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Nun wollen alle streiken



 
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Kathi90
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Anmeldungsdatum: 18.09.2007
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 12:49    Titel: Nun wollen alle streiken Antworten mit Zitat

Bahnchef Hartmut Mehdorn steht vor einem Desaster. Nach der Lokführer-Kampftruppe GDL wollen plötzlich auch die beiden größeren Bahngewerkschaften Transnet und GDBA notfalls die Arbeit niederlegen.


Gerade hat die GDL mit ihrem Streik bei den Güterzügen begonnen, was die Deutsche Bahn (DB) und die Wirtschaft viel Geld kosten könnte, da drohen nun auch die Transnet und die GDBA mit einem Arbeitskampf.

Sie wollen das neue Modell für die Privatisierung des Staatskonzerns verhindern, das derzeit in der Regierungskoalition diskutiert wird.

Minister von CDU und SPD hatten am Donnerstag mit Mehdorn besprochen, ob die Bahn entgegen den bisherigen Plänen nun doch ohne das Schienennetz an die Börse gebracht werden solle. Das könnte über eine Finanzholding innerhalb der DB geschehen, in der die Unternehmensbereiche Personenverkehr sowie Transport und Logistik aufgingen. Das 34.000 Kilometer lange Schienennetz und die Bahnhöfe blieben beim Bund.


Mehdorn in der Klemme

Transnet und GDBA hatten zuvor davon Wind bekommen und sofort härtesten Widerstand angekündigt - notfalls bis hin zu Streiks. "Wir werden dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen, sondern alle rechtsstaatlichen Mittel nutzen, um erforderliche Korrekturen durchzusetzen", schrieben die Chefs beider Gewerkschaften, Norbert Hansen und Klaus-Dieter Hommel, in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Falls es nicht gelinge, die Bahn beim Börsengang als Konzern zu erhalten, müsse "Plan B" greifen. Die Privatisierung müsse abgesagt werden und das Unternehmen im Eigentum des Bundes bleiben, heißt es in dem Schreiben, das sueddeutsche.de vorliegt.

Für kommenden Donnerstag haben Hansen und Hommel eine Sondersitzung des Aufsichtsrats der Bahn durchgesetzt, bei der das neue Modell besprochen werden soll. "Wir verlangen Aufklärung", sagt Hommel. Den Gewerkschaften gehe es darum, die Arbeitsplätze zu sichern. "Wenn der Konzern zerschlagen wird, kostet das viele tausend Stellen." Die Bahn werde dann viele Dienstleistungen, die sie bislang selbst erledige, an andere Unternehmen vergeben.

Außerdem werde der konzernweite Arbeitsmarkt zerstört, kritisiert Hommel. Bislang sei es möglich, Mitarbeiter, deren Stellen der Rationalisierung zum Opfer fielen, anderswo im Unternehmen unterzubringen. Damit sei es dann vorbei.

Für Mehdorn kommt die Attacke von Transnet und GDBA zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Eine Lösung des Konflikts mit der GDL ist nicht in Sicht. Und das bisherige Modell für einen Börsengang der Bahn inklusive Schienennetz ist faktisch gescheitert, weil die SPD-Basis nicht mitmacht. Der SPD-Parteitag hat beschlossen, es dürften nur stimmrechtslose Volksaktien ausgegeben werden. Finanzkräftige Investoren, auf die Mehdorn hofft, wären daran aber nicht interessiert. Und die Union ist mit den SPD-Plänen nicht einverstanden.


Transnet und GDBA hätten das bisherige Modell mitgetragen, weil der Konzern nicht zerschlagen worden wäre. Die Bundestagsopposition hat schon lange geargwöhnt, Mehdorn habe im Sommer den neuen, für die Beschäftigten attraktiven Traifvertrag mit den beiden größeren Bahngewerkschaften auch deshalb abgeschlossen, um die Transnet und die GDBA für deren Unterstützung beim Börsengang als Gesamtkonzern zu belohnen und bei Laune zu halten.

Die DB zahlt 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt und gewährte den Mitarbeitern einen einmaligen Bonus von 600 Euro. Das sei der "teuerste Tarifabschluss" seit der Mitte der neunziger Jahre erfolgten Umwandlung der DB von einer Behörde in eine Aktiengesellschaft, erklärte der Bahnvorstand und ließ die beiden Gewerkschaften so als Gewinner aussehen. Und bereits vor einem Jahr hatte Mehdorn in einem Brief an Kanzlerin Merkel die Transnet für deren bisherige Unterstützung beim Börsengang ausdrücklich gelobt.

