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Das Gefängnis, aus dem sie nicht entkommt



 
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Kathi90
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Anmeldungsdatum: 18.09.2007
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BeitragVerfasst am: 09.02.2008, 14:53    Titel: Das Gefängnis, aus dem sie nicht entkommt Antworten mit Zitat

Sucht und Selbstinszenierung: Warum Britney Spears, die meistverfolgte Frau der Welt, ihre tiefe Krise ohne Freunde bewältigen muss.

Der langsame Niedergang von Britney Spears begann als spontane One-Woman-Reality-Show, die wegen des großen Erfolges nie abgesetzt wurde. Die letzten Höhepunkte: als sie mit ihrem Kind auf dem Schoß ohne Gurt durch Los Angeles fuhr; als sie sich den Kopf rasieren ließ; schließlich ihr bizarres Herumgestakse bei den MTV Video Music Awards. Zu ihrem Song "Gimme More" bewegte sie sich, als höre sie ihn zum ersten Mal. Wer ihre Eskapaden in der Klatschpresse verfolgte, konnte noch voraussetzen, sie sei zumindest Komplizin beim zynischen Zurschaustellen ihrer Selbstzerstörung.


Erst seit ihr Ex-Mann Kevin Federline ihr im Oktober das Sorgerecht für die beiden Kinder entziehen ließ und seit ihr am 4. Januar außerdem verboten wurde, ihre Kinder zu besuchen, hat sich der Ton gewandelt.

Die kalkulierte Fütterung der Pressemaschine mit Nicht-Nachrichten, das Mittel, auf das auch andere setzen, die berühmt nur fürs Berühmtsein sind, ist einer nicht mehr kontrollierten öffentlichen Passion gewichen, die in der Popgeschichte ihresgleichen sucht.

Wie ein waidwundes Tier mit rasendem Puls und flackerndem Blick wird Spears von den Paparazzi gehetzt - und ist doch süchtig auf dieses Gejagtwerden, offenbar die letzte Quelle von Befriedigung, die dem zerfledderten ehemaligen Teen-Idol noch bleibt.


Der öffentliche Diskurs kennt indes keine Pietät. Nach ihrem angeblichen Selbstmordversuch vom 30. Januar sind die letzten Hemmungen verschwunden. Die Agentur Associated Press gab zu, bereits den Nachruf von Spears vorzubereiten. Seitdem ist aus der Geschichte vom öffentlichen Niedergang des Stars eine Geschichte von seinem langsamen, öffentlichen Sterben geworden.

Das Schockierende ist, dass diese Tatsache keine Konsequenzen hat für die Praktiken der Paparazzi oder die Erzählformen der Klatschpresse. Auch der Tod ist nur eine Coverstory. Oder, wie es ein vor Spears’ Haus wartender französischer Fotograf formulierte, der fürchtete, die Batterie seiner Kamera werde vor Britney ihren Geist aufgeben: "Wenn die Ambulanz mit dem Body Bag rauskommt - das will man nicht verpassen."


Am 31. Januar wurde "das Paket", so das Codewort, von 20 Polizisten aus ihrem Haus geholt und in die psychiatrische Abteilung des UCLA Medical Center eingewiesen. Am selben Tag ließ ihr früher alkoholabhängiger Vater Jamie sie vorübergehend entmündigen. Die Klatschpresse legte Sonderschichten ein. So wie sonst Boyfriend, Baby, Bauch, Nase, Kleider und Schuhe der Stars diskutiert werden, breiteten Reporter seitenlang Details von Spears’ Leidensgeschichte aus: Die 26-Jährige sei paranoid, bipolar, schizophren, habe Wahnvorstellungen und höre Stimmen. Und sie weigere sich, die Mittel zu nehmen, die ihr helfen sollen, ihre "Vitamine": Lithium, Zyprexa, Zoloft, Effexor, Seroquel und BuSpar.


Auch wie es in der "Hölle" des neuropsychiatrischen Krankenhauses der University of California aussieht, wissen wir nun: "Die Böden sind kalt und aus hartem Linoleum, leicht sauberzumachen, weil die Patienten oft spucken oder auf den Boden machen. In allen Räumen sind Kameras installiert, die Betten sind schmal, mit harten Matratzen.

