BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier
Das Tor in phantastische Welten
FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!


 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 


Die Einsteiger



 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Kurzgeschichten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 26.01.2008, 11:49    Titel: Die Einsteiger Antworten mit Zitat

Titel: Die Einsteiger
Kategorie: Humor
Charaktere: hauptsächlich John und Rodney
Spoiler: 2. Staffel, spielt irgendwann nach „The Return“
Feedback: wäre schön!
Disclaimer: Stargate Atlantis und alles was damit zu tun hat, gehört MGM und nicht mir. Ich verdiene damit auch kein Geld und das Ganze dient nur der Unterhaltung von Fan zu Fan und so weiter bla bla bla , wohl dennoch gehört mir die Storyline! *g*

Author’s Note:
Die Idee zu dieser Geschichte oder diesen Geschichten, je nach dem, wie sie ankommen, kam mir vor ein paar Tagen, als ich unter anderem die Feedbacks über meine Rodney-Sandwich Geschichte durchgelesen hatte.

Daher versuche ich mich mal an etwas neuem, abseits der Galaxy und probiere einfach mal aus, ob es ankommt. Hierbei geht es nicht so sehr um das Weiterbringen der Serie, tiefgründige Storylines und Charakterentwicklung, sondern schlicht und einfach um Unterhaltung. Wer also Lust hat, der kann „einsteigen“.

Mr. Green

Die Idee der Geschichte ist nicht neu, sondern für mich sogar schon uralt. Es gab Anfang/Mitte der 80er, meine ich, einen Film mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger, der hieß: Die Einsteiger. Die beiden konnten sich mittels einer Fernbedienung in Filme einschalten und waren dann teil des Films. Auf diese Art erlebten sie witzige Abenteuer zusammen. Was soll ich sagen: John ist Gottschalk und Rodney Krüger, nur unter anderen Voraussetzungen.

Ich wünsche euch viel Spaß und würde mich über das ein oder andere Feedback freuen! Der Anfang ist noch nicht so wahnsinnig komisch, sondern mehr eine Rahmenhandung.

Da meine andere FF mein Steckenpferd ist, werde ich hier in unregelmäßigen Abständen Geschichten einstellen, was ich davon abhängig mache, wie die Resonanz ist.


Inhaltsverzeichnis: Die Einsteiger

00. Prolog
01. A Knight's Tale
02. Erstes Intermezzo
03. Deep Blue Sea





Die Einsteiger



00. Prolog



„Was ist das?“

„Das, Colonel, ist die Eintrittskarte zu unbegrenzt nutzbarer ZPM-Energie!“

John Sheppard drehte seinen Kopf zu Dr. McKay der neben ihm stand: „Ach, das ist ja witzig, ich dachte, es wäre eine Tür!?“

Rodney hatte wohl ein überraschteres Gesicht erwartet und verzog den Mund: „Ja, natürlich ist es eine Tür!“

„Okay, gehen wir rein!“

„Nein, warten Sie, das können Sie nicht!“

„Wieso nicht?“, hakte John nach.

„Nun ja, das hier ist neues Terrain, wir waren noch nie in diesem Labor!“

„Dann wird’s mal Zeit oder?“, sagte Sheppard grinsend und schritt voran, McKays Protestrufe überhörend.

* * *

Wie alles in Atlantis, reagierte auch diese Tür auf Sheppard und ließ die beiden Nicht-Antiker eintreten.

Das Labor erhellte sich und hieß die Neulinge willkommen, indem es alle Computersysteme automatisch aktivierte. Rodney McKay war immer wieder begeistert von der Antikertechnik, die dann ausgerechnet Sheppard beherrschte, als wäre es ein Spaziergang. Er selbst hatte zwar auch das Gen, aber wenn er bedachte, wie schwierig es für ihn und wie leicht es für John war, mit den Geräten umzugehen – ihm wurde schlecht! Und vielleicht spielte da auch ein bisschen Neid mit. Er hätte es sein sollen, denn schließlich war er ja der Wissenschaftler. Na gut, aber was sollte es, er konnte damit leben!

Die beiden warteten, bis sich das Labor vollständig aktiviert hatte. „Ich möchte wissen, wie viele von diesen Dingern es noch gibt!“, murmelte John, während er sich umsah. Dann erinnerte er sich aber, was Rodney eingangs gesagt hatte: „Was meinten Sie damit, das ist der Zugang zu unbegrenzter ZPM Energie?“

„Ach, jetzt wollen Sie’s wissen!“

„Rodney!“

„Ich habe in der Datenbank Hinweise darauf gefunden, wie die Antiker ZPMs hergestellt haben und dieses Labor war wohl der Ausgangspunkt dafür.“

Sheppard nahm alles genau ins Visier, doch fiel ihm nichts Besonderes auf. „Inwiefern? Es sieht aus, wie jedes andere Labor!“

„Nun nicht so ungeduldig, lassen Sie mich arbeiten!“ Mit seinem Tablet-Pc setzte sich Rodney an die Hauptkonsole, um die ersten Daten abzurufen. „Okay, Labor 372-A!“

„Ein unglaublich einfallsreicher Name, meinen Sie nicht?“ John wanderte noch immer durch das Labor.

„Hm, das ist interessant!“

Nun änderte der Colonel die Richtung und ging auf Rodney zu, der etwas gefunden zu haben schien.

„Was?“

„Das hier scheint eine Art Erholungsraum zu sein!“

„Ein Erholungsraum? Der Antiker? Hier das?“

„Ja!“

„Sowas wie ein Fitness-Center?“

„Ja!“

„Wo sind die Sportgeräte?“

Rodney rollte die Augen: „Figurativ gesprochen!“

John nickte und tat verständnisvoll. „Aber sagten Sie nicht, dass wir hier ZPMs herstellen können?“

„Erste Dinge zuerst! Anscheinend sind wir noch nicht in dem eigentlichen Herstellungsraum der ZPMs!“

„Aber was hat ein Fitness-Center mit der Herstellung von ZPMs zu tun?“

„Soweit bin ich noch nicht!“

„Dann finden Sie’s raus!“

„Wenn Sie mich arbeiten ließen!“

John hörte auf McKay, was selten genug vorkam und marschierte weiter. „Heute noch, wenn’s geht!“

„Unterbrechen Sie mich nicht!“

„Schon gut!“ Sheppard sah ein wenig gelangweilt aus und schlenderte weiter durch den Raum, bis er plötzlich aufgehalten wurde: Dort, wo er stand, hatte sich der Raum plötzlich erhellt und an der glatten Wand zeichneten sich wie aus dem Nichts heraus auf einmal Umrisse ab, als würde die Wand auf das ATA-Gen reagieren.

„McKay!“

„Jetzt nicht!“

„Es könnte wichtig sein!“

„Können Sie mich nicht mal eine Minute in Ruhe arbeiten lassen?“

„Hier passiert was!“

Rodney sah zu dem Soldaten herüber: „Oh mein Gott!“

Keine zwei Sekunden später war er bei Sheppard angekommen: „Was wird das?“

„Das weiß ich nicht!“

Die beiden warteten einen Moment und beobachteten das seltsame Schauspiel vor ihnen. Es dauerte eine Weile, bis sie erkennen konnten, was es war.

„Das sieht aus wie eine Tür!“

„Komisch, das habe ich heute schon mal gehört!“, murmelte Rodney und bestätigte dann Johns Vermutung: „Es ist eine Tür!“

Im gleichen Moment fuhr direkt neben Sheppard eine Konsole aus dem Boden, ähnlich der, die bei der Rückkehr der Antiker nach Atlantis, im Gatetrium aktiviert worden war und Rodney sich das nicht erklären hatte können.

„Bloß nicht anfassen, wir müssen erst herausfinden, wofür die ist!“

* * *

Die halbe Nacht verbrachte Rodney damit, herauszufinden, was es mit dieser geheimnisvollen Vorrichtung auf sich haben könnte und als sie sich am darauf folgenden Morgen zum Briefing trafen, war ihm die Müdigkeit deutlich ins Gesicht geschrieben. Die anderen, allem voran John Sheppard, waren dennoch sehr neugierig.

„Ich muss zugeben, ich war selbst ein bisschen verwirrt, als ich nach den Zusammenhängen der ZPM-Herstellung und des Erholungsraums gesucht habe, aber es ist alle völlig logisch und nachvollziehbar!“, eröffnete Dr. McKay das Briefing.

Elizabeth, die sich interessiert die vorläufigen Berichte gelesen hatte, konnte sich ebenso wie die anderen keinen Reim auf die ganze Sache machen: „Okay, lassen Sie uns nicht dumm sterben, Rodney!“

„Dieses Fitness-Center, wie Colonel Sheppard es nennt, entstand schon lange vor dem Krieg mit den Wraiths. Wie Sie wissen, wurden auch hier in Atlantis ZPMs hergestellt, allerdings nicht für den privaten Gebrauch. Die Antiker hatten strikte Reglementierungen, was die ZPM-Herstellung anging. Sie wurde also für private Zwecke nicht ausgegeben, es sei denn…!“

„Es sei denn?“, wiederholte Ronon ungeduldig.

„Es sei denn, sie lösten eine knifflige Rätselaufgabe in diesem Labor, um ihren Geist zu trainieren, dann wurde ihnen Zugang zum eigentlich ZPM-Herstellungsraum gewährt!“

„Die geheimnisvolle Tür und die Konsole?“, kombinierte der Colonel, was McKay sofort bestätigte.

„Und dann durften sie sich ein ZPM für den Privatgebrauch basteln?“

„So in etwa!“

„Kann es sein, dass die Antiker in ihrem ganzen Aufstiegswahn einfach irgendwie irre geworden sind?“

Sheppard schmunzelte bei Ronons Ausspruch, manchmal dachte er ähnlich. „Okay, was sind das für Rätsel?“, wollte er dann wissen.

„Nun, das Gerät scannt das Gehirn des Benutzers und entwickelt nach einem spezifischen Prinzip ein Szenario, in dem er alleine oder mit jemandem zusammen auf die Suche nach dem Schlüssel für die Tür gehen kann, was allerdings nicht heißt, dass er auch in diesem Szenario versteckt ist!“

„Was, wenn das so ist?“, fragte Teyla, die bisher allem sehr interessiert zugehört hatte.

„Dann kann man das nächste Szenario durchspielen!“

„Die Suche nach dem heiligen Gral!“, warf John dann ein, was er zunächst einmal Teyla erklären musste, da sie diesen Begriff noch nicht kannte.

„Also, probieren wir es aus?“

„Moment mal, nicht so schnell!“, ging Dr. Weir dazwischen, „wir wissen doch gar nicht, wie es funktioniert!“

„Das kriege ich raus!“

„In Ordnung Doktor, aber vergessen Sie darüber hinaus nicht Ihre normale Arbeit!“

* * *

Zwei Tage später stand das Team, inklusive Elizabeth und Major Lorne, der einfach neugierig war, vor der Konsole und war bereit, das System zu testen. Vielleicht wäre das mal eine Abwechslung und vielleicht würden Sie so ein neues ZPM bekommen.


