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Battlestar Galactica (Classic) - Die Djeromni-Saga



 
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 09.12.2007, 14:13    Titel: Battlestar Galactica (Classic) - Die Djeromni-Saga Antworten mit Zitat

Nachfolgende Geschichten stammen aus den Jugend-Tagen meiner Fan-Fiction-Begeisterung und basieren noch auf der alten klassischen Galactica-Serie, die muntere Space Opera mit einem gehörigen Schuss an Mystik war, wie es Star Wars vorgemacht hatte.
Die Geschichten sind sehr eigenständig, und ich hoffe, ich habe mit ihnen ein wenig die Atmosphäre der alten Serie mit Lorne Greene, Richard Hatch und Dirk Benedikt in den Hauptrollen einfangen können.


Teil 1
Djeromni


Eine Kampfstern Galactica Geschichte, basierend auf der klassischen Serie von 1978

Aus Adamas Tagebüchern
------------------------------------------
" ... Seit die Kolonien zerstört wurden, habe ich mich oftmals gefragt, was uns auf der Flucht vor den Cylonen, die die endgültige Vernichtung der Menschheit wollen, wirklich vorantreibt. Ist es die Furcht vor ihnen, oder einfach nur das kreatürliche Verlangen zu überleben? Klammern wir uns auch an die Hoffnung, eines Tages die verlorene, dreizehnte Kolonie zu finden, die legendäre Erde?
Ich habe mittlerweile festgestellt, daß jeder Mensch eine andere Quelle besitzt, aus der er seine Kraft schöpft. Doch bei den wenigsten ist es bewußte Treue. Treue, die auf Vertrauen und Liebe zu einer besonderen Lebensauffassung fußt, auch wenn diese oftmals erschüttert oder von allen anderen verachtet wird. Dies kann ein Volk tatsächlich überleben lassen ..."





"Die XERDINA fällt immer weiter zurück, Colonel. Wenn das so weiter geht, wird sie für die Flotte nicht mehr tragbar sein!"
"Ich weiß", erwiderte der Angesprochene. Colonel Sothis, ein hagerer und dunkelhaariger Mann, warf einen kurzen Blick auf die Anzeigen. "Geben Sie der Galactia Nachricht, Leutnant Sibren. Beantragen Sie, die XERDINA an eines der Werkschiffe andocken und dort verschrotten zu lassen. Die Passagiere und Besatzung müssen ebenfalls auf andere Schiffe verteilt werden. Bedauerlich, aber nicht zu ändern."
"Ja, Sir!" Ohne Widerspruch führte die silberhaarige Frau den Befehl aus, während sich der Commander vor den Sichtschirm stellte und die Sterne betrachtete. Die XERDINA war ein schmaler, länglicher Punkt unterhalb seines Schiffes. Sie gehörte zu den ältesten Frachtern der Flotte, ihre Herkunft war unbekannt. Angeblich war sie von Pisca gestartet, aber es gab keine Aufzeichnungen darüber. Er wunderte sich ohnehin, daß sie so lange durchgehalten hatte. Nicht nur das Schiff, auch die Besatzung hatte einen schlechten Ruf. Die bunt zusammengewürfelten Männer und Frauen schienen den Kloaken einer der großen Städte entstiegen zu sein, und er bezweifelte ihre Befähigung ein Schiff zu bedienen, seit Commander Adama ihm die XERDINA und drei andere Schiffe zugeteilt hatte.
"Colonel?" Sibren schreckte ihn auf.
"Was ist?"
"Die Verantwortlichen versprachen, sich des Falles anzunehmen. Sie werden eine Patrollie und Techniker senden, die den Zustand des Schiffes überprüfen und dann entscheiden werden, ob die XERDINA abgewrackt werden soll."
Sothis nickte und presste dann die Lippen aufeinander. Das war immerhin schon ein Fortschritt. Frühere Versuche, dies zu erwirken hatte man auf der GALACTICA bereits während der Anfrage abgeblockt.


Die jungen Männer drängten sich um einen der kleinen Tische in den Mannschaftsquartieren und beobachteten gespannt die Kartenspieler.
"Na, was ist, Starbuck? Hat dich dein Glück verlassen?"
Der Blonde mit der leicht zerzausten Haarmähne grinste breit und musterte den Sprecher mit seinen blauen Augen und dem jungenhaft kecken Gesicht. Dann ordnete er seelenruhig seine Karten und schob ein paar Plastikmünzen in die Mitte des Tisches. "Ich erhöhe um hundert Cubits."
Ein Raunen ging durch die Menge. "Ich gehe mit und erhöhe um weitere achtzig!" sagte ein schwarzhaariger Mann ruhig, der dem Blonden gegenübersaß. Er hieß Rhonen und war erst vor kurzer Zeit zu der Blauen Staffel der Vipers versetzt worden. Er schien die legendären Glücksspielkünste Starbucks nicht zu fürchten, der nun wieder ein undeutbares Lächeln aufsetzte und die Erhöhung der Summe akzeptierte. Die anderen Männer waren mittlerweile still und sahen fasziniert zu.
Rhonen nickte und legte seine Karten auf den Tisch. "Eine Pyramide", sagte er ruhig, nachdem er das atemlose Staunen der anderen genossen hatte. Starbucks Lächeln wich. Mit einer lässigen Bewegung legte er seine Karten ebenfalls nieder. Er hatte ebenfalls eine Pyramide - aber sie bestand aus einer schwächeren Farbe. "Ich fordere Revance, das ist doch klar", sagte er dann, ohne zu verraten, ob er sich nun über die Niederlage ärgerte, oder sie wie ein Mann hinnahm.
"Aber nicht jetzt!" lenkte eine energische Stimme die Aufmerksamkeit auf sich. Die Viper-Piloten nahmen Haltung an, als sie in dem Sprecher ihren Anführer, Captain Apollo, erkannten. "Wir haben einen Auftrag. Sie Starbuck, und sie Rhonen werden mich begleiten. Wir sollen die XERDINA durchchecken."
"XERDINA?" murmelte Rhonen. "Ich habe von dem Schiff schon gehört. Es ist ein halbes Wrack!"
"Richtig! Und wir sollen entscheiden, ob es ausgemustert werden soll", fügte Apollo hinzu.


Die XERDINA wirkte wie ein aus verschiedenen Wrackteilen zusammengebautes Schiff. Es besaß keine einheitliche, vor allem keine symmetrische Form, und der Antrieb flackerte so heftig, als sei er kurz vor dem Erlöschen.
"Bei den rotäugigen Blecheimern? Und das fliegt?" fragte Starbuck zweifelnd und mit einem Hauch Belustigung. Er blickte noch einmal aus dem Sichtschirm des Shuttles und schüttelte den Kopf.
"Sie hat lange durchgehalten", bemerkte Apollo kurz, der neben ihm an den Kontrollen saß. Dann beugte er sich vor und aktivierte den Sprechfunk. "Captain Apollo an XERDINA. Die Abordnung von der GALACTICA erbittet Landeerlaubnis."
"GALACTICA-Shuttle. Landedock Zwei steht für sie zur Verfügung!" erwiderte eine weibliche Stimme schroff. "Colonel Sothis erwartet sie bereits."
Die Fähre umkreiste nich einmal den wrackähnlichen Raumer, dann setzten sie zum Landeanflug an. Dabei stellten die Piloten noch einmal fest, wie verrottet die XERDINA auch von innen war.
Nur Leutnant Rhonen starrte mit einem grübelnden Gesichtsausdruck auf die zusammengestückelte Landebucht, die schwer zerschossen schien. Apollo beobachtete ihn eine Weile. Er erinnerte sich in dem Dossier über den jungen Mann gelesen zu haben, daß Rhonen, ein Capricaner wie er, durch seinen Vater mehr Kenntnisse über Frachter besaß, als er selber. Denn Rhonens Erzeuger hatte selbst eine Handelslinie betrieben, und auch zwielichtige Geschäfte geführt - wenn auch nicht in der Art eines gewissen Handelsfürsten - Lord Baltar, der sie alle an die Cylonen, jene Rasse mechanischer Wesen, verraten hatte.


Colonel Sothis fühlte sich nur in der Nähe seiner Sicherheitskräfte wohl. Die Mannschaft des Frachters hielt zwar eine erzwungene Diziplin ein, aber die finsteren Blicke, die ihm das Brückenpersonal zuwarf, sprach Bände. Jeder von den Männern und Frauen wußte, daß die XERDINA ihren Dienst aufgeben sollte, und für die meisten bedeutete das den Abstieg in eine niedrigere Position. Kaum einer konnte Identifikationen vorweisen - die wenigsten wollten es wohl auch.
Sothis blickte auf die verrotteten Konsolen. Verschiedene Deckplatten hielten nur noch locker in ihren Verankerungen, Drähte lagen frei, Instrumente fielen teilweise oder ganz aus, und der Navigationscomputer schien nur mehr eine archaische Dekoration zu sein. Er fragte sich, wie die XERDINA bisher auf Kurs geblieben war. Auf dem Boden häufte sich Schmutz und Unrat, Öl verschmierte Hebel und Schalter.
Die Uniformen der Besatzung, wenn man überhaupt von solchen sprechen konnte, waren in einem ebenso jämmerlichen Zustand.
Sothis berührte nichts. Einmal hatte er aus einem Gerät Funken sprühen sehen.
'Das ganze gleicht der Brücke eines Kampfsternes kurz vor der Zerstörung', dachte er sarkastisch, als ihn Nitokris, die gerade Dienst am Funk tat, aufschreckte: "Die Beauftragten der GALACTICA sind da!"
Die Frau, über deren Stellung auf dem Schiff er sich nicht ganz klar wurde, drehte sich um und musterte ihn. Sie hatte ihre Befugnisse überschritten und das Landedock einfach freigegeben, ohne auf seinen Befehl zu warten. Sothis zog eine Augenbraue hoch. Er musterte die hochgewachsene, mollige Frau mittleren Alters scharf und beschloß, ein Diziplinarverfahren gegen sie einzuleiten, denn sie hatte nicht zum ersten Mal so eigenmächtig gehandelt. Er gab seinen Männern ein Zeichen.
Nitokris folgte ihnen wie selbstverständlich. Wieder fiel ihr drahtiges, schmutzigbraunes Haar über das Gesicht, das keine auffälligen Rassemerkmale aufwies.


"Ich bin Captain Apollo von der GALACTICA. Leutnant Starbuck, Leutnant Rhonen!" stellte sich der braunhaarige Mann vor und betrachtete Colonel Sothis aufmerksam, der sich bei der Musterung sichtlich unwohl fühlte. Er erinnerte sich, den Mann mehrere Male bei Ratssitzungen oder im Spielcasino der Rising Star gesehen zu haben. Die drei Blaugekleideten hinter dem Colonel schienen wohl seine Wächter zu sein. Nahe der Wand bemerkte er schließlich noch eine Frau, die offensichtlich zur Besatzung gehörte, weil sie in ihrem schmuddeligen Aufzug der Wartungsmannschaft gleich, die das Shuttle übernommen hatten. "Nitokris", stellte sie sich bescheiden vor.
Apollo tauschte mit Sothis die üblichen Begrüßungsfloskeln aus, während er mit seinen Begleitern Blicke wechselte, und bemerkte, daß Rhonen über etwas zu grübeln schien. Der junge Leutnant sah sich immer wieder um und kniff angestrengt die Augen zusammen.
"Ich möchte ihnen nun die Brücke zeigen,", sagte Sothis schließlich mit einem angewiderten Unterton, "damit sie sich ein Bild über den Zustand des Schiffes machen. Meiner Meinung nach, ist es nicht mehr lange flugtauglich und wird zu einer Bedrohung der Flotte."
"Ich weiß nicht. Wenn wir die XERDINA noch retten können, werden wir das tun. Jedes Raumschiff der Flotte ist kostbarer Raum, den wir nicht aufgeben können", antwortete Apollo und deutete auf Rhonen. "Ich werde mich bei meinem Urteil auf die Meinung des Leutnants verlassen, da er ein Spezialist für solche Frachter ist."
Sothis nickte unwillig und wandte sich an den Dunkelhaarigen. "Dann sagen Sie mir, was haben Sie einen Eindruck von diesem Schiff?"
Der Aufzug, in den sie nun traten, ruckte heftig an und versagte, als Rhonen das Wort ergreifen wollte. Ein Hieb Nitokris' gegen die Schalter beendete die Störung. Sie zuckte nur mit den Schultern, als die anderen sie fragend anblickten. Ein Lächeln war auf ihren herben, wenn auch nicht unatraktiven Zügen zu erkennen.
"Manchmal ist das wohl nötig!" bemerkte Starbuck grinsend.
"Bitte beantworten sie meine Frage", knurrte Sothis mit einem finsteren Blick.
"Ich werde dieses Raumschiff einer genauen Inspektion unterziehen", antwortete Rhonen knapp, ohne sich festzulegen. "Lassen sie noch ein paar Techniker von der GALACTICA kommen."
"Ich bedauere sehr, daß dies nicht geht, aber die Langstrecken-Kommunikation ist schon vor längerer Zeit ausgefallen", mischte sich Nitokris plötzlich ein. "Uns fehlen die Ersatzteile, um es zu reparieren."
Rhonen schüttelte den Kopf, doch bevor er etwas bemerken konnte, hielt der Aufzug an. Nitokris führte sie auf die Brücke.
Ein Techniker der XERDINA hatte die Konsole der Langstreckenkommunikation geöffnet und war nun dabei, einen Wust von Drähten und Speicherkarten zu ordnen. Zweifelnd betrachtete Apollo den Mann, der ihm für diese Aufgabe kaum geeignet schien, zitterten die Hände des alten Technikers doch so stark, daß er mehrmals innehalten mußte.
Er schien seltsam unsystematisch an den Schaltungen zu arbeiten. Nitokris kauerte sich neben den Mann nieder und wisperte ihm einige Worte zu, die keiner von ihnen verstehen konnte, zumal nun auch noch ein lautes Brummen zu hören war.
"Was ist das? Ein Alarm?" riet Starbuck, der freundliche Blicke mit einer recht hübschen jungen Frau auf der anderen Seite gewechselt hatte. Colonel Sothis zuckte zusammen, während Rhonen bereits nach der Ursache des Brummens suchte und sich schließlich an Nitokris wandte. "Kümmern sie sich darum. Es kommt von da vorne!"
Die mollige Frau erhob sich und eilte an den Männern vorbei, setzte sich auf die metallene Bank vor einer Konsole und ließ ihre schlanken Hände über die Tastatur huschen, die sie energisch hervorzog.
"Das Fernstreckenradar", erkannte Rhonen plötzlich. "Ich habe mich schon die ganze Zeit über die Anordnung der Geräte auf dieser Brücke gewundert. Jetzt weiß ich, was wir hier vor uns haben. Die XERDINA ist ein Djeromni-Schiff."
Einen Moment herrschte Schweigen.
"Djeromni..."
Weitere Überlegungen wurden von Nitokris Stimme unterbrochen: "Cylonen. Sie nähern sich aus dem vierten Quadranten, sind aber noch weit genug entfernt, um Vorbereitungen zu treffen."
"Weit genug?" Colonel Sothis war an das Pult herangetreten und starrte auf den matten Bildschirm. "Die XERDINA ist zurückgefallen und treibt hinter der Flotte her. Nicht einmal das Shuttle der GALACTICA kann ..."
"Lassen sie mich sehen!" Die Frage nach der Bedeutung des Wortes Djeromni war vergessen, als Apollo an die Seite des Älteren trat, und auf die Anzeigen starrte. "Bei den Lords von Kobol! Die GALACTICA ..."
"Sie wird diese Daten noch nicht empfangen haben. Ihr Radar reicht nicht so weit, und wir liegen in einer günstigeren Position", antwortete Nitokris und blickte auf. Jetzt erst sah der Captain, daß ihre Augen im Gegensatz zu Haaren und Haut sehr hell waren.
"Wir müssen zurück zur GALACTICA und sie warnen! Jede Micron ist kostbar. Starbuck, sie kümmern sich darum. Rhonen, bringen sie Colonel Sothis ..." Apollo verstummte, als er ein Klicken hörte. Auch die anderen sahen plötzlich von den Mündungen altertümlicher, aber sicherlich noch voll funktionsfähiger Waffen auf sich gerichtet.
"Ich bedaure." Nitokris wandte sich Apollo zu und machte ein paar Zeichen mit der linken Hand. "Bringt die Männer bis auf Colonel Sothis, Captain Apollo und Leutnant Rhonen weg!" befahl sie mit harter Stimme.
"Was ist das? Eine Meuterei?" brauste Sothis auf und schüttelte eine Faust in Richtung der Frau. "ich werde dafür sorgen, daß du vor das Gericht ..."
"Schweigen Sie. Ich weiß genau, was ich tue", entgegnete Nitokris langsam und drohend. "Sie wollten die XERDINA schon immer los sein und das hier wäre der beste Grund, den Frachter zu verlieren, mit ihm uns und unsere Passagiere. Deshalb sperrten Sie uns die Ersatzteillieferungen und taten auch sonst alles, um das Schiff verrotten zu lassen."
"Ist das wahr?"
"Nein, natürlich nicht ... nicht so, wie diese Meuterin das darstellt. Ja, ich habe Anfragen abgelehnt. Was hätte es für einen Sinn, ein Wrack wie dieses Schiff zu erhalten?"
"Aber doch besitzen sie ein besonders leistungsfähiges Langstreckenradar", sagte Apollo.
Rhonen gab ihm die Antwort, als sie alleine waren. "Das Schiff gehörte einst den Djeromni, oder gehört ihnen noch. Ich war mir zunächst nicht sicher, weil die Bauweise etwas anders ist, aber die Art, in der hier die Geräte gehandhabt werden - Geräte, die auf keinem anderen Schiff mehr in Gebrauch wären - beweist mir, daß ich recht habe. Vor zwanzig Yahrens wurden die Djeromni laut Dekret des Rates der Zwölf aus dem Raum der Kolonien verbannt, aber offensichtlich haben sich einige nicht daran gehalten."
"Die Djeromni?" murmelte Apollo und musterte Nitokris interessiert. "Ich habe nicht viel über sie gehört."
"Es sind Verräter und Piraten", knurrte Sothis. "Sie machten mit den Cylonen ..."
Rhonen schüttelte den Kopf. "Piraten und Schmuggler waren die Djeromni, das ist sicher, aber vor allem waren sie unruhige Wanderer, Menschen wie wir, die sich jedoch dem Weltraum mehr verbunden fühlten, als einem Planeten. Die Djeromni lebten in großen Sippen zusammen und verdienten ihren Lebensunterhalt mit illegalen, manchmal auch halboffiziellen Geschäften. Vielleicht hatten sie auch mit Baltar zu tun ..."
Nitokris hob eine Hand. "Es stimmt fast alles, was er sagt. Wir haben jedoch nie mit den Cylonen paktiert, weil wir sie als erste durchschauten und uns ihre Schiffe bereits jagten, als mit den Kolonien noch Frieden herrschte. Als einige meiner Sippe den Rat der Zwölf warnen wollten, verkannte man ihre Absicht und klagte sie anderer Verbrechen an. Die RYOMNE, unser Schiff wurde konfisziert, die Erwachsenen in Arbeitslager verbracht, die Kinder in Erziehungszentren. Doch als die Cylonen die Kolonien angriffen fanden wir wieder zu unserem Schiff - die RYOMNE, die ihr XERDINA nennt. Wir sind nicht gewillt, es wieder aufzugeben oder gar zu verlieren."
"Und was haben sie jetzt vor?"
"Wir werden Ihnen nichts tun. Sie werden sehen, daß die RYOMNE mehr kann, als Sie vermuten."
"Warum aber das falsche Spiel?" fragte Apollo.
"Colonel Sothis kann Ihnen darauf antworten. Hätte die RYOMNE aufgeschlossen, hätte man uns des Diebstahls von Ersatzteilen beschuldigt, und mehr. Aber ich versichere ihnen, daß sie dazu fähig ist."
"Was ist dann mit den angeblich fehlenden Ersatzteilen?"
"Wir fertigen sie selber, verwenden dabei Material aus dem Schiff. Wir waren schon immer geübt darin, aus Schrott Geräte, selbst Computerbänke zusammenzubauen. Diese sehen vielleicht nicht gut aus, aber sie erfüllen ihren Zweck ..." Die Frau wanderte langsam zu einem anderen Pult und setzte sich davor. Ihre Männer senkten die Waffen und sicherten sie wieder.
"Was geschieht mit den anderen Männern?"
"Sie werden in einigen unserer Quartiere festgehalten, bis alles vorüber ist. Wir krümmen ihnen kein Haar, aber sie störten hier oben", antwortete einer der Männer für die Frau.


