt zurückbringen zu lassen.
Fortsetzung folgt |
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