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Star Wars: Die letzten Jedi


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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 08.10.2007, 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jawoll! Frauen an die Macht - Frauen als Jedi-Meisterinnen! Bin ja schon wieder auf der Höhe und schwenke die Fahne der Emanzipation - einer muß es schließlich tun!

Find ich wirklich gut, daß du die Geschichte jetzt aus ihrer Sicht schreibst (obwohl ich mir vorstellen kann, daß sich das bald wieder ändert). Es bringt ein bißchen Abwechslung in die Gedankengänge. Grinsen mußte ich allerdings, als sie zu Mol'o sagte, er solle die >Kinder< in sein Raumschiff bringen. Daß da zwei nicht noch lauter protestiert haben, wundert mich, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß die beiden so vernünftig sind. Kam richtig klasse *grins*.

Freu mich schon auf die Fortsetzun - und Auflösung. Wie hat der Sith es denn jetzt geschafft, Obi-Wan gefangenzunehmen?
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 08.10.2007, 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: Finde ich auch, deshalb auch meine Jedi-Meisterin. Wie es weitergeht erfährst du jetzt.

Teil 7: Jedi-Meister


Als Obi-Wan auf die Straße trat, sah er sich erst einmal vorsichtig um. Er ließ die Macht fließen und benutzte sie, um zu erfahren, ob er verfolgt wurde. Er spürte nichts mehr. Zu seinem erstaunen war auch die dunkle Aura von Carn Dúm verschwunden. Wie war das möglich? Wenn er sich darauf konzentrierte, sollte er Carn Dúm fühlen können. War es denkbar, dass Dúm sich abkapseln konnte?

Das würde dann bedeuten, dass er dessen Annäherung nicht mehr spüren konnte. Eine neue Gefahr, die Obi-Wan nicht ignorieren durfte. Der Jedi versucht sich zu orientieren. Er musste den Raumhafen finden, wo der Drache gelandet war. Er hoffte, dass die Freunde dort schon unversehrt eingetroffen waren.

Obi-Wan warf einen Blick nach oben. Das Gebäude, durch das er den Erdboden erreicht hatte, war vielleicht zweihundert Meter hoch. Es machte nicht mehr den besten Eindruck und hatte seine guten Tage wohl schon lange hinter sich. Seine Flucht hatte ihn demnach in eine heruntergekommen Wohngegend geführt. Das bedeutete auch, dass er von den Bewohnern keine Hilfe erwarten durfte. Die Einwohner würden sich bestimmt aus jedem Ärger heraushalten. Er musste sich in ein besseres Wohngebiet begeben, wo er auch ein Lufttaxi finden konnte, dass ihn zum Raumhafen bringen würde.

Da er keine Ahnung hatte, wo er den Raumhafen suchen musste, nahm er die Macht zu Hilfe. Er suchte einfach nach größeren Ansammlungen von Lebewesen. Hier waren die meisten Bewohner auf sich alleine gestellt und die Konzentration der Macht war nur schwach. Eine größere Zusammenballung der Macht fand er im Norden, etwa einen Kilometer entfernt. Ein großer Platz vielleicht, wo er das benötigte Taxi finden konnte. Also beschloss er dorthin zu gehen.

Ein kalter Wind fegte durch die Gassen. Der Jedi-Meister schlang seinen Mantel fester um sich und zog die Kapuze dichter in sein Gesicht. Er wollte auf keinen Fall erkannt werden. Sicher gab es auch hier Steckbriefe von ihm. Jeder Kopfgeldjäger würde hinter ihm her sein. Und er konnte nicht jeden mit der Macht manipulieren, der ihn gesehen hatte. Eine halbe Stunde wanderte er so nach Norden und nützte jede Deckung aus. Während des Marsches hatte er Zeit nachzudenken.

Yun-Jin kam ihm sofort wieder in den Sinn. Ihr Anblick hatte ihn geschockt. Nie im Leben hatte er damit gerechnet, sie wieder zusehen. Die alten vergrabenen Gefühle waren erneut zum Vorschein gekommen. Als Yun-Jin auf ihn zulief, hatte er eigentlich ihre Umarmung erwidern wollen, doch etwas hatte ihn davon abgehalten. Alle Lebewesen die er liebte starben oder hatten sich von ihm abgewandt. Das wollte er nicht noch einmal erleben. Also ignorierte er die starken Gefühle und gab sich ihr gegenüber als gleichgültig.

Yun-Jin schien das gespürt zu haben, denn sie versuchte es nicht nochmals. Doch jetzt kamen ihm Zweifel, ob er richtig gehandelt hatte. Seine Freunde waren tot, doch das Leben ging weiter. Und sie gehörten zu den letzten Jedi in dieser Galaxis. Sie mussten dafür sorgen, dass der Orden weiter existierte. Das bedeutete aber, dass Yun-Jin und er sich wieder trennen mussten. Er wollte zu Luke nach Tatooine zurückkehren, Yun-Jin aber musste nach Eradan. Sie würden erneut Lichtjahre von einander getrennt werden. Da war es besser, die Gefühle nicht nochmals aufflammen zu lassen und lieber noch tiefer zu vergraben. Obi-Wan wurde immer verwirrter und beschloss die Sache ruhen zu lassen und einfach auf sich zu kommen zu lassen. Im Moment sollte er sich auch lieber darauf konzentrieren heil aus dieser Sache heraus zu kommen.

Er richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf das Geschehen. Hin und wieder traf er auf andere Lebewesen, doch auch diese wollten nicht erkannt werden, denn sie wichen ihm ebenfalls aus. Das konnte Obi-Wan nur recht sein. Plötzlich blieb er stehen! Eine Zusammenballung der Macht erreichte ihn. Zuerst befürchtete er, dass es Carn Dúm sein könnte, doch dann bemerkte er, dass die Ausstrahlung positiv war. Das konnten nur seine Freunde sein. Eifrig ließ auch er die Macht fließen und erfasste schnell, wer da nach ihm suchte: Yun-Jin!

Obi-Wans Herz fing an schneller zu schlagen und ließ die Jedi-Meisterin wissen, dass es ihm gut ging und wo er sich ungefähr befand. Yun-Jin ließ ihn wissen, dass sie bald bei ihm sein würde.

Das Energienetz, welches sich plötzlich über ihn senkte, bemerkte er zu spät. Er hatte sich zu sehr auf Yun-Jin konzentriert, so dass er nicht bemerkt hatte, wie sich die Macht gegen ihn wandte. Carn Dúm hatte es verstanden seine Aura zu verbergen und Obi-Wan in eine Falle zu locken.

Der Jedi war zu selbstsicher. Carn Dúm hatte von seinem Meister gelernt seine Aura zu verbergen und hatte den Jedi in eine Falle tappen lassen. Dúm hatte die Macht konzentriert und Obi-Wan getäuscht. Er war nicht auf eine größere Ansammlung von Lebewesen zugelaufen, sondern direkt in seine Falle, die er in einer engen Gasse aufgestellt hatte.

Nachdem der Jedi geflohen war, hatte er sofort einige von seinen Leuten gerufen, die die Falle aufgestellt hatten. Es handelte sich dabei aber nur um den ersten Teil einer noch größeren Falle. Die dunkle Macht war stärker, als Kenobi sich das vorstellen konnte. Mit ihrer Hilfe hatte er den Flüchtenden schnell gefunden und in die Irre geführt. Seine Leute lauerten auf den Dächern über der engen Gasse und warteten auf sein Zeichen. Als Kenobi die Gasse betrat, schnappte die Falle zu.

Das Energienetz senkte sich über Kenobi, als dieser einen Moment abgelenkt erschien. Bevor Kenobi reagieren konnte, traf ihn der Energiestrahl und das Netz umwickelte seinen Körper und gab bei jeder Bewegung des Opfers einen Energiestoß ab. Daraus konnte sich auch der stärkste Jedi nicht befreien.

Mit einem eindrucksvollen Satz sprang Dúm vom Dach, vollführte in der Luft einen Salto und kam elegant auf den Füßen auf, direkt vor dem hilflosen Jedi-Meister.

„Obi-Wan Kenobi, willkommen!“ Der Hohn sprach aus Dúms Worten. „Du bist genau in meine Falle getappt. Oder hast du etwa angenommen, mir entkommen zu können? Das hat noch niemand geschafft. Ich bin der Beste!“

Der Jedi-Meister war wütend auf sich selbst. Und die angeberischen Worte erinnerten ihn daran, dass Anakin oft ähnliches gesagt hatte. Bei Anakin hatte er meistens großzügig darüber hinweg gesehen, auch wenn sie ihn hin und wieder besorgt gemacht hatten. Doch er hatte nie angenommen, dass sein Schüler so weit gehen würde, ein Sith-Lord zu werden. Und nun sprach Dúm im gleichen Tonfall zu ihm. Doch was konnte er tun? Er war in diesem Energienetz gefangen, dass ihm bei jeder Bewegung einen Stromstoss versetzte und damit dem Sith hilflos ausgeliefert. Trotzdem dachte er nicht daran aufzugeben. Das würde er niemals tun.

„Deine Einbildung ist noch größer als deine Arroganz“, antwortete Obi-Wan in ruhigem Tonfall. Auf keinen Fall wollte der dem Sith zeigen, wie innerlich aufgewühlt er war.

Carn Dúm hob die Hand und Obi-Wan fühlte, wie sich das Energienetz zusammenzog und ihm dabei einen gewaltigen Stromschlag versetzte und ihm die Luft aus den Lungen trieb. Er konnte kaum noch atmen.

„Ich kann das Netz so zusammen ziehen, dass du nicht mehr atmen kannst, Jedi! Also reize mich nicht. Der Imperator und Lord Vader wollen dich zwar lebend, doch sie haben mir nicht verboten, dich vorher etwas zu quälen. Und ich kann sehr einfallsreich sein.“ Er zog das Netz noch enger zusammen, bis Obi-Wan halb bewusstlos in dem Netz hing. Erst dann ließ der Sith ihm etwas mehr Luft zum Atmen.

Obi-Wan atmete tief durch und versuchte die Macht zu Hilfe zu nehmen, doch das Energienetz schnitt ihn von der Energie ab. Er hörte das gemeine Lachen von Carn Dúm wie durch einen Schleier. Plötzlich klangen Blasterschüsse auf und er hörte wie Dúms Lachen sich in einem wütenden Schrei entlud. Weitere Schreie und Blasterschüsse waren zu hören. Stimmen schrieen durcheinander. Da fühlte Obi-Wan wie etwas ihn packte, in die Lüfte hob und einfach mitriss. Er wurde gegen eine Mauer geschleudert und konnte einen Schmerzensschrei nicht unterdrücken, als er mit der linken Schulter heftig gegen die Wand prallte, erneut mitgerissen wurde und nach oben gezogen wurde.

Hände packten ihn ohne Rücksicht auf Stromschläge und seine verletzte Schulter an den Armen und zerrten ihn in einen schwebenden Speeder. Das Energienetz wurde entfernt und so knallte er neben dem Sitz mit dem Gesicht nach unten auf den Boden des Speeders.

Der Speeder beschleunigte im nächsten Augenblick so stark, dass sein Gesicht auf den Boden gepresst wurde. Mit Mühe schaffte er es schließlich sich aufzurichten und in eine etwas würdigere Position und schwer atmend in den Sitz fallen zu lassen. Erst jetzt hatte er Zeit den Piloten anzusehen.

„Yun-Jin!“

Die Frau blickte ihn verlegen lächelnd an, während ihr langes Haar im Wind wehte. „Entschuldige, dass ich dich so unsanft in den Speeder holen musste. Bist du verletzt?“

Obi-Wan hielt sich die schmerzende Schulter. „Ich fürchte sie ist ausgekugelt. Jemand hat mich sehr unsanft gegen eine Mauer geschmettert.“

„Ich konnte darauf leider keine Rücksicht nehmen, denn ich war zu sehr damit beschäftigt, dich aus der Klemme zu holen.“

Das war Obi-Wan natürlich klar. Erneut entflammte sein Herz, als er sie so ansah. Er sah zurück. Von Verfolgern war nichts zu sehen. „Ich danke dir, aber das war verrückt. Du hast in ein Energienetz gegriffen. Und sicher auch Schläge abbekommen.“

„Nur kleine und die waren es wert, dich zu retten“, Yun-Jin sah Obi-Wan an. Sah er denn nicht, wie es um sie stand? Warum sagte er denn nichts?

„Damit schulde ich dir mehr als mein Leben. Wie hast du das geschafft?“ war jedoch alles, was er erwiderte.

Yun-Jin seufzte innerlich auf. „Der Sith war mehr damit beschäftigt anzugeben, als aufzupassen. Seine Leute ebenso. Und die Überraschung war auf meiner Seite. Ich habe sie etwas durcheinander gewirbelt und dich dann mit meinem Wurfseil eingefangen und einfach hochgezogen.“

„Schaffst du es zum Raumhafen? Wir müssen den Planeten auf der Stelle verlassen. Sind die Padawane schon dort.“

„Wenn dein Mol’o zuverlässig ist, dann ja.“

„Er ist es.“

„Dann sind sie dort. Dort vorne ist auch schon der Raumhafen.“

Schon von weitem war der Raumhafen mit den vielen Schiffen zu erkennen. Während des Fluges konzentrierte sich Obi-Wan auf die Macht und ließ sie in die Schulter fließen. Die Selbstheilkraft des Jedi setzte sofort ein und linderte den Schmerz etwas. Es würde jedoch nichts daran ändern, dass die Schulter ausgekugelt war und wieder eingerenkt werden musste. Das konnten sie jedoch im Raumschiff erledigen. Zumindest waren die Schmerzen jetzt erträglicher.

Yun-Jin setzte den Speeder vor dem Goldenen Drachen ab. Die Rampe war heruntergelassen und sie sahen Mol’o dort stehen. Er winkte ihnen zu, als der Speeder landete.

„Meister Kenobi! Meisterin Thon, endlich!“ begrüßte er sie mit hochblauem Gesicht. „Die Kinder wären fast aufgebrochen, um nach euch zu suchen. Ich konnte sie nur mit Mühe davon abhalten.“

„Mach den Drachen Abflugbereit, Mol’o!“ rief Obi-Wan ihm zu. „Ich fürchte, wir werden verfolgt.“

Mol’o verschwand im Schiff, während Yun-Jin elegant aus dem Speeder sprang. Obi-Wan folgte ihr etwas langsamer. Die Schulter schmerzte wieder stärker. Sie ließen den Speeder einfach stehen und liefen die Rampe hinauf. Yun-Jin ließ die Rampe hochfahren und lief in die Pilotenkanzel, wo Mol’o schon den Antrieb gestartet hatte und auch sonst das Schiff startklar machte.

„Die Raumbehörde fragt an, warum wir den Antrieb ohne Genehmigung hochfahren“, wandte sich Mol’o schließlich an die Jedi.

Hinter der Meisterin tauchten Obi-Wan und die beiden Padawane auf.

„Ignorieren!“ befahl Yun-Jin. „Starte einfach. Versuch nur einen Zusammenstoß mit einem anderen Raumschiff zu vermeiden. Wenn wir nicht sofort abheben, befürchte ich, dass wir nicht mehr weg kommen. Der Sith braucht nur Obi-Wans Identität bekannt zu geben und auch, dass noch mehr Jedi an Bord sind. Wir sind schließlich Vogelfreie in der Galaxis.“

„Wir können sofort starten“, sagte Mol’o.

