BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier
Das Tor in phantastische Welten
FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!


 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 


Heracles


Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Longstory
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 14:09    Titel: Heracles Antworten mit Zitat

Titel: Heracles
Autor: Selana
Rating: PG-13
Inhalt: Die Story spielt auf einer alternativen Erde – unterscheidet sich aber nur in einigen Details von unserer Erde. So ist Carter zwar Mitglied von SG-1, gehört aber nicht dem Militär an. Carter ist mit O’Neill verlobt. Sie trug auch nicht Jolinar in sich. Die Geschichte spielt kurz nachdem Apophis die Erde angriff, was auch hier erfolgreich abgewehrt werden konnte. Die Tok’ra sind noch nicht bekannt. Diese Geschichte erzählt wie der Kontakt mit den Tok’ra zustande kommt.
Disclaimer: Stargate Atlantis und SG-1 und alle Stargate Charakteure sind Eigentum von MGM/UA, Double Secret Productions, Gekko Productions und dem SciFi Channel. Diese FanFiction wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.



Teil 1


Cheyenne Mountain Complex
Stützpunkt des Stargates



"Ich denke damit ist Ihre neue Mission geklärt", sagte General Hammond und blickte gespannt in die Runde.

"Sir", O'Neill machte kein sehr begeistertes Gesicht. "Glauben Sie wirklich, daß es auf P3M669 etwas zu holen gibt? Das alles sieht sehr undurchsichtig aus - und viel zu leicht. Wie lange suchen wir schon ohne Erfolg nach geeigneten Technologien? Und nun fällt uns das alles auf einmal in den Schoß?" Er dachte noch mit Schrecken an das Ereignis vor einem Monat zurück, als Apophis versucht hatte die Erde zu vernichten.

"Colonel, es ist uns nicht in den Schoß gefallen, wie Sie es so geistreich ausdrücken, sondern es ist das Ergebnis einer langen Suche." Hammond war nicht bereit länger zu diskutieren. "Ihre nächste Mission geht nach P3M669."

"Wenn wir schon nach P3M669 gehen, sollten wir uns das Video, daß Ferretti mitgebracht hat nochmals ansehen", verlangte O'Neill und sah den General an.

Hammond gab etwas nach. "SG-2 brachte eindeutige Beweise mit, daß dort eine Basis von Apophis ist. Und anscheinend wurde sie erst vor kurzem verlassen. Eine solche Gelegenheit neue Technologien zu erbeuten, dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Nach Apophis Angriff auf die Erde befürchte ich das schlimmste. Er wird niemals aufgeben."

Dem mußte O'Neill zustimmen: "Sie haben recht, Sir. Apophis ist sehr nachtragend. Und wir haben ihn mehr als verärgert. Und gerade deshalb vermute ich hinter der Sache eine Falle.

"Sie sind zu mißtrauisch, Jack", meinte der General.

"Lieber mißtrauisch als tot", erklärte O'Neill. Jack wußte selbst nicht, warum er so gegen diesen Einsatz war. Ein inneres Gefühl warnte ihn, und das hatte nichts mit Feigheit zu tun. Zu oft hatte er schon dem Tod in vielerlei Form ins Auge gesehen, um ihn noch groß zu fürchten. Er lebte gerne und wollte nicht sterben, aber das Risiko gehörte nun einmal zum Los eines Soldaten. Doch diesmal war es anders...

Hammond wandte sich an einen Wach-Soldaten. "Schalten Sie das Video ein, Soldat."

Auf dem Video sahen sie wie SG-2, unter dem Kommando von Major Ferretti, die angeblichen Beweise fand. Wie üblich hatte ein Mitglied des Teams alles aufgezeichnet. Die Mannschaft von SG-2 stand vor einem futuristisch aussehenden Gebäude - drei riesige Pyramiden, die mit durchsichtigen Röhren miteinander verbunden waren. In einiger Entfernung waren kreisrunde betonierte Flächen zu erkennen. Landeplätze für Raumschiffe?
SG-2 näherte sich mit gebührender Vorsicht den Gebäuden. O'Neill erwartete unwillkürlich, daß jeden Augenblick Horden von Jaffa aus dem Gebäude stürzten und die Menschen töteten oder zumindest gefangen nahmen Doch nichts geschah. Ferretti und seine Leute betraten die erste Pyramide.

Als Ferretti die Vorhalle betrat war O'Neill enttäuscht. Es sah aus wie in jedem Büro-Gebäude auf der Erde. Die Beschriftungen waren natürlich in einer unbekannten Sprache verfaßt, die Teal'c als einen Goa'uld-Dialekt entzifferte. SG-2 irrte deshalb einige Zeit im Gebäude umher. Schließlich fanden sie Laborräume, die voll gestopft mit fremdartigen Gegenständen und Geräten waren. Ferretti und seine Leute untersuchten alles. Als sie schließlich das Gebäude verließen, nahmen sie einige der herumliegenden Geräte zur Untersuchung auf die Erde mit.

"Und das ließen die Goa'uld einfach zurück?" O'Neill wurde immer mißtrauischer.

Hammond achtete nicht auf O'Neills erneuten Einwand: "Es sieht so aus, Colonel. Warum fragen Sie nach dem Grund? Wir nützen die Situation einfach aus und holen uns die Sachen."

"Sir! Warum sollte Apophis einen solchen Stützpunkt aufgeben?" Hilfe suchend sah sich O'Neill zu Teal'c um, doch der Jaffa zuckte nur mit den Schultern. So wandte sich Jack wieder an Hammond. "Ich will versuchen es Ihnen zu erklären, Sir. Es ist eine innere Stimme, die mir sagt, daß P3M669 nicht der richtige Ort ist." Er verstand selbst nicht genau, was ihn dazu brachte das zu sagen.

"Sie verlangen von mir auf ein Gefühl zu hören? Langsam denke ich, daß Sie verrückt sind, Colonel", meinte Hammond.

"Sehr beruhigend, Sir", meinte O'Neill. "Es ehrt mich ungeheuer, daß Sie so von mir denken."

Hammond grinste den Colonel an, denn selbstverständlich zweifelte er nicht an O'Neills Geisteszustand. "Wir haben sämtliche Vorkehrungen zu Ihrer Sicherheit getroffen. Die vorausgeschickte Sonde hat keine Gefahr erkennen lassen. Das Stargate steht in einer verlassenen Gegend. Sie können das Tor ohne Gefahr passieren und den Stützpunkt aufsuchen. Sobald Sie drüben sind, schicken wir Ihnen Verstärkung und Material hinterher. Und nun Ende der Diskussion. Sie starten in einigen Stunden. Sie können gehen."

SG-1 verließ geschlossen den Konferenzraum. "Was ist mit dem General los?" fragte Carter.

"So kenne ich ihn gar nicht."

O'Neill zuckte mit den Schultern. "Der General ist besessen von dieser Idee von P3M669 diese Technologien zu holen. Er befürchtet einen neuen Angriff der Goa'uld auf die Erde. Doch nun sollten wir uns umziehen. Wir starten in Kürze."


P3M669
Einige Stunden später


Überrascht drehte sich Jack O'Neill um die eigene Achse, während sich hinter ihm das Stargate mit einem endgültigen Laut schloß. Seine Begleiter Carter, Jackson und Teal'c hatten vor ihm das Tor passiert und Jack bemerkte, daß sie sich genauso überrascht umblickten wie er.

"Jack", Carter kam zu ihm und machte eine alles umfassende Geste. "Das ist doch niemals der Planet auf dem Video."

O'Neill stimmte ihr zu. "Es sieht total anders aus und ehrlich gesagt, gefällt mir das gar nicht."

"Du denkst dasselbe wie ich?" fragend sah Carter den Colonel an. "Ich glaube du hattest recht mit deinem Pessimismus dem General gegenüber." Sie strich sich nachdenklich über ihr langes, zu einem Zopf gebundenes Haar.

O'Neill stimmte ihr zu. "Das riecht wirklich nach einer Falle. Wir brechen das Unternehmen sofort ab." O'Neill warf einen kurzen Blick in den blauen Himmel und dann auf Jackson, der das ganze wie üblich mit seiner Kamera aufzeichnete.

Inzwischen hätte die Verstärkung und der Nachschub angekommen sein müssen. Das dies nicht geschah, bestärkte Jack in seinem Entschluß das Unternehmen auf der Stelle abzubrechen. Und das nicht nur, weil er von Anfang an gegen die Mission auf P3M669 gewesen war.

Daniel bemerkte, daß O'Neill ihn beobachtete und zuckte mit den Achseln. "Ich habe keine Erklärung dafür, Jack."

Auf dem Video hatte das Stargate in einer Gebirgslandschaft gestanden. Steine und Geröll hatte den Platz umgeben - und keine Grasebene.

"Eine Fehlfunktion des Stargates? Oder ein Fehler beim Wählen von P3M669?" sagte Sam.

"Und wir sind auf einem anderen Planeten gelandet?"

"Ich kann mir nicht vorstellen, daß unseren Leuten ein solcher Fehler unterlaufen ist", verteidigte Daniel die Techniker. "Wir sollten uns umsehen, da wir nun schon hier sind."

"Negativ", bestimmte O'Neill. "Wir brechen ab und kehren zur Erde zurück."

"Aber, Jack! Wir..."

"Keine Widerrede, das ist ein Befehl. Wir wissen doch gar nicht, wo wir gelandet sind. Was das für ein Platz ist. Wir gehen nach Hause."

Etwas wiederstrebend stimmte Jackson zu. Manchmal war Jack übervorsichtig. Doch andererseits war O'Neill für ihr aller Leben verantwortlich - und er war derjenige der bestimmte.

Sie hatten sich inzwischen etwa fünfhundert Meter vom Sternentor entfernt.

"O'Neill...!"

Jack sah Teal'c fragend an. Der Jaffa hatte den Himmel beobachtet und zeigte nun nach oben. O'Neill folgte mit den Augen seiner ausgestreckten Hand und sah zwei winzige Punkte am Himmel, die rasend schnell größer wurden.

"Kampfgleiter der Goa'uld. Wir müssen uns beeilen!“ rief Teal'c besorgt.

„Lauft!“ befahl O’Neill.

Während das Team auf das Sternentor zulief, versuchte O'Neill den Rückzug seiner Freunde zu decken. Er packte den tragbaren Raketenwerfer aus, den sie zum Glück mitgenommen hatten. Kawalsky hatte damit auf Chulak Erfolg gehabt. O'Neill richtete die Mündung auf den vordersten Kampfgleiter und die Rakete suchte sich ihr Ziel. Der Gleiter explodierte und O'Neill mußte zur Seite springen, um nicht von den herumfliegenden Trümmern getroffen zu werden.

"Ja!" O'Neill stieß einen Triumpfschrei aus, doch die Freude währte nicht lange. Er hatte keine Zeit eine weiter Rakete einzulegen, denn der zweite Gleiter deckte ihn mit Dauerfeuer ein. Die Welt um ihn schien in einem Inferno unterzugehen, doch seltsamerweise traf ihn kein einziger Schuß. Diese Teufel wollten ihn lebend.

Jackson, Teal'c und Carter hatten inzwischen die Hälfte der Strecke zurückgelegt. O'Neill's Ablenkung hatte geholfen, da er die Aufmerksamkeit des letzten Gleiters auf sich gelenkt hatte.

Carter hatte einen Blick zurückgeworfen und als einzige bemerkt, daß O'Neill zurückgeblieben war, um ihre Flucht zu decken und war umgekehrt.

"Sam, verflucht!" rief Jack der Frau zu, als er sie entdeckte, während der Gleiter einen neuen Anflug machte. "Warum kommst du zurück?"

"Ich wollte dir helfen!" rief Carter zurück und beobachtete wie der Gleiter erneut zum Angriff ansetzte. Sie hob ihre Waffe. Obwohl sie Wissenschaftlerin war hatte die Zeit bei SG-1 sie gelehrt mit einer Waffe umzugehen. Da ging es ihr nicht anders als Daniel. "Wir sollten ebenfalls verschwinden, Jack!"

O'Neill warf einen Blick auf den Gleiter und stimmte Carter zu. Die Maschine brauste über sie hinweg und zwang die beiden erneut sich auf den Boden zu werfen. Als sie aufsahen kehrte der Gleiter schon zurück, doch diesmal feuerte er nicht auf sie. In geringer Höhe schwebte er über ihnen. Die Energieringe des Materietransmitters schossen aus dem Gleiter und spuckte viele Schlangenkrieger Apophis aus - genau zwischen dem Sternentor und ihnen. Sie schnitten O'Neill und Carter damit den Fluchtweg ab.

O'Neill sah sich um, doch eine Flucht war unmöglich. Zu viele Energie-Waffen waren auf sie gerichtet. Er hoffte, daß wenigstens den anderen die Flucht gelungen war.

Jack wußte, wann es besser war aufzugeben. Seine Waffe fiel mit einem dumpfen Laut zu Boden und Carter folgte seinem Beispiel. Weiter zu kämpfen wäre Selbstmord gewesen. Sie hoben beide die Hände, als sich der Kreis der Jaffa-Krieger um sie schloß.

„Ich hasse es, wenn das passiert“, sagte Jack.

Die Krieger nahmen ihnen sämtliche Ausrüstungsgegenstände ab. Der Kreis öffnete sich und ein Mann, eigentlich noch ein Junge, trat auf sie zu. Er trug ein weit fallendes goldrotes Gewand mit einem Umhang, seine langen Haare hatte er zusammengebunden.

O'Neill konnte nicht glauben, was er sah. Seine innere Wut über die Gefangennahme dämpfte sich etwas: "Skaara!"

Sein ehemaliger Schützling von Abydos sah ihn ausdruckslos an: "Mein Name ist Klorel, wie du sicher noch weißt, Tau`ri." Sein Gesicht verzog sich zu einem höhnischen Grinsen. "Ich freue mich dich wieder sehen." Nichts an ihm, keine Geste, keine Regung seines Gesichtes erinnerte an O'Neills jungen Freund. "Mein Vater hat diese Falle für euch aufgestellt - und ihr seid blind darauf hereingefallen."

Darauf wußte O'Neill nichts zu erwidern. Er blickte Skaara ausdruckslos an, denn seit ihrer ersten Begegnung an Bord von Skaaras Raumschiff vor einem Monat wußte er, daß im inneren dieses Körpers Skaara noch existierte.

"Du sprichst von Apophis? Er ist nicht dein Vater. Skaara, ich bitte dich", versuchte Jack es nochmals. "Wir waren Freunde." Es war mehr als das gewesen. O'Neill hatte in dem Jungen seinen Pflegesohn gesehen. Jack schwor alles zu tun, um Skaara zurückzuholen. Wenn es ihm gelang Skaara zu entführen, konnte er vielleicht gerettet werden.

