Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Hyndara Gast
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Verfasst am: 04.02.2008, 13:20 Titel: |
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Na, das kann doch nur übel ausgehen. Ohoh, mir schwant schlimmes, wenn ich an diesen komischen Bruder denke. Will Rhiana entführen, hat der sie noch alle? Hoffentlich kommen ihm die Atlanter noch auf die Schliche, ehe es zu spät ist. Das fehlte gerade noch *mecker*!
Und Surai und Co. sind aufmerksam geworden - sehr schön! Manchmal muß man eben mit der Nase drauf gestoßen werden, dann geht's schon. Ich denke, zumindest in dieser Hinsicht dürfte sich das ganze dann für Atlantis gelohnt haben - sie haben am Ende hoffentlich wenigstens einen neuen Verbündeten *hoff*.
Zum Zeitlassen:
Hab mir ja selbst jetzt ne Auszeit gegönnt. Insofern ... ich weiß ja, was bei dir los ist. Wenn du keine Zeit hast, dann hast du keine Zeit. Geldverdienen geht vor.
Trotzdem würde ich mich über eine Fortsetzung freuen ... *piep*. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 05.02.2008, 13:32 Titel: |
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Hyndara: Ja, leider habe ich zur Zeit kaum Zeit für solche Sachen wie das Forum, klein und groß. Du weißt ja warum. Aber hier kann ich dir zumindest ne Fortsetzung bringen, weil die ja fertig ist.
Teil 7
Inzwischen hatte Sheppard seine Freunde über das Gespräch mit Asin Girik informiert und über dessen Angebot.
„Aber das ist doch genau das, was wir wollten“, versuchte Jackson John davon zu überzeugen, das Angebot anzunehmen.
„Sie wissen, was ich davon halte, Daniel“, winkte John ab.
„Vielleicht sollten wir uns überlegen, wie wir das Angebot annehmen können ohne zuviel zu verraten“, sagte Rhiana.
John sah seine Frau überrascht an. „Wie meinst du das?“
„Nun, wie mir scheint kannst du bestimmen, was du aktivierst oder nicht? Rodney kann dir dabei helfen. Er weiß am meisten über eine Stadt wie Atlantis. Wir könnten nur die Bereiche aktivieren, die zur Energieübertragung der Stadt notwendig sind. Und keine Waffen.“
„Hm“, John rieb sich nachdenklich das Kinn. „Das wäre dann schon zu überlegen. Wir könnten als Gegenleistung Zugriff auf die Daten der Stadt verlangen. Girik wird sicher darauf eingehen. Er ist ganz wild darauf, dass ich ihm helfe.“
„Genau das meinte ich“, sagte Daniel erleichtert.
„Jackson hat recht“, versuchte auch McKay John zu überreden. „Wenn ich an die vielen neuen Informationen denke, dann würde ich am liebsten gleich mit der Auswertung anfangen.“
„Ich werde die Nacht überschlafen und morgen meine Entscheidung bekannt geben. Doch jetzt! Wie wäre es, wenn wir uns etwas amüsieren gehen? Babylon hat sicher entsprechende Einrichtungen anzubieten.“
„Au ja!“, Vala klatschte vor Begeisterung in die Hände und packte den sich etwas sträubenden Daniel an den Armen. „Komm schon, die Langweiler! Du kannst dich morgen wieder in deiner Arbeit vergraben. Jetzt gehen wir feiern!“
Seufzend gab Daniel nach und verließ Arm in Arm mit Vala das Zimmer. McKay und Carter folgten ihnen lächelnd. Auch sie mussten sich schließlich noch umziehen gehen.
„Wo sind eigentlich Teyla und Ronon abgeblieben?“, wollte Rhiana wissen, während sie etwas Schickes aus ihrer Tasche hervorzog, das sie anziehen wollte.
„Irgendwo in der Stadt. Sie sammeln noch Informationen“, antwortete John. „Vielleicht treffen wir sie unterwegs.“
„Nach schön! Dann komm, wir ziehen uns auch um.
So kam es, dass sie alle eine Stunde später durch die Stadt zogen. Sie hatten beschlossen erst einmal zusammen zu bleiben. Schließlich kannten sie sich in der Stadt nicht aus. In der Halle waren sie auf Teyla und Ronon getroffen, die sich ihnen aber sofort wieder anschlossen.
Teyla erzählte ihnen, dass sie sich gut umgehört hatten. Jeder berichtete nur Gutes über Asin Girik. Der Mann war zwar steinreich, mächtig und ein strenger, aber gerechter Chef und auch ehrlich. Hatte er jemanden sein Wort gegeben, dann hielt er sich auch daran. Es war noch nie vorgekommen, dass Girik sein gegebenes Wort gebrochen hatte.
Das beruhigte John ungemein und bestärkte ihn in der Entscheidung, mit Girik auf beschränkter Basis zusammen zu arbeiten. Wenn sie mit entsprechender Vorsicht agierten, konnte das vielleicht ein nutzbringendes und wertvolles Bündnis werden. Wenn Babylon auch nur annähernd Atlantis ähnelte, dann wussten sie, welche Anlagen sie ohne Gefahr aktivieren konnten.
Niemand von ihnen bemerkte die Gestalt, die sie heimlich von weitem beobachtet hatte. Auch die Wächter, die Camlan dem Erben der Alten zugeteilt hatte, bemerkten den Mann nicht. Heimlich sprach er in sein Funkgerät.