„Dann los!“

Der Twi’lek ignorierte die Proteste der Raumflugbehörde und hob ab. Der Drache machte seinem Namen alle Ehre, als er langsam nach oben schwebte und schließlich die obere Atmosphäre und bald darauf den Weltraum erreichte.

„Wir werden verfolgt“, sagte Mol’o, der den Luftraum überwachte.

„Damit mussten wir rechnen“, entgegnete Yun-Jin.

„Es kann gleich etwas holprig werden“, sagte Mol’o. „Ich empfehle, dass ihr euch alle setzt und anschnallt oder euch zumindest gut festhaltet.“

Da griffen die Schiffe an.


Fortsetzung folgt
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Upps, da hätte ich doch fast was übersehen! Und ich hab mich schon gewundert, daß kein neues Kapitel gepostet wird -> peinlich, peinlich!!!

Wow, das war ja ... Obi-Wan von einem Energienetz gefangen. Irgendwie fand ich die Vorstellung süß *grins*. So ein schnuckeliger Ewan McGregor in einem ... *räusper* Woran denke ich denn wieder *schäm*!

Hihi, und dann mußte er von einer FRAU (!!!) gerettet werden. Irgendwie empfinde ich diese Vorstellung sehr erheiternd und ich frage mich, was wohl die alten Chauvi-Jedi dazu gesagt hätten *grins*. Irgendwie hab ich das Gefühl, deren Stolz wäre ZIEMLICH geknickt gewesen ...

Und jetzt sind sie auf der Flucht. Na, da wird sicher noch einiges spannende passieren. Jetzt darfst du auch unbesorgt weiterposten *zwinker*. So schnell übersehe ich ein neues Kapitel nach diesem Schreck sicher nicht mehr.

Freu mich schon!!!
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Hyndara, dein Wunsch ist mir Befehl.
Ja, das habe ich mit Absicht gemacht, eine Frau den großen Jedi retten zu lassen. Die anderen Jedi haben ja indirekt ihre Strafe für ihre Unbeweglichkeit erhalten.

Und nun geht es weiter.


Teil 8: Flucht

Der erste Laserstrahl schoss an ihnen vorbei, als die verfolgenden Schiffe das Feuer auf sie eröffneten, doch der Drache besaß die besten Schutzschilde, die man zur Zeit erwerben konnte. Bail Organa hatte für ihre Sicherheit gesorgt. Zwar wurde das Schiff bei jedem Treffer durchgeschüttelt, doch die Schilde hielten ohne Mühe stand.

„Festhalten! Ich habe den Sprung durch die Lichtmauer programmiert. Es geht los … jetzt!“ rief Mol’o.

Das Schiff sprang in den Hyperraum und die Verfolger hatten das Nachsehen. Es war bei der Größe des Weltalls unmöglich ihren Standort zu ermitteln, ohne die genauen Koordinaten zu kennen. Mol’o änderte während ihrer Flucht viermal den Kurs, um sicher zu gehen, dass sie ihre Verfolger abgehängt hatten.

Jetzt hatten sie endlich Zeit sich erleichtert in die Arme zu fallen. Als Didra glücklich Obi-Wan umarmte, verzog dieser schmerzerfüllt das Gesicht.

Didra ließ ihn sofort los. „Meister, Ihr seid ja verletzt!“

Obi-Wan warf Yun-Jin einen gespielt bösen Blick zu. „Das habe ich Meisterin Thon zu verdanken. Ihr Rettungsversuch hätte mich fast umgebracht.“

„Rettungsversuch? Undank ist der Weltenlohn“, meinte Yun-Jin beleidigt. Natürlich meinte sie es nicht ernst, sondern ging auf Obi-Wans Scherz ein.

Didras und Dains Blicke gingen von einem zum anderen, bis sie begriffen, dass die beiden Meister sie auf den Arm nahmen.

Didra stemmte ihre Arme in die Hüften und blickte sie empört an. „Meister Kenobi, dass ist nicht witzig. Ihr seid verletzt und Eure Schulter muss behandelt werden.“

„Sie muss eingerenkt werden, Padawan“, korrigierte Obi-Wan sie.

„Da kenne ich mich aus“, sagte Dain. „Ich habe auf der Flucht in der Medostation auf einem kleinen Planeten gearbeitet. Dort lebten hauptsächlich Farmer. Da musste ich öfters Schultern einrenken.“

„Dain würde einen guten Heiler abgeben“, bestätigte Meisterin Thon. „Er ist sehr begabt dafür. Wir konnten seine Talente schon mehrmals gebrauchen. Du bist bei ihm in guten Händen.“

„Na schön! Dann beeile dich, Padawan!“ Obi-Wan biss die Zähne zusammen, als er die schmerzhafte Prozedur über sich ergehen lies. Doch er konnte Yun-Jin nur zustimmen. Dain verstand es sehr gut seine Schulter einzurenken. Schließlich brachte er ihm noch eine Schlinge. „Ihr müsst den Arm die nächste Zeit schonen, Meister“, empfahl er dann.

„Ich danke dir, Padawan. Und ich werde deinen Rat befolgen, sofern die Umstände es zulassen. Denn ich denke nicht, dass damit alles schon vorbei ist.“

„Wie meinst du das?“ fragte Yun-Jin.

„Es ist nur so eine Vorahnung. Eine Warnung der Macht.“ Er wandte sich an Mol’o. „Überprüfe, ob wir verfolgt werden.“

Mol’o sah den Jedi-Meister überrascht an, führte seine Anweisung aber wortlos aus. Eine Zeitlang herrschte Ruhe, während Mol’o die Anzeigen der Reihe nach gründlich überprüfte. Er erschrak, als er schließlich etwas entdeckte. Obi-Wan hatte Recht. „Wir werden verfolgt!“

Mit einem Satz waren Obi-Wan und Yun-Jin neben ihm. Der Jedi war alles andere als glücklich, weil sich seine Vorahnung bestätigte.

„Wie kann das sein? Du hast viermal den Kurs verändert“, sagte Yun-Jin.

„Und doch folgt uns ein Schiff in sicherem Abstand. Ohne Eure Anweisung hätte ich es nie entdeckt. Es ist so vorsichtig, dass ich denke, dass es uns nicht angreifen will, sondern einfach nur unseren Kurs verfolgt.“

„Sie müssen einen Peilsender installiert haben“, mischte sich Dain Baran ein.
Alle sahen den Padawan an.

„Wie und wann?“

„Der Sith!“ sagte Obi-Wan. „Er hat die ganze Zeit mit uns gespielt. Er war nicht darauf aus mich zu fangen, sondern wollte, dass wir entkommen.“

„Aber warum nur?“ fragte Didra.

„Sie wollen wissen, wohin wir fliegen“, nahm Obi-Wan an. „Vielleicht haben sie Gerüchte von Eradan gehört und wollen wissen ob es den Planeten gibt. Und wenn, seinen Standort herausfinden.“

„Aber dann ist auch Senator Organa in Gefahr“, rief Mol’o besorgt aus. „Wir müssen ihn warnen.“

„Das ist nicht sicher“, meinte Obi-Wan. „Bail sagte mir, dass niemand die Spur des Drachen zurück nach Alderaan und damit zu ihm verfolgen kann. Der Sith hat nur darauf gewartet, dass irgendjemand die drei Jedi retten will. Wahrscheinlich hat er mich bei meiner Ankunft sofort erkannt, doch er ließ mich in dem Glauben, dass ich ihn überlistet hätte. In meiner Arroganz habe ich das nicht bemerkt. Zu meiner Schande erkenne ich, dass ich nicht viel besser, als die Sith bin, was Überheblichkeit angeht. Dann ließ er einen Peilsender im Drachen unterbringen und spielte uns etwas vor, indem er uns entkommen ließ.“

„Meister“, sagte Didra. „Ihr seid nicht Überheblich.“

„Ich danke dir für deine gute Meinung, Padawan, doch ich erkenne, dass ich noch viel lernen muss.“

Der beste Weg zur Weisheit und Erkenntnis, mein junger Padawan.

Jetzt war Obi-Wan sicher, dass er Qui-Gons Stimme hörte. Vielleicht waren die Übungen, die ihn Yoda machen ließ, doch nicht umsonst gewesen.

Sehr richtig, Padawan! Die Gefahr hat die Macht in dir noch stärker fließen lassen. Du bist nun sensibel genug, meine Stimme hören zu können. Bisher bin ich nur selten zu dir durchgedrungen. Es wird nun nicht mehr lange dauern, dass du mich auch sehen kannst.

Das würde mich freuen, Meister, denn ich vermisse Euch sehr. Nicht nur Eure Gesellschaft, sondern auch Euren Rat. Ihr seid ohne Zweifel ein viel besserer Jedi, als ich es je sein werde. Und ich habe Euch enttäuscht. Ich habe Anakin an die dunkle Seite verloren.

Du darfst dir deswegen keine Vorwürfe machen, Obi-Wan. Auch ich hätte den Jungen nicht retten können. Anakin hat selbst gewählt. Und ich habe mich auch darin geirrt, dass er der Auserwählte ist. Er ist darin verwickelt, ohne Zweifel, doch erst sein Sohn Luke wird die Prophezeiung wahr werden lassen. Und was meine Weisheit angeht: warst du es nicht, der mich vor Anakin warnte? Du wollest ihn nicht ausbilden. Nur dein mir gegebenes Versprechen war der Grund, warum du es doch getan hast. Ich hätte damals auf dich hören sollen.

„Obi-Wan!“ Die Stimme riss ihn grob aus der Unterhaltung mit seinem Meister. Verwirrt blickte er in das besorgte Gesicht von Yun-Jin. „Geht es dir gut? Du warst ganz geistesabwesend.“

„Ich hielt gerade stille Zwiesprache mit meinem alten Meister. Mach dir keine, Sorgen, es geht mir gut“, sagte er, als er Yun-Jins verwirrten Gesichtsausdruck bemerkte. „Mein alter Meister Qui-Gon Jinn hat gelernt, die Macht zu beherrschen. Er lebt nun in der Macht und kann mit mir Kontakt aufnehmen. Meister Yoda hat mir diese Technik beigebracht.“

„Das ist außergewöhnlich“, meinte Yun-Jin. „Ich habe noch nie davon gehört.“

„Niemand außer Qui-Gon und Meister Yoda besitzt diese Fähigkeit der Macht. Und wie es scheint, habe ich sie nun auch gelernt.“

„Kannst du es mir lernen?“

Obi-Wan schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. „Du willst mein Padawan werden?“
„Man ist nie zu alt, um etwas dazu zu lernen.“

Wie wahr das ist, dachte Obi-Wan. Laut sagte er: „Es braucht viel Geduld und Übung.“

„Das ist etwas, dass wir auf Eradan in Massen haben werden.“

„Was uns zurück zu unserer Lage bringt. So lange wir diesen Verfolger haben, dürfen wir Eradan nicht anfliegen.“

„Du hast meine Frage nicht beantwortet, Obi-Wan.“

„Ich werde es dich lehren.“

„Was machen wir nun, Meister?“ fragte Dain.

„Wir erledigen sie.“

„Wie?“ wollte Mol’o wissen.

„Mit List, Tücke und der Hilfe der Macht“, erklärte Obi-Wan. „Wir täuschen sie. Sie ahnen nicht, dass wir wissen, dass sie uns verfolgen. Gibt es einen geeigneten Planeten in der Nähe?“

Mol’o suchte die Datenbank des Schiffes ab. Schließlich glaubte er etwas gefunden zu haben. „Zehn Lichtjahre von hier entfernt gibt es eine Dschungelwelt.“

„Sie sollte nach Möglichkeit unbewohnt sein“, meinte Obi-Wan. „Wir dürfen keine anderen Lebewesen in Gefahr bringen.“

„Die Welt wurde vor hundert Jahren von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Die Überlebenden haben ihre Welt verlassen. Es gibt aber verlassene Bunker. Also ein geeignetes Versteck für Flüchtlinge.“

„Das ist ausgezeichnet“, sagte Yun-Jin. „Unsere Verfolger besitzen bestimmt die gleichen Informationen. Sie nehmen uns ab, dass es hier ein Versteck der Jedi gibt.“

„Und wir gefährden niemanden“, meinte Didra. „Wir verstecken uns, suchen den Peilsender und versuchen dann unbemerkt zu fliehen.“

„Ungefähr, mein Padawan“, sagte Yun-Jin. „Doch ich denke, Meister Obi-Wan hat noch mehr vor.“

„Ich bin sicher, dass Carn Dúm in dem Raumschiff ist. Wir werden ihn töten.“

„Du willst einen Sith-Lord töten?“ fragte Yun-Jin fassungslos.

„Wie ihr wisst, habe ich schon zwei Sith getötet und auch schon mit Dúm gekämpft.“
„Aber vorhin hast du gemeint, dass er hat dich gewinnen lassen. Du weißt nicht, wie stark er in Wirklichkeit ist.“

„Ich kann ihn besiegen. Ich fürchte die Sith nicht mehr so, wie am Anfang. Furcht hindert einen daran, alle seine Fähigkeiten voll einzusetzen. Deshalb werde ich mich nicht mehr von der Furcht führen lassen. Die Macht wird mir helfen. Die dunkle Seite ist nicht stärker, sie ist nur bequemer und einfacher.“

„Na schön, dann suchen wir uns einen geeigneten Landeplatz und locken den Sith an. Drehen wir den Spieß um. Und du brauchst nicht alleine zu kämpfen. Ich bin auch noch da.“

„Wir ebenfalls, Meister und Meisterin!“ riefen die beiden Padawane.

„Ihr seid nicht bereit, gegen einen Sith zu kämpfen.“

„Wir wollen es aber, und diesmal werden wir uns nicht verstecken. Wir sind noch keine Meister, aber wir sind gewillt es zu werden.“

Obi-Wan sah die beiden jungen Leute an. Dann musste er daran denken, dass auch er noch ein Padawan gewesen war, als er sich mit Qui-Gon Darth Maul gestellt hatte. Seinen Meister hatte dieser Kampf das Leben gekostet, doch er hatte Darth Maul schließlich besiegt. „Nun gut, Kinder! Ihr dürft uns helfen.“

„Danke, Meister!“ riefen beide wie aus einem Mund. „Wir werden euch nicht enttäuschen.“

Mol’o hatte währenddessen den Kurs zu dem Planeten eingegeben. „Wir springen jetzt durch die Lichtmauer. Macht euch bereit.“

Wenig später verschwand der Drache erneut im Hyperraum. Das sie verfolgende Schiff konnte sie jedoch mühelos mit Hilfe des Peilsenders orten und ihren neuen Kurs berechnen.



Carn Dúm stand selbstgefällig auf der Brücke des Schiffes und genoss es die Jedi, die glaubten, einen Sith besiegt und überlistet zu haben, doch noch hereingelegt zu haben. Kenobi würde ihm nicht entkommen. Dieser Jedi-Frau war es zwar gelungen den Jedi-Meister zu befreien, aber er hatte aus der Not einfach eine Tugend gemacht und seinen Plan umgeändert. Die drei anderen Jedi und zusätzlich die ganze Jedi-Brut auf ihrem geheimen Planeten, würden ebenfalls bald in den Händen der Sith sein. Keiner konnte ihnen entkommen. Sie waren zu mächtig.

Mit sich selbst zufrieden befahl der Sith seiner Mannschaft den Jedi zu folgen.


Fortsetzung folgt
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 10.10.2007, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hihi, wenn der wüßte ... *grins*

Hast du klasse gemacht, wie sie herausfinden, daß sie verfolgt werden und dann Obi-Wan seinen Plan ausheckt. Da freut man sich doch gleich mit *Händereibt*.