- FF -
_________________


Zuletzt bearbeitet von Scout am 05.02.2008, 12:11, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Kathi90
Autor


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Etzenricht

BeitragVerfasst am: 26.01.2008, 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hey ich bin dabei. Das klingt richtig interessant. Ich hab zwar von dem Film schon mal gehört, aber gesehen bin ich mir jetzt nicht sicher. Naja, ich bin ja auch noch nicht so alt Auf den Arm nehmen

Die Sprüche von Sheppard und McKay sind super! Lachen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 26.01.2008, 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, den Film kenne ich noch. Wenn mich meine Erinnerung nicht ganz trügt, war ich seinerzeit sogar im Kino, als er lief. Gottschalks Schauspielversuche hatten irgendwie was *räusper* ... aber genug davon, ehe es noch peinlicher wird.

Der Anfang, da schließe ich mich Kathi an, klingt schon mal interessant. Da bin ich mal gespannt, was du dir da hast einfallen lassen, bzw. was du dir einfallen lassen wirst.
Nach oben
Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 28.01.2008, 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne den Film zwar nicht, da ich seinerzeit nicht auf Gottschalk/Krüger stand, aber ich glaube, ich habe von ihm gehört und über die Handlung gelesen. Ja, das ist ein netter Grundstock, sich in viele verrückte, und satirische Abenteuer einzuklicken, das stimmt!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 28.01.2008, 20:59    Titel: 01. A Knight's Tale Antworten mit Zitat

Hi ihr drei!

Danke fürs Lesen, habe mich gefreut.

Kathi, ich hoffe, dass ich noch mehr Sprüche hin kriege zwischen den beiden.

Hyndara: Ich hoffe, ich kann dich ein bisschen unterhalten, ich weiß selbst noch nicht, in welche Richtung es sich entwickeln wird Smilie Freut mich, dass du mitliest.

Kris: Ich fand die beiden als Kind toll (als Kind wohlgemerkt...) und die Idee hatte mir damals gefallen, weil man so den letzten Mist miteinander verbinden kann und tatsächlich verrückte und komische Sachen bei rum kommen können. Ob mir das gelingt, ist eine andere Frage...


Ich dachte mir, erst einmal die Kapiteltitel zu verschweigen, damit ihr vielleicht selbst auf die jeweiligen Filme kommt, bevor die Einsteiger es selbst rauskriegen. Später werde ich meine Beträge entsprechend editieren. Als kleine Anmerkung sei noch gesagt, dass die Atlanter die Hauptcharaktere sind und nicht so sehr die Hauptakteure des eigentlichen Films, ich hoffe, das ist in Ordnung! Ferner sind die einzelnen Kapitel etwas länger, weil immer ein Film behandelt wird und die will ich nicht auch noch stückeln. Dafür werden die Fortsetzungen recht unregelmäßig sein.


Da es immer nur um Filmschnipsel geht, seht mir bitte nach, dass ich teilweise Schwierigkeiten hatte, Szenen auszuwählen und da es Kurzgeschichten sind, wird vielleicht nicht alles so ausführlich behandelt, wie man es könnte. Es sind, wie bei den Einsteigern auch, eben nur Fetzen, die ich zu einer Geschichte verwurste Winken



01. A Knight's Tale


„Wo sind Sie hin?“, fragte Teyla bestürzt, denn damit hatte sie nicht gerechnet!

„Holen Sie sofort Zelenka her!“, ordnete Dr. Weir an, was der Major auch sofort ausführte.

Kurz zuvor hatte John seine Hand auf die Konsole gelegt, Rodney an der anderen genommen und sich von dem Gerät scannen lassen. Dann ging alles rasend schnell. Die beiden wurden durch ein aus der Decke schießendes Licht umhüllt und wegteleportiert.

Die Anwesenden waren ratlos. Weit und breit keine Spur von den beiden, keine Erklärungen, nichts.

Carson, der für den Fall, dass etwas schief gehen würde, auch anwesend war, war inzwischen an der Hauptkonsole angekommen und studierte diese interessiert. Dabei fiel ihm etwas auf: „Elizabeth, sehen Sie sich das an!“

Die Leiterin der Expedition ließ nicht auf sich warten und trat zu Carson. Sie sah auf einen Bildschirm, der in die Konsole eingelassen war und war erstaunt, nein erschrocken: „Das glaube ich einfach nicht!“

Sofort liefen Ronon und Teyla zu Elizabeth rüber und starrten auch auf den kleinen Bildschirm. In diesem Moment kam Major Lorne mit Radek Zelenka im Schlepptau zurück in das Labor und sah nur, wie die vier zusammengedrängt vor dem kleinen Bildschirm standen.

„Was machen Sie da?“, fragte er irritiert!

„Kommen Sie her, das müssen Sie sich ansehen!“

Lorne hörte darauf und gesellte sich zu ihnen. Was er dann zu sehen bekam, ließ ihn erstaunen: „Wow, das glaube ich einfach nicht! Der Colonel ist im Fernsehen!“

* * *

Als sich das helle Licht verzogen hatte, blinzelte John Sheppard, um sich an die Umgebung zu gewöhnen. Er fühlte sich in einer Art Trancezustand, als er dann plötzlich Stimmen wahrnahm. Viele Stimmen – es kam wie vor, als sei er auf einem Jahrmarkt! Schließlich wurde seine Sicht klarer.

Er sah sich um und stellte fest, dass er inmitten einer Tribüne saß, es wimmelte nur so von Menschen. Rodney neben ihm war noch nicht ganz bei sich, also versuchte John ihn aufzuwecken, indem er im in kurzen Abständen immer wieder auf die Wange schlug.

„McKay, wachen Sie auf! Rodney, heute noch!“

„Ahhhhhhhhh!“, schrie der plötzlich und stand kerzengerade auf, so dass alle Leute verstummten.

John drehte seinen Kopf und grinste die Leute ringsum freundlich an, ein bisschen entschuldigend auch. Jeder starrte auf McKay, der sich nun erst bewusst wurde, wo er war: „Ja, hm, nichts für ungut, weitermachen!“

„McKay!“ John zog ihn an der Uniform wieder runter. Als er sich setzte, wollte am liebsten im Erdboden versinken. Langsam begannen die zahlreichen Menschen wieder zu tuscheln und sich zu unterhalten, so dass Rodneys Auftritt bald vergessen war.

„Wo zur Hölle sind wir hier?“, fragte der Kanadier aufgebracht, als eine Frau ihn abwertend ansah, weil er das Wort Hölle benutzt hatte. Er grinste nett und wurde immer kleiner in seinem Sitz.

„Sehen Sie doch, das ist ein Ritterturnier!“

„Ritterturnier? Wa-wa-was machen wir auf einem Ritterturnier!“

„Das müssten Sie eigentlich wissen, Sie haben uns irgendwas von Szenarios erzählt!“

„Szenarios? Oh Nein!“

„Was, oh nein?“

„Ich dachte, mit Szenarios meinten die Antiker logische Denkspiele, knifflige Aufgaben, die man am virtuell lösen muss, aber doch nicht das hier!“

„Ist doch virtuell!“

„Meinen Sie? Meinen Sie, wir sind gar nicht weg? Sondern immer noch in Atlantis?“

„Ich weiß nicht!“

„Das gefällt mir nicht!“

„Bleiben Sie locker, das ist ein Ritterturnier! Ich finde das extrem cool!“

„Extrem cool? Colonel, sie unterschätzen wohl die Situation!“

„Wieso?“

„Als ich von kniffeligen Rätselaufgaben gelesen habe, wusste ich nicht, das sowas dabei herauskommt, ich habe keine Ahnung, wie wir hier wieder raus kommen!“

„Wie bitte? Sie wissen nicht, wie wir hier wieder rauskommen? Haben Sie sich darüber keine Gedanken gemacht?“

„Ähm, nein!“

„Rodney!“

„Was denn, woher sollte ich ahnen, dass wir im Mittelalter landen?

In diesem Moment wurden die beiden von Trompetengeheul, wie Rodney es wohl bezeichnen würde unterbrochen. Eine laute Fanfare hallte über den Platz und ein Sir Thomas Colville wurde angekündigt, der daraufhin mit einem Schimmel in die Arena ritt, das Gesicht verdeckte.

„Das ist wie beim Boxkampf!“, stellte McKay ein bisschen amüsiert fest, als ein flachsblonder Mann in die Arena gelaufen kam und das Wort erhob:

„Edle Herren, meine Damen – und alle anderen hier, die nicht auf Kissen sitzen! Heute sind wir alle gleichgestellt! Ihr seid alle gleichermaßen gesegnet. Denn ich habe die Ehre, euch einen Ritter vorzustellen, der von Rittern abstammt, einen Ritter, dessen Blutlinie bis zu Karl dem Großen zurückreicht. Ich traf ihn das erste Mal auf einem Berg in der Nähe Jerusalems, zu Gott betend, dass er ihm das durch sein Schwert vergossene Sarazenenblut vergebe. Mehr noch beeindruckte er mich in Italien, als er eine vaterlos Schöne aus der Gewalt ihres türkischen Onkels befreite. In Griechenland verbrachte er ein Jahr in Schweigen, nur um zu lernen, wie laut es sein kann, wenn man flüstert. Ohne weitere Lobpreisung und Umstände präsentiere ich euch den Fahnder der Stille, der Verteidiger italienischer Jungfräulichkeit und die Exekutive des Allmächtigen, den wahren, den einzigartigen Sir Ulrich voooooon Liiiiiichtenstein!“

Die Menge grölte als ein junger blondgelockter Ritter, der neben seinem Pferd stand, die Hand hob.

„Oh mein Gott!“, entfuhr es Rodney. „Das ist dieser Film! Wie hieß der noch mal? Den haben wir doch letztens erst gesehen! Ritter aus Leidenschaft, das ist es!“

„Ritter aus Leidenschaft? Wow cool!“, antworte Sheppard ihm sichtlich animiert.

„Cool? Das ist schrecklich!“

„Halten Sie die Klappe, das muss ich sehen, diese Szene war absolut super!“

„Sind Sie irre? Wir sind in einem Film!“ Als Rodney das gesagt hatte, schaute er erst in die Luft, als suche er eine Kamera, dann in die Arena, wo die beiden Ritter mit ihren Lanzen aufeinander zu ritten. Die Tjost war eine Sportart, die im Mittelalter auf diesen Turnieren sehr verbreitet war und die es auch heute, in sehr harmloser Form, auch noch gab. Es war sehr spannend, die beiden Atlanter fieberten regelrecht mit, bis Sir Thomas Colville plötzlich aufgab und von Lichtenstein so automatisch eine Runde weiter war.