"Du verschwendest deinen Atem, Mensch", unterbrach Klorel/Skaara seinen Gedankengang. "Dieser Körper gehört jetzt mir und von dem ehemaligen Sklaven, wird bald nichts mehr übrig sein. Er geniest meinen Schutz."

"Du lügst. Skaara will seinen Körper zurückhaben. Er haßt und verachtet dich", widersprach O'Neill.

Ein Jaffa erschien und lenkte Klorel ab. Carter flüsterte O'Neill zu. "Gib es auf, Jack. Das ist nicht mehr Skaara."

"Ich kann nicht aufgeben, Sam", gab O'Neill leise zurück.

Carter verzog ihr Gesicht. Natürlich verstand sie den Colonel, doch in ihren Augen trübte sich sein sonst so klarer Verstand, weil es um Skaara ging.

"Teal’c und Daniel scheinen entkommen zu sein. Das erkenne ich an Skaaras wütendem Gesichtsausdruck", vermutete O'Neill, der Klorel nicht aus den Augen gelassen hatte.

Der Goa'uld wandte sich erneut seinen Gefangenen zu. "Deine Freunde hatten Glück. Doch wir haben wenigstens euch zwei. Apophis wird erfreut sein. Wir begeben uns nun auf unseren Stützpunkt." Er gab seinen Jaffa ein Zeichen. O'Neill und Carter wurden gepackt und zu dem Gleiter geschafft. Mit Hilfe des Materietransmitters betragen sie das Schiff - und nur wenig später verschwand der Gleiter im klaren Himmel des Planeten.

Daniel Jackson erreichte als erster den Anwählcomputer und gab ohne zu zögern die Koordinaten der Erde ein. Von den angreifenden Gleitern ließ er sich nicht ablenkten. Als er das siebte Zeichen eingab und auf den großen roten Kristall drückte und sich das Wurmloch aufbaute, sah er das erste Mal auf. Erst da bemerkte er, daß O’Neill und Carter zurückgeblieben waren. Auch Teal’c hatte es nicht bemerkt, denn der stand schon auf der Treppe direkt vor dem blauweißen Wabern des Sternentores.

„Teal’c! Verdammt! Warum sind die beiden zurückgeblieben?“ Daniel blickte auf die sich nähernden Schlangenkrieger, die das Tor einkreisten. Direkt neben ihm schlug ein Schuß ein. Wenn sie entkommen wollten mußten sie nun durch das Tor treten oder es war zu spät.

„Sie wollten uns die Flucht ermöglichen“, vermutete Teal’c. „Und du solltest auch kommen, sonst sind wir auch gleich Gefangene von Apophis. Und damit ist keinem gedient. Wir kehren mit Verstärkung zurück und befreien Colonel O’Neill und Doktor Carter.“

Daniel blickte wütend in das Gesicht seines Freundes. "Wie kannst du daran denken zu fliehen? Ich dachte Jack wäre dein Freund?"

"O'Neill ist mein Freund, doch unsere Gefangennahme hilft ihm nicht", erklärte Teal'c knapp. Er trat den letzten Schritt durch das Sternentor und verschwand.

Daniel blickte Teal'c hinterher. Wollte er fliehen mußte er Teal’c jetzt folgen, doch er hatte den Anführer der Jaffa erkannt – Skaara/Klorel. Und wo er war, war auch Sha’re nicht weit. So beschloß Daniel stehen zubleiben und sah zu, wie sich das Sternentor hinter Teal’c schloß. Wenigstens einer war gerettet und konnte für Hilfe sorgen. Teal’c hatte ganz recht gehabt, das erkannte Daniel jetzt.

Daniel hob schnell die Hände, als die Schlangenkrieger ihn erreichten: "Nicht schießen, ich ergebe mich."

Die Jaffa musterten ihn mißtrauisch und durchsuchten ihn nach Waffen. Daniel wurde ebenfalls in einen Gleiter gebracht. Es war ihm egal, daß die Krieger dabei nicht gerade sanft mit ihm umgingen. Er spürte das gar nicht, denn seine Gedanken weilten bei Sha're. Er hoffte sie wieder zu sehen. Vielleicht würde er es schaffen den Funken menschlichen Geistes in ihr zu entzünden und wieder zur lodernden Flamme werden zu lassen.

Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Colonel Maybourne
Leser


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 66
Wohnort: Im Harz

BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hey. Du hast ja eine meine Lieblingsgeschichten gebracht. Ich mochte Heracles schon immer.
Obwohl ich mich an den Anfang gar nicht mehr erinnern konnte.
Trotzdem war er sehr gut gewesen.

Bringst du eigentlich jetzt den kompletten Heracles Zyclus noch mal?
Wäre echt cool. Smilie


P.S: Die Raketenwerfer kann man nicht nachladen. Mit den Augen rollen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 19.10.2007, 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm hört sich ganz gut an. Das ist dann aber definit ie letzte Geschichte die ich parallel lese. Das sind schon unzählige geworden.

Hmm hat mir ganz gut gefallen. O'Neill und Sam in den Händen des Feindes. Daniel ja uch nicht zu vergessen. *schauder*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 20.10.2007, 08:08    Titel: Antworten mit Zitat

Colonel Maybourne: Schön, dass du auch hier nochmals mitlesen willst. Freue mich über jeden Post.

Felix: Keine Sorge, mehr bringe ich hier nicht. Aber die Atlantis-Story ist so lang, da dachte ich mir als kleinen Ausgleich auch was zu SG-1 zu bringen. Würde mich freuen, wenn du weiter lesen würdest.


Teil 2


Der Gleiter, in dem sich O'Neill und Carter befanden, war größer als die normalen kleinen Angriffsgleiter der Goa'uld. In einer Ecke befanden sich noch einige Kisten und Container. Jack vermutete deshalb, dass dieses Flugzeug zusätzlich als Frachttransporter diente.

Carter und er saßen in der Mitte, bedroht von den Stabwaffen und einigen Zatnickatel, die O'Neill in Gedanken noch immer Zat-Kanone nannte. Schon einmal hatte er mit den Handstrahlern, in Form einer Schlange unliebsame Bekanntschaft gemacht. Das war vor einem Monat gewesen, als Apophis Raumschiffe die Erde angriffen und SG-1 sich an Bord von Skaaras Schiff geschlichen hatten. Und nur Bra'Tak, dem alten Lehrer von Teal'c, war es zu verdanken, dass sie alle noch lebten.

Die Frage war allerdings - wie lange noch?

O'Neill spürte, wie der Gleiter langsamer wurde. Er warf seiner Verlobten einen aufmunternden Blick zu, den die junge Frau erwiderte - sie landeten.

Die Jaffa trieben die beiden über eine Rampe nach draußen. O'Neill kniff vor Überraschung die Augen zusammen. Vor ihnen erstreckte sich eine Stadt größeren Ausmaßes. Bisher hatten sie auf den verschiedenen Planeten fast ausschließlich primitive Dörfer angetroffen, mit Ausnahme der fliegenden Städte der Nox, doch dies war eine moderne Großstadt, auch wenn die Bauweise - Pyramiden in unterschiedlicher Größe, gewöhnungsbedürftig aussahen. Zwischen den Pyramiden flogen Gleiter umher, am Boden bewegten sich auf breiten Straßen Transportfahrzeuge. O'Neill begriff sofort, dass sie zum ersten Mal eine Stadt der Goa'uld sahen. Ihr Gleiter war direkt vor einem der größeren Pyramidenbauten gelandet.

"Das muss eine Stadt der Goa'uld sein", flüstere Carter ebenso beeindruckt und bewies damit, dass sie gerade das gleiche wie O'Neill gedacht hatte.

"Schlangennest trifft wohl eher zu", gab O'Neill leise zurück. Er drückte beruhigend ihren Arm.

"Ruhe!" Der Schlag traf ihn von hinten. "Du hast nur zu reden, wenn du gefragt wirst."

O'Neill warf dem Schlangenkrieger einen bösen Blick zu, doch dieser grinste ihn nur erwartungsvoll an. Er wartete darauf, dass Jack sich wehrte. Doch der Colonel dachte nicht daran ihm diesen Gefallen zu tun. Ihre Chance zur Flucht würde noch kommen.

Man führte sie über das kleine Landefeld zu der Pyramide. Im Inneren wurden sie von einer Frau Mitte dreißig und einer Gruppe Schlangenkrieger erwartet. Die Frau trug auffallend bunte Kleider, überwiegend im Rot-Ton. Bei jeder Bewegung glitzerten die bunten, im Stoff eingewebten Schmucksteine oder Paletten. Dies war ohne Zweifel eine Goa'uld. Die Goa'uld liebten bunte Bekleidung. Ihr Haar war schwarz und lang - sie musterte die beiden Gefangenen gründlich.

"Ich bin Talena. Ihr seid also die Menschen von diesem Aufrührer-Planeten? Erstaunlich, ihr seht nicht anders aus, als die Menschensklaven, die ich bisher kennen lernte." Ihre Stimme klang tief und hart und passte nicht zu ihrem äußeren Erscheinungsbild. Das war allerdings bei allen Goa'uld so.

Der Blick der Frau blieb auf O'Neill haften, nachdem sie Carter lange gemustert hatte. "Der Ausdruck in euren Augen ist allerdings anders", meinte sie dann. "Ich erkenne Angst darin, doch auch den Willen, diese nicht zu zeigen." Sie sprach jetzt zu Jack: "Nenn mir deinen Namen."

"Colonel Jack O'Neill", antwortete er. Warum sollte er ihn verschweigen. Er zeigte auf Carter. "Und das ist Doktor Samantha Carter."

"Seltsame Namen", erwiderte die Goa'uld.

"Eigentlich ist mein Name nur Jack O’Neill. Colonel ist ein militärischer Rang.“

Die Goa'uld grinste hinterhältig. "Dann bist du ein Krieger wie unsere Jaffa?"

O'Neill nickte knapp.

Carter stieß ihn leicht an. "Vorsicht, Jack, sie hat etwas vor."

Die Goa'uld hatte gute Ohren. "Deine Begleiterin ist sehr schlau. Ich suche noch einen passenden Wirt für einen der unseren. Er ist mein Gefährte und sein Wirt ist leider gestorben. Selbst unsere Heilkräfte konnten ihn nicht mehr retten. Und ein Sarkophag stand leider nicht zur Verfügung." Sie musterte Jack noch einmal von oben bis unten. "Der alte Wirt gefiel mir, aber du gefällst mir noch besser."

O'Neill konnte nicht verhindern, dass er blass wurde. Die Frau stieß ein hässliches Lachen aus. "Bringt sie fort, doch behandelt den Mann gut. Er wird bald euer Herr sein. Ich muss nur noch Lord Klorel überzeugen, dass er ihn mir gibt."

Mit dieser nicht gerade erfreulichen Aussicht, als Wirt für einen dieser Parasiten zu dienen, wurden sie fortgebracht.

"Jack", versuchte Carter es abzuschwächen, "noch ist nicht alles verloren. Wir werden von hier fliehen."

Jack schüttelte den Kopf. "Diesmal sitzen wir wirklich in der Tinte, Sam."

"An Bord von Klorels Raumschiff waren wir in einer ähnlichen Situation. Damals hast du uns aufgefordert nicht aufzugeben."

O'Neill lächelte wieder. "Du hast wie immer Recht, Sam. So lange ich lebe, werde ich kämpfen." Er nahm sie in die Arme und sie setzten sich in einander verschlungen auf den Boden.

Carter atmete erleichtert auf, denn ein pessimistischer O'Neill war das letzte, dass sie in einer solchen Situation gebrauchen konnten. Außerdem liebte sie diesen Sturkopf über alles.

Sie hingen beide ihren Gedanken nach, als das öffnen der Tür sie aufschreckte. O'Neill war nicht bereit sich kampflos zu ergeben. Doch noch kam niemand um ihn zu holen. Es war ein weiterer Gefangener, welcher in ihren Raum gestoßen wurde. "Daniel!" O'Neill war enttäuscht. Also hatte man die anderen doch gefangen. "Wo ist Teal'c?"

"Auf der Erde. Ich habe mich freiwillig einfangen lassen", erklärte Jackson.

"Bist du verrückt geworden? Warum machst du immer so einen Blödsinn?" fragte O'Neill entgeistert.

"Sha're", antworte Daniel nur.

"Ach, und du dachtest sie wäre hier? Das ist Unsinn, Daniel. Warum bist du nur so dämlich gewesen?" fuhr O'Neill ihn an. "Das einzige, was du damit erreichst ist, als Wirt für diese Ungeheuer zu dienen."

Daniel zuckte bedauernd mit den Achseln. "Inzwischen glaube ich auch, dass es keine gute Idee gewesen ist."

O'Neill hatte sich beruhigt und winkte ab. "Schon gut, Daniel. Vielleicht finden wir gemeinsam einen Ausweg."

Daniel ließ seinen Blick durch das Gefängnis schweifen, doch es gab keine Aussicht auf Flucht. Die Wände waren kahl und ohne Fenster. Die Tür schloss sich fugenlos in die Wand, und von ihrer Seite aus gab es keinen Öffnungsmechanismus. Der Raum selbst war leer - nicht einmal ein Stuhl oder eine Liege stand darin. So setzten sie sich auf den Boden und warteten.

Drei Stunden später hörten sie erneut Geräusche vor der Tür und schraken auf. Mit einem hässlichen Laut öffnete sich die Tür und drei Jaffas und die Goa'uld traten in den Raum.

Talena ließ ihren Blick von einem zum anderen wandern. Auf Daniel blieb ihr Blick einen Moment haften: "Wie ich sehe haben wir Zuwachs bekommen."

Daniel erwiderte ihren Blick trotzig. "Ich bin Daniel Jackson", stellte er sich vor.

Die Goa'uld sagte nichts. Ihr Blick ging weiter und blieb auf O'Neill haften. "Es ist soweit, Geliebter. Bald sind wir ein Paar."

O'Neill wich zurück. "Niemals! Du wirst mich töten müssen. Ich werde mich nicht kampflos ergeben."

"Du wirst, Talos!" Ihr Befehl galt dem Schlangenkrieger hinter ihr.

Der Jaffa trat vor und hob einen Handstrahler und drückte ab. Der Strahl traf jedoch nicht O'Neill sondern Carter, die mit einem Schmerzlaut zu Boden sank.

"Wenn Talos ein zweites Mal abdrückt ist sie tot. Also?" Als O'Neill einen Augenblick zögerte und verzweifelt auf Carter blickte: "Talos...!"

"Nein!" O'Neill trat vor. "Ich komme mit." Jack warf noch einen resignierten Blick auf Daniel, der neben Carter kniete und ihren Kopf in seinen Schoß genommen hatte. "Macht’s gut, ihr beiden."

"Jack...!" Daniels Ruf verklang, als O'Neill den Schlangenkriegern und Talena folgte.

Er wurde in einen angrenzenden Raum gebracht. Talena wandte sich an die Jaffa. "Geht alle! Das ist ein sehr persönlicher Moment. Nur Talos und Etan werden zu meinem Schutz bleiben und natürlich Kiros."