Allerdings habe ich die Befürchtung, daß es so einfach denn doch nicht werden wird ... Sith sind link - und dieses Exemplar scheint mir da besonders link zu sein *schluck*.

Hoffentlich kommen da unsere fünf Helden relativ heil heraus ...

Na harre ích jetzt mal ungeduldig der Fortsetzung *bibber* ...
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 11.10.2007, 10:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: Die Sith halten sich oft halt doch für schlauer, als sie sind. Wie es weitergeht erfährst du jetzt.

Teil 9: Pelóri


Der Name des Planeten lautete Pelóri. Die echsenartigen Bewohner hatten zufrieden in ihren Städten gelebt, bis Erdbeben und riesige Springfluten ihren Lebensraum vor hundert Jahren zerstört hatten. Der Einschlag eines Meteors war Schuld gewesen.

Zuerst hatten sich die Pelóri in Höhlen und Bunker zurückgezogen, doch schließlich hatten die Überlebenden aufgegeben und sich von der Republik evakuieren lassen. Einige der Bunker- und Höhlenanlagen waren in der Datenbank des Drachen aufgeführt. Zu einer dieser Anlagen wollten sie fliegen. Der Sith würde annehmen, dass sich die Jedi in den Bunkern und Höhlen versteckten. Aber diesmal würde der Sith in die Falle der Jedi laufen.

Als der Drachen in die Atmosphäre des Planeten eindrang und in geringer Höhe über die Oberfläche flog, konnten sie das Ausmaß der Zerstörung sehen. Die Natur hatte in den vergangenen Jahren ihren Platz zurückerobert. Viele ehemalige Küstengebiete waren überflutet worden. Hier und da ragten noch die oberen Stockwerke der Hochhäuser aus dem Wasser. Ein deprimierender Anblick.

Im Landesinneren dagegen hatte der Dschungel die zerstörten Städte überwuchert. Viele Gebäude waren durch die Erdbeben und Fluten eingestürzt, andere standen noch, total überwuchert von Schlingpflanzen und anderen Gewächsen, so dass sie kaum noch als Gebäude zu erkennen waren.

„Das ist ja furchtbar“, sagte Didra. Sie stand am großen Fenster in der Pilotenkanzel und starrte entsetzt auf das Bild der Zerstörung.

Die Stadt unter ihnen musste eine der größten Städte der Pelóri gewesen sein, da sie schon eine geraume Zeit über die zerstörten Gebäude flogen.

„Hier gibt es einen Eingang zu einer großen Bunkeranlage. Dies war einst die Hauptstadt der Pelóri“, erklärte Mol’o.

Das erklärte die Größe der Stadt.

„Kannst du den Eingang finden?“ fragte Yun-Jin.

„Seht ihr das runde Gebäude vor uns, dass wie ein Turm aussieht? Das war das Regierungsgebäude. Sofern die Aufzeichnungen stimmen“, erklärte Mol’o.

„Sehen wir einfach nach“, schlug Obi-Wan vor.

Der Twi’lek suchte nach einem geeigneten Landeplatz. Vor dem Turm gab es eine große freie Fläche, die jetzt von Pflanzen überwuchert war. Hier konnte der Drache gut landen. Mol’o setze das Schiff erschütterungsfrei auf und fuhr die Rampe aus.

Nacheinander verließen sie das Schiff und gingen auf das hohe Gebäude zu. Mol’o ließ die Rampe wieder hochfahren und sicherte das Schiff. Er wollte nicht, dass die Verfolger sein Schiff betreten konnten.

Obi-Wan schätzte den Durchmesser des Rundbaus auf sechzig und die Höhe auf zweihundert Meter. Die Konstruktion schien noch unversehrt zu sein, doch von den Fenstern war kaum eines unbeschädigt. Tiere und Vögel hatten das Gebäude inzwischen als Wohnsitz eingenommen. Das, was sie suchten, befand sich jedoch unter der Erde.

„Seid vorsichtig, wenn ihr das Gebäude betretet“, ermahnte Obi-Wan sie. Gleichzeitig suchte er mit Hilfe der Macht nach möglichen Gefahren.

Der Eingangsbereich war von Pflanzen, Geröll und einigen, auf Anhieb nicht erkennbaren Gegenständen, blockiert. Die Jedi und Mol’o bahnten sich vorsichtig einen Weg durch den Raum. Die Decke des ersten und des zweiten Stockes war eingestürzt, was die vielen, im Raum herumliegenden und überwucherten Durastahlblöcke erklärte.

Die Macht war dem Jedi-Meister eine große Hilfe, als er den Raum nach Hohlräumen absuchte. Den Eingang zu den Bunkeranlagen fanden sie jedoch nicht.

„Hier gibt es nichts“, sagte Dain enttäuscht. Er blickte die beiden Meister fragend an. „Sollen wir ein anderes Gebäude absuchen.“

„Es muss hier sein.“ Der Twi’lek war sich sicher, da er alle Aufzeichnungen im Raumschiff genau studiert hatte.

„Du musst nicht so schnell aufgeben, Padawan“, sagte Yun-Jin. „Lass die Macht durch dich strömen und suche weiter.“

Mol’o sah die Jedi unauffällig an. Ihren Glauben an die Macht konnte er nicht nachvollziehen. Bisher hatte er nie etwas mit Jedi und dieser seltsamen Macht zu tun gehabt, denn seine Schwester war nie nach Hause gekommen. Der Twi’lek hatte das am Anfang bedauert, doch sich später damit abgefunden. Als er von ihren Heldentaten hörte, begann er stolz auf seine Jedi-Schwester zu werden. Deshalb war er traurig und wütend zugleich gewesen, als er von Nikas Tod erfahren hatte, denn an einen Verrat der Jedi hatte er nie geglaubt. Im Gegenteil, seine Schwester und alle anderen Jedi waren auf das Schmählichste verraten worden. Von Bail Organa war er dann über die wahren Hintergründe aufgeklärt worden. Er hatte dem Vizekönig sofort seine Hilfe angeboten.

Und je länger er mit den Jedi zusammen war, desto mehr bewunderte er sie. An dieser seltsamen Macht musste mehr dran sein, als er bisher angenommen hatte. Mol’o sah wie Meister Kenobi plötzlich stehen blieb. Er schien auf etwas zu lauschen. Doch so sehr Mol’o auch horchte, er hörte nichts. Obi-Wan schien sich jedoch sicher zu sein. Ohne zu zögern schritt er auf eine Wand zu und fuhr mit der Hand darüber. Meisterin Thon gesellte sich zu ihm und zusammen fuhren sie mit ihren Händen an der Wand entlang. Plötzlich öffnete sich vor ihnen eine versteckte Tür.

„Wie habt ihr das gemacht?“ fragte Mol’o erstaunt.

Obi-Wan lächelte ihn an. „Die Macht hat uns hergeführt.“

Die Macht!

Natürlich!

Wie konnte er daran zweifeln?

Ein Lächeln überzog Mol’os Gesicht. Er strich sich über seinen linken Kopftentakel. Das tat er immer, wenn er unsicher war. Nun gut, Mol’o war gespannt, wie es weiter gehen würde.

Die vier Jedi und er versammelten sich um den Eingang. Eine schmale gefährlich aussehende Treppe führte steil nach unten. Sie führte in Windungen um den Gang herum, so dass das Ende nicht abzusehen war.

Obi-Wan holte sein Lichtschwert heraus und aktivierte es. Das blaue Licht beleuchtete die nächsten Meter. Yun-Jin und die beiden Padawane taten es ihr nach. Mol’o wurde in die Mitte genommen. Von den Lichtschwertern geführt, die wie Fackeln in der Dunkelheit leuchteten, machten sie sich auf den gefährlichen Weg nach unten.

Gefährlich nur für ihn, wie Mol’o bald erkannte. Zweimal rutschte er auf den glitschigen Stufen aus, wurde aber jedes Mal von Obi-Wan gehalten, der hinter ihm ging. Die Jedi selbst marschierten mit traumwandlerischer Sicherheit nach unten. Natürlich geführt von der Macht, dachte Mol’o etwas neidisch.

Alle waren froh, als sie schließlich das Ende der Treppe erreichten und der Gang nun gerade weiterführte. Frische kalte Luft wehte ihnen entgegen. Die Wände waren feucht und mit Moosen und Flechten bewachsen. Wie war das möglich in einem unterirdischen Bunker?

Die Antwort erfuhren sie nur wenig später, als der Gang in eine riesige Höhle mündete, von der unzählige weitere Gänge abzweigten.

Was nun? Welchen Gang sollten sie benutzen?

„Wohin gehen wir jetzt, Obi-Wan?“ fragte Yun-Jin unentschlossen.

Der Jedi-Meister schloss die Augen und ließ die Macht ausströmen. Er sog sie in sich ein und ließ sich von ihr führen. Vor seinem geistigen Auge sah er deutlich einen weiteren Gang. „Dorthin“, sagte er und zeigte auf einen Durchgang schräg gegenüber.

Keiner widersprach und so folgten alle dem Tunnel und später einem weiteren und nochmals einem weiteren. Es war ein richtiges Labyrinth aus Gängen und Höhlen. Es war jedoch niemals ganz dunkel. Sie konnten jedoch nicht sagen, woher das Licht kam.

„Das sind doch keine Bunker“, sagte Didra schließlich.

„Nein, das sind natürliche Höhlen, die die Pelóri ausgenutzt haben“, antwortete Yun-Jin. Die Jedi-Meisterin sah sich um. „Was machen wir eigentlich hier, Obi-Wan?“

„Den Sith-Lord in die Falle locken“, Obi-Wan sah sich um. „Wir sind gleich am Ziel.“

„Ziel? Was für ein Ziel?“ fragte Mol’o, der bisher angenommen hatte, dass sie ziellos durch die Gegend wanderten.

„Die Macht hat es mir gezeigt“, mehr schien er nicht sagen zu wollen und so marschierten sie wortlos weiter.

Nach weiteren zehn Minuten sahen sie, was Obi-Wan gemeint hatte. Schon längere Zeit hatten sie Wasser rauschen hören und nun sahen sie auch den Grund dafür. Ein breiter reißender Strom schoss aus einem der Gänge neben ihnen. Er füllte den betreffenden Gang ganz aus. Mindestens zwanzig Meter stürzte er hinunter und ergoss sich in einen großen klaren See. Aus kleineren Seitengängen in unterschiedlichen Höhen, kamen weitere schmalere Ströme und bildeten einen terrassenartigen gewaltigen Wasserfall. Das Rauschen war so laut, dass sie kaum das eigene Wort verstanden. Gischt und Wassertropfen durchzogen die Höhle und übergoss sie mit einem kleinen, aber stetigen Dauerregen.

Größere Steinblöcke schauten aus dem Wasser und mitten im See lag ein so großer Block, dass er eine kleine Insel bildete.

„Da sitzt jemand“, sagte Didra, die sich weit vornüber gebeugt hatte, um den See besser sehen zu können.

Die anderen traten an die Kante und blickten nach unten, doch auf der Insel war niemand.

„Du hast dich geirrt, Didra, da ist niemand“, sagte Dain.

„Ich bin sicher, jemanden gesehen zu haben.“

Obi-Wan setzte erneut die Macht ein und glaubte die schwache Präsenz eines anderen Lebewesens zu spüren, die aber nicht bösartig war, sondern Angst zu haben schien und sich von ihnen entfernte. „Didra hat Recht, es ist noch jemand hier unten. Doch ich glaube nicht, dass wir etwas zu befürchten haben.“ Eine Erschütterung der Macht ließ ihn innehalten. Diesmal erkannte er sie sofort.

„Carn Dúm ist hier. Der Sith und seine Soldaten haben den Eingang gefunden. Lasst uns unsere Falle aufstellen.“


Weiter oben, am Eingang stand Carn Dúm und triumphierte. Er hatte die Jedi gefunden. Wie beschränkt sie doch waren! Schafe, die darauf warteten geschlachtet zu werden. In seiner Arroganz hatte der Jedi-Meister geglaubt, ihn besiegt zu haben. Kenobi kochte anscheinend auch nur mit gewöhnlichem Wasser. Dúms Herren, die Lords Sidious und Vader hatten ihn vor Kenobi gewarnt. Wie gefährlich er sei und dass er ihn niemals unterschätzen sollte.

Wie dumm doch Vader und Sidious im Grunde ebenfalls waren. Ließen sich von einem eingebildeten Jedi-Meister in die Irre führen. Er, Carn Dúm war schlauer als sie alle. Ihm gehörte die Macht und eines Tages würde er sie auch besitzen. Wenn die Zeit reif war, wollte er Vader und Sidious töten und selbst Imperator werden. Niemand würde ihn von diesem Ziel abbringen. Schon gar kein einfältiger Jedi, der glaubte, gewitzigter als er zu sein.

Schnell gab er seinen Leuten das Zeichen auszuschwärmen. Carn Dúm hatte vorgesorgt und zwei Kompanien Klon-Soldaten mitgebracht. Er wollte kein Risiko eingehen und gleich die ganze Brut ausräuchern. Viele konnten es sowieso nicht mehr sein, denn die meisten Jedi hatten schon ihre gerechte Strafe erhalten.

„Lasst niemanden entkommen! Tötet alle Jedi! Nur Kenobi bringt mir lebend. Das Vergnügen ihn zu töten, will ich mir nicht entgehen lassen.“

„Ja, Sir!“ rief der Commander und gab seine entsprechenden Befehle aus. Zwei schwer bewaffnete Kompanien Soldaten drang in die Gänge ein und verteilten sich.


Fortsetzung folgt
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 11.10.2007, 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

*muffel* Idiot! Dummer Sith! Sowas denkt man nicht mal, man nimmt, was kommt und dann ist es gut! *kopfschüttel* Wie kann man so ... dämlich sein? Das tut doch richtig weh! *seufz* Ich resigniere ja schon.
Aber mal ehrlich, der sympatischste Sith war immer noch Darth Maul - und der hätte so schnell nicht gewagt, solche Gedanken zu hegen, zumindest nicht vordergründig.

Mh, was war das wohl für eine Gestalt, die sie da gesehen haben wollen? Ein Geist? Ein Wesen, daß über seinen Körper hinausgewachsen ist? Oder ganz was anderes ... Bin mal gespannt, was dabei am Ende rauskommt.

Klasse Kapitel! Und ich muß wieder meckern - noch schlimmer hättest du diesen Cliffhanger wirklich nicht setzen können - gemein sowas!

Freu mich schon auf die Fortsetzung *grins*!
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Selana
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Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
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BeitragVerfasst am: 12.10.2007, 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: Darth Maul und sympathisch? Ups! Das habe ich aber anders in Erinnerung. Auf jeden Fall kannst du jetzt lesen, wie es weitergeht.

10. Kampf


In der großen Halle waren die Jedi und der Twi’lek auf einem schmalen Felsweg nach unten gestiegen. Der Weg war glatt, aber ausgetreten. Es sah fast so aus, als wäre hier schon öfters jemand hinunter gestiegen. Gab es vielleicht noch Pelóri, die hier lebten, weil sie sich geweigert hatten ihre Heimat zu verlassen? Dann allerdings hatten sie diese einer großen Gefahr ausgesetzt.

