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Hyndara Gast
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Verfasst am: 18.01.2008, 11:43 Titel: Ein paar Rezensionen (Teil 1) |
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So, auf vielfachem Wunsch ... höhö ... dachte ich, ich laß euch einfach mal so sehen, was ich nebenher mache, wenn ich mal Lust und Muse dazu habe. Sprich, ich hab ein paar Rezis von mir zusammengestellt und hoffe, ich kann euch vielleicht das eine oder andere etwas näher bringen:
Cornelia Funke
Tintenblut
Tintenwelt-Trilogie
ISBN: 3-7915-0467-3
Ein Jahr ist ins Land gegangen seit Meggies Abenteuern mit dem Buch Tintenherz. Doch die Tintenwelt läßt sie einfach nicht los. Als sie von Farid erfährt, daß nicht nur Staubfinger einen Weg zurück gefunden hat, sondern auch noch Capricorns Gefolgsmann Basta auf Rache sinnt, überlegt sie nicht lange, sondern liest sich und Farid in das Buch.
Doch kaum ist sie in der Tintenwelt angelangt, erfährt sie, daß nichts mehr so ist, wie es einst einmal war. Der Schöne Cosimo ist tot und sein Vater, der Speckfürst, trauert sich allmählich zu Tode. Dafür erstarkt der Natternkopf, der finstere Gegenspieler der beiden, immer mehr. Und auch Capricorns Gefolgsleute sind längst nicht alle tot.
Meggie sieht sich bald einer gefährlichen Welt gegenüber, in einer Rolle, die so gar nicht wirklich zu ihr paßt. Und noch etwas ist anders ... und Farids Küsse wecken etwas neues in ihr.
Der zweite Teil der Tintenwelt-Trilogie ist nun also endlich erschienen. Gewohnt gekonnt schreibt Cornelia Funke ihre Geschichte. Und doch scheint etwas anders zu sein als im ersten Buch. Nicht nur die Charaktere wie Meggie und Farid werden langsam erwachsen, die Tintenwelt selbst macht ebenfalls einen Reifeprozeß durch. Sie wird härter, unerbittlicher.
Natürlich fehlt auch nicht der gewohnte Witz, doch hat er inzwischen oft genug eine Spur Schärfe gewonnen, die sofort an Sarkasmus denken läßt. Nicht nur Funkes Figuren entwickeln sich also, ihre ganze Welt tut dies ebenfalls. Auf jeden Fall macht das ganze schon einmal Geschmack auf den dritten und letzten Teil der Reihe, nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene.
Wobei ich es für eine überraschende Entwicklung halte, was Autorinnen wie Cornelia Funke sich seit einigen Jahren wagen. Fast möchte man als Erwachsene noch einmal die Zeit zurückdrehen, allerdings mit den heutigen Büchern. Es steht nicht mehr der mahnende Finger oder das Lehrstück im Vordergrund, die Akteure bringen sich schon deutlich eher mehr als Schrammen ein als früher. Alles in allem wird den Kindern und Jugendlichen der heutigen Zeit also mehr zugetraut als noch vor zehn bis zwanzig Jahren. Und es tut gut, diese Entwicklung mitverfolgen zu können.
Nein, es geht nicht um Verrohung, bei weitem nicht! Es geht mehr darum, den Kindern auch den Schmerz, der früher so gern vermieden und durch eine aufgesetzte Prise Spannung wieder wett gemacht werden sollte, zu zeigen. Gefahren heute sind wirkliche Gefahren, es stehen Leben auf dem Spiel. Und wie sollen Kinder anders lernen, was Glück und Schmerz sind, als durch ihre tintenfarbenen Lieblinge. Die heutige Welt ist verroht, nicht die Literatur. Sie versucht nur zu vermitteln, der nächsten Generation mitzugeben, daß Gewalt nicht lohnt. Und das tut sie wirklich nicht.
Wieviel wichtiger sind da Meggies sprießende Gefühle für Farid, bzw. die seinen für sie. Beide sind noch längst nicht soweit, ohne Vorbilder auszukommen, dies begreift Meggie eher als der Junge aus 1001 Nacht. Dennoch steht es da wieder, und ich halte es für wichtig. Gewalt zwischen Menschen, und sei es auch nur auf Papier gebannt. Aber durch Funkes Stil ist der Leser nahe an den Figuren dran, er erlebt fast selbst mit, was geschieht, das gute wie das böse. Und wem stehen nicht die Tränen in den Augen, als Mo um sein Leben ringt oder Staubfinger trauert?
Nein, Kinder müssen diese Gefühle kennen, dies ist meine Meinung. Sie müssen verstehen lernen, was Schmerz und Verlust heißt, umso mehr werden sie sich nach den lichten Seiten des Lebens sehnen und sie genießen. Und ist der Tod wirklich ein solches Tabu? Gehört er nicht vielmehr zum Leben?