Commander Adama, die XERDINA ist weit zurückgefallen. Jeder Versuch, sich mit ihr in Verbindung zu setzen ist fehlgeschlagen."
"Und Captain Apollo?"
"Ebenfalls keine Nachricht von ihm, Sir. Einen Moment! Auf der XERDINA sind Explosionen wahr zu nehmen!" meldete Adamas Stellvertreter, der einen Bildschirm musterte. "Andere Signale tauchen auf. Es sind Cylonen."


Starbuck verfluchte die Männer, die auf keines seiner Worte reagierten, als er sie aufforderte, den "Unsinn sein zu lassen und zur Vernunft zu kommen, da er dann alles vorgefallene vergessen würde". Die Bewaffneten taten so, als verstünden ihn nicht und drängten ihn schließlich in eine kleine Kabine.
"He! Wenn ihr nicht endlich einseht daß ich Recht habe, werdet ihr großen Ärger bekommen!"
"Das werden wir sehen!" war die kurze und wenig beeindruckte Antwort dazu, aber Starbuck gab nicht auf. Er nutzte den Moment der Unachtsamkeit, als eine Explosion das Schiff erschütterte, und schlug einem der Bewaffneten gegen das Kinn, riß dem anderen Mann die Waffe aus der Hand und schleuderte ihm mit einem Tritt gegen die Wand. Dann rannte er, so schnell ihn seine Füße trugen in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Zurück zur Brücke! war sein einziger Gedanke. Ohne Apollo, der mehr ein Freund, als ein Vorgesetzer war, und Colonel Sothis war keine Flucht möglich. Starbuck bog in einen dunklen Seitentunnel ein, presste sich in eine Nische, als seine Verfolger an ihm vorbei hetzten und hielt den Atem an. Die war er hoffentlich für eine Weile los.
Der Weg zur Brücke erwies sich als schwieriger, als die Männer die ihn suchten abzuhängen. Mehrmals mußte Starbuck auf den belebteren Gängen in leere Räume oder Nischen ausweichen und andere Tunnel benutzen, oder durch Schächte nach oben steigen.
"Na endlich!" zischte er entschlossen, als er vor dem Schott stand, das ihn von Apollo, Rhonen und Sothis trennte. "Wir werden sehen, wir zuletzt lacht!"
Er hieb auf den Öffnungsschalter und stellte sich breitbeinig in den Eingang, die Waffe im Anschlag. "Laßt eure Waffen fallen und ergebt euch, oder ich zerschieße den Hauptcomputer!"


"Was geschieht jetzt?" Nitokris beugte sich angestrengt über die Hauptkonsole und ließ ihre Finger über die Tastaturen und Sensoren gleiten, als spiele sie ein Instrument. Apollo spürte in jeder ihrer Bewegungen das große Vertrauen, das sie in das Schiff setzte. Es schien ihrem Willen zu gehorchen, wenn auch einmal eine Explosion die Wände zum Vibrieren brachte.
"Wir haben nur den falschen Namen abgesprengt!" erklärte einer der Techniker.
"Damit macht ihr die Cylonen auf euch aufmerksam", stellte Rhonen fest.
"Ja, das stimmt", erwiderte Nitokris, die doch nicht so versunken in ihre Arbeit schien. "Wir ziehen ihre Aufmerksamkeit auf uns, denn wir sind eine leichte Beute. Sie glauben, uns ohne Verluste abschießen zu können. Inzwischen dürfte auch die GALACTICA die Verbände geortet haben und ihre Vipers ausgesandt haben, um ..."
In diesem Moment öffte sich unerwartet das Schott und eine bekannte Stimme gellte durch den Raum.
"Starbuck!" Apollo reagierte sofort und hob die Hand. "Es ist alles gut! Wir sind keine Gefangenen!"
"Cylonen nähern sich auf zwei Microns!" rief ein Mädchen dazwischen und machte das Durcheinander perfekt. "Nehmt eure Plätze ein!" befahl Nitokris kurz angebunden, während Starbuck seine Waffe sicherte und mit verwirrtem Gesicht auf seinen Captain zukam. "Was ist hier los? Welchens seltsame Spiel treiben die?"
"Das erkläre ich dir später!" wehrte Apollo ab. "Beobachte lieber, was geschieht."
"Mit ist nicht ganz wohl in meiner Haut!" murmelte Starbuck. "Die Blechköpfe schießen uns doch so einfach wie Vögel vom Himmel..."
Er warf einen Blick zu Colonel Sothis, der die ganze Zeit geschwiegen hatte, und von der beispielhaften Diziplin der Mannschaft überrascht wurde. Das hätte er den verlotterten Männern und Frauen nicht zugetraut. Aber die zehn Menschen arbeiteten wie eine Einheit.
"Der Beschuß beginnt!"
"Unsere schwachen Schilde werden die Schüsse nicht lange abhalten können. Wartet, noch - jetzt alle Energie auf die Triebwerke!" befahl Nitokris.
Ein heftiger Ruck ging durch die RYOMNE. Rhonen und Apolo mußten sich an Wänden abstützen, um nicht ihr Gleichgewicht zu verlieren, Sothis stolperte gegen einen der Sessel und wurde von einem hünenhaften Djeromni festgehalten. Starbuck taumelte einige Schritte zur Seite und fing sich dann neben dem Sitz einer jungen Frau ab.
Nitokris und die anderen beobachteten wachsam die Instrumente, während die Sterne auf dem Sichtschirm schneller vorbeizurasen schienen, und schließlich eine Staffel Viper vorbeischoß. Das Schiff schloß in kürzester Zeit zu den Schiffen der Flotte auf, und erst dort drehte sich Nitokris wieder zu ihren Gästen um und lächelte sie triumphierend an. Commander Sothis wandte den Blick ab, während erste Anfragen über den plötzlich wieder funktionierenden Langstreckenkommunikator kamen...


"Es ist unglaublich. Wie kann ein solches Wrack wie die XERDINA diese Geschwindigkeiten erreichen?" Colonel Tigh sah von dem Bildschirm auf und sah zu Commander Adama. "Ich denke, wir werden das erfahren, Tigh", antwortete dieser mit einem nachdenklichen Blick. "Ich glaube, die Antwort auf unsere Fragen wird überraschend sein ..."


Einige Tage später.
Apollo und Starbuck waren auf die GALACTICA zurückgekehrt und hatten ordnungsgemäß Bericht erstattet. Commander Sothis, so berichteten sie, sei wieder auf sein Schiff zurückgekehrt, während Rhonen im Auftrag Adamas auf der RYOMNE blieb, um dort einige Dinge zu regeln und die Forderungen der Besatzung aufzunehmen und zu melden. Die Techniker und Ingenieure des Schiffes, die man so lange übersehen hatten, nutzten das auch, um ihm lange Listen zu übergeben, und die lange zurückgehaltenen, und jetzt wirklich notwendigen Ersatzteile anzufordern.
Dann erst kam Nitokris an Bord der GALACTICA. sie hatte sich offiziell als die Matriarchin der Überlebenden der Djeromni zu erkennen gegeben und trug nun auch die Gewänder ihres Volkes - bunte Tuche, die sich vorteilhaft um ihren Körper schmiegten, ihre Haare hingen nicht länger im Gesicht. Sie waren nun mit bunten Steinen verflochten und ein Reif aus Gelbmetall krönte ihre Stirn. Ohne zu zögern trat sie auf Adama zu und blickte ihm in die Augen.
"Siress Nitokris, es ist mir eine Ehre, Euch an Bord der GALACTICA begrüßen zu können. Es geschieht nicht oft, ein Volk in unserer Mitte begrüßen zu können, das wir längst verloren glaubten."
"Ich danke Euch für Eure Worte, Commander Adama", erwiderte Nitokris darauf. "Die Djeromni waren nie verloren, sie hielten sich nur aus verschiedenen Gründen verborgen, doch sie blieben ihrer Kultur und ihren Träumen treu. Ich hoffe nun, da wir in gewissem Sinn alle Djeromni ... Sternenwanderer sind, wird man uns endlich als die akzeptieren, die wir sind. Brüder und Schwestern der Kinder der Kolonien."
Und sie warf einen langen, nachdenklichen Blick auf den Rat der Zwölf, der sie erwartete ...
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 11.12.2007, 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

So, nu konnte ich endlich mal die erste deiner Djeromni-Geschichten lesen. Und ich muß sagen, zumindest mich hast du überzeugt damit. Ich weiß gar nicht, was du hast? Mir gefällt sie und ich würde gern mehr darüber erfahren, wie es Nitokris und ihrer Truppe weitergeht.

Wenn ich das richtig interpretiere, haben deine Djeromni einen ererbten "Ungerechtigkeitsdetektor", so wie die auf diesen Typen, der ihnen zugeteilt wurde, diesen Colonel Sothis, reagieren. Na, das ist ja ein Früchtchen! Hoffentlich hat Adama sich den zur Brust genommen - dürfte ziemlich unangenehm für diesen Knilch geworden sein, sich diese Standpauke anhören zu müssen *hihi* - verdient hatte er's!

Mh, laß mich raten, mit diesem neuen Piloten Rhonen hat es auch noch was auf sich. Kann das sein? Würde mich jedenfalls nicht sehr wundern. Der wußte ein bißchen viel über diese Weltraumzigeuner für meinen Geschmack, während Apollo einfach nur (ratlos und) interessiert danebenstand und sich das ganze anhörte.

Oh Mann, jetzt muß ich erst einmal von meinem Revival-Feeling wieder runterkommen *träum*. War echt klasse. Her mit der Fortsetzung!!!
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

@ Hyndara: Danke für deinen lieben Kommentar über den ich mich sehr gefragt habe. Beim Durchsehen der zweiten Geschichte habe ich zwar gemerkt, dass die Zeit auch nicht spurlos an der Geschichte vorbei gegangen ist, aber sie dennoch immer ihren Reiz haben.
Ich bin mal gespannt, was du von der zweiten Geschichte hältst. Damals habe ich noch nicht so zusammenängend geschrieben, aber in den vier Geschichten gibt es doch immer noch Zusammenhänge, die sich allerdings erst nach der vierten erschließen. Ich denke, heute würde ich einiges anders machen. Der Text hier stammt jetzt aus dem Jahr 1991, die erste Story von 1990.


Teil 2
Anukhet


Eine Kampfstern Galactica Geschichte, basierend auf der klassischen Serie von 1978


Aus Adamas Tagebüchern
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„Was ist der Mensch nur für ein Wesen? Warum wehrt er sich gegen das Unbekannte und haßt das Ungeliebte so sehr, daß er fähig ist, es ohne Gewissensbisse zu töten?
Die Cylonen haben keine Gefühle, und das macht sie grausam, aber gerade dieser Grund sollte den Menschen genug sein, stärker mit Verstand und Gefühl zu handeln, und nicht nur mit einem ...“



"Wie macht sich die RYOMNE, Captain Apollo?" fragte Commander Adama und blickte mit einem Lächeln auf seinen Sohn, der mit Bewunderung zu berichten begann: "Sehr gut, Commander. Die Djeromni besitzen die geschicktesten Finger, die ich je gesehen habe, und sie verstehen es, aus untauglichem Schrott, den wir eigentlich abstoßen wollten, Maschinen zu entwickeln. Leutnant Rhonen kann Ihnen noch detaillierter davon berichten."
"Später. Ist die Matria Nitokris auf meinen Vorschlag eingegangen?"
Der junge Mann schwieg einen Moment, dann nickte er. "Ja. Sie sagte mir, dass sie Ähnliches bereits geahnt hätte. Und nun, nachdem sich ihr Volk wieder zeigt, hält sie es für wichtig, Vertrauen zu gewinnen. Dem Misstrauen der Kolonisten gegenüber den Djeromni will sie Hilfe entgegensetzen."
"Dann schickt sie also Techniker?"
"Ja. Sobald die Arbeiten an der RYOMNE abgeschlossen sind, und sie einige ihrer Leute entbehren kann. Meiner Meinung nach, Commander, sollten sie die Djeromni beobachten lassen, um sie zu schützen, sollte es soweit sein."
"Das erscheint mir nicht so. Genau jene, die Misstrauen gegen die Sternenwanderer hegen, werden sich beobachtet fühlen. Wir müssen andere Wege finden, den Djeromni-Technikern Sicherheit zu geben."


Die TILLIAN gehörte zur Klasse der Luxus-Liner, auch wenn sie ein weit älteres Modell als sie RISING STAR war. Beeindruckend schimmerte sie in der samtigen Schwärze des Alles und bot noch immer einen atemberaubenden Eindruck. Stolz musterte Artemisia das Schiff und warf dann einen Blick nach hinten zu den Passagieren ihres Shuttles. Ihr Lächeln verschwand. Sie kam von der GALACTICA und hatte neben einige Pendlern noch eine Technikerin an Bord, die der TILLIAN zugeteilt war. Sie sollte geschickt wie kein anderer sein und vielleicht den Defekt im Antrieb beheben können, der den Mechanikern des Liners immer wieder Schwierigkeiten verursachte. Aber die Frau war auch eine Djeromni!
Die Sternenwanderer waren doch Diebe, Räuber, Mörder, Verräter an der Menschheit! Dreckige Schmuggler und hinterhältige Händler - so hatte Artemisia es gelernt, obgleich heute das erste Mal war, daß sie eine dieses Volkes zu Gesicht bekam.
Die Djeromni hieß Anukhet.
Sie wirkte sauberer, als Artemisia sie sich vorgestellt hatte, einzig ein regenbogenfarbenes Band um die Stirn, an der leise klingelnde Glöckchen befestigt waren, deutete auf ihre Abstammung hin. Unter der Mähne krausen Haares leuchteten die braunsten Augen hervor, die Artemisia je gesehen hatte.
Die Shuttle-Pilotin drehte ihren Kopf wieder weg, als die junge, vielleicht zwanzig Yahrens zählende Frau ihren neugierigen Blick bemerkte. Sie seufzte und strich ihre blonden Haare zurück, ehe sie sich auf den Landeanflug konzentrierte.


'Sie beobachten mich', dachte die Anukhet und ließ ihren Blick schweifen. 'Und sie wenden den Blick ab, wenn sie glauben, daß ich ihn bemerke. Warum sind sie voller Argwohn?'
Die junge Frau fühlte sich unwohl und wünschte sich auf die RYOMNE. Sie hoffte, ihre Arbeit so schnell wie möglich erledigen zu können, um wieder in die Gemeinschaft zurückkehren zu können, denn sie hatte bisher nur wenig Kontakt mit Planetenbewohnern gehabt. Zudem waren ihre Eltern und Geschwister durch die Hand von Kolonisten umgekommen. 'Warum hast du gerade mich ausgewählt, Matria?' fragte sie sich stumm. Sie hatte unter Ihresgleichen nicht einmal den Erwachsenenstatus erreicht.
Traurig faltete sie die Hände und sah zu Boden. Sie hatte Angst. Ein Gespür, das ihr angeboren war, verriet ihr, dass sie vorsichtig sein mußte.


"Die neue Technikerin, die mir unterstellt ist, ist eine Djeromni?" Der rothaarige Capricaner fuhr auf. "Eine Djeromni? Was versteht die von den komplizierten Anlagen der TILLIAN! Bei den Herren von Kobol! Da mache ich nicht mit! Ich protestiere, Sire Darmithon!"
Er ballte die Fäuste und wanderte unruhig in der nüchtern ausgestatteten Kabine auf und ab. Der weißhaarige Mann betrachtete ihn. "Die GALACTICA versicherte mir, daß sie eine Spezialistin in dem, uns betreffenden Gebiet sei, von der Matria selbst ausgebildet. Sie wissen doch, Krydos, daß wir nicht mehr viel Zeit haben, wenn wir die TILLIAN nicht ganz verlieren wollen. Auf Ihre ablehnende Haltung kann ich keine Rücksicht nehmen. Ich weiß, daß Djeromni ihren Vater ...."
"Genug!" zischte der Rothaarige. "Ich beuge mich Ihren Befehlen, weil mir nichts anderes übrig bleibt, aber ich versichere Ihnen, ich werde diese sogenannte Technikerin genau beobachten. Ein falscher Handgriff, und ..."
Krydos machte eine kurze Ehrenbezeugung und verschwand, während der Weißhaarige nachdenklich auf das kleine Sichtfenster starrte. Er hatte den Verantwortlichen auf der GALACTICA zu vermitteln versucht, dass trotz der Not eine Djeromni hier fehl am Platz war. Sein Cheftechniker Krydos haßte die Sternenwanderer aus verschiedenen Gründen. Der schwerwiegendste war der Tod seines Vaters, der bei einem Einsatz seiner Sicherheitskräfte von einer Djeromni erschossen worden war.
Sire Darmithon erinnerte sich an die geheimen Unterlagen, die er einmal eingesehen hatte, und die bestätigten, daß die ohnehin schwerverletzte Frau nur ihre Kinder hatte schützen wollen. Das allerdings wurde erst später entdeckt, als man die Leichen der erstickten Kleinen in einer Frachtkiste gefunden hatte. Nur ein Kind hatte wie durch ein Wunder überlebt.
Er seufzte, aber er brachte es nicht über sich, Krydos Äußerungen in dessen Akte zu vermerken.