Dadurch war Obi-Wan gezwungen, die Pelóri zu beschützen. Er strich sich über seinen Bart und sah Yun-Jin an. „Es lebt jemand hier unten.“

„Ich bin zu dem gleichen Schluss gekommen. Der Pfad ist zu ausgetreten und hier und da sind schwache Spuren zu sehen. Hoffen wir, dass sie so intelligent sind und sich verstecken. Der Sith wird keinen Unterschied zwischen uns und ihnen machen.“

Sie hatten beschlossen sich aufzuteilen und den Sith mit seinen Klon-Soldaten nach und nach auszutricksen. Yun-Jin nahm ihren Padawan mit sich und Obi-Wan den jungen Dain. Mol’o schloss sich Obi-Wan an, da er nicht alleine umherwandern wollte.

Sie fingen an, einige Tunnel zu präparieren, um so den Soldaten den Weg abzuschneiden. Wie immer bedauerte der Jedi es, dass es Tote geben würde, doch das war nicht zu vermeiden. Die Klone kannten kein Mitleid und auch keine Gnade. Sie waren als Tötungsmaschinen gezüchtet worden und genau dies führten sie auch bis in die letzte Konsequenz aus.

Mit Hilfe der Macht blockierte Obi-Wan einige der schmalen Gänge, in dem er kleinere Felsen hoch schweben ließ und damit den Gang ausfüllte Er ließ aber einen Eingang frei, so dass die Klone hinein konnten, und wenn der Jedi dann die Zugänge verschloss, würden die Soldaten gefangen sein. Yun-Jin und Didra taten dasselbe weiter unten. Immer wieder hinterließen sie Spuren, nicht zu auffällig, aber doch so, dass die Klone es nicht übersehen konnten.

Mol’o beobachtete mit Staunen, welche Kräfte einem die Macht verleihen konnte. Ohne sich groß anstrengen zu müssen, bewegte der Jedi-Meister Felsblöcke, in dem er sie einfach hoch schweben ließ. Die Felsen waren so groß, dass im Normalfall zwei bis drei starke Männer nötig wären, sie zu bewegen.

Obi-Wan bemerkte das Erstaunen des Twi’lek. „Die Macht führt mich und gibt mir die Kraft Gegenstände ohne Mühe anheben zu können.“

„Aber das sind schwere Gegenstände.“

„Das spielt keine Rolle.“

Schließlich war Obi-Wan fertig. Jetzt mussten sie nur noch warten.

„Meister!“

Kenobi sah Dain fragend an.

„Was wollt Ihr mit dem Sith machen?“

Diese Frage erstaunte den Jedi. „Ich werde ihn töten.“

„Könnt Ihr das? Er ist ein Sith.“

„Ich werde es versuchen.“

„Habt Ihr keine Angst? Ihr seid verletzt.“

„Es ist zum Glück nicht mein Schwertarm. Die Macht wird mich führen und mir den Weg zeigen. Und wenn meine Zeit gekommen sein sollte, bin ich bereit zu sterben. Doch ich bin sicher, dass es noch nicht so weit ist.“

„Ich möchte Euch helfen, Meister.“

Obi-Wan sah den Jungen an. „Du bist noch zu jung.“

„Die Kleinen im Tempel waren auch nicht zu jung, um zu sterben. Ich habe keine Angst, denn Ihr seid bei mir.“

„Die Macht möge geben, dass dein Vertrauen in mich gerechtfertigt ist“, Obi-Wan überlegte einen Moment. „Nun gut, aber du musst genau tun, was ich dir sage. Keine Eigenmächtigkeiten.“

„Verstanden, Meister. Habt keine Sorge!“

Obi-Wan blickte den eifrigen jungen Mann an, der ihn etwas an Anakin erinnerte. Und doch war er anders. Wie Anakin kannte er das Leben außerhalb des Tempels, doch in Dains Augen sah er keinen Hass und auch keine Furcht. Nur großes Vertrauen in seine Fähigkeiten. Nun, dann musste er den Jungen eben nicht enttäuschen.

Es dauerte noch eine Stunde, bis die ersten Klone auftauchten. Es waren fünf Mann, die sich ihnen vorsichtig näherten. Obi-Wan schloss die Augen und wurde eins mit der Macht. Die Macht suggerierte den Soldaten, dass die Gesuchten in dem Tunnel vor ihnen waren. Pflichtbewusst liefen sie hinein. Kaum waren sie in dem Gang, da erhob sich wie von Geisterhand bewegt, ein großer Felsen und schwebte lautlos zu dem Eingang hinüber und dort zu Boden. Ein zweiter und dritter folgten und verschlossen den Gang. Diese Soldaten waren gefangen.

Obi-Wan atmete erleichtert auf und gab Dain und Mol’o ein Zeichen ihm zu folgen. Im nächsten Seitengang hatte eine weitere Falle aufgestellt. Der Jedi hoffte, dass Yun-Jin und Didra ähnlich erfolgreich waren.

Das ganze Manöver konnten sie dreimal wiederholen. Dann hatten sie erneut den großen See mit dem Wasserfall erreicht.

Plötzlich war die Präsenz da.

„Er kommt, Meister, ich kann ihn spüren.“

Obi-Wan nickte Dain beruhigend zu. „Mol’o, du versteckt dich. Du hast gegen ihn keine Chance. Er wird dich gnadenlos umbringen, und das nur mit einem Fingerschnippen.“

„Ich könnte doch meinen Blaster benutzen, Meister“, sagte Mol’o, der keine große Lust verspürte sich wie ein ängstliches Kind zu verstecken, während der verletzte Jedi-Meister und ein Junge für ihn kämpften.

„Ein Blaster ist nutzlos gegen die Macht.“

„Aber … !“

„Habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt?“ fragte Obi-Wan mit ungewohnter Schärfe in der Stimme und einem eisigen Blick, der jeden veranlasst hätte, mindestens ein paar Schritte vor ihm zurück zu weichen.

Mol’o blickte den Jedi überrascht an. Bisher hatte er noch nie erlebt, dass Obi-Wan die Stimme hob. Er war in jeder Situation die Ruhe selbst. Mol’o schlucke und gab nach.

„Dain, du bleibst bei mir. Keine Eigenmächtigkeiten, verstanden?“

„Ja, Meister.“

Gehorsam folgte der Junge dem Jedi-Meister hinunter zum See, während Mol’o sich murrend in eine Felsennische zurückzog. Dann beobachtete er atemlos und ungläubig das weitere Geschehen. Und er begriff, dass Obi-Wan im Recht war. Er hätte keine Chance gegen den Sith gehabt.

Obi-Wan und Dain begaben sich auf die kleine Insel mitten im See. Die Steine zwischen der Insel und dem Ufer benutzen sie als Tritte, um trockenes Fußes hinüber zu kommen.

Dort blieben sie stehen. Obi-Wan entfernte die Schlinge an seinem linken Arm und benutze die Heilkraft der Macht. Die Schmerzen in seinem Arm verschwanden, doch der Jedi wusste, dass dies nur vorübergehend war. Trotzdem hatte er keine andere Wahl, als sich dem Kampf zu stellen und auf das Beste zu hoffen. Er spürte den Blick des Jungen auf sich ruhen und nickte ihm aufmunternd zu.

Es dauerte nicht lange, dann kam er aus einem der vielen Seitengänge. Der Sith ließ einen Blick schweifen. Carn Dúm sah die Jedi sofort.

Die Jagd war zu Ende.

„Meister Kenobi!“ sagte Carn und verbeugte sich spöttisch. „Da seid Ihr ja! Und wie ich sehe, habt Ihr diesmal Verstärkung mitgebracht“, ein verächtlicher Blick traf den jungen Padawan.

Dains Gesicht lief vor Ärger und Wut rot an, doch ein schneller Griff von Obi-Wan an seinem rechten Arm beruhigte den Jungen sofort. Obi-Wan sah ihn erleichtert an. Anakin wäre schon längst losgestürmt.

Der Jedi-Meister ließ sich von Carn Dúms Spott nicht provozieren. „Ich empfehle Euch, aufzugeben.“

Der Sith stieß ein lautes Lachen aus. „Das gleiche wollte ich Euch gerade vorschlagen, Meister Jedi. Obwohl es mir das größte Vergnügen bereiten würde, Euch hier und jetzt zu töten. Darth Vader und Lord Sidious wollen Euch jedoch, wenn möglich, lebend haben.“

„Wir“, mit einer knappen Handbewegung schloss er auch Dain ein, „werden uns niemals ergeben.“

„Es muss bescheiden um die Jedi bestellt sein, wenn sie nur Euch und den Jungen als Schutz aufbringen können. Oder seid ihr inzwischen so wenige geworden? Das würde mir aufrichtig leid tun, denn es brächte mich um das Vergnügen, alle zu töten.“

„Ihr werdet die Jedi niemals austilgen können. Solange nur einer von uns überlebt, werden wir weiter existieren. Und wir werden überleben und den Imperator vernichten.“

„Genug geredet, Kenobi! Wenn Ihr Euch nicht ergeben wollt, dann kämpft! Inzwischen werden meine Klone den Rest von Eurer Brut finden und töten.“

Als Carn Dúm sein Lichtschwert zog, aktivierten Obi-Wan und Dain ihres. Obi-Wans blaue und Dains grüne Klinge fuhren summend heraus.

Der Sith wartete nicht ab. Ohne erkennbaren Ansatz sprang er hoch in die Luft, drehte sich dort und beförderte Dain mit einem Fußtritt ins Wasser. Der Padawan konnte gerade noch verhindern, dass die rote Klinge ihn traf, dann schlug das Wasser über ihm zusammen und Dain spürte einen Schlag gegen den Kopf und verlor das Bewusstsein.

Obi-Wan sah erschrocken, wie leicht der Sith den Jungen erledigt hatte und hoffte, dass Dain noch lebte. Er gestattete sich jedoch keine Schrecksekunde sondern griff an. Seine blaue Klinge kreuzte sich mit der roten Klinge, einmal, zweimal, so schnell, dass das Auge kaum in der Lage war zu folgen. Die Laserschwerter blitzten, die Gegner wichen Sprüngen aus oder sprangen hoch in die Lüfte. Sie setzten über Klingen hinweg, die dicht über den Boden strichen, wehrten Fausthiebe und Fußtritte ab. Und das alles auf dem kleinen Felsen mitten im Wasser.

Eine jähe Attacke der Macht traf Obi-Wan und warf ihn bis zum Ende des Felsens. Der Aufprall drückte ihm die Luft aus den Lungen und die ausgekugelte Schulter machte sich wieder bemerkbar, indem sie eine Schmerzwelle durch seinen Körper schickte. Carn war mit einem Satz bei ihm und hob sein Schwert, doch Obi-Wan gab sich nicht so leicht geschlagen. Er bewegte die Finger und griff in die Macht. Carns Schwert wurde gepackt und aus seiner Hand geschleudert, direkt in die linke Hand von Obi-Wan, der seine Schmerzen ignorierte und mit Hilfe der Macht mit einem Satz auf die Beine kam. Nun hielt er beide Schwerter hoch erhoben in den Händen.

Der Sith hatte seine Überraschung jedoch genauso schnell überwunden und sprang Obi-Wan an. Er packte den Jedi an den Handgelenken und zwang seine Arme auseinander. Dunkle Kraft entfaltete sich in seinem Griff. Obi-Wan spürte, wie seine Arme zu brechen drohten, und seine Schulter sandte eine Schmerzattacke nach der anderen durch seinen Körper.

Kenobi ließ die Lichtschwerter fallen. Carn griff überrascht nach seinem Schwert. Der Jedi-Meister riss sofort die andere Hand los, holte mit der Macht sein eigenes Lichtschwert, brachte es nach oben und parierte Carns kraftvollen Hieb und lenkte beide Klingen zur Seite. Er schob mit der Macht beide Schwerter nach oben und nutzte die Kraft von Carns nächstem Angriff, um zur Seite zu springen.

Der Sith folgte ihm und griff wieder an. Obi-Wan sprang von der Insel zum nächsten Stein, machte einen Salto rückwärts und wich so dem nächsten Schlag Carn Dúms aus. Stein um Stein sprang er zum Ufer zurück. Ein mächtiger Satz brachte ihn eine Stufe höher hinauf, zum nächsten Wasserfall. Carn folgte ihm genauso mühelos.

Auf verschiedenen Ebenen ging der Kampf weiter. Von Stein zu Stein, über natürliche Plattformen, vom ewig fließenden Wasser geformt, ja sogar im Wasser selbst. Beide Gegner vergaßen die Zeit, wo sie waren, um was sie kämpfen. Nur das Überleben war wichtig.

Carn Dúm schnaufte wütend. Der Jedi war ein härterer Gegner, als er gedacht hatte. Doch am Ende würde er trotzdem siegen. Er folgte Kenobi bis zu einem Sammelbecken, dicht am Abgrund und in der Nähe des großen Wasserfalls, der sich schäumend und donnernd über den Felsen ergoss. Von hier waren es nur noch zwei weitere Stufen bis ganz nach oben. Kenobi stand eine Stufe über ihm und starrte zu ihm hinunter. Beide waren sie durch den Sprühregen des Wasserfalles durchnässt, doch sie ignorierten das beide. Obi-Wans Gesicht war undurchschaubar. Furcht schien er nicht zu kennen, wie Carn bei sich anerkennend zugab. Ohne Zweifel war Kenobi ein würdiger Gegner für ihn.

Carn stieß sich ab und sprang in einem weitem Bogen über die schäumenden Wasser, genau zu dem kleinen Becken, dass das herausströmende Wasser hier gebildet hatte, bis es über den Rand strömte und mit lautem Getöse in die Tiefe stürzte.

Obi-Wan empfing ihn dort mit erhobenem Lichtschwert. Carn schlug nach den Knien des Jedi, doch Obi-Wan sprang elegant in die Höhe und das Schwert des Sith sauste summend unter ihm hindurch. Der Jedi nutzte das erbarmungslos zu einem mächtigen Fußtritt aus, der Carn traf und ihn weit zurück schleuderte. Mit lautem Platschen schlug das Wasser über ihm zusammen. Doch genauso schnell war der Sith wieder auf den Beinen. Wut stand in seinen Augen, als mit einem lauten Schrei auf Obi-Wan zustürmte. Dieser parierte den Schlag des Sith und gab seinem Gegner einen weiteren Tritt, der sie erneut auseinander warf.

Sie stürzten beide rückwärts zu Boden und diesmal war die Macht nicht auf Obi-Wans Seite. Er fiel genau auf seine verletzte Schulter und den linken Arm. Rasender Schmerz ließ ihn zwei oder drei Sekunden das Bewusstsein verlieren. Als er wieder zu sich kam, stand Carn Dúm über ihm und die rote Klinge war dicht vor seiner Kehle. Obi-Wan wagte kaum zu atmen. Er hatte verloren.

„Es ist aus, Kenobi. Wenn du dich jetzt ergibst, verschone ich für den Moment dein Leben.“

„Um mich dem Imperator auszuliefern? Nein, danke! Beende es!“

„Wie du willst, Jedi!“ Carn hob sein Lichtschwert, um es auf Obi-Wan heruntersausen zu lassen und Obi-Wan schloss mit seinem Leben ab.

Fortsetzung folgt
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 12.10.2007, 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Japs! Ich proestiere *keuch*! Ich lege Einspruch ein *hechel*! *vornüberbeugt*

Boah! Was war das denn jetzt? Ich bin ja ganz atemlos. Hallo? Und dann dieser Cliffhanger? Das ist doch nicht dein Ernst, oder? Sowas geht doch nicht! Ich will die Fortsetzung, aber pronto und heiß serviert auf meinem Bildschirm sehen.