Kaum war der Ritter aus der Arena geritten, sprang John auf: „Kommen Sie mit!“

„Was? Wohin?“

„Zu Lichtenstein!“

„Was? Wie?“

Doch John war schon verschwunden. Rodney ruderte mit den Armen und rannte ebenfalls los. Sheppard schob sich durch die Menschenmenge, die vor und um die Arena herum versammelt war und Rodney versuchte mühselig mitzuhalten.

„Sheppard! Warten Sie! Was haben Sie vor?“ In diesem Moment stolperte und stürzte, mit dem Gesicht voran in einen Haufen Pferdeäpfel. „Ihr macht Witze!“, jammerte er, als er versuchte aufzustehen und sich den Mist aus dem Gesicht wischte. John war schon über alle Berge.

„Sir Ulrich!“, rief der, der McKay die ganze Zeit ignoriert hatte. „Von Lichtenstein!“ Der Ritter reagierte nicht; er hatte den Colonel nicht gehört oder aber reagierte nicht auf seinen gegebenen Namen.

„William!“, rief John darauf, als er und seine Knappen stehen blieben. Aber es vergingen keine zehn Sekunden, da verschwand der junge Mann um die Ecke und ließ nur seine Knappen zurück.

„Wer seid Ihr?“, fragte der Rothaarige, der auf den Namen Wat Falhurst hörte.

„John Sheppard! Ich habe das Turnier gesehen und muss unbedingt mit Will…mit Sir Ulrich sprechen!“

Der kleine quirlige Helfer des Ritters führte den Colonel um die Ecke, wo Sir Ulrich schon wartete: „Woher kennt Ihr meinen Namen?“

„Aus dem Fernsehen! Ähm, ich meine, ich, ähm, das ist eine lange Geschichte!“

Die drei starrten den Colonel völlig kariert an.

„Sagen wir so, ich habe Eure Karriere verfolgt und ich weiß, dass Ihr kein echter Ritter seid, ich meine, im Herzen seid Ihr der echteste, den ich kenne, auch wenn ich nicht viele kenne, aber vom Blut her – oh, da war doch was…!“ John besann sich, er merkte, dass er sich gerade um Kopf und Kragen redete. „Nun, keine Sorge, ich will Euch nichts Böses und ich werde Euch auch nicht verraten, ich brauche nur Eure Hilfe!“

„Meine Hilfe?“

In diesem Moment wurde das Gespräch von einer ziemlich penetranten McKayschen Stimme unterbrochen: „Sheppard? Sheppard, wo sind Sie? Colonel?“

John rollte die Augen: „Entschuldigt mich!“ Er langte aus dem Versteck, das hinter einem Marktstand war, packte Rodney am Kragen und zog ihn Hals über Kopf in das Versteck.

„Sheppard, sind Sie wahnsinnig? Ich habe mich zu Tode erschreckt!“

„Schreien Sie doch nicht so! Sir Ulrich? Mein Kollege, Rodney McKay!“

„Dr. Rodney McKay eigentlich!“

Kaum hatte er den Satz beendet, konnte er eine seltsame Reaktion feststellen: Alle Anwesenden, inklusive Sheppard hielten sich die Nase zu. Das war peinlich.

„Sie stinken wie ein ganzer Pferdestall!“

„Ich, ich, ich hatte eine, ähm, Unfall! Ein riesengroßer Typ hat mich geschubst und da nun ja, Scheiße halt!“

„Sie könnten mit dem Gestank ein ganzes Beet düngen!“, witzelte John dann.

„Ihr sagtet Colonel über ihn!“, adressierte Ulrich nun den Kanadier, der ausnahmsweise mal richtig reagierte:

„Oh ja, das ähm, das ist sein Spitzname!“

„Also? Was seid ihr zwei für komische Vögel?“, fragte ein kleiner Dicker, den die anderen Roland riefen.

„Ähm“, begann Rodney, doch John konnte verhindern, dass er den Mund weiter aufmachte. „Wir suchen einen Schlüssel!“

„Einen Schlüssel? Was denn für einen Schlüssel?“

* * *

Einige Stunden später sah man John und Rodney wieder in der Nähe der Arena herumschleichen.

„Wie kommen Sie nur darauf, ihn nach dem Schlüssel zu fragen?“

„Wieso nicht? Wir haben doch nichts zu verlieren!“

„Colonel, wir wissen ja selbst nicht mal, wie das Ding aussieht. Herr Gott noch mal, wir wissen nicht mal, wie wir hier wieder rauskommen!“

„Vielleicht reicht es, wenn wir auf Stopp drücken!“

„Ich geb’s auf! Ernsthaft John. Dieser dicke, widerwärtig ungepflegte Typ hat Ihnen einen Schlüsselbund mit einer Million Schlüssel in die Hand gedrückt!“

„Ein Versuch war es wert!“

„Ich glaube es einfach nicht, ich werde noch verrückt! Wir wissen nicht, wonach wir suchen und wir wissen nicht, wie wir hier wieder rauskommen. Scheinbar hat dieser Antikercomputer das Szenario nach Ihren Interessen ausgelegt und das sind nun mal auch Filme! Wie konnte ich nur so naiv sein und Sie da überhaupt ranlassen!“

„Sie hatten doch Schiss!“

„Ich hatte gar keinen Schiss! Sie haben sich vorgedrängt! Was noch schlimmer ist, was passiert mit uns? Sind wir wirklich hier oder in Atlantis, auch das wissen wir immer noch nicht und können wir hier sterben? Verletzt werden? Tuberkulose oder die Pest kriegen?“

„Das läuft dann wohl auch auf sterben hinaus!“

„Hören Sie auf, Sie sind grässlich, wir sind hier in ernsthaften Schwierigkeiten und Sie benehmen sich wie ein Kind auf dem Jahrmarkt! Alles, dass Sie nicht noch auf so einen Gaul steigen!“

„Das wäre doch was!“

Rodney seufzte nur, er konnte den Colonel einfach nicht erziehen und er fand sich so langsam damit ab, dass er es wohl auch niemals schaffen würde.

* * *

Als sich die beiden unterhielten, wurde McKay plötzlich von einem Typen angerempelt und über den Haufen gerannt, der es anscheinend eilig hatte.

„Hey, kannst du nicht aufpassen, du Trottel?“, brüllte McKay dem Mann hinterher, wobei er wild mit den Armen herumfuchtelte und der nächsten, der um die Ecke kam, bekam mit voller Wucht Rodneys Ellenbogen ins Gesicht, so dass er mit schmerzverzerrtem Blick zu Boden ging.

„McKay!“

„Oh, war ich das?“

„Ja, öfter mal was Neues! Sie müssen aufpassen, was Sie hier tun, sonst werden Sie noch aufgehängt.“

„Sollte Lichtenstein jetzt nicht gegen diesen komischen schwarzen Ritter kämpfen?“

„Fürst Adhemar! Ja, die werden doch schon angekündigt!“, sagte John, der nicht ganz genau wusste, worauf Rodney hinaus wollte.

„Nun, dann haben wir ein Problem!“

„Was? Wieso?“, fragte Sheppard unwissend.

„Erinnern Sie sich an Geoffrey Chaucer? Der Blonde, der zu Lichtensteins Trupp gehört?“

„Der Dichter?“

„Ja, der, der ihn immer ankündigt!“

„Ja klar, der ist super, der Typ!“

„Ich habe ihn grad umgehauen!“

„Wie bitte?“ John sah sich den Mann am Boden an; es war in der Tat Chaucer. „Wissen Sie eigentlich, welche Wichtigkeit Chaucer in der englischen Geschichte einnimmt? Rodney, verdammt, Sie haben einen der größten Dichter und Denker Englands umgehauen! Die werden Sie dafür killen!“

„Wieso?“

„Noch nie was von den Canterbury Tales gehört?“

„Ich bin Physiker verdammt!“

„Sie werden sterben! Da bin ich mir sicher!“, sagte John gefasst und sehr sarkastisch. In diesem Moment kamen auch schon Roland und Wat angelaufen.

„Was habt Ihr gemacht?“

„Nichts, es war ein Unfall!“

„Ihr habt verhältnismäßig viele Unfälle, meint Ihr nicht? Er muss jetzt in die Arena!“

„Nun, er kann nicht!“, entgegnete McKay dem Rotschopf trocken.

„Das sehe ich auch! Ihr geht!“

„Was ich?“ Rodney traute seinen Ohren nicht.

„Ihr habt ihn umgehauen, Ihr haltet seine Ansprache!“

„Ich helfe den beiden, Chaucer zu transportieren!“, sagte Sheppard schnell, so dass er da nicht mit rein gezogen werden würde. „Wie sehen uns dann später!“ Er winkte Rodney zu und grinste ihn freundlich, ja fast lieblich an, als Roland McKay in die Arena schubste.

* * *

Dort verstummte die Menge sofort und richtete seine Aufmerksamkeit auf den Astrophysiker.

„Oh shit!“, murmelte der nur, atmete tief durch und ging in die Mitte der Arena, wo sie durch eine Holzwand getrennt war, so dass die beiden Reiter sich nicht gegenseitig in die Quere kommen konnten. McKay hatte keine Ahnung, was er sagen solle und so hatte er von Beginn an ein kleines Stotterproblem:

„Liebe äh Kommilitonen! Ähm, es war einmal vor langer langer Zeit in einer äh Galaxie weit entfernt, ein ähm brillanter wissenschaftlicher Ritter, der daran arbeitete, unbegrenzte Energie zu produzieren, um so ähm sein Volk vor den erbarmungslosen Feinden zu schützen, den Kontrollstuhl äh Thron zu beherrschen und die allmächtigen Lichter tanzen zu lassen! Er ist, was er ist: Ein verkanntes Universalgenie, auf der Suche nach Antworten, deren Fragen er selbst noch erfinden muss: Ladies und Gentlemen, Sir Rodney ähm Ulrich von Lichtenstein aus Gelderland!“

Die Menge schwieg und Rodneys Zähneknirschen war sicher über Meilen hinweg zu hören. „Seid Ihr taub? Sir Ulrich von Lichtenstein!“

Endlich begann die Menge zu grölen, auch wenn sie kein Wort, von dem, was Rodney gesagt hatte, verstanden hatte. Niedergeschlagen und genervt machte er sich auf dem Weg zu Team Lichtenstein. Dabei wurde er beinahe von Lord Adhemar, dem schwarzen Ritter, umgeritten, der seinen Rappen warmlaufen ließ. Das hatte gerade noch gefehlt.

„Pass doch auf, wo du deinen Minijumper hinsteuerst! Punk!“

Der Ritter stoppte sein Pferd, die Menge verstummte wieder und einen Moment lang herrschte Stille, nichts passierte. Der Fürst, der das Wort Punk mit Sicherheit nicht kannte, überlegte sehr lange, ob er Rodney aufspießen sollte, für das, was er von sich gegeben hatte. Doch dann ritt er wieder an und scherte sich nicht weiter um den kleinen Bauern, der dazu noch seltsam angezogen war. So eine Garderobe hatte er bei einem Turnier noch nie gesehen. Früher oder später würde er das gemeine Fußvolk so oder so in die Knie ziehen, wenn er erst einmal Herrscher wäre. Doch plötzlich hielt er sein Pferd noch einmal an: Das sollte er sich gefallen lassen – von einem niederträchtigen Bauern? Sein Stolz war viel zu groß, also spornte er sein Pferd, welches sich wiehernd auf die Hinterbeine stellte, bevor es angaloppierte.