„Es ist soweit! Sie verlassen den Turm und gehen in die Stadt, um sich zu amüsieren. So einen günstigen Moment werden wir nie mehr bekommen.“
„Dann werdet ihr zugreifen, wenn die Gelegenheit da ist. Aber vergesst die Wächter nicht, die mein Bruder zu ihrer Sicherheit abgestellt habt.“
„Was sollen wir mit ihnen machen?“
„Schafft sie aus dem Weg.“
„Wie du willst, Joris. Wir sind unterwegs“, zufrieden schaltete der Mann sein Funkgerät aus. Das würde ein lukrativer Job sein, auch wenn er nicht ungefährlich sein würde. Außerdem würde es ihm Spaß machen, diese Fremden in die Gewalt zu bekommen. Und es war auch nicht das erste Mal, dass sie so etwas machten. Mochte Asin Girik auch glauben, seine Stadt wäre sicher und es gäbe so gut wie keine Verbrechen. Der Mann hatte keine Ahnung, was in den verbotenen Regionen der Stadt alles vor sich ging.
John Sheppard und seine Freunde marschierten inzwischen ahnungslos durch die hell erleuchtete Stadt. Auch wenn Babylon größtenteils unbewohnt und ohne die Technik der Antiker auskommen musste, war sie immer noch groß genug, um mehreren Hundert Lebewesen einen Wohnraum und Heimat zu bieten. Es herrschte um diese Zeit Hochbetrieb, denn die Besucher wollten sich amüsieren und gleichzeitig Geschäfte abschließen. Selbst um diese Zeit herrschte am Sternentor ein kommen und gehen.
Sheppard gestand sich ein, dass er beeindruckt war. Sie liefen durch die Straßen und Geschäfte und sahen sich alles an. Meist mehrere Stockwerke hoch reihte sich hier Geschäft an Geschäft. Es gab kaum einen Zweig, der ausgelassen wurde. Die Händler saßen in oder vor ihrem Geschäft und priesen lautstark ihre Waren an. Dazwischen lag der Geruch nach Essen in der Luft, der aus den verschiedenen Restaurants drang, an denen sie vorbeischlenderten. Besonders Vala geriet von einer Entzückung in die andere, so dass Daniel sie kaum bremsen konnte. John hatte nicht vergessen, dass er seinen Kindern versprochen hatte, ihnen etwas mitzubringen. Aber noch hatte er nichts Passendes gefunden.
„Ich glaube du solltest dich etwas um Vala kümmern“, meinte John schmunzelnd zu seiner Frau, nachdem er Vala ein Weilchen zugesehen hatte. „Und pass auf, dass sie ihre Finger bei sich behält, nicht, dass es noch Probleme mit ihr gibt.“
Auch wenn John Vala nicht so gut kannte, wusste er doch um ihre Probleme, auch wenn er zugeben musste, dass sie sich gut gemacht hatte, seit sie sich dem Stargate-Kommando angeschlossen hatte. Doch immer, wenn sie in eine solche Handelsmetropole kam, kehrte ihr altes Wesen zurück.
„Sollte das nicht lieber Daniel machen“, schmollte Rhiana. „Ich wollte mich etwas mit dir amüsieren. Schließlich haben wir nicht oft Zeit dazu.“
Daniel hatte Rhianas Beschwerde gehört und sprang sofort ein. „Rhiana hat Recht, John. Sie können sich ruhig um Ihre Frau kümmern. Mit Vala komme ich schon zurecht.“
„Sollten wir nicht lieber zusammen bleiben?“, mischte sich Ronon etwas besorgt ein. Das Ganze ging ihm etwas zu einfach von statten.
„Das wird nicht nötig sein“, meinte John, der sich eigentlich ganz sicher fühlte. „Hast du nicht unsere Leibwache bemerkt?“
„Du meinst die zwei Männer, die uns schon folgen, seit wir unsere Unterkunft verlassen haben?“, fragte Ronon.
„Ja, ich bin sicher, die haben wir Girik zu verdanken. Er will wohl nicht, dass uns etwas passiert.“
„Ich glaube eher, dass dir nichts passiert“, meinte Rhiana und hängte sich bei ihrem Mann ein. „Vergiss nicht, dass Girik scharf auf dich ist. Aber nicht so scharf, wie ich es auf dich bin! Also komm schon, geliebter Mann! Amüsieren wir uns.“
„Na schön, dann viel Spaß euch allen“, rief John seinen Freunden zu. „Wir sehen uns morgen früh in meinem Appartement.“
Vala ließ sich das nicht noch einmal sagen. Sie packte Daniel am Arm und zog ihn fort. Teyla und Ronon tauchten ebenfalls im Trubel unter.
McKay warf noch einen Blick auf John. „Du bist dir sicher?“
„Aber ja! Unsere Leibwächter werden schon auf uns aufpassen“, versicherte John. „Amüsiert euch.“
John und Rhiana blickten Carter und McKay einen Moment hinterher. „Und nun, Geliebte, wo sollen wir uns amüsieren?“
„Etwas Essen gehen und dann als Nachspeise uns“, Rhiana sah ihn mit verführerischem Augenaufschlag an.
„Du bist sicher?“, lächelte John zurück.
„Aber ja! Wir haben so wenig Zeit für uns. Warum diese prächtige Gelegenheit verschwenden? In Atlantis holt uns unser Alltag früh genug wieder ein.“
John konnte nicht anders, als ihr zuzustimmen. Also gingen sie Arm in Arm die Straße entlang und suchten sich ein nettes kleines Lokal.