Nun gibt es einen weiteren Beleg für die These der Opposition, Mehdorn habe sich das alles fein ausgedacht. In einer internen Mail eines DB-Mitarbeiter aus der Rechtabteilung wird der Konflikt mit der GDL beleuchtet. Der Mitarbeiter schreibt, er könne nicht beurteilen, ob bei der Bahn "weiterhin noch taktische Rücksichtnahme auf Transnet besteht, obwohl diese auf dem SPD-Parteitag am vorletzten Wochenende keine klare Mehrheit für einen Börsengang mitorganisiert hat".

Das liest sich so, als ob Transnet-Chef Hansen zugesagt habe, seine SPD-nahe Gewerkschaft werde die Sozialdemokraten auf Kurs bringen. Hansen ist selbst Genosse und hat beste Kontakt zu SPD-Spitzenpolitikern. Sollte Mehdorn wirklich so kalkuliert haben, dann wäre diese Rechnung aber nicht aufgegangen. Die SPD-Basis spielte nicht mit. Und die kleine, aber schlagkräftige GDL ebenfalls nicht. Sie verlangt bis zu 31 Prozent mehr Lohn für die Lokführer, und einen eigenen Tarifvertrag.

Nun sitzen Mehdorn und Hansen in der Klemme. Problem eins: Gewährt der Bahnchef der GDL einen besseren Abschluss als der Transnet und der GDBA, dann können die beiden größeren Bahngewerkschaften ihren Tarifvertrag wieder kündigen und ebenfalls einen Zuschlag verlangen.

Notfalls müssten Transnet und GDBA dann ebenfalls zum Streik aufrufen, um ihren Mitgliedern zu beweisen, dass man deren Interessen genauso tatkräftig wahrnehme, wie das die GDL bei ihrer Klientel tue.

Problem zwei: Verständigen sich Union und SPD auf einen Börsengang ohne Schienennetz, dann wäre politisch der Weg frei für eine rasche Privatisierung des Staatskonzerns. Mehdorn will dieses Werk in seiner ihm verbleibenden Amtszeit bis 2011 unbedingt selbst vollbringen. Doch dann stellen sich Transnet und GDBA quer, mit unabsehbaren Folgen. Die gesamte Bahn könnte bestreikt werden.

So oder so: Mehdorn steht vor einem Desaster.




Quelle: sueddeutsche.de


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Colonel Maybourne
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, für die Bahn wird das auf jeden Fall schwerste finanzielle Ausfälle zur Folge haben.
Die Frage bleibt offen, ob diese Verluste dann auf den Tickettpreis aufgeschlagen werden.

Andersrum finde ich es ziemlich witzig, das den Geldsächen und Aktionären saftige Gewinne durch die Finger rutschen.
( nicht wundern, hab in letzter Zeit eine etwas kommunistische Einstellung )
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es gut. Da ich nicht auf die BAhn angewiesen bin kan nes mir egel sein. Ich hoffe die Lokführer können da etwas herausschlagen. Wenn man bedenkt, dass die Lokführer aufpassen müssen beim Zugfahren und das Leben von etlichen Menschen in ihren Händen halten und dafür eingesparrt werden überstunden machen müssen und nicht sonderlich gut bezahlt werden....LOS LOKFÜHRER!!
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ThePiperAtTheGatesOfDawn
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab nichts gegen Streiks. Doch der der GDL wird langsam lächerlich...

Zu Transnet etc: Viel blabla, sollen machen, mir isses egal, denn:

STREIKEN IST IN!

Demnächst mach ich ne Anti-Streik-Demo


MfG

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

Streiken wird doch, mit der Begründung, dass diese Streiks aufhören sollen *g*
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ThePiperAtTheGatesOfDawn
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du nen Beruf?

Alos. Streiken kann man freilich nur wenn man irgendwo angestellt bin und ich als Zivi hab das Recht auch nicht...

Deswegen ja auch Demonstration gegen Streiks!


MfG

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ne du für nen Job bin ich im Moment och zu Jung. Wie das mit Streiks abläuft weis ich. Aber nützlich sinse schon.
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Schülerstreik -> das gibt's *nickt*.

Ich weiß nicht mehr genau wann, das war, glaube ich, zu meiner Schulzeit, da haben wirklich Schüler von Gymnasien gestreikt ... war das damals für die atomare Abrüstungß *grübel* Keine Ahnung mehr, aber wurde tatsächlich offiziell als Streik betitelt.
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 09.11.2007, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe doch, das die sich bald mal einigen. Ich muss z.B. mit dem Zug am 1 + 2 Dezember nach und von Stuttgart wieder heim kommen. Wenn die am Wochenende streiken, dann muss ich mit dem Auto fahren und bei dem Wetter hab ich keine Lust.
Aber wie ich mich kenne, würd ichs machen, weil ich ja zum Fußball will. *seufz*
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