„Ey, was macht er da?“, fragte John die anderen drei. „Darf er das?“

Wat und Roland zuckten die Schultern. McKay hatte inzwischen erkannt, was da vor sich ging und rannte los: „Sheppard! Hiiii-l-f-eeeeee!“

William, der schon auf seinem Pferd saß, reagierte sofort, schnappte sich eine seiner drei Lanzen und galoppierte sein Pferd ebenfalls an. Er richtete seine Lanze auf den Gegner, welcher inzwischen McKay erreicht hatte.

„McKay, runter!“, brüllte John aus Leibeskräften, was Rodney auch sofort beherzigte: Er tauchte ab und ließ sich fallen. Im nächsten Moment krachten die beiden Lanzen der Ritter auf ihre gegnerischen Brustschilde. Dabei wurde William beinahe aus dem Sattel gehoben. Am Ende der Arena kehrten die beiden Reiter um und starteten den nächsten Anlauf.

Rodney, der immer noch am Boden war, musste angeekelt feststellen, dass er wieder in einem Pferdeapfelhaufen gelandet war – kopfüber wohl bemerkt. Dummerweise hatte er beim Fall vor lauter Aufregung vergessen, den Mund zuzumachen, was eine gewisse Komik hatte und das Publikum entsprechend lachend reagieren ließ. Er spuckte einen halben Pferdeapfel aus: „Verdammte Scheiße!“

„McKay Achtung!“, hörte er John von irgendwoher schreien. Als er aufschaute, sah er vier auf ihn zu donnernde Hufe, die alle vier mit einem fetten Eisen beschlagen waren. Er konnte ich gerade noch unter die mittlere Absperrung retten. Über ihm tat es einen lauten Knall und einer der Ritter stürzte vom Pferd. Als Rodney aufschaute und sich der Staub gesetzt hatte, musste er erkennen, dass Adhemar William zu Fall gebracht hatte.

Zu beider Entsetzen ritt er erneut an. Auch John sah dies: „Wat, schnell, gib mir die Lanze! Wat schnell – die Lanze!“ Wat warf ihm das schwere Sportgerät zu, auch wenn er nicht wusste, was Sheppard damit machen wollte. Der eilte den beiden am Boden Liegenden zu Hilfe. Adhemar visierte Rodney an, als John mit aller Kraft ausholte und den Fürsten im Vorbeireiten von hinten so heftig mit der Lanze gegen die Rüstung schlug, so dass er die Balance verlor und aus dem Sattel fiel.

Die Menge tobte, so etwas hatten sie noch nie gesehen!

William war schon wieder auf den Beinen. Auch Rodney rappelte sich gerade wieder auf, ebenso Adhemar, als Johns Stimme erneut zu hören war. Inzwischen hatte er die Lanze in der Mitte gepackt und rotierte mit ihr um seine eigene Achse: „Runter McKay!“

Zwei Sekunden später sauste die Lanze über seinem Kopf hinweg, so dass er wieder in dem Misthaufen landete, um dem schweren Gerät zu entkommen. Da John sie waagerecht in der Mitte hielt, konnte er seine ganze Kraft für den Schwung ausnutzen. Während William clever genug war, sich zu ducken, war Fürst Adhemar ein wenig zu langsam und so wurde er mit aller Wucht getroffen und fiel um wie eine Fliege!

Das sahen auch die Knappen des Fürsten und kamen wütend brüllend angelaufen. Keine zwei Sekunden später war die größte Keilerei im Gange, in die auch Wat und Roland mit Vergnügen einstiegen. Die Menge war begeistert und feuerte die Prügelknaben an, indem sie „We will rock you“ anstimmten.

Während John einen nach dem anderen umhaute und William und Adhemar ihre Brustschilde testeten, indem sie wieder und wieder gegeneinander liefen, wie zwei Steinböcke, kam sich Rodney vor wie ein Zirkusclown. Niemand traute sich an ihn heran – der Gestank war einfach zu groß.

„Kann nicht einer mal stopp drücken?“, jammerte er, so dass es kaum einer hören konnte. Plötzlich hallte eine laute Stimme durch die Arena, die wiederum alle verstummen ließ: „Ich vote unentschieden!“

Die Menge applaudierte: Chaucer war zurück und in einem Flügelschlag hatte er alle Herzen zurückerobert, nachdem Rodney ihn mehr schlecht als recht vertreten hatte. Die Streithähne gingen auseinander.

„Punk!“, schrie Rodney dann aus heiterem Himmel in Adhemars Richtung, worauf John sofort reagierte: „Sir Ulrich, Ihr seid auf dem richtigen Weg! Ordnet Eure Sterne neu, ich aber muss meinen Untertan hier töten!“ Er grinste, salutierte, packte Rodney an der Uniform und rannte los, Adhemars Leute wutentbrannt hinter ihnen her. In jenem Moment umhüllte sie ein weißes Licht, was sie direkt wieder zurück nach Atlantis brachte.

„Was? Was ist passiert?“, stotterte Rodney.

Lorne hielt eine Fernbedienung in der Hand: „Ich habe auf Stopp gedrückt!“

Ende


A Knight’s Tale (Ritter aus Leidenschaft) – In Gedenken an Heath Ledger, ein sehr talentierter junger Schauspieler, der, egal warum, viel zu früh starb!
_________________


Zuletzt bearbeitet von Scout am 01.02.2008, 21:10, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 30.01.2008, 09:26    Titel: Antworten mit Zitat

Was soll ich sagen? Das war eine schöne Idee Heath Legers so zu gendenken, und du hast einen spannenden Moment ausgesucht, bei dem die beiden natürlich gleich wieder Unsinn machen mussten.

So so, Rodney haut ausgerechnet meinen Lieblingscharakter aus diesem Film um. Er sollte sich was schämen! Aber echt.

Na, ich bin gespannt, was dir noch so einfällt!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 01.02.2008, 21:11    Titel: 02. Erstes Intermezzo Antworten mit Zitat

Hi Kris!

Danke für dein FB, hat mich gefreut. Irgendwie musste ich wohl verarbeiten und so habe ich den Film einfach ausgekramt und geguckt, um dann die Geschichte zu schreiben!

Hier mal ein erstes Zwischenspiel!


02. Erstes Intermezzo

„Was heißt, Sie haben auf Stopp gedrückt?“, fragte McKay den Major irritiert. Lorne sah Elizabeth an, die die Schultern hochgezogen hatte.

„Nun ja, nachdem Sie im Film sagten, dass Sie in einem Film sind und jemand Stopp drücken sollte – ähm – da haben wir hier nach einer Fernbedienung gesucht!“

„Sie haben was?“

Auch John konnte nicht ganz folgen, doch Zelenka war sich einer Erklärung nicht verlegen. Zunächst drückte er Rodney eine Fernbedienung in die Hand:

„Nachdem Sie rausbekommen haben, dass das Gerät sich nach Ihren Interessen richtet, in Sheppards Fall Filme, musste es auch eine Möglichkeit geben, nach dem Einsteigen in den Film auch wieder auszusteigen. Und dann haben wir eine Fernbedienung gefunden, die wurde wahrscheinlich zusammen mit dem Programmieren des Szenarios erstellt. Eigentlich sollten Sie die wohl mitnehmen, um selbst entscheiden zu können, wann Sie aussteigen wollen!“

„Wäre hilfreich gewesen!“, überlegte John und horchte dann auf: „Moment mal! Was heißt das? Woher wissen Sie, dass wir uns darüber unterhalten haben, dass wir in einem Film sind?“

Radek biss sich auf die Lippen.

„Radek?“

„Nun ja, wir können zusehen!“

„Was?“ Man konnte sehen, wie in Zeitlupe die Farbe aus McKays Gesicht wich: „Alles?“

Die anderen nickten alle.

„Oh nein!“

„Oh, es war super!“, begann Lorne zu schwärmen, „die Schlägerei war grandios!“

„Zum Kringeln! Sheppard, die Nummer mit der Lanze war scharf!“, schlug Ronon in die gleiche Kerbe wie Lorne.

„Und Rodney mit dem Urschrei am Anfang – das war wirklich oscarreif!“, warf Teyla ein, von der man gewöhnlicherweise solche Worte nicht hörte.

Doch Rodney verzog nur das Gesicht zu einem schiefen Grinsen. Nun ja, vielleicht würde er ja ungeschoren aus der Nummer heraus kommen. Doch die Vernichtung war unumgänglich: „Und die Pferdeäpfel Rodney, ich habe lange nicht mehr so gelacht!“ Und das aus Elizabeths Mund! Er war so gut wie tot, das würde sich in der Stadt wie ein Lauffeuer verbreiten. Er hatte sich selbst getötet!

Dann sah Rodney Teyla skeptisch an: „Woher kennen Sie das Wort oscarreif?“

„Drei Jahre Atlantis Doktor!“

Rodney seufzte, „ich brauche jetzt nen Kaffee!“

* * *

Später an diesem Abend fand John, der mit Lorne und Ronon gegessen hatte, Rodney immer noch in diesem Labor sitzen. Er saß an der Hauptkonsole mit gesenktem Kopf und hatte die Fernbedienung in der Hand.

„Doc?“

„Ah, Colonel, wie ich sehe, geht es Ihnen blendend!“

„Wie ich sehe, haben Sie geduscht!“

„Sehr geistreich!“

„Meinen Dank!“

„Der fasst das auch noch als Kompliment auf!“, murmelte Rodney leise und schüttelte den Kopf. John grinste und setzte sich neben ihn: „Schon schlauer geworden?“

„Nein! Die Fernbedienung funktioniert wie Radek sagt und sie sollte mitgenommen werden! Aber ich weiß immer noch nicht, nach welchen Kriterien die Szenarien ausgewählt werden und nach was wir in diesen Szenarien Ausschau halten müssen, ich meine, es wird wohl kaum ein gemeiner Schlüssel sein! Aber irgendwas muss diese Tür hier öffnen!“

„Vielleicht ist das, nach dem wir suchen, immer auf das jeweilige Szenario abgestimmt!“

„Sie meinen, etwas, was auf den Film abgestimmt ist Wie soll man das jemals rauskriegen?“

„Das weiß ich nicht Rodney, wahrscheinlich wird es Hinweise geben, die uns zu ihm führen! Wir haben uns nur noch nicht darauf konzentriert!“

„Sie sind ein Spaßvogel, wie hätten wir uns denn zwischen schwarzen Rittern, Misthaufen, Turnieransprachen und der Tjoste auch noch auf Hinweise konzentrieren sollen!?“

„Das meine ich doch“, sagte der Colonel nun: „Beim nächsten Mal müssen wir nur nach Hinweisen Ausschau halten!“

„Beim nächsten Mal? Sie sind nicht ganz dicht! Sie glauben doch nicht etwa, dass ich noch mal mit Ihnen in so einen Film gehe, wer weiß, vielleicht landen wir dann bei Ridley Scotts Alien oder so – oder schlimmer!“

„Okay, dann mache ich es alleine! Geben Sie mir die Fernbedienung!“

Rodney schob das kleine Gerät zu Sheppard rüber. Er nahm es an sich und ging zur Konsole herüber. „Beobachten Sie den Bildschirm, ich bin gleich wieder da!“

Rodney nickte und war froh, dass er nicht mit musste. Als der Colonel die Hand auf die Konsole legte, gab diese einen Piepton von sich, aber es tat sich nichts, es kam kein Licht, das den Soldaten weg teleportierte.