„Sind unsere Leibwächter noch da?“, fragte John, nachdem sie sich einen Fensterplatz ausgesucht hatten und der Kellner ihre Bestellung aufgenommen hatte. Zwar hatten die beiden keine Ahnung, was genau sie da bestellt hatten, aber der Kellner hatte ihnen versichert, dass sie es bestimmt mögen würden. Also waren sie seiner Empfehlung gefolgt.
„Oh ja, im Lokal gegenüber! Ich gebe zu, sie verhalten sich sehr professionell, aber für uns nicht unauffällig genug“, gab Rhiana flüsternd zurück.
Frohgemut stimmte John ihr zu. Als erstes brachte der Kellner ein ausgezeichnet mundendes weinähnliches Getränk. Das Essen bestand aus dem Fleisch eines unbekannten Tieres, das rötlich aussah und so ähnlich wie Hirsch schmeckte. Dazu gab es verschiedenes ebenfalls unbekanntes Gemüse und etwas, dass wie eine Kartoffel aussah. Und sie mussten zugeben, dass die Empfehlung des Kellners gut war. Das Essen mundete ausgezeichnet. Als sie schließlich die Rechnung verlangten winkte der Kellner ab und erklärte, dass alles schon bezahlt wäre. Girik war also schon wieder auf dem Laufenden.
Arm in Arm verließen sie das Lokal und schlenderten zurück zu ihrem Hotel. Ihre Schatten folgten ihnen beharrlich, doch die beiden achteten kaum noch auf sie. John und Rhiana machten einen kleinen Umweg zu ihrem Hotel, weil sie sich noch etwas in den Geschäften umsahen. Plötzlich fiel Rhiana etwas auf.
„John, unsere Wächter sind weg.“
„Bist du sicher?“
„Ja, ganz sicher.“
Sie gingen weiter und John beobachtete nun unauffällig ihre Umgebung. Rhiana hatte sich nicht geirrt, die beiden Männer waren nicht mehr da.
„Das ist nicht gut“, meinte John. „Ich war mir sicher, dass sie uns bis zum Hotel folgen. Pass gut auf!“
Sie trugen beide ihre Handstrahler, allerdings versteckt unter der Bekleidung. Die großen P-90 hatten sie nicht mitnehmen können, weil das Tragen von solchen Waffen in der Stadt verboten war. Trotzdem hatten sie natürlich nicht auf Waffen verzichten wollen. Unwillkürlich verweilten ihre Hände in die Nähe dieser Betäubungsstrahlers, was ihnen ein gewisses Gefühl der Sicherheit verlieh.
„Ist es noch weit bis zum Hotel?“, fragte Rhiana, der es etwas mulmig wurde. Immerhin war es möglich, dass man es auf John abgesehen hatte. Vielleicht wusste nicht nur Girik über Johns Fähigkeit Bescheid.
„Wir müssen noch mehrere Gebäude umrunden, bis wir das Pier erreichen, wo der Hauptturm liegt“, sagte John. „Leider stehen uns die Transporter von Atlantis nicht zur Verfügung. Ich schätze, dass wir noch gut eine halbe Stunde laufen müssen.“
„Das gefällt mir nicht mehr. Vielleicht war es doch ein Fehler, uns von den anderen zu trennen.“
„Ich beginne dir zuzustimmen, doch alle Berichte sagten, dass wir Girik trauen können.“
„Vielleicht ist es nicht Girik. Immerhin sind seine Männer verschwunden.“
„Was sie auch auf seinen Befehl hin tun konnten“, meinte John.
„Warum sollte er so umständlich handeln? Wenn er dich wollte, bräuchte er dich nur holen zu lassen.“
Diesem Argument musste John zustimmen. Sie hatten eines der kleineren Gebäude umrundet und überquerten einen sternförmigen Platz, wo gleich mehrere kleine Straßen abbogen, von denen einige im Dunkeln lagen. Aus einer dieser finsteren Gassen erschien plötzlich eine Gruppe abenteuerlich gekleideter Menschen, die ihnen den Weg versperrten. So, wie sie aussahen hätten sie Ronons Brüder sein können. John glaubte die Gruppe zu erkennen. Es waren dieselben, denen er es zu verdanken hatte, dass er sich mit seinem Gen verraten hatte.
„Ach, seht mal, wen wir da haben“, sagte einer der Männer, in dem John den Anführer zu erkennen glaubte. „Na, wie ist es heute Abend? Willst du mir diesmal wieder ausweichen oder lieber deinem Weibchen imponieren?“
Dies sagte John, dass es wirklich die gleichen Männer waren und nun glaubte er nicht mehr an einen Zufall.
Da spürte er auch schon den Druck eines Waffenlaufes im Rücken und eine Stimme flüsterte in sein Ohr: „Keinen Mucks, Freundchen oder du und deine Süße könnt das Gras von unten wachsen hören.“
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 06.02.2008, 11:43 Titel: |
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Na toll, wirklich toll! Das gibt aber ne gelb-rote Karte, Mr. John Sheppard! Aber sowas von gelb-rot, das glaubst du gar nicht!
Eigentlich hätten die beiden es mehr als nur verdient, komplett aus dem Spiel genommen zu werden. Sind die denn irre, daß sie allein durch Babylon tapern? Ich hab ja gedacht, ich les nicht richtig, als sie sich von den anderen getrennt haben. Sowas von leichtsinnig!