Kiros musste der Jaffa sein, der sich bei ihrem Eintritt von einem Stuhl erhoben hatte. "Es ist soweit, Knossos. Endlich werden wir wieder zusammen sein."

O'Neill sah, wie sich aus dem Bauch von Kiros eines dieser Monster hervorschob. Wie er diese Viecher hasste und nun sollte er eines dieser Monster in seinem Körper tragen?

Niemals!

Talena hatte ihn nicht aus den Augen gelassen, und als O'Neill sich bewegte, hob sie ihre Hand an der sie den Energiehandschuh trug. Der Strahl traf O'Neill und er konnte sich nicht mehr bewegen. Talena gab Talos und Etan ein Zeichen. Die beiden Diener stürzten sich auf O'Neill und hielten ihn fest. Er wurde zu Boden gedrückt. Kiros näherte sich ihm drohend. Der Goa'uld-Parasit in ihm zirpte schon ungeduldig. ER wollte endlich wieder seinen eigenen Wirt haben.

Talena hielt plötzlich eine Zatnickatel in der Hand. Weder Kiros noch Knossos begriffen, was mit ihnen geschah. Talena schoss dreimal auf ihn und der Schlangenkrieger löste sich mitsamt dem Parasiten auf.

O'Neill sah überrascht auf Talena. "Was soll das?"

"Auf diesen Moment habe ich lange gewartet und ich habe keine Zeit dir alles zu erklären, Tau'ri. Nur soviel – ich bin keine Goa’uld sondern eine Tok’ra. Wir verabscheuen alles, was die Goa’uld machen und leben in Koexistenz mit unseren Wirten."

„Natürlich!“ sagte O’Neill verächtlich. Er glaubte der Frau kein Wort. Positive Goa'uld? Wer hatte davon schon gehört?

Talena sprach weiter: "Ich brauche deine Hilfe. Ich möchte dich um einen Gefallen bitten."

"Du willst mich um einen Gefallen bitten?" fragte O'Neill misstrauisch. Seltsam benahm sich diese Goa’uld schon.

"Ich möchte, dass du jemanden für uns in Sicherheit bringst", erklärte die Goa'uld. O'Neill lag immer noch am Boden und wurde von den beiden Jaffa festgehalten. Der Druck der Hände lockerte sich keinen Augenblick.

Talena sah O'Neill bedeutsam an. Im Augenblick wirkte sie nicht bedrohlich sondern gehetzt. "Er ist wichtig für uns, und auch für euch Menschen von der Erde. Mein Freund muss sofort von hier verschwinden, und du sollst ihn an seinen Bestimmungsort bringen."

"Wer ist es? Und wie soll ich das machen? Außerdem sind wir Gefangene", warf O'Neill ein.

"Ich werde euch zur Flucht verhelfen. Mein Freund ist einer unserer Anführer. Er ging Apophis vor kurzem in die Falle, und ich suchte verzweifelt einen Weg um ihn zu befreien. Als Apophis dann den Plan entwarf um euch Tau'ri zu fangen sah ich meine Chance. Apophis ist sehr wütend auf euch. Noch nie haben ihm Menschen solche Schwierigkeiten bereitet und ihm sogar zwei seiner besten Schiffe vernichtet. Als er zurückkam schäumte er vor Wut und der Gedanken euch die Schmach heimzuzahlen beherrschte ihn völlig. Die anderen System-Lords lachten vor Schadenfreude und Apophis musste sich viel Hohn und Spott anhören. Das machte ihn noch rasender. Ich selbst arrangierte den Unfall, dem Knossos, mein geliebter Gefährte, zum Opfer fiel. Leider wurde nur sein Wirt getötet. Als treuer Gefolgsmann von Apophis bekommt er selbstverständlich einen neuen Wirt. Niemand wird mich verdächtigen. Es fiel mir leicht Knossos zu töten, da ich ihn insgeheim verabscheue. Du wirst anstelle von Knossos Heracles in dir tragen und in Sicherheit bringen."

O'Neill hatte dies geahnt und versuchte sich zu befreien, doch die Hände drückten ihn gnadenlos zu Boden. Talena hielt plötzlich ein kleines Gefäß in den Händen und schraubte den Verschluss auf.

"Tut mir leid, Jack, normalerweise nimmt kein Tok'ra einen Wirt gegen dessen Willen, doch wir haben diesmal keine Wahl. Aber ich verspreche dir, dass Heracles dich verlassen wird, sobald du ihn an seinen Bestimmungsort gebracht hast. Haltet ihn fest", befahl sie dann den Jaffa, die daraufhin O'Neill noch fester auf den Boden drückten."

"Nein!" O'Neill versuchte sich zu befreien, als das Wesen sich ihm näherte, doch er hatte keine Chance...

Es war ein seltsames Gefühl. Er war immer noch er selbst und doch...

"Ich danke dir, O'Neill", hörte er eine Stimme sagen. "Und ich entschuldige mich jetzt schon dafür, doch nun muss ich mir deinen Körper ausleihen."

O'Neill wurde schwindelig und alles wurde seltsam verschwommen. Er gab seinen Muskeln den Befehl zu gehen, doch nichts geschah. Sein eigener Körper gehorchte ihm nicht mehr. Und er begriff, dass der Goa'uld die Kontrolle über seinen Körper übernommen hatte. Es war, als würde er alles durch einen Schleier betrachten und doch sah und hörte er alles.

"Heracles, du verdammter..." O'Neill nahm seine ganze Willenskraft zusammen und versuchte gegen den Goa'uld anzukämpfen und einen Augenblick war ihm, als würde ihm sein Körper wieder gehorchen.

"Hör auf, O'Neill", sagte der Goa'uld unhörbar für die anderen. "Wenn du nicht sterben willst überlasse deinen Körper jetzt mir. Wir müssen zusammenarbeiten um zu überleben."

O'Neill sah Schlangenkrieger in den Raum zu Talena und ihm treten und hörte auf sich zu wehren. Er wusste, wann es besser war aufzugeben und bezog für den Augenblick die Position eines Beobachters.

An der Spitze der Schlangenkrieger stand Skaara und beobachtete ihn. Heracles/O'Neill verbeugte sich tief: "Mein Lord, Klorel."

Klorel nickte anerkennend und meinte: "Dein neuer Körper gefällt mir und es bereitet mir Genugtuung, ausgerechnet diesen Menschen als neuen Verbündeten zu sehen. Ich hoffe, du bereitest ihm große Pein bis sein Geist endgültig aufgibt und stirbt?"

"Wie mein Lord wünscht. O'Neill hat einen starken Willen, doch er kann mich niemals besiegen. Im Grunde sind die Tau'ri auch nur schwache Menschen."

Klorel nickte befriedigt.

"Mein Lord", mischte sich Talena ein. "Was geschieht mit den zwei anderen Menschen?"

"Sie werden ebenfalls Wirte werden. Lasst sie solange eingesperrt, aber passt gut auf sie auf", antwortete Klorel nach kurzem überlegen.

"Ich selbst werde dafür sorgen, mein Lord", Heracles verbeugte sich erneut vor dem jungen Goa'uld. "Darf ich fragen, wann mit Apophis Ankunft zu rechnen ist?"

Klorel sah ihn tiefgründig an: "Mein erhabener Vater wird in Kürze erwartet. Er ist noch mit anderem beschäftigt." Ohne ein weiteres Wort drehte sich Klorel um und ging inmitten seiner Leibgarde davon.

Heracles und Talena sahen ihm erleichtert hinterher. "Wir dürfen keine Zeit verschwenden", meinte Talena und sah Heracles an. "Du musst sofort in Sicherheit gebracht werden."

"Ich möchte, dass du mich begleitest. Es ist viel zu gefährlich für dich noch länger im Wirkungsbereich von Apophis zu bleiben", sagte Heracles.

Ihre Augen fingen an zu glühen, ein Zeichen dafür, dass Talena erregt war: "Du weißt genau, dass ich für unsere Sache hier viel mehr erreichen kann."

"Aber wenn ich mit den Menschen fliehe, wird dann nicht der Verdacht auf dich fallen? Klorel und auch Apophis werden dich umbringen", befürchtete Heracles.

"Nicht, wenn wir es geschickt anstellen. Still jetzt, wir erreichen gleich das Gefängnis der Menschen. Wir werden etwas Theater spielen." Talena wandte sich an ihre beiden Jaffa-Diener. "Ihr bleibt zurück, damit kein Verdacht auf euch fällt." Die beiden Diener gehorchten wortlos und verschwanden.

Die beiden Wächter sahen auf, als die beiden Goa'uld erschienen. Besonders Heracles/O'Neill erregt ihre Aufmerksamkeit, denn vor kurzem war er noch einer der Gefangenen gewesen.

Heracles Augen glühten vor Wut auf, als er die Energiewaffen auf sich gerichtet sah. "Ihr bedroht einen eurer Herren?" donnerte er die verdutzten Wächter an.

"Herr!" beeilte sich einer zu versichern. "Verzeih uns den Irrtum, aber wir hielten dich im ersten Moment für den Tau'ri."

"Ich verzeihe keinen Irrtum", herrschte der Goa'uld die Wachen an. Sein Schlangenstrahler hob sich und schleuderte zweimal seine Energie gegen die Wächter. Heracles feuerte noch einmal und tötete damit einen der Wächter. Den zweiten ließ er am Leben, als Zeuge des weiteren Geschehens.

"Vorwärts", herrschte er in gespielter Wut Talena an. "Öffne endlich die Tür". Er gab der Frau einen Stoß und schleuderte sie dicht neben den Jaffa.

"Hilf mir, Krieger", flehte sie den Wächter an. "Er will mich töten", doch der Krieger war noch zu keiner Aktion fähig. Er musste hilflos mit ansehen, wie der Mensch, den er für Knossos hielt, die Goa'uld hoch zerrte und mit einem brutalen Stoß an die Mauer neben dem Gefängnis schleuderte.

Mit bebenden Fingern betätigte sie den Öffnungsmechanismus und die Gefängniszelle öffnete sich. Der Mann hob eine der Energielanzen auf und richtete sie auf die Frau. Der Energiestrahl warf sie zu Boden, wo sie schwer verletzt liegen blieb.

Endlich konnte der Jaffa sich wieder bewegen und sprang auf. Heracles stürzte sich auf ihn zu und schlug mit dem Schacht der Lanze zu. Der Jaffa sank bewusstlos zu Boden.

Heracles war bei Talena und untersuchte sie. Sie konnte gerettet werden. Schnell betrat er das Gefängnis, wo ihn Carter und Daniel erstaunt ansahen.

"Dein Körper gehört wieder dir, O'Neill. Doch vergaß nicht, wenn du mich verrätst, sterben deine Freunde", hörte O'Neill die Gedanken und im nächsten Augenblick hatte er die Kontrolle über seinen Körper zurück.

„Ich dachte ihr verletzt oder tötet keine Menschen“, gab O’Neill.

„Wenn es notwendig ist, opfern wir uns sogar selbst“, klang es zurück.

Daraufhin zögerte O’Neill nicht länger, sondern winkte Carter und Daniel zu: "Worauf wartet ihr noch? Auf eine Extraeinladung? Wir müssen weg hier, bevor der ganze Planet auf unsere Flucht aufmerksam wird."

"Jack?" misstrauisch musterte Daniel sein Gegenüber.

Carter hatte weniger Hemmungen: "Bist du es wirklich, Jack? Ich dachte, ich würde dich als eines dieser Monster wieder sehen."

"Wie du siehst hast du dich geirrt, Sam. Ich bin immer noch ich selbst. Kommt jetzt! Ich erkläre alles unterwegs. Wir haben keine Zeit zu verlieren."

Die beiden folgten O'Neill nach draußen. Carter warf einen Blick auf die beiden Jaffa und auch auf die tote oder schwer verletzte Goa'uld. "Du hast sie getötet?"

"Ich hatte keine Wahl", erklärte O'Neill und lief weiter. Heracles gab die Richtung an und irgendwie wusste O'Neill, dass er dem Goa'uld im Moment vertrauen konnte.

"Ihr müsst den unterirdischen Kanal benutzen", riet Heracles. "Talena hat mir den genauen Weg gezeigt. Tue genau, was ich dir sage, dann haben wir eine gute Chance zu entkommen."

O'Neill wusste, dass sie im Moment keine andere Wahl hatten und befolgte die Anweisungen des Goa'uld. Es gab Wartungsschächte in den Wänden und an einem stoppte O'Neill. "Seht euch das an!" rief er seinen Freunden zu und tat, als wäre er durch Zufall auf den Schacht gestoßen.

Daniel sah hinein. "Das muss ein Wartungsschacht sein."

"Worauf wartest du dann noch?" fragte O'Neill. "Kriech hinein, wir folgen dir."

Daniel gehorchte und kroch hinein. O'Neill und Carter folgten ihm dichtauf. Die nächste halbe Stunde krochen sie keuchen und schweratmend durch unterirdische Anlagen. Der Geruch war manchmal unbeschreiblich und auch die Luft wurde immer schlechter. Mehrmals endete ihr Weg in einer Sackgasse und sie mussten umkehren. Doch immer wieder führte sie O'Neill unmerklich in die richtige Richtung. Für die anderen sah es aus, als wäre dies Zufall.

Nach einer kleinen Ewigkeit stießen sie auf das Ende eines schmalen Schachtes. Eine kleine Klappe bildete den Abschluss. O’Neill stieß mit den Füßen dagegen und die kleine Klappe fiel nach draußen. Frische und reine, wenn auch kalte Luft, schlug ihnen entgegen. Erleichtert atmeten sie diese ein. Nach der Enge der Gänge und dem schlechten Geruch war dies die reinste Wohltat für die strapazierten Lungen der drei Menschen.

O'Neill schwang sich nach draußen, dicht gefolgt von Carter und Daniel.

Carter sah sich um. Sie befanden sich in einem Abflußbecken der Kläranlage der großen Stadt. Dem Aussehen nach musste es sich aber um ein stillgelegtes Becken handeln. Die Wände waren mit Algen und Gewächsen bedeckt. Der Betonboden rissig und mit Löchern übersät.

O'Neill sah in den Himmel, der sich langsam grau zu färben begann. Wolken zogen auf und ein frischer Wind wehte ihnen um die Nasen. Alle drei schlossen ihre Jacken und zogen die Kragen der Kampfanzüge hoch. O'Neill gönnte ihnen keine Verschnaufpause sondern zeigte nach vorne. "Wir müssen da entlang, Leute", erklärte er. "Dort geht es hinaus und wir könnten in den nahen Bergen verschwinden."

O'Neill wollte sich aufrichten, doch Daniel hielt ihn zurück. Er sah ihm tief in die Augen und misstrauen war darin zu sehen: "Jack, ich rühre mich nicht von der Stelle, bevor du mir nicht erklärt hast, was passiert ist."