Artemisia überließ den Bodentechnikern und Sicherheitskräften ihr Shuttle und verließ mit eiligen Schritten die Brücke. wie sie gehofft hatte, kam ihr auch schon Krydos entgegen, doch er schien schlechte Laune zu haben. Seine Mundwinkel waren zusammengekniffen, seine Augenbrauen gesenkt. Das fing ja gut an! Wollte er ihnen durch seine Stimmung die wenige gemeinsame Zeit vermiesen?
Sie zwinkerte Krydos zu und umarmte ihn. "was ist mir dir los, Liebling? Wieder Ärger im Maschinenraum?"
Er antwortete nicht. Sein Kuss war geistesabwesend und fahrig, so dass sie ihn leicht gegen das Schienbein trat. "Was hat dich gestochen?" fragte sie gereizt. "Nun sag doch schon! Schließlich wollen wir auch noch einige angenehme Tage auf der RISING STAR verbringen. Ich habe mich schon so sehr darauf gefreut!"
"Daraus wird wohl nichts!" brummte Krydon ärgrlich. "Ich muss einen neuen Techniker überwachen."
Artemisia hob die Hand vor den Mund und zuckte heftig zusammen. "Krydos, doch nicht etwa ..."
Sie sprach nicht weiter, denn in diesem Augenblick versteinerten Krydos' Gesichtszüge. Die Augen drückten einen Augenblick Entsetzen, dann Haß aus. Ohne sich umzudrehen, wusste Artemisia instinktiv, was er sah: Die Djeromni!
Sie erinnerte sich wie sehr er dieses Volk hasste und so legte sie hastig eine Hand auf seine rechte Schulter. "Komm, laß dir durch sie nicht deinen freien Abend verderben. Lasse uns wenigstens diesen genießen!"
Krydos wandte sich ihr zu. Er schob die Hand von einer Schulter und sah Artemisia ernst an. "Entschuldige, ich erkläre es dir später", sagte er und wollte gehen, aber die Shuttlepilotin hielt ihn an der Hand fest. "Verdammt noch mal!" fauchte sie ärgerlich. "So einfach lasse ich mich nicht abweisen, mein Guter. Ich bin kein hirnloser Cylone, und will jetzt genau wissen, was dich an diesen dreckigen Djeromni so aufregt? Klar!"
Krydos presste die Lippen aufeinander. "Entschuldige Artemisia. Das ist eine Angelegenheit, die nur meine Familie und mich etwas angeht!" stieß er abgehackt hervor. "Lasse mich jetzt bitte in Ruhe..."
Er löste sich energisch aus ihrem Griff und eilte davon. Artemisia stampfte mit dem Fuß auf und folgte ihm. So einfach ließ sie sich nicht abwimmeln - auch wenn Krydos wieder vor Wut kochte.


Anukhet legte ihre Habseligkeiten auf die Pritsche des karg ausgestatteten Raumes und blickte sich stumm um. Dann erst ließ sie sich auf einer Sitzgelegenheit nieder und stützte den Kopf in die Hände. Immer dieser Blicke ... als wäre sie eine Aussätzige. Sie ertrug es nicht länger! Sie blieb eine Weile so sitzen und stieß schließlich einen gequälten Schrei aus. Die Stille des Raumes war erdrückend. Fahrig wühlte die junge Djeromni dann in einer ihrer Taschen herum. Auch wenn sie sich den Raum wohnlicher gestaltete, so würde es doch nicht wie auf der RYOMNE sein! Wo immer etwas brummte, und sie alle eng beieinander lebten.
Sie ertrug das Alleinsein nicht länger!
Und so schlüpfte sie kurze Zeit später in ein Gewand ihres Volkes, das sie sonst nur zu feierlichen Anlässen trug. Aber sie fühlte sich darin besser. Der Stoff war mit farbenfrohen Mustern bedruckt, die einem, der sie zu lesen verstand, die Bedeutung ihrer Sippe verriet. Das Band ließ sie im Haar, steckte sich aber noch breite, klirrende Ohrringe an und benutzte ein wenig des kostbaren Duftöls, das man nicht künstlich herstellen konnte.
So verließ sie schüchtern ihre Kabine.
Anukhet fröstelte, denn ihre Schultern waren nackt, und der weitschwingende Wickelrock entblößte bei allzu heftigen Bewegungen ihre Beine. Ein Zittern durchfuhr Anukhet, als sie die ersten Schritte machte, dann aber straffte sie ihren Rücken und schritt tapfer aus.
Der Mann, der sie zu ihrer Kabine gebracht hatte, hatte ihr auch im Vorübergehen die Mannschaftsmesse gezeigt, und da sie sich Wege gut einprägen konnte, stand sie schließlich vor der Tür. Mit einer zaghaften Geste drückte sie den Schalter. Zischend öffnete sich der Eingang zur Messe, Sie war mehr als zur Hälfte mit Technikern, sonstiger Besatzung, aber auch einigen Kriegern gefüllt, die hier ihre Freizeit bei Getänken, Spielen und Gesprächen zu genießen schienen. Musik dröhnte aus versteckten Lautsprechern.
Anukhet trat hastig ein, dich die Nächstsitzenden hatten sie schon gesehen und steckten nach dem Augenblick der Überraschung tuschelnd die Köpfe zusammen.
Die junge Frau überlegte sich, ob sie wieder verschwinden sollte, aber dann suchte sie sich einen versteckten und noch freien Platz, nachdem sie ein Getränk geholt hatte. Wenigstens war sie hier nicht allein ... und dennoch einsamer als in ihrer Kabine.
'Djeromni!' hallte es in ihrem Kopf. 'Sie haben mit Baltar zusammengearbeitet. Sie sind auch noch heute Spione der Cylonen. Man darf keinem von ihnen trauen ... So war es, und so wird es bleiben ...'
Sie versank in düsteres Brüten und zuckte heftig zusammen, als sich jemand neben sie setzte. Der Mann grinste sie breit an. "Ich sah, daß Sie alleine waren. Neu hier?" fragte er und stellte seinen Becher auf den Tisch. Vertraulich beugte er sich zu Anukhet. "Ich heiße Lanthos!"


Krydos hatte heftige Worte benutzt, als Artemisia zu aufdringlich geworden war, und sie aus seinem Raum geworfen. Doch er wollte alleine sein. Er hatte die Djeromni gesehen und schneller als erwartet, waren die alten Hassgefühle in ihm aufgestiegen. Er kramte hastig ein altes Bild hervor, das er nur mit viel Bestechungsgeld erhalten hatte und stieß einen grollenden Ton aus. Das Foto war nur undeutlich und verschwommen, aber es zeigte die Leiche der Frau, die seinen Vater erschossen hatte.
Und dieses Weib hatte Ähnlichkeit damit - doch sahen die Djeromni nicht alle gleich aus? Wut kam in ihm hoch, und er stopfte das Bild wieder zurück in die Tasche, während er zu einem Wandgemälde blickte, daß seine Eltern in glücklicheren Tagen auf Caprica zeigte.
Dann schnaubte er.
Jetzt brauchte er einen starken Drink, um das alles wieder zu vergessen!
So begab er sich, äußerlich wieder ruhig wirkend auf den Gang. Er hörte Stimmen und wich zurück, als er die beiden Menschen sah, die ihm entgegenkamen. Da war dieses schamlose Weibsbild schon wieder - und es hatte sich in ein aufreizendes Gewand gekleidet.
Lanthos, der Herzensbrecher der TILLIAN hatte sich an sie heranzumachen, und es gefiel dieser Frau offensichtlich auch noch. Sie war nicht besser als eine Sozialatrice, eine der Frauen, die ihre Gesellschaft und ihre Gunst verkauften ...
Er wollte sich schon abwenden, da hörte er ein hässliches Klatschen und zog erstaunt die Augenbrauen hoch, denn die Djeromni hatte den Mann geschlagen und rannte nun fort. Krydos konnte sich ein spöttisches Lachen nicht verkneifen!


Anukhet atmete erst auf, als sich die Tür hinter ihr schloss, warf sich dann auf die Pritsche und machte ihrer Anspannung durch einen Schrei Luft. Wie konnte dieser Kerl nur! Warum glaubte dieser Kerl, sie sei eine ehrlose Frau, ein leicht zu habendes Mädchen?
Oh ja, Nitokris hatte sie gewarnt, hatte ihr die Vorurteile der Planetenbewohner bewusst gemacht und eingeprägt, aber erst jetzt wusste sie, was diese für eine Bedeutung hatten. "Auch wir Djeromni haben einen Ehrenkodex und Stolz!" schluchzte sie. "Warum versteht ihr das denn nicht? Warum blickt ihr nicht über das hinweg, was ihr zu glauben wisst?" Über diese Gedanken schlief sie ein.


Der Cheftechniker war ein rothaariger, jedoch finster dreinblickender Mann.
Anukhet spürte, dass er sie nicht nur ablehnte, sondern abgrundtief hasste. Sie war feinfühlig genug, um die Kälte aus seiner Stimme und seinen Gesten zu erspüren. Mit mitleidloser Sachlichkeit erklärte er ihr die Maschinen und das Problem, aber nicht mehr.
Und jetzt bohrten sich seine Blicke wie Speere in ihren Rücken.
Er beobachtete sie. Jeden ihrer Handgriffe, jede Bewegung.
Die junge Djeromni bemühte sich, dies zu ignorieren, aber sie vermochte nicht, sich richtig auf ihre Arbeit zu konzentrieren.
Immerhin war sie jetzt schon drei Tage an Bord der TILLIAN. Der junge Mann, der sie belästigt hatte, schien ihr das nicht übel zu nehmen, im Gegenteil, er war der einzige, der in der Messe mit ihr sprach, und das Eis zwischen ihr und den anderen langsam taute. Er hatte auch von Krydos, dem Cheftechniker und seinem Hass auf die Djeromni erzählt.
Sie selber empfand solche Gefühle für die Planetenbewohner, die ihre Familie umgebracht hatten, nicht. Djeromni lebten mit dieser Gefahr, und das Leben war zu kurz, um es durch negative Gefühle zu vergeuden.
Schließlich gelang es ihr, die angstvollen Gedanken zu vertreiben, die Tränen aus den Augen zu wischen und vorsichtig an den Schaltungen weiterzuarbeiten. Diese zeigten wie die Relays und Mikrochips keinen Fehler. Als sie schon fast aufgeben wollte, fiel ihr eine ungewöhnliche Energiespirale auf.
Doch bevor sie sich mit dieser beschäftigen konnte, legte sich eine Hand auf ihre Schulter und die kalte Stimme des Cheftechnikers erklang. "Dein Dienst ist beendet. Geh und ruhe dich aus." Er duldete keinen Widerspruch. Anukhet spürte, dass er sie loswerden wollte.


"Ein Routinebesuch von Abgesandten der GALACTICA ist doch nichts ungewöhnliches. Die Besatzung der TILLIAN kennt das schon, und sie haben keinen Kontakt zu den Schiffen, auf denen die anderen Djeromni arbeiten", meinte Starbuck. Er saß mit Apollo in der Offiziersmesse und genoss die freie Zeit vor dem nächsten Einsatz.
"Auf der TILLIAN scheint alles so zu laufen, wie es soll. die Mannschaft macht keinen Ärger, doch der Cheftechniker Krydos haßt Djeromni so sehr, dass nur ein Fehler der jungen Frau ihn reizen könnte, sie zu töten."
"Woher weißt du das?" horchte Apollo auf.
"Nun ..." Starbuck setzte sich in Positur. "Wenn du ein wenig mehr auf gebrochene Herzen achten würdest, dann könntest du mehr erfahren. Gestern tröstete ich eine einsame Shuttle-Pilotin auf der RISING STAR, die mir davon erzählte. Na, ja, der Kerl muss einen ziemlichen Hass auf die Djeromni haben, zumindest drückte sie sich so aus. Vielleicht findest du meinen Vorschlag jetzt gut?"
"Uns nicht nur eine Routinepatrouille zu ersparen, sondern auch etwas zu verhindern, was gar nicht eintritt, wie?"
"Ja!"


Die Energiespirale verpuffte ins Nichts - oder in etwas, das Anukhet noch nicht gefunden hatte. Sie spürte inzwischen längst nicht mehr die Blicke des Cheftechnikers, sondern arbeitete verbissen weiter. Die Spirale war ein Grund für die Energieschwankungen, die dem Antrieb schadeten und ihn immer wieder stocken ließ. Sie testete mittlerweile einen unscheinbaren Draht, als der Krydos plötzlich sagte: "Ich glaube, hier kommen Sie nicht weiter. Sie sollten besser an einer anderen Stelle weitermachen."
Anukhet blickte über die Schulter, musterte ihn scharf, dann aber drehte sie sich wieder zu ihrer Arbeit und zuckte zusammen, als sie fand, wonach sie in den vergangenen Tagen gesucht hatte - die Verbindung zu einem anderen Energiekreis, der tiefer lag.
"He! Ich sagte ..."
Krydos packte Anukhet an der Schulter und riss sie herum. Er erlaubte sich dies, weil sie in der Energiezentrale allein waren. "Hörst du Djeromnischlampe nicht, was ich sagte? Du bist nicht nur eine Verräterin sondern auch noch taub?"
Hass sprühte aus seinen Augen, angeekelt ließ er sie wieder los. Anukhet spürte, wie die angestauten Aggressionen aus ihm herausbrachen. Mit beherrschter Stimme - um keines ihrer widersprüchlichen Gefühle zu zeigen, sagte sie: "Ich habe den Fehler gefunden. Bitte lassen sie mich weiterarbeiten. Sie könnten mir sehr damit helfen!"
"Helfen? Einer Djeromni?" keuchte er und deutete dann spöttisch auf die geöffnete Konsole. "Da ist nichts. Soll ich es dir beweisen?" Mit seiner Faust hieb er auf das Metall und drückte den Draht gegen eine magnetisierte Spule. Nur die Djeromni sah die kleine Entladung, die auf den Draht übersprang und schrie auf. Im nächsten Moment brach die Hölle los ...


Die beiden Viper bewegten sich mit gedrosselter Geschwindigkeit durch den Flottenverband. Apollo und Starbuck hatten auf begrenzte Kommunikation geschaltet, um ungestörter reden zu können, und nicht abgehört zu werden. Das Problem unliebsamer Lauscher kannten sie nur allzu gut, und bald würden einige Djeromni-Techniker das Gerät herausrücken müssen, das sie dafür und dagegen entwickelt hatten.
Endlich sahen sie die TILLIAN vor sich.
"Siehst du das auch?"
"Die Lichter? Flackern! Totaler Energieausfall auf dem Schiff. Verdammt, was ist da los? Die Notenergie setzt wenigstens ein, aber das Schiff fällt zurück! Gib eine Meldung an die Schiffe hinter der TILLIAN: Sie sollen ausweichen, Starbuck!"
Apollo selber empfing eine Nachricht des Schiffes: "Erbitten Hilfe ... Systeme können nicht lange erhalten werden ... Störung in der Antriebsleitung ... Energiezentrale ..."

Die Entladung griff auf die Konsole über, und noch ehe einer von ihnen reagieren konnte, explodierte sie. Die Schreie des Cheftechnikers und Anukhets vermischten sich mit der Detonation. Noch während sie durch den Druck mitten in den Raum geschleudert wurden, hörte die Djeromni, wie sich die Schotte schlossen. Einen Augenblick wurde es dunkel um sie.
Als sie wieder zu sich kam, lag sie zwischen Metalltrümmern. Es roch nach verschmorten Leitungen und der Notenernergie-Generator hatte auf rotes Licht geschaltet. Stöhnend bewegte sich Anukhet, stellte aber dann fest, dass sie nur Schnitt- und Schürfwunden neben leichten Verbrennungen erlitten hatte. Krydos hatte das meiste abgefangen, weil er vor ihr gestanden hatte. Metallsplitter hatten sich in seine Haut gebohrt und Blut floss langsam über seine schwarzen Verbrennungen.
Sie wusste nicht, ob er noch lebte, und sie kam nicht mehr dazu, das nachzuprüfen. Eine andere - nicht erwartete - Tatsache nahm ihre Aufmerksamkeit gefangen.
Die Explosion der Konsole hatte ein anderes Gerät freigelegt, und der Djeromni wurde heiß und kalt bei der Entdeckung: Selbst ihr Volk, die für ihre Schiffe Wracks ausschlachteten, hielten sich von diesen Konvertern fern. Sie waren seit mehr als hundert Yarens verboten, weil sie mehr Energie produzierten, diese aber nicht gleichmäßig abstrahlen konnten. Sie neigten schon bei einer geringen Überlastung dazu, zu explodieren. Irgendjemand hatte bei der Umrüstung den Energiekonverter an seinem Platz belassen, und mit voller Absicht nicht vom Energiesystem ausgeschlossen. Anukhet sah, wie sich das Gerät mit rhythmischem Summen voller Energie pumpte.
Sie durfte nicht länger nachdenken, sondern musste handeln und die Energiezufuhr unterbrechen, ehe das Ding zu einer Bombe wurde, und die TILLIAN zerfetzte. Die Folgen für die Flotte waren nicht absehbar!
Die Djeromni taumelte an dem, noch immer reglosen, Mann auf das Gerät zu und ließ sich auf die Knie sinken. Heftig atmend studierte sie die verschiedenen Verbindungen und rief sich all das in ihr Gedächtnis, was sie über die Konverter gehört hatte. Wie gut, dass sie nur wenig vergaß.
Dann begannen ihre Finger zu tasten. Sie achtete nicht auf die heißen Metalldrähte, die die Haut ihres Armes versengten. Der Schmerz war unangenehm, aber zu ertragen.


Kaum da sie gelandet waren, hetzten Apollo und Starbuck, geführt von Sire Darmithon und einigen anderen hochrangigen Offizieren zur Energieleitzentrale, die noch immer durch dichte Schotte verschlossen waren. Techniker arbeiteten hastig daran, sie zu öffnen, während ein junger Sicherheitsmann Bericht erstattete: "Cheftechniker Krydos und die Djeromni befinden sich dort drinnen. Wir wissen nicht ..."
Bevor er weiterreden konnte, flammte das Licht wieder auf. Im gleichen Moment öffneten sich die Schotte mit einem lauten und vernehmlichen Zischen und gaben den Blick in den verwüsteten Raum frei. Doch sie waren nicht so schlimm, als dass sie nicht innerhalb weniger Stunden behoben werden konnten. Nur eine Konsole war völlig zerstört, aber glücklicherweise schien die Notschaltung zu funktionieren. Dies alles sahen Apollo und Starbuck nicht.
Sie waren schnell, aber doch nicht so schnell wie sie hätten sein müssen ...
Die junge Djeromni, zerschrammt, blutbedeckt und erschöpft, mit Brandwunden an beiden Armen richtete sich in dem Moment auf, in dem sich der Cheftechniker aufstützte und einen länglichen Gegenstand mit letzter Kraft aus seiner Uniform zog ... und schoss.
Die Djeromni schrie qualvoll auf und fiel zur Seite. Der Mann aber rollte sich auf den Rücken und röchelte mit letzter Kraft: "Und dies den Mördern und Verrätern, den Djeromni..."
Er war schon tot, als sich Apollo neben ihn kniete und die Waffe aus den Händen nahm.


Anukhet fand schließlich die Verbindungen und löste sie, auch wenn der Schlag, den sie nun erhielt ihren Körper in Brand setzte. Aber das wiederkehrende Licht und die, ihre Arbeit wieder aufnehmenden Geräte verrieten ihr, dass sie Erfolg hatte. auch das Schott trat wieder in Funktion und öffnete sich. Müde blickte sie auf den teuflischen Konverter hinab. Andere würden ihn ausbauen. Sie hatte ihre Arbeit erledigt und konnte heimkehren. Sie lächelte den kolonialen Krieger an, der gerade eintrat, doch im nächsten Moment brannte sich Feuer in ihren Rücken. Der Schmerz betäubte sie.