Die Sache mit den Liften verstehe ich jetzt allerdings nicht. Wenn John nur aktivieren muß, wieso suchen sie sich nicht den ersten Lift, den sie finden können und aktivieren den. Dürfte doch relativ einfach sein, daß Rhiana ja Antikerin ist (okay, John ist es bei dir ja auch, das vergesse ich immer *schäm*). Aber eigentlich dürften sie doch beide keine großen Probleme haben damit *grübel*.
Und keine Sorge, ich weiß, was los ist. Und ich denke, es wird hier auch keiner was dagegen haben, wenn du vielleicht mal Werbung machen möchtest im Kaffeekränzchen. Ist nur so ein Vorschlag. Auf jeden Fall drück ich dir auch weiterhin die Daumen. Wie läuft es denn inzwischen? |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 12.02.2008, 11:44 Titel: |
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Hyndara: Jetzt musstest du auch hier lange warten. Ich habe dir ja schon privat geschrieben wie es läuft. Und als Entschädigung für die lange Wartezeit poste ich gleich zwei Teile auf einmal für dich.
Teil 8
„Es gibt kein Gras hier, wir sind auf dem Wasser“, gab John frech zur Antwort.
„Hört euch das an!“, rief der Anführer. „Das ist ja ein ganz schlaues Kerlchen. Aber Geschmack hat er, das muss man ihm lassen. Die Kleine ist nicht von schlechten Eltern.“
„Wenn du meine Frau auch nur anrührst töte ich dich“, sagte John in einem so eisigen Tonfall, dass der Sprecher unwillkürlich einen Schritt vor ihm zurück wich.
Seine Kumpane lachten ihn dafür aus, was den Mann umso wütender machte. Die anderen hatten inzwischen einen Kreis um sie gebildet, so dass John und Rhiana sich nicht mehr wehren konnten und ein Außenstehender nicht gleich sehen konnte, dass hier etwas nicht in Ordnung war.
„Ihr beide kommt jetzt mit uns. Wenn du dich weigerst, Freundchen, ist dein Flittchen tot“, zischte ihn der Anführer wütend an.
John wurde rot vor Zorn im Gesicht, als er die beleidigenden Worte des Unbekannten über seine Frau hörte. Rhiana sah es ihm an. Sie drückte ihn kurz am Arm und schüttelte nur unmerklich mit dem Kopf. Sie war schlimmeres gewohnt und mehr in Sorge um Johns Leben, als um ihre Ehre. John beruhigte sich wieder etwas.
Dem Mann war der kurze Blickwechsel zwischen den beiden nicht entgangen.
„Sehr vernünftig, Kleiner! Wir brauchen dich zwar lebend, aber die Süße nicht. Wenn du tust, was wir sagen, wird weder ihr noch dir etwas geschehen, verstanden?“
John nickte widerwillig und ließ sich von den Männern in die Gasse abdrängen. Kaum waren sie dort, als er auch schon einen Schlag spürte, der ihm auf der Stelle das Bewusstsein raubte.
Als er wieder zu sich kam, saß Rhiana an seiner Seite auf einer Liege. Er versuchte sich aufzurichten, sank aber wieder stöhnend zurück. Sein Kopf dröhnte, als sei dort ein ganzes Sägewerk dabei, einen Wald zu Kleinholz zu verarbeiten.
„Bleib ganz ruhig“, sagte Rhiana. „Du hast einen ganz schönen Schlag abkommen.“
John griff sich an den Kopf, wo er eine große Beule bemerkte. „Was ist passiert? Bist du in Ordnung und wo sind wir?“
„Wo wir sind, weiß ich leider auch nicht. Sie haben mir die Augen verbunden, nachdem sie dich bewusstlos geschlagen hatten. Aber es geht mir gut. Sie haben mich gut behandelt.“
„Sehr richtig!“, erklang von der Tür her eine Stimme auf. „Wenn Sie tun, was ich von Ihnen verlange, wird Ihnen und Ihrer Freundin nichts passieren, Sheppard.“
Das bewies John, dass man ihn nicht verwechselt hatte.
„Was wollen Sie?“, fragte John den Mann, der mit vier Männern in der Tür stand und sie beobachtete.
„Das Sie für mich arbeiten.“
„Wer sind Sie?“
„Jorik Girik!“
„Girik?“
„Sehr richtig! Und im Gegensatz zu meinem Bruder, lasse ich Ihnen keine Wahl. Entweder Sie tun, was ich von Ihnen verlange oder meine Männer werden ihren Spaß mit Ihrer Freundin haben, bevor sie einen sehr schmerzhaften Tod sterben wird.“
John wurde blass und drückte Rhiana beruhigend die Hand, als er spürte, dass sie neben ihm leicht zitterte. Er würde niemals zulassen, dass man ihr etwas antat. „Was soll ich für Sie machen? Und was ist mit unseren Wächtern geschehen?“
„Ihre Wächter haben meine Freunde hier erledigt. Hoffen Sie also nicht auf Hilfe von meinem Bruder. Er ist ein Schwächling“, sagte Jorik verächtlich. „Deshalb wird es Zeit, dass ich seine Stelle einnehme. Dann wird sich hier einiges ändern. Ich werde mächtiger werden, als alle anderen hier. Und Sie helfen mir dabei.“
John seufzte vernehmlich auf. „Noch so ein Verrückter! Alle glauben die Macht im Universum übernehmen zu müssen. Da muss ein Virus im Umlauf sein.“
„Noch so eine freche Bemerkung und ich muss dir Manieren beibringen“, sagte einer von Giriks Begleitern. Es war der Mann, der ihn gefangen genommen hatte.