"Ich kann mir vorstellen, dass du misstrauisch bist, Daniel, doch glaube mir, ich bin wirklich O'Neill." Er sah seinen Freund beschwörend an.

Carter ergriff blitzschnell den Handstrahler, den O'Neill mit sich trug und richtete ihn auf Jack: "Tut mir leid, Jack, aber Daniel hat recht. Wer bist du? Jack oder eines dieser Ungeheuer?"


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 20.10.2007, 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ohej Jack's schlimmster Alptraum ist Wahrgeworden. Er ist ein Goa'Uld. Oder zumindest ein Tok'Ra. Hoffen wir mal, dass sie da heil rauskommen und so auch der Weg geeebnet ist, für die Tau'Ri-Tok'Ra Freundschaft. War ein gutes Kapitel.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Colonel Maybourne
Leser


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 66
Wohnort: Im Harz

BeitragVerfasst am: 20.10.2007, 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, kann man verstehen, dass sich Jack gegen einen Parasiten wert, wenn er noch keine Tok´Ra kennt.
Obwohl er die ja auch nie wirklich mochte. Winken

Zudem hast sehr gut die Orte beschrieben, auch wie Heracles zu O´Neill steht.

Bis dann.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 21.10.2007, 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, die Story kannte ich jetzt noch gar nicht. Ein Grund mehr, mal reinzulesen und zu gucken, was du noch so hast.

Ein Tok'ra, der gegen den Willen des Wirtes handelt? Dieser Herakles ist nicht gerade einer der feinfühligen Sorte, oder? Tztztz, das kann ja noch heiter werden - vor allem mit einem O'Neill, der die "Schlangen" ja generell nicht sonderlich mag.

Und du bewegst dich in einer Parallelwelt, in der Carter nicht zum Militär gehört und lange Haare hat - naja, zu letzterem Thema muß ich, denke ich, inzwischen nichts mehr sagen. Wäre sie bei ihrer pfiffigen Kurzhaarfrisur geblieben, die stand ihr besser *grusel*.

Dann warte ich mal gespannt auf die Forrsetzung!
Nach oben
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Hier kennen sie die Tok'ra ja noch nicht. So muss Jack ja das Schlimmste annehmen.

Colonel Maybourne: Er hat sich ja sogar gegen einen Tok'ra in der Serie gewehrt und nur zugestimmt wegen Carter. Und sein Misstrauen war dann ja auch berechtigt, auch wenn der sein Leben gerettet hat.

Hyndara: Schön, das du hier auch mitliest. Ja, bestimmt habe ich noch mehr, dass du nicht kennst. Aber hier bleibt es jetzt mal bei diesen, bis sie zu Ende sind. Heracles ist auch ziemlich lang. Herales hatte ja im Grunde keine andere Wahl. So hat er sich und auch Jack gerettet. Ähnlich wie Jolinar bei Carter in der Serie.

Doch nun geht es weiter.


Teil 3

"Ich bin O'Neill", erklärte Jack wahrheitsgetreu, denn im Moment stimmte das ja auch wirklich.

"Dann erzähle uns was passiert ist", verlangte Daniel.

"Glaubt ihr wirklich, dass es jetzt der richtige Moment ist?"

"Ja! Wir gehen hier nicht weg, bevor das nicht geklärt ist", meinte Carter.

Er seufzte laut, wusste aber gleichzeitig, dass er an ihrer Stelle nicht anders gehandelt hätte. "Wie ihr wollt", stimmte er zu. "Als die Krieger mich wegschleppten, um mich in einen Goa'uld zu verwandeln landete ich zuerst in einem Nebenraum. Doch plötzlich entstand Unruhe im Raum. Draußen musste Alarm ausgelöst worden sein. Es gelang mir die Frau als Geisel zu nehmen und zu fliehen. Die Krieger schloss ich ein. Ich kehrte zu euch zurück, doch draußen kam es zum Kampf mit den Wächtern. Ich tötete diese und die Goa'uld. Ehrlich gesagt, es tut mir gar nicht Leid um sie", log Jack. Innerlich kochte er vor Wut, weil er seine Freunde belügen musste, doch er wusste genau, dass der Goa'uld in ihm sonst die Herrschaft übernommen und Carter und Daniel getötet hätte. Nein, verbesserte er sich, er hätte sie getötet und das wollte er sich auf keinen Fall auf das Gewissen laden. Damit hätte er nicht leben wollen.

Es wunderte ihn sowieso, dass der Goa’uld ihn tatsächlich frei handeln ließ. Ob etwas Wahres an seinen Worten war? Nein, wahrscheinlich nur ein gemeiner Trick des Goa’uld.

"Du machst das sehr gut", lobte ihn Heracles, der jeden seiner Gedanken hörte. „Ich sage die Wahrheit. Deine Freunde werden dir glauben."

"Sei ruhig, du Ungeheuer", gab O'Neill gedanklich zurück. "Ich verabscheue und verfluche dich."

"Es tut mir leid, dass du mir nicht vertraust, O'Neill", klang das bedauerlich?

Er gab Daniel und Carters Blick zurück. Carter meinte schließlich:" Was denkst du, Daniel? Sollen wir ihm vertrauen?"

"Ich weiß nicht so recht. Die Flucht könnte so passiert sein."

Jack griff in seine Jacke und Sam hob drohend den Strahler: "Keine Dummheiten, Jack!" warnte sie ihn. „Ich liebe dich, doch wenn du ein Goa’uld bist, werde ich dich töten.“

"Schon gut, ich werde mich hüten", erwiderte O'Neill und holte das Goa'uld-Handschuh-Gerät heraus und gab es Carter. "Das habe ich ihr abgenommen."

Sie sah O'Neill an. Sie wollte ihm glauben, denn sie wollte ihn nicht verlieren und ihr Gefühl befahl ihr, ihm zu vertrauen. Trotzdem wollte sie vorsichtig sein. "Das klingt alles sehr unglaubwürdig, doch für den Moment werden wir dir glauben. Es ist wirklich vernünftiger von hier zu verschwinden. Die Waffe behalte ich aber besser."

"Damit du mich im Auge behalten kannst?" fragte O'Neill.

Carter zuckte mit den Schultern. "Falls du wirklich Jack bist entschuldige ich mich dafür, aber..."

Er blickte sie offenherzig an. Ein Blick den Sam kannte und sie für den Moment beruhigte. "Du handelst richtig, Sam. Ich würde selbst nicht anders handeln, wenn einer von euch geholt worden wäre. Deshalb gehe ich voran, und ihr könnt mich im Auge behalten, bis ihr überzeugt seid, dass ich wirklich der bin, der ich vorgebe zu sein", schlug O'Neill vor.

"Das ist ein akzeptables Angebot", stimmte Carter zu. "Also, geh voran, wir folgen."

O'Neill ging erbost voraus. Die Wut auf den Goa'uld in ihm wurde immer größer und sein Entschluss seinen Freunden die Wahrheit zu sagen wuchs. Der Goa'uld erkannte das und übernahm einen Moment die Kontrolle.

O'Neills Augen begannen zu glühen, doch da er voranging, sahen das seine Freunde nicht. O'Neill verlor die Kontrolle über seinen Körper und jeder Versuch Heracles zu bezwingen schlug fehl. "Versuch das nicht noch einmal, Jack", warnte ihn der Goa'uld. "Ich bin zwar Tok'ra, doch wenn nötig opfere ich auch ein Menschenleben, verstanden?"

"Ja!" gab O'Neill sich geschlagen. Im Moment war wirklich nicht der richtige Augenblick um den Kampf auszufechten. Im nächsten Moment spürte er, dass er die Kontrolle über seinen Körper zurückbekam.



In der Stadt der Goa'uld
Etwas vorher


Klorels Augen glühten auf. Außer sich vor Wut wandte er sich an den überlebenden Schlangenkrieger: "Du hast sie entkommen lassen. Dafür gibt es nur eine Strafe."

Der Schlangenkrieger zitterte vor Angst und flehte: "Mein Lord, ich konnte nichts dafür. Lord Knossos muss verrückt geworden sein. Er hat die Menschen befreit und Lady Talena tödlich verwundet."

"Du wagst es einen deiner Herren zu beschuldigen, um dein Versagen zu erklären?" Klorel hob die Hand mit der Energiewaffe.

"Herr, “ flehte der Krieger nochmals.“Ich schwöre, dass es die Wahrheit ist."

Tolan, der persönliche Diener von Talena, sah von seiner schwerverwundeten Herrin auf und wandte sich unterwürfig an Klorel: "Mein Lord, meine Herrin kann gerettet werden, wenn ihr erlaubt, dass wir sie sofort in eine Energiekammer legen."

Klorels Zorn wandte sich Tolan zu: "Warum warst du nicht bei deiner Herrin, um sie zu beschützen?"

"Lady Talena hat Etan und mich auf einen Botendienst geschickt. Wir kamen gerade davon zurück", log Etan. Er tat alles, was Talena von ihm verlangte und fragte nicht nach dem Grund.

Klorel beruhigte sich etwas. "Bringt Lady Talena in den Sarkophag. Wenn sie aufwacht habe ich einige Fragen an sie."

Tolan und Etan verbeugten sich tief und hoben die schwerverletzte Frau auf. Sie waren beide froh Klorels Einflussbereich verlassen zu können.

"Halt!" Klorels Ruf hielt sie auf.

"Mein Lord?"

"War es wirklich Lord Knossos, der die Menschen befreite?" wollte Klorel wissen.

"Kiros trug ihn in sich. Er nahm Besitz von diesem Menschen von der Erde", antwortete Tolan.

Klorel sah den Jaffa nachdenklich an. "Ihr könnt gehen." Dann wandte er sich wieder dem Schlangenkrieger zu. "Erzähl genau, was passiert ist."

Der Krieger beeilte sich alles genau zu erzählen, was er gesehen hatte. Klorel verstand nicht, was in Knossos gefahren war. Bisher war er einer der treuesten Anhänger seines verehrten Vaters gewesen.

Da erwartete ihn eine neue Hiobsbotschaft. Heracles Flucht war entdeckt worden. "Nein!" tobte der Goa'uld. "Mein Vater wird mich umbringen." Er wandte sich an die Schlangenkrieger. "Sucht ihn sofort. Und wagt ja nicht ohne ihn zurückzukommen. Ich dulde kein Versagen mehr."

Die Krieger eilten davon, froh, aus der Nähe des jungen Herrn zu kommen. Nur seine vier persönlichen Leibwächter blieben bei ihm. Seit dem Geschehen auf seinem Raumschiff ging er ohne Leibwache nirgends hin.

"Mein Lord, erlaubt ihr, dass ich etwas sage?" wagte einer von ihnen zu fragen.

Klorel sah auf den Schlangenkrieger. Sein Name war Dan'tan und er diente seit vielen Jahren in der Leibgarde Apophis. "Sprich", forderte ihn Klorel schon etwas ruhiger auf.

"Ist es möglich, mein Lord, dass es nicht Lord Knossos war, sondern..."

Überrascht sah Klorel seinen Krieger an. "Du bringst mich da auf einen Gedanken. Lady Talena wird einiges zu erklären haben, wenn sie wieder hergestellt ist."



Einige Stunden später
In den Bergen


"Und was machen wir jetzt? Wir sind tausende von Lichtjahren von zu Hause entfernt. Die einzige Fluchtmöglichkeit ist das Sternentor. Und ihr glaubt doch nicht, dass wir dadurch fliehen können?" Carter sah den Colonel an.

"Die Goa'uld haben die Technik des Sternentores so verändert, dass wir die Erde nicht mehr anwählen können", erklärte O'Neill.

"Woher weißt du das?" fragte Daniel und blickte O'Neill wieder misstrauisch an.

"Das hat mir die Goa'uld verraten, bevor sie mich in einen der ihren verwandeln wollte", erklärte O'Neill. "Und ich weiß, dass wir inzwischen alle Wirte wären, wenn wir die Chance zur Flucht nicht genützt hätten. Die Goa'uld haben ihre Falle gut aufgebaut. Und wir sind blind darauf hereingefallen. Apophis wollte uns - er hat uns bekommen."

"Wir waren zu leichtgläubig. General Hammond ist die letzte Zeit regelrecht versessen darauf neue Technologien zu erbeuten", meinte Daniel.

"Um bei einem erneuten Angriff der Goa'uld etwas Besseres in der Hand zu haben, als Glück", meinte Jack. "Denn nur Glück war es, dass es uns ermöglichte, den ersten Angriff Apophis auf die Erde abzuwehren. Oder glaubt einer von euch, dass es sein letzter Versuch war?"

Die beiden schüttelten betrübt den Kopf.

"Apophis wird es wieder versuchen", stimmte auch Heracles zu. "Er ist mehr als nachtragend."

"Sei still", gab O'Neill gedanklich zurück. "Ihr seid alle Monster und keiner von euch ist gutherzig."

Der Schmerz kam so überraschend, dass O'Neill zusammenzuckte. "Verhöhne und beleidige mich nicht, Mensch. Ich kann dein Gehirn zerquetschen, wie ihr eine Fliege zerquetscht. Vergiß das nie", warnte ihn Heracles und belehrte Jack damit, dass er trotz allem ein Goa'uld war. Ob Tok'ra oder nicht - es war ihnen nicht zu trauen.

Zum Glück hatte weder Carter noch Daniel sein Zusammenzucken bemerkt, denn die beiden sahen ins Tal hinunter. Sie hatten einen Bergrücken erklommen und erlaubten sich zum ersten Mal eine kleine Verschnaufpause.

Jack gab das Zeichen zum Aufbruch. "Wir gehen weiter. Vielleicht finden wir einen anderen Weg nach Hause."

"Was sollte das wohl sein?" Daniel war schlechter Laune wegen Sha're - weil er keine Gelegenheit gehabt hatte nach ihr zu suchen. Und er ließ seine schlechte Laune an den beiden aus.

Jack übersah das, denn er fühlte wegen Skaara dasselbe. Der Junge war für ihn im Moment verloren. Das bedeutete aber nicht, dass er einfach aufgab. Jack dachte an Kynthia, die in der Welt der Erwählten lebte, und ihn gelehrt hatte, dass jeder Augenblick des Lebens kostbar war und man ihn einfach leben musste. Außerdem wussten sie nun, dass ein Goa'uld den Wirtskörper verlassen konnte ohne den Menschen zu töten. O'Neill hoffte zumindest, dass Heracles und Talena die Wahrheit gesagt hatten, denn sonst war er gezwungen, als Goa'uld zu leben.

"Es ist die Wahrheit", beruhigte ihn Heracles. "Du hast mein Versprechen, O'Neill. Sobald wir an meinem Bestimmungsort sind, werde ich deinen Körper verlassen und mir einen anderen Wirt suchen."