Meine Mutter erzählte mir als Kind, meine Großeltern würden auf dem Friedhof in ihrem Grabstein wohnen. Nun, ich war das einzige Kind in meiner Klasse, das keine Großeltern mehr hatte und war deswegen traurig und eifersüchtig auf die anderen. Noch heute glaube ich, ich habe etwas verpaßt, weil ich sie nicht kannte, aber die Verbitterung ist gewichen, auch durch den Umgang meiner Mutter mit dem Tod. Und daher halte ich es für wichtig, daß Kinder lernen, mit diesem Schmerz umzugehen. Kinder sind stärker als wir Erwachsene es glauben.
Nun ja, ich halte mich hier an Kleinigkeiten auf, doch ich halte diese Kleinigkeiten für wichtig. Alles in allem kann ich nur sagen, wer auch immer „Tintenblut„ in die Hand nehmen mag, er wird von den Seiten verschlungen werden, so wie er sie selbst verschlingt. Ein gutes, gekonntes Jugendbuch, das auch Erwachsene begeistern kann. Ein Buch für das Lesen wie für das Zuhören. Ein Buch, das Träume wahr macht - wenn vielleicht auch nicht ganz so, wie wir es gern hätten.
* * *
Arne Dahl
Ungeschoren
Sprecher: Till Hagen
Übersetzung von: Wolfgang Butt
ISBN: 978-3-88698-303-2
Innerhalb kürzester Zeit werden in und um Stockholm vier Leichen gefunden. Die A-Gruppe unter ihrer neuen Leiterin Kerstin Holm nimmt sich der Fälle an und ist nebenbei auch noch ziemlich mit sich selbst beschäftigt.
Durch die Versetzung von Paul Hjelm in die Innere Abteilung und dem Vaterschaftsurlaub von Jorge Chavez sind zwei neue Kollegen ins Team gerückt, die sich gegen die anderen behaupten zu meinen glauben - und die erste Stutenbissigkeit gerade zwischen zwei Damen ist unübersehbar. Jon Anderson denkt ebenfalls, er werde es schwer haben, in die Gruppe aufgenommen zu werden, dabei aber übersieht er, ebenso wie die Kollegin Lena Lindberg, daß ihm bereits offen begegnet wird.
Paul Hjelm auf der anderen Seite fühlt sich auf seinem neuen Posten alles andere als wohl. Zumal, als er gebeten wird, inoffiziell Ermittlungen einzuleiten gegen einen seiner ehemaligen Kollegen: Jorge Chavez!
Die vier Leichen geben dem A-Team weiter Rätsel auf. Schließlich wird ein Kollege nach Polen geschickt, um dort weitere Ermittlungen anzustellen, ist eine der Toten doch polnische Staatsbürgerin gewesen. Und da gibt es noch etwas, was das A-Team stutzig macht: Kleine Tätowierungen in der rechten Kniekehle. Jede Leiche trägt eine solche, immer ist es ein einzelner Buchstabe: U,K,C und P.
Doch dann taucht eine fünfte Leiche auf - und plötzlich beginnt, alles einen Sinn zu ergeben. Es handelt sich nicht um fünf einzeln zu nehmende Morde, sondern um einen Serienkiller - und dieser Serienkiller hat nicht nur eine Schwäche für Shakespeare, sondern hat es auch noch auf ein Mitglied des A-Teams abgesehen ...
Serienmörder-Romane gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Mal sind sie besser, mal schlechter geschrieben und recherchiert. Eines jedoch sollte von Anfang an klar sein, wenn man beide Worte, Namen in einem Atemzug nennt: Serienkiller und Arne Dahl: Es erwartet den Leser/Zuhörer ein außergewöhnlicher Genuß!
Der schwedische Autor und Mitglied des Nobelpreis-Kommitees Jan Arnald schreibt bereits seit mehreren Jahren unter dem Pseudonym „Arne Dahl“ seine packenden und mitfühlenden Thriller um das A-Team, eine Spezialeinheit der Polizei in Stockholm. Dabei läßt der Autor auch immer wieder gern das Privatleben seiner Figuren mit einfließen und integriert Erfahrungen und Erinnerungen in die Fälle. Sicher, das tun andere Autoren auch. Aber es ist selten, daß diese Erfahrungen und Erinnerungen wirklich erlebt sein KÖNNTEN.
Gerade das ist auch wieder der Reiz dieses Hörbuches. Als Hörer fiebert man mit, man lächelt still und leise den vertanen „Vielleicht“-Chance nach, die man eventuell früher irgendwann einmal gehabt hat, ohne sie jedoch wirklich nutzen zu wollen oder zu können. Und manche Szenen gehen einfach ans Herz - wie die um Jorge Chavez im Tonstudio und dem Durchfall seiner Tochter.