„Lass ihn! Er hat Humor und das gefällt mir“, winkte Jorik ab. „Ihr beide werdet mir jetzt folgen und ich zeige Ihnen, was Sie zu tun haben, Sheppard.“
John und Rhiana blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen.
Bei Einbruch der Dunkelheit war noch eine weitere Gruppe in die Stadt aufgebrochen, aber nicht, um sich zu amüsieren. Die Ulani-Gruppe suchte noch immer nach den Tau’ri. Die Gerüchte schienen zu ihrer aller Freunde wirklich zu stimmen. Es gab wirklich einen Vorfall mit einem Mann im Hauptturm, von dem man nun glaubte, dass er ein Erbe der Alten war. Auf ihre Frage erklärte man ihnen, dass diese in dem Rundhotel neben dem Hauptturm wohnten. Der Mann an der Theke der Empfangshalle des Hauptturmes, hatte ihnen erzählt, was passiert war, als die Gesuchten in die Stadt kamen, um sich registrieren zu lassen.
Surai konnte ihr Glück kaum fassen, die Tau’ri endlich gefunden zu haben. Der Mann wusste aber alles auch nur aus zweiter Hand, da er keinen Dienst gehabt hatte und der betreffende Kollege zu Hause war.
Sie gingen also zum Rundhotel, doch dort hatte man ihnen an der Rezeption erklärt, dass die Gesuchten sich in die Stadt auf gemacht hatten, um sich zu amüsieren. Surai ärgerte sich sehr, dass sie die Gesuchten nur knapp verfehlt hatten.
„Sie können noch nicht weit sein“, meinte der Rezeptionist.
Surai Balaric gab ihren Freunden ein Zeichen und zusammen verließen sie den Hauptturm.
„Wo können sie sein?“, fragte Polo. „Wenn wir die Tau’ri wirklich finden, wäre das die Sensation zu Hause. Ich werde berühmt.“
„Das bist du doch jetzt schon“, meinte Iole seufzend. „Deine mehr als übertriebene Berichterstattung hat uns zu wahren „Helden“ gemacht.“
„Aber das sind wir doch“, verteidigte sich Polo. „Schließlich ist es das Recht jedes ehrlichen Berichterstatters, dass er das Geschriebene etwas aufpeppt, damit die Leute es auch lesen.“
„Für meinen Geschmack etwas zu aufgepeppt“, mischte sich Surai ein. „Wenn ich da an den Bericht über unsere letzte Mission denke.“
„Was willst du? War es nicht die Wahrheit?“
„Ich habe also sechs Gegner auf einmal erledigt, ohne mir auch nur die Flügel anzuknicken?“
„Nun ja, es waren vielleicht nur zwei, aber die hast du mit links besiegt“, meinte Polo zufrieden über den letzten Bericht. Er hatte ihm eine Auszeichnung eingebracht. Was machte es da aus, wenn er etwas übertrieb. Surai war und blieb die beste Kriegerin ihrer Kaste.
Surai gab es seufzend auf, Polo ins Gewissen zu reden. Seine Berichte über die Abenteuer ihres Teams waren zu Hause beliebt und gingen reißend weg. Und im Grunde gönnte sie Polo die Ehre und den Glanz. Etwas Ruhm blieb auf allen haften und half ihnen im Durchsetzen von Forderungen bei zukünftigen Einsätzen. Und wenn es wirklich darauf ankam, konnte man sich auf Polo voll und ganz verlassen. Sogar er würde sein Leben einsetzen, um sein Team wieder sicher nach Hause zu bringen. Deswegen hatte sie ihn auch ausgesucht, als man von ihr verlangt hatte, einen Berichterstatter in ihr Team aufzunehmen. Er war der Fähigste von allen Bewerbern gewesen.
Doch nun galt es die Tau’ri zu finden. Sie rief ihre Freunde zur Ordnung und sie machten sich auf den Weg. Niemand wagte es, sich ihnen in den Weg zu stellen. Zu beeindruckend war ihre Erscheinung bei den Menschen. Sie waren alle groß und kräftig, selbst die in den Augen der Ulani kleine Iole, überragte noch die meisten Menschen um einen Kopf. Die Gestalt eines Ulani vermittelte Kraft und schüchterte die meisten Menschen ein. Schon alleine die schwarzen Flügel und ihre schräg stehenden Augen unterstrichen ihr unheimliches äußeres Erscheinungsbild. Das sie im Grunde sehr friedfertige Wesen waren, brauchten sie ja nicht überall hinaus zu posaunen.
Ein paar Stunden liefen sie kreuz und quer durch die erschlossenen Teile Stadt ohne eine Spur zu finden. Gerson wollte schon aufgeben, als Surai auf die Idee kam ihre Fähigkeiten einzusetzen. Jeder Ulani erkannte die Gefühle denkender Wesen. Zwar konnten sie nicht direkt das hören, was die anderen Wesen dachten, aber doch ihre Gefühle erspüren. Außerdem konnten sie anderen Wesen ihren Willen aufzwingen. Das war jedoch strengstens verboten und nur in absoluter Lebensgefahr erlaubt. Und wenn sich ein paar Ulani zusammen schlossen, waren sie in der Lage ein starkes Kollektiv zu bilden, um so ihre Kräfte zu vervielfachen.
„Wir bilden ein Kollektiv und erforschen die Umgebung. Vielleicht finden wir so etwas“, schlug Surai vor.