O'Neill hoffte von ganzem Herzen, dass Heracles die Wahrheit sprach, denn so wollte er nicht leben. Die nächsten Stunden zogen sie weiter durch das Gebirge. Es war Wind aufgekommen und die Wolken hatten sich zusammengezogen. O'Neill warf einen besorgten Blick in den Himmel. Wenn das Wetter umschlug, konnte das in den Bergen gefährlich werden. Für Bergtouren waren sie nicht ausgerüstet.

Einige Male versteckten sie sich, als in großer Höhe die Kampfgleiter der Goa'uld über sie hinweg flogen. Skaara musste sehr wütend sein, dass sie ihm entkommen waren - und dann auch noch Heracles mitgenommen hatten.

"Deckung!" rief Daniel, als erneut der raubvogelartige Schatten eines Goa'uld-Gleiters über sie hinweg zog. Diesmal jedoch ziemlich nahe.

"Das war knapp", meinte Carter. "Ob sie uns gesehen haben?"
"Ich glaube nicht", antwortete Daniel. "Sie hätten sofort das Feuer auf uns eröffnet."

Jack sah den Schatten nachdenklich hinterher. Etwas an ihm war anders gewesen als sonst. Langsam stand er auf und umging den Felsen, der ihm als Deckung gedient hatte. Der Pfad, dem sie folgten war breit, links ging es steil den Berg hinunter. In diesem Moment lugte für einen Augenblick die Sonne hinter den Wolken hervor, bevor sie durch eine weitere Wolkenbank verdeckte wurde. Etwas blinkte im Licht und erregte O'Neills Neugierde. Jack kniete nieder. Seine Hände fuhren über den Staub und Dreck, der den Boden bedeckte - und plötzlich sah er es. Darunter kam fester Beton hervor, bedeckt von Jahrzehnten, wenn nicht sogar Jahrhunderte altem Staub.

"Was hast du da?" fragte Daniel hinter ihm.

"Seht euch das an!" rief O'Neill. "Dies hier war einmal eine betonierte Straße."

"Eine Straße? Wohin?" fragte Carter und sah sich überrascht um.

"Das müssen wir herausfinden. Vielleicht finden wir dann auch etwas, dass uns hilft", antwortete Jack.

Ein Schatten zog über sie hinweg.

"Versteckt euch!" warnte Carter. "Die Goa'uld kommen zurück."

Daniel und Carter liefen zu den Felsen zurück, während Jack stehen blieb und fasziniert nach oben blickte.

"Jack! Was machst du da?" schrie Sam. "Komm in Deckung!"

Doch O'Neill hörte ihre Worte gar nicht, denn das, was den Schatten verursachte, ließ ihn wie angewurzelt stehen bleiben. Das war kein Goa'uld-Gleiter sondern...

Der Schatten schoss dicht über ihn hinweg. Der Luftzug ließ ihn straucheln, doch Jack fing sich. O'Neill drehte sich im Kreis, um dem Schatten nachzublicken. Der Schatten machte kehrt und kam zurück.

"Jack!" rief auch Daniel. "Geh in Deckung...!"

Jacksons Worte lösten Jacks Erstarrung und er blickte sich suchend um. Der Weg zu Daniel und Carter lag genau in der Angriffsrichtung des Wesens. Es gab kein anderes Versteck, nur den Weg ins Tal hinunter.

Jack überlegte nicht lange sondern lief los, doch das Wesen holte ihn mühelos ein. Diesmal warf ihn der Luftzug zu Boden. O'Neill stürzte, konnte den Sturz aber in eine Rolle verwandeln und war blitzschnell auf den Beinen. Das Wesen war erneut da, die Schwingen durchschnitten die Luft und streiften ihn fast, als es nur wenige Zentimeter über ihn hinweg flog. Jack wich zurück und vergaß dabei den Abgrund hinter sich. Er spürte nur noch wie er den Boden unter den Füßen verlor und in den Abgrund stürzte.

'Das ist das Ende', schoss es ihm durch den Sinn, und in Erwartung des Aufpralls schloss er die Augen.

Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Was machst du blos mit O'Neill!? Wie kannst du nur. Ich hoffe das nimmt ein gutes Ende. Erst ein ziemlich GoaUld-mäßiger TokRa und nun fällt ONeill den Abgrund hinab. *schauder* Keine guten Aussichten.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Na ja, einiges muss Jack noch durchmachen.

Aber nun geht es auch hier weiter.

Teil 4

Scharfe Krallen bohrten sich in seinen Körper und er fühlte wie er hochgehoben wurde und sein Sturz sich in einen Schwebeflug verwandelte. O'Neill wagte, es die Augen zu öffnen und sah über sich wie zwei gewaltige Schwingen die Luft aufwirbeln. Der große Körper des Flugwesens befand sich über ihm. Es hatte ihn erst in den Abgrund gefegt und nun rettete es ihn? War er als Nahrung für die Jungen des Tieres ausersehen?
Der Boden kam näher und Jack sah, daß sie das Tal erreicht hatten. Und jetzt sah er auch wohin der Weg geführt hatte - zu einer Stadt. Doch diese bestand nur noch aus Ruinen und war von der Wildnis überwuchert worden.
Plötzlich verschwanden die Krallen in seinem Körper - das Wesen ließ ihn los. Leider hatte das Tier keinen guten Landeplatz für ihn ausgesucht, denn der Boden war noch etwa fünf Meter entfernt. Jack stürzte in die Ruinen eines Hauses und spürte einen stechenden Schmerz in seiner linken Schulter. Ihm wurde schwarz vor Augen, doch er konnte sich jetzt keine Schwäche erlauben. Vielleicht hauste das Tier in diesen Ruinen und irgendwo lauerten seine hungrigen Nachkommen.
Das Flugwesen war in einiger Entfernung bedeutend anmutiger als er gelandet, und als Jack sich jetzt aus den Ruinen hervorarbeitete, sah es ihn aus grünen Augen aufmerksam an. Jack konnte das Tier zum ersten Mal richtig sehen. Es sah aus wie eine riesige Katze mit Flügeln. Der Kopf saß auf einem kurzen kräftigen Hals. Die Flügelspannweite schätzte er auf etwa fünfzehn Meter. Gerade faltete es diese zusammen. Das Tier besaß vier Beine, doch einen Schwanz wie bei einer Katze konnte Jack nicht erkennen. Das Tier setzte sich auf sein Hinterteil und hob eines der Vorderbeine hoch. Jack konnte sehen wie es daraus scharfe Krallen hervor schob und wieder einzog, so wie das auch eine Katze tat. Mit diesen Krallen hatte es ihn im Flug festgehalten. Wenn das Tier ihn töten wollte, hätte es ihn mühelos umbringen können.
Das Tier begann mit einer langen Zunge über sein Bein zu lecken und beachtete ihn nicht weiter. O'Neill wunderte sich immer mehr, denn nichts deutete darauf hin, daß es ihn angreifen wollte.
"Kennst du ein solches Wesen?" fragte er Heracles, doch O'Neill erhielt keine Antwort.
Jack versuchte aufzustehen, doch er wußte, daß er gegen dieses Wesen keine Chance hatte. Er entspannte sich als er sah, daß das Tier sich hinzulegen begann. Es wollte ihn nicht angreifen. Plötzlich glaubte Jack zu träumen. Er schloß die Augen und öffnete sie wieder, doch das Bild blieb. Nachdem das Tier sich bequem hingelegt hatte sah er den Reiter auf dessen Rücken. Er saß in einem Sattel, direkt hinter dem Hals des Tieres und öffnete die Halteriemen, die ihm während des Fluges sicheren Halt gewährt hatten.
Dann sprang der Fremde mit einem eleganten Satz vom Rücken des Flugtieres und kam mit wiegenden Schritten auf Jack zu. Als O'Neill eine abwehrende Bewegung machte, hob der Fremde beruhigend die Hände.
"Keine Angst", hörte Jack ihn sagen. "Ich bin nicht dein Feind. Und es tut mir leid, daß du verletzt wurdest. Chandra und ich hielten dich für einen Goa'uld. Erst beim letzten Angriff erkannten wir unseren Irrtum, und ich befahl Chandra dich zu retten. Leider hat die Gute deinen Landeplatz unglücklich ausgewählt." Ein tadelnder Blick traf dabei das Tier und Jack hatte unwillkürlich den Eindruck, als würde es schuldbewusst den Kopf einziehen. Dann erst begriff er, daß der Fremde ihn in seiner Sprache angesprochen hatte.
"Ich bin Zoran, der letzte meiner Art auf diesem Planeten", stellte sich der Unbekannte vor.
Die Stimme hörte sich seltsam an und Jack begriff, daß er sie nur in seinem Kopf gehört hatte. Der Fremde war ein Telepath.
"Ganz richtig", stellte Zoran fest und sprach jetzt laut. "Und das hat dein Leben gerettet, Jack O'Neill. So lautet doch dein Name?"
O'Neill nickte zustimmend: "Aber jetzt sprichst du laut. Hast du so schnell meine Sprache gelernt?"
"Ich lerne sie indem ich sie zuerst telepathisch studiere. Eine Begabung meines Volkes."
O'Neill musterte Zoran. Der Fremde sah einem Menschen sehr ähnlich, mit langen blauen Haaren und weißer Haut - ein seltsamer Kontrast. Die Augen leuchteten im hellsten Goldton und bestanden aus Schlitzen wie bei einer Katze. Zoran mußte im Dunkeln gut sehen können. Er war ohne Zweifel ein Alien und stammte nicht von der Erde.
O'Neill überwand seine Überraschung und fragte: "Du bist der letzte deiner Art? Wie ist das gemeint?" Allerdings fragte er sich gleichzeitig warum Zoran nichts von der Anwesenheit des Symbionten in ihm spürte.
Zorans Miene verdüsterte sich: "Einst waren wir Millionen und lebten friedlich in unseren Städten und Dörfer. Doch dann kamen die Goa'uld um uns zu versklaven. Wir versuchten uns zu wehren, doch wir besaßen keine Waffen um zu kämpfen. Unsere Kultur war hoch entwickelt, doch wir hatten keine Waffen erfunden, da wir uns nicht vorstellen konnten ein intelligentes Wesen zu töten. Wir wurden von den Goa'uld eines besseren belehrt. Die meisten meines Volkes starben und der Rest wurde in die Sklaverei verschleppt. Nur wenigen gelang die Flucht durch ein zweites Sternentor. Das war vor zwei Generationen und ich kannte meine Welt nur von den Erzählungen der Älteren. Doch meine Wut auf die Goa'uld wuchs mit jeden Tag. So kehrte ich mit Chandra heimlich auf diese Welt zurück um die Goa'uld zu bekämpfen."
Jack war erschüttert: "Das tut mir leid und ich kann mit dir fühlen, denn meiner Welt drohte dasselbe Schicksal. Nur mit großem Glück gelang es uns die Goa'uld zu schlagen. Doch was du tust ist Wahnsinn. Alleine kannst du die Schlangenköpfe nie besiegen."
"Ich habe schon so viele Goa'uld und Jaffa auf dieser Welt getötet, daß die ganze Bevölkerung nach mir sucht. Doch sie werden mich nie finden. Für mich ist nur ein toter Goa'uld ein guter Goa'uld", erklärte Zoran hart.
O'Neill mußte trotz der ernsten Situation grinsen: "Hast du den letzten Satz in meinen Gedanken gelesen? Das ist ein geflügeltes Wort in meiner Welt. Doch ehrlich gesagt, ich höre diesen Satz nicht gerne."
"Aber er ist angebracht!" meinte Zoran aufbrausend. Er unterbrach sich, als Jack leicht wankte. "Du bist verletzt. Setz dich, ich möchte es mir ansehen."
Jack setzte sich und Zoran untersuchte seine Schulter: "Hmm! Sie ist ausgerenkt und dein Arm ist gebrochen. Der Arm muß geschient und die Schulter eingerenkt werden."
O'Neill sah Zoran mit schmerzverzerrter Miene an: "Bist du etwa auch Arzt?"
Zoran schüttelte den Kopf: "Nein, aber ich kenne mit etwas damit aus." Er sah Jack an: "Ich kann dir die Schulter einrenken, doch es wird sehr weh tun."
"Mach schon", forderte Jack den seltsamen Fremden auf. "Mehr als jetzt kann es auch nicht schmerzen."
Jack schloß die Augen, als Zoran sich an seiner Schulter zu schaffen machte und wappnete sich innerlich gegen den Schmerz. Wie ein Messer fuhr der Schmerz durch ihn und ließ ihn aufstöhnen, doch zum Glück ließ dieser aber bald nach. Erleichtert öffnete er die Augen und blickte in Zorans Gesicht.
"Du bist sehr tapfer, und nun muß ich den Arm schienen. Warte hier." Zoran ging zu Chandra und wählte in seinen Satteltaschen herum. Kurz darauf kehrte er mit zwei kurzen Stäben, einem Tuch und einer Schnur zurück. Fachgerecht schiente er Jacks Arm. Anschließend drapierte er das Tuch über seinen Hals und die Schulter und legte ihm den Arm in die Schlinge.
In diesem Moment wurde Chandra unruhig und stieß einen warnenden Schrei aus. Jack und Zoran sahen sich um. Zu O'Neills Erleichterung erkannte er Carter und Daniel.
Bevor die beiden eine Dummheit begehen konnten rief er: "Keine Sorge! Zoran und Chandra sind Freunde."
Ungläubig blickten Carter und Daniel zuerst auf das seltsame Reittier, dann auf Zoran und schließlich auf O'Neill.
"Erkläre uns das", verlangte Daniel neugierig und erleichtert zugleich. "Wir dachten das Ungeheuer hätte dich als Hauptmahlzeit für den heutigen Tag auserkoren, als es mit dir ins Tal flog. Wir folgten euch ins Tal."
Ein Blick traf das Flugtier bevor O'Neill antwortete: "Das Tier heißt Chandra und gehört Zoran. Aber das ist eine lange Geschichte."
Carter bemerkte die Schlinge um O'Neills Arm. "Du bist verletzt?"
"Meine Landung war leider etwas hart. Ich habe mir dabei die Schulter ausgerenkt und den Arm gebrochen", erklärte O'Neill. "Nichts Ernstes - es wird wieder heilen."
Carter und Daniel waren erleichtert.
Etwas hatte O'Neill die ganze Zeit im Unterbewusstsein beschäftigt und jetzt fiel es ihm ein. "Zoran", wandte er sich an den Außerirdischen. "Habe ich mich verhört oder sagtest du wirklich etwas von einem zweiten Sternentor?"
Zoran nickte und erklärte: "Es befindet sich auf einer winzigen Insel, mitten im Meer, und steht in einer Höhle. Die Goa'uld haben es noch nicht gefunden. Doch die Aktivierung des zweiten Tores wäre gefährlich. Sie würden es orten und mich so finden. Deshalb lebe ich schon ewig alleine hier."
"Aber das ist es! Unser Fluchtweg!" O'Neill sah Zoran an. "Bringst du uns zu diesem zweiten Tor?"
Zoran überlegte einen Augenblick. "In Ordnung, aber der Weg ist weit und Chandra kann außer mir nur einen tragen. Wir werden länger als normal unterwegs sein. Außerdem muss ich dann ebenfalls fliehen. Vielleicht ist es aber auch Zeit dafür."
"Jack ist verletzt", sagte Carter. "Bring ihn zuerst zur Insel."
"Das kommt nicht in Frage", protestierte O'Neill. "Du zuerst, Sam."
"Nur weil ich eine Frau bin?" O'Neills Verletzung schien sie endgültig zu überzeugen, daß er kein Goa'uld war, denn einem Goa'uld wäre es leicht gefallen mit seiner Heilkraft den Arm zu heilen. „Kommt nicht in Frage.“
"Nein, das hat damit nichts zu tun. Es ist meine Pflicht zuletzt zu gehen", widersprach O'Neill.
"Was soll der Streit?" mischte sich Daniel ärgerlich ein. "Sam hat Recht, Jack. Du gehst zuerst."
"Chandra wird erst einmal bis zum Strand fliegen - und O'Neill ist der erste." Zoran stimmte somit Carter und Daniel zu und O'Neill gab sich geschlagen.
Eine Stunde später saß er bequem am Strand und sah dem Spiel der Wellen zu, während er auf die anderen wartete. Er beschloß, daß es Zeit war mit Heracles zu sprechen.
"Heracles bist du da?" fragte er laut.
"Natürlich bin ich da", gab der Tok’ra lautlos zurück.
"Warum hat Zoran dich nicht entdeckt. Und wo warst du, als ich dich brauchte? Ich meine damit meine Verletzung."
"Deine Verletzung hat deine Freunde endgültig davon überzeugt, daß du kein Goa'uld bist", erklärte Heracles.
"Ich bin auch keiner", erwiderte Jack trotzig.
"Du trägst einen Symbionten in dir - vorübergehend wenigstens. Und Zoran hätte mich sofort entdeckt, wenn ich mich nicht getarnt hätte."
"Du kannst dich tarnen?“ Jack war erstaunt. „Aber warum hat er es nicht in meinem Gedanken gelesen? Ich dachte die ganze Zeit an dich.“ Die ganze Sache kam ihm unheimlich vor.
Heracles Lachen schien seinen Schädel zu sprengen: "Du bist ein seltsamer Mensch, eben ein Tau'ri-Krieger. Schade, daß du mich ablehnst. Wir wären ein gutes Team."
"Niemals!" Jack sprang von seinem Sitz auf.
"Beruhige dich und setz dich wieder. Ich werde mein Wort halten und dich verlassen. Und wenn du genau das tust, was ich verlange, wird keiner zu Schaden kommen. Das verspreche ich dir ebenfalls."
"Was ist das Versprechen eines Goa'uld wert?"
"Was ist das Versprechen eines Tau'ri wert?" gab Heracles zurück. „Und ich bin kein Goa’uld sondern ein Tok’ra.“
"Tok’ra oder Goa’uld. Wo ist der Unterschied? Nenn mir einen guten Grund warum sollte ich dir vertrauen soll."
„Ich habe dich und deine Freunde befreit.“
"Das hast du nur getan, weil du selbst fliehen wollest“, konterte Jack. „Und du liest jeden meiner Gedanken und erkennst sofort, wenn ich ein falsches Spiel treiben wollte, also bist du mir gegenüber im Vorteil. Also, warum hat Zoran deine Anwesenheit nicht in meinen Gedanken gelesen?"
"Ich habe deine Gedanken blockiert und nur die durchgelassen, die Zoran wissen durfte. Das erforderte aber meine ganze Kraft. Deshalb konnte ich nicht früher mit dir kommunizieren."
"So, so! Es ist gut zu wissen, daß auch einem Schlangenkopf Grenzen gesetzt sind. Ich könnte dich bezwingen", meinte O'Neill überzeugt.
"Eine Zeitlang sicher, aber auf Dauer würdest du mir unterlegen. Vergiß das nie, Tau'ri."
Jack schwieg und sah weiter auf das Wasser hinaus. Er wollte sich nicht länger mit seinem unfreiwilligen Gast unterhalten. Doch dieser gab keine Ruhe.
"Ich werde jetzt deinen Arm und die Schulter heilen. Vor deinen Freunden mußt du aber so tun, als wäre die Verletzung noch da. Sie werden sonst wieder mißtrauisch. Und Zoran würde versuchen dich töten, wenn er merkt, daß ich in dir bin", erklärte Heracles.
Bevor O'Neill dazu etwas sagen konnte spürte er, wie sich in seinem Körper eine angenehme Wärme auszubreiten begann. Die Wärme erfasste seinen ganzen Körper und er sah, wie er von innen heraus zu leuchten begann. Im nächsten Augenblick war der Schmerz in seinem Arm und der Schulter verschwunden.
"Wow!" O'Neill sprang erfreut auf. "Das ist ein kleines Wunder."
"Es ist meine natürliche Art zu heilen", erklärte der Tok‘ra. "Du siehst, wir können für Menschen durchaus nützlich sein."
"Doch leider benützt ihr eure Fähigkeiten nur um andere zu beherrschen und Unheil über viele Welten zu bringen. Ich wünschte ich wäre eurer Art nie begegnet."
"Es ist stimmt mich traurig, daß du bisher nur die Negativen von uns getroffen hast. Und zu meiner Schande muß ich sagen, daß die meisten von uns wie Apophis sind. Doch die Tok'ra versucht das zu ändern."
"Ich glaube es nicht", rief O'Neill aus. "Da sitze ich nun am Strand eines unbekannten Ozeans, unter fremden Sternen, tausende Lichtjahre von der Erde entfernt, und diskutiere mit einem Schlangenkopf."
"Siehst du! Vor kurzem hättest du das nicht getan. Deine Ansicht über uns beginnt sich zu ändern. Bald werden wir Freunde sein."
"Niemals! Niemals werde ich einen Goa'uld als Freund betrachten!"
"Man soll niemals nie sagen, O'Neill", bemerkte Heracles und Jack hatte den Eindruck, als amüsierte sich der Tok‘ra köstlich.
Als kurz darauf Zoran, Chandra und Daniel ankamen kapselte sich Heracles wieder ab.