Das Essen ist wie im Gefängnis (. . .), die Fenster sind aus doppelt dickem Sicherheitsglas, das mit Metallgittern verstärkt ist. Sie lassen sich nur ein paar Zentimeter öffnen, um Fluchtversuche zu verhindern", hat das Magazin Star erfahren. Und ein ehemaliger Patient erzählte: "Nachts wachte ich von den Schreien der Leute auf. Es war grauenhaft."

Schon am 4. Januar war Britney vorübergehend in der Psychiatrie, doch damals bekam sie noch Vip-Konditionen - und war nach 36 Stunden wieder draußen.


Doch auch diesmal hielt sie es nicht lange aus. Bereits am Mittwoch rauschte sie, offenbar gegen den Rat der Ärzte und gegen den Willen der Eltern, in einem neuen Mercedes-Coupé vom Gelände des Krankenhauses. Mit der üblichen wohlinszenierten "Rehab"-Episode, der ritualisierten Einkehr und Reinigung in luxuriöser Umgebung, hatte Spears’ Krankenhausaufenthalt also nichts mehr zu tun, selbst wenn er wohl weniger dramatisch war, als in den Magazinen beschrieben.

Spears, die keinen Manager mehr hat, keine Betreuer, PR-Leute und Gouvernanten, lebt das Hollywood-Leben ohne Skript, auf eigenes Risiko. Wie das aussieht, sah man am Mittwoch.


Direkt vom Krankenhaus kommend, stürzte sie sich unter dem Geknatter der Hubschrauber wieder in das Katz-und-Maus-Spiel mit den Paparazzi, dem sie sich täglich für einige Stunden hingibt. Rangeleien und Unfälle sind dabei an der Tagesordnung.

Und sobald der Verkehr stockt, umringen sie ihren Wagen und quatschen sie durch die offenen Fenster an, bis alle wieder in ihre von den täglichen Verfolgungsjagden verbeulten Autos springen. Nächster Halt: Vielleicht ein 7-11-Laden, eine Mall, ein Supermarkt. Anschließend treffen sich alle im Four Seasons in Beverly Hills, dem Treffpunkt von Reportern, Anwälten, echten und falschen Freunden des Stars - der inoffizielle Marktplatz der Britney-Industrie.
Doch mehr als das scheinbare Kommando über die Paparazzi, die sich von ihrem Straucheln ernähren, ist Spears nicht geblieben. Sie selbst lallt und flucht nur noch, niemand hört ihr zu, andere sprechen für sie. Sie ist wirklich "das Paket".



Und jeder will es alleine besitzen. Hinter den pseudo-spektakulären Bildern von Spears’ Eskapaden tobt ein Machtkampf wie in einem TV-Drama. Eine Figur erscheint zwielichtiger als die andere: Da ist der Trinker-Vater, die überehrgeizige Mutter, der unverantwortliche Ex-Mann, der schmierige Vertraute Sam Lutfi und ihr derzeitiger Freund, der Paparazzo Adnan Ghalib, der eine Fotoagentur um sie herum aufbauen will. Sie alle beschuldigen sich gegenseitig, Spears in den Tod zu treiben, überziehen einander mit Unterlassungsklagen und Drohungen.


Während Spears noch um ihr Leben kämpft, treten schon die Interpreten auf den Plan. Sie feiern ihr "systemdestabilisierendes Verhalten" (taz) als Revolte gegen den Terror der Entertainment-Industrie und bejubeln sie als neue "Punk-Ikone".

Die anderen sehen sie als Schmerzensfrau, die stellvertretend für das Publikum leidet: "Sie will, dass wir wissen, was wir ihr angetan haben", schreibt der Rolling Stone. Und weiter: "Sie ist der Kanarienvogel im Bergwerk, das sichtbarste Symbol für den Exzess der vergangenen Dekade."
Einfach nur krank sein darf man in Hollywood nicht.




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Tags
Britney Spears, TV



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