Die drei Team-Mitglieder stimmten zu und fragten sich gleichzeitig, warum sie nicht schon früher auf diese Idee gekommen waren. Sie suchten sich einen sicheren und ruhigen Platz und setzten sich in einem Kreis auf. Dann fassten sie sich an den Händen und konzentrierten sich. Es war nicht schwer für sie in das Kollektiv zu schlüpfen, denn das lernte ein junger Ulani schon in frühester Kindheit. Alle Umwelteinflüsse wurden ausgeschlossen und nur noch die Stimmen waren wichtig. Sie durchsuchten Gebäude für Gebäude und Wohnung für Wohnung. Es waren die unterschiedlichsten Gefühle, die auf die vier Ulani einströmten. Freude, Leid, Hoffnung, Angst und Gleichgültigkeit. Doch sie hatten gelernt alles Unwichtige auszuschließen und sich auf das zu konzentrieren, dass sie suchten.
Und wirklich, sie wussten nicht, wie viel Zeit vergangen war, als sie das fanden, was sie suchten. Die Gedanken waren so stark, dass sie diese schon fast hören konnten. Ein Mann und eine Frau, und sie waren in Gefahr. Vielleicht konnten sie direkt Verbindung mit ihnen aufnehmen. Das Kollektiv der vier Ulani konzentrierte sich auf den Mann, dessen Gedanken am intensivsten waren. Er befand sich in tödlicher Gefahr. Und er dachte stark an die Alten. Der Mann schien das Kollektiv zu spüren, denn er horchte auf. Die Ulani konnten ihn nun orten und sandten beruhigende Gedanken an den Mann. Sie vermittelten ihm, dass Hilfe unterwegs war.
Die Ulani schlüpften aus dem Kollektiv und trennten sich. Sie mussten sich nicht verständigen, denn jeder von ihnen kannte den Weg. Der Gedanke des Mannes führte sie nun direkt zu ihm. Sie verließen die belebten Teile der Stadt und näherten sich dem unbewohnten und somit verbotenen Gebiet. Kein Wunder, dass sie vorher keine Spur von ihnen gefunden hatte.
Um die anderen Wesen nicht zu beunruhigen, verzichteten die Ulani meist auf ihre natürliche Fähigkeit zu fliegen. Das erschreckte die meisten bodengebundenen Wesen. Doch jetzt war Gefahr in Verzug und das bedeutete, dass sie keine Rücksicht auf die ängstlichen Gefühle anderer Lebewesen nehmen konnten.
Die Ulani entfalteten ihre Flügel und schlugen kräftig mit ihnen. Ein leichter Wind wehte durch die Stadt und erleichterte ihnen somit noch das Aufsteigen. Sie spürten den Wind zwischen den Flügeln und erhoben sie sich mit Leichtigkeit in die Lüfte. Der Turm, auf den sie zusteuerten, war nicht sehr hoch und lag zwischen beschädigten und heruntergekommen anderen Türmen. Doch dieser machte einen relativ guten Eindruck.
Die Ulani umflogen den Turm und suchten den Mann, dessen Gedanken sie hergeführt hatte. Sie fanden ihn im oberen Stockwerk, umgeben von vielen Gestalten, die alle keinen sehr freundlichen und vertrauenswürdigen Eindruck machten. Und ohne Zweifel bedrohten sie den Mann.
Surai gab ihren Leuten ein Zeichen. Sie waren ein eingespieltes Team, auch wenn sie als einziges Teammitglied eine Kriegerin war. Surai hatte ihren Freunden Unterricht gegeben. Jeder von ihnen konnte es inzwischen mit einem mittelmäßigen Ulani-Krieger aufnehmen, was bedeutete, dass sie jedem normalen Menschen weitaus überlegen waren.
Sie lauerten auf die günstigste Gelegenheit und dann gab Surai das Zeichen zum Angriff.
Teil 9
Etwas vorher
Seine Entführer hatten John von Rhiana getrennt und ihn mitgenommen. Nicht ohne, dass sein Entführer, sein Name war Ruam, damit drohte Rhiana zu töten, wenn er nicht gehorchte.
Er wurde durch Gänge geführt und auf das oberste Stockwerk gebracht. John sah es durch die Fenster. Er befand sich in einem der niederen Türme, etwa fünfzehn Stockwerke hoch, umgeben von anderen verfallen und vernachlässigt aussehenden anderen Türmen. Dieser Teil von Babylon gehörte zu dem Bezirk, der unbewohnt war und zum verbotenen Teil gehörte. So wie es aussah, war dieser Teil jedoch nur scheinbar unbewohnt. Zwielichte Gestalten schienen sich hier breit gemacht zu haben, um ihre unsauberen Geschäfte zu betreiben. Geschäfte, von denen Asin Girik und sein Sicherheitschef Camlan Shak nichts wussten. Dafür aber umso mehr Asins Bruder Joris.
Unterwegs glaubte John plötzlich etwas zu spüren. Etwas oder jemand versuchte sich in seine Gedanken zu stehlen, um diese zu erforschen. Dieses Gefühl kannte er nur zu gut, um es nicht zu erkennen. Zuerst wollte er wie üblich seine Abwehr aufbauen, doch der Fremde versuchte ihn zu beruhigen. John wusste nicht warum, doch er hatte das Gefühl dem Unbekannten vertrauen zu können und öffnete seine Gedanken so weit, wie er glaubte dies verantworten zu können. Etwas wie ein Dankeschön durchzog seine Gedanken und dann änderte sich das Gefühl. John fühlte Hoffnung und Zuversicht durch sein Inneres ziehen. Er wusste plötzlich, dass Hilfe unterwegs war. Er begann sich zu fragen, ob es die KI von Babylon war, die Kontakt mit ihm aufgenommen hatte. Immerhin war er es gewesen, der Babylon durch seine ungewollte Aktivierung aus dem Schlaf gerissen hatte. Doch ob das auch ausreichte, um die KI zu wecken? Bei Atlantis war schließlich viel mehr als das nötig gewesen.