Auf der Erde
Einige Zeit vorher


Im Stargate-Komplex blickte General Hammond erleichtert auf das aktivierte Sternentor. SG-1 hatte den Rückkehr-Code geschickt. Nachdem sämtliche Versuche dem Team Hilfe zu schicken fehlgeschlagen waren, machte sich Hammond die größten Vorwürfe. O'Neill hatte von Anfang an recht gehabt, als er eine Falle vermutete. Und in seinem Eifer hatte er sein bestes Team in große Gefahr gebracht. Insgeheim schwor sich Hammond in Zukunft auf den Colonel zu hören, wenn dessen Gefühl ihn warnte. Hammond sah den ersten Rückkehrer durch das Tor treten und atmete auf, als er Teal'c erkannte.

Der General trat zu dem Jaffa: "Teal'c, wo zum Teufel ist der Rest von SG-1?"

Teal'cs Gesicht blieb unbewegt, als er erklärte: "Zu meiner Schande muss ich Ihnen mitteilen, dass Colonel O'Neill, Dr. Carter und Daniel Jackson sich in der Gewalt von Apophis befinden. Es tut mir leid so versagt zu haben."

Hammond sah Teal‘c erstaunt an. "Ich möchte sofort einen ausführlichen Bericht haben. Sie haben mir sicher einiges zu erzählen, Teal'c."

"Das ist korrekt", stimmte Teal'c zu.

"Und wir müssen unverzüglich den SG-1-Code verändern. Die drei werden ihn nicht freiwillig verraten, aber wenn unsere Hilfe zu spät kommt und sie zu Wirten werden..."

"...wissen die Goa'uld alles, was auch die drei wissen", vollendete Teal'c den Satz des Generals.

Hammond nickte und ging in Richtung Besprechungsraum. Teal'c warf noch einen Blick auf das Sternentor und seine Gedanken weilten bei seinen Freunden. Dann folgte er General Hammond um ihm Bericht zu erstatten.



Nachdem Zoran Daniel abgesetzt hatte, war er zurückgeflogen, um Carter zu holen. Nun saßen Daniel und Jack nebeneinander und blickten über den Ozean. Das Wasser sah trübe aus, da die grauen Wolken inzwischen den ganzen Himmel bedeckten. Hin und wieder zuckten Blitze aus ihnen hervor und das Grollen des Donners kam näher.

O'Neill warf einen besorgten Blick auf die Wolken. Daniel entging das nicht. "Du machst dir Sorgen wegen Carter und Zoran?" Daniel hatte inzwischen sein Misstrauen O'Neill gegenüber verloren.

Jack bedauerte es Daniel anlügen zu müssen und überlegte erneut, ob er ihn einweihen sollte, doch sofort einsetzende Schmerzen belehrten ihn, dasss sein Symbiont gut aufpasste. Er wollte nicht riskieren gegen Daniel handgreiflich werden zu müssen. Heracles hätte ihn dazu gezwungen. So beschränkte er sich auf ein knappes Nicken. "Das aufziehende Unwetter gefällt mir überhaupt nicht. Hoffentlich schaffen es Zoran und Carter bevor das Gewitter über uns hereinbricht." O'Neill hielt es nicht länger an seinem Platz aus. Er stand auf und begann am Strand umher zu gehen.

Auch Daniel war beunruhigt. Warum hatte er sich von Carter überreden lassen als zweiter zu gehen? Wenn Carter etwas zustieß, würde er sich ewig Vorwürfe machen.

Ein größer werdender Punkt am Himmel erregte seine Aufmerksamkeit. "Jack!" Daniel zeigte nach oben.

O'Neill blickte in den Himmel. "Ein Goa'uld-Gleiter oder Zoran mit Carter?"

"Hoffen wir letzteres", antwortete Daniel. Vorsichtshalber hob er aber seine Zatnickatel, obwohl ihm klar war, dass er dem kleinen Handstrahler gegen einen Gleiter nichts ausrichten konnte. Trotzdem gab ihm die Waffe ein kleines Gefühl der Sicherheit. Daniel dachte daran, wie sich für ihn die Welt in den letzten zwei Jahren geändert hatte. Davor hätte er sich geweigert eine Waffe zu tragen - und noch weniger sie auf ein lebendes Wesen zu richten. Doch seit seiner Begegnung mit Ra und danach mit den Goa'uld, hatte sich seine Ansichten grundlegend geändert. Er liebte es immer noch nicht Gewalt anzuwenden, doch wenn ihm keine andere Wahl blieb...

"Es sind Carter und Zoran", identifizierte O'Neill erleichtert die Ankömmlinge und beobachtete wie das Flugwesen langsam zu kreisen begann, bevor es dicht vor ihnen aufsetzte.

"Da seid ihr ja!", begrüßte Daniel sie erleichtert. "Wir haben uns wegen dem Unwetter schon Sorgen gemacht."

"Seid ihr den Jaffa begegnet?" fragte O'Neill.

"Nein, Jack", antwortete Carter und war froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Das Tragegestell, in dem sie während des Fluges gesessen hatte, war ihr alles andere als sicher vorgekommen. Und zusätzlich musste sie noch auf die Goa'uld aufpassen. "Wie sieht es hier aus?"

"Kein Anzeichen von den Jaffa. Wahrscheinlich suchen sie uns der Nähe des Sternentores", vermutete O'Neill. "Sie nehmen an, dass wir durch das Sternentor fliehen wollen." Ein Blick traf Zoran. "Außerdem wissen sie nichts von unserem neuen Freund und dem zweiten Sternentor." O'Neill fühlte Zorans prüfenden Blick auf sich ruhen. Ahnte der Fremde etwas von seinem Geheimnis? Heracles würde aufpassen müssen. Eigentlich wäre jetzt die Gelegenheit seinen Freunden die Wahrheit zu sagen, denn Heracles war sicher zu beschäftigt damit, sich vor Zoran zu tarnen. Doch was würde das nützen? Es würde nur Misstrauen erzeugen, und bestimmt würde Zoran sich weigern, sie zum zweiten Sternentor zu bringen.

O'Neill beschloss zu schweigen. Seine Gedanken wanderten zu Teal'c. Wo er wohl war? Hatte er es Erde zurückgeschafft?

"Wie lange dauert der Flug zur Insel?" fragte O'Neill Zoran. Seinen Arm trug er zur Tarnung wieder in der Schlinge.

"Etwa zwei Stunden", antwortete Zoran.

"Zwei Stunden? Das bedeutet hin und zurück vier Stunden und das dreimal. Und was ist mit dem Unwetter?"

Der Alien zuckte mit den Schultern. "Es wird Chandra nicht stören. Haben wir außerdem eine Wahl? Am besten wir warten nicht länger. Wer ist der Erste?"

"Jack..." begann Carter.

"...ist diesmal der letzte", sagte O'Neill in einem Befehlston, der keinen Widerspruch duldete. "Daniel, du gehst als erster." Als der junge Wissenschaftler zu protestieren begann. "Sam und du seid diejenigen, die sich mit dem Tor am besten auskennen. Ich möchte, dass alles überprüft ist, bis ich hinkomme."

Daniel nickte. "Also gut, dann gehe ich diesmal als erster." Er setzte sich ohne weiteren Widerspruch in das Tragegestell. Zoran kletterte auf Chandras Rücken und winkte ihnen zu. Kurz darauf waren die drei im Himmel verschwunden.

"Hoffentlich passiert ihnen nichts. Das Unwetter wird immer stärker", wandte sich O'Neill an Carter. "Und wir beide sollten nach einem Zufluchtsort umsehen. Es wird vier Stunden dauern."

Carter sah nach oben. Es hatte inzwischen zu regnen begonnen und die dunklen Wolken waren zum greifen nahe. Die Blitze zuckten gefährlich daraus hervor. "Das gefällt mir nicht, Jack. Sie hätten nicht abfliegen sollen."

"Und falls sie es schaffen, kann Zoran unmöglich in diesem Unwetter zurückfliegen. Ich fürchte, wir müssen länger ausharren, als die angenommenen vier Stunden." O'Neill musste inzwischen schreien, um sich verständlich zu machen.

O'Neill sah sich um: "Wir sollten es in den Klippen versuchen. Vielleicht finden wir eine kleine Höhle."

Carter folgte ihm, als er zu den Klippen lief. Inzwischen drang die Nässe schon durch ihre Bekleidung und Carter war froh, als Jack eine kleine Höhle entdeckte - eigentlich nur ein überdachter Einschnitt im Felsen.

"Hier?" fragend sah Carter ihn an. "Da ist kaum Platz für uns beide."

"Wir kuscheln uns zusammen. Doch die Höhle ist sehr niedrig", meinte O'Neill und bückte sich, um in den Einschnitt zu gelangen.