"Er konnte den Tod seines Vaters nicht verwinden. Dieser und seine Männer hatten Schmuggler, Djeromni aufgebracht, die sich wehrten, als sie sich eigentlich schon ergeben hatten. Die genauen Gründe wurden niemals herausgefunden, man weiß nur noch, daß Krydos Vater eine Frau in einem abgelegenen Raum aufspürte. Er musste die Frau niederschießen, die ihn nicht in den Raum lassen wollte - doch das gelang ihm erst, als sie ihm mit einem Stilett schon eine tödliche Wunde zugefügt hatte. Andere Sicherheitsleute fanden später in einer Kiste die Leichen dreier Kinder und eines nur noch schwach atmenden Säuglings. Wenigstens dieses Kind, ein Mädchen konnte gerettet werden. Es hieß Anukhet ..."
Sire Darmithon senkte den Blick, als er Adama dies mitgeteilt hatte. "Ich hätte das Angebot, eine Djeromni als Technikerin aufzunehmen, ablehnen müssen. Krydos hat sich letztendlich selber durch seinen Hass getötet, nun hoffe ich, dass wenigstens das Mädchen überlebt."
"Sie wird hier, auf der GALACTICA jede erdenkliche Hilfe bekommen. Das sind wir ihr schuldig, weil sie durch ihr Eingreifen nicht nur die TILLIAN, sondern auch die Flotte gerettet hat", fügte Apollo hinzu. Aber die Männer fühlten sich nach diesen Worten noch immer unwohl.



Aus Adamas Tagebüchern:
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„Doch der Haß hatte noch ein weiteres Opfer zu beklagen. Anukhet starb an ihren lebensgefährlichen, inneren Verbrennungen, die nicht mehr regeneriert werden konnten.
Nun erwartete ich Hass und Rache auf Seiten der Djeromni, doch es geschah nichts.
Die Matria Nitokris, die auf die GALACTICA kam, um Anukhet in eine andere Welt zu geleiten, sagte mir nur, daß dies eine Eigenart ihres Volkes sei. Rache gäbe es nur unter ihresgleichen. Aber ich kann es ihr nicht richtig glauben.
Doch die Zeit wird erweisen, ob sich die Wunde wieder schließen wird. Mögen der Djeromni Anukhet niemals andere folgen. Ich trage diese Hoffnung in mir, und ich weiß es auch von der Matria. Wir sind nicht länger unzählige Völker, sondern nur noch eines, auch wenn es für die verschiedenen Kulturen schwer zu begreifen ist. Die Djeromni können uns diese Einheit lehren..."
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Habe deine Story entdeckt und sie gleich gelesen. Das heißt den 1. Teil. Zum 2. Teil habe ich jetzt leider keine Zeit mehr, kommt aber noch.

Mir hat der 1. Teil sehr gut gefallen, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste, dass die Charas hier ja anderes sind als in der aktuellen Serie. Starbuck ein Mann, echt ungewohnt für mich. Ich sehe da immer Kara vor mir.

Mit den Djeromni hast du dir ja was tolles einfallen lassen. Erst das scheinbar verkommen Schiff, dass so gar nicht verkommen ist. Fehlt halt das Notwendigste dazu. Dann diese Anführerin, die ja sehr mysteriös in meinen Augen ist. Aber interessantes Völkchen. Bin gespannt wie es weitergeht.

Lese auf jeden Fall auch noch die anderen Teile.
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 14.12.2007, 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Oh Mann, das war heftig *schnüff*. Die arme Anukhet! Das tat mir wirklich am Ende dermaßen leid, daß sie hat sterben müssen ... Andererseits, ob sie mit so schweren Verbrennungen noch ein gescheites Leben hätte führen können? Ich wage es zu bezweifeln. War vielleicht besser für sie.

Was mir wirklich gut gefällt ist, daß du mit den realen Vorurteilen den Sinti und Roma gegenüber spielst. Was hab ich da als Kind für Schauergeschichten zu hören bekommen: Kindesentführer, Diebe, Meuchelmörder ... oha! Seit ich ein Roma-Ehepaar kennengelernt habe (okay, die sind seßhaft geworden - zumindest nach außen) weiß ich erst, wie nett die eigentlich sind, und wie wenig sie sich von uns anderen, den Seßhaften eben, unterscheiden.

Ich finde, diesen Gegensatz bringst du sehr gut rüber. Dabei sollten die Flüchtlinge im Konvoi sich allmählich selbst an die eigene Nase fassen. Immerhin sind sie inzwischen selbst zu einer Art Weltraum-Zigeuner geworden - oder nicht? Da haben Nitokris und Adama recht, wenn sie mehr oder minder meinen, sie seien sich inzwischen zu ähnlich. Stimmt ja auch.

Hat mir wieder sehr gut gefallen und ich freu mich schon auf die nächste Geschichte. Inzwischen jammere ich schon darüber, daß es "nur" vier sind *zwinker*.
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 18.12.2007, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

@Hyndara: Ja, ich weiß nicht, was mich geritten hat, das damals zu schreiben. Die Stories sind auch immer im Ein- oder Zweijahresabstand entstanden, so dass ich, oft nicht mehr auf das zurückgreifen wollte, was ich bereits geschrieben hatte, auch wenn es dann doch einige lockere Verknüpfungen gab

@ Selana: Vielen Dank für dein Lob. Klar, jetzt mit der neuen Serie vor Augen ist es schwer wieder umzudenken, ab er ich hoffe, das fällt nicht ganz so schwer. Ich bin gespannt, was du zu dem Rest meinst.

Hier also die kommende Story, die ja schon die dritte im Reigen ist. Entstanden ist sie 1993, was man ihr glaube ich auch anmerkt:


Teil 3
Der Weg zur Achtung


Eine Kampfstern Galactica Geschichte, basierend auf der klassischen Serie von 1978


Aus Adamas Tagebüchern
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Auch nach dem Tode der Djeromni Anukhet, die das Leben vieler Menschen rettete, als sie einen alten Generator ausschaltete, obwohl sie zur gleichen Zeit von einer Waffe bedroht wurde, schwindet das Misstrauen gegen die Sternenwanderer nicht.
In vielen Hunderten von Yahrens aufgebaute Vorurteile, verzweifelter Hass und vielleicht auch Furcht vor Verrat ist schwer auszumerzen und richtet sich noch heute gegen sie. Nur wenige, auch im Rat der Zwölf, erkennen die Matria Nitokris als vollwertiges Mitglied der Regierung an.
Ihre Ernennung, die mit knapper Mehrheit durchgesetzt werden konnte, bricht mit den Traditionen von Tausenden von Yahrens. Solche, die die Djeromni ausschlossen und für unwürdig hielten, im Rat über das Schicksal der Menschheit mitzubestimmen, weil sie auf keinem Planeten beheimatet waren.
Aber haben sich die Zeiten nicht geändert? Sind wir nun nicht die Unwürdigen? Sollten wir den Sternenwanderern und ihrem Rat nicht besser folgen?
Nitokris weiß, wie es um die Achtung ihres Volkes steht, aber was auch immer sie spürt, sie weiß es gut zu verbergen und versucht vor allem Anerkennung zu gewinnen, und Vertrauen bei denen, die bereit waren, eine Hand zur Freundschaft auszustrecken.
Ich unterstütze sie, denn wir sind in diesen Tagen wie die Djeromni, Sternenwanderer. Das jedoch scheinen viele Menschen zu vergessen.




Die RISING STAR zeigte sich in ihrer vollen Pracht vor den Sichtfenstern der Fähre. Trotz der überstandenen Gefahren, war das Raumschiff bisher von direkten Angriffen verschont geblieben. Noch immer hob sich der Luxus-Liner hell gegen den Hintergrund - die samtene Schwärze des Alls - ab und versprach erlesene Unterhaltung.
Diana, die Shuttle-Pilotin betrachtete aufmerksam die Kontrollen, um auf jede Veränderung zu reagieren und wartete auf die Erteilung der Landeerlaubnis. Vermutlich hatte sogar sie diesmal die Zeit, sich dort zu vergnügen.
Kurz warf sie einen Blick auf die Passagiere hinter sich. 'Oh ihr Herren von Kobol! Die üblichen: alleinlebende Viper-Piloten und Bodenpersonal, die ihren Sold durchbringen wollen, wohlhabende Passagiere und Djeromni.' Sie stutzte. 'Djeromni?'
Neugierig blickte sie wieder nach hinten und musterte den Mann und die Frau genauer, die in einer Ecke des Raumes saßen und sich leise unterhielten. Ihre Gewänder waren verspielter und farbenprächtiger als die von den Kolonisten. Diana erkannte mit dem geübten Blick als Tochter einer Völkerkundlerin, dass die beiden diese Reise als etwas besonderes ansahen. Sie bewunderte den Schnitt und die Pracht der Kleidung, die die beiden wie Figuren aus Legenden wirken ließ, den der Schmuck der an Gliedern und Stoff glitzerte, war echt. Diana fragte sich, wie sie an all die Edelsteine ...
Doch die rauhe Stimme des Kommunikationsoffizers von der RISING STAR riss sie unsanft aus ihren Gedanken. "Ladeerlaubnis ist hiermit erteilt, GALACTICA-Fähre. Landedeck 2 wartet auf euch."
Gerade jetzt! Seufzend wandte sich Diana wieder ihrer Arbeit zu. Wenigstens schloss sich der Rückflug ihrer Fähre nicht unmittelbar an diesen an. Als Pilotin von der GALACTICA standen ihr alle Ebenen der RISING STAR offen. Das war nicht bei allen so. Mit einem kurzen Blick fragte sie sich, wie die Wachen an den Aufzügen auf die Djeromni reagieren würden.
Den Nomen, die ebenso fast ebenso sehr verpönt waren, begegneten die Männer immerhin mit Respekt. Kein Wunder, waren die barbarischen Wüstenbewohner doch, wenn sie glaubten, beleidigt worden zu sein, schnell mit einer Waffe bei der Hand. Ein Leben zählte nicht viel für die Nomen, die noch immer nach arachischen Regeln lebten.
Diana schreckte auf, als ein kurzer Alarmton erklang und sie ermahnte, den weiteren Anweisungen der Techniker von der RISING STAR zu folgen. Dann verscheuchte sie alle abwegigen Gedanken aus ihrem Kopf.

Neferti und Cheprin beobachteten die Anwesenden schweigend und teilten ihre Beobachtungen einander durch leichte Berührungen der Fingerspitzen und Gesten mit. So übten sie sich unentwegt in der Zeichensprache ihres Volkes.
Bruder und Schwester waren aufgeregt, hatten sie von der Matria doch die Erlaubnis erwirken können, die RISING STAR zu besuchen, von der ihre Technikerfreunde von der Galactica schon so viel berichtet hatten. Zwar hatten drei der Kollegen sie begleiten wollen, aber eine plötzliche Änderung des Dienstplanes hatte die gemeinsamen Überlegungen kurz vor dem Flug scheitern lassen. Die Djeromni aber hatten ihre Passagen nicht verfallen lassen wollen, und freuten sich nun allein auf das Kommende. Die Geschwister hatten "Kepra" und "Sabet" angelegt, Festtagsgewänder, wie sie ihr Volk nur zu besonderen Anlässen trugen, und von ihren Ohren baumelte Generationen alter Schmuck.
"Sie beobachten uns, aber sie trauen sich nicht heran", stellte der junge Sternenwanderer fest, der mit seiner dunklen und krausen Haarmähne kaum von seiner Schwester zu unterscheiden war. Nur reichte ihres, wenn sie es nicht flocht weit über den Rücken herunter, seines aber nur bis zu den Schultern.
"Sie haben eben noch Angst vor uns." Neferti seufzte und betrachtete die jungen Krieger genauer.
"Nicht!" warnte Cheprin sie. "Die Matria hat uns das djisa verboten. Sie weiß nicht, wie die Oberflächenbewohner darauf reagieren!"
Seine Schwester sah ihn verärgert und traurig an. "djisa", die freie Wahl eines Partners für eine Nacht war eine Sitte, die die jungen Djeromni untereinander praktizierten, solange sie auf keine Blutsverwandschaft achten mussten. Doch seit sie sich wieder zu erkennen gegeben hatten, erbat sich die Matria Zurückhaltung.
Den Grund kannten alle - die Vorurteile der Planetenbewohner sollten nicht wieder geweckt werden, und vor allem die sittenstrengen Völker wie die Geminesen nicht in ihren Meinungen bestärkt. Deshalb trug Neferti auch ein Tuch über ihrem freizügigen Gewand, um den gewagten Ausschnitt zu verbergen. "Und was ist mit den Frauen, die sie Sozialatricen nennen?
Cheprin lachte leise auf. "Sie sind von ihrer Art und keine Djeromni. Bitte sei vorsichtig und vergiss nicht, dass die Planetenbewohner mit zweierlei Maß messen. Ich weiß, dass das Feuer der Sterne in dir brennt, wie auch in mir. Aber wir dürfen nicht unvorsichtig werden. Vielleicht können wir für ein paar Tage auf die RYOMNE zurück."
Der junge Mann berührte seine Schwester am Arm. Fast ein Yahren hatten sie fern von der RYOMNE auf verschiedenen Schiffen der Flotte gelebt. Sie hatten die unterschiedlichsten Erfahrungen machen können, aber allmählich vermissten sie ihr Volk und ihr altes Leben. Hier, unter den Planetenbewohnern mussten sie sich deren Sitten unterordnen. So sehr sie sich auch bemühten, sich anzupassen - sie konnten nicht verleugnen, dass sie Djeromni waren und eine eigene Lebensart besaßen.
Stumm beobachteten die Geschwister die Landung der Fähre und warteten, bis sich die Schotten öffneten. Erst nachdem die jungen Piloten die Fähre verlassen hatten, erhoben sie sich. Die kleinen Glöckchen an ihren Gewändern klingelten und verlockten die Pilotin, sich umzudrehen. Neugier und eine Art von Freundlichkeit, die Cheprin nicht einzuschätzen wusste, lag in ihrem Blick. Die junge, hellhaarige Frau lächelte und hob eine Hand zum Gruß. Instinktiv erwiderte Cheprin dieses Verhalten und nickte, dann folgte er Neferti, die ihn am Ärmel zog.

"Oh, ihr Herren von Kobol, er ist wirklich hübsch!" murmelte Diana selbstvergessen und deaktivierte die Kontrollen und erhob sich, um die Fähre dem Bodenpersonal zur Überprüfung zu überlassen. Verdammt, so nachlässig war sie ja noch nie gewesen! Hatte der junge Djeromni sie so verwirrt? Sie musste ehrlich sein. Er war hübsch, vereinte die Vorzüge mehrerer Rassen in sich - und war der erste Djeromni, den sie jemals lebendig vor sich gesehen hatte. Ihr Wissen über die Sternenwanderer stammte nur von den Bändern und aus den Aufzeichnungen ihrer Mutter, die diese mühsam zusammengesucht hatte. Die Bilder, die sie betrachtet hatte, waren selten scharf gewesen - oder sie zeigten Gefangene, die schmutzig und verdreckt abgeführt wurden. Aber Diana wusste, daß die Djeromni die Reinlichkeit schätzten, wenn sie sie für angebracht hielten.
Beide hatten nach taurischer Vanille gerochen, ein angenehmer, betörender Duft.
Wer wohl die weibliche Djeromni gewesen war? Seine Geliebte? Oder gar Gefährtin? Diana zuckte zusammen, als ihr jemand auf die Schulter schlug. "Du kannst dich heute wohl gar nicht von deiner Fähre trennen, Diana?"
Es war Marus, einer der Techniker, den sie gut kannte, weil sie öfters diese Route flog. "Kann sein!" lächelte sie verlegen. "Du hast mich ertappt. Aber ich verschwinde schon damit ihr hier in Ruhe arbeiten könnt. Ich muss erst in einigen ... " , sie blickte auf ihren Zeitmesser und nannte ihm die Spanne, "wieder weg!"
"Dann amüsier dich gut!" grinste er.