Arne Dahl ist aber auch ein Garant für eine wirklich mehr als spannende und ausgereifte Handlung. Was bei den meisten anderen Krimi- und Thrillerautoren wie aufgesetzt und konstruiert wirken würde, wird bei ihm zu einem Erschrecken und Erkennen des Abgrundes der menschlichen Seele. So oft haben sich Autoren bisher noch nicht an ein Mordmotiv aus Shakespeare herangetraut, und wenn, dann dem offensichtlicheren ala „Hamlet“ oder „Richard III.“. Den „Sommernachtstraum“ als solches zu verwenden, ist eine Kunst für sich. Dieses auch noch glaubhaft an den Leser/Hörer zu bringen - das erfordert schon eine Meisterhand. Wundert es, daß diese Meisterhand von diesem Autor stammt?
Mit Till Hagen hat man wieder einen hervorragenden Sprecher für dieses Hörbuch gefunden. Routiniert leiht er dem Roman seine Stimme und trägt einen Teil der Handlung mit sich. Ein zusätzlicher Genuß und ein großes Lob an steinbach: sprechende Bücher, daß man einen solchen Profi für die Reihe verpflichten konnte. Schon allein die Verbindung Autor/Sprecher funktioniert hervorragend, da Hagen ja bereits die anderen Hörbücher um die Fälle des A-Teams gesprochen hat.
Alles in allem bleibt ein wirklicher Genuß für den Hörer. Für Krimi-Fans sollte Arne Dahl inzwischen zur Pflichtlektüre gehören, aber auch alle anderen Interessierten werden bedient in dieser wirklich hervorragenden Produktion. Qualitativ ansprechend verpackt, ein herausragender Kriminalroman und eine besondere Stimme - da bleibt nur noch, sich entspannt zurückzulehnen und zu genießen.
* * *
Andreas Eschbach
Das Marsprojekt
Band 1: Das ferne Leuchten
ISBN: 3-401-05749-9
Ariana, Ronny, Carl und Elinn sind sogenannte Marskinder, was bedeutet, sie wurden auf dem Mars geboren und sind dort auch aufgewachsen. Sie können sich ein Leben andernorts überhaupt nicht vorstellen, schon gar nicht auf der Erde. Alle vier sind dermaßen mit dem roten Planeten verwachsen, daß man sie kaum davon trennen kann.
Und doch will die Erde die Kolonie auf dem Mars auflösen und alle Siedler wieder zurückholen. Jeder Einwand ist sinnlos, selbst als festgestellt wird, daß Elinn auf der Erde gar nicht überleben könnte, da sie an einer dort tödlich verlaufenden Lungenkrankheit leidet, die ihr aber gerade das Leben auf dem Mars ermöglicht.
Die vier beschließen, um ihre Heimat zu kämpfen und sich allein auf die Suche nach den Spuren der alten Marsianer (die die Erwachsenen ihnen so gern ausreden wollen) zu suchen. Denn das wäre für die Erde ein Grund, die Kolonie weiter bestehen zu lassen.
Andreas Eschbachs Jugendroman bietet einiges, was sich auch erwachsene Leser bei einem Buch wünschen. Wie so oft ist es ihm gelungen, Information und Unterhaltung zu vermischen zu einem Ganzen, das einfach nur Lust auf mehr macht. Wobe zu hoffen steht, daß sowohl Autor wie auch Verlag das angestrebte Datum zur Veröffentlichung des 5. und letzten Bandes um „Das Marsprojekt“ auch einhalten können.
Doch noch steht die Entwicklung der Geschichte am Anfang. Als Leser erlebt man fast hautnahe mit, unter welchen Bedingungen ein Siedler auf dem lebensfeindlichen Mars überleben muß. Eschbach stützt sich dabei auf sämtliche veröffentlichten Forschungsergebnisse und facht das Interesse seiner Leser an unserem roten Nachbarplaneten erst recht an.
Man merkt dem Autor inzwischen seine Routine an. Auch wenn sein Erstlingswerk „Die Haarteppichknüpfer“ sich flüssig und gut lesen läßt, mit bisher jedem Roman hat Eschbach noch zusätzliche Sicherheit gewonnen, sein erzählerisches Talent immer weiter auszuschöpfen. Daß er sich an die „Herausforderung“ stellte, auch für eine deutlich jüngere Klientel zu schreiben, zeigt nur, wie vielseitig er inzwischen geworden ist.
Ein erster Band, der Lust auf mehr macht und hervorragend recherchiert ist. Die neue, einheitlichere Aufmachung des Bandes mit edlem Schutzumschlag und Lesebändchen rundet den Gesamteindruck ab und macht das Bild erst recht stimmig. Hervorragend und sehr zu empfehlen. |
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