Schließlich hatten sie ihr Ziel erreicht.
„Hier ist dein erster Arbeitsplatz“, sagte Ruam zu ihm.
Joris, der ebenfalls mitgekommen war, sagte: „Du musst die Hauptenergie dieses Turmes aktivieren. Dann möchte ich, dass du mir die Befehlsgewalt darüber übergibst.“
„Aber das geht nicht“, sagte John.
Der Schlag von Ruam kam so plötzlich, dass John nicht ausweichen konnte. Er stürzte zu Boden und versuchte seine Benommenheit abzuschütteln. Ruam kam zu ihm und zog ihn hoch.
„Wenn du nicht gehorchst, ist dein Liebchen dran. Sie ist nicht weit weg und du kannst zuhören, wie wir uns mit ihr amüsieren.“
John wurde blass, als er das hörte. „Wenn ihr sie anrührt, töte ich dich und jeden der Hand an sie legt.“
Ruam fuhr etwas zurück, denn der Ton in Johns Stimme hatte gefährlich geklungen. Doch diesmal ließ Ruam sich davon nicht Bange machen und schlug stattdessen John nochmals ins Gesicht. Er ließ ihm jedoch keine Zeit sich von dem Schlag zu erholen, sondern stieß ihn zu der Konsole.
„Das ist die Hauptkonsole. Wir haben das herausgefunden, können sie jedoch nicht aktivieren. Dazu brauchen wir einen Erben der Alten. Los, mach schon! Ich habe genug von deinen Verzögerungstaktiken.“
John gehorchte diesmal und fuhr mit der Hand über die Konsole. Es war nur eine leichte Berührung, doch sie reichte aus, um überall die Lichter anzuwerfen. Begeisterte Rufe waren zu hören und die anwesenden Techniker stürzten sich mit großem Eifer darauf. John wurde zurückgestoßen und zu einer weiteren Konsole geführt.
„Hier! Sag mir, was das ist“, fragte Joris.
John überblickte die Anzeigen und erkannte sofort was es war: eine Waffenkonsole. Die durfte er nicht aktivieren, denn das würde Joris große Macht in die Hand geben. Verzweifelt versuchte er, es hinauszuzögern. Wo blieb nur die Hilfe?
Joris bemerkte sein Zögern, packte einfach Johns Hand und berührte die Konsole. Sofort gingen auch hier die Lichter an.
„Was ist das?“, fragte Joris gespannt.
„Keine Ahnung“, log John dreist. „Ich bin Soldat und kein Wissenschaftler oder Techniker.“
Joris sah ihn an. „Du lügst! Sag mir auf der Stelle, was es ist.“
John überlegte angestrengt und entschied einfach zu lügen. „Es ist eine technische Konsole. Damit kann man diesen Turm nach Lebewesen scannen.“
Diese Lüge schien Joris ihm zu glauben. Im Hintergrund waren die Techniker begeistert dabei, die gewonnen Daten der Hauptkonsole auszuwerten, was aber noch viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Immer wieder hörte man einen begeisterten Ruf von einem der Techniker durch den Raum klingen. Dadurch war die Aufmerksamkeit etwas von John abgelenkt. Eigentlich wurde er nur noch von Ruam und Joris beobachtet. Sheppard sah sich unmerklich um und überlegte, was er tun konnte, um seine Entführer auszuschalten oder um einfach zu fliehen. Vielleicht gab es eine Möglichkeit durch die Antiker. Schließlich konnte er sich inzwischen gut mit der antikischen Technik umgehen.
In diesem Moment zersprang mit lautem Klirren die gesamte Fensterfront und einige Gestalten schwangen sich herein und eröffneten postwendend das Feuer. Die Welt um Sheppard herum schien in Chaos und Flammen aufzugehen. Das splitternde Glas ergoss sich überall in den Raum und nicht wenige davon trafen auch die Menschen. Das Chaos war perfekt, da niemand wusste, was der Angriff bedeutete.
Als ein spitzer Glassplitter genau auf John zuschoss, konnte dieser sich gerade noch durch einen Sprung hinter eine Konsole vor einer gefährlichen Verletzung bewahren. Der Splitter traf mit einem klirrenden Laut die Konsole und blieb federn sehr tief darin stecken. Wenn das Bruchstück ihn getroffen hätte, wäre das böse für John ausgegangen.
Die Angreifer schienen genau zu wissen, was sie taten. Als die ersten Schüsse verklungen waren, rührte sich keiner mehr im Raum. John erhob sich vorsichtig hinter der Konsole, hinter die er geflüchtet war.
Vier Gestalten standen mit erhobenen Waffen im Raum verteilt und zielten und schossen auf alles, was sich bewegte. Nur auf Sheppard war keine der Waffen gerichtet worden. Einer der Angreifer kam auf John zu. Es war unverkennbar eine Frau, aber sie war kein Mensch. Sheppard wich einen Schritt zurück, als er die Frau erkannte, auch wenn er nicht begreifen konnte, wie diese in die Milchstraße gekommen war.