Cheprin und Neferti wanderten durch eine der unteren Hallen. Sie spürten, dass sie bei den Männern und Frauen, die auf den Abflug ihrer Fähre warteten, Aufsehen erregten, spürten die Blicke, die sie verfolgten.
Die beiden Djeromni beachteten das einsetzende Gewisper nicht. Sie wussten ohnehin was die Menschen tuschelten und beschlossen, sich die Zeit auf diesem Schiff nicht verderben zu lassen. Dafür bewunderten sie die Einrichtung, die viel prächtiger war als jede andere, die sie bisher gesehen hatten.
Dann erreichten sie den Aufzug, der von den Landedecks in das Innere des Schiffes führte. Geduldig warteten die Djeromni, bis sich die Unruhe dort ein wenig gelegt hatten und traten näher.
"Halt!" erklang eine dunkle Stimme. Ein uniformierter Mann, der eine Wache zu sein schien, trat ihnen in den Weg. "Es gibt keinen Durchgang für solche wie euch!"
"Wir sind Peronal der GALACTICA!" entgegnete Cheprin ruhig. "Wollen sie unsere Identitätsmarken sehen?" fügte Neferti hinzu.
"Das ist mir egal! Dreckige Djeromni jedenfalls betreten die oberen Ebenen des Schiff nicht. Fliegt mit der nächsten Fähre wieder zurück an den Ort, von dem ihr kamt!"
Cheprin und Neferti sahen sich an. Der junge Djeromni ballte die Fäuste ob dieser Beleidigung, und setzte zu einer wütenden Antwort an, doch Neferti sprach, ehe er den Mund öffnen konnte: "Wir sind Djeromni, das ist wahr! Und wir sind stolz darauf, es zu sein. Aber vergessen sie bitte nicht ... Korporal ... die Djeromni sind anerkannte Mitglieder des Bundes der Überlebenden der Kolonien und sie beleidigen mit dieser Handlungsweise auch den Rat der Zwölf!"
"Das glaube ich nicht!" zischte die Wache und blickte einen seiner Kameraden an, der zu ihnen getreten war, um Bestätigung zu suchen. Um sie herum erklang zustimmendes Gebrummel. Cheprin drehte sich um und musterte die Menge, die sich um sie gescharrt hatte, kalt. Viele wichen seinem kalten, prüfenden Blick aus, auf den Gesichtern einiger zeigten sich aber auch Zornesfalten.
"ihr habt es gehört. Also Djeromni, nimm dein Püppchen und verschwinde von der RISING STAR. Wir wollen hier keine Lügner und Betrüger!"
Die Zuschauer lachten und nun schossen Neferti die Tränen vor Wut in die Augen. In alten Zeiten wäre dies ein Grund gewesen zu kämpfen, das "cabin", das gebogene hohle Messer zu ziehen und ein Duell um die Ehre zu fordern. Aber die Zeiten hatten sich geändert und Cheprin verhielt sich bewundernswert beherrscht.
Er setzte nun eine ausdruckslose Miene auf. "Ich werde mich ..."
"Wartet, was ist hier los?" Der Aufzug hatte sich unbemerkt geöffnet und einige Kolonialkrieger waren hinausgetreten, die den letzten Teil des Geschehens mitbekommen hatten. Die Wachen drehten sich um, und es schien dem jungen Djeromni so, als zöge einer von ihnen den Kopf ein wenig ein.
"Ich würde gerne wissen, was hier los ist!" Der Sprecher war Rhonen, Sonderbeauftragter der GALACTICA und "shebrin" der Matria. Neferti lächelte ihn erleichtert an, während Cheprin nur nickte. In seiner Begleitung war der blonde Viper-Pilot vom Kampfstern, den Neferti schon immer so bewundert hatte. Auch jetzt zwinkerte sie ihm wieder zu, und Starbuck, grinste frech zurück.
Die Wachen zuckten mit den Schultern und versuchte sich zu verteidigen. "Diese dreckigen Djeromni wollten Ärger machen."
"Mäßigen sie ihren Umgangston! Das Sternenvolk ist anerkannt und sie stehen unter dem besonderen Schutz Commander Adamas und des Rates der Zwölf! Soll ich den Vorfall ihrem Vorgesetzten melden, Korporal?"
Der Mann schüttelte den Kopf und trat zur Seite, machte, wenn auch etwas unwillig, eine einladende Geste. Rhonen beugte sich zu Starbuck und flüsterte ihm etwas zu, so dass dieser zu ihnen in den Aufzug stieg. "Ich fliege erst später zurück!" erklärte er, als sich die Türen schlossen. "Aber nicht, das ihr denkt, ich sei zu eurem Schutz abgestellt, nein, da gab es noch ... äh, ja ..."
Er musterte Neferti interessiert, die keinen Hehl daraus machte, daß sie seine Bewunderung genoß. Schon verrutschte das Schultertuch ein wenig. Starbuck warf einen fragenden Blick auf Cheprin, der sich langsam wieder entspannte und seine Schwester tadelnd anblickte. "Ich bin Cheprin aus der Sippe der M'talina, und dies ist meine Blutsschwester Neferti", meinte dieser dann erklärend.
"Aber er ist ein Freund!" übermittelte Neferti energisch mit Gesten. 'Ein Freund der Djeromni!'
Starbuck musterte die beiden. Seinen scharfen Augen war die stumme Unterhaltung der Geschwister nicht entgangen. Er zuckte mit den Schultern und dachte sich seinen Teil. Wie gerne hätte er jetzt gewußt, was sie sich übermittelten. Also lenkte er sie ab: "Rhonen sagte mir, dass die Djeromni geschickte Finger und scharfe Augen haben, und diese Fähigkeit auch im Spiel nutzen. Deshalb würden sie oft des Falschspieles angeklagt. Stimmt das?"
Cheprin hob seine Hände und betrachtete sie. "Das ist durchaus richtig", stellte er ruhig fest. "Wir nutzen nur die uns gegebenen Fähigkeiten. Aber die Planetenbewohner glauben, dass wir betrügen, weil sie nicht einsehen wollen, wie schnell sie sind. Dabei sind sie es, die ihr Geschick..." Er verstummte betreten. "Verzeihen sie. Auch wir Djeromni haben unsere Vorurteile über die Planetenbewohner, eine weitere Tatsache, die sich nicht leugnen lässt."
"Ich verstehe das!" meinte Starbuck. Er schien noch etwas sagen zu wollen, aber dann öffnete sich schon die Tür des Fahrstuhles.

Diana lauschte den Gesprächen um sie herum nur mit halbem Ohr. Sie nippte zerstreut an ihrem Drink, während sie ihre Augen nicht von den Benutzern eines anderen Tisches ließ. Die Djeromni unterhielten sich mit Starbuck, einem der bekannten und berüchtigten Piloten von der GALACTICA, dem sie schon öfters in der Mannschaftsmesse begegnet war. Sie hatte auch von dem Zwischenfall am Fahrstuhl gehört. Vermutlich war er zur Sicherheit wieder mitgekommen. 'Natürlich hält seine Gegenwart die, die die Djeromni beleidigen wollen, davon ab, ihre Absichten auszuführen.' Sie hatte auch die anderen Beobachter bemerkt, die gleich einer lauernden Meute darauf warteten, gegen die beiden dunkelhäutigen und buntgekleideten Gäste vorzugehen. Glücklicherweise hatten die Djeromni bisher darauf verzeichtet, sich an einen der zahlreichen Spieltische zu begeben.
Diana erinnerte sich an die Aufzeichnungen ihrer Mutter. "Man hält die Sternenwanderer auf vielen Planeten für Betrüger. Ob dies wahr ist, kann ich nicht sagen, aber allein die Tatsache, ihres Fingergeschicks zeigt, dass sie diese Fähigkeit auch im Glücksspiel nutzen. Ich habe von professionellen Spielern gehört, die Yahrens geübt haben, um sich bestimmte Tricks zum Werfen von Münzen und Mischen der Karten anzueignen. Und ich glaube, dass die Djeromni dies nur schneller beherrschen als andere ..." hatte sie in einem der Bänder gelesen.
Sie blickte auf ihren Zeitmesser. Noch lange genug. Sie war nicht müde, um sich in einer der Kabinen auszuruhen. Die Pilotin erhob sich langsam und wanderte zu einem der Tische herüber. 'Herren von Kobol, ist es hier warm', stellte sie fest und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Ich hätte meine Jacke in der Fähre lassen sollen." Sie setzte sich an einen der freigewordenen Tische und nestelte ihre wenigen Cubits hervor, die sie für solche Gelegenheiten aufbewahrte. Vielleicht gewann sie einige dazu. Wenn nicht vertrieb sie sich die Zeit (und hatte nicht ständig den Blick auf den Djeromni).

Cheprin bemerkte, dass er in diesem Gespräch nur ein geduldeter Zuhörer war. Neferti schien ein geeignetes Opfer für ihre Erzählkunst gefunden zu haben, und Starbuck war ein angenehmer Zuhörer. Wenigstens sprach seine Schwester leise genug, damit nicht noch mehr Nebensitzer zuhören konnten, wie sie ihm verschiedene Sitten der Djeromni erklärte.
Cheprin sah sich um, während er sich auf seinem Sitz drehte. Sein Blick blieb an einem der Spieltische hängen. Und nicht nur weil der Mann, der die Karten verteilte, geschickte Finger hatte - auch weil er den hellen Haarschopf der Pilotin erspäht hatte.
Cheprin erhob sich und trat an den Tisch heran, aber so leise, dass sie ihn nicht bemerkte. Er beobachtete eine Weile das Spiel, merkte sich den Fall der Karten und die Handbewegungen des Austeilenden. Obgleich er nur selten dazu gekommen war zu spielen,. Kannte Cheprin doch die Regeln, die ihm sein Vater - einer der wenigen professionellen Spieler unter den Djeromni, vermittelt hatte.
Die Pilotin aber schien keine rechte Ahnung zu haben. Sie verlor Cubit um Cubit, weil sie immer auf die falschen Karten setzte, bis er das nicht mehr mit ansehen konnte.

Diana schreckte zusammen, als ihr plötzlich eine dunkle Hand die Cubits fortnahm und auf eine Karte legte, die sie gar nicht in Betracht gezogen hatte. Sie drehte sich halb und starrte den Störenfried mit offenem Mund an. Es war, wie sie gespürt hatte, der Djeromni.
Ernst blickte er auf den Croupier, der mit einem säuerlichen Gesicht die Karten umdrehte und Diana dann die gewonnenen Krediteinheiten zuschob. Mit offenem Mund starrte die Pilotin auf den Gewinn, der ihr immerhin das Doppelte ihres gesamten Einsatzes eingebracht hatte. "Danke!" stotterte sie, während einige andere Spieler neugierig murmelten.
"Ihre Einsätze!" grummelte der Mann mit den Karten unterdessen.
Schon mischten seine Finger wieder die Karten, und der Djeromni beobachtete sie genau. Auch als dieser sie niederlegte. "Einmal will ich es noch versuchen!" murmelte Diana aufgeregt und hob die Hand mit einigen Plastikscheiben. Der Djeromni lenkte sie stumm zu einer bestimmten Karte, wo sie die Cubits entschlossen niederlegte und lächelte. Die Miene des Croupiers wurde noch finsterer, denn das gleiche Spiel wiederholte sich.
"Ich bitte sie, das zu unterlassen, sonst muss ich meinen Chef rufen!" sagte er bissig und machte eine drohende Geste. "Bitte entfernen sie sich vom Tisch, mein Herr, und stören sie nicht weiter den Spielverlauf."
"Wenn sie es wünschen!, dann folge ich dem!" erklärte der Djeromni spöttisch und wandte sich zum Gehen. Diana raffte rasch ihre Cubits zusammen und verstaute sie in einer Jackentasche. Dann stand sie auf und folgte ihm.
Auf halbem Wege errichte sie ihn und stellte erst jetzt fest, dass er nicht viel größer als sie war. Verlegen über ihre Aufdringlichkeit, senkte sie den Kopf. "Sie haben mir zu dem Gewinn verholfen, und deshalb ist es nur recht, wenn ich den Gewinn mit ihnen teile!" erklärte sie.
"Das Geld gehört ihnen allein!" sagte er sanft und drehte sich zu ihr hin. "ich habe ihnen gerne geholfen!" Sie sah, dass er lächelte.
"Wenn dem schon so ist, dann möchte ich sie zumindest zu einem Drink einladen", ließ sie sich nicht abwimmeln. Der Djeromni zögerte. Kurz blickte er zu dem Tisch, an dem er gesessen hatte, und fand ihn leer. Leise fluchend eilte er dorthin und musterte einen kleinen Zettel, den seine Begleiterin wohl für ihn zurückgelassen hatte.
Diana folgte ihm vorsichtig. "Schlechte Nachrichten?" fragte sie zaghaft.
"Meine Schwester scheint schon mit Leutnant Starbuck zurückzufliegen", murmelte er säuerlich. "Diese nethi!"
Diana war erleichtert, ein Stein fiel von ihrem Herzen. "Was bedeutet dieses Wort?" fragte sie neugierig.
"Was? Oh .. nethi ... In unserer Sprache bedeutet es "ein Narr zu sein, der sich offen ins Unglück stürzt", und zu dem mache ich mich auch, wenn ich ihr nachlaufe. Sie ist verrückt, das Gebot ... " Er schien zu viel erzählt zu haben und verstummte.
"Setzen wir uns am besten hier hin.

Cheprin war wütend auf seine Schwester. Er hätte es wissen müssen! Das djisa hatte schon auf dem Flug in ihr gepulst, und Neferti war durchaus so leichtfertig, es auszuleben. Aber dann würde sie den Ärger haben, nicht er!
Cheprin betrachtete die Pilotin. Sie verhielt sich anders als die, die er bisher kennen gelernt hatte. Ihre Neugier war ehrlich und sie schien einiges über sein Volk zu wissen, denn sie verhielt sich zurückhaltend und achtungsvoll. Sie hatte seine Hilfe nicht ausgenutzt und später alle Schuld auf ihn geschoben. Er betrachtete sie.
Schon vorher war ihm die Pilotin des Shuttles aufgefallen. Sie hatte die Kontrollen mit der Eleganz einer Djeromni bedient, obgleich sie eine reinrassige Capricanerin sein musste. Ihr hellblondes Haar harmonierte mit dem fein geschnittenen Gesicht und den leuchtenden blauen Augen. Kein Djeromni hatte blaue Augen, und so war er von der klaren, kühlen Farbe so fasziniert, daß er sie für einige Augenblicke anstarrte. "Lassen sie uns einander vorstellen. Ich bin Diana, Shuttlepilotin von der GLACTICA."
"Cheprin aus der Sippe der M'talina."
"Oh", hauchte sie, "dann gehört ihr zu der Sippe der Matria!"
Cheprin zuckte zusammen. Nur wenige kannten den Sippennamen Nitokris. Woher war er ihr bekannt? Sie schien wohl bemerkt zu haben, dass er misstrauisch geworden war, denn entschuldigend hob sie das Glas und antwortete: "Ich weiß so viel über die Djeromni, weil meine Mutter eine Geno-Ethno-Soziologin war, eine Völkerforscherin. Ihr Fachgebiet waren die Djeromni. Und sie glaubte niemals daran, daß die Sternenwanderer die Kolonien verraten hatten. Ich teile ihre Meinung."
"Das ist selten unter den Planetenbewohnern." Cheprin prostete ihr zu und nippte an dem Getränk.

Sie unterhielten sich eine ganze Weile und Diana spürte, wie in ihr eine seltsame Anspannung wuchs. Schon als sie den Djeromni das erste Mal gesehen hatte, war ein Kribbeln durch ihren Körper gegangen. Sie fragte sich, warum dem so war. Hatte sie sich etwa Hals über Kopf verliebt? In einen Djeromni, den sie bisher nicht einmal gekannt hatte? Oder sehnte sie sich einfach nur nach männlicher Gesellschaft?
Natürlich war sie kein Kind der Traurigkeit gewesen. Sie hatte mehrere Geliebte unter den Viper-Piloten gehabt, aber irgendwie waren diese Freundschaften immer auseinandergebrochen. Sie hatte sie gelöst, weil ihr die Partner zu langweilig geworden waren. 'Langweilig? Nein, das ist falsch.' Sie waren nicht die Richtigen gewesen und wenn sie sich dafür entschieden hätte, einen Ehevertrag einzugehen, hätte sie über kurz oder lang ihren Dienst quittieren müssen. So schrieben es die Regelungen der Flotte vor. Aber sie war nicht bereit, jetzt schon aufzugeben. Sie liebte ihren Beruf, mochte es zwischen den Sternen dahinzuschweben. Lächelnd dachte sie: 'Vielleicht habe ich doch einen Tropfen Djeromni-Blutes in meinen Adern und Mutter hat geschwindelt!'
Dann musterte sie wieder den Djeromni. Die dunkle Haut passte gut zu dem krausen Haarschopf und den hellbraun leuchtenden Augen.
Sie lächelte, als sie etwas bemerkte: Er musterte sie immer wieder verstohlen. So plauderte sie weiter. "Ich liebe die Sterne. Schon als Kind wollte ich immer Pilotin werden, aber die Zulassungsbestimmungen auf der Akademie waren besonders für uns Frauen verschärft. Ich habe es nur zur Shuttlepilotin gebracht. Aber das genügt mir, solange ich wenigstens unter den Sternen leben kann."
"Mir geht es genauso." Cheprin streckte seine Hände aus. "Ich wurde unter den Sternen geboren und werde unter ihnen sterben. So ist es mir bestimmt. Die Erde eines Planeten ist mir fremd."
Diana sah ihn an. Unwillkürlich streckte sie die Arme aus, als wolle sie sich rekeln, und berührte seine Hand mit den Fingern. Cheprin zuckte zusammen, als habe ihn ein Energieschlag getroffen, zog seine aber nicht weg. Seine Lippen bewegten sich fragend, wenn er auch keine lauten Worte sagte. Diana seuzte leise. Also spürte auch er die innere Anspannung, die sie durchpulste. Dann fragte sie: "Wollen wir uns die RISING STAR noch ein wenig ansehen? Sie haben hier ein wunderschönes Aussichtsdeck..."

Cheprin versuchte sich zu beherrschen, auch wenn das Blut in ihm kochte. Die Folgen seines Verhaltens waren gegen das Gebot. Doch wenn die Pilotin - Diana verbesserte er sich - zu einem Abenteuer bereit war, konnte es dann ein Fehler sein?
Er spürte, dass sie es ehrlich mit ihm meinte. Dennoch war ihm unwohl, als sie sich bei ihm einhängte, als sie den Spielsalon verließen und ein anderes Deck aufsuchten. Ihm waren die Blicke nicht entgegangen, die Streitlustige auf ihn warfen. Diana schien es nicht zu bemerken - oder es einfach nicht merken zu wollen. Vielleicht hatte sie damit recht und so verdrängte er das Misstrauen, als sie das Aussichtsdeck erreichten. Sie hatte nicht geschwindelt. Selbst für einen Djeromni bot sich ein atemberaubendes Panorama auf die Flotte und das dahinterliegende, schweigende Sternenmeer

Diana bereute nicht, was sie tat. Sie hatte eine der Kabinen in Beschlag genommen, in denen sich die Piloten ausruhen konnten und ließ nun die Kombination von ihrem Körper gleiten, ehe sie die Naßzelle betrat.
Draußen wartete Cheprin, bis sie sich den Gestank des Schiffes vom Körper gewaschen hatte. Ihre Uniform wurde ebenfalls gereinigt, doch sie griff nicht nach ihr, als sie die Nasszelle verließ, sondern hüllte sich in einen weichen Mantel. Dann trat sie auf Cheprin zu, der die einfache Ausstattung des Raumes betrachtete und umarmte ihn. Der junge Mann wehrte sich nur einen Moment und drehte sich dann zu ihr hin. "Nicht!", bat er leise.
"Warum nicht?" wisperte Diana. "Dürft ihr euch nicht mit Planetenbewohnern zusammentun, nicht mit ihnen zusammensein?"
"Nein ... doch", erklärte er zögernd, aber sie spürte, wie er vor Leidenschaft erzitterte. "Die Matria hält es für besser, Zurückhaltung zu üben, solange unser Volk nicht akzeptiert ist. Es könnte böses Blut hervorrufen, es darf nicht sein!"
Diana schüttelte den Kopf. "Wir leben nicht mehr in archaischen Zeiten, als die Ehre einer Frau ihr Leben bedeutete. Ich bin niemandem verpflichtet, und wenn etwas geschieht, dann will ich genauso dafür eintreten wie du Cheprin. Es würde mich ehren, das Lager mit dir zu teilen."
"Wir Djeromni nennen das djisa - das Versprechen einer Nacht -und es ist keine Schande es zu tun."
"Dann tu es mit mir. Ich mag dich ... du bist schön, nicht nur in deinem Aussehen, sondern auch in deinem Wesen." Diana küsste ihn. Sie wollte diesen Mann und da war keine schue, mädchenhafte Zurückhaltung mehr. Sie vergrub ihr Gesicht in seinen nach Vanille duftenden Haaren und umklammerte ihn noch fester.
Er küsste ihre Halsbeuge und schob sie dann sanft zurück. "Ja", raunte er heiser und nickte. "djisa So soll es sein."
Diana setzte sich unterdessen auf ein Schwebekissen und beobachtete, wie er seine Gewänder ablegte. Nicht nur, dass die Haken schwer zu lösen waren, die seine Gewänder hielten, er tat es auch mit langsamen, erotischen Bewegungen, die ihr gefielen. Schließlich streckte sie die Arme aus, streife den Mantel ab und glitt in seine Arme.