„Wieso geht es nicht?“, wollte Sheppard wissen, doch Rodney schüttelte nur den Kopf:

„Ich weiß es nicht!“

John wiederholte den Vorgang, doch wieder gab die Konsole nur den gleichen Piepton von sich. Er sah den Kanadier an, der wie wild auf der Tastatur an der Hauptkonsole herumhackte.

„Ich habe keinen Schimmer, woran es liegt!“

„Kommen Sie her und schauen Sie sich die Konsole hier mal an, vielleicht werden wir dann schlauer!“

McKay ging zu dem Colonel rüber. Wieder ertönte der Piepton. Doch dann packte Sheppard plötzlich Rodneys Arm und berührte die Konsole erneut. Augenblicklich schoss das weiße Licht aus der Decke, hüllte die beiden ein und brachte sie in ein neues Szenario.

* * *

„Sie verdammter Flegel! Sie haben mich reingelegt!“, schrie Rodney empört, als er merkte, dass er John auf den Leim gegangen war. „Sie wussten das!“

Sheppard grinste nur verschmitzt.

„Das heißt also, dass man nur zu zweit gehen kann!“, kombinierte McKay.

„Ja, wahrscheinlich hat das Gerät sich das beim ersten Mal gemerkt und eine Art Vorlage erstellt, nachdem es jetzt immer wieder vorgeht. Und wir müssen jetzt also nach dieser Vorlage agieren!“

„Und Sie wussten das?“

„Ich habe es vermutet!“, gab der Colonel nun zu.

„Und mich ins offene Messer laufen lassen!“

„Jetzt stellen Sie sich nicht so an, wir haben doch jetzt die Fernbedienung dabei!“

„Wo sind wir denn überhaupt?“, fragte McKay, nachdem er sich etwas beruhigt hatte. Die beiden sahen sich um.

Sie waren inmitten des Ozeans…


-FF-
_________________
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 05.02.2008, 12:10    Titel: 03. Deep Blue Sea Antworten mit Zitat

03. Deep Blue Sea


„Wo sind wir eigentlich?“ Sie sahen sich um und stellten fest, dass sie sich mitten im Ozean befanden.

„Keine Ahnung, Tahiti?“

„Welche Filme gibt es, die mitten im Meer spielen?“

„Moby Dick?“, fragte John amüsiert, als er sich umsah: Sie waren auf einer Station, die wie ein Bunker aussah. Rund um das Gebäude erstreckte sich ein rund vier Meter hoher Stahlzaun. Rodney vermutete eine Art Forschungsstation, nur was erforscht wurde – das war ihm ein Rätsel.

„Hm, hier wird wohl irgendetwas erforscht!“, ließ er dann verlauten und schaute in das Becken, welches separat eingezäunt war.

„Ich glaube, ich weiß, in welchem Film wir sind!“

„Ach ja?“ Plötzlich schreckte McKay ein bisschen zurück. Es war als hätte er einen Schatten gesehen. „Und? Welcher wäre das? Alien 5? Die Rückkehr der Riesenkrake?“

„Deep Blue Sea!“, erwiderte John und sah ebenfalls in das Becken.

„Deep Blue Sea? Nie gehört, aber wenn ich mich so umschaue, passt zumindest der Titel! Worum geht es da?“

„Och, eigentlich nichts Spannendes – medizinische Experimente!“, und etwas leiser fügte John dann noch hinzu: „An genmanipulierten Haien!“

„Wie bitte? Haie? So wie in: Der weiße Hai?“

„So, so ähnlich! Nur größer!“

In dem Moment schwamm eines dieser gigantischen Tiere kurz unterhalb der Oberfläche vorbei, so, dass die markante Rückenflosse nur leicht aus dem Wasser herausragte.

„Viel größer!“, murmelte John, als er in Rodneys entsetztes Gesicht sah.

Der war gerade dabei, sich warmzulaufen: „Was in Gottes Namen gucken sie für einen Scheiß im Fernsehen?“

Sheppard starrte in das Becken und brummte: „Ich gebe zu, er war ziemlich schlecht! Grässliche Special Effects, aber ein dramatischer Soundtrack, ganz im weißen Hai – Stil und viel viel Blut! Sehr viel Blut!“

„Sie haben ein Rad ab!“, kommentierte Rodney Johns Erklärungen.

„Willkommen in meinem Leben!“, sagte der Colonel daraufhin grinsend.

McKay ließ die Schultern fallen: „Wenigstens gibt es hier keine Pferdeäpfel!“

John lachte, als er einer der großen Haie an den beiden vorbeischwamm.

„Wow – Geez! Was ist das? Ein lebender LKW?“

„So sehen sie aus: Genmanipulierte weiße Haie mit einem vergrößertem Gehirnvolumen!“

„Krass! Also – lassen Sie uns gehen!“

„Nein Rodney, wir suchen erst nach Hinweisen!“

„Hinweise? Hier bei diesen Monstern?“

Während McKay sprach, sah Sheppard in den Himmel: „Nun, der Sturm ist noch nicht aufgezogen und die Haie haben noch nicht die Station zerlegt! Also haben wir noch Zeit!“

„Wie bitte? Die Haie zerlegen die Station?“

„Ja, komplett. Ihr Plan ist in das tiefe blaue Meer zu entliehen, raus aus diesem Käfig hier! Nur zwei Leute von sieben überleben die ganze Geschichte!“

„Erzählen Sie mehr!“

* * *

John setzte sich in Bewegung und ging auf den Tower zu. Rodney folgte widerwillig und lauschte Sheppards Filminhaltsangabe. Mit jedem Schritt wurde der Kanadier bleicher im Gesicht.

„Das ist ein Horrofilm!“

„Nun ja – ähm, ja, man könnte es zu einem gewissen Grad wohl so nennen, ja!“

„Ich gehe nicht weiter!“ Rodney blieb auf der Stelle stehen und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Soll ich Sie ins Wasser werfen?“

„Das ist nicht fair!“

„Was ist im Leben schon fair? Hören Sie, wir sehen uns nach Hinweisen um, bevor die Haie durchdrehen und Ihnen den Kopf abbeißen, und verschwinden dann wieder nach Atlantis!“

„Wehe Sie bringen uns in Schwierigkeiten!“

„Hey, schließen Sie nicht von sich auf andere! Ich habe kein ¾ Sonnensystem gesprengt!“

„Hahaha – hahahaha!“

„Keine Sorge, McKay, die Viecher werden keine Ihrer lebenswichtigen Organe auffressen!“

„Sehr beruhigend!“

* * *

Dann betraten die beiden die Station, ohne dass sie jemand seltsam ansah oder ausfragte. Anscheinend waren sie als bekannte Charaktere in den Plot des Films integriert worden und man hielt sie für Mitarbeiter an dem Projekt, anders konnten sie es sich nicht erklären.

So wanderten sie hin und her und suchten nach Hinweisen.

„Das ist doch eigentlich ganz spannend, oder?“

„Spannend?“, kam sofort Rodneys Gegenfrage, der John anstarrte. „Hier gibt es widerliche, grausame, groteske Riesenhaie! Spannend ist wohl nicht ganz das richtige Wort!“

Sie sahen sich auf dieser ersten Ebene um, die vor allem die Funkzentrale beherbergte.

„Hier explodiert später alles!“

Kaum hatte McKay das gehört, machte er auf der Stelle kehrt und wollte gehen, als John ihn an der Uniformjacke festhielt. „Hier geblieben!“

„Colonel, ich krieg ’ne Herzattacke!“

Sheppard rollte die Augen: „Nur einen kleinen Hinweis!“

„Ich gebe Ihnen einen Hinweis! Sie haben die Pfanne heiß! Fragen Sie doch den Hai!“

„Es sind drei!“

„Ach ja, danke für die Details Das beruhigt mich ungemein! Und es reimt sich sogar! Machen wir ein Chanson draus: Fragen Sie den Hai, denn es sind drei! Sie haben mich gefressen gerade – schade!“

John sah McKay ein bisschen süffisant an, denn er stellte sich gerade den Kanadier als Comicfigur vor, mit hochrotem Kopf und aus den Ohren dampfend. Dann wurde aber auch er wieder ernster, bzw. gleichgültiger: Rodney ging ihm auf den Geist und so gab er schließlich nach: „Okay, in Ordnung! Sie haben gewonnen – gehen wir!“

„Oh, Gott sei Dank, Sie retten mir das Leben!“

„Ich glaube, ich rette eher mir selbst das Leben!“

Also kehrten die beiden um und gingen wieder nach draußen.

* * *

„Okay, Patschehändchen!“, witzelte John, von dem man alles andere als Babysprache gewohnt war. Dementsprechend reagierte McKay sofort: „Ich bin kein Baby, Colonel, geben Sie mir schon das Ding!“

Sheppard drückte dem Astrophysiker die Fernbedienung in die Hand. „Versuchen Sie, ob es auch auf Sie reagiert!“

„Aber gerne doch!“ Rodney war sichtlich guter Dinge, als er die Augen schloss und auf die Stopp-Taste drückte. Doch es passierte nichts. John, der sich etwas albern vorkam, weil er mit Rodney McKay Hand in Hand auf einer Pier mitten im Ozean stand, kniff ein Auge zusammen, verzog den Mundwinkel und blickte zu seinem Teamkollegen. Der hatte seine Augen immer noch geschlossen.

„Colonel?“

„Was?“

„Kann ich die Augen aufmachen?“

„Klar können Sie!“

Voller Erwartung ließ McKay seine Augen aufschnappen. „Waaaaa – Colonel!“, schrie er entsetzt auf.

„Was?“

„Wir sind immer noch hier!“

„Das sehe ich!“

„Sie haben gesagt, ich könnte die Augen wieder aufmachen!“

„Ja, und?“

„Aber doch erst, wenn wir wieder in Atlantis sind!“

„Nun Rodney, das sind wir nicht!“

„Das sehe ich selbst! Ich habe ja jetzt die Augen auf – die ich im Übrigen noch zu haben sollte!“

„Was soll das McKay!?“

„Sie haben gesagt, ich könnte die Augen auf machen!“

„Rein anatomisch gesehen konnten Sie das ja auch!“

„Oh bitte!“, entgegnete McKay genervt. „Wieso sind wir noch hier?“

„Ich weiß es nicht! Geben Sie mir das Ding her!“ John griff nach der Fernbedienung und als er sie in der Hand hatte, starrten sich der Amerikaner und der Kanadier an.