Carter lächelte. Es war ihr schließlich nicht ungenehm. Sie kroch zu O'Neill in die Höhle und achtete darauf, nicht gerade auf der Seite zu sitzen, wo sich seine verletzte Schulter und sein gebrochener Arm befanden.

Schließlich saßen sie eng aneinander gepresst in der winzigen Höhle. "Wenigstens ist es nicht so kalt, so wie damals in Gletscherhöhle in der Antarktis", meinte Carter.

"Und ich bin nicht schwer verletzt", stimmte O'Neill zu und dachte mit Schaudern an ihr damaliges Abenteuer. Es hätte ihn fast das Leben gekostet.

Carter sah ihn an: "Apropos Verletzung! Was macht die Schulter und der Arm?"

"Oh!" O'Neill hatte die Verletzung fast vergessen und nur Sams Worte brachten sie in seine Erinnerung zurück. "Es geht", antwortete er vorsichtig. "Wenn ich mich nicht zu sehr bewege, spüre ich fast nichts mehr."

"Erstaunlich! Vielleicht ist der Arm doch nicht gebrochen."

Sie bewegte sich, um ein bequemere Stellung einzunehmen und sah, dass er leicht das Gesicht verzog. Carter vermutete, dass ihm der und die Schulter doch mehr zu schaffen machten, als er vor ihr zugab. Sie sah ihm tief in die Augen und ihre Lippen fanden sich zu einem langen leidenschaftlichen Kuss.

„Wir holen alles nach, wenn wir in Sicherheit sind“, versprach Jack schließlich.

„Erhol dich erst von deinen Verletzungen“, meinte Sam führsorglich und kuschelte sich noch enger an ihn. Das Rauschen des Regens machten sie müde und die Strapazen der letzten Stunden forderten ihren Tribut. Carter merkte kaum, dass sie in einen leichten Schlaf hinein glitt.

O'Neill bemerkte an ihrem gleichmäßigen Atmen, dass sie eingeschlafen war. "Schlaf gut, Süße", murmelte er und legte seine Arme noch fester um sie.

"Du liebst sie", meldete sich plötzlich sein Symbiont.

„Wir wollen heiraten, aber das geht dich nichts an, denn du als Goa’Uld verstehst das nicht“, meinte O’Neill.

"Du sollst uns nicht immer Goa'uld nennen. Wir sind Tok'ra."

"Wie auch immer ihr euch nennen mögt - ihr versklavt Menschen. Interessiert euch die Seele und die Gefühle eines Menschen?" erkundigte sich O'Neill.

"Du verkennst mich immer noch. Ich verabscheue zutiefst die Mitglieder meines Volkes, die euch Menschen unterdrücken. Deshalb bekämpfe ich sie auch. Wenn du erst mit mir auf unserem Planeten bist, wirst du das merken und deine Meinung, zumindest was uns Tok'ra betrifft, ändern."

"Falls du hoffst, dass ich weiter als dein Wirt diene, irrst du dich. Ich möchte so nicht leben. Ich möchte meinen Körper und mein Bewusstsein für mich alleine. Du hältst dich doch an dein Versprechen, mich zu verlassen, sobald ich dich an dein Ziel gebracht habe?" O'Neill wurde wieder misstrauisch. Traue keinem Goa'uld, auch wenn er sich Tok'ra nennt.

"Aber ja! Ich habe noch immer mein Wort gehalten. Für mich ist ein Mensch kein Sklave, sondern ein gleichberechtigter Partner. Aber jetzt solltest du die Gelegenheit nützen und auch etwas schlafen. Ich werde aufpassen."

Jack sah ein, dass Heracles Recht hatte und sank kurz darauf in einen leichten Schlaf.
"O'Neill...!"

Der Warnruf weckte ihn auf. "Wer...? Wer ruft mich da?"

"Gefahr!"

Es war Heracles, der ihn warnte. Ein Blick auf seine Uhr sagte O'Neill, dass er fünf Stunden geschlafen hatte. Carter schlief noch, begann sich jetzt aber zu regen.

"Am Strand ist ein Goa'uld-Gleiter gelandet."

O'Neill sah nach draußen. Das Unwetter hatte sich verzogen. Es aufgehört zu regnen und die grauen Wolken verzogen sich. Vereinzelt war schon der blaue Himmel zu sehen und Licht, fein wie Filigran-Streifen, lugte durch die Wolken.

"Was ist los, Jack?" fragte Carter mit verschlafener Stimme. Sie rieb sich die Augen, um den Schlaf zu vertreiben.

"Am Strand ist ein Goa'uld-Gleiter gelandet", erklärte O'Neill.

"Du warst draußen und ich habe nichts gemerkt?" fragte Carter. Sie lagen so eng nebeneinander, dass sie annahm, es zu spüren, wenn Jack sich regte.

"Du hast tief und fest geschlafen. Er flog direkt über uns hinweg, so dass ich ihn genau sehen konnte. Komm schon! Ich habe Idee." O'Neill zwängte sich nach draußen. Es war wirklich so eng in der Spalte, dass er Carter dabei tief in den Felsen drückte.

"Tut mir leid, Sam", entschuldigte O'Neill sich und reichte Carter die Hand, um ihr aus der Spalte herauszuhelfen. Im Schutz der Felsen schlichen sie zum Strand hinunter.

"Jetzt könnte ich eine starke Tasse Kaffee gebrauchen", murmelte sie und sah über den Felsen zum Strand hinab. Blitzschnell ließ sie sich zurückfallen. Am Strand, dort wo sie von Zoran abgesetzt worden waren, lag ein Gleiter.

Der Colonel ließ sich neben ihr zu Boden sinken. "Und was jetzt? Was hast du vor?" Carter erahnte die Antwort bevor O'Neill sie aussprach.

"Jetzt, Sam, werden wir uns den Gleiter holen."

"Und dann?"

"Ich werde ihn zur Insel mit dem zweiten Sternentor fliegen."

"Du? Aber du kannst die Maschine doch gar nicht fliegen. Und was ist mit deiner Verletzung?"

"Aber ich weiß, wie man einen unserer Airforce-Jet fliegt. Viel anders wird sich das Ding auch nicht fliegen lassen. Und Verletzung ist nicht so schlimm. Meine Schulter schmerzt nicht mehr und der Arm behindert mich nicht groß. Du wirst mir einfach beim Fliegen helfen müssen." In Wirklichkeit würde natürlich Heracles den Gleiter fliegen.

"Selbst wenn! Wir wissen doch gar nicht, wo die Insel liegt."

"Wenn Zoran zurückkommt soll er einfach voraus fliegen", meinte 'Neill.

Carter begriff, dass sie Jack nicht von seinem Entschluss abbringen konnte, und so drehte sie sich um und spähte über den Felsen zum Strand hinunter.

Die beiden Schlangenkrieger suchten den Strand nach Spuren ab. Beide waren mit Energielanzen bewaffnet.

Carter hatte O'Neills Zatnickatel, und O'Neill hatte noch seine Hand-Energiewaffe der Goa'uld, die Carter ihm inzwischen zurückgegeben hatte.

Sie beobachteten die beiden Jaffa und warteten bis diese sich der Deckung näherten. "Du nimmst linken und ich übernehme den rechten. Auf mein Zeichen!"

Als die beiden nahe genug waren, gab O'Neill Carter das Zeichen. Sie erhoben sich aus ihrer Deckung und feuerten gleichzeitig. Die Jaffa kamen nicht mehr dazu zu reagieren und ein zweiter Schuss tötete beide.

"Das ging aber leicht, Jack."

"Wir hatten die Überraschung auf unserer Seite." O'Neill warf einen Blick in den Himmel. "Wo bleibt nur Zoran? Hoffentlich ist ihm und Daniel nichts passiert."

Carter sah ebenfalls nach oben. "Das Unwetter wird Zoran aufgehalten haben."

Jack hoffte, dass Carter Recht hatte. Inzwischen waren die Wolken abgezogen und der Himmel strahlte im tiefsten Blau.

Carter warf einen Blick auf den Gleiter. "Lass uns den Gleiter untersuchen. Vielleicht kommt in der Zwischenzeit Zoran zurück." Carter ging zum Gleiter, während O'Neill noch einen Augenblick stehen blieb, um den Himmel zu betrachten.

Carter hatte den Gleiter inzwischen umrundete. O'Neill eilte ihr nach. Er schwang sich auf den Pilotensitz. Es waren drei Sitze!

Verdammt noch mal! Warum hatte er das übersehen?

"Sam!" rief er laut, um seine Verlobte zu warnen. "Es sind drei!" O'Neill erhielt keine Antwort. Ohne zu überlegen holte er die Energiewaffe heraus und streifte sie über die Hand und seine Finger. Er schwang sich aus dem Pilotensitz und sprang auf den Boden. Lautlos kroch er unter der Maschine hindurch. Da sah er den dritten Jaffa. Carter lag am Boden. Der Krieger hatte mit einer Zat auf sie gefeuert. Gerade hob er die Zat um ein zweites Mal abzudrücken. Es war höchste Zeit. O'Neill hob die Hand und konzentrierte seine Gedanken auf die Waffe zwischen den Fingern. Der Strahl schoss hervor und traf den Krieger von hinten. Der Jaffa wurde zu Boden geschleudert. O'Neill war mit zwei Schritten heran und hielt den Strahl weiter auf den Mann gerichtet. Erst, als der Jaffa sich nicht mehr rührte, unterbrach er die Energiezufuhr und der Strahl erlosch.

Carter hatte sich inzwischen von dem Schuss erholt und kroch auf allen vieren auf die Zat des Jaffa zu, die am Boden lag. Blitzschnell hob sie die Waffe auf und richtete sie auf O'Neill. "Keinen Schritt näher!" warnte sie. "Du täuscht mich nicht mehr länger.“ Als Sam Jack die Goa’uld-Waffe benutzen sah, ahnte sie, was passiert war.

"Aber, Sam...!"

"Nenn mich nicht Sam, du Ungeheuer. Was hast du mit Jack gemacht?"

Heracles übernahm die Kontrolle über O'Neills Körper. Bisher er sich ruhig verhalten, weil er keinen Grund sah einzugreifen. Doch nun...

Blitzschnell hob er die Hand und der Energiestrahl traf Carter, die immer noch zögerte, auf ihren Verlobten zu schießen. Sam ließ vor Schmerz die Waffe fallen.


Fortsetzung folgt


Zuletzt bearbeitet von Selana am 26.10.2007, 12:40, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Upps, da war mir doch ein Kapitel durchgerutscht. Sorry! Aber dafür hatte ich dann nicht diesen fiesen Cliffhanger am Hals - auch schon was *grins*.

Boah, was stellst du da eigentlich mit O'Neill an? Wieso heilt Herakles ihn nicht, einem Goa'uld ist das doch möglich, wie wir alle wissen - okay, er ist ein Tok'ra, aber auch die Tok'ra haben diese Heilfähigkeiten, oder wie war das mit Jacob Carter?

Das Mißtrauen, daß Sam O'Neill gegenüber hegt, grenzt ja schon an Verfolgungswahn! Himmel, was ist denn in die gefahren? *kopfschüttel* Selbst nach allem, was sie bisher erlebt haben, dermaßen paranoid hab ich Carter ja noch nie erlebt!

Und Teal'c tut mir richtig leid. Oh Mann, das geht an seine Substanz, das merkt man deutlich. Da hat er sich der Erde angeschlossen und will helfen, und dann ... armer Kerl!

So, dann hoffe ich, daß ich das nächste Mal nicht wieder irgendwas überlese. Her mit der Fortsetzung!

off topic: Ich hatte dir übrigens noch geantwortet im SGP, nur zur Info.
Nach oben
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: ÄH, ah! Wie konnte mir das nur passieren? Da fehlte doch ein schöner Teil der Story. Hab es schnell nachgeholt. Ist der Anfang dieses Kapitels. Sorry, da siehst du dann auch, dass Heracles Jack geheilt hat.
Im Grunde hat Carter ja recht. Es ist zwar Jack, aber doch nicht ganz.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

War wieder ein gutes Kapitel. Aber seit wann haben Todesgleiter 3 Sitze!?

Der arme Teal'c. In seinen Augen ist SG-1 schon tot. Hmm die einführung dieses Aliens war gut. Ich bi gespannt wie sein Volk heißt. Lediglich Sam tut mir leid. Vom eigenen Verlobten/Tok-Ra niedergeschossen...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 08:37    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Sam wird bald erfahren warum. Und auch die anderen erfahren die Beweggründe. Es ist ja ihr erster Kontakt mit den Tok'ra.

Teil 5


Mit einer bedächtigen Bewegung hob Heracles die Waffe auf und blickte bedauernd auf die Frau herab. "Tut mir leid, Samantha, aber du hast mich zu diesem Schritt gezwungen. Ich wollte dir nicht wehtun, und ich möchte auch dein Leben verschonen, wenn du vernünftig bist."

Carter blickte trotzig auf O'Neill, dessen Stimme gänzlich verändert klang. Also war der Jack nun auch ein Goa'uld. Etwas an den Worten des Goa'uld ließ sie allerdings aufhorchen. "Wer sind Sie? Und warum haben Sie uns getäuscht? Wollten Sie in Gestalt des Colonel auf der Erde spionieren?“

"Mein Name ist Heracles und ich bin ein Tok'ra und kein Goa‘uld. Ich weiß, dass du mit diesem Begriff nichts anfangen kannst, aber wir sind Widerstandskämpfer gegen die Systemlords und leben in friedlicher Koexistenz mit unseren Wirten.“

„Ach wirklich? Und was ist mit Jack? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er freiwillig dein Wirt wurde."

"Leider stimmt das, doch ich habe ihm versprochen seinen Körper zu verlassen, sobald er mich zu meinem Bestimmungsort gebracht hat. Ich versichere dir, dass es ihm gut geht. Bis zu diesem Moment hast du mit O'Neill gesprochen."

"Warum hat er uns nicht die Wahrheit gesagt?" fragte Carter misstrauisch.

"Weil ich ihn dazu gezwungen habe. Ihr hättet mir niemals vertraut. O'Neill hat einen starken Willen, doch ich bin stärker er."

"Also haben Sie ihn doch missbraucht. Ich verabscheue euch!" rief Sam. Sie sah, wie die Augen O'Neills zu glühen begannen und nichts in seinem Gesicht erinnerten mehr an den Colonel. Sie wich zurück, als der Goa'uld auf sie zukam.

Er sah ihr tief in die Augen. "Und was wirst du nun tun, Sam?"

"Wenn ich nicht mitmache, was werden Sie tun?" fragte Carter.

"Dann müsste ich dich töten. Aber das würde ich sehr bedauern, schon Jack gegenüber. Er würde mir das nie verzeihen."

"Aber Sie würden es tun, weil Sie eben doch nur ein Goa'uld sind", erklärte Carter verächtlich. Sie überlegte nicht mehr länger. "Nun gut, ich werde schweigen. Doch geben Sie uns Jack zurück. Ich möchte nicht länger mit Ihnen sprechen."