Diana hastete an den grinsenden Technikern vorbei zum Shuttle. Noch immer kribbelte und glühte ihr Körper von dem Liebesspiel, das sie mit Cheprin ausgiebig genossen hatte. Auch wenn sie nicht geschlafen hatte, so fühlte sie sich doch ausgeruht und entspannt. Seine Finger hatten jede Verspannung wegmassiert.
Die Störung ihres Zeitmessers hatte sie aus ihren süßen Träumen gerissen und schmerzhaft daran erinnert, dass sie noch einiges auf dem Shuttle zu tun hatte, ehe die Passagiere an Bord kamen.
Keuchend von dem schnellen Lauf ließ sie sich schließlich auf ihren Sitz sinken und aktivierte die Kontrollen. "Ich bin bereit für die Checks!" erklärte sie hastig.
"Das wurde auch Zeit!" spottete Marus "Wo ist deine Pünktlichkeit geblieben? Oder hielt dich jemand auf? Deine Haare waren reichlich wirr."
"Rede nicht, sondern gib mir die Prüfwerte durch!" zischte Diana ihn an, während sie sich verlegen mit den Fingern durchs Haar fuhr um es wenigstens ein bisschen zu ordnen. Dann schloss sie noch den obersten Knopf ihrer Uniform und setzte ihr Dienstgesicht auf. Trotzdem dachte sie an Cheprin, Er musste wie der Rest der Passagiere durch einen anderen Teil der RISING STAR. "Lords von Kobol!" murmelte sie. Denn ein unbestimmtes Gefühl machte ihr Angst. Genug Leute hatten sie in der Pilotenkabine verschwinden sehen. "Lasse ihm nichts geschehen."
"Wem?" störte Marus ihre Gedanken. "Niemand der mich interessieren sollte, richtig?"
"Du hast verstanden. Und jetzt lasse uns endlich beginnen!"

Cheprin hatte mehr Zeit, sich frisch zu machen und die Gewänder ordentlich anzulegen. Auch er hatte die Vereinigung genossen. 'Planetenbewohnerinnen sollen nicht erfahren sein? Oh, ihr Sterne, fort mit den Vorurteilen!' dachte er nun, als er sich zu den Warteräumen begab und dort mit dem Rücken gegen die Wand lehnte. Er blickte auf seinen Zeitmesser und versuchte möglichst unauffällig zu sein, aber als sei es eine Strafe, wollte es ihm nicht gelingen. Vier Männer kamen langsam auf ihn zu. Zwei rochen schon von weitem nach Alkohol.
"Na, du dreckiger Djeromni?" lallte einer von ihnen und streckte die Hand aus, um ihn zu berühren. Blitzschnell wich Cheprin aus, geriet dabei aber in die Reichweite eines anderen Raufboldes. Dieser packte ihn am Arm. "Du solltest es nicht noch mal wagen, unsere Frauen anzurühren. Dreckiger Sternenwanderer. Stinkender Verräter! Dafür sollte man dich in den Raum schießen!" pöbelte er.
"Lassen sie mich los!" zischte Cheprin kalt und beherrscht. "Ich weiß nicht, wovon sie reden!"
"Oh doch, bei den Herren von Kobol, das weißt du wohl! Wir haben dich gesehen, als du mit dem capricanischen Püppchen im Mannschaftsbereich verschwunden bist. Mit was hast du sie beeinflusst? Nun rede schon, du dreckiger..."
Der eine holte aus, um ihn zu schlagen. Cheprin duckte sich so, daß die Faust gegen die Wand donnerte und sein Gegner schmerzerfüllt aufschrie. Dies aber verlockte die anderen dazu, sich gemeinsam auf ihn zu stürzen.
Cheprin fluchte. Er trug keine Waffe bei sich. Sein Messer hatte er an Bord der GALACTICA zurückgelassen. Mit dem hätte er sich wenigstens etwas Respekt verschafft - aber auch genug Ärger eingehandelt. Doch er war nicht unbedingt wehrlos. Er schlängelte sich durch die hungrige Meute und verteilte dabei Schläge, die sie zurückwarfen, was aber auch ihre Wut erhöhte. Sie gingen zu dritt auf ihn los, während der vierte versuchte, ihn zu umkreisen und von hinten zu packen. Der Stoff seines Gewandes riss und ein Teil des Umhanges fiel zu Boden, als er diesen zurückstieß. Die anderen brüllten vor Lachen, als auch das Hemd in Fetzen ging.
Natürlich griff keiner der Umstehenden, die warteten, ein. Wenigstens stellte sich auch keiner auf die Seite der Angreifer. die Meisten sahen einfach auffällig weg. Cheprin erwartete auch nichts anderes, war aber auch nicht gewillt, sich alles gefallen zu lassen. Dann sah er in den Augenwinkeln, das einer seinen Blaster zog...

Diana blickte sich immer wieder beunruhigt um. Ihre Passagiere hatten sich bereits versammelt und auf ihre Plätze begeben - Krieger und Bordpersonal der GALACTICA.
"Du kannst starten, wenn du willst" gab Marus durch. "Gib mir ein Signal, wenn du so weit bist!"
"Ja!" Diana bewegte sich unruhig auf ihrem Sitz hin und her und biss sich so fest auf die Lippen, dass sie Blut schmeckte. Warum kam er nicht? Hatten irgendwelche Feinde seines Volkes ihn verletzt oder gar getötet? Wie wenig das Leben eines Djeromni galt, hatten sie doch alle durch den Tod der Technikerin Anukhet erfahren. Sie machte sich nun ernsthafte Sorgen, denn das alles geschah zum größten Teil wegen ihr...
Von draußen vernahm sie plötzlich Lärm. Es klang nach Geschrei, und zwei der jungen Piloten verließen ihre Sitze um nachzusehen. Sie kehrten ziemlich rasch zurück, eine zusammengesunkene Gestalt stützend. "Starten sie, Diana!" rief einer, und die Pilotin gehorchte instinktiv, schloss die Schotten und gab Marus durch, dass sie zu starten wünsche, in der Hoffnung, dass er die Freigabe nicht zurückzöge. Offensichtlich hatte er von dem Alarm noch nichts mitbekommen, denn erst als die Fähre aus der RISING STAR schoss, kam seine verwirrte Anfrage.
Diana unterbrach die Kommunikation mit dem Lusxusliner und brachte die Fähre hastig auf Kurs, so dass sie auf die Automatik schalten konnte. Erst jetzt erhob sie sich und hastete zu Cheprin, der auf einem der Sitze festgeschnallt war. Seine Gewänder sahen zwar recht mitgenommen aus, aber er war weniger schlimm verletzt als sie fürchtete.
"Ich habe nur einen Streifschuss abbekommen und ein paar Prellungen, aber ansonsten geht es mit ganz gut. Ein paar streitlustige Planetenbewohner haben mir aufgelauert, aber ich habe ihnen bewiesen, daß ich nicht so wehrlos bin wie sie glaubten..."
"Warum?"
"Ach Diana!" Ohne sich vor den anderen zu schämen umarmte sie Shuttle-Pilotin den Djeromni und ließ ihn erst einmal nicht weitersprechen. Erst nach einem Kuß der von den Anwesenden erstaunt beobachtet wurde, sprach wer weiter: "Warum hassen die Planetenbewohner die Djeromni? Es war nichts weiter als der übliche Ärger. Ich hätte wohl damit rechnen müssen, aber ich werde mich auf der GALACTICA den Verantwortlichen stellen und Rechenschaft ablegen."
"Nicht allein Cheprin ... Ich habe mindestens genauso viel Schuld wie du", flüsterte Diana ihm zu. "und ich habe etwas versprochen..."


Aus den Tagebüchern Adamas:
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Ein weiterer Zwischenfall endete glücklicherweise positiv. Der junge Djeromni bewies Mut und Ehre, die eines Kolonialkriegers würdig war, als er sich freiwillig stellte und offen aussagte, was geschenen war. Das Wunder geschah, als sich die Shuttle-Pilotin Diana auf seine Seite stellte und aufnahmen der Überwachungskameras bewiesen, daß der Djeromni das Opfer, nicht der Täter gewesen war.
Cheprin von den Sternenwanderern wurde freigesprochen und nahm eine offizielle Entschuldigung von oberster Seite an. Er bat auf der GALACTICA bleiben zu dürfen und dort weiter seinen Dienst zu tun. Ich glaube, daß dies nicht nur auf Wunsch der Matria Niticris geschah. Sie betrachtet wie ich wohlwollend den anderen Grund. Und ich frage mich nun, werden auch andere solch einen Schritt aufeinander tun, wie die junge Pilotin Diana und der Techniker Cheprin? Werden auch andere erkennen, daß wir von einer Art sind?
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Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Es war das totale Revival, als ich mit deiner Galactica Geschichte angefangen habe. Ich muss dazu sagen, dass Galactica auch bei mir der Auslöser für Fanfictions war. Ich liebe diese Serie einfach und war sofort wieder bei Adama und Co. Da ich der neuen Serie nichts und mit jeder folge immer weniger als nichts abgewinnen kann, bin ich auch nicht belastet und kann ich mich sozusagen hier total ausleben und mich freuen, „neue“ Geschichten der „alten“ Galactica zu lesen!

Starbuck war in der Kartenspielszene total gut dargestellt, so wie man ihn kennt und gerne hatte. Komisch, ihm hat man irgendwie immer alles verziehen, alter Charmeur, alter…

Dann kommt auch schon mein Held! Apollo! Ich war ja sowas von verknallt in ihn als ich 12 war *lol* Mensch, war der toll.

Eine Frage, wann in der der Serie spielt denn das hier so ungefähr? Nach the Hand of God oder vorher? Die Xerdina erinnert mich etwas an die Aurora…die werden doch wohl nicht meutern oder? Oh hauahauaha! Das sieht mir gar nicht gut aus! Auf dem Schiff geht es wirklich super spannend zu und die Sache mit den Cylonen – wirklich klasse geschrieben!

Was mir auch bisher sehr gut gefällt sind Adamas Tagebücher! Der Adama, von damals, Lorne Greene war einfach die beste Besetzung für diese Rolle (wobei der der neuen Serien auch wirklich gut spielt!)

So, der nächste Teil: Erst mal schön, dass du den 220 Schiffen der Flotte so langsam mal Namen gibst. Das gefällt mir. In der Serie gab es ja nur eine Hand voll, die benannt wurden. Die Geschichte um die Djeromni wird immer besser. Passt zu der galacticanischen Mythologie!

Zitat:
Gestern tröstete ich eine einsame Shuttle-Pilotin auf der RISING STAR, die mir davon erzählte.


Huaaaaa, das ist ja so typisch Starbuck! Und Apollo hat für sowas überhaupt keinen Sinn, verständlich, wer lässt schon gern eine Frau wie JANE SEYMOUR einfach so sterben! Smilie

So, bei der Tillian läuft also nicht alles rund, wie der Konverter beweist. Also Sabotage! Das ist schon alles sehr mystisch bisher. Tragisch und traurig das Schicksal von Anukhet, aber sehr imposant geschrieben!

Auch der dritte Teil hat mir sehr gut gefallen! Wirklich krass, wie die Djeromni behandelt werden. Da möchte man doch gerne ein paar Rundschläge verteilen. Auch die Vorurteile, die immer wieder ausgegraben werden und diese Gerüchte – war eindrucksvoll geschrieben, auch wenn die Geschichte schon von 1993 ist. Ich finde sie dennoch super vom Stil her!


OT: Wenn du so gerne Galacitca TOS magst, hast du schon mal die Fortsetzungsromane von Richard Hatch gelesen? Sie sind zwar nicht fehlerlos, haben mir aber bisher gut gefallen, zumindest auch die Mythologie wird in diesen Büchern sehr stark behandelt.
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 11.01.2008, 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

So, jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, auch die dritte Geschichte zu lesen. Zumindest bei ein paar Leuten schient ja inzwischen angekommen zu sein, daß deiner Weltraum-Zigeuner auch menschlich sind. *kopfschüttel* Leider lassen sich Vorurteile nur sehr schwer abbauen und meist braucht's dafür mehr als ein paar Jahre.

Grinsen mußte ich allerdings, als du das Jahr erwähnt hast, in dem du die Geschichte geschrieben hast. War da nicht noch was in Bezug auf was anderes? Ich meine, mich erinnern zu können ...

Die ägyptischen Namen, die du deinen Djeromni gibst, finde ich klasse, dieses Mal sprang es mir ja richtig ins Auge mit Neferti. Und die hat natürlich gleich ein Techtelmechtel mit Starbuck *grins* ... Warum wundert mich das nur nicht?

Wobei, da muß ich Scout recht geben, mein Held war eigentlich auch eher Apollo. Nichts gegen Dirk Benedict, aber er ist nicht so ganz mein Typ. Dabei kann ich allerdings auch verstehen, warum so viele auf ihn fliegen.

So, auch wenns die letzte sein wird, ich freu mich schon auf die nächste Geschichte und bin gespannt, ob du deine Politik der Entspannung der Djeromni gegenüber weiter fortsetzen wirst ...
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 12.01.2008, 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

So, nun will ich die letzte Geschichte einstellen, die relativ kurz nach der dritten entstand und mit dieser auch zusammen hängt. Hier hebe ich dann völlig ab und spiele mit der Mythologie der Serie herum Aber zuvor einige Antworten:

@ Scout: Ich freue mich, dass ich dir eine Freude machen und die alte Serie noch einmal ins Gedächtnis rufen konnte. Ich glaube, ich habe die ganzen Djeromni-Geschichten nach der Serie angesiedelt, so dass ich bereits auf die gesamte Mythologie und die später aufgetauchten Völker benutzen konnte, da mich vor allem die Doppelfolge um Count Iblis und die mit Starbucks Vater (ich glaube eine der letzten Rollen von Fred Astaire) beeindruckt hatten, die findet man hier auch wieder.

Ich habe die Geschichten damals sogar für ein Galactica-Fanzine geschrieben, aber es war eine interessante Erfahrung, sich in einem bekannten SF-Universum zu bewegen. "Sternenkind" ist übrigens meine Version, um den kleinen Überflieger aus der "Galactica 1980" Serie zu begründen. Diese seltsame Folgeserie habe ich nie gemocht, bedeutsam für mich war nur die alte Serie, und die hatte was.
Dass ich hier kaum über Apollo schreibe hatte einen Grund: Damals traute ich mich noch nicht über die Personen zu schreiben, die ich am meisten mochte, und das war tatsächlich Apollo, bei den Damen gefiel mir Sheba recht gut.

Ich kenne den ersten von Richard Hatchs Romanen, den in dem Adama stirbt und Apollo in seine viel zu großen Stiefel schlüpfen muss. Weiter habe die die Bücher dann nicht verfolgt, ich glaube, damals war ich schon im Babylon 5 und DS 9 Fieber.

@ Hyndara: Nun bekommst du ja auch das "süße" Ende der Saga zu lesen. Die ägyptischen Namen der Djeromni waren Absicht, da ich da den Quellen folge, die behaupten, die Zigeuner kämen teilweise auch aus Ägypten. Und warum sollte ich das nicht auch auf den Weltraum übertragen.

Diesmal beziehe ich mich übrigens sogar auf mehrere Folgen der Serie. Baltar gerät nämlich im Lauf der Serie durch die Einwirkungen des "Count Iblis" (übrigens die Entsprechung zu Luzifer) in die Hände der Kolonisten und wird eingesperrt. Später versucht er einen Aufstand zusammen mit drei "Wüstennomaden", den Nomen, die einmal Starbuck ziemlich ärgern.
Scout erinnert sich vielleicht an die Sachen.

Aber nun genug geplaudert und weiter im Text. Hier also Story Nr. 4.





Teil 4
Sternenkind


Eine Kampfstern Galactica Geschichte, basierend auf der klassischen Serie von 1978



Aus Adamas Tagebüchern
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In all den Yahrens, da die Djeromni wieder offen unter uns leben ist das Mißtrauen gegen die Sternenwanderer nur wenig gewichen, und Beispiele wie der Tod der jungen Technikerin Anukhet haben uns gezeigt, wozu dieser Haß führen kann. Aber es gibt immer junge Menschen, die trotz aller Widerstände zueinander gefunden haben und schließlich auch eine Ehegemeinschaft eingingen - im vollen Wissen der Gefahren, die sie von nun an zu meistern hatten...



Diana seufzte wohlig und streckte die Hand aus, um den warmen Körper neben sich zu berühren. Drei Yahrens lebten sie nun schon miteinander als Mann und Frau und niemals war ihr Cheprin in all der Zeit langweilig geworden. Oh, wie sehr sie ihn liebte, und wie stolz sie darauf war ...
Diana schreckte aus, als sie nur das kühle Laken spürte und sah sich erstaunt um. "Cheprin?" rief sie durch die Kabine, aber ihr Mann antwortete ihr nicht, als hielte er sich nicht in der kleinen Zimmerflucht auf, die ihnen als verheiratetes Paar auf der GALACTICA zustand.
Sie lehnte sich zurück und seufzte. Dunkel erinnerte sie sich an das Piepsen des Kommunikators, der sie einmal aus dem Schlaf gerissen hatte. Cheprin musste das Gespräch wohl angenommen haben. Vielleicht war er vorzeitig in den Dienst gerufen worden.
Diana blickte auf den Zeitmesser. Noch war genügend Zeit, um sich ein wenig zu räkeln, zu duschen und dann ihren eigenen Dienst anzutreten. Sie legte die Hand auf ihren Bauch und seufzte. Bald würde sie das Shuttle-Fliegen aufgeben müssen.
Glücklicherweise war ihre Freundin Euboea eine medizinische Assistentin und hatte ihren Verdacht bestätigen können, ohne dass sich Diana an einen der Doktoren wenden musste, die ihre Schwangerschaft sicher in ihrem Dossier vermerkt hätten, und dann wäre sie einmal Shuttle-Pilotin gewesen, denn für so etwas galten besondere Vorschriften.


"Matria", sagte Cheprin und verneigte sich vor der, in bunte Gewänder gehüllte, Frau. Sie berührte ihn an der Schulter. "Erhebe dich Cheprin. Ich musste unbedingt mit dir reden "nemio". Daher habe ich dich zu dieser ungewohnten Stunde rufen lassen."
Er sah sie an. Die noch immer jung wirkende Nitocris, die einst Technikerin und geheime Anführerin der Djeromni auf ihrem Schiff gewesen war, und nun viel Zeit auf der GALACTICA verbrachte, musterte ihn ernst und würdig, wie sie es immer tat. Er blickte sich verlegen um. Ihr Gastquartier war mit vielen bunten Stoffen und Kissen verschönert, und die Matria ließ sich nun auf einem Schemel nieder, der mit Schnitzwerk überzogen war. Er setzte sich auf ein Kissen zu ihren Füßen. "Es muss von großer Bedeutung sein", meinte er vorsichtig.
Nitocris blickte ernst. "Ja, das ist es, und ich habe Sorge um dich und deine Frau, die durch den Blutschwur auch meine Tochter geworden ist." Nitocris seufzte leise. "Hat sie schon mit dir gesprochen?"
Cheprin schüttelte zögernd den Kopf, dann lächelte er. "Nur über die üblichen kleinen Dinge, die Eheleute miteinander teilen. Aber was sollte sie mir sagen?"
"Ist dir nichts an ihr aufgefallen?"
"Nein! Was sollte da sein?"
Nitocris blickte ernst drein. "Es gibt Dinge, die sind uns Frauen ersichtlicher als den Männern: Du wirst bald Vater sein."
In Cheprins Geist raste es. "Vater? Warum hat sie mir noch nichts gesagt?"
"Sie wollte es an einem der nächsten Tage. Zumindest versprach sie es mir. Aber ich glaube, sie fürchtet, dass du ihr verbieten würdest, weiterzuarbeiten - sie an die höheren Offiziere verraten würdest, um sie und das Ungeborene zu schonen..."
"Du weißt, dass ich das niemals tun würde!" empörte sich Cheprin. "Warum sollte ich ihr verbieten, was unsere Frauen tun? Nein, ich hätte ihr die Entscheidung überlassen."
"Das weiß ich. Und ich weiß auch, dass sie vernünftig ist. Aber das Kind ist dennoch in Gefahr!"
Cheprin wurde bleich. "Wie kommt das? Matria, was wisst ihr?"
Nitocris legte ihre Hände auf die Schultern des jungen Mannes, und es war mehr ihre Geiststimme, die er hörte, als die Laute aus ihrem Mund. "Ja. Cheprin M'Talina, euer Kind ist in Gefahr und du als sein Vater musst es schützen, denn einige sind gewahr geworden, dass Diana es in sich trägt." Cheprin japste entsetzt, während die Matria weitersprach: "Eine alte Prophezeiung lässt sie in Furcht vor dem leben, was aus einer solchen Verbindung wie der euren entstehen könnte, und drei Jahre haben sie verhindern können, was sie so sehr fürchten - das Sternenkind - das die Völker vereint - ein Nachfahre, dass die Djeromni erschüttern und in den Wandel führen wird, sollte es jemals erwachsen werden. Es wird alle Traditionen zerstören und den Wanderern einen neuen Pfad zeigen - den des dreizehnten Stammes. Sie werden nicht länger nach den Sternen greifen! So heißt es in der alten Überlieferung. Diana und du, ihr seid die beiden ersten seit vielen Hunderten von Yahrens, die uns, die Ausgestoßenen, und einen der sesshaften Stämme in einer Blutlinie vereint, ja ihr erfüllt die Voraussetzungen der Weissagung. So wollen einige Djeromni, die die Wandlung fürchten, den Tod des Kindes!"
"Was soll ich dann tun? Wer sind sie?"
"Auch ich weiß es nicht genau. Sie sind in unserer Nähe, aber selbst in meinen Visionen sah ich sie nur als gesichtslose Schemen. Sie sind stark und mächtig in unserem Volk, aber wer sich hinter den Schatten verbirgt - ich erkannte nur einen Mann und eine Frau."
"Ich werde Diana warnen. Sie muss sich in den ...."
"Nein! Auch wenn deine Frau klug und besonnen ist, so würde sie ihr Wissen doch durch ihr Verhalten verraten, und die beiden Verräter würden sich zurückziehen. Sie haben Zeit, auch wenn euer Kind erst einmal geboren ist - geduldig würden sie auf einen geeigneten Zeitpunkt warten, um ihr Werk zu vollenden. Nein, es ist an dir, deine Augen aufzuhalten und jedes verdächtige Zeichen zu verfolgen..."
Cheprin nickte. "Ja, Matria. Mein Leben und meine Seele würde ich für beide geben. Ich werde das tun, was du mir rätst."
Nitocris strich ihm über die Wange. "Es wird besonders sein und die Gaben des 'lrit kan' besitzen, das konnte ich bereits jetzt spüren. Und das muss unser Geheimnis bleiben, auch gegenüber unseren Freunden unter den Planetenbewohnern und besonders Diana!"


Diana begrüßte Anit, ihre Co-Pilotin mit einer herzlichen Umarmung. Die junge Djeromni war ihr wie eine Schwester und Diana unterrichtete sie. 'Eines Tages wird Anit meinem Platz einnehmen', dachte sie, als sie die Freundin betrachtete, die trotz der schlichten Uniform ihre Herkunft nicht verleugnen konnte. Dunkles Haar hing wirr um das dunkle Gesicht mit den großen Augen. Flüchtig berührte Anit Dianas Bauch, ohne dass jemand das sah, und lächelte stolz. "Unsere Passagiere warten schon. Du kommst aber heute spät, Schwester!"
"Oh, ich habe verschlafen, aber das kommt bestimmt nicht mehr vor", entschuldigte sich Diana und legte einen Arm um die Schultern der jüngeren Frau. Gemeinsam betraten sie das Shuttle und nahmen rasch ihre Plätze ein. Während Anit Nachricht gab, überprüfte Diana die Kontrollen und beobachtete die Passagiere, die den Hangar betraten. Neben den üblichen waren es auch zwei Viper-Piloten. Diana zog die Augenbrauen hoch. Es kam nicht oft vor, dass die Kolonialkrieger ein Shuttle benutzen, aber als sie den Mann zwischen ihnen sah, verstand sie. Auf ihrer heutigen Route war auch ein kurzer Halt auf dem Gefängnisschiff eingeplant, und es schien wegen ihnen und dem Gefangenen zu sein. Die Pilotin schluckte - Baltar!
Hielten sie ihn inzwischen für so ungefährlich, dass sie ihn nicht in einem eigenen Schiff auf den gefängnisraumer zurückbrachten? Nun, darüber hatte sie sich keine Gedanken zu machen, was die Kolonialkrieger entschieden war manchmal ohnehin seltsam.
Sie musterte die anderen Reisenden. Das übliche Personal, das entweder Verwandte auf den anderen Schiffen besuchen wollte - oder zu dortigen Aufgaben flog. Auch einige Techniker der Djeromni waren daunter. Diana lächelte, als sie Neferti erkannte, die Schwester Cheprins - ihre Schwägerin, und Anmur, deren Gefährte. Wenn Zeit war, konnten sie sich vielleicht miteinander unterhalten. Anit konnte mit den Kontrollen schon gut genug alleine umgehen.
Die junge Djeromni stieß sie an. "Wir haben unsere Starterlaubnis!" sagte sie. "Willst du sie nicht bestätigen?"
Diana sah Anit entschuldigend an. Waährend sie Meldung machte, glitten ihre Hände mechanisch über das Pult und aktivierten die Schließmechanismen und den Antrieb.
Einen Augenblick glaubte sie eine Störung zu erkennen, aber der konnte sie nicht mehr nachgehen, nun, nachdem der Countdown angelaufen war.

"Es scheint ihm zu gefallen, dass wir wieder einmal seine Eskorte spielen!" murmelte Starbuck mit einem Seitenblick auf Baltar, der schmunzelt auf seinem Sitz verharrte und die anderen Passagiere beobachtete. Sie hatten sich in eine kleine, abgeteilte Nische zurückgezogen, in der nur noch zwei ältere Frauen saßen - betont weit von ihnen abgerückt.
Apollo schüttelte den Kopf. "Nachdem wir erfahren haben, dass ihn wieder jemand zu befreien versucht, war es das sinnvollste, was wir tun konnten", erklärte er. "Diese Täuschung bringt uns sicher auf das Gefängnisschiff, ohne dass wir mit einem Befreiungsversuch rechnen müssen!"
"Hm, oder auch nicht", murmelte Starbuck unzufrieden und beäugte Baltar. " Es ist doch immer so: Weil wir ihn am besten kennen, sind wir auch seine Eskorte..."
"Richtig. Aber nicht unbedingt die einzigen", ergänzte Apollo. Starbuck sah sich interessiert um, ebenso wie der Gefangene, dessen Augen einen kurzen Moment aufgeblitzt waren.
"Fein, du vertraust mir also nicht. Dann brauchst du meine Hilfe ja auch nicht, und kannst eine Weile auf mich verzichten, Captain!"
Er zwinkerte und drehte seinen Kopf in eine ganz bestimmte Richtung. Apollo nickte. "Gut, aber sei auf dem Posten, wenn ich dich brauche. Sind das alte Bekannte von dir?"
Starbuck grinste. "Das ist mein Geheimnis!" stellte er grinsend fest und stand auf. Sein Freund sah ihm nach und erinnerte sich dunkel daran, dass Starbuck vor drei Yahrens einmal eine Beziehung zu einer Djeromni gepflegt hatte, die kurz aber leidenschaftlich gewesen sein musste.
Apollo warf einen Seitenblick auf Baltar. Der Verräter an der Menschheit war awussergewöhnlich still und ruhig. Tatsächlich hatte er in den letzten Verhören mit dem Rat kooperiert, aber das konnte auch noch durch den hypnotischen Bann des Grafen Iblis begründet sein. Apollo erinnerte sich mit Schaudern an die damaligen Erlebnisse und verdrängte sie rasch wieder. Zu viele unangenehme Dinge hingen daran, an die er sich nicht erinnern wollte. Auch schienen die Cylonen sich im Moment zurückgezogen zu haben, aber das konnte sehr leicht täuschen. Vielleicht war das nur die Ruhe vor dem Sturm. Baltar jedenfalls schien sich hier und jetzt besonders für die Djeromni zu interessieren. Ob an den Gerüchten, dass die Sternenwanderer mit ihm paktiert hatten, doch etwas wahres gewesen war?


"Kommst du damit zurecht?" Diana lächelte Anit an und lehnte sich zurück. "Ich hätte heute morgen nichts essen sollen. Mir ist verdammt schlecht", stöhnte sie. "Ich brauche dringend Bewegung!"
"Hm, du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Das ist immer so, wenn du ein Kleines trägst. Meine Mutter jammerte auch immer darüber..."
"Oh, wie oft hat sie das denn durchgemacht?"
"Zehnmal!" meinte Anit trocken. "Aber nur noch vier meiner Geschwister leben. Aber steh' ruhig auf, ich komme schon alleine zurecht!"
Anit beugte sich plötzlich vor und stutzte. Sie deutete auf eine der Anzeigen. "Die Lebenszeichen stimmen nicht!" stellte sie überrascht fest. "Da ist noch jemand an Bord, der nicht gemeldet ist!"
"Vielleicht ein blinder Passagier." Diana wurde plötzlich heiß und kalt. Die Übelkeit war vergessen. sie legte ihrer Co-Pilotin die Hand auf den Arm und sah sie an. "Du hast doch wie ich den Gefangenen gesehen?" Anit bejahte. "Dann muss es jemand sein, der ihn befreien will! Wir müssen die Krieger warnten, damit sie ihn unauffällig suchen und ausschalten, denn er kann Helfer unter den Passagieren haben."
"Und was schlägst du vor?"
"Siehst du den blonden Viper-Piloten da, der sich mit Neferti unterhält? Versuch ihn mit allen Mitteln zu dir zu locken und einzuweihen. Sei dabei so unverdächtig, wie es eben nur geht. Ich versuche zu lokalisieren, in welchem Stauraum sich der Fremde aufhält!" Anit machte ein Zeichen, dass sie verstanden hatte, während Diana den Kurs prüfte, um sich dann einem anderen Teil des Pultes zuzuwenden.


Starbuck plauderte gerade angenehm mit Neferti, denn anders konnte man diesen Schlagabtausch von Worten nicht nennen, als ihn jemand von hinten berührte. Er drehte den Kopf, weil die Hand nur sanft über seinen Rücken geglittten war und sah eine junge, bildhübsche Djeromni hinter sich, die mehr als eines flüchtigen Blickes wert war. Ihre dunklen Augen leuchteten im Dämmerlicht und ihr Mund hatte sich zu einem bitteren Lächeln verzogen.
"Mechno tiget Anit!" herrschte Neferti sie an. Sie schien nicht sehr erfreut über die Störung zu sein.
"Ja?" fragte Starbuck, amüsiert über das Verhalten der beiden Frauen. Er fühlte sich wohl, so bewundert zu werden.
Das Mädchen erwiderte etwas in ihrer Sprache, das Neferti die Fäuste ballen und erbleichen ließ. "So ist es nicht! Was wagst du es eigentlich, dich in unser Gespräch einzumischen?" zischte sie.
"Ich habe mir nur das Recht genommen, ihn anzusprechen, M'Talina-neru! Du hast ihn für den Rest des Fluges, aber ich kann nur für Mikrons meinen Platz verlassen. Ich nehme ihn dir sicher nicht fort, wenn es dir nur darum geht. - Ich möchte Sie besser kennen lernen, Sie sind doch der große koloniale Krieger Starbuck?" fragte die junge Pilotin dann zu ihm gewand und beachtete die zornbebende Ältere nicht mehr.
"Natürlich. Ich dachte man kennt mich überall?" scherzte der Viper-Pilot.
"Oh, Diana erwähnte Sie", gab die Kleine als Antwort. Starbuck überlegte kurz. Neferti brauste zwar immer recht heftig auf, wenn sie etwas nicht bekam, was sie haben wollte, aber ihre Wut war recht schnell verflogen. Und die Kleine schien nicht unbedingt auf ein Abenteuer aus zu sein. Die Djeromni waren da anders, unkomplizierter als Cassie oder Athena.. - oder vielleicht auch nicht. Das musste er wohl selber herausfinden. "Du entschuldigst doch einen Moment?" wandte er sich an Neferti.
Überraschenderweise nickte diese. Einen Augenblick meinte er ein zufriedenes Aufblitzen in ihren Augen zu sehen, das nichts mit Zorn zu tun hatte. Seltsam - aber seine Beobachtungen stimmten. Starbuck grinste die Pilotin an und zog sie von der anderen Djeromni weg. "Nun, was wollen Sie von mir, und wie ... ist dein Name?"
"Anit!" Sie lächelte scheu, dann sah sie sich um und lachte hell auf. "Ich habe schon viel von Ihren Heldentaten gehört. Sie..." Anit bewegte die Hände heftig und wisperte: "Da ist noch jemand an Bord des Schiffen, der nicht registriert ist!", und wieder lauter: "Sie müssen mir unbedingt von ihnen erzählen!"
Starbuck wurde ernst, aber ihre Finger gemahnten ihn, dies möglichst nicht zu zeigen, als sie gegen seine Jacke klopfte. "Oh", lachte er laut. "Dafür würden wir mehr als diesen Flug brauchen! Bestimmt!" Er zwinkerte. "Sollen wir das nicht einmal auf der GALACTICA oder der RISING STAR nachholen?"
"Hm, gerne!" Die junge Pilotin nickte eifrig.


Diana hatte den blinden Passagier lokalisiert. Als sie eine Bewegung neben sich spürte, blickte sie auf und schaltete den Monitor ab. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss diesen aber wieder, als sie erkannte, wer sich auf Anits Platz niedergelassen hatte. "Neferti?"
"Oh, störe ich dich?" entschuldigte sich Cheprins Schwester. Sie wollte sich wieder erheben, aber Diana schüttelte den Kopf. "Nein, ganz und gar nicht. Das Shuttle ist auf Kurs und ich muss nicht viel machen. Ich freue mich, dich endlich wieder zu sehen. Du hast dich rar gemacht in der letzten Zeit ..."
"Ich war längere Zeit auf der RYOMNE, um mein Wissen zu vervollständigen. Die Matria hatte es so angeordnet", erklärte Neferti. "Und jetzt muss ich zur VINDICATOR. Ich wollte euch eigentlich besuchen, aber der Befehl kam zu überraschend. Ich freue mich, dich so gesund zu sehen. Deine Augen leuchten. Weiß Cheprin schon, dass du ..."
Diana war baff vor Erstaunen. "Was?" fragte sie verwirrt. Neferti setzte ein geheimnisvolles Lächeln auf. "Oh, bei uns Djeromni gibt es ein Sprichwort: Nur die Augen einer Mutter leuchten so hell wie die Leitsterne, wenn sie von ihrem Glück weiß. Man sieht es dir einfach an."
"Pscht!" Diana legte verschwörerisch einen Finger auf die Lippen. "Ihr scheint es wirklich alle zu sehen... ist es wirklich schon so deutlich?"
Neferti schüttelte beruhigend den Kopf. "Nicht für jemanden, der blind wie die Planetenbewohner ist", beruhigte sie Diana. "Das bleibt unser Geheimnis, Schwester, denn auch ich..."
"Du bist ebenfalls..."
Die Djeromni nickte. "Anmur und ich haben auf der RYOMNE den Bund geschlossen." Sie überkreuzte die Hände und zeigte Diana die Male, die auch die Pilotin trug. "Es ist vorher geschehen!"
"ich werde meinen Mund halten!" Diana drehte sich zu Neferti hin. sie warf einen kurzen Blick auf die Passagiere. Anit schien sich angeregt mit Starbuck zu unterhalten, während die anderen Passagiere auf ihren Plätzen saßen miteinander redeten, oder sich anderweitig beschäftigten.
Plötzlich beugte sich Neferti vor. In ihrer Hand tauchte plötzlich eine kleine Waffe auf, die sie gegen die Pilotin richtete. Dianas Augen weiteten sich vor Entsetzen. Wie gebannt starrte sie auf die Djeromni, die ihr Gesicht verzog. "Keinen Laut Schwester. Oder ich muss dich töten."


Starbuck sah gedankenverloren an Anit vorbei. Eigentlich hatte er vorgehabt, sich von der Pilotenanwärterin zu verabschieden, aber als er an ihr vorbeisah, zuckte er zusammen.
Im nächsten Augenblick packte er sein Gegenüber und warf sich mit ihr in Deckung, denn in der Kabine brach das Chaos los. Einer der Djeromni - der Begleiter Nefertis, hatte eine Waffe aus seinen lockeren Gewändern gezogen und richtete sie nun auf die Passagiere. Drei andere taten es ihm gleich. "Bewegt euch nicht! Versucht nur einer mich anzugreifen, töte ich einen von euch - und die Pilotin kommt ums Leben!"
Starbuck fluchte leise. Verdammt, warum mussten sie auch immer und überall in solche Situationen geraten. Schon einmal hatten sie soetwas durchgemacht und waren nur mit knapper Not entkommen. Diesmal aber standen sie schwer einschätzbaren Djeromni gegenüber. Und dann fragte er sich siedendheiß, was sie planten. Wollten sie Baltar befreien?
Anit in seinen Armen schluchzte, als die Befehle des Anführers durch die Kabine hallten. "Diese verdammten Narren. Oh, warum machen sie all das Vertrauen zunichte, das wir gewonnen haben!"
"Was haben sie denn vor?" raunte der Viper-Pilot.
"Ich weiß nicht genau, aber...
"Ruhe da auf dem Boden. Ihr beide steht jetzt ganz langsam auf!" Einer der Djeromni musterte Anit. "Du wirst das Schiff fliegen!"
"Und wenn ich mich weigere? Ich mache bei eurem schmutzigen Spielchen nicht mit! So viel Ehre habe ich im Leibe!" zischte die Djeromni. "Dadak nemat timor surass!"
Was auch immer sie da ausgestoßen hatte - es war ein Fehler gewesen, denn der Mann drückte ab und die junge Frau wurde von einem Lichtblitz in der Brust getroffen. Mit einem Stöhnen brach sie zusammen, fiel dicht neben dem fassungslosen Starbuck zu Boden. Einen Augenblick überlegte er, den Mörder anzugreifen und seine Unaufmerksamkeit zu nutzen, doch schon wurde die Pilotin Diana in den Raum gestoßen. Hinter der bleichen und weinenden Frau stand Neferti. "Jetzt habt ihr alle gesehen, zu was wir fähig sind!" sagte die Djeromni kalt. "Lasst euch das eine Lehre sein. Wir machen das mit jedem, der sich uns in den Weg stellt."
"Und was erwartet ihr?" erklang die klare Stimme Apollos aus dem Hintergrund. "Das hier ist nur ein Shuttle mit geringer Reichweite, und ihr seid inmitten der Flotte."
"Sie haben ein paar sehr wichtige Geiseln", meldete sich da Baltar zu Wort, "um die sie verhandeln können!" Der Verräter erhob sich und musterte die Djeromni zufrieden. "Wenn sich einer wehrt, dann tötet die Pilotin", meinte er kalt, während er sich umsah. "Sethro und Inabis, wie ich sehe, habt ihr den Gefallen, den ich euch einst getan habe, nicht vergessen. Aber es war sehr unvorsichtig von euch, andere von Euch den Plan einzuweihen. Seid ihr Euch ganz sicher, dass sie auf unserer Seite stehen?"
Starbuck schnaubte. Er sah, wie Neferti Diana mit unnötiger Härte in einen Sitz stieß, so dass sie sich vor Schmerzen krümmte, und ihr dazu noch einen Hieb mit der Waffe versetzte. Wo aber versteckte sich der blinde Passagier? Waum tauchte er nicht auf? Auf welcher Seite stand er?