„Was ist?“ Jetzt war es Rodney, der John anbluffte. Der grinste allerdings nur: „Sie können die Augen wieder schließen, es geht gleich nach Hause!“

McKay seufzte: „Na Gott sei Dank!“

„Fertig?“

„Ja, fertig!“

„Sicher!?“

„Machen Sie schon Colonel!“

„Okay…Moment, was ist das?“

„Was ist was?“, fragte Rodney mit noch immer zugekniffenen Augen. Anstatt einfach hinzuschauen, kniff er sie jedoch noch fester zusammen.

„Na das da!“

„Was, was, was, was denn?“

„Ach du Scheiße, schnell runter, ducken Sie sich! Ein Hai!“

„Was?“ Rodney warf sich auf den Boden. „Gott steh mir bei!“

John dagegen war stehen geblieben und lachte sich ins Fäustchen. Als Rodney nur das fiese Kichern des Colonels hörte, merkte er, dass er ihm schon wieder auf den Leim gegangen war und öffnete schlagartig die Augen: „Haha, wir haben sehr gelacht!“

Er stand wieder auf: „Das werde ich Ihnen heimzahlen!“

„Wie?“

„Ich werde alle Frauen kriegen! In allen zukünftigen Filmen!“

John verzog das Gesicht; das konnte er sich nun nicht so richtig vorstellen. Doch bevor sich wieder darüber lustig machen konnte, hatte Rodney schon wieder aufgedreht: „Sie unterschätzen wohl die Situation! Wir sitzen hier auf einer Blechinsel mitten im Ozean und werden von drei superintelligenten, riesenkracherwahnsinns – Haien gejagt!“

Mit diesen Worten wurde McKay plötzlich mutig und schaute wieder in das Becken, wo in unregelmäßigen Abständen die gigantischen Schatten unter der Oberfläche vorbeihuschten.

„Es tut mir Leid Rodney, ich konnte einfach nicht anders!“

„Schon gut! Ich werde 20 Jahre eher sterben. Zusammen mit extremer radioaktiver Strahlung, lebensenergieaussaugenden Aliens und todbringenden Zitrusfrüchten kommt das wohl hin! Ach ja, nicht zu vergessen, dass das alles total egal ist, weil ich ja von einem 50-Tonnen schweren, 80-Meter langen Riesenmonsterhai gefressen werde, dessen Zähne so groß wie Vorschlaghämmer sind und wahrscheinlich wird dieser Riesenfisch nicht mal merken, dass er mich gefressen hat, weil ich so super winzig bin im Vergleich zu ihm!“

„Es sind drei!“

„Ja, ja, ja – ach hatte ich erwähnt, dass er Zähne wie Vorschlaghämmer hat? Und die wachsen nach, sollten sie mal ausfallen. Können Sie sich das vorstellen? Nachwachsende Vorschlaghämmer! Ich brauche jetzt unbedingt einen Kaffee!“

„Der wird Sie auch nicht retten!“

„Nein, aber betäuben!“

„Ganz ruhig, McKay, der Vorschlaghammerhai wird Sie nicht fressen!“

„Wird er nicht?“

„Nein, wir gehen jetzt ganz relaxt nach Hause und Sie kriegen da Ihren Kaffee! Geben Sie mir Ihre Hand!“

„Ah – Gott sei Dank!“ Er reichte John seine Hand, bevor der Colonel auf Stopp drückte. Doch es passierte nichts.

* * *

„Oh oh!“

„Was ist? Haben Sie schon gedrückt!“

„Um genau zu sein – ja, das habe ich!“

„Auf den Stopp-Knopf?“

„Nein, auf Pause, sehen Sie – alles ist stehen geblieben! Natürlich auf Stopp, was denn sonst?“

„Wieso sind wir dann immer noch mitten im Meer, hm?“

„Das weiß ich auch nicht Rodney!“

„Drücken sie noch mal!“

„Hab ich – geht nicht!“

„Wir sind tot!“

„Sind wir nicht!“

„Okay, vielleicht sollte ich das umformulieren: Wir werden tot sein und zwar bald, in der sehr nahen Zukunft!“

„Rodney, wir haben noch genug Zeit, um einen Weg aus dieser Nummer zu finden!“

„Drei Nummern, ja? Drei! Und die sind ziemlich groß die Nummern, vielleicht, nein wahrscheinlich drei Nummern zu groß für uns! Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass wir tot sind?“

John seufzte; Rodney war ja so anstrengend, wenn er paranoid war und das war er so häufig. Doch jetzt bekam der Colonel Bedenken, nicht dass der Physiker neben ihm bald auch noch hyperventilieren würde.

„Kommen Sie mit, ich habe da eine Vermutung!“, sagte er dann.

„Oh ja, wissen Sie vielleicht, welcher der drei mich zersägt?“

„Das sind Haie, keine Schwertfische mit Sägen am Kopf!“

„Hier schwimmt ein ganzer Baumarkt rum! Vorschlaghammerhaie, Sägefische, womöglich tauchen gleich noch Schraubenzieherrobben, Dübelrochen und Heißklebedelfine auf. Oh und die Dietrichquallen und Bohrerfische und natürlich der Rohrzangenkrebs!“

„Also, was soll ich sagen? Außer dem Hammerhai gibt es tatsächlich auch noch einen Sägerochen, von daher ist das mit dem Baumarkt gar nicht so schlecht! Achja, ich will es nicht zu laut sagen, aber es gibt auch den Sägehai!“

„Das haben Sie erfunden!“

„Nein, Sägehaie gibt es wirklich! Steht in der Wikipedia! Es gibt den Sechskiemensägehai, den Langnasensägehai, den Kurznasensägehai, den japanischen und den amerikanischen Sägehai!“

„Danke für den Ausflug! Ich schreie gleich!“

John fing innerlich an zu kochen, dieser Typ war die Hölle, wenn er Todesangst hatte und er überlegte sich ernsthaft, ob er ihn nicht schubsen sollte. So ein kleiner Snack hätte dem Hai sicher gefallen. Seine „wir-sind-tot“ – Theorie würde dann zumindest bestätigt werden.

„McKay, regen Sie sich ab und hören Sie zu! Ich vermute, wir müssen den ersten Hinweis finden, bevor wir zurück können!“

„Das Programm hat sich angepasst!“

„Vielleicht!“

„Und uns kann keiner rausholen, weil dank Ihnen in Atlantis niemand weiß, dass wir wieder in einem Film stecken! Ich sage Ihnen was, wenn ich hier rauskomme, werde ich wahlweise das Ding umprogrammieren oder in die Tonne treten! Aber sowas von!“

„Wenn Sie vorher nicht zersägt werden!“

„Ich denke, es sind Haie! Und Sie haben gesagt, ich werde nicht zersägt!“

„Das war bevor wir versucht haben, heim zu gehen! Ich glaube aber immer noch nicht, dass das passieren wird, also lassen Sie uns den ersten Hinweis suchen und dann sind wir hier weg!“

Kaum hatte John zu Ende gesprochen, krachte ein Donnerschlag über die Station herein, der Rodney heftig zusammenzucken ließ.

„Wir sollten reingehen, der Sturm zieht auf!“

„Wie bitte?“

„Ich habe Ihnen doch erzählt, dass der Level an der Oberfläche im Film komplett explodiert. Dieser gesamte Turm hier wird später brennen! Unter Wasser sind wir sicherer!“

„Unter Wasser?“

„Ja, diese Station hat mehrere Sublevels und bis die Haie dort eindringen, wird noch einige Zeit vergehen. Bis dahin sind wir längst weg, gesetzt den Fall, dass wir endlich mal anfangen, nach Hinweisen zu suchen!“

„Ich habe lange keinen so schlechten Film mehr gesehen!“, grummelte Rodney und folgte Sheppard widerwillig nach innen.

* * *

Wenig später waren sie auf einem der Sublevels angekommen. Aber von Hinweisen war weit und breit nichts zu sehen. So verbrachten sie die nächsten Stunden mit der Suche, leider erfolglos.

Über ihnen hatte der Sturm angefangen zu toben, unter ihnen hatte man einen der Haie einfangen und betäubt, trotz des Sturms, da man ihm Gehirnmasse entnehmen wollte für die Forschung.

Rodney und John sahen sich das Ganze näher an und als McKay feststellte, dass der Hai vollkommen ruhig gestellt war, ertappte John ihn dabei, wie er sich das gigantische Tier genauer ansah: „Was ist das da?“

„Was?“

„Ich will mir das Tier genauer ansehen!“

Nun war Sheppard total perplex: „Wieso?“

„Ich meine an der Flosse etwas gesehen zu haben!“ Mit diesen Worten marschierte der Kanadier mutig los und Johns Augen weiteten sich. Der Spieß war plötzlich umgedreht, John war es gar nicht wohl.

„Vorsicht Rodney!“

„Wieso?“

„Der wacht gleich urplötzlich auf und beißt einem Wissenschaftler den Arm ab, ich möchte nicht, dass Sie dieser Wissenschaftler sind!“

„Wie bitte, was? Das ist der reinste Horror! Wann passiert das?“

„Gleich!“

„Dann haben wir ja noch Zeit!“ Und schwupps war Rodney an der Schwanzflosse des Hais. John blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen.

„Sehen Sie das da?“

John schaute genauer hin, es sah aus, als sei das Tier tätowiert. John erkannte es: „Das ist ein antikisches Schriftzeichen!“

„Unser erster Hinweis!“, meinte McKay triumphierend, doch dann ging alles ganz schnell.

Der Hai bäumte sich plötzlich auf, bekam den Film-Wissenschaftler zu fassen, und schlug gleichzeitig mit der Schwanzflosse um sich, so dass sowohl McKay als auch John, die ja unmittelbar neben dem Tier standen, getroffen wurden und in das Becken fielen. Das Becken wurde von der Chefwissenschaftlerin geflutet, um den Hai wieder dem Meer zu übergeben, ebenso McKay und John, die sich nun beide mit dem Hai zusammen im Wasser befanden.

John reagierte sofort, bevor sich das gigantische Tier umdrehen konnte, packte Rodney am Arm und drückte auf Stopp. Gott sei Dank reagierte die Fernbedienung, trotz des Wassers und brachte die beiden zurück nach Atlantis.

Dort angekommen verteilten sich einige Liter Wasser auf dem Boden des Labors und John und Rodney fanden sich auf selbigem wieder.

Urplötzlich sprang die Tür auf und Elizabeth betrat den Raum, nachdem sie sich auf die Suche nach ihren beiden Männern gemacht hatte, da sie nicht auf ihre Funkrufe geantwortet hatten.