Der Tok'ra überlegte einen Moment, dann nickte er. "Gut, aber vergiss eines nicht, meine Liebe, wenn du mich verraten töte ich alle." Heracles sprach diese Worte nur ungern aus, denn er würde niemals einen dieser Menschen töten, doch das brauchte Sam Carter nicht zu wissen.

"Sie sind Verabscheuungswürdig", brachte Carter hervor.

Heracles hob seine Hand und strich Sam über das Gesicht. Sie schlug ihm blitzschnell die Hand zur Seite. Heracles meinte: "Du bist eine wunderschöne Frau.“

Carter sagte nichts. Sie sah wie über das Gesicht von Jack ein Zucken lief, und plötzlich sackte er zusammen. O'Neill hob die Hände vor das Gesicht.

Sie ergriff seine Hände: "Jack, Liebster?" Als er schließlich zu ihr aufblickte, sah sie in die gewohnten dunklen Augen des Colonels. Die Augen blickten beschämt auf sie: "Sam, es tut mir leid..."

"Jack!" Das warst nicht du, sondern der Goa'uld."

"Aber ich habe dich verletzt. Es war, als sehe ich alles durch einen Schleier...Ich versuchte mich zu wehren, doch er ist zu stark. Ich hasse Heracles für das, was er mir antut, aber ich glaube ihm", erklärte O'Neill.

Carter versuchte Jack abzulenken. "Komm schon! Wir müssen uns den Gleiter ansehen."

Ein Rauschen in der Luft ließ beide hochblicken. Über ihnen kreisten Zoran und Chandra. Die beiden hatten sie ganz vergessen. Das Flugwesen setzte zur Landung an.

Jack war besorgt: "Wenn Zoran herausfindet, dass ich einen Goa'uld in mir trage, wird er mich töten wollen und Heracles wird mich zwingen gegen ihn vorzugehen. Meine Gedanken kann er tarnen, doch was ist mit deinen?"

Carter zuckte mit den Achseln. "Ich werde in seiner Nähe vermeiden müssen daran zu denken."

"Das schaffst du niemals. Es wird Ärger geben", befürchtete O'Neill. "Setz dich in den Gleiter und geh Zoran aus Weg. Vielleicht können wir so das unvermeidliche noch etwas hinauszögern."

Carter gehorchte und O'Neill lief zum Landeplatz von Chandra. Er sah ihm entgegen: "Ich sehe ihr hattet Ärger?"

"Ja, doch wir haben den Gleiter erbeutet. Ich traue mir zu ihn zu fliegen und Chandra kann so seine Kräfte schonen. Flieg und zeig uns den Weg."

Zoran sah O'Neill nachdenklich an. "Und was ist mit deinem Arm?"

"Er wird mich am fliegen nicht behindern. Mach schon, wir haben durch das Unwetter schon viel Zeit verloren. Jeden Augenblick können noch mehr Gleiter auftauchen und uns entdecken."

"Nun gut", antwortete Zoran, doch der Blick mit dem er O'Neill ansah, bewies, dass er misstrauisch geworden war.

O'Neill lief zum Gleiter zurück und setzte sich in den Pilotensitz. Carter sah ihn erwartungsvoll an: "Und? Lief alles glatt?"

"Ich denke er ist misstrauisch geworden. Es wird Ärger geben. Wir starten. Halt dich fest." Unbemerkt von allen übernahm Heracles erneut den Körper von O'Neill. Es war besser selbst zu fliegen, als dem Menschen alles zu erklären. Kurze Zeit später befanden sie sich in der Luft.

"Festhalten", sagte Heracles mit O'Neills Stimme. "Es wird turbulent werden. Vielleicht verliert Zoran von seinem Misstrauen mir gegenüber, wenn ich mich etwas ungeschickt anstelle."

Zoran sah zu dem Gleiter hinüber. Etwas an dem Menschen O'Neill hatte ihn misstrauisch gemacht und er hatte auch schon einen bestimmten Verdacht. Am Ziel würde er es genau herausfinden. Und wenn seine Vermutung zutraf... Da sah er wie der Gleiter auf und ab flog. Der Mensch hatte Schwierigkeiten die Maschine zu beherrschen. Es dauerte einige Zeit bis O'Neill die Maschine steuern konnte und eine stabile Fluglage einnahm. Erst jetzt wagte Zoran es, Chandra an den Gleiter heranfliegen zu lassen.

"Es scheint zu klappen", meinte Heracles, als Chandra nur wenig vor ihm flog, um den Weg zu weisen. Als er keine Antwort von der Frau erhielt, blickte der Tok’ra zurück. Ein wissendes Lächeln überzog sein Gesicht, als er in das kreideweiße Gesicht der Frau blickte. "Alles in Ordnung?"

Sam nickte schnell obwohl das nicht stimmte. Ihr war noch immer schlecht von den gewagten Flugmanövern Jacks. Der Verdacht kam ihr, dass Heracles die Maschine flog, doch im Grunde war ihr das egal. Ihr einziges Ziel war, ihren Magen unter Kontrolle zu bekommen. Doch nachdem der Gleiter ruhig flog, schaffte sie das - und langsam begann Carter den Flug zu genießen. Der blaue Himmel, dass Wasser unter ihr - alles sah sehr malerisch aus.

Als die Insel vor ihnen auftauchte, war Sam doch froh das Ziel erreicht zu haben. Sie hatten Glück gehabt, kein weiterer Gleiter war aufgetaucht. Heracles landete den Gleiter und überließ O'Neill wieder seinen Körper.

Die Insel war klein. Es war nur ein Felsen mitten im endlosen Ozean. Rote Steine bildeten den Strand und O'Neill bemerkte die Höhle dicht am Strand in den Klippen. Eine Gestalt tauchte am Höhleneingang auf und lief auf sie zu.

"Daniel!" begrüßte Carter den Mann. Sie freute sich wirklich ihn zu sehen.

"Ihr kommt in einem Gleiter? Was ist geschehen? Wer hat ihn geflogen?" hielt Jackson dagegen. Als Daniel den Gleiter sah, hatte er an Goa'uld gedacht, doch Chandras Anblick hatte ihn beruhigt.

"Das war Jack", erklärte Sam und warf einen bedeutsamen Blick auf O'Neill. "Bei seinen Flugmanövern ist mir ganz übel geworden."

"Tut mir leid, Sam", sagte O'Neill. "Ich bin es nicht gewohnt einen Goa'uld-Todesgleiter zu fliegen.“

"Wo ist das Stargate?" fragte Carter ohne weiter auf die Worte Jacks zu achten. Während des Fluges hatten sie überlegt, was bei ihrer Ankunft zu tun war und entschieden, dass Carter durch das Sternentor vorausging.

"In der Höhle", erklärte Daniel.

"Dann komm! Zeig es mir", forderte sie den Wissenschaftler auf. "Wir sollten gleich hindurchgehen." Sam wollte es vermeiden in Nähe Zorans zu kommen. Sie lief auf die Höhle zu und zwang damit Daniel ihr nachzulaufen.

Er holte sie am Höhleneingang ein und riss sie zurück. "Was ist los, Sam?"
Carter schlug Daniels Hand beiseite und sagte: "Nichts, was soll sein? Ich möchte nur nach Hause."

"Das stimmt nicht. Ich erkenne, dass etwas passiert ist. Sag es mir, Sam", verlangte Daniel.

"Wo ist das Sternentor?" fragte Carter zum zweiten Mal und Jackson zeigte auf die Höhle.

Carter ging hinein und sah das Tor sofort. Es stand gleich am Eingang und davor das DHD. Die Höhle selbst war groß und die Höhe war nicht einzusehen. Vielleicht war der Berg ganz ausgehöhlt worden.

"Wir können die Erde nicht direkt anwählen, weil wir den Code zum öffnen der Irisblende nicht senden können. Wohin gehen wir also?" Carter sah Daniel an.

"Ich hatte genug Zeit darüber nachzudenken und meine, dass wir nach P3X984 gehen sollten."

"In die Gamma-Kolonie? Eine gute Idee, Daniel. Von dort aus können wir den Code ausstrahlen und zur Erde zurückkehren." Sie begann zu wählen. Die Koordinaten der Gamma-Kolonie hatten sie auswendig lernen müssen.

"Du hast es aber eilig", meinte Daniel. "Wollen wir nicht erst auf Jack warten? Vielleicht will er anderswo hin."

"Das glaube ich nicht. Ich gehe hindurch, du kannst ihm ja sagen, wohin ich gegangen bin. Du wirst sehen, dass er damit einverstanden ist." Carter hatte inzwischen das siebente Symbol gewählt und drückte auf den großen roten Knopf und das Tor baute sich auf. Sie ging in dem Moment in das Tor hinein, als O'Neill mit Zoran und Chandra auftauchte.

"Jack! Was ist mit Carter los?" wandte Jackson sich besorgt an O'Neill.

"Wo ist sie hin?" wollte O'Neill stattdessen wissen.

"Zur Gamma-Kolonie", erklärte Daniel.

O'Neill wusste natürlich warum Carter so schnell verschwunden war und sagte deshalb: "Eine gute Idee. Wir beide werden ihr gleich folgen." O'Neill wandte sich an Zoran. "Und was ist mit dir? Kommst du auch mit uns?"

Zu O'Neills Erleichterung sagte Zoran: "Nein, ich kehre auf meinen Planeten zurück."

"Wie du willst. Das ist sicher die richtige Entscheidung", O'Neill wollte ihn in diesem Entschluss noch zu stärken. „Doch wir sollten uns beeilen. Sicher werden die Goa’uld die Aktivierung bemerken.“

"Doch vorher muss ich noch etwas klären..." begann Zoran.

Daniel war jedoch anderer Meinung und unterbrach Zoran: "Jack! Ich denke Zoran wäre ein guter Verbündeter. Wir..." Daniel wich vor dem Ausdruck in O'Neills Gesicht zurück. In diesem Moment schloss sich das Sternentor hinter ihm. Sie hatten zu lange gewartet. Nun gut, dachte Daniel, er würde eben neu wählen müssen.

Geräusche vom Eingang ließen alle drei dorthin blicken. Ein Dutzend Jaffa stürmte in die Höhle und ihre Waffen richteten sich auf die drei und belehrte sie, dass nicht ratsam war, sich zur Wehr zu setzen.

Noch mehr Schlangenkrieger verteilten sich im Raum und schließlich kamen sie - Apophis und Klorel persönlich.

Apophis Blick wanderte triumphierend von einem zum anderen und blieb auf O'Neill haften. Seine Augen fingen an zu glühen und mit wütender Stimme sagte der Goa'uld: "Du hast mich verraten! Warum?"

Augenblicklich übernahm Heracles den Körper von O'Neill. Es blieb ihm keine andere Wahl. Ohne auf Apophis Frage einzugehen, sagte er mit veränderter Stimme: "Wie habt ihr uns so schnell gefunden?"

"Es war keine gute Idee den Gleiter zu stehlen. Wir überwachen unsere Maschinen. Wir sind euch sofort gefolgt."

Heracles war wütend. Warum hatte er nicht daran gedacht? Er hatte Apophis und seine Schergen unterschätzt und nicht nur sich ins Verderben gestützt, sondern auch O'Neill, Jackson und diesen Alien namens Zoran. Und er hatte Apophis das zweite Tor gegeben. Innerlich verfluchte er seine Unfähigkeit, aber gleichzeitig war es zu spät, sich Vorwürfe zu machen.

Daniel stand noch immer am Rückkehr-Computer und verfolgte das Gespräch mit steigendem Entsetzen. Jack war also doch ein Goa'uld. Die ganze Zeit über hatte er sie getäuscht. War das der Grund, warum Carter so eilig verschwunden war? Doch eine Flucht passte nicht zu ihr. Es musste noch etwas anderes sein.

Apophis gab einem der Jaffa ein Zeichen und der Krieger hob seine Zatnickatel und richtete sie auf Heracles und drückte ab. Mit einem Schmerzlaut sank der Tok'ra zu Boden. "Du hast meine Frage nicht beantwortet, Knossos." Ohne Mitleid beobachtete der System-Lord wie Heracles sich bemühte, die Schmerzen zu überwinden. Apophis dunkle Gesichtszüge verzogen sich zu einem hämischen Lächeln. "Oder sollte ich lieber Heracles zu dir sagen?"

Verloren, durchfuhr es Heracles. Apophis wusste wer er war. Der Schmerz verschwand und langsam erhob sich Heracles. "Du weißt es also? Nun gut, ich bin Heracles."

"Was hast du mit Knossos gemacht? Und welche Rolle spielt Talena?" fragte Apophis weiter.
"Ich habe Knossos mit einer Zatnickatel aufgelöst und Talena die ganze Zeit getäuscht. Als sie erkannte, dass ich nicht ihr Geliebter bin, war es zu spät für sie. Sie starb ebenfalls durch meine Hand. Und so wird es allen deinen Gefolgsleuten früher oder später ergehen. Die Tok'ra wird immer mächtiger. Auch ohne mich werden meine Leute weitermachen und dich und alle System-Lords töten. Und eines Tages werden wir die Galaxis beherrschen."

"Indem ihr in Koexistenz mit euren Wirten lebt?" meinte Apophis in gering schätzenden Tonfall. "Und in noch einem täuscht du dich. Talena ist nicht tot."

"Wie bedauerlich", sagte Heracles und tat, als wäre er darüber ärgerlich. "Doch auch du irrst dich in einer Sache. Du weißt den Wert der Menschen nicht zu schätzen. Zusammen, als Partner, sind viel stärker als ihr. Mensch und Tok'ra können eine Verbindung eingehen. Wir werden dadurch stärker und viel flexibler. Du solltest es versuchen, doch leider hast du deinen Menschen schon lange vernichtet. Und dafür hasse ich dich", erwiderte Heracles. "Töte mich endlich, bringe es zum Ende", gleichzeitig sandte Heracles ein Bedauern zu O'Neill.

"Oh nein! So einfach werde ich es dir nicht machen. Du wirst vor allen Augen sterben. Ehrlos und als mahnendes Beispiel für all diejenigen, die so denken wie du", erklärte Apophis. Er wandte sich an seine Leute: "Packt ihn und nehmt ihn mit." Apophis schritt die Höhle ab und blieb vor Zoran stehen. "Und du musst der sein, der es gewagt hat einige von uns und viele meiner Krieger zu töten. Dafür wirst du tausende Tode sterben."

Zoran spuckte vor ihm aus. "Ich werde in dem Bewusstsein sterben, mein Volk gerächt zu haben."


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm ich würde sagen Sam holt Hilfe, oder? Wirklich ein spannendes Kapitel mit einem...nervigen CLiffhanger! Wie geht es den weiter!? Ich kann es kaum erwarten weiter zu lesen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Longstory Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7  Weiter
Seite 1 von 7

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.




Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz