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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 30.09.2007, 12:11 Titel: Star Wars: Die letzten Jedi |
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Story: Die letzten Jedi
PG: 15
Autor: Selana
Inhalt: 5 Jahre sind seit Episode 3 vergangen. Obi-Wan Kenobi wird von Senator Bail Organa um Hilfe gebeten. Er soll drei Jedi in Sicherheit bringen, die sich auf einem Planeten im Outer Rim versteckt halten. Doch dort lauert schon ein Schüler von Darth Sidious auf Obi-Wan. Eine Flucht durch die halbe Galaxis beginnt.
Disclaimer: Die Rechte an Star Wars und seiner Charakteure gehört George Lucas. Diese Story wird nur zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.
1. Obi-Wan Kenobi
Die Sonne ging mit blutroten Strahlen auf, als Obi-Wan Kenobi, Jedi-Meister und ehemaliger General der alten Republik, einen letzten Blick auf sein Haus in der Jundland-Wüste von Tatooine warf. Er hoffte das Haus wieder zu sehen, da die Mission, zu der er aufbrach, gefährlich zu werden versprach.
Obi-Wan war ein mittelgroßer schlanker Mann, Mitte vierzig, mit Bart und kurzen blonden Haaren. Seine Augen, hell, ausdrucksstark und durchdringend, zeigten jedem, dass er in seinem Leben schon viel gesehen und erlebt hatte.
Fünf Jahre waren seit dem Untergang der Jedi und dem Aufstieg von Kanzler Palpatine zum Imperator vergangen. Diese Zeit hatte er meist in der Einsamkeit der Wüste verbracht. Er lernte, meditierte und verbesserte seine Fähigkeiten der Macht. Nur hin und wieder verließ er Tatooine, wenn seine Freunde ihn riefen.
Die Macht war es, die ihm die Kraft gab durchzuhalten und der Gedanke an den kleinen Jungen, der nicht weit entfernt auf der Farm seines Onkels Owen Lars aufwuchs. Luke wusste es nicht, aber in Obi-Wan hatte er einen mächtigen Beschützer und später so hoffte Kenobi, auch einen Lehrmeister in der Unterweisung der Macht.
Lukes Vater war der Sith Lord Darth Vader, Obi-Wans ehemaliger Schüler Anakin Skywalker, der sich zur dunklen Seite der Macht hatte bekehren lassen, und damit Handlanger des Imperators wurde, ein Instrument des Terrors und der Gewalt. Es traf Kenobi hart, dass er bei Anakin auf der ganzen Linie versagt hatte, als Lehrer, als Freund und auch als Ersatzvater.
Neun Jahre alt war der Junge gewesen, als er sein Padawan wurde, erst gegen seinen Willen. Da es jedoch der letzte Wunsch seines alten Meisters Qui-Gon Jinn gewesen war, den Jungen auszubilden, hatte Obi-Wan den jungen Anakin unter seine Obhut genommen. Später jedoch hatte er sich ein Leben ohne Anakin nicht mehr vorstellen können. Nicht nur er hatte dem Jungen etwas gelehrt, auch Anakin brachte ihm viel bei. Sie waren mehr als Lehrer und Schüler gewesen. Freunde, Brüder, Vater und Sohn, alles in einem. Ohne Anakin wäre er nie der Jedi geworden, der er heute war, bzw. der er einst gewesen war. Denn die Jedi gab es nicht mehr. Doch die Macht war stärker in ihm als je zuvor.
Die meisten Jedi-Meister hatten in den Klonkriegen als Generäle der Republik gedient und waren von ihren eigenen Klon-Soldaten oder später von Darth Vader und seinen Mördern getötet worden. Die wenigen, die entkommen waren, hatten sich zurückgezogen, so wie er selbst oder Meister Yoda.
Obi-Wan hatte Yoda schon seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Als Abschiedsgeschenk hatte er ihm noch Übungen mitgegeben, die er lernen sollte. Es ging um Qui-Gons Geheimnis, die Unsterblichkeit zu erlangen. Aufzugehen in der Macht. In der Lage zu sein, die Jenseits-Sphären, in die man nach dem materiellen Tode einging, zu verlassen, wenn auch nur als geisterhafte Erscheinung. Bisher hatte er damit leider noch keinen Erfolg gehabt.
Senator Bail Organa von Alderaan hatte ihn nun um Hilfe gebeten. Noch immer suchten seine Leute nach versprengten Jedi-Rittern, denen die Flucht gelungen war. Bail sammelte diese Leute auf einem Planeten, weit außerhalb des Einflussbereiches des Imperiums. Noch weit außerhalb des Outer Rims, des äußersten Rand der bekannten Galaxis. Organas Schiffe waren weiter ins Unbekannte vorgedrungen und hatten unbekannte Welten und Wesen entdeckt, die noch nie ein Lebewesen zuvor gesehen hatte.
Auf dem Planeten Eradan lebten die letzten Jedi in Sicherheit. Dort sammelten sie Kinder um sich, die auch die Fähigkeit der Macht besaßen. Eines Tages würde es wieder Licht werden in der Galaxis, wenn der Imperator vernichtet sein würde. Dann konnten die Jedi erneut ins Licht treten und wiederum für das Gute in der Galaxis kämpfen. Nun wusste er, dass sich die alte Prophezeiung nicht nur auf Anakin bezogen hatte, sondern auf seinen Sohn Luke. Luke würde derjenige sein, der das Gleichgewicht der Macht erneut herstellen würde.
Oft fragte sich Obi-Wan, woher er diese Überzeugung nahm. Vielleicht war es die Macht selbst, die es ihm sagte. Sie gab ihm große Macht in Form von ungewöhnlicher Selbstheilung bei Verletzungen und die Fähigkeit der Tarnung in Gefahrenzeiten. Auch konnte er mit ihrer Hilfe, sich anderer Personen und Orte bewusst machen und seine Umwelt manipulieren.
Mit einem lässigen Satz sprang Obi-Wan in seinen Land-Speeder, der ihn zum Raumhafen Mos Eisley bringen würde. Dort hoffte er eine Passage in einem Raumschiff zu finden, das ihn nach Alderaan bringen würde. Das war nicht ungefährlich für ihn, denn Imperator Palpatine hatte einen hohen Preis auf seinen Kopf ausgesetzt, denn er wusste, dass Obi-Wan noch lebte. Dasselbe galt für Meister Yoda, welcher jedoch sicher auf Dagobah lebte.
Aus diesem Grunde hatte sich Obi-Wan als einfacher Reisender verkleidet. Eine dunkle Hose aus einem anspruchslosen gewebten Stoff und ein entsprechendes Hemd dazu. Sein Lichtschwert hatte er in einer kleinen Tasche versteckt, dass er an einem Gürtel unter dem Hemd trug. In anderen Taschen seines Gürtels befand sich seine weitere Jedi-Ausrüstung, unter anderem auch sein Seilkatapult. Ein langer dunkler Umhang mit großer Kapuze vervollständigte seine Tarnung. Außerdem konnte er mit Hilfe der Macht seine unmittelbare Umgebung manipulieren.
Am späten Nachmittag erreichte er den Raumhafen. Seinen Speeder stellte er in einer kleinen Garage unter, abseits der belebten Zonen der Stadt. Diese benutzte er immer, wenn er sich in Mos Eisley aufhielt. Sie gehörte einem alten Freund, der keine Fragen stellte. Einst hatte Obi-Wan ihm geholfen seine Tochter zu retten. Dafür war der Mann ihm ewig dankbar.
Keran Wultin wohnte gleich neben der Garage und Obi-Wan besuchte ihn jedes Mal. Vielleicht wusste er jemanden, der ihn mitnehmen konnte.
Keran war zu Hause. „Obi-Wan! Auch mal wieder in der bösen, bösen Zivilisation!“
Der Jedi grinste seinen Freund an. „Ja, das bin ich. Und wie immer brauche ich deine Hilfe.“
„Allzeit bereit, einem Jedi zu helfen. Was du für mich getan hast, werde ich dir nie vergelten können. Lora ist mein ein und alles. Was kann ich diesmal für dich tun?“
„Ich brauche eine Raumpassage nach Alderaan“.
„Bist du wahnsinnig geworden? Alderaan, im Herzen des Imperiums. Darth Vader und der Imperator werden sich freuen, wenn du dich freiwillig in ihrem Spinnennetz verfängst.“
„Bail Organa hat mich um Hilfe gebeten. Er ist ein guter Freund und würde mich nie verraten.“
„Na schön! Wie du meinst. Ich besorge dir eine Passage und hoffe, dass ich dich wieder sehen werde.“
Obi-Wan klopfte ihm auf die Schulter. „Keine Sorge, alter Freund, du siehst mich bald wieder. Doch nun eile! Die Zeit drängt.“
Obwohl Keran sich sogleich auf den Weg machte, dauerte es Stunden bis er zurückkam. „Tut mir leid, dass es so lange dauerte, aber dafür habe ich eine sichere Passage für dich gefunden. Es ist ein altes Passagier-Schiff, zwar langsamer als die neuen Kreuzer, dafür aber sicherer für jemanden wie dich. Der Kapitän ist ein alter Freund und schuldet mir noch einen Gefallen. Du musst dich beeilen. Das Schiff fliegt in einer Stunde ab. Es liegt in Rampe 4.“
„Hast du mich wieder als Ben angemeldet?“
„Wie üblich.“ Keran umarmte ihn nochmals herzlich, dann eilte der Jedi leichtfüßig davon. Trotz der vielen verwinkelten und engen Gassen von Mos Eisley fiel es ihm leicht Rampe 4 zu finden. Dort stand ein altes und verwittert aussehendes Passagier-Schiff, doch der scharfe Blick des Jedi sah sofort, dass es in gutem Zustand war. Es war nicht sehr groß, vielleicht 100 Passiere fanden darin Platz, doch genau das hatte Obi-Wan gesucht.
Über die Rampe betrat er das Schiff. „Ben Kenobi“, sagte er zu dem menschlichen Kontrolleur, wohl bewusst, dass er keine Flugkarte besaß. Doch im Notfall würde er sich einfach mit Hilfe der Macht Zutritt verschaffen. Das war jedoch nicht notwendig.
„Ah! Endlich! Wir warten schon auf Euch, Sir. Geht bitte weiter, ich werde dem Kapitän melden, dass Ihr an Bord sind.“
Schnell tat Obi-Wan wie ihm geheißen und verschwand im Schiff. Er verstand es ausgezeichnet, sich unsichtbar zu machen. Es gab keine Kabinen, nur ein großer offener Raum, an dessen Wände sich Pritschen zum Schlafen befanden. Wie Keran gesagt hatte, kein Luxus, doch das machte dem Jedi nichts aus.
Er suchte sich einen Schlafplatz ganz in der Ecke und machte sich so unsichtbar wie möglich. Der Flug würde zwei Tage dauern und er hoffte unbelästigt zu bleiben. Seine Wünsche erfüllten sich. Niemand beachtete den unscheinbaren Reisenden in der Ecke, der mit niemanden sprach und sich auch sonst kaum rührte.
Der Flug zog sich in die Länge. Er verbrachte die meiste Zeit in der Meditation. Als sie endlich ihr Ziel erreichten, verließ Obi-Wan als einer der letzten das Schiff. Der Kontrolleur wollte seinen Ausweis sehen.
Obi-Wan fuhr dem Mann mit der Hand vor dem Gesicht herum und setzte die Macht ein. „Du brauchst meinen Ausweis nicht zu sehen. Niemand meines Aussehens hat das Schiff verlassen.“
„Bitte geht weiter, Sir!“ sagte der Kontrolleur, der den starken Kräften der Macht nichts entgegen zu setzen hatte. Er vergaß den Mann, sobald dieser an ihm vorbei gegangen war.
Obi-Wan sah sich um. Wie erwartet war das Schiff auf der Landeplattform eines der schwebenden Städte von Alderaan gelandet. Doch es war nicht die Hauptstadt Aldera, wo der Palast der Familie von Senator Organa stand. Obwohl Alderaan eine demokratische Welt war, hatten die Bewohner ihre königliche Familie behalten: das Haus Organa.
Bail Organa war Erster Vorsitzender und Vizekönig von Alderaan. Ein einflussreicher Politiker und noch immer Senator im Dienste des Imperators. Nur die wenigsten wussten, dass er einer der führenden Köpfe der Rebellen-Allianz war, einer der Gründer der Bewegung. Wenn der Imperator auch nur den geringsten Verdacht gegen Bail hegen würde, dann würde ihm auch seine Macht und Einfluss nichts mehr nützen. Er wäre ein toter Mann und mit ihm seine ganze Familie. Deshalb musste Bail mit äußerster Vorsicht vorgehen. Während der Klon-Kriege hatte sich Organa mit Obi-Wan angefreundet. Eine Freundschaft die sich während der letzten Jahre noch vertieft hatte.
Alderaan selbst war eine wunderschöne Welt mit riesigen Grasebenen, fremdartigen Ruinen und riesigen gleitenden Thrantas, vogelähnliche Tiere, welche auch zum Transport von Menschen verwendet wurden. Über Tausende von Jahren war Alderaan als eine Welt von unverdorbener Schönheit und Zentrum von Kunst, Kultur und Bildung bekannt.
Ein Lufttaxi hielt neben ihm. „Wünscht Ihr einen Flug, Sir?“
„Kennt Ihr Senator Bail Organas Palast?“
„Selbstverständlich, Sir, jeder kennt den Palast des Vizekönigs. Er befindet sich in der Hauptstadt, über der See in den Kala-Bergen.“
„Dorthin möchte ich.“
„Steigt bitte ein, Sir!“ Der Taxifahrer fragte nicht länger. Zwar wunderte er sich, was ein einfacher Reisender von dem Vize-König wollte, doch wenn er von diesem eingeladen war, würde er auch sicher sein Geld bekommen.
Obi-Wan stieg ein und kaum, dass er saß, schoss das Gefährt steil in die Luft. Der Pilot manövrierte so waaghalsig zwischen den Türmen der fliegenden Stadt umher, dass Obi-Wan öfters die Luft anhielt. Sofort erinnerte er sich an die Einsätze mit Anakin. Wie oft hatte er über dessen ebenso waaghalsigen Flüge gemeckert. Er merkte in jeder Situation wie sehr er den Jungen vermisste.
Schließlich ließen sie die Türme hinter sich und flogen über offenes Land auf die nahen Berge zu. Der Pilot steuerte eine weitere der schwebenden Städte an, die am Horizont zu sehen waren. Als die ersten Türme in greifbare Nähe rückten, ergriff der Taxi-Pilot ein Funkgerät und meldete sich beim Haus des Senators an. Niemand durfte ohne Erlaubnis auf dessen Privatplattform landen. Als er nach der Identität des Passagiers gefragt wurde, drehte sich der Taxi-Pilot nach dem Jedi um. „Sie wollen Euren Namen wissen, Sir.“
„Sagt, dass der Reisende von Tatooine angekommen ist.“
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 30.09.2007, 13:24 Titel: |
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Hey, klasse, SW *freu*. Da lese ich doch mal was anderes von dir als "nur" immer Stargate *zwinker*. Wobei Kris mir ja auch mal ein paar FanZines gegeben hatte, in denen Sachen von dir waren *flöt*.
Okay, der gute Obi-Wan hat sie nicht alle an der Waffel, wenn du mich fragst. Wie kann er einfach so mir-nichts,-dir-nichts mitten ins Herz der Feinde stiefeln. *jammer* Blödmann! Und sowas will ein Jedi sein *kopfschüttel*! Die haben doch, neben ihrer Befähigung diverser übersinnlicher (okay, an der Macht orientierter) Fähigkeiten auch die Möglichkeit, leicht in die Zukunft zu sehen (oder bringe ich jetzt gerade was durcheinander?).
Naja, ich gehe mal nicht davon aus, daß der gute Obi-Wan da mit ganz heiler Haut herauskommt. Schon allein der Schluß *schluck*. Oho!
Postest du hier auch im 2-Tages-Rhythmus? Dann mal das ungeduldige Warten auf Dienstag ... |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 01.10.2007, 10:20 Titel: |
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Hyndara: Schön, das wenigstens du mir was dazu schreibst. Aber ich sollte wohl auch von mir ausgehen und ebenfalls was bei den anderen schreiben. Nun, was die Story angeht, klar, ganz heil kommt Obi-Wan da nicht raus, sonst käme ja keine Spannung auf. . Also, an der Waffel hat der gute Obi wohl nichts, er will einfach helfen. Ich denke den 2-Tages-Rhytmus werde ich auch hier einhalten. Gilt hier eigentlich auch die blöde 24-Stunden-Sperre? |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 01.10.2007, 17:07 Titel: |
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| Selana hat folgendes geschrieben: |
Hyndara: Schön, das wenigstens du mir was dazu schreibst. Aber ich sollte wohl auch von mir ausgehen und ebenfalls was bei den anderen schreiben. Nun, was die Story angeht, klar, ganz heil kommt Obi-Wan da nicht raus, sonst käme ja keine Spannung auf. . Also, an der Waffel hat der gute Obi wohl nichts, er will einfach helfen. Ich denke den 2-Tages-Rhytmus werde ich auch hier einhalten. Gilt hier eigentlich auch die blöde 24-Stunden-Sperre? |
*michjetztmalgaanzweitausdemFensterlehne*
Nein, die 24-h-Regel gilt nicht - falls doch, habe ich nichts gesagt. Da aber bereits diverse "Verstöße" gegen die Regeln von SGP stattgefunden haben (vor allem Mehrfachpostings), gehe ich einfach davon aus, daß es diese Regel hier nicht gibt. Okay?
Tja, mit dem FB ... wir sind hier noch ein paar wenige, da wird es damit wohl noch ein bißchen dauern. Von sofern, sei einfach geduldig und lade vielleicht noch den einen oder anderen deiner Stammleser ein, hierher zu kommen. Ich denke, dadurch, daß ich das Forum gestern noch in mehrere Suchmaschinen geladen habe, sollten wir doch hoffentlich bald auch von außerhalb ein bißchen Zuwachs kriegen *Daumendrück*.
Dann freue ich mich schon auf deinen zweiten Teil und stehe morgen wieder zur Verfügung. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 02.10.2007, 08:03 Titel: |
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Hyndara: Du hast wohl recht, man muss Geduld haben. Trotzdem wäre es nett, wenn diejenigen die hier dabei sind und es lesen auch ihre Meinung sagen.
Hier kommt auf jeden Fall die Fortsetzung:
2. Bail Organa
„Wie Sie wollen“, achselzuckend gab der Pilot das durch. Zu seiner Überraschung erhielt er sofortige Landeerlaubnis. Sein Gast musste wichtiger sein, als gedacht. Neugierig sah er ihn an.
Obi-Wan entging das nicht. Diese Neugierde konnte gefährlich werden. Er würde erneut die Macht einsetzen müssen.
Das Taxi landete auf der Plattform und Obi-Wan stieg aus. Er gab dem Piloten das gewünschte Geld und ein reichliches Trinkgeld dazu. Dann setzte er die Macht ein. „Du vergisst, dass du mich gesehen und hier abgesetzt hast. Du bist in einer der Nachbarstädte gewesen und hast dort eine Frau abgesetzt.“
„Verstanden, Sir!“ sagte der Pilot und hob ab. Später erzählte er jedem genau das, was Obi-Wan ihm gesagt hatte.
Senator Bail Organa war im Schatten gestanden und hatte Obi-Wans Manöver beobachtet. Als das Taxi weg war, trat er an den Jedi heran. „Noch immer nichts verlernt, Meister Kenobi.“ Er umarmte Obi-Wan herzlich, was sich der Jedi stumm gefallen lies. Solche Gefühlsausbrüche waren dem zurückhaltenden und ruhigen Jedi-Meister fast unangenehm.
„Bail, ich freue mich auch, Euch zu sehen.“ Sie gingen in das große Haus hinein.
„Onkel Obi-Wan!“ Ein kleiner Wirbelwind sauste auf ihn zu und umarmte seine Füße, weil das Kind nicht höher hinauf reichte.
Lächelnd bückte sich der Jedi und hob die kleine Leia hoch. Bei dem Kind vergaß er seine Zurückhaltung. „Leia! Liebes, wie geht es dir?“
„Gut, Onkel Obi-Wan. Hast du mir etwas mitgebracht?“
Natürlich fehlte es der Kleinen an nichts im Hause der Organas, auch wenn sie nur ein Adoptiv-Kind war. Sie war Luke Skywalkers Zwillingsschwester und von den Organas adoptiert worden. Doch die beiden hätten ein eigenes Kind nicht mehr lieben können. Leia war ihr ein und alles. „Hier!“ Obi-Wan holte ein kleines Päckchen heraus und gab es dem Mädchen. Freudestrahlend nahm sie es in Empfang und verdrückte sich in eine Ecke, um es auszupacken.
Bail sah ihr lächelnd zu. „Sie ist ein so liebes Kind.“
„Und groß ist sie geworden, seid ich das letzte Mal hier war. Wie lange ist es her?“
„Ein Jahr. Die Zeit vergeht so schnell. Wie geht es Luke?“
„Der Junge entwickelt sich sehr gut. Ich beobachte ihn jeden Tag und versuche ihn zu beschützen. Die Versuchung ist groß, ihn jetzt schon in die Macht einzuweihen, aber die Gefahr, dass die Sith ihn trotz der großen Entfernung spüren können, ist einfach zu groß. Deshalb widerstehe ich dieser Versuchung.“
„Das ist weise, Meister Kenobi.“
„Wann nennt Ihr mich endlich Obi-Wan? “
Bail lächelte schon wieder.
„Doch Ihr habt mich sicher aus einem guten Grund eingeladen, oder?“
Sofort verschwand das Lachen aus Bails Gesicht und er blickte den Jedi ernst an. „Ihr müsst das Leben von drei Jedi retten, Obi-Wan. Sie sind auf Druilla und kommen nicht weg. Sie sind noch jung und unerfahren. Sie brauchen dringend Eure Hilfe. Nur ein Jedi-Meister kann sie retten. Keinem meiner Männer traue ich das zu.“
„Und wie komme ich nach Druilla? Das liegt nicht gerade um die Ecke.“
„Ich kann Euch ein Raumschiff zur Verfügung stellen. Mit ihm kommt Ihr mit Leichtigkeit nach Druilla. Es ist groß genug und einen Kopiloten habe ich ebenfalls für Euch. Wollt Ihr es machen?“
„Das ist keine Frage. Ich werde sofort aufbrechen.“
„Nein, ruht Euch erst einmal aus. Auch ein Jedi-Meister braucht eine Pause. Meine Frau freut sich, Euch einmal wieder zusehen und hat ein Festmahl vorbeireiten lassen. Sie wäre tödlich beleidigt, wenn Ihr ablehnen würdet und Leia wäre auch sehr enttäuscht.“
„Na schön! Morgen ist auch noch früh genug. Wie geht es Eurer Frau?“
Bails sah betrübt aus. „Nicht so gut. Tia ist oft krank. Das alles macht ihr sehr zu schaffen. Dazu kommt, dass ich viel fort bin. Nur Leias Gegenwart hilft ihr, dass alles zu ertragen. Ihr wisst ja, dass ihr Bruder vor kurzem getötet wurde. Das hat ihr einen tiefen Schlag versetzt.“
„Das tut mir sehr leid“, meine Obi-Wan aufrichtig. „Wenn es in meiner Macht steht, helfe ich gerne.“
„Helft uns in dem Ihr die Jedi rettet. Sie sind unsere Hoffnung für die Zukunft.“
„Sie sind auch meine Hoffnung. Eines Tages werden die Jedi neu auferstehen.“
Am anderen Morgen waren alle schon früh auf den Beinen, selbst die kleine Leia, um sich von Obi-Wan zu verabschieden.
Leia klammerte sich an ihm fest. „Warum gehst du schon wieder, Onkel Obi-Wan?“ fragte sie mit weinerlicher Stimme.
„Ich muss einigen Leuten, die in Schwierigkeiten sind helfen. Ihr Leben ist in Gefahr.“
Er fragte sich, ob die Kleine die Bedeutung dieser Worte überhaupt verstand. Doch da erlebte er eine große Überraschung.
„Wenn du ihnen nicht hilfst, sterben sie dann wie Onkel Janos?“ Janos war der Bruder von Bails Frau Tia gewesen.
„Ja, das werden sie.“
„Dann musst du gehen und ihnen helfen“, sagte die Kleine.
Bail und seine Frau sahen Leia genauso überrascht an wie Obi-Wan.
„Ich dachte immer, sie hätte noch nicht begriffen, was mit Janos geschehen ist“, sagte Bail. „Anscheinend haben wir ihre Jugend unterschätzt.“
„Die Kinder überraschen einen immer wieder: auf die eine oder andere Art“, meinte Obi-Wan.
Der Senator wusste sofort, dass der Jedi seinen Padawan Anakin damit meinte. Er schlug ihm tröstend auf die Schulter. „Ihr braucht Euch keine Vorwürfe zu machen.“
„Wirklich nicht? Es lag in meiner Verantwort, ihm alles beizubringen.“
„Ihr habt ihm alles beigebracht, was er wissen musste. Alles weitere war seine Entscheidung. Die dunkle Seite ist stark und sie nützt jede Schwäche aus. Anakin war eben doch nicht so stark, wie wir alle angenommen haben. Im Gegensatz zu Euch und den anderen Jedi ist er der Dunklen Seite erlegen.“
Obi-Wan hatte sich das schon oft angehört, doch für sich ließ er diese Entschuldigung nicht gelten. Nun wusste er auch, wie sich Qui-Gon gefühlt haben musste, als sein Vorgänger Xanatos sich der Dunklen Seite zugewandt hatte. Lange hatte Qui-Gon sich danach geweigert, einen neuen Padawan auszubilden. Er hatte es damals nicht leicht gehabt seinen Meister zu überzeugen, ihn anzunehmen. Obi-Wan hätte sich nie träumen lassen, dass ihm einmal das gleiche passieren würde.
Mach dir keine Vorwürfe, es war nicht deine Schuld, Padawan!
Überrascht blickte Obi-Wan auf, doch Bail schien nichts gesagt zu haben. Außerdem glaubte er die Stimme Qui-Gons gehört zu haben. Doch das war unmöglich. Sein Meister war schon seit vielen Jahren tot. Obi-Wan schüttelte den Kopf und verbannte alle negativen Gedanken in den hintersten Winkel seines Gehirns. Jetzt war nicht die Zeit, über alte Fehler nachzudenken.
Er verabschiedete sich herzlich von den Organas und folgte dann Bail, der ihn zu dem Raumschiff bringen wollte, dass er benutzen konnte. Der Palast stand auf einer riesigen ovalen Plattform der Stadt. In der Mitte schob sich der Palast mit seinen verschieden hohen Türmen zehn Stockwerke in die Höhe. Um den riesigen Wohnkomplex herum, gab es kleinere Häuser in den unterschiedlichsten Formen. Langgestreckte Lagerhäuser, Schiffs-Hangars, kleine Wohngebäude und dergleichen.
Einer dieser Hangars am Rand der Plattform schien Bails Ziel zu sein. Als sie eintraten, blieb Obi-Wan überrascht stehen. Mitten in der Halle stand ein brandneuer corelianischer YT-1300-Frachter, von der Enginnering Corporation gebaut. Seine Größe betrug etwa 27 m. Er besaß in der Regel zwei Mann Besatzung für die Navigation und als Bordschütze. Dazu konnte das Schiff 6 Passagiere aufnehmen und etwa 100 Tonnen Fracht befördern. Eine ideale Tarnung für seine Rettungs-Mission. Obi-Wan war sicher, dass Bail sogar für entsprechende Fracht gesorgt hatte.
„Das Schiff ist sicher“, sagte Bail. „Ich habe dafür gesorgt, dass keine Spur zu mir zurückführt. Nach Ende dieser Mission wird es einem neuen Besitzer übergeben.“
„Das ist sehr umsichtig. Wir wissen nicht, was uns alles auf dieser Reise widerfahren wird“, sagte Obi-Wan.
Über die ausgefahrene Rampe betraten die beiden Männer das Raumschiff. Im Inneren erwartete sie ein hochgewachsener Twi’lek, der sich ehrfurchtsvoll vor Bail und seinem Gast verbeugte. Seine beiden Tentakel links und rechts des Kopfes wedelten dabei durch die Luft.
„Das ist Mol’o, Euer Kopilot“, stellte Bail vor. „Mol’o, dass ist Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi, von dem ich dir erzählt habe.“
Obi-Wan sah Bail bestürzt an.
„Keine Sorge“, beruhigte der Senator den Jedi. „Mol’o könnt Ihr voll und ganz vertrauen. Er hat schon oft sein Leben für meines riskiert. Er ist mein bester und zuverlässigster Leibwächter. Außerdem ist er ein ausgezeichneter Pilot, Navigator und wenn notwendig auch Bordschütze und Kampfgefährte.“
„Ich danke euch, Mylord, für die Ehre“, sagte der Twi’lek mit tiefer Stimme. Seine weißblaue Hautfarbe wurde eine Spur dunkler, ein sicheres Zeichen, dass er sich über das Lob aufrichtig freute. Aus seinen rötlichen Augen blickte er Obi-Wan selbstsicher an. „Es wird mir eine Ehre sein, Euch zu dienen, Meister Kenobi.“
„Na schön, ich vertraue Bail und seinem Urteil. Doch ich möchte, dass du mich solange die Mission dauerte Ben, nennst, mein Tarnname.“
„Ben?“ fragte Mol’o in amüsiertem Tonfall.
„Ich weiß, nicht sehr einfallsreich. Aber mit dem Namen bin ich auf Tatooine schon bekannt.“
„Wie Ihr wünscht, Ben! Können wir dann starten?“
Der Mann gefiel Obi-Wan jetzt schon. Er beschloss jedoch auf Nummer sicher zu gehen und setzte die Macht ein. Mol’o merkte nichts davon, doch Obi-Wan konnte jede Gefühlsregung in ihm erkennen. Nichts deutete auf Falschheit oder Verrat hin. Also schien Mol’o es ehrlich zu meinen. „Wir können starten!“
Bail umarmte den Jedi nochmals herzlich und ging dann von Bord. In sicherem Abstand sah er zu, wie das Schiff startklar gemacht wurde, langsam abhob und durch die weit offene riesige Hangartür schwebte und dann im morgendlichen Himmel über Alderaan verschwand. Bail schickte ihnen alle guten Wünsche hinterher und hoffte, dass alles gut ging.
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 02.10.2007, 08:27 Titel: |
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Oh Mann, da möchte man den guten Obi-Wan doch mal richtig kräftig durchschütteln und ihn anbrüllen. Immerhin hat er ja nicht wirklich etwas falsch gemacht mit Anakin *kopfschüttel*. Aber es ist so typisch, daß er sich Vorwürfe macht deswegen ...
Soso, er soll jetzt also Retter in der Not spielen. Na, ob da etwas gescheites bei herauskommt? Ich wage es zu bezweifeln. Hört sich für mich eher nach noch mehr Ärger an, und nach Gefahr - jeder Menge Gefahr sogar *Warnlichterblinken*.
Wieder ein interessantes Kapitel. Bin schon gespannt, wie es weitergeht ... |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 03.10.2007, 12:22 Titel: |
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| Hyndara, hört sich ja so an, als würdest du Obi-Wan nicht viel zutrauen oder für etwas na ja, beschränkt halten? Ich finde ihn klasse und er ist meine Lieblingsfigur (natürlich dargestellt von Ewan McGregor). Einige Gefahren kommen natürlich noch auf sie zu, aber er bekommt auch tatkräftige Hilfe. |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 03.10.2007, 12:38 Titel: |
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| Nein, da irrst du dich, ich traue ihm schon eine Menge zu - immerhin überlebt er ja auch ziemlich lange. Meine Sorge ist eher, daß er sehenden Auges *mal wieder* mitten in die Gefahr rennt - so typisch! Und wahrscheinlich auch aufgrund seiner unterdrückten Schuldgefühle -> Männer! |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 04.10.2007, 10:47 Titel: |
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Hyndara: Ach so! Mit deiner Vermutung hast du sogar nicht mal so unrecht. . Aber für was gibt es uns Frauen?
Auf jeden Fall kommt hier die Fortsetzung:
3. Druilla
„Hat das Schiff auch einen Namen?“ fragte Obi-Wan, der es sich im Kopiloten-Sitz bequem gemacht hatte und zur Abwechslung einmal einem anderen die Arbeit überließ.
„Es heißt Goldener Drache.“
„Oder einfach Drache“, meinte Obi-Wan. „Nun, das ist ein passender Name für ein Raumschiff.“ Der Jedi sah sein Gegenüber fragend an. „Du kennst das Ziel?“
„Selbstverständlich, Meister. Der Senator hat mich in alles eingewiesen. Vielleicht sollte ich erklären, dass ich persönliches Interesse an der Rettung der jungen Jedi habe. Meine Schwester war stark in der Macht. Sie verließ uns als kleines Kind, um im Tempel auf Coruscant unterwiesen zu werden. Und wir waren alle stolz auf sie. Sie war Generalin in den Klon-Kriegen und wurde durch Order 66 von ihren eigenen Soldaten getötet.“
Das war Obi-Wan nur zu gut bekannt. Schließlich hatten auch seine Klone versucht ihn zu ermorden. „Wie lautete ihr Name?“
„Nika Donata.“
Obi-Wan erinnerte sich gut an die kleine agile Nika. „Ich kannte Nika gut. Wir haben einige Einsätze zusammen durchgeführt. Sie war eine tolle Frau und Kampfgefährtin.“
Mol’o sah den Jedi-Meister überrascht an. Er hatte gar nicht daran gedacht, dass Meister Kenobi seine Schwester gekannt haben musste. Und er bemerkte Obi-Wans trauriges Gesicht. „Ihr könnt nichts daran ändern, Meister. Erzählt mir von Nika. Es wird noch einige Stunden dauern, bis wir Druilla erreichen.“
Obi-Wan wollte erst ablehnen, weil das zu viele Erinnerungen an nun tote Freunde weckte, doch dann entschied er anders. Vielleicht würde es auch ihm helfen, wenn er von Nika erzählte. So vergingen die Stunden wie im Flug und als sie kurz vor ihrem Ziel aus dem Hyperraum sprangen, hatte Obi-Wan das Gefühl Mol’o schon sein ganzes Leben zu kennen. Er begriff nun, warum Senator Organa dem Twi’lek so vertraute.
Und Mol’o erging es genauso. Er fühlte große Sympathie für den bedrückt wirkenden Jedi-Meister und hoffte, dass ihre Mission gelingen würde, denn das würde Meister Kenobi sicher helfen. Mol’o versuchte sich lieber nicht vorzustellen, wie das sein musste, seine ganzen Freunde durch Verrat und Mord zu verlieren.
Druilla war ein großer, vom Weltraum aus freundlich aussehender Planet, mit zwei großen Meeren, zwei Kontinenten mit großen Binnenseen. Auf einem Kontinent wechselten sich große Grasflächen mit Wüstengebieten ab.
Ihr Ziel war der zweite Kontinent in der Form eines Eies, der überwiegend mit riesigen Wäldern bedeckt war, dazwischen lag ein gewaltiges Gebirge, das den Kontinent gewissermaßen in zwei Hälften teilte. Weit über 8.000 m hoch türmte sich das Gebirge auf, dessen höchsten Gipfeln mit Schnee bedeckt waren.
Die Welt galt weitgehend als unbewohnt. Eine eingeborene Bevölkerung gab es nicht. Die Fauna dagegen war jedoch sehr groß. Die unterschiedlichsten Arten von Tieren tummelten sich in den riesigen Wäldern und bevölkerten auch die hohen Berge.
Die einzige Stadt dieser Welt war von den verschiedensten intelligenten Lebewesen bewohnt, die hauptsächlich vom Handel und auch vom Schmuggel lebten. Es war eine der verrufensten Städte in der bekannten Galaxis. Glücksritter, Schmuggler, gesuchte Verbrecher und Spieler lebten hier. Beherrscht wurde alles von einem Verbrecher-Clan, der unbarmherzig jeden ermordete, der ihnen in die Quere kam. Selbst die Jedi waren früher nur mit äußerster Vorsicht hierher gekommen.
„Wie sollen wir hier die Jedi finden?“ fragte Mol’o.
„Die Macht wird mir helfen“, erklärte Obi-Wan.
„Wenn Ihr meint, Meister Kenobi“.
Obi-Wan gab es auf, ihn darauf hinzuweisen, ihn Ben zu nennen. Er hoffte nur, dass der Twi’lek sich nicht versprach, falls sie Nachforschungen anstellten mussten.
Nach der Landung, die ihnen ohne Schwierigkeiten gewährt wurde, bat Kenobi Mol’o darum, die Verhandlungen mit der Hafenbehörde durchzuführen. Er selbst wollte die Umgebung mit Hilfe der Macht erforschen.
Um Obi-Wans Konzentration nicht zu stören, versuchte Mol’o so leise wie möglich zu sein, als er mit dem Hafenmeister Verbindung aufnahm, um ihm die Art ihrer Fracht mitzuteilen. Es waren Luxusgüter, die auf Druilla selten waren und so bald reißend Absatz finden würden. Bail Organa hatte gut vorgesorgt.
Inzwischen ließ Obi-Wan die Macht für ihn arbeiten, wurde eins mit ihr und überwand dadurch große Entfernungen. Er suchte nach bekannten Konzentrationen der Macht. Endlich glaubte er etwas zu spüren. Ein Erbeben der Macht, wie sie nur von Jedis erzeugt wurden. Er konzentrierte sich darauf und tatsächlich wurden die Gefühle deutlicher. Es waren keine Worte die er verstand, nur Empfindungen und Ahnungen. Doch nun wusste er wenigsten die Richtung, wo er suchen musste. Nach Norden, in die Berge. Und auch die Jedis wussten nun, dass Hilfe da war. Langsam zog er sich dann zurück.
Da fühlte er eine neuerliche Erschütterung der Macht. Dunkler diesmal und bedrohlich. Obi-Wan erschauderte, als er das Gefühl erkannte. Dasselbe wie damals, als er gegen Darth Maul auf Naboo gekämpft hatte und bei der Schlacht um Geonosis. Oder wie vor fünf Jahren über Coruscant im Kampf gegen Count Dooku. Schnell zog er sich aus der Macht zurück und hoffte, nicht bemerkt worden zu sein.
Ein Sith-Lord oder zumindest der Schüler eines solchen befand sich hier. Das erschreckte Obi-Wan. War es möglich, dass das alles eine Falle für ihn war? Dagegen sprach allerdings die Anwesenheit der drei Jedi. Oder sie wurden benutzt, um seiner Habhaft zu werden. Obi-Wan konnte sich gut vorstellen, dass der Imperator ihn auf jeden Fall ausschalten wollte. Und das ihm jedes Mittel recht war, um dieses Ziel zu erreichen.
Trotzdem wollte er nicht aufgeben. Die jungen Jedi mussten gerettet werden. Er musste einfach noch vorsichtiger sein.
Mol’o war nicht entgangen, dass der Jedi-Meister sich erschreckt hatte. Und das bedeutete nichts Gutes. „Meister, habt Ihr etwas?“
Obi-Wan sah ihn an. „Ich habe die Jedis gefunden. Sie befinden sich in den Bergen.“
„Das ist aber nicht alles, oder? Ich sah Euer Erschrecken.“
„Du bist ein guter Beobachter. Zu unserem Unglück bemerkte ich auch noch die Ausstrahlung eines Diener der Dunklen Macht.“
Nun erschrak auch Mol’o. „Ein Sith-Lord? Meister Kenobi, seid Ihr sicher?“
„Ein Sith oder ein Diener der dunklen Seite der Macht. Und nun gewöhne dir bitte an, mich ganz einfach Ben zu nennen. Wenn wir gleich das Raumschiff verlassen, werde ich dein Diener sein.“
„Aber Meister Kenobi! Das ist unschicklich.“
„Es mag unschicklich sein oder nicht! Wenn du mir nicht gehorchst, sind wir beide bald tot.“
Das sah Mol’o ein und nahm sich vor den Meister Ben zu nennen. „Was habt ihr vor?“
„Du hast sicher schon Kontakt mit dem Hafenmeister aufgenommen?“
„Genau wie Ihr befohlen habt. Er hat unsere Frachtliste und meldet sich bei mir, sobald er Käufer hat.“
„Sehr gut! Dann können wir nun in die Stadt gehen und uns ein Transportmittel in die Berge besorgen.“
Sie verließen den Drachen und sicherten ihn. Der Verkehr auf dem Gelände des Raumhafens war groß. Zum Glück scherte sich niemand um den anderen. Jeder ging seiner Arbeit nach, sei es Beladen oder Entladen einer Fracht.
Auch die Kontrollen am Ausgang des Raumhafens passierten sie ohne Schwierigkeiten, da Obi-Wan mit Hilfe der Macht dafür sorgte, dass sich keiner an sie erinnern konnte.
Am Ausgang des Hafens brodelte das Leben. Die Stadt war gewaltig. Riesige Hochhaus-Türme, ähnlich denen auf Coruscant, schoben sich viele hundert Meter in den Himmel hinauf. Dazwischen gab es Laufstege, die spiralförmig bis ganz nach oben führten. Diese wurden von den Fußgängern benutzt, um von einem Stockwerk oder von einem Gebäude zum anderen zu kommen, ohne dafür das Innere eines Hauses betreten zu müssen. Dazwischen wogte der Luftverkehr, und darunter der Bodenverkehr.
Selbstverständlich war die Stadt nicht so groß wie auf Coruscant, denn Coruscant bestand praktisch nur aus einer titanischen Planetenstadt. Trotzdem lebten Millionen der unterschiedlichsten Lebewesen auf engen Raum zusammen.
Auch vor dem Raumhafen war die Zahl der Fußgänger und der Benutzer von Luft- und Bodentaxis und Privatfahrzeugen gewaltig. In diesem Gewimmel unterzutauchen, sollte nicht besonders schwierig sein.
Der Jedi-Meister beauftragte Mol’o ein Luftfahrzeug zu mieten. Mit Hilfe des Speeders sollte es einfach sein, ins Gebirge zu gelangen.
Nach einer halben Stunde tauchte Mol’o mit einem braunen viersitzigen Speeder auf. Obi-Wan sprang mit einem eleganten Satz auf den Beifahrersitz und überließ dem Twi’lek das Steuer. Der Jedi-Meister konzentrierte sich erneut auf die Macht. Diesmal war die dunkle und bedrohliche Ausstrahlung verschwunden. Er spürte nur die Ausstrahlung der normalen Lebewesen, die sich von der eines Jedi enorm unterschied. Dadurch konnte jeder Jedi-Ritter einen anderen spüren. Und er überprüfte auch, ob sie verfolgt wurden, konnte jedoch nichts entdecken.
Obi-Wan gab Mol’o seine Anweisungen wie er zu fliegen hatte. Dabei vergaß der Jedi-Meister keineswegs den dunklen Diener der Macht, der sich irgendwo auf dem Planeten befand. Wahrscheinlich hatte auch dieser ihn gespürt und lauerte nur darauf, dass Obi-Wan sich verriet. Der Jedi achtete genau auf die verschiedenen Grade der Macht und so fand er mit traumwandlerischer Sicherheit den Weg in die Berge.
Mol’o staunte sehr. Er hatte noch keine große Erfahrungen mit Jedis gemacht, auch wenn seine Schwester eine gewesen war. Doch Nika war so gut wie nie zu Hause gewesen und Mol’o selbst diente seit seinem 15. Lebensjahr im Hause der Organas auf Alderaan.
Die Berge schlossen sich direkt an die Stadt an. Ein gewaltiges Massiv, dass sich himmelhoch vor ihnen auftürmte. Der Speeder würde nicht in der Lage sein, die ganz hohen Berge zu überfliegen. Er war für die Stadt gebaut und für offenes Land. Trotzdem blieb ihnen keine andere Wahl, als es zu versuchen und zu hoffen, dass sie die gesuchten Jedi in einem der zahlreichen Täler fanden.
Sie überflogen einige Täler und Berghänge, die hier noch nicht so hoch waren. Plötzlich überflog ein Schatten ihren Speeder. Obi-Wan blickte nach oben, in der Annahme, einen Gleiter oder Raumschiff zu sehen. Hatte man sie doch entdeckt?
Alles, was er jedoch sah, war ein riesiger Vogel, der über ihnen seine Kreise zog.
Du solltest landen, Jedi-Meister!
Der Gedanke war so deutlich in seinem Kopf, dass Obi-Wan zusammenzuckte und einen Blick auf Mol’o warf. Dieser blickte jedoch geradeaus, darauf bedacht, keinen der Berghänge zu streifen.
Ein zweiter Schatten gesellte sich zu dem ersten und nun kreisten sie deutlich über ihnen. Es waren keine Vögel sondern riesige fliegende Echsen, deren Flügelspannweite bestimmt über zehn Meter betrug.
Lande! Wir holen dich!
Jetzt war Obi-Wan sicher, dass er sich nicht getäuscht hatte. Doch wer sprach zu ihm, wenn es nicht Mol’o war? Er blickte erneut zu den Flugechsen hinauf. Sie besaßen einen schlanken Körper mit vier Beinen, die sie im Flug dicht an den Körper gezogen hatten. Ob sie damit auch gut laufen konnten? An den Füßen befanden sich scharfe Krallen. Der Kopf lief spitz zu und endete in einem breiten kräftigen Schnabel.
„Sie haben es auf uns abgesehen!“ rief Mol’o. „Ob es Raubtiere sind?“
„Das glaube ich nicht“, antworte Obi-Wan, dem die Erleuchtung kam, wer da mit ihm sprach. „Lande den Speeder!“
„Aber dann sind wir ihnen ausgeliefert“, Mol’o sah hinauf zu den Flugechsen, die nun lautlos, aber dicht über ihren Köpfen kreisten.
„Mag sein, doch sie sind nicht gefährlich.“
„Wie ihr meint, Meister!“ Mol’o landete und Obi-Wan sprang mit einem flinken Satz aus dem Speeder.
Über ihnen setze eine der Echsen zur Landung an, während das zweite Tier weiter seine Kreise zog. Das Tier landete gekonnt auf allen vieren und lief auf Obi-Wan zu.
„Ich grüße dich, Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi. Ich bin O’ol’lo’la“
Obi-Wan gab ebenso lautlos zurück. „Ich grüße auch dich. Woher kommst du?“
„Deine Freunde schicken mich. Sie sind unsere Gäste. Wir haben sie gefunden, als sie auf der Flucht vor ihren Feinden waren.“
„Ihr habt sie gerettet? Dann stehe ich tief in eurer Schuld!“
„Das tust du nicht. Deine Freunde haben eines unserer Jungtiere, das verletzt und nicht mehr fliegen konnte, vor einem Raubtier gerettet. Wir tragen nur unsere Schuld ab. Steig auf meinen Rücken, dann bringe ich dich zu deinen Freunden.“
„Gerne, O’ol’lo’la, aber dann schicke ich meinen Begleiter zurück in die Stadt. Ich glaube nicht, dass er fähig ist, ohne Training auf deinem Rücken zu fliegen.“
Obi-Wan bekam keine Antwort von dem Flugwesen mit dem fast unaussprechlichen Namen. So sah er das als Ja an. Er wandte sich zu Mol’o um, der staunend und ängstlich zugesehen hatte, wie der Jedi-Meister furchtlos auf das riesige Tier zuging und stumm vor ihm stehen blieb. Fast hatte es den Anschein, als würde er unhörbar mit ihm sprechen.
„Mol’o, nimm den Speeder und kehre in die Stadt zurück. Verkaufe die Fracht und warte auf meine Rückkehr.“
„Und was macht Ihr, Meister?“
„Ich hole meine Freunde.“
„Ohne Fluggefährt? Wie wollt Ihr das machen?“
„Nun, ich habe ein gutes Transportmittel“, Obi-Wan zeigte auf die Echse.
„Seid ihr noch bei Sinnen, Meister? Das ist ein gefährliches Tier.“
„Keineswegs, es ist sehr freundlich und hat mich eingeladen, mit ihm zu fliegen. Und genau das werde ich tun.“ Damit drehte sich der Jedi-Meister um und kletterte elegant auf den Rücken des gewaltigen Flugtieres.
Staunend und mit offenem Mund sah Mol’o zu, wie die Echse einen kurzen Anlauf nahm und sich elegant in die Lüfte erhob: mit Obi-Wan auf dem Rücken.
Mol’o schüttelte verwundert den Kopf. Bei einem Jedi-Meister musste man mit jeder Überraschung rechnen. Er stieg in den Speeder zurück, als die beiden Echsen verschwunden waren und kehrte in die Stadt zurück.
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 04.10.2007, 12:02 Titel: |
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Das ist etwas, was mich schon beim ersten Sehen ei SW so überrascht hat - irgendwie scheint alles belebt und mehr oder weniger vernunftbegabt zu sein. Das hab ich schon als Jugendliche sehr interessant gefunden, zumal es ja sonst keine anderen SF-Filme gab, die dermaßen darauf eingingen. Erst mit Stargate wurde etwas ähnliches geschaffen (ich sag nur "Doppelganger" *zwinker*).
Naja, bis jetzt scheint es ja ohne große Probleme für den guten Obi-Wan abzugehen. Doch ich wage zu bezweifeln, daß das so bleiben wird. Ein Sith auf dem Planeten - nicht gut, gar nicht gut - nein! Ich möchte lieber gar nicht wissen, wie sie es schaffen, den auf sich aufmerksam zu machen - andererseits aber hast du mich jetzt reichlich genug gefüttert und ich will auch wissen, wie es weitergeht. Zwickmühle ...
Also warte ich einfach bis zum nächsten Kapitel und harre der Dinge, die da geschehen werden ... obwohl ich schlimme Befürchtungen haben.
Ps. Hey, übrigens klasse, daß es auch mal eine weibliche Jedi gibt. Man hat ja wirklich teils das Gefühl, nur die Herren der Schöpfung hätten was zu sagen *genervt*, wenn es um die Macht geht. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 05.10.2007, 10:38 Titel: |
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Hyndara: Mich hat es auch immer genervt, dass es keine gute weibliche Jedi gab. Nur diesen Männerverein. So habe ich das abgeändert. Aber ich will dich nicht länger auf die Folter spannen es geht weiter.
4. O’ol’lo’la
Mit eleganten Flügelschlägen hielt sich O’ol’lo’la in den Lüften und brachte Obi-Wan tief hinein in die Berge. Je höher sie kamen, desto kälter wurde es. Die ersten Spuren von Schnee waren unter ihm zu erkennen. Obi-Wan benutze die Macht, um die Kälte von sich fern zu halten. Doch höher hinauf, als bis zur Schneegrenze schien das Flugwesen nicht zu wollen. Es hielt konstant diese Höhe, überflog manchmal ein Tal oder flog an deren Verlauf entlang.
O’ol’lo’la verhielt sich still und sprach lange nicht mehr mit ihm. Obi-Wan akzeptierte das. Trotzdem war der Jedi-Meister darauf bedacht nur positive Gedanken in die Macht auszustrahlen. Wer wusste schon, ob O’ol’lo’las Volk diese nicht spüren konnte.
´Wir können das und ich danke dir für deinen guten Willen, Jedi-Meister´ unterbrach O’ol’lo’la das Schweigen.
´Es ist mir eine Ehre, O’ol’lo’la. Und es ist eine noch größere Ehre, dass du mir erlaubst auf dir zu fliegen.´
´Diese Ehre wurde in der Tat außer dir und deinen Freunden noch niemanden zuteil,´ erklärte das außergewöhnliche Flugwesen.
´Ich wusste nicht, dass dein Volk auf dieser Welt existiert.´
´Das weiß niemand. Die anderen Lebewesen auf unserer Welt sind arrogant und voreingenommen. Sie landeten hier ohne uns zu fragen. Wir wollen nichts mit ihnen zu tun haben.´
´Das kann ich gut verstehen´, meinte der Jedi-Meister. ´Selbst ich habe mich in die Einsamkeit der Wüste zurückgezogen, weil Hass, Neid und Mordlust mich dazu zwangen.´
´Deine Freunde haben meinem Volk alles erklärt, doch ich habe Schwierigkeiten, es zu verstehen.´
´Weil diese Gefühle dir fremd sind.´
´Deine Freunde sind die ersten auf dieser Welt, bei denen wir solche Gedanken nicht festgestellt haben. Und nachdem sie unser Junges gerettet haben, versuchten wir mit ihnen zu sprechen. Und zu unserer großen Überraschung haben sie uns verstanden. Am Anfang haben wir versucht mit den Neusiedler zu kommunizieren, doch keiner verstand uns. In ihren Gedanken lasen wir, dass sie uns für Tiere hielten, wie es dein Begleiter tat.´
´Das liegt an der Unfähigkeit der meisten intelligenten Lebewesen die Macht zu nützen,´ antwortete Obi-Wan.
´Die Macht?´
´Die Macht ist ein Energiefeld, das alles umgibt. Winzig kleine Lebewesen in uns erlauben es uns, sie zu nutzen, doch leider können das nur die Wenigsten.´
´Doch ihr könnt das, Meister Kenobi.´
´Ja, das ist richtig.´
´Wir sind bald am Ziel.´
Obi-Wan sah voraus. Vor ihnen lag ein großes breites Tal, dessen Mittelpunkt ein ausgedehnter blauer See war. In den Felsen entdeckte Obi-Wan die Eingänge zu vielen Höhlen. Der Jedi nahm an, dass die Flugwesen darin lebten. Obi-Wan hielt sich gut fest, als O’ol’lo’la über dem Tal seine Kreise zog. Bisher hatte es ihm keine Schwierigkeiten bereitet, sich auf dem Rücken des Wesens zu halten. Jetzt setzte das Flugwesen zur Landung an und Obi-Wan war gezwungen, sich am Hals festzuklammern. Anakin hätte sicher seine Freunde an dem Flug gehabt.
Anakin!
Schon wieder dachte er an seinen ehemaligen Padawan. Ob sich das jemals ändern würde? Vermutlich nicht!
O’ol’lo’la setzte vor dem See, am Fuße einer großen Höhle, auf. Es dauerte nur einen Augenblick bis zwei Gestalten aus der Höhle stürmten.
„Meister Kenobi! Ihr seid es, dann sind wir gerettet!“
Obi-Wan sah den etwa 14-jährigen Jungen erstaunt an. Er war groß für sein Alter und besaß kurze schwarze Haare, die ihm etwas wirr um den Kopf herumstanden. „Du kennst mich?“
„Aber ja, vom Tempel. Ich bin Dain Baran.“
„Der kleine Dain! Du bist ganz schön gewachsen. Und wie kommst du hierher?“ Sein Blick fiel auf das Mädchen neben Dain. „Und wer bist du?“ fragte er.
„Ich bin Didra Lego“.
Obi-Wan sah das etwa 18-jährige große schlanke Mädchen vom Planeten Corellia erstaunt an. Sie schob ihre langen braunen Haare, die ihr ins Gesicht gefallen waren, mit der Hand zurück. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, war sie ein unscheinbares Kind gewesen, doch nun war sie eine Schönheit geworden. „Didra? Als ich das letzte Mal im Tempel war, hörte ich das Meisterin Yun-Jin Thon dich als Padawan angenommen hat. Wie seid ihr zwei dem Massaker entkommen?“
„Daran bin ich schuld“, sagte eine wohlklingende Stimme in Obi-Wans Rücken.
Der Jedi-Meister spürte eine bekannte Präsenz der Macht und drehte sich ungläubig herum. „Yun-Jin, du lebst?“
„Obi-Wan!“ Bevor er es sich versah, stürmte die Frau auf ihn zu und umarmte ihn. Etwas verlegen ließ sie ihn dann wieder los. Der Jedi-Meister schüttelte ungläubig den Kopf.
Yun-Jin Thon stammte vom Planeten Ekara. Die Menschen dort waren groß, schlank und besaßen eine bläuliche Hautfarbe mit weißblauen Haaren. Diese Haare hatte Obi-Wan oft bei Yun-Jin bewundert. Sie reichten der Frau bis an die Hüften. Die weißen Strähnen darin leuchteten in der Sonne. Yun-Jin hatte sie mit einem Stirnband aus dem Gesicht gebunden. Trotzdem umwehten sie sie bei jeder Bewegung wie ein Schleier. Obi-Wan atmete tief durch. Nach Siri Tachi war die Ekaranerin die einzige Frau, die je sein Herz berührt hatte. Und Siri war tot!
„Yun-Jin, ich kann es nicht fassen.“ Als es den Jedi-Orden noch gab, hatte er oft mit Yun-Jin zusammengearbeitet. Sie waren im gleichen Alter und gemeinsam im Tempel aufgewachsen. Als junge Schüler hatten sie den Lehrern den einen oder anderen Streich gespielt, sehr zum Ärger des betreffenden Lehrers. All das kam ihm jetzt in den Sinn, als er Yun-Jin wiedersah.
„Als Palpatine mit Order 66 befahl, die Jedi umzubringen, befand ich mich mit meinem Padawan auf einer geheimen Mission. Es war der erste Einsatz mit meiner jungen Schülerin, also war ich besonders vorsichtig. Während der Durchführung unserer Mission hörte ich Gerüchte, dass die Jedi einen Aufstand gegen Palpatine und den Senat geplant hatten. Etwas, das ich nicht glauben konnte. Dann rief uns ein Signal zum Tempel, doch als ich die Nachricht nochmals abhörte, hatte sie sich geändert und warnte uns davor zurückzukehren. Mein Padawan und ich brachen die Mission sofort ab. Zu unserem Glück wusste niemand, dass wir Jedis waren, weil wir Inkognito unterwegs waren. So gaben wir uns als Mutter und Tochter aus und reisten umher. Doch kein Versteck war sicher. Ein Mittelsmann von Senator Organa fand uns. Er sagte, dass der Senator heimlich Jedi auf einem Planeten versteckte. Der Mittelsmann setzte sich in unserem Auftrag mit Senator Organa in Verbindung. Da gibt es noch etwas: es gibt eine Präsenz der dunklen Seite der Macht auf dem Planeten.“
„Die spürte ich auch. In der Botschaft stand aber, dass ihr drei junge unerfahrene Jedi seid.“
„Das war zur Tarnung und zu unserer Sicherheit. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass du zu unserer Rettung kommst. Allerdings hätte ich wissen müssen, dass du noch lebst. Du hast immer einen Ausweg gefunden.“
„Danke für dein großes Vertrauen, aber ich bin froh, dass meine Warnung vor fünf Jahren angekommen ist. Hoffentlich hat sie noch mehr Jedis das Leben gerettet.“
„Dann hast du das Signal umgewandelt?“
„Ja, zusammen mit Meister Yoda. Und wie habt ihr den Jungen gefunden?“
„Meister Yoda lebt? Ich kann es nicht fassen. Doch wie auch immer, es war Zufall. Dain konnte irgendwie aus dem Tempel fliehen.“
„Ich habe mich auf ein Raumschiff geschmuggelt und bin umhergezogen. Mit Hilfe der Macht konnte ich mich aus jeder Gefahr retten. Dann bin ich Meisterin Yun-Jin und ihrem Padawan begegnet. Von da an sind wir zusammen umhergezogen“, erklärte Dain.
„Da bin ich froh, doch nun ist es besser, wenn wir von hier verschwinden. Wir wollen diese netten Lebewesen nicht unnötig gefährden“, Obi-Wan zeigte auf O’ol’lo’la und ihre Freunde, die einen Kreis um diese seltsamen Zweibeiner gebildet hatten und sie neugierig beobachteten.
Obi-Wan wandte sich an O’ol’lo’la, die er an ihrer Flügelfarbe erkannte. ´Wir danken dir und deinen Leuten für eure Gastfreundschaft. Doch wir wollen euch nicht mehr gefährden und bitten euch, uns in die Nähe der Stadt zu bringen. Dort setzte ich mich mit meinem Freund in Verbindung, der uns abholen kann.´
´Es ehrt dich, dass du uns nicht gefährden willst und erfüllen deinen Wunsch. Du kannst wieder auf meinen Rücken steigen, deine Freunde werden R’rl’lr’ra, T’tl’Lt’ta und S’sl’ls’sa übernehmen.´
´Danke´ Obi-Wan versuchte erst gar nicht, sich die Namen der anderen Flugechsen zu merken, das wäre schlicht unmöglich gewesen. Zumal es schon eine Kunst war, diese nur auszusprechen.
Didra beugte sich zu einem jungen Flugwesen herunter und umarmte es. „Das ist A’al’la’ta. Wir haben ihr Leben gerettet und deswegen konnten wir uns hier verstecken.“
Obi-Wan streichelte das kleine Wesen, dem das zu gefallen schien.
„Ich bin sicher, dass der Dunkle uns sucht. Er hat uns gespürt“, fügte Meisterin Thon hinzu.
Die namentlich genannten Flugwesen stellten sich der Reihe nach auf und die vier Jedi nahmen auf ihrem Rücken Platz. Didra winkte nochmals und dann schwang sich ihr Flugwesen in die Lüfte. Nacheinander starteten auch die drei übrigen. Sie schwebten noch eine Ehrenrunde über dem Tal und flogen dann in Richtung der großen Stadt davon.
Obi-Wan warf ebenfalls noch einen Blick zurück und sah, dass sich die meisten der Flugwesen in ihre Höhlen zurückgezogen hatten oder sich am See aufhielten. Dann war O’ol’lo’la über den Berg und der Hang verdeckte die Sicht auf die Kolonie.
Der Jedi-Meister konzentrierte sich auf den Weg und forschte in der Macht nach Anzeichen von Gefahr. Der Dunkle konnte überall auf sie lauern. Obi-Wan war sicher, das er nicht aufgegeben hatte. Er aktivierte zwischendurch seinen Comlink und informierte Mol’o über ihre Rückkehr. Sie vereinbarten einen Treffpunkt knapp außerhalb der Stadt. Dort wollte der Twi’lek mit dem Speeder auf sie warten.
Sie hatten die Berge fast hinter sich gelassen und flogen über ein zerklüftetes Canyon-Gebiet, als die Macht Obi-Wan warnte. Das Dunkle war stärker geworden und kam auf ihn zu. Da hob Yun-Jin, die neben ihm flog, die Hand und Obi-Wan glaubte ihre Gedanken erkennen zu können.
Die dunkle Macht ist in der Nähe!
Obi-Wan bestätigte diese Gedanken. Am Horizont sahen sie nun einige dunkle Punkte, die auf sie zukamen.
„Das müssen sie sein!“ rief Yun-Jin Obi-Wan zu.
Die Punkte wurden größer und der Jedi-Meister erforschte die Macht. Deutlich spürte er die Annäherung von mindestens zehn Lebewesen, eines davon der Dunkle. „Sie kommen mit Speeder auf uns zu.“
„Wir müssen die Kinder in Sicherheit bringen. Wir lenken sie ab“, rief die Jedi-Meisterin zurück.
„Meisterin!“ mischte sich Didra ein. „Wir lassen euch nicht im Stich.“
„Das tut ihr nicht, aber ihr müsst euch in Sicherheit bringen. Erst dann können Meister Kenobi und ich uns auch in Sicherheit bringen.“
„Tut was Meisterin Thon euch sagt“, riet Obi-Wan den beiden Padawan. „Trefft euch mit Mol’o und kehrt ins Raumschiff zurück. Wartet dort einen Tag und wenn wir uns bis dahin nicht melden, verlasst den Planeten und setzt euch mit Senator Organa in Verbindung.“
„Aber Meister Kenobi! Wir … !“
„Keine Widerrede, Kinder. Das ist ein Befehl“, sagte Yun-Jin im Befehlston, der keinen Widerspruch duldete.
´O’ol’lo’la, deine beiden Freunde mit den Kindern sollen sich verstecken. Wir beide und Meisterin Thon lenken die Angreifer ab. Bist du breit, das Risiko einzugehen?´
´Ja, und R’rl’la’ra auch.´
´Danke! Dann los. Versuch die Angreifer in den Canyon zu locken und dort abzulenken. Wir fliegen rechts und R’rl’la’ra links.´
Meisterin Yun-Jin hatte das verstanden. Während ihr Fluggefährte nach links in den Canyon abbog, tat O’ol’lo’la dasselbe rechts. Die Flugtiere der Kinder gingen senkrecht in den Canyon hinab, um sich zu verstecken.
Obi-Wan zog zum ersten Mal seit dem Verlassen von Tatooine sein Lichtschwert. Er sah, dass Yun-Jin dasselbe machte. Die Speeder waren inzwischen so nahe gekommen, dass man die Insassen erkennen konnte. Es waren Mitglieder der verschiedensten Rassen, die jeweils zu zweit in den fünf Speedern saßen. Keine leichten Gegner, zumal sie inzwischen auch Blaster gezogen hatten und auf die Jedi und ihre Fluggefährten richteten. Jetzt wurde es gefährlich.
Fortsetzung folgen |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 05.10.2007, 17:07 Titel: |
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Hab ich's gewußt? Hab ich es nicht gesagt? Ahnte ich es nicht? Ha, klar! Obi-Wan sollte man in den (zugegeben knackigen) Hintern treten! Ich wußte doch, daß das nicht gutgehen kann *muffel*. Jetzt haben sie den Salat - Idiot!
Aber ob das Ablenkungsmanöver so einfach funxt? Mh, bin ich mir nicht sicher. Wenn da wirklich ein Sith zwischen den Angreifern ist, haben sie ein Problem. Die Typen nehmen sich doch erst die Schwächsten vor, und das sind die Padawane (schreibt man das so?), Obi-Wan und Yun-Jin sind beides Jedi, das würde deutlichen Ärger geben, wenn man sich mit denen anlegt.
Oha, und die Sache mit Anakin arbeitet immer noch. *seufz* Ob Obi-Wan das jemals los wird? Er tut mir so richtig leid, vor allem, weil er ja eigentlich nichts daran hat ändern können.
So, dann harre ich also wieder der Fortsetzung. Du setzt aber auch einen Cliffi nach dem anderen - boah! Das ist fies!!! |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 06.10.2007, 12:23 Titel: |
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Hyndara: Die Sache mit Anakin hat Obi-Wan wohl nie so recht verarbeitet. Aber das es nicht gut gehen kann, war ja klar. Und ob das Ablenkungsmanöver was nützt kannst du jetzt nachlesen.
5. Carn Dúm
Ihr Plan schien aufzugehen. Die Speeder mussten sich aufteilen, wenn sie ihn und Yun-Jin erwischen wollten. Obi-Wan sah, dass ihm und O’ol’lo’la drei Speeder folgten und die übrigen hinter Meisterin Thon her flogen. Und noch etwas spürte Obi-Wan: Das Dunkle war so nah, dass der Sith in einem der drei Gleiter sitzen musste, die ihm folgten.
Nun gut! Leicht würde er sich nicht fangen lassen. O’ol’lo’la tat ihr möglichstes, um ihn zu unterstützen. Sie flog Schlangenlinien, zog steil nach oben oder unten, um den Blasterschüssen auszuweichen und macht einmal sogar einen Luftrolle. Dabei hatte Obi-Wan seine liebe Mühe, nicht herunter zufallen.
Zum Glück für ihn besaß der Canyon viele Abzweigungen, so dass sie den Verfolgern immer wieder ausweichen konnten. Auf Dauer würde O’ol’lo’la das jedoch nicht durchhalten. Der Jedi-Meister musste dem ein Ende machen. Flucht im offenen Himmel würde auch nichts bringen, weil die Speeder viel schneller als das Flugwesen waren.
´Ich steige um. Bringe du dich in Sicherheit, O’ol’lo’la. Ich danke dir für deine Hilfe und hoffe, dass auch deine Freunde sicher nach Hause kommen.´
´Auch ich danke dir, Obi-Wan Kenobi. Aber was du vorhast, ist Selbstmord.´
´Mach dir um mich keine Gedanken. Bringe dich in Sicherheit. Bei der nächsten Biegung halte an und drehe dich in die Flugrichtung der Speeder. Dann warte bis ich abgesprungen bin und dann fliehe!´
´In Ordnung.´
O’ol’lo’la aktivierte noch einmal sämtliche Kraftreserven und schaffte es tatsächlich einen kleinen Vorsprung herauszuholen. Als sie um eine Ecke bog drehte sie sich blitzschnell und wartete. Der erste Speederpilot kam nicht einmal dazu sich zu erschrecken. Kaum war er um die Kurve, stieß sich der Jedi-Meister mit einem kraftvollen Satz ab, machte in der Luft einen Salto und kam hinter dem Piloten auf.
´Möge die Macht mit dir sein, Obi-Wan Kenobi!´ Mit diesem guten Wunsch verabschiedete sich O’ol’lo’la von dem Jedi-Meister, zog steil nach oben und flog davon.
Obi-Wan konnte keinen Abschiedsgruß hinterher senden, denn er musste sich auf den Kampf konzentrieren. Der Pilot, ein Bothaner, hatte keine Chance. Er flog so schnell aus dem Speeder, dass er nicht wusste, was ihm geschah. Den zweiten Mann erledigte Obi-Wan mit einem kurzen Hieb seines Lichtschwertes. Mit knapper Not schaffte er es, den Speeder vor einem Absturz zu bewahren. Als er sicher saß, steuerte er den Speeder aus dem Canyon hinaus und flog mit Höchstgeschwindigkeit auf die nahe Stadt zu. Den toten Rodianer warf er kurzerhand von Bord.
Die beiden anderen Speeder-Besatzungen waren von dem Bravourstück des Jedi-Meisters überrascht worden, doch nachdem sie ihre Überraschung überwunden hatten, nahmen sie unverzüglich die Verfolgung auf. Obi-Wan holte das letzte aus dem Antrieb seines gekaperten Speeders heraus und sah die Hochhäuser der Stadt auf sich zukommen. Doch seine Verfolger waren ihm dicht auf den Fersen. Als sie die ersten Häuser passierten, ging die Verfolgung durch die Stadt weiter.
Obi-Wan war zwar kein so guter Pilot wie Anakin es gewesen war, aber auch er hatte immer zu den Besten gehört. Als er zwischen den verschiedenen Gebäuden umher flog, immer dicht verfolgt von den beiden anderen Speeder, entschloss er sich zu einem Trick, den er von Anakin gelernt hatte. Er zog den Speeder urplötzlich scharf nach rechts, ließ ihn unerwartet heruntersacken, dann beschleunigte er stark, bog nach links ab, zog die Nase des Fahrzeuges wieder hoch, und brachte den Speeder damit zurück in eine Gerade.
Die Verfolger rasten geradeaus weiter, direkt auf eine Brücke zu. Doch die beiden Piloten standen ihm kaum nach. Irgendwie gelang es ihnen auszuweichen. Obi-Wan raste weiter, um ein Gebäude herum und behielt die Verfolger im Auge. Vor ihm tauchte ein Tunnel auf. Sein Speeder raste hinein. Die Wände flogen nur so dahin und Obi-Wan hätte fast die Augen geschlossen, doch wider Erwarten erreichte er unversehrt den Ausgang. Die Verfolger hatten sich geteilt. Einer war ihm in den Tunnel gefolgt und der andere schien eine Abkürzung genommen zu haben, denn er wartete am anderen Ausgang. Das hatte Obi-Wan nicht geplant. Blitzschnell zog er den Speeder steil nach oben. Die Macht half ihm dabei. Ohne sie hätte er diese Manöver niemals durchführen können. Beide Speeder folgten ihm und vollführten wilde Flugmanöver. Einer riss seinen Speeder plötzlich steil nach oben und brachte sich in einem engen Looping direkt hinter den Speeder des Jedi.
„Das kann ich auch“, sagte Obi-Wan. Er trat auf die Bremsen, kehrte den Schub um, und dann befand sich der Speeder plötzlich neben ihm.
Leider blickte Obi-Wan dadurch genau in die Mündung eines Blasters. Obi-Wan duckte sich nach vorne und ließ seinen Speeder plötzlich absacken, um direkt unter dem seines Gegners zu landen.
„Jetzt kannst du nicht mehr auf mich schießen“, meinte Obi-Wan triumphierend, aber sein Lächeln dauerte nur einen Sekundenbruchteil, denn länger brauchte der Verfolger nicht, um seine neue Taktik zu erkennen. Obi-Wan begriff, dass der Pilot der Sith sein musste, denn nur einer, der die Macht beherrschte, konnte solche wahnwitzigen Flugmanöver unbeschadet durchführen. Obi-Wan raste auf das nächste Gebäude zu und mit dem geringst möglichen Abstand über das Dach.
Der Verfolger raste hinterher, wurde ein wenig langsamer und zog die Nase seines Fahrzeuges gerade noch rechtzeitig hoch, um über das Dach zu kommen. Obi-Wan flog um eine Ecke und verschwand zwischen zwei Gebäuden, nur um zu erkennen, dass er in einer Sackgasse gelandet war. Er drehte den Speeder und sah, dass sein Verfolger nun die Gasse blockierte. Der Mann lehnte sich aus der Tür und richtete ein Lasergewehr auf ihn.
„Oh verflucht!!
„Ergib dich, Kenobi! Dann kommst du vielleicht mit dem Leben davon!“
Obi-Wan gab keine Antwort. Stattdessen gab er Gas.
Er zog den Speeder unter den des Verfolgten und streifte ihn dabei beinahe, doch er kam durch. Nun musste der Verfolger erst drehen, doch dann nahm er erneut die Verfolgung auf. Ein Blasterschuss streifte Obi-Wans Speeder. Sie gaben es wohl auf, ihn lebend zu fangen. Nun wurde es erst recht gefährlich.
Ein weiterer Schuss traf den Speeder, der nun eine Rauchfahne hinter sich herzog. Das konnte niemals gut gehen. Zum Glück schien er wenigsten den zweiten Verfolger abgehängt zu haben. Der Speeder fing an zu bocken und Obi-Wan begriff, dass er landen musste. Nun gut, er würde sich zum Kampf stellen. Er wählte ein Gebäude unter ihm, das ein großes flaches Dach besaß. Mit Mühe schaffte er es, das schwer beschädigte Fluggefährt zu landen, bevor es in einer mächtigen Explosion verging.
Der Verfolger war ebenfalls gelandet und die beiden Insassen kamen langsam auf ihn zu. Der erste Mann richtete sein Blastergewehr auf ihn, doch Obi-Wan ließ die Macht fließen und das Gewehr wurde dem Menschen mit einem Ruck aus der Hand gerissen. Überrascht blickte er der Waffe hinterher. Obi-Wan griff sofort an. Er durfte keine Zeit verlieren. Er aktivierte sein Lichtschwert und die blauweiße Klinge fuhr mit einem beruhigenden Summen heraus. Der Jedi sprang hoch in die Luft, überschlug sich und kam in einer geschmeidigen Bewegung wieder auf dem Boden auf. Sein Arm hatte dabei nur eine kurze Bewegung gemacht und den Mann getroffen. Er sank tot zu Boden. Obi-Wan bedauerte das, denn Leben war ihm immer noch heilig, doch hier kämpfte er um das nackte Überleben, denn der zweite Gegner war ein Sith oder zumindest einer, der dem sehr Nahe kam.
Dieser hatte Obi-Wans Aktion ohne Rührung beobachtet. Er wusste, wen er vor sich hatte und würde den Jedi-Meister niemals unterschätzen.
Als Obi-Wan sich ihm zuwandte blieb er immer noch reglos stehen. „Wer seid Ihr?“ fragte der Jedi.
„Ich bin Carn Dúm, ein Schüler Count Dookus.“
Also doch ein Sith!
„Euer Meister ist schon lange tot!“
„Wie Eurer! Getötet von einem Sith“, lautete die verächtliche Antwort.
„Von einem Sith, den ich anschließend getötet habe“, sagte Obi-Wan, der sich nicht aus der Ruhe bringen ließ. Sein Schwert ruhte sicher und ohne Zittern in seiner Hand. Ein Sith war ein mächtiger Gegner, doch keiner, den man nicht besiegen konnte. Und wie es dem Jedi schien, war seine Macht lange nicht so groß wie die von Dooku oder Palpatine. „Und es war nicht der einzige. Ich habe auch General Grievous getötet.“
„Ja!“ Der Hass sprach förmlich aus Carn Dúms nächsten Worten. „Dafür werdet Ihr entsetzlich leiden müssen, bevor wir euch töten.“
„Wir?“
„Imperator Palpatine und Lord Vader. Ich habe sie von Eurer Ankunft informiert. Sie warten schon auf Euch, Kenobi.“
„Dann seid ihr nichts weiter, als ein gewöhnlicher Kopfgeldjäger, mit etwas Ahnung der dunklen Macht. Ich spüre genau, dass die Macht nicht so stark in Euch ist, wie in Anakin oder Dooku oder Grievous“, ärgerte Obi-Wan den Sith.
„Stark genug, um Euch zu besiegen, Kenobi!“ zischte der Sith wutentbrannt.
Obi-Wan Kenobi musterte die Gestalt des Sith genau. Er war ein Zabrak, also ein Mitglied der gleichen Spezies wie Obi-Wans alter Freund, der Jedi-Meister Agen Kolar, der von Darth Sidious getötet worden war. Carn Dúms Hautfarbe war braun und seine langen schwarzen Haaren hatte er zu einem Zopf zusammen gebunden. Auf der Stirn saßen wie bei allen Zabrak vier kleine Hörner, und seine schwarzen Augen funkelten ihn hasserfüllt an. Die Zabrak waren als wilde und gefährliche Kämpfer bekannt. Er war so groß wie Kenobi, aber muskulöser. Selbst ohne Beherrschung der Macht würde er kein leichter Gegner sein.
Carn Dúm hob sein rötlich schimmerndes Lichtschwert. „Sollen wir reden oder es zu Ende bringen, Kenobi?“
„Bringen wir es zu Ende.“
Carn Dúm stürmte auf Obi-Wan zu, der von dieser wilden Aktion jedoch nur den Bruchteil einer Sekunde überrascht wurde. Er machte einen Satz in die Höhe und Dúm brauste an ihm vorbei.
Schnaubend drehte sich Dúm herum und hob die Hand. Obi-Wan fühlte überrascht, wie etwas an seinem Schwert zerrte und es ihm mit einem Ruck aus der Hand gerissen wurde. Das war neu, noch niemand hatte ihm sein Schwert nach so kurzer Zeit entrissen. Doch auch ohne Schwert war er ein gefährlicher Gegner, wie Dúm sofort bemerkte.
Obi-Wan ließ die Macht fließen, packte Dúms Gestalt und warf ihn meterweit über das Dach. Carn Dúm kam hart auf und verlor dabei ebenfalls sein Schwert, das weit über das Dach schlidderte. Nun waren sie beide ohne Lichtschwert. Der Jedi blickte sich nach seinem Schwert um und sah es in der Nähe liegen. Dies lenkte jedoch seine Aufmerksamkeit von Dúm etwas ab.
Die Macht veranlasste ihn dazu, sich instinktiv umzudrehen. Er sprang hoch in die Luft und überschlug sich. Als er sicher auf den Füssen landete, war der Schuss des Blasters dicht unter ihm vorbeigeschossen. Obi-Wan verschwendete keine Zeit, warf sich vorwärts und drehte sich erneut in der Luft, um Dúm die Waffe aus der Hand zu treten.
Sein Gegner zuckte mit keiner Wimper. Kaum hatte der Jedi wieder Boden unter den Füßen, griff er an, schlang die Arme um Obi-Wans Oberkörper und schob ihn rückwärts. Er versuchte den Jedi-Meister niederzuringen, aber Obi-Wan war dafür zu schnell und sofort wieder vollkommen im Gleichgewicht. Er schob ein Bein zwischen die Füße seines Gegners und setzte zu einer Drehbewegung an, die den Griff um seine Arme schwächen sollte.
Sein Gegner schnaubt nur und stieß seine Stirn in Obi-Wans Gesicht, was den Jedi einen Augenblick lang halb betäubte. Sein Gegenüber riss eine Hand los und schlug zu, aber er erkannte seinen Fehler sofort, als der Jedi dem Schlag auswich, einen engen Saltor direkt unter dem ausholenden Arm ausführte und, als er aus der Drehung kam, mit beiden Füßen gegen die Brust Dúms trat und ihn nach hinten schleuderte.
Nun griff Obi-Wan an, krachte gegen den taumelnden Zabrak und versuchte, ihn unter sich zu begraben. Doch Dúm war ein gefährlicher Gegner. Er ließ sich fallen, dann kehrte er die Bewegung um und blockte Obi-Wan unerwartet ab. Dann versuchte er einen rechten Haken. Obi-Wan duckte sich und reagierte mit einer linken Gerade. Seine Linke traf Dúm im Gesicht, gefolgt von einem rechten Haken. Aber er wich wieder aus und überraschte Obi-Wan mit einer kurzen, aber wuchtigen Linken und dann auch mit einer Rechten in den Bauch. Obi-Wan hob die Hand zwischen sein und das Gesicht des Gegners und benutzte die Macht, um den Mann einen Schritt rückwärts zu schleudern und war anschließend mit einem Satz wieder auf den Beinen. Dúm wurde zurückgeschleudert, direkt auf seinen im Kampf fallengelassen Blaster.
Obi-Wan bemerkte sein heruntergefallenes Lichtschwert hob die Hand und konzentrierte sich auf die Macht. Das Schwert schoss heran, direkt in seine Hand. Dúm hob den Blaster und drückte ab. Obi-Wan konnte den Strahl mit Hilfe seines Lichtschwertes abwehren, doch Dúm schoss wieder und wieder. So schnell, dass Obi-Wan Mühe hatte alle abzuwehren. Zu allem Übel tauchte der zweite Speeder auf, der sie anscheinend die ganze Zeit gesucht hatte.
Nun war guter Rat teuer. Im Grunde blieb ihm nur die Flucht. Von den Blaster-Schüssen getrieben, wich Obi-Wan immer weiter zurück. Bis er den Rand des Daches erreicht hatte. Nur ein paar Meter daneben schwebte der Speeder und ein weiteres Blastergewehr zielte auf ihn.
Carn Dúm erkannte das. Triumph zog über sein Gesicht. „Gib endlich auf, Kenobi!“
Obi-Wan hörte nicht auf ihn. Er war schließlich mit Absicht zum Rand zurückgewichen.
Spring, Padawan!
Obi-Wan war diesmal nicht überrascht. Er hatte sich völlig der Macht hingegeben, die so stark durch ihn floss, wie noch nie in seinem Leben. Er ließ sich einfach über den Rand fallen, schlug einen Salto und schoss im dem Kopf nach unten in die Tiefe. Die Macht bremste seinen Fall ab, doch auch sie würde ihn aus dieser Höhe nicht retten. Deshalb holte er sein Seilkatapult heraus, das in seinem Gürtel befestigt war und schoss den Haken ab. Er hatte gut gezielt. Der Haken wickelte sich um einen Querbalken und bremste seinen Fall völlig ab. Er schwang sich ein paar Mal hin und her, drehte einen Salto und sprang durch die Scheibe eines großen Fensters und landete mitten in einem großen Raum.
Die Bewohner sahen ihn überrascht und ängstlich an. Doch der Jedi hielt sich nicht auf und stürmte aus dem Raum hinaus. Durch einen langen Gang erreichte er einen Aufzug, der ihn zur Oberfläche des Planeten bringen würde.
Fortsetzung folgt |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 06.10.2007, 17:49 Titel: |
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*klirr* Ich habs am Ende richtig brechen gehört, das Glas *grins*.
Mal ne kleine Frage zwischendurch, die du nur beantworten mußt, wenn du magst: Kennst du die Bücher von Salvatore? Du weißt schon, "Dunkelelf" und so.
Ich frage, weil ich bei deiner sehr detailierten Beschreibung des Kampfes zwischen den beiden das Gefühl hatte, in einem seiner Romane zu stecken, wo sich gerade zwei Figuren duellieren. Also insofern ... weiß jetzt nicht, ob du damit etwas anfangen kannst.
Okay, Obi-Wan ist also entkommen -> Gott sei Dank!!! Aber was ist mit den anderen? Da waren noch drei Jedi unterwegs, die habe ich nicht vergessen. Was ist aus denen gworden? Gehst du darauf noch ein?
Auf jeden Fall wieder spannend, dein neues Kapitel! Freu mich schon auf die Fortsetzung. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 07.10.2007, 08:55 Titel: |
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Hyndara: Nein, da muss ich dich enttäuschen. Der Name Savatore sagt mir nun gar nichts. Habe bestimmt noch kein Buch von ihm gelesen. Ich mache es eher so, dass ich mir Kämpfe in Filmen/Serien ansehe, diese in Stichworten aufschreibe und alles dann später ausführlich beschreibe. Die Umgebung zu ändern ist ja dabei auch kein Problem. Hercules z.B. ist da eine wahre Fundgrube für Jedi-Kämpfe und die Star Wars-Filme auch.
So, es geht weiter für dich.
6. Yun-Jin Thon
Während Obi-Wan Kenobi nach rechts flog, wählte Yun-Jins Flugtier die andere Richtung. Yun-Jin bemerkte sofort, dass drei der Speeder Obi-Wan folgten und sie es somit nur mit zwei Speeder-Besatzungen zu tun hatte. Keine allzu schwierige Aufgabe für eine Jedi-Meisterin, wie sie hoffte. Zudem spürte sie, als sie die Macht benutzte, dass der Sith sich von ihr entfernte.
Hoffentlich schaffte das Obi-Wan! Drei Gegner, dazu noch der Sith. Obi-Wan war gut, aber dieser Gegner würde eine Herausforderung für den besten Jedi-Meister darstellen. Vielleicht konnte sie ihm später zu Hilfe eilen, doch vorher musste sie ihre Verfolger abhängen oder unschädlich machen und die Kinder in Sicherheit bringen.
´Mach dir keine Sorgen, Meisterin Yun-Jin. Meister Kenobi ist sehr einfallsreich.´
´Woher willst du das wissen, R’rl’la’ra!´
´Ich habe Meister Kenobis Gedanken gelesen.´
´Du bist sehr optimistisch. Dann will ich das auch sein. Glaubst du, dass wir die beiden Speeder abstürzen lassen können?´
´Aber ja! Überlasse das Fliegen mir und übernimm du dafür die Insassen!´
´Einverstanden!´
R’rl’la’ra ergriff sofort die Initiative. Während sie bisher vor den Speedern geflohen waren, gingen sie nun zum Angriff über. R’rl’la’ra stieg ohne Vorwarnung senkrecht nach oben. Yun-Jin konnte sich gerade noch festklammern. Ihre Haare wehten wie ein blauer Schleier hinter ihr her, während sie sich bemühte nicht herunter zu fallen.
Genauso schnell ließ sich R’rl’la’ra wieder nach unten fallen, genau auf einen der Speeder zu. Yun-Jin benutze die Macht und hielt sich mit ihrer Hilfe auf dem Rücken fest, während sie die rechte Hand zum Schwert führte und es zog. Die grün leuchtende Flamme schoss aus dem Lichtschwert. Als R’rl’la’ra genau über dem Speeder war, zog er nach oben und Yun-Jins Schwert zischte nach unten. Sie hatte genau gezielt und traf den menschlichen Piloten. Sofort fing der Speeder an zu trudeln. Der zweite Insasse versuchte verzweifelt das Gefährt unter Kontrolle zu bringen, doch er schaffte es nicht. Der Speeder schoss auf eine Canon-Wand zu und verging beim Aufprall in einem weithin zu sehenden Feuerball.
„Einer ist erledigt, R’rl’la’ra!“ rief Yun-Jin.
Der zweite Speeder näherte sich nun von der Seite. Der Co-Pilot beugte sich aus dem Speeder und richtete ein Blaster-Gewehr auf die Jedi-Meisterin. Yun-Jin ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern. Der erste Sieg hatte ihr Hoffnung gegeben.
R’rl’la’ra vollführte einen Sturzflug und der Blasterschuss ging weit daneben. Dicht über dem Boden fing sich das Flugwesen ab und zog erneut steil nach oben. R’rl’la’ra war viel wendiger, als der Speeder und bot einem Schützen nur schwer ein Ziel. Ein Blasterschuss nach dem anderen verfehlte sie oder wurde von Yin-Jins Lichtschwert abgewehrt. Doch ewig konnte das Katz und Mausspiel so nicht weitergehen. R’rl’la’ra war zwar gewandter, doch im Gegenzug zu einem Speeder wurde er müde.
Ohne es zu wissen wendete Yun-Jin die gleiche List an wie kurz zuvor Obi-Wan. Sie befahl R’rl’la’ra einen Sturzflug zu machen, um selbst auf den Speeder springen zu können.
´Das ist Selbstmord, Yun-Jin´.
´Nein, nur reine Verzweiflung. Bist zu bereit?´
´Ich schon!´
´Dann los.´
R’rl’la’ra ging in einen Sturzflug über, fing sich dicht vor dem Speeder ab, um knapp über ihm wieder Höhe zu gewinnen. Yun-Jin sprang mit einem gewaltigen, aber genau ausgerechneten Satz in die Höhe. Sie machten einen Salto und landete hinter dem überraschten Menschen neben dem Piloten. Yun-Jin ließ die Klinge ihres Schwertes ausfahren und schlug zu. Sie traf die Hand des Mannes. Gewehr und Arm flogen in einem weiten Bogen davon.
Der Mensch schrie vor Schmerzen auf. Yun-Jin packte ihn und warf ihn mit Schwung aus dem Speeder. Die Jedi-Meisterin konnte nicht sehen, wo er aufschlug, doch sie vermutete, dass er sich auf jeden Fall das Genick gebrochen hatte und somit ausgeschaltet war.
Der Pilot dagegen nicht, doch nur eingeschränkt, da er noch steuern musste. Er hatte einen Blaster gezogen und richtete ihn auf Yun-Jin, während er mit der rechten Hand zu steuern versuchte.
„Versuch das lieber nicht!“ warnte Yun-Jin ihn. Wie erwartet hörte der Bothaner jedoch nicht auf sie und drückte auf den Abzug.
Ein Fußtritt der Jedi-Meisterin sorgte dafür, dass ihm die Waffe aus der Hand geschlagen wurde und der Schuss sein eigentliches Ziel weit verfehlte. Yun-Jins Lichtschwert zielte auf die Kehle des Mannes, der nun keine Gegenwehr mehr wagte.
„Habt ihr wirklich geglaubt, es mit zwei Jedi-Meister aufnehmen zu können?“
„Mann sagte uns nur etwas von einem Jedi-Meister und unser Boss ist ebenfalls ein Jedi!“
„Er ist niemals ein Jedi“, widersprach Yun-Jin. „Er benutzt die dunkle Seite der Macht.“
„Ist das ein Unterschied?“ wagte der Mann zu fragen.
Yun-Jin stieß verächtlich die Luft aus. „Lande!“
Wortlos und mit ängstlichem Blick gehorchte der Rodianer. Wahrscheinlich dachte er, dass nun sein letztes Stündlein geschlagen hatte. „Aussteigen!“
Mit einem Satz saß Yun-Jin hinter dem Steuer und ließ den überraschten Mann zurück. Heute hatte es schon genug Tote gegeben. R’rl’la’ra kreiste noch immer um sie, als sie mit dem Speeder aufstieg.
´Du bist eine großartige Kämpferin, Meisterin´.
´Danke, doch es waren keine gefährlichen Gegner für einen Jedi. Nun aber zu den Kindern. Sie können nicht weit vor uns sein.´
´Ich kann die Gedanken von T’tl’lt’ta und S’sl’ls’sa erkennen. Sie haben mit den Kindern euren Freund erreicht. Und gerade kommt O’ol’lo’la dazu. Meister Obi-Wan ist in einen Speeder gestiegen und schon in der Stadt.´
´Dann werden wir uns zu ihm begeben. Vielleicht ist er in Gefahr. Er musste mit drei Speeder-Besatzungen und dem Sith kämpfen. Ich fürchte um sein Leben.´
´Er wird es schaffen.´
Inzwischen hatten sie die anderen erreicht. Mol’o wartete in einem Speeder wie vereinbart auf die Jedi. „Wo ist Meister Kenobi?“ fragte er besorgt, als er nur die Jedi-Meisterin und die beiden Padawane sah.
„Ich fürchte, sein Leben ist in Gefahr. Er ist in der Stadt, doch ich werde die Macht benützen und versuchen ihm zu helfen“, sagte Yun-Jin. Sie wandte sich an die Flugwesen. „Habt dank für eure Hilfe. Doch nun solltet ihr heimkehren. Bringt euer Leben nicht weiter in Gefahr.“
´Bist du sicher, Jedi-Meisterin?´
Yun-Jin glaubte R’rl’lr’ra zu erkennen. ´Ich bin sicher!´
´Dann kehren wir nach Hause zurück. Lebt wohl!´
´Lebt wohl´! verabschiedeten sich die drei Jedi in Gedanken, während Mol’o den Flugwesen fasziniert nachsah.
„Sind sie intelligent?“ fragte er.
„Das sind sie, und gute Freunde“, erklärte die Meisterin. „Ich bin übrigens Yun-Jin Thon und das sind die Padawane Didra Lego und Dain Baran.“
Mol’o blickte die Jedi-Meisterin fasziniert an und bewunderte insgeheim ihre Schönheit. Das lange blaue von weißen Strähnen durchzogene Haar und ihre aristokratische Erscheinung beeindruckten ihn sehr. Schnell strich er sich seine Bekleidung zu Recht und fuhr sich über seine Lekkus . Der erste Eindruck ist immer der wichtigste. „Mein Name ist Mol’o und ich stehe im Dienste von Senator Bail Organa. Zur Zeit bin ich jedoch der Reise-Gefährte von Meister Kenobi.“
Yun-Jin musterte den Twi’lek amüsiert, der vor ihr Eindruck schinden wollte. Sie gab zu, dass er gut aussah. Groß, schlank mit absolut menschlichen Gesichtszügen. Er mochte ein paar Jahre jünger als sie sein. Seine beiden Lekkus anstelle von Haaren waren der einzige Unterschied zu einem Menschen. Yun-Jin hatte die Twi’leks schon immer gemocht und die Jedi-Meisterin Aayla Secura war ihre beste Freundin gewesen. Nach ihrer Flucht vor dem Imperium hatte Yun-Jin erfahren, dass Aayla auf dem Planeten Felucia von ihren Klon-Soldaten ermordet worden war.
„Bringt die Kinder in Euer Raumschiff, Mol’o. Ich werde mit Hilfe der Macht Obi-Wan suchen.“
„Meisterin! Wir wollen mitkommen.“
„Nein, bitte folgt Mol’o in das Raumschiff. Wir treffen uns dort.“
„Das ist Wahnsinn, Meisterin. Lasst uns doch helfen“, versuchte Didra die Jedi umzustimmen, stieß jedoch auf Granit.
Widerwillig stiegen sie schließlich zu Mol’o in den Speeder. „Obi-Wan und ich kommen bald zurück“, versprach Yun-Jin den dreien.
Yun-Jin sah dem Speeder einen Augenblick hinterher und sprang dann in ihr erbeutetes Fahrzeug. Sie sandte die Macht aus und suchte nach Obi-Wan. Schließlich spürte sie seine Anwesenheit und ließ sich von der Macht durch die Hochhäuser der Stadt führen.
Während des Fluges hatte sie Zeit nachzudenken. Zum ersten Mal wurde ihr richtig bewusst, dass Obi-Wan noch lebte. Wie hatte sie das gehofft, doch nie gewagt daran zu glauben, dass er dem Morden entkommen war. Viele alte Erinnerungen und Gefühle waren zurückgekommen. Gefühle, von denen sie geglaubt hatte, dass sie tief in ihrem Inneren vergraben waren. Doch der Untergang des Jedi-Ordens hatte alles verändert. Sie wusste nicht, ob Obi-Wan noch genauso fühlte wie damals, vor 15 Jahren.
Obwohl es verboten war, hatten sie eine kurze Affäre gehabt. Obi-Wans alter Meister Qui-Gon lebte nicht mehr und Obi-Wan hatte selbst einen jungen Padawan gehabt. Sie hatten ihre Beziehung geheim gehalten, auch vor dem Padawan. Dann trennten sich ihre Wege. Immer gab es noch eine weitere wichtige Mission zu erfüllen, die verhinderte, dass sie erneut zusammenkamen. Und Obi-Wan war zu sehr Jedi gewesen, um dieses Leben für seine eigenen Bedürfnisse aufzugeben.
Als er nun so unerwartet vor ihr stand, kamen die alten Gefühle schlagartig zurück. Am liebsten hätte sie ihn nie mehr losgelassen, doch Obi-Wan hatte ihren Gefühlsausbruch nicht erwidert. Liebte er sie nicht mehr?
Oder gab es etwas anderes, dass sein Herz so verhärtet hatte? Anakin Skywalker fiel ihr ein. Sie hatte Gerüchte gehört, dass er sich zur dunklen Seite hatte bekehren lassen und nun Darth Vader sein sollte. Yun-Jin hatte das nie glauben können. Wie konnte das möglich sein? Er war doch Obi-Wans Padawan gewesen. Doch wenn das stimmte, dann konnte das der Grund für Obi-Wans Gefühlskälte sein. Wie auch immer, dass alles würde sich aufklären lassen. Doch erst musste sie ihn finden.
Schließlich führte sie die Macht zu einer dunklen Gasse. Sie schwebte mit dem Fahrzeug in geringer Höhe über den niedrigen Häusern. Hier gab es keine hohen Gebäude und auch keine schönen Häuser. Alles war verkommen und eingefallen. Nur die ärmsten der Armen würden hier leben wollen. Wesen, die alles verloren hatten und ohne Hoffnung waren.
Die Jedi hörte erregte Stimmen vor sich und glaubte schließlich die ruhige Stimme von Obi-Wan herauszuhören. Sie ließ ihren Speeder über der etwa zehn Meter hohen Gasse schweben und lauschte auf die Worte unter ihr.
Sie hatte sich nicht getäuscht. Es war Obi-Wan und er schwebte in großer Gefahr. Der Sith hatte ihn gefangen und quälte ihn. Yun-Jin wurde wütend. Doch schnell nahm sie dieses Gefühl in sich auf und lies es wieder los. Wut würde Obi-Wan nicht helfen. Nur Mut und Entschlossenheit. Und sie besaß von beidem genug, um Obi-Wan zu retten.
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