Diese Frage stellte sich Cheprin nicht. Nach dem Gespräch mit der Matria war er nicht mehr seiner Arbeit nachgegangen, sondern war einer Ahnung gefolgt und hatte sich auf Dianas Shuttle verborgen. Dank seiner Kenntnisse wusste er wo er sich am besten verstecken konnte, und hatte das auch ausgenutzt.
Ein seltsames Gefühl hatte ihn erfasst, als die Djeromni an Bord gekommen waren - unter der Fassade geduldiger Gelassenheit verbarg sich Nervosität - und zwei, Sethro und Inabis waren besonders unruhig gewesen. Die beiden Männer hatten unter den Djeromni seit längerer Zeit einen schlechten Ruf, und nur ihre Familien standen zu ihnen und bürgten für sie. Diese Ratten galten als feige und hinterhältig, was sich nun bestätigte.
Doch was hatten seine Schwester und deren Gefährte mit der Sache zu tun? Waren sie etwa die Schatten, die das Leben seiner geliebten Diana bedrohten?
Denn einen wirklichen Verrat an der Menschheit traute er beiden nicht zu. Sie hatten sich nur mit den anderen zusammengetan, um ihr Ziel zu erreichen.
Wie ernst es ihnen war, bewiesen sie, als sie Anit erschossen. Anmur zeigte eine Skrupellosigkeit, die Cheprin schaudern ließ. Welchen Weg gab es nun noch, um das Leben der Menschen an Bord, und vor allem das Dianas zu retten?
Cheprin kam eine gewagte Idee. In seiner Verzweiflung wusste er keinen anderen Ausweg...


"Und was nun?" fragte Starbuck und zuckte die Schultern. Er versuchte betont leichtsinnig zu sein, um seine wahren Gedanken zu verbergen. "Reden wir noch länger, oder lassen wir die Bombe jetzt platzen?"
"Halte deinen Mund!" fuhr ihn einer der Djeromni an.
"Ist ja schon gut!" sagte Starbuck und zuckte mit den Schultern. "Man wird ja mal fragen dürfen!" Er suchte Blickkontakt zu Apollo, der auch darüber nachzusinnen schien, was sie tun konnten.
Er wurde aus seiner Betrachtung gerissen, als die Djeromni plötzlich die Köpfe hoben und in ihrer Sprache miteinander tuschelten "Sethro Mnakaria, shan weo geffin naremet ustor!" sagte jemand ruhig von Eingang her, als die Anspannung am unerträglichsten wurde.
Es war der junge Mann, den er als Cheprin kannte. Starbuck zog die Augenbrauen hoch. Bei den Herren von Kobol - war er der blinde Passagier? Die Pilotin, Diana, gab einen Schrei von sich. Sie wollte aufspringen, doch Neferti drückte sie nieder.
"Du forderst mich, Sprössling der M'talina?" antwortete der Mann, der Anit getötet hatte, hohnlächelnd. "Wer bist du, dass du es wagst, mich unwürdig zu nennen?"
"Cheprin M'talina nes Bastre! Du hast geantwortet, Amur M'Patur nes Tabur, und du musst dich mir stellen, wenn du deine Ehre bewahren willst!"
"Du sprichst von Ehre, du, der du eine Fremde zur Frau genommen hast?" Sethro spuckte auf den Boden.
Starbuck beobachtete die Djeromni fasziniert. In diesem Augenblick erinnerten sie ihn an das konservative Nomadenvolk der Nomen, dass neben seine ehernen Traditionen vor allem die Bewahrung der Ehre setzte. Und die konnte leicht verletzt werden. Wie oft waren Nomen schon mit anderen Volksgruppen aneinandergeraten, die sie unwissentlicht beleidigt hatten. Drei von ihnen waren nach einem Angriff auf den Spieler Chameleon, den er irrtümlich für seinen Vater gehalten hatte, schließlich auf das Gefängnisschiff geraten.
Baltar, der merkte, dass ihm die Situation durch das Auftauchen des Djeromni zu entgleiten drohte, versuchte einzugreifen. "Sethro, Inabis, schießt ihn nieder!" befahl er.
Doch die Verräter zögerten auf eine Geste Anmurs hin. Baltar hob den Blaster, den er Apollo abgenommen hatte, und richtete ihn auf Cheprin. Doch einer der Sternenwanderer sprang herbei und drückte die Waffe nieder.
"Nein Baltar! Die Worte sind ausgesprochen - und das ist jetzt unsere Sache. Wir haben noch nicht unsere ganze Ehre verloren - und können sie gänzlich zurückgewinnen, wenn alles so läuft, wie es die Regeln bestimmen."
"Ihr verdammten Narren!" wütete Baltar. "Dann werde ich ihnen Dinge erzählen, die bisher noch keiner weiß. Wie war das..."
"Ruhe!" schnauzte Setro ihn an und deutete dann auf Cheprin. "M'talina, wo ist dein Khryz?"
Cheprin zog eine etwa handlange, gebogene Klinge unter seinem Hemd hervor. Sie bestand nicht aus Metall, das geortet hätte werden können, sondern Horn. "Hier!"
"Du bist keine Herausforderung für mich, Gesteinssplitter!" lachte Anmur und warf Inabis seine Waffe zu, bevor er auch seinen Khryz zog. "Natagot rhu?"
"Methwa! Ich fordere, der Anführer der Männer zu sein, und diese Frau da!" Cheprin deutete auf Diana, die ihn hilflos und flehend ansah, aber keinen Ton sagte.
"Dann ist sie dein Pfand!" entgegnete Anmur. "Wenn du ehrlos kämpfst, schneidet Sethro ihr die Kehle durch. Ich wähle Neferti!"
"Nein!" wehrte sich die Djeromni, aber ihr Gefährte schnitt ihr mit einer schroffen Handbewegung das Wort ab. "So soll es sein", sagte er dann ernst. "Wehre dich nicht!" Er nahm Neferti die Waffe ab.
Baltar ballte die Fäuste in hilfloser Wut. Seine Lippen zitterten, aber er sprach die Flüche nicht aus, die sich in seinen Gesicht wiederspiegelten. "Diese Narren!" zischte er schließlich nur.
"Hatten Sie geglaubt, mit denen da entkommen zu können?" meinte Starbuck fröhlich.
"Man muss jede Chance nutzen, und Sie sehen, die Djeromni waren doch Verräter!" Baltar verlor sein Gesicht nicht. "So habe ich Ihnen die Beweise geliefert!" Sein Lachen klang zynisch.
Die Djeromni bereiteten sich vor. Einer hielt die Passagiere in Schach, während Sethro und Inabis die beiden Frauen im Auge behielten. Währendessen legten die Kontrahenten ihre weiten Hemden ab und standen schließlich nur mit Hose und Stiefeln gegenüber. Dann verknoteten sie einen Streifen Stoff an ihren Handgelenken, waren durch das Tuch miteinander verbunden.
Als sie sich gegenüberstellten, zogen Inabis und Sethro ihre Messer und setzten sie an die Kehlen der Frauen. Die Hand des letzteren zitterte und Neferti sah ihn verächtlich an.


"Und ist es auch die Stunde meines Todes, so habe ich ehrenvoll gekämpft und den Versuch gewagt", murmelte Cheprin eine Abwandlung der alten Duellformel. Anmur war stark, das hatte er ihm gezeigt, als er an dem Stoff zog. Nur ein Wunder konnte ihn jetzt noch retten.
"Aree!" rief Inabis. "Beginnt!"
Cheprin wappnete sich gegen den ersten Angriff seines Gegners und spannte die Muskeln an, die Augen auf das Gesicht des anderen Mannes gerichtet. Schon fühlte er sich nach vorne gerissen, stemmte sich dagegen und wich im letzten Augenblick der Messerklinge aus, die auf ihn zuraste. Sein Schwung riss sie beide zu Boden, aber das nutzte Anmur aus. Ehe es Cheprin verhindern konnte, drang der Dolch in sein Fleisch. Der Djeromni versuchte nun seinerseits einen Angriff und drehte sich von dem Älteren weg, um herumzuschnellen und wieder auf die Beine zu kommen. Das Band hinderte ihn daran. Ein zweites Mal biss der Dolch zu.
Cheprin stöhnte. Er sah das Blut, das an seinem Körper herunterließ und spürte wie der schnelle Blutverlust ihn schwächte. 'Diana!" dachte er und versuchte seine Frau mit der Seele zu spüren.


Diana konnte ihren Blick nicht abwenden, so sehr sie es auch wollte. Sie bebte und zitterte, nicht an die Klinge denkend, die ihre Kehle berührte. Cheprin war dem anderen eindeutig unterlegen. Schon wieder stieß Anmur zu und verletzte Cheprin im Unterkörper. Die Khryz waren zwar nicht lang genug, um das Herz zu erreichen, aber richtig eingesetzt waren sie grausame Mordinstrumente.
Sie sah hilflos mit an, wie Cheprin zwar einige Male die Deckung durchbrach und den anderen verletzte, aber das war längst nicht so tief und so schwer wie seine Wunden. Die Tränen liefen über ihre Wangen, als sie ihn taumeln sah, aber sie schluchzte nicht einmal. Neferti musterte sie gehässig.
In diesem Augenblick spürte Diana eine fremde Kraft, die auf ihre Verzweiflung reagierte. Etwas in ihr griff nach awussen und benutzte ihre Augen, um die Energien, die es lenkte, freizusetzen.
Cheprin schien plötzlich an Kraft zu gewinnen. Er wich Anmurs Hieb aus und kam wieder auf die Beine. Diesmal zog er den anderen mit Schwung an sich heran.
Das war unmöglich - Cheprin hätte sich nicht einmal mehr richtig bewegen können - aber jetzt hob er in einer fließenden Bewegung die Hand und zog den Dolch über die Kehle des anderen. Dessen Schrei endete in einem Gurgeln, dann brach er zusammen.
Cheprin aber drehte sich zu den Männern um. "Ich habe das Duell gewonnen!" keuchte er. "Ich bin nun euer Anführer und befehle euch, die Waffen abzulegen und euch zu ergeben! Se torre sor!"
Anmur verkrampfte sich. Diana spürte plötzlich schreckliche Angst in sich aufsteigen, als der Druck der Klinge fester wurde. Doch da umfaßten Hände seinen Arm und bogen ihn weg, ein Mann riß den Djeromni zurück und streckte ihn mit einem gezielten Faustschlag nieder. Als Neferti dies sah, warf sie sich nach vorne, so dass die Klinge ihre Kehle durchschnitt. Inabis ließ sich von Starbuck widerstandslos entwaffnen, als die Frau röchelnd vornübersackte...
Diana sprang auf und stürzte zu Cheprin, der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, fing ihn ab und hielt ihn so gut es ging fest. Er murmelte nur noch ein paar Worte, dann verlor er das Bewwusstsein und lastete mit dem ganzen Gewicht auf ihr.
Nur Baltar drehte sich weg, von einem Techniker mit dem Blaster bedroht und zuckte mit den Schultern. "Dann eben nicht!" meinte er und setzte sich in einen der Sessel. Drei Männer des Bodenpersonals enttarnten sich als Sicherheitskräfte, und nahmen die verräterischen Djeromni gefangen, während Captain Apollo sich auf den Pilotensitz begab und über Funk die GALACTICA rief.



Aus den Tagebüchern Adamas:
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Zwar hat sich ein Vorurteil bewiesen, aber es zeigte auch, dass nur wenige Djeromni Verräter an der Menschheit waren, genauso wie es unter den Planetenbewohnern Menschen wie Baltar gab, und wir den Großteil zu Unrecht verurteilten. Die Männer wären vermutlich mit Baltar entkommen. Aber das beherzte - und vielleicht ein wenig leichtsinnige Eingreifen Cheprins von den M'talina hat eine Katastrophe verhindert. Dabei war er nur, wie wir später erfuhren, an Bord gekommen, um seine Frau Diana und ihr ungeborenes Kind zu schützen. Die Djeromni Neferti und ihr Gefährte Anmur hatten sich den Verschwörern aus anderen Gründen angeschlossen, doch bisher schweigen die Beteiligten über die Gründe.
Wichtiger erscheint es der Matria, sich um den Zustand Cheprins zu kümmern. Sollten wir bald wieder einen mutigen Kämpfer für den Frieden verlieren?




"Nitocris!" klagte Diana und klammerte sich an die ältere Djeromni. "Er darf nicht sterben!" Die Matria blickte den Arzt fragend an, doch dieser schüttelte nur den Kopf, als er das Untersuchungsgerät zurückzog. "Er hat zu schwere innere Blutungen, die ich bei bestem Willen nicht mehr rückgängig machen kann, so sehr ich es auch versucht habe."
Diana begann herzzerreißend zu weinen. Sie fühlte sich schuldig. Sie hatte Cheprin in den Tod getrieben, und das Kind, es würde ohne seinen Vater aufwachsen müssen. Sie wollte ihn nicht verlieren. Cheprin war noch so jung, und ihr gemeinsames Leben hatte erst begonnen! Nein! Nein!
Da regte sich wieder etwas ih ihr, geweckt von der Verzweiflung und Trauer. Diana rang heftig nach Luft, als sich um ihre Hände plötzlich ein schwaches blaues Funkeln bildete.
sie spürte, wie Nitrokris erstarrte und sie plötzlich nach vorne drückte, die Hände auf die nackte Prist Cheprins preßte, die sich kaum noch hob und senkte. Diana wollte sich wehren, doch die Matria hielt sie fest, sorgte dafür, dass die Verbindung nicht unterbrach, bis das Funkeln erlosch. Erst dann gab sie Diana frei.
Die Pilotin starrte sie mit großen Augen an, während sich Nitocris versicherte, dass der Arzt abgelenkt gewesen war. Dann faßte sie Diana unter das Kinn und drehte ihren Kopf so, dass sie Cheprin anblickte. Der junge Mann atmelte wieder tief und ruhig, seine Werte auf der Anzeigetafel waren so normal, als schliefe er nur. Diana öffnete verblüfft den Mund und blickte auf ihre Hände, während sie Nitocris sanft berührte und ihr zuwisperte: "Es war dein Kind. Beschütze es gut, denn es ist etwas besonderes - das Sternenkind. Du und Cheprin, ihr..."
"Aber..."
"Ich erkläre es dir später, wenn sich die Aufregung gelegt hat und Cheprin erwachen wird. Habe keine Furcht." Diana sah die Matria an. In deren Blick lag soviel Wärme. dass sie ihre Verwirrung und Furcht vergaß und nickte. Und Cheprin begann sich in diesem Moment zu regen, gerade als der Doktor das Wunder bemerkte...


Aus den Tagebüchern Adamas:
-----------------------------------------


Wie durch ein Wunder, als hätten die Seraphen oder die Herren von Kobol selber eingegriffen, wurde Cheprin von seinen tötlichen Wunden geheilt. Nur seine Gemahlin Diana und die Matria waren zu diesem Zeitpunkt an seinem Bett.
Siress Nitocris erzählte mir später, als ich sie fragte, was geschehen sei mit einem Lächeln ein altes Märchen ihres Volkes, dass einen wahren Kern zu haben scheint. Sie berichtete mir von dem Sternenkind, dass aus der ersten Verbindung zweier gegensätzlicher Völker entstehen würde. Dieses Kind sollte die besonderen Gaben der Heilung und Vereinigung besitzen, und es wäre dazu bestimmt, den Sternenwanderern einen neuen Weg zu zeigen.
Ja, ich verstand das Märchen schließlich, und auf gewisse Weise erfüllt mich Freude. Ihr Herren von Kobol, ist dies ein Zeichen? Wird das Kind der beiden, Diana und Cheprin, eines Tages ein mächtiger Helfer auf unserer Suche werden - nach der verlorenen dreizehnten Kolonie ... der Erde?
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Scout
Schreiberling


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Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 13.01.2008, 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

so, habe mir den Teil mal ausgedruckt und werde ihn in den nächsten tagen lesen Smilie In Papierform mache ich das doch lieber als am PC.

Wenn du die Fürst Iblis Folgen mochtest, dann bleib auf jeden Fall an der Galaxy dran, denn Fürst Iblis ist mein ganz persönlicher Verbindungspunkt zwischen den Kobollianern/Antikern und den Ori Smilie Kim hat so ihre eigenen Erfahrungen mit dem Teufel gemacht! Und ich habe ein Crossover mit Richards Hatch erstem Buch geschrieben!

Die Serie hat wirklich was! Einen ganz besondern Charme, an den das Remake meiner Meinung nach nicht ran kommt, weiß auch nicht wieso.

Also, die Tage melde ich wieder!
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 14.01.2008, 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wow! Ich hab am Bildschirm geklebt und war, glaube ich, nicht mal mit einer Brechstange davon wegzukriegen. Sag du noch einmal, du könntest keine Action schreiben - ich zittere immer noch *uff!*.

Schade, daß du danach nichts mehr geschrieben hast. Dieses Sternenkind scheint ja wirklich was ganz besonderes zu sein. Da wäre ich wirklich neugierig drauf gewesen, was du da noch aus dem Hut gezaubert hättest mit - und Pläne hattest du sicherlich, so wie du es in dieser Geschichte schon eingebracht hast.

Ich frage mich allerdings auch, was Neferti dazu getrieben hat. Schade, daß man ihre Motive nicht mehr hören wird. War sie eifersüchtig auf die funktionierende Beziehung, die ihr Bruder führt? Immerhin ist sie ja alles andere als nett mit Diana umgegangen. War es die Angst vor der Prophezeiung? Aber das hätte vorausgesetzt, daß sie von der Schwangerschaft wußte und dementsprechend etwas dagegen unternehmen würde. Aber Diana scheint ja noch recht früh in der Schwangerschaft zu sein - Rätsel über Rätsel.

Ich fand diese Geschichte auf jeden Fall superspannend und konnte mich kaum von ihr lösen, als ich sie gelesen habe. Wow! Da scheine ich ja wirklich einiges verpaßt zu haben mit der Serie ...

War ein klasse Abschluß deiner Djeromni-Geschichten, wirklich!!!
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 12.02.2008, 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Scout hat folgendes geschrieben:
so, habe mir den Teil mal ausgedruckt und werde ihn in den nächsten tagen lesen Smilie In Papierform mache ich das doch lieber als am PC.


Und schon weiter gekommen? In welcher deiner Geschichten kommt dasnn dann auch Cout Iblis ins Spiel?
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