Oh Mann, Obi-Wan lernt es aber auch nicht! Jetzt ist er dem Sith schon zum zweiten Mal in die Falle gestolpert. Nein, nein, nein, so geht das nicht!!! Wo sind denn die anderen, wenn man sie braucht. Hier wird gerade der Held der Story getötet, hallo, meine Damen - Mol'o. Jemand da?

Ach du Schreck! Ich hoffe nur, die Auflösung ist genauso dramatisch wie der Kampf, und hoffentlich hat der Junge überlebt *bibber*.

Also, her mit der Fortsetzung!!!
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Selana
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Anmeldungsdatum: 20.09.2007
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BeitragVerfasst am: 14.10.2007, 09:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: Ich hoffe, ich habe dich nicht zu lange warten lassen, aber ging gestern bei mir im RL heiß her. Keine Sorge, die anderen sind auch noch da. Und in die Falle ist Obi-Wan ja nicht getappt, nur lief es anders, als gedacht.

11. Lau-Wah


Ein Schrei ertönte und ein Schatten sprang auf den Sith zu. Dieser wurde zur Seite geschleudert und das heruntersausende Lichtschwert schlug Funken sprühend in den Stein, dicht neben Obi-Wans Kopf. Er nützte die Chance und sprang auf. Sein Lichtschwert lag nur einen Meter von ihm entfernt. Mit Hilfe der Macht ließ er es in die rechte Hand gleiten, da er den linken Arm kaum bewegen konnte.

Obi-Wan sah Dain und den Sith in einander verschlugen über den Boden rollen. Obi-Wan eilte zu ihnen, um Dain zu Hilfe zu kommen. Da schlug dicht neben ihm ein Blasterstrahl ein.

Der Jedi sah hinüber und sah aus einem der Seitengänge einige Klon-Soldaten auftauchen, die mit Blastern auf ihn schossen. Obi-Wan hob sein Schwert und wehrte damit die meisten Strahlen ab. Einer jedoch streifte ihn an der Hüfte und hinterließ eine schmerzende Brandwunde.

Obi-Wan wich zum Abgrund zurück. Er sah, dass Dain und der Sith sich getrennt hatten. „Dain!“ Obi-Wans Ruf erreichte den Padawan. „Komm her!“
Dain war so schnell neben ihm, dass selbst der Sith das nicht mehr verhindern konnte. „Meister!“

Weitere Strahlenschüsse schlugen neben ihnen ein. Dain und er wehrten sie nach Kräften ab, doch als sich der Sith erneut auf sie zu bewegte, begriff Obi-Wan, dass sie verloren hatten.

„Spring!“

Dain sah ihn entsetzt an, doch Obi-Wan packte seinen Arm und deutete auf den Abgrund. Gleichzeitig stießen sie sich ab.

In der Luft schaffte Obi-Wan es, sich zu drehen und mit dem Kopf nach unten in den See einzutauchen. Neben ihm tauchte Dain in das Wasser. Der Aufprall war hart und Obi-Wan fühlte, wie seine Kräfte nachließen. Der Kampf und seine Verletzungen hatten ihm mehr zugesetzt, als er gedacht hatte. Er fühlte, wie die Kraft ihn verließ, doch da packte eine Hand zu und zog ihn mit sich.

Dain hatte die Not des Meisters erkannt und versuchte ihn zu retten. Zusammen durchstießen sie die Wasseroberfläche und schwammen auf das Ufer zu. Blasterschüsse schlugen neben ihnen ins Wasser und zwang sie erneut zu tauchen. Unter Wasser schwammen sie zum Seeufer, wo sie sich mit letzter Kraft hochzogen und in einem Tunnel verschwanden. Hinter sich hörten sie die Rufe der Verfolger, die ihnen dicht auf den Fersen waren.

Obi-Wan versuchte die Macht zu mobilisieren, doch sie war lange nicht so stark wie gewohnt. Sein linker Arm ließ sich nun kaum noch bewegen und Obi-Wan wusste, dass er gebrochen war. Er lief neben Dain her, der nun die Führung übernommen hatte und sich von der Macht führen ließ, wie er es von der Meisterin gelernt hatte. Unzählige Gänge liefen sie entlang, konnten sich ein paar Mal gerade noch vor Klon-Soldatengruppen verstecken, um dann erneut ihre Flucht fortzusetzen. Immer tiefer ging es hinab, in die Unterwelt des Planeten.

Dain wusste nicht, wie lange sie so auf der Flucht waren. Er sah, dass der Meister sich mit letzter Kraft auf den Beinen hielt. Er hatte einen schweren und unglaublichen Kampf hinter sich. Dazu kamen seine Verletzungen. Sein Wissen als junger Heiler sagte ihm, dass der linke Arm von Obi-Wan gebrochen sein musste. Außerdem hatte er eine Brandwunde an der Hüfte und eine ausgekugelte Schulter. Erstaunlich, dass er sich überhaupt noch auf den Beinen halten konnte.

Dain erinnerte sich, was passiert war, nachdem er den Sith angegriffen hatte. Als er von dem Sith in das Wasser geschleudert wurde, kam er so hart auf, dass er kurz das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, hatte er den Kampf des Meisters und des Sith von unten beobachtet. Eilig war er dann nach oben gestürmt und gerade noch rechtzeitig gekommen, um Meister Kenobi zu helfen.

Der Padawan blickte Obi-Wan an und beschloss, dass es Zeit für eine Pause war. „Schmerzt die Schulter wieder, Meister?“

„Ja, und ich fürchte, dass der Arm gebrochen ist.“

„Außerdem habt Ihr eine Brandwunde von dem Blasterschuss.“

„Nicht gerade mein Tag heute“, meinte Obi-Wan geknickt.

Fast hätte Dain gelacht. „Ihr habt einen Kampf gegen einen Sith bestanden.“

„Und verloren“, meinte Obi-Wan.

„Ihr hattet Pech, Meister. Außerdem seid Ihr schon verletzt gewesen. Andernfalls hättet Ihr den Sith besiegt.“

Obi-Wan sagte nichts darauf sondern lauschte.

„Was habt Ihr, Meister?“

„Die Klone sind dicht hinter uns. Hoffentlich sind Yun-Jin und Didra erfolgreicher gewesen. Und hoffentlich konnte sich Mol’o retten.“

Plötzlich tauchten hinter ihnen eine Gruppe Klon-Soldaten auf. Obi-Wan nahm seine letzte Kraft zusammen und lief mit Dain um die Ecke, bevor die Soldaten sie sehen konnten. Da hörten sie, dass auch von vorne Soldaten auf sie zukamen. Sie saßen in der Falle.

Der Jedi seufzte resigniert. Diesmal würden sie nicht entkommen. Es waren einfach zu viele. Und er hatte kaum noch die Kraft aufrecht zu stehen. Trotzdem war er entschlossen zu kämpfen und ehrenvoll zu sterben, wenn es denn sein sollte.

Er schloss die Augen und mobilisierte seine letzten Kräfte mit Hilfe der Macht und sah dann Dain an. In den Augen des Padawan sah er Zustimmung. Beide hoben sie ihre Lichtschwerter, als die Klone langsam aber sicher auf sie zukamen und die Blaster hoben.

In diesem Augenblick wurde neben Obi-Wan eine bisher verborgene Steintür geöffnet. Mehrere Gestalten tauchten neben den beiden Jedi auf, packten die Überraschten und zogen sie mit sich. Die Tür schloss sich genauso schnell wieder. Obi-Wan wurde mit dem Gesicht nach unten zu Boden gedrückt und das Lichtschwert seiner Hand entwunden. Dain erging es genauso. Die Übermacht war einfach zu groß und Obi-Wan zu schwach, um sich noch ernsthaft zu wehren. Eine Kapuze wurde über seinen Kopf gezogen und seine Arme nach hinten gefesselt, was noch mehr Schmerzattacken durch seinen Körper jagte. Er hörte, dass Dain sich noch wehrte, doch auch er unterlag der Übermacht.

„Meister!“ hörte er den Jungen rufen.

„Alles in Ordnung, Dain. Bleib ganz ruhig.“

Sie wurden mitgezerrt und Obi-Wan spürte, dass sie noch weiter nach unten gingen. Endlose Gängen und Treppen marschierten sie entlang, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Jemand entfernte die Kapuze und Obi-Wan blickte in das Gesicht eines Echsenwesens, das ihm gerade bis an die Schulter ging. Es ähnelte entfernt einem aufrecht gehenden Raptor, einer Raubsaurier-Art, die Obi-Wan auf einer Mission mit Qui-Gon gesehen hatte. Doch die Augen dieser Echsen sagten ihm, dass sie intelligent waren. Außerdem trugen sie Bekleidung.

Er wusste sofort, was für Wesen das waren: überlebende Pelóri.

Obi-Wan sah sich neugierig um. Sie standen in einer großen Halle, die jedoch kunstvoll aus dem Stein gehauen und reich verziert war. Das Eingangstor war groß und prächtig gestaltet. Feine Linien, die aus Gold und Silber gewirkt waren, verzierten es. War das Tor schon prächtig und schön gewesen, so war es die dahinter liegende Halle nur noch mehr. Prächtige Lampen erhellten reich geschmückte Wände und silberfarben die Wände. Ein goldgelbes Licht erhellte den Saal, dessen Luft durch geschickte Belüftung bekömmlich war. Am Ende der Halle stand ein großer, reich mit Edelsteinen verzierter schwarzer Thron.

Auf dem Thron saß ein prächtig gekleideter Pelóri und blickte die beiden aus seinen gelben Augen neugierig an. „Ihr habt unerlaubt die heiligen Hallen betreten und Tod und Gewalt mitgebracht.“ Er sprach ein verzerrtes, aber noch verständliches Basic.

„Bitte verzeiht“, fing Obi-Wan an. „Das war nicht unsere Absicht. Wir sind auf der Flucht vor den Mördern des Imperiums und dachten, dass dieser Planet unbewohnt ist. Hätten wir geahnt, dass noch jemand hier lebt, dann wären wir nie gekommen.“

Das Wesen blickte ihn aufmerksam an. „Von welchem Imperium sprecht ihr?“

Obi-Wan begriff, dass die Pelóri in ihrer Abgeschiedenheit noch nicht bemerkt hatten, dass die Republik gefallen war. „Die Republik ist gefallen und von einem grausamen Imperium ersetzt worden. Wir sind Gegner des Imperators und auf der Flucht vor seinen Soldaten.“

Der Pelóri sah ihn nun überrascht an. „Die Republik ist gefallen? Wie ist das möglich? Wieso haben die Jedi das nicht verhindert?“ Einer der Pelóri trat zu dem Herrscher und sprach leise mit ihm. Dann blickte dieser erneut Obi-Wan an. „Ihr seid ein Jedi! Einer meiner Männer sah euch kämpfen.“

„Ja, mein Begleiter und ich sind Jedi. Unser Orden ist gefallen, die Jedi sind tot, ermordet, selbst die Babys und Kleinkinder wurden nicht verschont.“

„Wie grausam! Wieso?“

„Die Sith sind zurück. Im Geheimen haben sie unseren Untergang geplant und auch leider gewonnen. Der Imperator ist selbst ein Sith.“

„Die Sith?“ Der Herrscher sah erschrocken aus. „Wir leben hier in der Abgeschiedenheit und wollten nichts mehr mit der Republik zu tun haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht unsere Vergangenheit kennen. Was du uns da erzählst ist nicht gut.“

„Der Meister ist verletzt“, mischte sich da Dain ein. „Er braucht eure Hilfe.“

Der Pelóri wandte sich an seine Leute. „Lasst die beiden Jedi frei. Die Jedi waren immer Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit.“

„Danke“, sagte Obi-Wan erleichtert. „Mein Name ist Obi-Wan Kenobi. Und das ist der Padawan Dain Baran. Wir sind Euch zu großem Dank verpflichtet.“

„Ich bin Lau-Wah, der Herrscher der Pelóri. Meine Heiler werden sich um Euch kümmern, Jedi-Meister und dann erzählt mir alles, was passiert ist.“

„Wie Ihr wünscht, Sir. Doch es sind noch drei Freunde von uns in euren Tunnels unterwegs. Wisst ihr etwas von ihnen?“

„Einer, mit zwei langen Tentakeln am Kopf, ist in unserem Gewahrsam. Ich werde veranlassen, dass er hergebracht wird.“

„Mol’o“, der Jedi war beruhigt. „Was ist mit den Frauen?“

„Meine Leute berichten, dass sie noch im Kampf mit den anderen liegen.“

„Dann muss ich ihnen helfen.“ Obi-Wan wollte loslaufen, wurde von Dain jedoch zurückgehalten.

„Meister“, sagte er energisch. „Ihr seid verletzt.“

„Euer Schüler hat recht“, sagte Lau-Wah. „Meine Leute werden sich darum kümmern.“

Obi-Wan wollte erst nochmals protestieren, doch als er sich bewegte und neue Schmerzwellen durch seinen Körper jagte, gab er nach. „Schön“, sagte Obi-Wan. Im Grunde war er froh, als er einem Untertanen Lau-Wahs zu einem Heiler folgen konnte.


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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ist diese Krankheit eigentlich ansteckend? *mitdemKopfaufdenSchreibtischeinhämmert* Er hat einen gebrochenen Arm, eine ausgekugelte Schulter, eine Brandwunde und wer weiß was du nicht erwähnt hast und will los, um die anderen zu retten? Obi-Wan - GELBE KARTE!!!

Und diese Echsen ... wo leben die denn? Okay, war Rettung in höchster Not, aber trotzdem. Um sie herum wälzt sich das Universum um und sie wissen von nix. Wow! Da scheinen welche aber das Wort "autark" sehr ernst zu nehmen. Daß sie nicht einmal solche Sachen wahrnehmen *kopfschüttel*.

War wieder ein spannendes Kapitel. Und, nein, keine Sorge, ich hab schon Beschäftigung gefunden, kannste mir glauben *zwinker*. Freu mich aber trotzdem auf das nächste Kapitel - also her damit, ehe es schlecht wird *grins* (war ein Scherz!!!).
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Selana
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BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 07:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara: Ja, da hast du recht, das mit den Verletzungen scheint in den FF ansteckend zu sein. Lachen . Aber keine Sorge, mehr gibts nicht für Obi-Wan. Oder wenigstens nicht mehr viel.

So, dann gehts mal weiter.


12. Mol’o


Verärgert begab sich Mol’o in sein Versteck. Von dort konnte er den Kampf zwischen dem Jedi-Meister und dem Sith beobachten. Beeindruckt musste er zugeben, dass er so einen Kampf noch nie zuvor gesehen hatte. Er hatte gehört, dass die Sith viel stärker als die Jedi waren, weil sie die dunkle Seite der Macht einsetzten. Doch in diesem Kampf stand Obi-Wan dem Sith in nichts nach, und das obwohl der Jedi an der Schulter verletzt war. Jetzt wusste er auch, warum Obi-Wan ihn aus diesem Kampf herausgehalten hatte. Er hätte keine Sekunde gegen Carn Dúm standgehalten.

Ihre Akrobatik war unglaublich und ihre Geschicklichkeit im Umgang mit einem Lichtschwert unbeschreibbar. Bisher hatte er nie verstanden, warum die Jedi mit dieser, in seinen Augen antiken Waffe kämpften. Doch nun sah er das mit anderen Augen an und sein Respekt vor dem Lichtschwert wuchs.

Doch zu Mol’os Entsetzen sah es so aus, als würde Obi-Wan am Ende verlieren. So atmete er erleichtert auf, als der junge Dain eingriff, doch da tauchten die Klon-Soldaten auf und Meister Kenobi und der Padawan wurden gezwungen in den Abgrund zu springen, um einer Gefangennahme zu entgehen. Nicht weit von Mol’os Versteck entfernt tauchten sie ins Wasser.

Mol’o hielt den Atem an, als die Soldaten weiter auf die beiden feuerten. Zum Glück schafften sie es in einen der Seitentunnel zu fliehen. Plötzlich wurde Mol’o sich bewusst, dass auch er in der Gefahr schwebte entdeckt zu werden. Tief duckte er sich in seine Deckung, als einige Klon-Soldaten an ihm vorbei rannten. Sie waren jedoch zu sehr darauf aus, die Jedi zu fangen, so dass sie ihn glatt übersahen.

Trotzdem harrte Mol’o in seinem Versteck aus bis alles ruhig war. Was sollte er jetzt nur machen? Zur Oberfläche zurückkehren kam nicht in Frage. Erstens würde er sich nur verirren und zweitens wollte er seine Freunde nicht im Stich lassen. Es gab schließlich noch die Jedi-Meisterin und ihren Padawan Didra Lego. Vielleicht sollte er sich auf die Suche nach den Frauen machen oder aber einfach Obi-Wan und Dain folgen. Da er keine Ahnung hatte, wo er Yun-Jin und Didra suchen sollte, betrat er den Gang, in dem Obi-Wan und Dain verschwunden waren.

Wie lange er so vorsichtig den Gang entlang schlich, wusste er nicht. Da hörte er voraus ein Geräusch. Rasch blieb er stehen und lauschte. Ein Twi’lek besaß ein gutes Gehör. Er hörte Schreie und das Geräusch von Blasterschüssen. Vor ihm wurde gekämpft. Hatten die Klone Obi-Wan und den Padawan gestellt?

Vorsichtig schlich Mol’o weiter. Als er zu einer Biegung kam blieb er stehen. Dahinter waren die Laute zu hören. Er spähte um die Ecke und sah zu seinem Erstaunen, wie einige Klon-Soldaten mit seltsam aussehenden Echsenwesen kämpften. Die Echsen wehrten sich verzweifelt, doch die Klone waren in der Überzahl.

Nur noch zwei der vormals sechs Wesen standen noch auf den Beinen. Mol’o zählte aber auch fünf reglose Klone. Trotzdem waren noch sechs Soldaten, die gerade ihre Blaster auf die zwei letzten Echsen anlegten, übrig.

Ohne zu überlegen griff Mol’o ein. Er war nahe genug heran, und so hob er seinen Blaster und feuerte auf zwei der Klone. Er hatte gut gezielt, sie fielen getroffen zu Boden. Die restlichen vier drehten sich überrascht zu dem neuen Gegner um, doch Mol’o feuerte schon weiter, verfehlte sein Ziel aber, weil die Klone sich blitzschnell bewegten.

Die Klone schossen auf ihn. Dicht neben ihm schlugen die Schüsse ein, wobei einige Steinbrocken durch die Luft flogen. Mit einem Satz brachte sich Mol’o in Sicherheit. Er war zwar kein Jedi, doch als Leibwächter war er gut ausgebildet worden. Mol’o verwandelte seinen Sturz in eine Rollo und kam blitzschnell wieder auf die Beine und feuerte erneut seinen Blaster ab. Diesmal traf er besser, einer der Klone fiel getroffen zu Boden.

Aber auch die Echsen waren nicht untätig geblieben. Als Mol’o ihnen so unverhofft zur Hilfe eilte und drei Gegner ausschaltete, griffen sie die drei anderen an. Ein wildes Handgemenge entstand, in dessen Verlauf zwei der Klone getötet wurden.

Der einzige Überlebende stand plötzlich drei Gegnern gegenüber und hatte keine Chance. Er wurde von den Echsen getötet. Dann wandten sie sich Mol’o zu und musterten ihn neugierig.

Mol’o wich keinen Schritt zurück, obwohl ihm etwas Bange zu Mute wurde. Zwar hatte er den Echsen geholfen, doch man konnte schließlich nie wissen. Vielleicht machten sie keinen Unterschied zwischen den Eindringlingen ihres unterirdischen Reiches.

Als die Echsen jedoch keinen Anstalt machten ihn anzugreifen, entspannte sich der Twi’lek etwas. Er zeigte auf sich und sagte: „Mol’o.“

„Du hast uns geholfen“, sagte einer in einem kaum verständlichen Basic-Dialekt.

Bevor Mol’o etwas erwidern konnte, sprang die zweite Echse plötzlich auf ihn los und riss ihn zu Boden. Sein Protest blieb ihm in Hals stecken, als direkt dort, wo er eben noch gestanden hatte, ein Blasterschuss einschlug. Die Echse hatte sein Leben gerettet.

„Mitkommen!“ Mehr sagte die erste Echse nicht, doch Mol’o gehorchte sofort.

Zu dritt liefen sie einen schmalen Gang entlang. Hinter ihnen waren die Schritte ihrer Verfolger zu hören, die ihnen dicht auf den Fersen waren. Mol’o fragte nicht, wohin es ging. Die Echsen kannten sich hier aus. Der Twi’lek war gut durchtrainiert, doch er hatte alle Mühe den beiden Eingeborenen zu folgen, die auf und ab, kreuz und quer durch das Labyrinth der Gänge liefen. Doch so schnell sie auch liefen und so oft sie auch Haken schlugen, die Klone waren ihnen immer dicht auf den Fersen. Mehrmals kam es sogar zu Feuergefechten, die Mol’o und seine Begleiter mit viel Glück für sich entscheiden konnten. Lange konnte diese Hetzjagd aber nicht mehr gut gehen.

Als Mol’o am Ende seiner Kräfte angelangt war, blieben die beiden Echsen endlich vor einer Wand stehen. Der Twi’lek konnte es nicht glauben: sie waren in einer Sackgasse gelandet.

Er musterte die Gesichter der Echsen, die wie Raubsaurier aussahen, doch in ihren Mienen konnte er keine Gemütsbewegung erkennen. Eines der Wesen fuhr mit der Hand über die scheinbar undurchdringliche Wand und berührte dabei einen versteckten Mechanismus. Eine Tür glitt zur Seite und die drei zwängten sich hindurch. Hinter ihnen verschlossen sie die Öffnung schnell. Kaum war das geschehen, da liefen auf der anderen Seite schon die Klone vorbei.

Die Echsen sprachen noch immer nichts, sondern gaben Mol’o nur das Zeichen ihnen weiter zu folgen. Mol’o gehorchte seufzend. Jetzt allerdings schienen sie nun in Sicherheit zu sein. Dieser Bereich schien vom vorderen Bereich abgetrennt zu sein. Nun gingen die Echsen auch langsamer.

„Wohin bringt ihr mich?“ fragte Mol’o.

„In Sicherheit, seltsamer Fremder. Du hast uns gerettet. Nur das hat auch dein Leben gerettet. Wir lieben normalerweise keine Fremden.“

„Wer seid ihr?“

„Wir sind die Pelóri.“

Die Ureinwohner des Planeten!

„Eure Vorfahren haben euren Planeten nicht mit den anderen verlassen?“

„Dies ist unsere Welt. Wir sind hier zu Hause. Unsere Vorfahren wollten nicht gehen.“

Dafür hatte Mol’o Verständnis. Schließlich kamen sie in eine große unterirdische Höhle, wo in der Mitte ein kleiner See lag, um den ein reger Verkehr herrschte. Unzählige kleine Eingänge mündeten in die große Höhle. Pelóri kamen aus diesen heraus oder gingen hinein. Mol’o vermutete, dass sich dort die Wohnungen der Wesen befanden. Es gab auch viele Kinder, die vor den Höhlen spielten oder sich im Wasser tummelten.

Der See besaß einige Ein- und Abflüsse, so dass das Wasser in Bewegung war und sauber blieb. Die Wesen unterbrachen ihre jeweiligen Tätigkeiten, als Mol’o und seine Begleiter auftauchten. Sofort waren sie von ihnen umringt.

Mol’os Begleiter sprachen mit den Leuten. Bestürzung über den Tod einiger ihrer Artgenossen machte sich breit, aber auch Dankbarkeit Mol’o gegenüber, weil er zwei der Ihren gerettet hatte. Neugierig wurde er betastet. Besonders die Kinder sahen entzückt zu ihm auf. Sie hatten noch nie ein so seltsames Lebewesen gesehen. Besonders seine Tentakel hatten es den Kindern angetan und so manches Kleines zupfte an seinen Lekkus herum.

Händeringend ließ Mol’o es geschehen. Zu seiner Erleichterung tauchten einige Pelóri auf und verscheuchten die Neugierigen. „Komm mit uns, Fremder. Lau-Wah will dich sehen.“

Das war sicher ihr Anführer, dachte Mol’o, als er den Pelóri folgte. Sie gingen in eine andere große eindrucksvolle Höhle, wo ein Pelóri auf einem thronähnlichen Stuhl saß und ihn neugierig musterte. Lau-Wah war ihr Führer und Mol’o musste ihm alles genau erzählen.

Der Twi’lek war jedoch vorsichtig und erzählte nur das Notwendigste. Dass er mit einigen Freunden auf der Flucht war und sich in den Höhlen verirrt hatte. Er erzählte nicht, dass seine Freunde Jedi waren. Wusste man, ob die Pelóri den Jedi wohlgesonnen waren?

Schließlich konnte er wieder gehen und bekam eine kleine Kammer als Wohnung zugewiesen. Er sah sich neugierig in dem einfach eingerichteten Gemach um. Ein großes bequem aussehendes Bett, mit einem weichen Fell darauf, dann ein Tisch, ein einfacher Stuhl und ein großer Schrank war die ganze Einrichtung. Eine Nische war abgezweigt worden. Dahinter befand sich eine Nasszelle mit Waschbecken, mit fließendem Wasser, der aus einem einfachen Hahn aus der Wand kam und schließlich noch eine Toilette.

Mol’o legte sich erschöpft auf das Bett und schlief ein. Er wurde erst wach, als ihn jemand wachrüttelte und ihm bedeutete mitzukommen.

Der Twi’lek wurde zu der großen See-Höhle gebracht und zu einer der Wohnungen im Felsen geführt. Er staunte nicht schlecht, als er dort Obi-Wan Kenobi und Dain Baran sah.

Obi-Wan sah schlimm aus und wurde gerade von einem Pelóri verarztet. „Meister Kenobi!“ Mol’o konnte sich nicht zurückhalten und stürmte auf den überraschten Jedi-Meister zu und umarmte ihn kurz.

„Ich freue mich auch, dich gesund zu sehen, Mol’o“, sagte der Jedi lächelnd in seiner unnachahmlichen Art.


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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Schöner Kniff, um die Spannung noch weiter zu erhöhen *argh*. Die ganze Kämpferei aus Mol'os Sicht zu erzählen.

Oh man, da fiebert man wirklich nochmal mit *bibber*. Aber ... kann es sein, daß Mol'o ein bißchen ... äh, nicht gerade der Hellste ist, wenn du verstehst, was ich meine? Irgendwie kommt es mir so vor, wenn ich auch nicht recht weiß, woran ich es festmachen soll. Das kann jetzt aber auch nur ein Eindruck sein, finde ich nur irgendwie irritierend, weil er zu Anfang ja wesentlich abgebrühter wirkte *grübel*.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf das nächste Kapitel und warte voller Ungeduld ...
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Selana
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BeitragVerfasst am: 17.10.2007, 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Echt? Du hast bei Mo'lo diesen Eindruck? War aber nicht meine Absicht.
Auf jeden Fall geht es nun weiter.

13. Didra Lego

Nach ihrer Trennung von Obi-Wan lockten Yun-Jin Thon und Didra Lego eine Gruppe Klon-Soldaten nach der anderen in von ihnen vorbereitete Fallen. Doch dann schienen sich die Klone darauf eingestellt zu haben, denn immer wieder liefen sie selbst fast in eine Falle, aus der sie nur mit Hilfe der Macht entkommen konnten.

Yun-Jin spürte, dass Carn Dúm sich weiter von ihnen entfernte. Der Sith schien sich seiner so sicher zu sein, dass er gar nicht mehr versuchte seine Ausstrahlung zu verbergen.

Nach einigen Stunden hatten sie genug von dem Katz und Maus-Spiel und legten eine erste Ruhepause in einem sicheren Versteck ein, von wo aus sie jeden Gegner leicht erkennen konnten ohne selbst gesehen zu werden.

„Was sollen wir nun tun, Meisterin?“ Didra strich sich ihr dunkles Haar aus der Stirn. Sie war müde, hatte Hunger und Durst. Deshalb holte sie ihre Wasserflasche heraus und nahm etwas aus einer Notrations-Packung. Lustlos kaute sie darauf herum.

Yun-Jin beobachtete ihren Padawan. Sie bedauerte, ihr kein besseres Leben bieten zu können. Nur immer auf der Flucht zu sein, war kein Leben für ein junges Mädchen. Deshalb hoffte sie, dass es ihnen gelingen würde Eradan zu erreichen. Nur dort konnte Didra ein einigermaßen normales Leben führen unter hoffentlich einigen gleichaltrigen Freunden.

„Meisterin“, sagte Didra, nachdem sie genug gegessen hatte. „Ich spüre, dass der Sith sich von uns entfernt. Gibt er auf?“

Yun-Jin hätte fast aufgelacht. Ein Sith, der aufgab? „Mein Padawan, du musst noch einiges über die Sith lernen. Sie geben niemals auf. Er ist erneut Obi-Wan auf der Spur.“

„Meister Kenobi muss ihn sehr verärgert haben“, meinte Didra.

„Nein, nicht verärgert. Obi-Wan ist einer der wenigen Jedi-Meister, die noch am Leben sind. Und solange noch ein Meister lebt, wird es Jedi geben. Das wissen die Sith und deshalb sind sie hinter ihm her.“

„Aber Ihr seid ebenfalls eine Meisterin.“

„Das wissen sie nicht. Ich habe die Nachricht so gesendet, als wäre ich ebenfalls noch eine Jugendliche, also keine große Gefahr. Zwar reichen meine Fähigkeiten nicht ganz an die von Obi-Wan heran, aber wenn die Sith herausfinden, dass ich noch lebe, werde ich ebenfalls auf ihre Liste stehen.“

Didra sah zu Boden. Dann hob sie den Kopf und setzte zum Sprechen an, doch irgendwie wusste sie nicht, wie sie beginnen sollte.