Rodney rappelte sich auf, während John schon auf den Beinen war. Er sah Elizabeth an, die lauter Fragezeichen in den Augen hatten und sagte: „Wir sind nass!“

Ende
_________________
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 01.03.2008, 17:15    Titel: 04 Antworten mit Zitat

04.

„Was ist denn das hier? Der Hindukusch?“

Rodney sah sich um und dann an sich herab. Er war in dicke Winterkleidung eingemummt. Sein Atem gefror beinahe, noch bevor er den Mund verließ. Doch war ihm nicht kalt, die Kleidung schien wirklich von sehr guter Qualität zu sein. Er blinzelte stark; die Sonne blendete ihn.

Sheppard, der nun in seinem Augenwinkel auftauchte, blinzelte nicht und es dauerte auch nicht lange, bis McKay verstand, warum das so war: Er trug eine fette Sonnenbrille. Na, das war ja mal wieder so typisch.

„Wieso haben Sie die Sonnenbrille und ich nicht?“

„Weil ich hier der Coole bin, Rodney!“, kam prompt die stichelnde Antwort des Colonels.

Weit und breit war Wasser nur in seiner gefrorenen Form vorhanden und es würde sicher kein Monsterhai hier auftauchen und wenn – dann nur als Fossil. Der Kanadier musste grinsen: Ja, es konnte nur besser werden. Hier gab es allenfalls ein Yeti, obwohl der Sauerstoffgehalt hier oben noch gut war. Er war fest davon überzeugt, dass Reinhold Messner den Yeti nur gesehen hatte, weil die Sauerstoffversorgung in 7000 Meter Höhe nicht wirklich gut war und was musste der Affe auch ohne Maske rumlaufen? Kein Wunder, da würden sicher noch ganz andere Leute den Yeti sehen!

Er schüttelte den Kopf und fokussierte wieder. „Sind wir zum Skifahren verabredet?“, fragte Rodney, doch John schien eher mit Gucken als Zuhören beschäftigt zu sein. Mir fällt gerade kein Film zum Skifahren ein!“

Sein Blick wanderte über den Horizont. Ringsum erstreckten sich gigantische Berge schillernden Gipfeln und imposanten Gletschern. Selbst befanden die beiden sich auf einem spärlich mit Tannen bewachsenem Plateau.

Die Höhensonne empfand McKay ebenso angenehm wie todbringend: „Hm, von der tiefblauen See rauf auf den Mount Everest! Spitze! Haben Sie zufällig Sonnencreme dabei?“

John reagierte nicht auf die Frage: „Das hier ist nicht der Mount Everest, das sind die Rockies!“

„Ist völlig egal, diese Sonne ist überall gleich gefährlich, vor allem in der Kombination mit Schnee!“

John seufzte: Ich wünschte, Ronon wäre hier!“

„Wieso das?“

„Der hätte keine Skrupel, Sie zu erschießen!“

Rodney war für einen Moment sprachlos, was John dazu nutzte, an den Rand des Abgrunds zu gehen. „Schauen Sie sich das an!“, rief er dann McKay zu und winkte ihn zu sich.

„Was gibt’s?“ Rodney folgte Sheppards Beispiel und sah über den Abgrund. Und was er da sah, beunruhigte ihn: Er starrte in die Tiefe. Hier ging es ca. 300 Meter gerade nach unten. „Whoa!“, rutschte ihm über die Lippen, „das ist tief!“

„Schauen Sie es sich genau an!“

„Wieso!?“

„Weil ich Sie schubse, wenn Sie nicht augenblicklich mit diesem Endzeitgequatsche aufhören!“

„Okay!“, meinte der Kanadier kleinlaut.

„Gut! Schön, dass wir das geklärt haben! Dann können wir ja jetzt nach Hinweisen suchen gehen!“

„Moment, in welchem Film sind wir eigentlich?“

„Keine Ahnung! Irgendwas mit Skifahren!“

Rodney zog die Augenbrauen hoch. Als er sich dann umdrehte, war er einen Moment unvorsichtig und rutschte ab.

* * *

Er schlitterte über die Klippe, als John sich reaktionsschnell hinwarf und so den Astrophysiker noch erreichen konnte, bevor er abstürzte.

„Halten Sie sich fest McKay!“, rief John, was der schreiende Rodney wahrscheinlich gar nicht erst hörte. So hingen die beiden da.

„Oh Gott, nein, ich werde sterben! Sheppard, ich werde sterben!“

„Wenn Sie weiterhin so zappeln, dann ja!“ Mit aller Kraft zerrte John an dem Wissenschaftler, der vergeblich versuchte, an der glitschigen Eiswand mit den Füßen Halt zu finden.

Langsam Stück für Stück zog John McKay zurück über die Kante. „Nicht runter schauen McKay, das ist nicht gut für Sie!“

Dann folgte ein letzter Ruck und Rodney war gerettet. Die Szene, die dann folgte, war allerdings kurios: „Rodney?“

„Was?“

„Würden Sie bitte von mir runter gehen!“

„Wieso?“

„Weil Sie auf mir drauf liegen!“

„Oh! Ja, natürlich! Tschuldigung!“ McKay rollte von Sheppard und schaffte sich auf die Beine. John folgte seinem Beispiel, allerdings strauchelte er ein bisschen, da er erst seine Kräfte wieder sammeln musste.

Kurz darauf hörten die beiden ein Geräusch über ihren Köpfen. Als sie aufsahen, erkannten sie einen roten Helicopter, der auf die nahe gelegene Bergspitze zusteuerte. Während John dem Fluggerät hinterher starrte, hatte Rodney etwas entdeckt: „Hey, Sheppard, ich habe ein Fernglas!“

„Großartig, her damit!“ John schnappte sich das Fernglas und verfolgte den Helicopter. Dann nahm er es schnell runter, hielt es McKay hin und sagte: „Kommen Sie, ich weiß, wo wir den ersten Hinweis finden!“

„Oh ja? Wo?“

„Da oben!“

„Da oben? Großartig! Soll die Daedalus uns hoch beamen?“

John verzog das Gesicht, McKay konnte tatsächlich Witze machen! „Kommen Sie mit!“ Während die beiden auf den Berg zugingen, wollte McKay gern mehr wissen: „Okay, wenn Sie wissen, wo wir den ersten Hinweis finden, dann wissen Sie auch, in welchem Film wir sind!“

„Ja, ist mir vorhin eingefallen, als Sie da über der Klippe hingen!“

„Ach ja? Was?“

„Na Cliffhanger!“

„No way! Der mit Sylvester Stallone?“

„Ja und wenn wir uns beeilen, dann treffen wir ihn vielleicht!“

„Ich kann es einfach nicht glauben! Erst Mittelalter, dann Wasser – jetzt Eis, was kommt als nächstes? Die Wüste?

* * *

40 Minuten später hingen die beiden in der Felswand. John war voraus geklettert und hatte durch die Vorarbeit die Sache für Rodney erleichtert. So musste er sich nicht mit Eispickeln festhaken, sondern konnte Sheppards Weg folgen, was auch schon anstrengend genug war.

„Ich werde Elizabeth nie verzeihen, dass sie uns ermutigt hat, mit der Suche weiterzumachen!“, japste Rodney unterwegs, der kaum vorwärts kam.

„Ach kommen Sie McKay, Deep Blue Sea ist drei Wochen her! Es war mal wieder Zeit für eine Abwechslung, wir hatten zu viele Grüngesichter die letzte Zeit!“

„Abwechslung? Sind Sie noch ganz frisch? Wir hängen in einer Felswand!“

„Ja, und wenn wir uns beeilen sind wir noch vor den Terroristen bei dem Koffer!“

„Koffer? Terroristen?“

„Ich dachte, Sie kennen den Film, McKay!“

„Ja schon, aber das ist mindestens 101 Jahre her, dass ich ihn gesehen habe!“

John seufzte und kletterte weiter. Gefühlte drei Stunden später hatten die beiden ihr Ziel erreicht. Rodney warf einen ängstlichen Blick zurück über die Klippe: „Ich brauche unbedingt einen Kaffee!“

„Damit kann ich jetzt gerade nicht dienen, Rodney!“, sagte John, während er seine Ausrüstung abschnallte und losmarschierte. Rodney verzog die Mundwinkel: „Hey, wo wollen Sie hin?“

„Den Koffer holen!“

„Warten Sie!“

McKay folgte Sheppard durch den tiefen Schnee so schnell er konnte. Schließlich waren sie bei dem Koffer angekommen.

„Wieso liegt hier mitten im Nirgendwo ein Koffer?“

John schüttelte den Kopf: „Stand im Drehbuch!“

„Oh ja, natürlich, als ob es so einfach wäre!“

„McKay, Sie kriegen keine Zusammenfassung mehr von mir! Okay, schauen wir uns diesen Koffer mal an!“

„Keine Bewegung!“, ertönte plötzlich eine fremde Stimme hinter ihnen.

* * *

McKay fror auf der Stelle ein, als John die Hände hob und langsam aufstand.

„Geben Sie mir den Koffer her!“, sagte die dunkle, männliche Stimme.

„Der Koffer? John, sind das etwa die Terroristen?“

„Schätze schon, Rodney!“

„Klappe da vorne und den Koffer her!“

„McKay, die spaßen nicht!“, sagte John dann.

„Okay, okay, ihr kriegt diesen bescheuerten Koffer!“ Mit diesen Worten packte Rodney entschlossen den schwarzen Koffer und ging auf die bewaffneten Männer zu. John war etwas perplex über die Aktion, so viel Mut hätte er Rodney nicht zugetraut. Also wartete er einfach nur ab, um zu schauen, was passieren würde. Doch was dann folgte, verblüffte sogar den Colonel: Als McKay bei den Männern angekommen war, hob er den Arm, der den Koffer hielt, holte aus und schlug mit aller Kraft um sich, so dass beide Bösewichte hintereinander einen ordentlichen Schlag von dem Koffer abbekamen, sich förmlich durch die Wucht des Schlages um die eigene Achse drehten und schließlich umfielen.

„Ha!“, rief Rodney, „hab ich mal in einem Jackie Chan-Film gesehen. Wollte ich schon immer mal ausprobieren!“

John hob erstaunt die Augenbrauen, damit hätte er nicht gerechnet.

„Was ist?“, schrie McKay dann, „vom Rumstehen kriegen Sie höchstens Frostbeulen!“

Vom Colonel folgte nun ein Schulterzucken. Kaum hatten sich die beiden mit dem Koffer etwas abgesetzt, folgte die nächste Attacke; und die hatte sich gewaschen: Bevor McKay reagieren konnte, hatte einer der übrig gebliebenen Bösewichte ihm den Koffer aus der Hand gerissen und war losgerannt.