„Lilith!“
„Hab keine Furcht“, sagte sein Gegenüber und senkte die Waffe noch weiter. „Wir haben jedoch keine Zeit für Erklärungen. Die Freunde dieser Männer werden gleich den Raum stürmen.“
„Ihr habt sie getötet?“
„Nein, sie sind nur bewusstlos und werden bald wieder zu sich kommen.“
Zwei männliche Mitglieder von Lilith Volks kamen auf ihren Wink auf John zu und ergriffen ihn bei den Armen. Sie waren beide einen Kopf größer als der Colonel und viel kräftiger. Er hatte keine Chance sich zu wehren. Sheppard wurde gepackt und zu der zerstörten Fensterfront geschleppt. Wollten sie ihn hinauswerfen? Doch seine verzweifelte Gegenwehr hatte keinen Zweck. Die beiden Männer sprangen mit ihm aus dem Fenster und entfalteten sogleich ihre Flügel. Sie schwebten zwischen den Türmen hindurch und kamen erst in belebteren Regionen, aber abseits des Trubels zu Boden. Neben ihnen setzten Lilith und die vierte Gestalt, auch eine Frau elegant auf.
Die Männer ließen ihn los und John wandte sich voller Wut an seine Entführer. „Bringt mich sofort zurück!“
Lilith sah John überrascht an und er erkannte, dass sie wohl Dank erwartet hatte und keine Vorwürfe.
„Aber wir haben dich gerade aus den Klauen deiner Entführern gerettet. Ich sollte mich und meine Freunde aber erst vorstellen. Ich bin Surai Balaric, das sind Gerson Cuhna, Polo Shoban und Iole Nestar. Wir kommen vom Planeten Pangäa und gehören zum Volk der Ulani.“
John sah die Frau überrascht an. Jetzt fielen ihm auch die Unterschiede zu Lilith auf. Diese Frau war jünger und auch sonst gab es äußerliche Unterschiede.
„Mein Name ist John Sheppard und ich danke euch, dass ihr mich befreit habt, aber meine Frau ist noch in der Hand der Entführer. Ohne Rhiana gehe ich nicht.“
Surai sah den Menschen überrascht an. Seine Begleiterin war also seine Gefährtin. „Es wird dort aber von Wachen nur so wimmeln. Wir sollten uns mit Asin in Verbindung setzen.“
„Asin Girik?“, fragte John.
„Ja, und wir sollten uns beeilen“, verlangte Surai.
John überlegte nicht lange. Seine Retterin hatte Recht und er wollte nicht undankbar sein. Gerson und Polo, die Ulani-Männer ergriffen ihn erneut und diesmal wehrte sich John nicht. Die Ulani erhoben sich in die Lüfte und flogen bis zum Hauptturm zurück. Und diesmal war es ihnen wiederum egal, ob andere Menschen sie durch die Lüfte fliegen sahen. Sie setzten auf dem Dach des Hauptturmes auf, wo sie schon von Wachmännern erwartet wurden.
„Surai Balaric“, begrüßte Camlan Shak, der Sicherheitschef sie. „Ein ungewöhnlicher Auftritt.“
„Ja, wie ich sehe, ist dein Personal wachsam“.
„Natürlich, dafür werden sie bezahlt. Was kann ich für euch tun?“, ein fragender Blick traf auch John.
„Wir haben John Sheppard gerade aus den Händen von Joris befreit. Er wollte ihn zwingen. für ihn zu arbeiten, gegen Asin.“
„Und sie haben noch meine Frau in ihrer Gewalt!“, fügte John hinzu. „Wenn dein Boss will, dass ich für ihn arbeite, dann müsst ihr erst meine Frau befreien und sie gesund und munter zu mir bringen.“
„Joris ist zu weit gegangen“, Camlan aktivierte sein Funkgerät und sprach mit Asin. Dieser erschien nur wenig später auf dem Dach. Camlan hatte inzwischen Rettungsteams zusammen gerufen und nur wenig später war der betreffende Turm umstellt.
Asin Girik wandte sich an John. „Mein Bruder hält mich für schwach und sich selbst für ein Genie. Dabei weiß ich genau, was er plant und ließ ihn meinerseits überwachen. Seine Abhöranlagen haben wir schon lange gefunden und benutzen sie, um ihn zu täuschen. Bisher habe ich schweigend zugesehen, weil er mein Bruder ist. Dies ist nun aber zu Ende“, Asin sah John an. „Ich hoffe, er war nicht zu grob zu ihnen?“
„Er nicht, aber sein Handlanger Ruam.“
„Ruam ist ein Barbar, der nur Gewalt versteht. Er wird seine gerechte Strafe bekommen, das verspreche ich Ihnen.“
Damit wandte sich Girik an seine Männer und befahl den Angriff, aber mit entsprechender Vorsicht, um die Frau von John Sheppard nicht zu gefährden.
Fortsetzung folgt |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 13.02.2008, 10:27 Titel: |
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Hi Selana. Ich les hier auch weiter, auch wenn ichs schon kenne!
Aber ob Hyndara das lesen wird? Sie hat dem Forum ja auch jetzt den Rücken gekehrt.
Ich hoffe, du bleibst dennoch auch hier! |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 13.02.2008, 10:29 Titel: |
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Kathi: Hatte ja ne Woche keine Zeit fürs Forum (RL) und war total baff, als ich das gestern im Kaffeekränzchen von dir las. Kannst mir ja per PM schreiben was los war? Stehe da nämlich total auf dem Sockel. Nur wenn du willst natürlich.
Und klar, ich bleibe hier, auch wenn ich nicht immer Zeit habe. |
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