Yun-Jin bemerkte das. „Was ist los, Didra? Du hast etwas auf dem Herzen. Sprich dich ruhig aus.“

„Ich habe Euch beobachtet.“

„Beobachtet?“

„Wie Ihr Meister Kenobi anseht.“

Yun-Jin spürte wie sie tiefblau wurde und sah schnell zu Boden. Sie hoffte, das Didra das nicht bemerkt hatte. „Wie meinst du das?“

„Meister Kenobi bedeutet Euch etwas.“

„Natürlich, wir sind gute Freunde.“

„Mehr als das, habe ich nicht Recht?“

Yun-Jin wollte schon auffahren, doch erstens war sie eine Jedi und die machten so etwas nicht und zweitens hatte ihr Padawan recht. „Da es den Jedi-Orden nicht mehr gibt, kann ich es zugeben. Wir hatten vor 15 Jahren eine Beziehung. Natürlich war das verboten, doch schließlich konnten wir nichts für unsere Gefühle. Sie waren stärker, als alle Verbote. Doch leider brachte uns die Pflicht wieder auseinander und wir sahen uns nicht mehr oft. Die Gefühle ebbten wohl ab.“

„Macht Ihr Euch nicht etwas vor, Meisterin? Und Ihr habt es selbst gesagt: den Jedi-Orden gibt es nicht mehr.“

„Aber wir sind immer noch Jedi. Außerdem scheint Obi-Wan für mich keine Gefühle mehr zu haben, zumindest keine, wie ich es mir wieder wünsche.“

„Wenn Ihr Euch da nur nicht irrt, Meisterin! Ich habe gesehen, wie er Euch ansieht, wenn er sich unbeobachtet fühlt.“

Jetzt konnte Yun-Jin ein Lächeln nicht mehr unterdrücken. „Dir entgeht anscheinend nichts, Padawan.“

„Dafür bin ich ja da! Um Euch zu dienen.“

„Nicht um mir zu dienen, sondern der Allgemeinheit. Es ist unsere Pflicht unser Wissen an junge Jedi weiterzugeben, damit unser Orden eines Tagen wieder neu entstehen kann.“

„Dafür werde ich alles tun, was in meiner Macht steht, Meisterin!“

„Davon bin ich überzeugt, Didra“, Yun-Jin legte ihr die Hand auf die Schulter und sah ihr Aufmunternd in die Augen. „Ich glaube, es wird Zeit, dass wir wieder aufbrechen. Gehen wir Obi-Wan suchen. Es hat keinen Zweck noch länger durch die Gänge zu schleichen. Die Klone haben sich inzwischen auf uns eingestellt und werden uns nicht mehr in die Falle tappen.“

Didra gab der Meisterin Recht. „Wie finden wir Meister Kenobi?“

„Konzentriere dich auf die Macht. Wende an, was ich Dich gelehrt habe.“

Die junge Frau gehorchte. Sie schloss die Augen und ließ die Macht fließen. Plötzlich glaubte sie etwas zu spüren. Didra öffnete die Augen und blickte Yun-Jin an. „Ich weiß wo er ist. Wir müssen in den Gang da vorne.“ Sie zeigte auf einen kleinen Tunnel, rechts von ihnen.

Yun-Jin nickte zustimmend. „Sehr gut, Padawan! Dasselbe habe ich gespürt.“

Sie folgten dem Gang bis zum Ende und bogen dann nach rechts ab, schließlich etwa zwanzig Meter geradeaus und dann nach links in einen kleinen Gang, der am Ende in eine große Kammer mündete. Von hier führten mindestens zehn weitere Gänge durch den Berg.

Didra und Yun-Jin sahen sich resigniert an. „Das reinste Labyrinth. Wir finden niemals wieder raus, geschweige denn Obi-Wan.“

„Vielleicht kann ich da helfen!“

Die Stimme ließ sie erstarren und dann erschreckt herumfahren. Aus einem der Gänge war ein Mann getreten, der der Spezies der Zabrak angehörte. Seine broncefarbige Haut schimmerte und die langen schwarzen Haare hatte er zu einem Zopf zusammen gebunden. Auf seiner Stirn saßen wie bei allen Zabrak vier kleine Hörner, die ihm ein gefährliches Aussehen verliehen. Er war ganz in schwarz gekleidet mit einem bodenlangen ebenfalls schwarzen Umhang.

Der Sith!

Yun-Jin verwünschte sich selbst, weil sie vergessen hatte, dass der Sith seine Ausstrahlung verbergen konnte. Wie konnte sie nur so dumm sein? Er hatte sie getäuscht, indem er sie glauben machte, dass er sich entfernen würde. Dann hatte er sich erneut getarnt und hatte sie gesucht.

Yun-Jin warf einen Blick umher. Hinter dem Sith und aus zwei weiteren Gängen kamen Klon-Soldaten und richteten ihre Blastergewehre auf sie. Und auch aus dem Gang, aus dem sie gerade gekommen waren, tauchten Soldaten auf. Sie saßen in der Falle. Gegen so viele Blastergewehre aus nächster Nähe konnten sie sich unmöglich verteidigen.

„Meisterin Yun-Jin Thon! Ich erkenne Euch. Ich bin überrascht, dass Ihr noch am Leben seid.“

„Wie ihr seht“, antwortete Yun-Jin kühl. „Und wer seid Ihr?“

Der Zabrak verbeugte sich tief. „Lord Carn Dúm zu Euren Diensten“, der Hohn sprach aus seinen Worten. „Der Imperator und Lord Vader werden erfreut sein, wenn ich Euch und Kenobi zusammen ausliefere. Ihr werdet mir doch sicher dabei helfen Kenobi zu fangen?“

„Warum sollte ich das tun? Ihr werdet Obi-Wan niemals fangen. Dafür ist er zu geschickt.“

„Er ist mir schon in die Falle gegangen.“

„Und wieder entkommen! Sonst würdet Ihr mich nicht als Köder benötigen.“

Carn Dúms Züge verhärteten sich und sein Gesicht verzog sich vor Ärger. „Ich gebe zu, der Jedi ist schlauer, als ich dachte. Er macht mir mehr Schwierigkeiten als erwartet. Doch das wird ihm letzten Endes nichts nützen.“

„Sagt mir, Sith! Habt Ihr die anderen Jedi schon gefunden? Habt Ihr und Eure Mörder sie schon getötet?“

„Nein, und ich denke inzwischen, dass sie überhaupt nicht hier sind. Ihr habt mich in die Irre geführt und mich vor meinen Klon-Soldaten lächerlich gemacht. Dafür werdet Ihr und Kenobi ebenfalls büssen müssen. Doch nun, bitte übergebt mir Euer Lichtschwert.“ Verlangend streckte der Sith die Arme aus.

Didra wurde dagegen von dem Sith überhaupt nicht beachtete. Für ihn zählte eine kleine Padawan nicht. Didra wurde rot vor Entrüstung, konnte dieses Gefühl jedoch beherrschen, in sich aufsaugen und wieder gehen lassen. Es brachte sie nicht weiter. Ein kühler Kopf musste bewahrt bleiben.

Die junge Frau sah sich unauffällig um, während die Meisterin mit dem Sith sprach. Didra erschauderte bei der Ausstrahlung der dunklen Macht aus nächster Nähe, versuchte diese Angst jedoch zu beherrschen und schließlich zu ignorieren.

Die Klone beachteten sie nicht groß. Nur einige Gewehre waren auf sie gerichtet, die meisten zielten auf die Meisterin. Didra sah nach oben. Einer der Eingänge, direkt neben ihr, schien einsturzgefährdet zu sein. Ein Steinblock war schon heruntergefallen und blockierte den halben Gang. Wenn es ihr gelang noch einen herunterfallen zu lassen, würde er ganz zugeschüttet sein. Allerdings bestand dabei auch die Gefahr, dass der ganze Gang einstürzte. Aber entweder das oder die Gefangenschaft in den Händen der Sith.

Dann lieber sterben!

Didra konzentrierte sich auf ihre Meisterin. Yun-Jin bemerkte, dass Didra etwas von ihr wollte, aber vor dem Sith ließ sie sich nichts anmerken. Sie verwickelte ihn weiter in ein Gespräch, auf das dieser einging. Seine Arroganz und sein Ego waren so groß wie der ganze Planet. Sie vermittelte Didra Zustimmung, was auch immer ihr Padawan vorhaben mochte.

Didra sah den Felsblock an und setzte die Macht ein. Sie war gut darin Gegenstände mit Hilfe der Macht zu bewegen, doch an einem großen Felsbrocken hatte sie sich noch nicht versucht. Doch es schien zu klappen. Didra sah, wie er zu wackeln anfing und fixierte ihn mit Hilfe der Macht. Dann packte sie Yun-Jin am Arm und zog sie mit sich, als sie sprang. Die Macht katapultierte sie in den Gang und Didra ließ den Felsen los. Ohne die Fixierung durch die Macht stürzte er mit Getöse herunter und versperrte den Eingang. Aber auch der Gang drohte nun einzustürzen.

Die Meisterin und ihr Padawan waren sofort wieder auf den Beinen und liefen los. Hinter ihnen stürzte der Gang mit ohrenbetäubendem Gepolter ein. Sie schafften es gerade noch in eine Abzweigung, bevor der Gang vollends einstürzte.

„Das war knapp, Meisterin“, sagte Didra.

„Das war nicht knapp, das war ein wahres Meisterstück, mein Padawan. Ich bin stolz auf dich.“

Didra errötete angesichts des Lobes. „Und jetzt?“

„Jetzt suchen wir weiter nach Obi-Wan.“

Eine Bewegung lenkte Yun-Jin ab. Blitzschnell drehte sie sich um, doch da war nichts, nur der Schatten, den sie warfen.

Schatten?

Wie konnte es hier unten Schatten geben?

Und Licht!

Im Eifer des Gefechtes hatten sie nicht weiter darauf geachtet, was der Grund für die indirekte Beleuchtung der Gänge war. Zwar nicht hell und nicht wie Sonnenlicht, doch so, dass man immer etwas sehen konnte. Yun-Jin blickte die Wände an und bemerkte eine leuchtende Ablagerung. Sie fuhr mit der Hand darüber und hatte die Erklärung: Algen.

„Meisterin!“ Didra hatte Yun-Jin nicht aus den Augen gelassen. „Was ist los?“

„Dieses seltsame Licht stammt von den Algen, die an den Wänden wachsen.“

„Das ist mir schon länger aufgefallen.“

Yun-Jin blickte die junge Frau wohlwollend an. „Dann ist dir mehr aufgefallen als mir. Vielleicht solltest du die Meisterin sein“, scherzte Yun-Jin.

„Das käme mir nie in den Sinn, Meisterin.“

„Aber du hast viel gelernt. Wenn wir auf Eradan sind, kannst du damit beginnen die ganz jungen Leute auszubilden.“

„Ich? Aber ich bin selbst noch ein Padawan.“

„Du bist nun über 18 Jahre alt. Ich habe dir alles beigebracht, was ich weiß. Es wird Zeit, dass du dasselbe machst. Wir brauchen jeden ausgebildeten Jedi, egal wie alt er ist. Oder traust du dir das nicht zu?“

„Doch, Meisterin! Und es wird mir eine Ehre sein. Aber auch wenn ich nicht mehr Euer Lehrling bin, werdet Ihr immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.“

„Das freut mich, Didra, und du in meinem Herzen.“

Da wer er wieder, dieser Schatten. Aus den Augenwinkeln beobachte Yun-Jin ihn. Er schien ein Eigenleben zu besitzen. Es war kein Schatten, es war …!

Ein Echsenwesen! Und zu ihm gesellten sich noch weitere. Doch sie hatten die Hände erhoben, zum Zeichen ihrer guten Absicht. So ließen auch Yun-Jin und Didra ihre Lichtschwerter stecken.

Eines der seltsamen Wesen trat vor. „Ihr seid die Jedi-Meisterin Yun-Jin Thon und Euer Lehrling Didra Lego.“

Das war keine Frage sondern eine Feststellung.

Yun-Jin und Didra nickten gleichzeitig, mehr als überrascht, dass die Unbekannten ihre Namen wussten.

„Dann folgt uns.“

„Wohin?“

„Meister Obi-Wan Kenobi bat uns Euch zu suchen, Jedi. Wenn ihr aber nicht mitkommen wollt?“

„Schon gut! Wir suchen Obi-Wan ebenfalls.“

„Ist das eine gute Idee, Meisterin?“ fragte Didra.

„Keine Ahnung, aber haben wir eine große Wahl?“

Das hatten sie nicht, also gingen sie mit den Echsenwesen mit, die sich als die Pelóri vorstellten. Nach etwa einer halben Stunde kamen sie in einer großen Höhle mit einem See heraus.

Eine Gestalt lief ihnen entgegen: Dain Baran.


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Selana
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BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 13:06    Titel: Antworten mit Zitat

14. Dain Baran

„Dain!“ Didra lief los und umarmte den Jungen freudig. In den Jahren ihres Zusammenseins hatte sie Dain in ihr Herz geschlossen.

Auch Yun-Jin zeigte ihre Freude den Jungen zu sehen. Dann sah sie sich suchend um. „Wo ist Obi-Wan?“

Dain zeigte zu dem Eingang einer kleinen Höhle. Dort standen Obi-Wan und Mol’o.

„Sagt bitte nichts, was ihn verstimmen könnte, Meisterin! Er hätte den Kampf gegen den Sith fast gewonnen. Nur seine Verletzung und das Auftauchen der Klone verhinderten das.“

Als Yun-Jin sich Obi-Wan näherte sah sie auch, was Dain meinte. Obi-Wan war in keiner sehr guten Verfassung. Sein linker Arm steckte in einer gipsartigen Manschette, um seine ausgerenkte Schulter war ein Verband geschlungen und auch an seiner Hüfte sah sie einen. Sie erschrak sehr. Hätte sie Obi-Wan fast erneut verloren?

Sie trat zu ihm und sah ihn mitfühlend an. „Obi-Wan! Was ist geschehen?“

„Hat Dain dir das nicht erzählt? Ich habe meinen Kampf gegen Carn Dúm verloren.“

„Dain sagte, dass du fast gewonnen hättest.“

„Richtig! Fast!“

„Du darfst dir keinen Vorwurf machen, er ist ein Sith. Erzähle.“

Dain plapperte einfach los. „Ich habe noch nie einen solchen Kampf gesehen, Meisterin! Wäre Meister Kenobi nicht verletzt gewesen, hätte der Sith keine Chance gehabt.“ Er fing an den Kampf in allen Einzelheiten zu schildern.

Obi-Wan unterbrach den Jungen in seinem Eifer nicht und hörte nur schmunzeln zu, wie Dain manches noch heroischer darstellte, als er es in Erinnerung hatte.

„Meister! War es nicht so?“ wandte sich Dain dann an Obi-Wan.

„Du hast nur etwas vergessen, Padawan.“

„Was?“ Überrascht blickte Dain zu dem Meister. Nach seiner Erinnerung hatte er nichts vergessen.

„Du hast dich ebenfalls dem Sith gestellt und mich am Ende gerettet.“

„Dain! Du hast gegen den Sith gekämpft!“ rief Didra überrascht. „Bist du wahnsinnig?“

„Er war sehr tapfer“, fügte Obi-Wan hinzu.

„Ja, und ein Schlag des Sith reichte, um mich bewusstlos ins Wasser zu schleudern. Nicht gerade ruhmreich, Meister.“

„Darauf kommt es nicht an, Dain. Du hast dich gestellt, nur das zählt.“

Dain strahlte Angesichts des Lobes. Was würde er dafür geben, wenn Meister Kenobi wirklich sein Meister würde. Vielleicht sollte er ihn, wenn alles vorbei war, einfach fragen?

„Und als Dúm mich gerade töten wollte, hat sich Dain erneut mutig auf ihn geworfen. Als wir dann ins Wasser sprangen, hat er mich vor dem Ertrinken gerettet.“

„Das hast du sehr gut gemacht, Dain“, lobte ihn auch Yun-Jin. „Du wirst eines Tages ein großer Jedi sein.“

„Wenn es den Orden wieder geben sollte.“

„Der Orden wird wieder existieren“, sagte Yun-Jin.

„Doch sagt, wie ist es bei euch gelaufen?“ wollte Obi-Wan wissen. „Leider hat mein Superplan den Sith zu vernichten, nicht funktioniert.“

„Du hast alles nur getan, um uns und die überlebenden Jedi zu retten. Mach dir keine Vorwürfe.“

Dann erzählten Yun-Jin und schließlich auch Mol’o, wie sie zu den Pelóri gestoßen waren.

Am Ende wandte sich Yun-Jin an Obi-Wan. „Was machen wir nun?“

Bevor Obi-Wan antworten konnte, sahen sie Lau-Wah auf sich zu kommen. Der Pelóri sah zufrieden aus.

„Ich grüße Euch, Jedi!“ begann er. „Mein Plan funktionierte. Die Klon-Soldaten sind in den äußeren Gängen gefangen und werden sich kaum befreien können. Wir haben alle Zugänge zu unserem Teil gut getarnt und verbarrikadiert. Sie werden keine Gefahr mehr darstellen. Weder für euch noch für uns.“

Obi-Wan hatte gewusst, dass Lau-Wah so etwas geplant hatte. Doch eines machte ihm doch noch Sorgen. „Was ist mit dem Sith? Ist auch er gefangen?“

Lau-Wah sah nun nicht mehr so zufrieden aus. „Wir wissen leider nicht, wo der Sith ist. Keiner meiner Leute konnte ihn finden.“

„Und wir spüren ihn auch nicht“, fügte Yun-Jin hinzu.

„Er muss sich wieder getarnt haben“, meinte Obi-Wan und sah sich beunruhigt in der Wohnhöhle um. Dem Sith traute er zu, dass er das versteckte Reich der Pelóri finden würde. Es gab nur eine Möglichkeit. „Wir müssen weg von hier. Es ist immer dasselbe. Wo wir auch hinkommen, wir bringen wir die Bewohner in Gefahr. Es wird Zeit, dass wir nach Eradan gelangen.“

„Meine Leute können Euch nach oben bringen, Jedi. Wir kennen Geheimwege, die sonst niemand kennt“, sagte Lau-Wah.

„Dann los!“ Yun-Jin sah Obi-Wan an. „Schaffst du das? Es ist ein langer Weg nach oben.“

„Ich bin doch kein alter Mann!“ entrüstete sich Obi-Wan.

„Aber schwer verletzt.“

„Ich schaffe es.“

Lau-Wah rief ein paar Namen und verabschiedete sich dann herzlich von den Jedi. „Ihr seid jeder Zeit willkommen, Jedi.“

Sechs Pelóri bildeten ihre Eskorte. Obi-Wan fühlte sich lange nicht so stark, wie er vorgab, doch er wollte kein Hindernis sein. Immerhin konnte er laufen, da nur sein Arm, die Schulter und die Hüfte verletzt waren.

Nur!

Außerdem erinnerte er sich, dass er sich in den Klon-Kriegen schwerere Verletzungen zugezogen hatte und sich davon nicht hatte abhalten lassen, weiter zu kämpfen.

Die Klon-Kriege!

Nur aus einem Zweck herbeigeführt, um die Jedi zu vernichten und um einen Mann an die Macht zu bringen. Dafür hatten Abermillionen Lebewesen sterben müssen. Und Anakin war auf diesen Mann herein gefallen.

Die Pelóri führten sie schmale und enge Gänge entlang, die meist steil nach oben führten. Es gab kaum Abzweigungen. Dadurch konnten sie in kürzester Zeit die Oberfläche erreichen.

Einer der Pelóri, er nannte sich Lau-Tan, erklärte, dass sie diese Gänge immer benutzten, wenn sie zur Oberfläche gingen. Obi-Wan hatte Mühe mitzukommen, doch das ließ er sich nicht anmerken. Manchmal waren die Gänge rutschig und während die anderen beide Arme zum Abstützen benutzen konnten, hatte er nur einen zur Verfügung.

Yun-Jin bemerkte das natürlich und half ihm dann unmerklich, wofür er ihr sehr dankbar war. Er fühlte ihre Nähe und spürte ihre Besorgnis. Die alten Gefühle kamen wieder hoch in ihm und am liebsten hätte er sie in die Arme genommen. Doch noch war nicht die Zeit dafür. Wenn sie auf Eradan waren, wollte er jedoch mit ihr sprechen.

Einer der vorgehenden Pelóri hob plötzlich den Arm. Alle blieben stehen. Lau-Tan erklärte, dass sein Freund etwas gehört hatte. Alle lauschten. Plötzlich glaubte Obi-Wan die Präsenz des Sith zu spüren. Yun-Jin sah ihn besorgt an.

Auch Didra und Dain sahen sie fragend an, doch Yun-Jin gab ihnen mit Gesten zu verstehen ruhig zu sein. Schließlich entfernte sich der Sith wieder. Doch sie waren gewarnt. Carn Dúm war in der Nähe.

„Einer der offiziellen Gänge führt an dieser Stelle vorbei“, erklärte Lau-Tan ihnen. „Wir sind nur durch die Felsenwand von ihm getrennt. Es gibt jedoch keine Verbindung. Der Sith kann nicht zu uns.“

„Aber er hat uns sicher auch gespürt und weiß, dass wir uns zur Oberfläche begeben“, sagte Yun-Jin. „Wie weit ist es noch?“

„Wir sind gleich oben, aber keine Sorge, dieser offizielle Gang, den der Sith benutzt, führt zwar auch nach oben, aber macht vorher viele Windungen und viele Gänge zweigen ab. Bis der Sith draußen ist, seid ihr schon weg. Kommt! Wir beeilen uns!“

Nun hielt sie nichts mehr zurück. Lau-Tan und seine Freunde eilten voran und die Jedi folgten. Der Pelóri hatte nicht zuviel versprochen. Nach einigen Minuten schnellen Laufes erreichten sie die Oberfläche.

Als sie den Eingang erreichten, erkannten sie, warum niemand den Eingang finden konnte. Sie befanden sich mitten in einer hohen Felswand. Der Eingang war so schmal, dass sie kriechen mussten, um herauszukommen.

Dain war vorne und sah hinunter. Das waren mindestens fünfzig Meter. „Wie kommen wir da hinunter?“ fragte er.

Einer der Pelóri zwängte sich neben den Padawan. In der Hand hielt er eine Strickleiter. Sie war um einen extra dafür hergerichteten Felsen geschlungen und festgebunden. Als der Pelóri sie nach unten warf, sahen sie, dass sie genau bis zum Erdboden reichte.

„Ich gehe vor“, sagte Yun-Jin und schwang sich ohne zu zögern über den Rand und kletterte die schwankende Leiter hinunter. Mol’o war der nächstes und kletterte ohne Anzeichen von Furcht hinterher.

Dain und Didra waren die nächsten. Obi-Wan verabschiedete sich herzlich von den Pelóri und setzte vorsichtig einen Fuß auf die Leiter. Er konnte nur den rechten Arm benutzen, doch da die Pelóri oben und Yun-Jin unten die Strickleiter festhielten, konnte er einigermaßen bequem hinuntersteigen. Natürlich brauchte er länger als die anderen und war froh, als er festen Boden unter den Füßen hatte.

Yun-Jin hatte bei Obi-Wans Abstieg den Atem angehalten, doch er stieg trotz seiner Verletzungen geschickt nach unten.

Sie klopfte ihm anerkennend auf die unverletzte Schulter. „Sehr gut gemacht, Jedi-Meister!“

Obi-Wan schenkte ihr ein etwas verzerrtes, aber erleichtertes Lächeln. „Freut mich, dass du mir den Abstieg noch zutraust.“ Er sah nach oben und erschauderte innerlich, als er die Höhe bemerkte. Die Pelóri winkten ihnen zu und Obi-Wan winkte zurück.

Dann sah sich Obi-Wan um. Sie standen am Fuß eines Berges, der sich aus dem Urwald erhob. Nicht weit entfernt lagen die Reste der alten Stadt. Und dort sahen sie auch ihr Raumschiff, daneben den Transporter der Klon-Soldaten.

Obi-Wan zog seinen Umhang fester um sich, als ein scharfer Wind um den Felsen fuhr. Düstere Wolken zogen auf, die sich schnell über den Himmel verteilten. Mit dem Wind kam leichter Regen auf. „Ein Unwetter scheint aufzuziehen. Wir sollten uns beeilen.“

„Meister“, Mol’o sah den Jedi besorgt an. „Glaubt Ihr nicht, dass die Klone Wächter bei dem Transporter ließen?“

„Das ist mehr als wahrscheinlich, und bedeutet, dass wir vorsichtig sein müssen. Aber wir müssen uns beeilen, denn der Sith wird nicht lange auf sich warten lassen.“

„Und vielleicht hat er die Wächter alarmiert“, warf Dain ein.

„Ja, dass könnte er.“ Obi-Wan warf Dain einen aufmunternden Blick zu. „Gut nachgedacht, Padawan. Möchtest du die Gegend auskundschaften?“

„Ja, Meister!“ Begeistert machte sich der Junge daran, seinen Auftrag auszuführen. Obi-Wan beobachtete ihn und sah, dass er seine Aufgabe mit großer Sorgfalt und viel Eifer ausführte. Er vermisste es, einen Padawan zu haben.

Yun-Jin war Obi-Wans Blick nicht verborgen geblieben. „Vielleicht solltest du ihn als Padawan annehmen?“

„Das ist keine gute Idee. Wie du weißt, kehre ich nach Tatooine zurück, um auf den Sohn von Anakin aufzupassen. Was soll ein Junge wie Dain in der Wüste anfangen? Er braucht junge Menschen im gleichen Alter um sich.“

„Wenn du meinst, aber wäre das nicht Dains Entscheidung?“

Obi-Wan wurde zu seiner Erleichterung erspart, darauf zu antworten, denn Dain kam zurück. Sein Gesicht glühte vor Tatendrang. „Wir hatten Recht, Meister! Es sind ein paar Wächter zurückgeblieben und sie scheinen uns zu erwarten.“

„Und was schlägst du dann vor?“

„Ich?“

„Ja, als Padawan musst du lernen, selbst Entscheidungen zu treffen.“

Dain überlegte einen Augenblick. „Wir umgehen sie und greifen sie von hinten an. Die Überraschung wird uns helfen, sie auszuschalten. Unser Schiff scheint noch sicher zu sein, denn ich konnte keine Schäden feststellen, die auf Einbruch schließen lassen.“

„Sehr gut, gehen wir“, sagte Obi-Wan.

„Wir gehen! Überlass uns das und komm dann mit Mol’o nach, sobald wir die Klone erledigt haben. Keine Widerrede! Du bist verletzt und kannst nicht kämpfen“, Yun-Jins Gesichtausdruck ließ keinen Widerspruch zu.

Obi-Wan gab klein bei und Mol’o sagte, nicht ohne Schadenfreude in der Stimme: „Jetzt wisst Ihr, wie ich mich fühlte, als Ihr mir befahlt zurückzubleiben, Meister Kenobi.“

Der Jedi warf Mol’o einen missmutigen Blick zu, sagte aber nichts. Die beiden sahen dann zu, wie die drei Jedi ausschwärmten und sich den Raumschiffe von der anderen Seite näherten. Obi-Wan sah die Klone nicht, fühlte aber deren Anwesenheit. Und auch Carn Dúm würde bald auftauchen. Höchste Zeit also für die Flucht.

Plötzlich sahen sie die Jedi mit aktivierten Lichtschwertern auftauchen und sich auf die überraschten Klone stürzen. Damit hatten diese nicht gerechnet.

Obi-Wan gab Mol’o ein Zeichen und sie liefen zum Drachen hinüber.

Mol’o untersuchte seine Sicherheitsmaßnahmen. „Alles in Ordnung, Meister! Meine Sicherheitsmaßnahmen haben gehalten. Niemand konnte das Schiff betreten.“ Er sah zu Obi-Wan, gab ihm einen Stoß, dass er zu Boden stürzte und hob blitzschnell seinen Blaster und schoss. Der Schuss ging knapp über Obi-Wan hinweg und traf den Klon-Soldaten, der dabei war dem Jedi in den Rücken zu schießen.

„Danke, Mol’o“, sagte Obi-Wan. „Du hast mein Leben gerettet.“ Dieser Zwischenfall bewies Obi-Wan, dass Yun-Jin in ihrer Beurteilung, was seinen Kampfeinsatz betraf, richtig entschieden hatte. Die Macht hatte ihn nicht vor dem Angriff gewarnt, was er auf seine Müdigkeit und seine Verletzungen zurückführte.

„Das wenigste, was ich tun konnte, Meister!“ Er gab Obi-Wan die Hand und zog ihn wieder auf die Beine. „Tut mir leid, dass ich so grob handeln musste.“

Obi-Wan klopfte dem Twi’lek auf die Schulter. „Keine Entschuldigung. Und nenn mich Obi-Wan. Du bist ein treuer Freund.“

Mol’os Gesicht wurde dunkelblau vor Stolz wegen des Freundschaftsangebots des Jedi. „Kommt mit, Obi-Wan!“ Mol’o ließ die Rampe hinunter und stürmte in das Schiff, dicht gefolgt von dem Jedi. Die beiden liefen in die Zentrale und der Twi’lek machte das Schiff startklar, während Obi-Wan erneut nach versteckten Sendern suchte. Doch er fand diesmal nichts. Trotzdem beschloss Obi-Wan kein Risiko einzugehen. Er wollte sich des Schiffes so schnell wie möglich entledigen.

Yun-Jin, Dain und Didra stürmten ins Schiff.

„Alles klar“, sagte Yun-Jin. „Die Rampe ist zu. Niemand kann mehr herein und die Klone sind erledigt.“

Obi-Wan nickte erleichtert. Gleich darauf hob das Schiff ab und schoss hinauf in den düsteren Himmel.

Unten kam gerade Carn Dúm ins Freie. Er sah das Schiff in den Wolken verschwinden und hob wütend die Faust. „Flieht nur, ihr Narren! Ich finde euch, wo immer ihr euch auch verstecken werdet.“

Der Sith konnte es noch immer nicht fassen, dass er von den Jedi ausgetrickst worden war. Es gab nur dämliche Eingeborene, die sowohl ihn, als auch die Jedi verfolgt hatten. Es war ihm zwar gelungen Kenobi mit dem Sender zu überlisten, aber anscheinend hatte dieser dann den Sender gefunden und den Spieß umgedreht. Sie hatten ihn hierher gelockt, um ihn zu töten. Aber das war ihnen nicht gelungen. Was auch den Eingeborenen zu verdanken war, mit denen Kenobi wohl nicht gerechnet hatte. Selbst hatte Carn Dúm diese nicht gesehen, aber einige seiner Klone hatten ihm gesagt, das die Eingeborenen zwei der Jedi, der Beschreibung nach Kenobi und den Jungen, angegriffen und verschleppt hatten.

Auch hier war das Glück Kenobi erneut Hold, denn er konnte vor den Echsen fliehen. Carn Dúm begriff, dass er Kenobi unterschätzt hatte. Darth Sidious und Darth Vader hatten mit ihrer Warnung nicht übertrieben, aber dass würde er vor den beiden nicht zugeben. Überhaupt konnte er von Glück sagen, wenn er das Treffen mit ihnen überleben würde, wenn er die Flucht von Kenobi und den drei Jedi meldete.

Am besten würde es sein, er würde die Meldung per Holo-Com machen, dann konnten die beiden sich aufregen wie sie wollten. Er würde einfach behaupten, dass er eine Spur von Kenobi hatte und diese weiter verfolgen wollte.

Und das würde er auch tun, denn Kenobi war nun zu einem persönlichen Übel geworden. Niemand legte einen Carn Dúm ungestraft herein und überlebte das lange.

Er gab den ihn begleitenden Klone, die er befreit hatte, ein Zeichen mitzukommen. Er wollte die Spur der Jedi aufnehmen und eines Tages würde er sie finden.


Fortsetzung folgt
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