„Hey, Moment mal!“ McKay war angekratzt und nahm die Verfolgung auf, einen recht steilen Hügel hinauf. John Sheppard dagegen wurde ebenfalls in eine Keilerei verwickelt. Der andere Bösewicht nutzte Sheppards Verblüfftheit über Rodneys plötzlichen Mutanfall aus, packte ihn an der Jacke, zog ihn herum, um ihn keine zwei Sekunden später umzuhauen. Der Schlag ging volles Rohr auf seinen Unterkiefer. John schüttelte sich kurz, kniff die Augen zusammen und schlug zurück.

„Hey McKay, warten Sie!!“ Als der Colonel hinter seinem kanadischen Teamkollegen herrennen wollte, musste er feststellen, dass er nicht vom Fleck kam. „Was zur Hölle!?“

Als er unter sich sah, bemerkte er, dass sein Widersacher an seinem Bein hing und er ihn mit viel Aufwand abschütteln musste. „Lästig, diese Fliegen! Geh weg, lass los!“ Er holte aus und wenig später traf seine Faust den Bösewicht erneut, der dann endlich losließ.

McKay konnte das Geld in dem Koffer fast riechen, so nah war er an ihm dran. Al er ihn endlich greifen konnten, riss er ihn mit aller Kraft nach hinten, so dass der Gangster den langen Weg nach auf die Nase fiel.

„Ha! Ich sollte noch viel öfter Chuck Norris – Filme gucken!“ Mit diesen Worten schnappte er sich den Koffer und rannte weiter die Anhöhe hinauf, als er Motorengeräusche oder sowas in der Art vernahm. Wenig später traute er seinen Augen nicht mehr: „Sly Stallone – wie krass! Sheppard! Kommen Sie her – am besten heute noch!“

„Ja ja, sobald ich den Klotz am Bein los bin!“

„Beeilen Sie sich, hier geht die Post ab!“

John schüttelte sich schließlich frei und startete einen Springt den Hang hinauf. Als er endlich oben angekommen war, staunte er nicht schlecht: Sylvester Stallone alias Gabe Walker kettete gerade den sich in der Luft befindlichen Hubschrauber am Berghang fest.

„Ist das nicht cool?“, rief McKay, doch Sheppard konnte seinen Enthusiasmus nicht teilen. „Ich erinnere mich an diese Szene, der Heli macht gleich nen Abgang!“

„Ehrlich, krass!“

„Lassen Sie die – wir müssen den Koffer durchsuchen, ich bin mir sicher, dass da ein Hinweis für uns drin ist!“

„Sie haben Recht, Colonel!“

In dem Moment wurde Rodney von einer Windböe erfasst, die von den Rotorblättern ausgelöst worden war und recht heftig war, weil sich der Hubschrauber so nah über dem Boden befand. Rodney fiel um wie eine Fliege und John konnte gerade noch sehen, wie der Koffer plötzlich durch die Luft wirbelte und genau auf der Abbruchkante landete.

„Oh crap!“, ärgerte sich John, doch es kam noch besser: Keine 10 Sekunden später krachte der Helicopter auf den Boden und rutschte eben über jene Abbruchkante.

„Ich komm mir vor, wie im Film!“

„Das ist ein Film Rodney!“

„Hey, den Typen da im Heli! Den kenn ich!“, brüllte Rodney plötzlich.

„Achja?“

„Ja, das ist ein Prior!“

„Was?“

„Dieser Schauspieler – ich mein diesen Typ, den habe ich schon auf Bildern von SGC Missionen gesehen. Das ist ein Prior!“

„Na, fabelhaft, ob er das wohl weiß?“, antwortete John höchst sarkastisch. In diesem Moment rutschte auch noch Sly über die Kante, da er das Seil, mit dem er den Heli „gefangen“ hatte, an sich befestigt hatte.

„Los, kommen Sie!“, rief John und rannte los.

„Was? Wie? Nein, das können Sie nicht tun! Warten Sie!“ Damit war die ursprüngliche Rollenverteilung John = Held, Rodney = Angsthase, wieder hergestellt.

* * *
Kurz darauf hatten die beiden die Klippe erreicht.

„Ach du meine Güte!“, keuchte McKay, als er einen Blick nach unten riskierte. Da hing auf halber Strecke Sylvester Stallone wie am seidenen Faden und weiter unten der Heli. In dem Wrack sah Rodney den Koffer.

„Verflucht!“ John war mit seinen Gedanken schon einen Schritt weiter – haute die Eishacke in den Boden und überprüfte das Seil.

„Was haben Sie vor?“

„Wir müssen den Koffer holen!“

„Wir? Sie meinen wohl Sie?“

„Wir müssen zusammen auf Stopp drücken, schon vergessen?“

„Ach verdammt! Und was ist mit Sly?“

„Sly ist Rocky, Sly ist auch Rambo, der macht das schon, wir sollten zusehen, dass wir auf uns selbst aufpassen! Los machen Sie schon, der Hubschrauber hängt nicht ewig da an der Wand!“

„Sehr beruhigend!“ Rodney sicherte sich ebenfalls und gemeinsam seilten sich die beiden ab in die Todeszone. Sie hatten keine Zeit zu verlieren, also blieb ihnen nichts anderes übrig, als den Turbo einzuwerfen. Gleichzeitig kamen sie an Gabe Walker vorbei, der eine links, der andere rechts. Der Hauptcharakter, der auch immer noch am Seil hing, sah mehr als verwirrt aus, als John und Rodney an ihm vorbeisausten. Dabei konnte sich Sheppard einen Spruch nicht verkneifen:

„Hey Sly!, cool, Sie zu sehen! Ich wollte Sie schon immer mal treffen! Geiler Film, verdammt geiler Film! Vielleicht können wir uns später mal unterhalten, aber jetzt muss ich gerade mal einen Prior kalt machen!“

Walker sah John mit offenem Mund hinterher. Wer zum Teufel war Sly und was meinte er mit „geiler Film“?

* * *

Wenig später hatten die Atlanter den Helicopter erreicht. Rodney wollte schon hineinklettern, als Sheppard ihn zurück hielt. „Warten Sie, wenn hier zu viel Gewicht drauf kommt, krachen wir mit der Maschine runter wie ein Stein!“

„Ach ja, und wie kommen wir an den Koffer?“

„Ich halte Sie an den Beinen fest und Sie angeln ihn – kopfüber!“

„Wie bitte? Geht’s noch? Ich glaube eher, ich halte Sie fest und Sie angeln ihn!“

„Die Gefahr, dass Sie mich loslassen ist wesentlich höher!“

„Ach, Sie vertrauen mir wohl nicht?“

„Ähm nein! Und jetzt machen Sie schon!“

Rodney war verärgert: „Fein, wenn Sie darauf bestehen, bitte schön!“

McKay drehte sich um, während John sich erneut sicherte. Er hoffe, dass die Eishacke ganz oben am Berg halten würde.

„Ich hoffe, Sie wissen, was Sie tun, Sheppard!“

„Ja ja, schon hundert Mal gemacht, los hopp jetzt! Fertig?“

„Mit den Nerven, ja!“

„Gut, dann los!“

In diesem Moment ließ ich John kopfüber hinunter, was McKay mit skeptischem Blick beobachtete.

„Machen Sie schon Rodney, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit!“

McKay seufzte und kletterte los.

* * *

Wenig später hatte Sheppard McKays Füße fest im Griff, so dass dieser nach dem Koffer fischen konnte. So hing er bald kopfüber im Helicopter. Er langte nach dem Koffer und bekam ihn schließlich auch zu fassen. Freudestrahlend wollte er schon wieder retour klettern, als plötzlich ein Ruck durch den Kanadier ging. Als er seine Besinnung wieder erlangt hatte, musste er entsetzt feststellen, dass John Lithgow, der Schauspieler, den McKay nur als Prior kannte, am anderen Ende des Koffers hing. „Hey Sheppard! Wir haben ein Problem!“

„Ich merke es! Was ist los, haben Sie zugenommen?“

„Nein, aber der Prior hängt am Koffer!“

„Wie bitte!?“

„Der Prior! Dieser Typ hängt am Koffer!“

„Dann schütteln Sie ihn ab!“

Plötzlich ein Ruck am Seil, das John Sheppard sicherte. Das war gar nicht gut. Die Eishacke löste sich, sie konnte keine drei erwachsenen Personen halten. Auch Johns Arme wurden immer länger.

„Lassen Sie bloß den Koffer nicht los!“ John tat, was er konnte, doch dann kam, was kommen musste: Die Eishacke oben am Berg löste sich und alle drei krachten in den, ohnehin sehr instabilen Helicopter, der somit um einige Meter absackte. Es war nur noch eine Frage von Minuten, bis er endgültig in die Tiefe stürzen würde.

Im Hubschrauber rappelten sich die drei Männer wieder auf. Der Prior zerrte am Koffer, was McKay nicht auf sich sitzen ließ und riss zurück. So ging das hin und her, bis kurz darauf der Koffer aufsprang und das ganze Geld und der Hinweis durch die Luft gewirbelt wurden.

„McKay!!!“, schrie John, doch es war zu spät, der Hinweis flatterte langsam durch die Luft, ungreifbar für die beiden Atlanter. Der Bösewicht stand zwischen Rodney und John, als sich der Hubschrauber bewegte.

„Ihr schafft es niemals bis in die Höhle!“, sagte dieser plötzlich.

„Höhle?“

„Euer Schlüssel – der ist in der Höhle!“

In diesem Moment krachte der Helicopter in die Tiefe und riss die drei Männer mit. John und Rodney hatten beide verstanden, dass der Gangster ihnen soeben den Hinweis verraten hatte.

„McKay, springen Sie – bei 3! 1, 2….3!“

Während der Hubschrauber fiel, sprangen sowohl McKay, als auch Sheppard auf den Prior zu und umarmten ihn beide. Dadurch bekamen sie sich an den Händen zu greifen, als John schnell auf die Fernbedienung drückte.

Wenig später wurde der Bildschirm schwarz; sie waren zurück.

Elizabeth staunte nicht schlecht, als sie ihre beiden wichtigsten Männer eng umschlungen auf dem Boden des Labors wieder fand.

„Gentlemen, willkommen daheim!“


Ende
_________________
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Kathi90
Autor


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Etzenricht

BeitragVerfasst am: 07.03.2008, 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Also bei dem Film muss ich passen. Noch nie gesehen und wenn da Stallone mit spielt, werd ich den erst recht net anschauen.

Aber ich fand den Teil wieder richtig gut und sehr Actionreich. Und bei den Sätzen u.a.

Zitat:

„Weil ich hier der Coole bin, Rodney!“, kam prompt die stichelnde Antwort des Colonels.


John seufzte: Ich wünschte, Ronon wäre hier!“

„Wieso das?“

„Der hätte keine Skrupel, Sie zu erschießen!“


„Rodney?“

„Was?“

„Würden Sie bitte von mir runter gehen!“

„Wieso?“

„Weil Sie auf mir drauf liegen!“



Elizabeth staunte nicht schlecht, als sie ihre beiden wichtigsten Männer eng umschlungen auf dem Boden des Labors wieder fand.



Lag ich am Boden
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Kurzgeschichten Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Tags
Humor



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz