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Das Tor in phantastische Welten
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Die Antiker


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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 03.12.2007, 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Nein, Omega ist nicht Matthews, ganz und gar nicht. Wer Omega ist wird erst in einer viel späteren Story erklärt. Matthews ist ein weiterer Spion von Johns Vater.

Aber nun geht es auch schon weiter.


Teil 11

In der Vergangenheit

Jetzt waren alle mehr als neugierig. Der Premierminister studiert eine Weile die Computer und ging von einem Bildschirm zum anderen. Dann schien er gefunden zu haben, was er suchte. Umesh gab einige Daten in den Bildschirm ein und plötzlich verschwand hinter ihnen die Wand, die als einzige ohne Computer war. Eine große Tür wurde sichtbar.

Umesh ging auf sie zu und berührte mit der Handfläche ein Feld und die Tür öffnete sich. Dahinter war eine große Halle zu sehen, die mit Maschinen und Computern voll gestellt war. Und noch etwas war darin: ein Raumschiff unbekannter Bauart. Es war etwa doppelt so groß wie die ORION, doch ihr Aussehen war gänzlich anders. Es sah aus wie eine große Walze.

„Das ist die EXCALIBUR, das Raumschiff meines Großvaters“, erklärte Umesh ihnen. „Damit, und mit einem anderen Schiff, dass sich auf dem Planeten befindet, wird mein Volk ausziehen.“

Sheppard konnte nicht glauben, was er sah. Dieses Raumschiff war fantastisch. Dann fiel ihm ein, wie Umesh es genannt hatte. „Wie ist der Name des Schiffes?“

Der Premierminister sah ihn an. „EXCALIBUR.“

„Das ist König Arthurs Schwert“, warf Mitchell ein. „Wir haben es auf einem anderen Planeten gefunden.“

„Merlin, der ein aufgestiegener Antiker war, hat es Arthur gegeben. Und Arthur hat es mitgenommen“, sagte Umesh. „Was ihr gefunden habt, war nur eine Nachbildung.“

„Du kennst Merlin und Arthur?“, fragte Mitchell.

„Ja, ich war noch ein Kind, doch Merlin und ein anderer Antiker, der sich Janus nannte, haben die Anlage gebaut.“

„Janus, natürlich! Warum habe ich noch nicht an ihn gedacht“, sagte Sheppard. „Ich frage mich, wo alles er noch mitgemischt hat.“

Dann fiel Sheppard ein, was Umesh noch gesagt hatte. „Ihr besitzt noch ein Raumschiff?“

„Natürlich“, erklärte Umesh. „Wir mussten immer damit rechnen, dass die Wraith zurückkommen und wir eine Möglichkeit zur Flucht haben müssen.“

„Und wo befindet sich nun diese Zeitmaschine?“, fragte O’Neill.

Raumschiffe hin und her, sie mussten einen Weg nach Hause finden. Alles andere war im Moment zweitrangig.

„Ach ja!“, Umesh sah sich um. Dann zeigte er auf eine große Computeranlage im hinteren Teil der Anlage.

Jonas stürzte sich sofort darauf, die anderen folgten etwas langsamer.

Auf dem Planeten

Ronon saß auf einem großen Stein in der Nähe des Einganges zu den unterirdischen Wohnanlagen der Furlinger. Er langweilte sich etwas. Er wurde erst etwas munterer, als er Teyla auf sich zukommen sah.

„Was ist mit dir?“, fragte sie.

„Das alles ist nicht sehr interessant. Ich frage mich, was sie unternehmen, um die Wraith abzuwehren.“

„Hättest du lieber die anderen auf den Mond begleitet?“

„Nicht unbedingt. Außerdem traue ich diesen Saat Bhai nicht. Diese Frau hat etwas vor.“

Teyla blickte auf Lara Hunter, die in der Nähe saß und etwas in einen kleinen Computer eingab. Sie beschloss, zu ihr zu gehen. Ein Gespräch zwischen Frau zu Frau sozusagen.

Lara sah diese minderwerte Eingeborene auf sich zukommen und unterbrach unwillig ihre Arbeit. Sie sammelte Daten und gab sie ihrem Computer ein.

Teyla blieb vor ihr stehen und blickte sie ungerührt an. „Warum hassen Sie den Colonel so?“

„Hassen? Warum sollte ich? Er hat schließlich nur dafür gesorgt, dass einige meiner Stürzpunkte vernichtet wurden, und mich wie eine Idiotin aussehen lassen.“

„Ich verstehe! Verletzte Ehre also. John gehört zu Ihrem Volk, warum sehen Sie das nicht einmal so? Er will nur das Beste für uns alle. Für Sie, Ihr Volk und das jeden einzelnen in dieser Galaxis und Ihrer Galaxis.“

„Was wissen Sie schon darüber? Sie sind minderwertige Geschöpfe, die es nicht wert sind zu leben. Wäre es anders, hättet ihr die Wraith schon lange besiegt.“

Teyla war rot vor Zorn geworden. Mit Mühe konnte sie gerade noch ihre Beherrschung bewahren. Nicht so Ronon, der alles gehört hatte.

Er war mit einem Satz heran und packte die Frau. „Sie lassen Ihre schmutzigen Hände von meinen Freunden oder ich bringe Sie eigenhändig um, verstanden? Dass Sie eine Frau sind, wird Sie dann nicht schützen.“

„Ronon!“, Teyla legte besänftigend ihre Hand auf seinen Arm und blickte ihn durchdringend an. „Lass sie sofort los!“

Zuerst wollte Ronon nicht auf sie zu hören, doch schließlich gab er nach und ließ Lara los. Er blickte sie nochmals an und hob drohend den Finger: „Ich habe Sie gewarnt.“

Lara trat schnell einen Schritt zurück. Dann klopfte sie ihre Kleidung ab und ging wutschnaubend davon, aber nicht, bevor sie Ronon einen mörderischen Blick zugeworfen hatte.

Dies würde sie diesem ungehobelten Barbaren nie vergessen. Diese Unverschämtheit würde er noch bitter bereuen müssen. Jetzt hatte sie einen neuen Kandidaten für ihre Negativliste.

Teyla sah er nach und blickte dann Ronon kopfschüttelnd an. „So machst du dir keine Freunde. Damit hast du dir eine unversöhnliche Feindin geschaffen.“

„Soll mich das vielleicht ängstigen? Die Wraith können mich nicht abschrecken, da kann es diese Frau noch weniger.“

„Vergiss niemals, dass sie eine Antikerin ist, die eine große Macht hinter sich hat.“

„Das haben wir auch“, sagte Ronon. Er verschwendete keinen weiteren Gedanken an diese eingebildete Frau mehr.


Atlantis
Gegenwart

Matthews, Doors und Hernandez hatten inzwischen das Büro erreicht. Niemand bemerkte Matthews zufriedenen Gesichtsausdruck. Das würde ein Kinderspiel werden. Und er wollte es so drehen, dass der Verdacht dann auf Doors oder Hernandez fiel.

Hernandez, der Jüngste von ihnen bemerkte leise: „Die beiden Frauen sind wirklich eine Augenweide. Selbst Mrs. Sheppard sieht noch fantastisch aus.“

„Hüte deine Zunge“, sagte Doors. „Die eine ist die Mutter und die andere die Geliebte des Colonels. Er wird dir das Herz herausreißen, wenn du ihnen zu nahe kommst.“

„Man wird wohl noch seine Meinung sagen dürfen“, meinte Hernandez beleidigt.

Doors war der Ältestes und meldete sich bei den beiden Frauen an. Dann sprachen sie kurz mit den drei Wachen, die bisher auf die Frauen aufgepasst hatten. Anschließend ging er zu den Frauen hinüber.

„Wir sind Ihre neuen Beschützer“, sagte Doors zu ihnen.

Diese blickten nur kurz von ihrer Arbeit auf und nickten den drei Männern zu.

„Machen Sie es sich ruhig bequem“, meinte Vanessa. „Ich glaube kaum, dass wir in Gefahr sind.“

„Da sind wir anderer Meinung“, sagte Doors.

‚Wie recht du hast’, dachte Matthews, ließ sich aber nichts anmerken. Er hatte nun sechs Stunden Zeit, seinen Plan auszuführen.

Die drei Männer zogen sich in eine Ecke des Raumes zurück und verhielten sich unauffällig.

Matthews gab heimlich einige Daten in sein Armband ein, dass wie eine gewöhnliche Uhr aussah, aber ein Hightech-Gerät seines Volkes war. Nun waren die Überwachungskameras in diesem Büro ausgeschaltet und zeigten auf den Überwachungsmonitoren im Hauptcomputerraum ein Bild, dass der Agent vor einiger Zeit aufgenommen hatte. Es zeigte die Frauen bei der Arbeit am Computer. Die Männer an den Kontrollcomputern würde nichts auffallen.

Dann sah sich Matthews im Raum um. Hernandez stand auf der anderen Seite des Raumes und döste vor sich hin. Doors dagegen war wachsamer und blickte sich die ganze Zeit im Raum um. Doch er würde nie erfahren, dass die Gefahr aus den eigenen Reihen kam. Alle Mitglieder des Wachteams waren auf Herz und Nieren überprüft worden. Aber die Atlanter hatten die technischen und medizinischen Möglichkeiten der Saat Bhai unterschätzt. Für sie war es kein Problem, ihre Agenten in jede gewünschte Gruppe einzuschleusen.

Nachdem sich Matthews ebenfalls ausführlich im Raum umgesehen hatte, und auch der winzige Monitor auf seinem Armband keine Gefahr anzeigte, entschloss er sich seinen Plan durchzuführen. Warum das Unvermeidliche hinauszögern?

Ganz langsam ließ er seine Hand in die Uniformjacke gleiten. Seine Finger umklammerten die kleine Waffe. Sie war unscheinbar und als Feuerzeug getarnt. Niemand würde dahinter kommen, dass er den Gegenstand als tödliche Waffe einsetzen konnte.

Zuerst musste er Doors und Hernandez ausschalten. Dann waren die Frauen an der Reihe. Es musste blitzschnell gehen. Matthews hob die als Feuerzeug getarnte Waffe und zielte auf Doors. Das winzige Geschoss traf den Wachmann und tötete ihn auf der Stelle. Dann zielte er auf Hernandez, doch jetzt erlebte er eine böse Überraschung.

Die Tür wurde aufgerissen und Colonel Han stürmte an der Spitze einer Gruppe Soldaten in das Büro. Der Agent fuhr überrascht herum und zielte auf die hereinstürmenden Wachen. Han war jedoch schneller und schlug ihm die Waffe aus der Hand. Mindestens zehn Waffen zielten auf Matthews.

Captain Landers fragte geschockt: „Warum, Matthews? Warum Sie?“

Matthews zuckte nur mit den Achseln. „Es war mein Job.“

„Den Sie nicht sehr gut ausgeführt haben“, bemerkte Han.

Hernandez, der zu Doors geeilt war und ihn untersucht hatte, blickte auf. „Doors ist tot! Sie sind ein gemeiner Mörder, Matthews.“

„Er ist nur ein unwichtiger Mensch, der zur falschen Zeit am falschen Ort war“, antwortete Matthews im eiskalten Tonfall.

Vanessa kam jetzt auf Matthews zu.

Dieser blickte sie wütend an. „Woher wussten Sie, dass ich es bin?“

Jetzt lächelte Vanessa das Lächeln, dass alle an Sheppard schon gesehen hatten.

„Ich wusste es nicht. Wenn ich ehrlich sein darf, hatte ich nicht die leiseste Ahnung, wer der Verräter sein könnte.“

„Aber …!“

„Es war eine Finte und eine Falle für den Verräter. Wir haben das Büro extra so präpariert, dass der Agent, in diesem Fall Sie, glauben musste, dass er alles unter Kontrolle hat.“

„Aber ich habe die Kameras ausgeschaltet.“

„Sie haben nur die offiziellen Kameras ausgeschaltet. Wir haben aber noch andere installiert, von denen nur ein paar eingeweihte Personen wussten. Vergessen Sie eines nicht: auch Rhiana und ich sind Antiker. Ebenso Colonel Han.“

Matthews verfluchte den Umstand, dass er dies vergessen hatte. „Sie sind eine gemeine Verräterin an Ihrem eigenen Volk. Und genau wie Ihr elender Sohn, werden Sie Ihre gerechte Strafe erhalten. Noch haben Sie nicht gewonnen.“

„Wir werden sehen“, meinte Vanessa ungerührt. „Schafft ihn weg.“

„Er wird uns alles verraten“, sagte Han verächtlich und wütend, weil er es nicht verhindern konnte, dass es einen Toten gegeben hatte. „Und er wird für den Mord an dem armen Doors büßen müssen.


Umesh Mehra führte sie durch die EXCALIBUR. Es war ein bemerkenswertes Schiff.
„Wie viele habt ihr davon?“, fragte Sheppard den Furlinger.

„Leider viel zu wenige. Andernfalls müssten wir die angreifenden Wraith nicht fürchten. Ein Schiff derselben Klasse befindet sich noch auf dem Planeten.“

„Warum flieht ihr nicht durch das Stargate?“, wollte Mitchell wissen.

„Wir wissen nicht, wohin sich der Rest unseres Volkes zurückgezogen hat. Es wird eine lange Suche für uns werden. Doch nun muss ich zu meinem Volk auf den Planeten zurückkehren und die Evakuierung vorbereiten.“

„Wolltet ihr uns nicht bei der Zeitmaschine helfen?“, fragte Sheppard etwas enttäuscht.

„Ich zeigte euch die Anlage. Sie ist so eingestellt, dass sowohl ein Antiker, als auch ein Angehöriger meines Volkes sie bedienen kann. Sie und einige Ihres Volkes gehören dazu.“

„Das ist richtig“, stimmte Mitchell zu. „Colonel Sheppard, General O’Neill, Major Lorne und Jonas Quinn besitzen das Antikergen. Dazu kommen noch einige, die sich an Bord unseres Raumschiffes und auf dem Planeten aufhalten.“

„Dann braucht ihr meine Hilfe nicht mehr“, sagte Umesh. „Ich kann Ihnen einige meiner Wissenschafter zur Unterstützung herschicken, wenn Sie es wünschen. Doch ich selbst muss zurück und mein Volk dazu überreden, ihre Heimat zu verlassen. Das wird nicht einfach sein.“

„Dann bringen wir Sie zurück“, meinte Sheppard, der die Sorge des Furlingers nur zu gut verstand. „Major Lorne wird mit seinem Team für die Sicherheit der Wissenschaftler sorgen.“

Sie verließen das Furlinger-Raumschiff und gingen zu Jonas zurück. Lorne und sein Team halfen ihm mit der Anlage, soweit das möglich war.

„Lorne“, sprach Sheppard den Major an. „Ich übergebe Ihnen das Kommando auf dem Mond. Sorgen Sie mit Jonas dafür, dass die Anlage wieder funktioniert. Sobald wir auf dem Planeten sind, werden wir Ihnen einige Wissenschafter der Furlinger schicken, die Ihnen bei der Zeitmaschine helfen können.“

„In Ordnung, Sir“, sagte Lorne. „Wir kommen hier schon klar.“

Sheppard nickte ihm zu. Dann ging er zusammen mit Mitchell und Umesh zurück zu dem Jumper. Schon nach kurzem Flug erreichten sie den Planeten. In der Pilzstadt herrschte inzwischen großer Betrieb. Die Furlinger waren aus dem Untergrund gekommen.

Umesh hielt eine große Ansprache an sein Volk und erklärte ihnen die Lage. Große Aufregung und auch Unmut kam auf, als Umesh die Evakuierung des Planeten anordnete.

„Wir haben uns schon früher gegen die Wraith verteidigt!“, rief einer. „Wir werden es auch diesmal tun.“

„Wir sind zu wenige“, hielt Umesh dagegen. „Und wir können auf keine Unterstützung hoffen. Hiermit gebe ich den Befehl zur Räumung des Planeten. Sucht eure Sachen zusammen. Meine Techniker werden die EXCALIBUR und die WALHALLA abflugbereit machen.“

„Und was, wenn wir nicht wollen!“, rief ein anderer aufgebracht.

„Natürlich kann ich niemanden zwingen“, antwortete der Premierminister. „Jedem, der hier bleiben will, sei dies freigestellt. Doch diejenigen werden dann auf sich selbst gestellt sein. Und dies wird ihr Untergang sein. Die Wraith sind in etwa vier Tagen hier. Die EXCALIBUR und die WALHALLA werden in zwei Tagen abfliegen. Jeder, der mitkommen will, soll sich an Bord einfinden.“

O’Neill, der neben Mitchell und Sheppard stand und zugehört hatte, meinte: „Was ist nun mit der Zeitmaschine?“

„Sie wird in zwei Tagen einsatzbereit sein“, versprach Sheppard. Er dachte an Rodney, den er jetzt gut gebrauchen konnte. „Der Premierminister hat uns schließlich Techniker und Wissenschaftler versprochen. Sie werden sowohl die EXCALIBUR, als auch die Zeitmaschine einsatzbereit machen.“

„Ihr Wort in Gottes Ohr, Colonel! Schön, dann werde ich jetzt auf die ORION zurückgehen. Sie beide bleiben hier und sorgen für einen reibungslosen Ablauf.“

„Ja, Sir!“, sagten Mitchell und Sheppard gleichzeitig.

„Ich werde Ihnen einen Piloten besorgen, General“, sagte Sheppard.

„Nicht nötig, ich kann selbst fliegen“, O’Neill grinste gemein. „Dann arbeiten Sie mal schön. Es hat eben doch seinen Vorteil, wenn man der Chef ist.“

Mitchell und Sheppard sahen zu, wie der General in eine der F-302-Jäger stieg, sich hinter die Steuerung setzte, die provisorische Landebahn hinabrollte und schließlich abhob. Obwohl er sich durchaus zum Schiff fliegen lassen könnte, wollte Jack nicht ganz das Gefühl für das Fliegen verlieren und auch seine Flugkünste nicht einrosten lassen.

„Er scheint in Ordnung zu sein“, meinte Mitchell.

„Oh, ja!“, bestätigte Sheppard. „Wenn Sie die Berichte von SG-1 gelesen haben, dann wissen Sie ja, was der General schon alles geleistet hat.“

Mitchell sah Sheppard etwas perplex an. “Ich bin Mitglied von SG-1.“

„Dem neuen Team, aber ich meinte das alte Team.“

„Ich weiß, was Sie meinten, Sheppard. Doch nun sollten wir nach dem Rechten sehen und dafür sorgen, dass bei uns alles läuft.“

Sheppard stimmte zu und sie gingen los, um sich über alles zu informieren.

John sah Teyla auf sich zukommen. „Gut, dass du wieder da bist, John.“

„Was ist los? Gab es Ärger?“

„So kann man es sagen. Diese Lara Hunter treibt ein falsches Spiel.“

Schnell erzählte die Athosianerin, was vorgefallen war.

„Es ist gut, dass du ein Auge auf Ronon hast, wenn ich nicht da bin. Er ist ein guter Mann, aber eben auch sehr aufbrausend“, meinte John.

„Ja, und unberechenbar.“

Teyla dachte dabei an die Sache mit Ronon auf diesem Planeten, wo er einen Mann erschossen hatte, der von seinem Heimatplaneten Sateda stammte. Dieser Kell mochte sein Schicksal verdient haben, doch Teyla hatte es vorgezogen, dieses Vorkommnis nie den anderen zu erzählen.

„Aber ich stimme dir zu“, unterbrach John ihre Gedanken. „Lara Hunter wird wieder zum Problem werden, sobald wir in unserer Zeit sind. Wo ist sie jetzt?“

„Ich glaube, sie kehrte zu ihrem Schiff zurück. Dort wird sie bestimmt etwas gegen uns aushecken. Ist dieser Mann nicht einer von ihren Männern?“

John sah in die Richtung, in die Teyla unauffällig zeigte. „Ja, das ist Cain. Er folgt mir die ganze Zeit.“

„Lara hat ihm sicher den Auftrag gegeben. Sei vorsichtig, John.“

„Keine Sorge, das bin ich. Solange Cain sich anständig verhält, habe ich keinen Grund ihn wegzuschicken. Wir haben ja versprochen, mit Lara zusammen zu arbeiten.“

John sah sich weiter um. Die meisten seiner Leute waren entweder auf die ORION zurückgekehrt oder befanden sich auf dem Mond. Der Rest half den Furlingern bei der Evakuierung. Zwei Drittel der Furlinger war bereit, wegzugehen. Der Rest wollte sich weiter auf dem Planeten verstecken. Dies würde ihren Tod bedeuten, doch sie hatten keine Handhabe, ihnen das zu verbieten.

Auf der ORION wurden die Wraithschiffe überwacht, denn diese näherten sich langsam aber unaufhaltsam dem Planeten. Hoffentlich blieb ihnen genug Zeit zur Evakuierung. Die WALHALLA war inzwischen von ihrem unterirdischen Versteck zur Oberfläche gebracht worden. Ebenso hatte man die EXCALIBUR geholt. Die Generalüberholung beider Schiffe war in vollem Gange.

Vier Tage später

Alle Furlinger, die sich Evakurieren ließen, hatten sich an Bord der EXCALIBUR und der WALHALLA begeben. Auch auf dem Mond war man soweit, die Zeitmaschine einzuschalten. Allerdings barg dies noch einige Gefahren. Umesh Mehra war sich nicht sicher, ob sie auch 100% funktionierte.

„Wenn ihr diese Anlage einschaltet, setzt ihr euch unkalkulierbaren Risiken aus“, sagte Umesh zu Sheppard, O’Neill und Mitchell, die neben der Maschine standen und Jonas zusahen, wie dieser und einige Techniker der Furlinger die letzten Einstellungen und Daten eingaben.

Jonas hatte sich inzwischen gut in die Materie eingearbeitet. Schließlich war er nicht nur Archäologe, sondern auch ein Wissenschaftler bei seinem Volk gewesen. Und er hatte viel von den Menschen der Erde gelernt. Außerdem kam ihm sein fotografisches Gedächtnis zu Hilfe. Was er einmal las, vergaß er nie wieder.

Alle nicht benötigten Menschen und Furlinger befanden sich inzwischen auf den vier Schiffen. Die Saat Bhai hatten sich auf die PANDORA begeben, und die Menschen auf die ORION.

„Die Selbstauslösung ist eingegeben“, sagte Jonas. „Wir sind fertig. Ich schlage vor, wir begeben uns auf unsere Schiffe. Die Welle wird sich diesmal nur über den Mond ausbreiten, und ihre Stärke ist genau berechnet worden. Die PANDORA und die ORION werden von ihr erfasst werden und in unsere Zeit geschleudert werden. Wenn die Berechnungen stimmen, werden wir ungefähr zu dem Zeitpunkt zurückkehren, wann wir gestartet sind.“

„Wenn sie stimmen?“, fragte O’Neill.

„General, du weißt, dass alles nur Theorie ist, aber wir haben alles, was uns möglich war getan. Der Rest wird hoffentlich unser Glück bewirken.“

Jack grinste Jonas sarkastisch an. „Du hörst dich schon wie Daniel an.“

„Das hoffe ich doch nicht“, meinte Jonas fast beleidigt. Er mochte Jackson zwar, aber mit ihm verglichen zu werden, das wollte er nun doch nicht.

„Also, dann!“, Jack schlug die Hände zusammen. „Wollen wir starten? Oder sollen wir auf die Ankunft der Wraith warten, die sicher bald da sein werden?“

„Starten wir.“

Und so begaben sich alle auf die Schiffe. Die beiden Raumschiffe der Furlinger befanden sich inzwischen schon im Weltraum, aber in sicherem Abstand zum Mond, um nicht von der Welle erfasst zu werden.

Die PANDORA und die ORION befanden sich in der Umlaufbahn des Mondes, an einer vorher genau berechneten Stelle.

Lara Hunter stand am Sichtschirm ihres Raumschiffes und beobachtete alles. „Ging alles glatt?“, fragte sie ihren Chefwissenschaftler Marek, der in der Mondstation mitgearbeitet hatte.

„Natürlich! Die Furlinger werden eine hübsche Überraschung erleben, wenn die Zeitmaschine ausgelöst wird.“

„Sehr schön“, sie rieb sich zufrieden die Hände. „Die Furlinger und Sheppard werden uns gehören. Und diesen Ronon werde ich mit eigenen Händen umbringen.“

An Bord der ORION wurde auch alles beobachtet. Gleich war es soweit.

O’Neill unterhielt sich noch am Bildschirm mit Umesh Mehra und wünschte den Furlingern alles Gute für die Zukunft. Gleichzeitig brachte er sein Bedauern zum Ausdruck, dass sie nicht länger Zeit gehabt hatten, um sich besser kennen zu lernen.
Zehn Minuten vor Countdown geschah es.

Commander Bond erhielt eine beunruhigende Nachricht von einem seiner Offiziere.

„Sir! Gerade verlassen zwei Raumschiffe den Hyperraum. Es sind die Wraith!“

„Was? Aber sollten die nicht erst in ein paar Stunden kommen?“

„Eigentlich schon, Sir, aber sie sind in ein paar Minuten in Reichweite.“

„Wie lange läuft der Countdown noch?“

„Neun Minuten.“

„Und die Wraith?“

„Sechs Minuten.“

„Oh! Das wird knapp werden“, Bond wandte sich um, um die anderen die bösen Neuigkeiten mitzuteilen.


Fortsetzung folgt
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FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 03.12.2007, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kann denn das sein?

DA hatte bestimmt Lara ihre Finger im Spiel, oder? Das wird ein schöner Kampf..wenn es überhaupt dazu kommt.

Natürlich war Matthews nicht omega. Sry hab mich da verschrieben. Vanessas enttarnung von Matthews war super. Die Frau hat Klasse.
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 04.12.2007, 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: So, es geht weiter. Klar, Lara hat ihre Hände im Spiel. Wie, das kannst du gleich lesen.

Teil 12

Commander Bond wandte sich an den General und teilte ihm die schlechte Neuigkeit mit. O’Neill blickte zu Mitchell und Sheppard, die beide neben ihm standen. Auch die beiden Colonels machten besorgte Gesichter.

„Können wir das schaffen?“, fragte O’Neill.

„Ein Zeitfenster von drei Minuten ist nicht sehr viel“, meinte John nachdenklich. „Aber wir können es schaffen.“

„Was ist mit den Furlinger?“, fragte Mitchell. „Wenn wir in unsere Zeit zurückkehren, sind sie auf sich alleine gestellt.“

„Bestimmt haben die Furlinger die Ankunft der Wraith auch registriert. Am besten wäre es, wenn sie sofort in den Hyperraum springen“, meinte Jack. Er wandte sich an den Commander. „Informieren Sie sofort die Furlinger, dass sie in den Hyperraum springen sollen. Und wünschen Sie ihnen viel Glück.“

„Verstanden, General“, bestätigte Bond.

„Wie lange noch?“, fragte Mitchell.

„Sieben Minuten bis zur Auslösung.“

Also würden die Wraith jede Minute aus dem Hyperraum auftauchen. Die Sensoren registrierten, dass die Furlingerschiffe ihre Antriebe hochfuhren. In diesem Augenblick öffneten sich zwei Hyperraumfenster und die Wraithschiffe schossen heraus. Sie schienen die Anwesenheit der Schiffe schon bemerkt zu haben, denn kaum waren sie angekommen, da eröffneten sie auch schon das Feuer auf die ORION und die PANDORA.

Die beiden Antikerschiffe hatten jedoch zur Vorsorge ihre Schilde hochgefahren und die ersten Salven der Wraithschiffe verpufften wirkungslos an diesen. Sofort feuerten die ORION und PANDORA zurück. Die Antikerdrohnen waren wirkungsvoller und durchschlagskräftiger, als die Railguns der Menschen, und wurden auch nicht von den Wraith abgeblockt. Erste Einschläge auf den Wraithschiffen zeigten ihre Wirkung.

„Schäden am Heckschild des linken Basisschiffes“, sagte der Bordschütze der ORION.

Die Furlingerschiffe hatten sich nun dem Kampf angeschlossen. Sie schossen ebenfalls auf die Wraithschiffe, die mit diesem Widerstand nicht gerechnet hatten. Das erste Basisschiff zeigte nun erste ernste Schäden. Sämtliche Decks wurden von Explosionen erschüttert. Der Antriebssektor und die Waffenbatterien des Schiffes wurden durch die Explosionen zerstört. Als weitere Schüsse das Basisschiff trafen, verging es in einer gewaltigen Explosion.

In diesem Moment war die Zeit um und die Zeitmaschine aktivierte sich. Allerdings schien auch hier etwas gewaltig schief zu laufen, denn die Schockwelle traf nicht nur den Mond sondern war so weitreichend wie die, welche sie hergebracht hatte. Die beiden Antikerschiffe und auch die Furlingerschiffe wurden erfasst und diesmal in die Zukunft geschleudert.

Auf der ORION herrschte absolutes Chaos.

„Was ist passiert?“, schrie O’Neill durch den Lärm.

Erste Meldungen trafen ein.

„Schadensbericht!“, verlangte Commander Bond, der es in dem Durcheinander irgendwie geschafft hatte, seinen Commandosessel wieder zu erreichen.

„Die Schockwelle war viel größer als ausgerechnet“, rief Jonas Quinn.

„Wieso?“, ein böser Blick von O’Neill traf den jungen Wissenschaftler.

„Keine Ahnung. Es muss sich ein kleiner Fehler in die Berechnung geschlichen haben“, meinte Jonas etwas kleinlaut.

„Ein kleiner Fehler? So sieht es wohl aus“, meinte Jack brummig.

„Stellt sofort fest, wo wir sind“, mischte sich Sheppard ein. Schließlich war jetzt keine Zeit für Fehlerzuweisungen.

Jonas betätigte einige Schalter und überprüfte die Eingaben im Computer. „Wir sind genau da, wo wir sein sollten. Auch die Zeit stimmt ungefähr.“

„Aber?“, fragend blickte Jack seinen ehemaliges Teammitglied an.

„Wir sind vier Tage später angekommen. Der Mond ist auseinander gerissen und viele Brocken sind auf den Planeten geschleudert worden. Diese haben eine große Zerstörung angerichtet. Eine riesige Staubwolke hüllt den Planeten ein und wird ihn für lange Zeit unbewohnbar machen.“

„Er war doch schon unbewohnt“, meinte Jack.

„Sir!“, rief da Bond herüber. „Die Furlingerschiffe sind ebenfalls hier und auch das letzte Wraithschiff.

„Was? Wie ist das möglich?“, wollte Jack wissen.

„Die Schockwelle hat nicht nur uns mitgenommen sondern auch die Furlinger und die Wraith“, erklärte Jonas schuldbewusst.

„Irgendwelche Schäden am Schiff?“, erkundigte sich Sheppard.

„Nein, aber die PANDORA meldet schwere Schäden an ihrem Schiff. Die Furlinger und auch die Wraith sind in Ordnung. Die Wraith ziehen sich zurück. Sie glauben wohl, dass sie gegen vier Schiffe keine Chance haben“, sagte Bond.

„Sollen wir sie verfolgen?“, fragte Mitchell.

„Nein, ich denke, wir helfen der PANDORA“, meinte O’Neill.

„Wollen Sie das wirklich machen, Sir?“, fragte Mitchell.

„Ich würde den nicht trauen“, mischte sich Ronon ein. „Sie sind hinterhältig.“

„Wie ist der Status ihrer Waffen und Schilde?“, fragte John.

„Beides auf null“, erklärte Bond.

„Rufen Sie sie“, sagte Sheppard.

„Brauchen Sie Hilfe, PANDORA?“, erkundigte sich John bei Lara Hunter, als diese auf dem Bildschirm sichtbar wurde.

„Aber sicher, Sheppard“, sagte Lara und lächelte hintergründig.

In diesem Moment spürte John ein seltsames Ziehen und Licht hüllte ihn ein. Mitchell, der direkt neben ihm stand, versuchte ihn zu packen, doch das einzige, was er damit erreichte war, dass auch er weggebeamt wurde.

Einen Moment standen alle auf der Brücke wie geschockt da.

Da rief der Ortungsoffizier: „Sie fahren die Schilde hoch und aktivieren ihre Waffen! Sie feuern auf uns!“

„Schilde hoch!“, rief Bond, doch sein Befehl kam zu spät, denn die Schilde standen bereits.

Da schlug auch schon die erste Drohne ein, doch der schnelle Aufbau der Schilde verhinderte, dass sie ernstlich beschädigt wurden.

„Gute Reaktion, Captain“, lobte Bond seinen Waffenoffizier, der ohne den Befehl abzuwarten, die Schilde hochgefahren, und damit ihr Leben gerettet hatte.

„Wo sind die beiden?“, fragte Teyla noch geschockt.

„Das war Asgard-Beamtechnolgie. Die Saat Bhai haben uns hereingelegt und Sheppard geholt. Und Mitchell haben sie nun auch“, sagte Jonas.

An Bord der PANDORA

Von einer Sekunde fanden Sheppard und Mitchell sich urplötzlich in Zentrale der PANDORA wieder. Die vielen auf sie gerichteten Waffen, ließ es den beiden Offizieren ratsam erscheinen, keine verdächtige Bewegung zu machen.

„Willkommen an Bord der PANDORA“, begrüßte Lara sie hämisch grinsend.


John sah sie enttäuscht an. Aber was hatte er auch erwartet? Schließlich hatte er selbst vermutet, dass Lara es nicht ehrlich meinte. Doch dieser hinterhältige Plan hatte selbst ihn überrascht.

Mitchell, der durch seinen sinnlosen Rettungsversuch nun auch in der Klemme saß, meinte: „Mit dieser Entführung erreichen Sie nichts, Miss Hunter. Geben Sie lieber auf.“

Lara sah ihn nun genauer an. Sie hatte diesen Offizier nur von weitem gesehen, nie mit ihm gesprochen.

„Und Sie sind?“

„Colonel Cameron Mitchell, Stargate Kommando, Planet Erde.”

Lara sah das SG-1-Abzeichen auf seinem Arm. Und plötzlich wusste sie, welcher unverhoffte Fang sie da gemacht hatte.

„Der neue Commander des berühmt berüchtigten SG-1-Teams! Welche Ehre“, meinte sie spöttisch.

„Was wollen Sie?“, fragte Sheppard, obwohl er es natürlich wusste.

„Stellen Sie sich nicht dumm, Sheppard! Sie natürlich! Ihr Freund wird mir als zusätzliche Geisel dienen. Sie aber werden an Zeus ausgeliefert und vor ein Gericht unseres Volkes gestellt.“

„Unter welcher Anklage?“, fragte Mitchell.

„Verrat natürlich.“

„Sie sind es, die Verrat an Ihrem Volk begeht“, sagte Mitchell wütend. Natürlich kannte auch er die Geschichte von Sheppard und seinem Volk, den Arya Varta und den Saat Bhai.

„Das ist etwas, das Sie nicht beurteilen können, denn Sie hören ja nicht einmal ansatzweise zu unserem Volk“, meinte Lara verächtlich. „Sie und Ihre Mitmenschen sind nur Untermenschen, die in nicht ferner Zukunft uns dienen werden.“

„Jetzt sind Sie größenwahnsinnig geworden“, meinte Mitchell.

„Glauben Sie? Nun, wir werden sehen.“

„Lara, wir werden gerufen!“

Sie drehte sich um und blickte zum Bildschirm. „Das kann ich mir vorstellen. Auf den Schirm.“

Dort erschien nun General O’Neill. „Miss Hunter, wo sind Colonel Sheppard und Colonel Mitchell?”

“In Sicherheit, General. Und solange Sie sich an meine Bedingung halten, wird das auch so bleiben.“

„Was verlangen Sie?“

„Freien Abzug und sämtliche Aufzeichnungen der Furlinger, sowie Umesh Mehra selbst.“

O’Neill lachte auf. „Sonst nichts? Miss Hunter, die Wraith haben sich zurückgezogen. Auf Sie sind die Geschütze von drei Schiffen gerichtet. Wenn wir das Feuer auf Sie eröffnen, sind sie tot.“

„Und Ihre Offiziere ebenso.“

„Lassen Sie mich mit ihnen sprechen.“

Lara gab einen Wink und die beiden wurden in den Bereich des Bildschirms gezerrt.

„Tun Sie nichts von dem, was sie verlangt!“, rief Sheppard.

„Wir geben Ihnen zwei Stunden Bedenkzeit“, sagte Lara. „Wenn Sie in der Zwischenzeit versuchen uns zu entern, töten wir die beiden.“

Der Bildschirm wurde dunkel.

O’Neill wandte sich an Commander Bond. „Können wir die beiden nicht herausbeamen?“

„Womit, General? Die ORION hat keine Beamer. Ob die Furlinger einen haben, weiß ich nicht. Außerdem blockiert der Schutzschild den Beamer.“

„Verbinden Sie mich mit Umesh Mehra auf der EXCALIBUR.“


An Bord des Furlinger-Schiffes

Umesh Mehra hatte an Bord der EXCALIBUR selbstredend die Gespräche und das Geschehen mitverfolgt. Und auch die riesige Welle, die seine beiden Schiffe in die Zukunft mitgerissen hatte, hatte er direkt auf sich zukommen sehen.

Umeshs Chefwissenschaftler konnte sich diesen Umstand nicht erklären. Er hatte seinem Premierminister versichert, dass dies eigentlich nicht hätte passieren dürfen.

„Es gibt nur eine Erklärung: Sabotage.“

Umesh blickte den Mann an. „Du denkst jemand hat dafür gesorgt, dass wir mit Absicht in die Zukunft geschleudert wurden?“

„Nicht jemand! Es gibt wohl keinen Zweifel, wer dies getan hat. Dieser Jonas Quinn hat die ganze Zeit mitgearbeitet.“

„Du meinst die Atlanter? Aber ich vertraue General O’Neill und Colonel Sheppard.“

„Es kann unmöglich einer von uns gewesen sein.“

Der Premierminister überlegte einen Augenblick: „Sicher hast du mitbekommen, was passiert ist?“

Der Furlinger nickte. „Sheppard wurde entführt.“

„Ja, von dieser anderen Gruppe an Bord des kleineren Schiffes. General O’Neill hat mir alles erzählt. Wenn einer der Menschen das getan hat, dann diese Gruppe.“

„Außer Quinn sind noch mehr Menschen in die Arbeit involviert gewesen. Dann war es einer dieser Menschen. Leider können wir das nicht mehr nachprüfen, denn unsere Heimat und der Mond wurden zerstört. Wir sind in der Zukunft gestrandet. Was sollen wir jetzt tun?“

„Die Atlanter werden uns helfen“, meinte der Premier zuversichtlich. „Aber nur, wenn wir ihnen nun auch helfen.“

Schnell wandte der Premierminister sich ab und gab entsprechende Befehle an einige Untergebene weiter. Er koordinierte sich gerade mit beiden Schiffs-Commander, als sich auch schon General O’Neill bei ihm meldete.

„Sind wir hier auf einer sicheren Frequenz? Die Saat Bhai dürfen nichts von unserem Gespräch mitbekommen.“

„Niemand kann uns abhören“, versicherte der Premierminister.

„Gut! Premierminister, haben Sie mitbekommen, was passiert ist?“

„Selbstverständlich, General.“

„Wir versichern Ihnen, dass wir nichts damit zu tun haben, dass Sie nun in unserer Zeit gestrandet sind.“

Umesh nickte, natürlich ahnte der General, was sie vermutet hatten.

„Und natürlich denken wir nicht daran, Sie an die Saat Bhai auszuliefern. Und wie ich Sheppard und Mitchell einschätze, werden die beiden lieber sterben, als das zuzulassen.“

„Das wiederum würde ich nicht zulassen. Ich glaube Ihnen. Mein Chefwissenschaftler versicherte mir, dass alles in Ordnung war. Es hätte nichts schief gehen dürfen. Deshalb muss es Sabotage gewesen sein“, sagte Umesh.

„Nicht von uns! Das müssen Sie uns glauben“, versicherte ihm O’Neill nochmals.

„Sie haben recht und doch nicht“, meinte Umesh und erzählte O’Neill, was er annahm.

„Das würde zu den Saat Bhai passen, und auch zu der Entführung. Wir können sie nicht ziehen lassen. Und wir können ihnen nicht geben, was sie wollen. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten“, sagte O’Neill.

„Sie haben einen Plan?“

„Immer.“

An Bord der PANDORA

Man hatte Sheppard und Mitchell in eine ausbruchsichere Zelle gesperrt. Sie saßen auf einer Pritsche und überlegten, was zu tun war. Seit sie hier eingesperrt waren, hatte sich John nicht gerührt und nur bedrückt zu Boden geblickt.

„So hatte ich mir die Rückkehr in unsere Zeit nicht vorgestellt“, meinte John betrübt, ohne aufzublicken. „Warum müssen immer die nächsten Verwandten die schlimmsten Feinde sein?“

Mitchell sah ihn nachdenklich an. Natürlich wusste er, worauf Sheppard anspielte. Cameron versuchte sich vorzustellen, wie das war, wenn der eigene Vater einen töten wollte. Oder wenn er gegen seinen Vater kämpfen müsste. Eine schreckliche Vorstellung.

„Sie dürfen sich keine Schuld geben, John. Sie können nichts für Ihre Familie.“

„Vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte nicht nachgeforscht. Nur dadurch ist alles so schrecklich eskaliert.“

„Dann wären Sie nicht Sie gewesen. Es liegt in Ihrer Natur, den Dingen auf den Grund zu gehen. Und keine Sorge, wir kommen hier wieder raus.“

John sah Cameron dankbar an. Schnell vertrieb er die trübsinnigen Gedanken und konzentrierte sich auf das Wesentliche: nämlich hier herauszukommen.

„Es wird nicht einfach sein zu fliehen“, meinte er dann.

Cameron lächelte. Er war froh, dass er es geschafft hatte, John aus seinem Pessimismus zu holen. Um hier rauszukommen, brauchte er den alten John Sheppard.

„Kann Ihnen Ihr Antikererbe nicht helfen, einen Ausweg zu finden?“

John schüttelte den Kopf. „Hier ist alles von den Antikern. Es ist entsprechend abgesichert und reagiert auf keinen meiner Gedankenbefehle. Schließlich sind wir in einem Gefängnis.“

„Hm!“, Cameron rieb sich das Kinn. „Was ist mit unseren Leuten? Sicher lassen die sich was einfallen.“

„Das wird auch nicht einfach sein. Solange der Schild eingeschaltet ist, funktioniert auch der Beamer nicht. Ganz zu schweigen davon, dass an Bord der ORION keiner ist.“

„Ich frage mich, warum die hoch entwickelten Antiker keinen besaßen.“

„Vielleicht haben wir nur noch keinen gefunden. Allerdings ist in meinem Wissen nichts darüber gespeichert.“

„Haben Sie alle Erinnerung zurück?“

„Das meiste, aber manches wird noch blockiert sein und braucht einen Anlass oder Anstoß, um zur Oberfläche zu kommen“, meinte John.

„Was ist mit den Furlinger, die wir mitgebracht haben?“

„Ob die uns helfen können, weiß ich nicht. Warum ist das überhaupt geschehen?“

„Ich habe darüber nachgedacht“, meinte Cameron. „Es kommt nur Sabotage in Frage. Und da wir uns in einer Zelle der Saat Bhai befinden, kommen nur diese in Betracht. Sie haben das alles eingefädelt.“

„Wie konnte ich nur so dumm sein und nicht daran denken? Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass Lara Hunter so etwas plant“, meinte John.

„Wir hatten genug mit dem Heimkommen und den Wraith zu bedenken. Dadurch sind die Probleme mit den Saat Bhai etwas in Vergessenheit geraten.“

„Ein großer Fehler, wie wir jetzt sehen“, John blickte Cameron an. „Warum haben Sie das getan?“

„Was?“

„Sich in einen Beamstrahl gestürzt. Sie müssen doch wissen, dass das keinen Zweck hat.“

Cameron zuckte mit den Schultern. „Reiner Reflex.“

In diesem Moment ging eine Erschütterung durch das Schiff. Sie wurden fast von den Pritschen geschleudert.

„Was ist da los?“, rief John.

Noch immer standen sich die Schiffe gegenüber. Keiner wagte den ersten Schritt, oder in diesem Fall, den ersten Schuss abzufeuern.

Die kleinen Jäger waren unplötzlich da. Sie kamen praktisch aus dem Nichts. In riesigen Schwärmen griffen sie die vier Schiffe an. Es wurden immer mehr. Fast sah es aus, als hätten sie auf der Lauer gelegen. Noch konnte keiner der Angreifer die Schilde eines der Schiffe beschädigen, doch als auch noch vier Wraith-Kreuzer auftauchten, sah es anders aus.

„Woher sind die gekommen?“, fragte O’Neill.

„Sie müssen sich zwischen den Asteroiden versteckt haben“, sagte Ronon. Er deutete auf die Felsbrocken zwischen Planet und den Resten des Mondes. Die Asteroiden waren nichts anderes, als Teile des Mondes, doch ideal fürs Verstecken.

„Woher wussten sie, dass wir hier sind?“, fragte Teyla.

„Das geflohene Basisschiff muss Hilfe geholt haben“, vermutete Teal’c.

„So schnell?“, O’Neill schüttelte den Kopf.

„Vielleicht sind die Wraith zufällig hier gewesen und das Basisschiff holte sie her“, meinte Commander Bond.

Inzwischen hatten alle vier Antikerschiffe das Feuer erwidert, aber außer ein paar Jäger hatten sie nichts vom Himmel geholt. Da tauchte auch noch das Basisschiff auf und bestätigte so ihre Vermutung.

Sie sahen, wie die PANDORA von gleich zwei Kreuzern und unzähligen Jägern angegriffen wurde und in arge Bedrängnis geriet.

„Ihre Schilde fallen gleich aus!“, rief Bond. „Sollen wir ihnen helfen?“

„Ja, schnell! Sheppard und Mitchell sind an Bord“, befahl O’Neill.

Sie bemerkten, dass auch eines der Furlingerschiffe in Bedrängnis geriet, als das Basisschiff sein Feuer auf dieses konzentrierte. Doch sie mussten der PANDORA zur Hilfe eilen und hofften, dass die EXCALIBUR der WALHALLA half.

Major Lorne mischte sich ein. „Sir, die PANDORA ist nun in Bedrängnis. Wir könnten das ausnützen und mit einem getarnten Jumper hinfliegen. Immerhin war das Ihr Plan, um die beiden Colonels zu befreien.“

„Gehen Sie!“, rief O’Neill.

Lorne eilte mit seinem Team in den Hangar. Teal’c, Teyla und Ronon gesellten sich dazu. Lorne steuerte den Jumper aus dem Hangar und tarnte ihn sofort. So gelang es ihnen, unbemerkt durch die Kampflinie zu schlüpfen und die PANDORA anzufliegen.

„Ihre Schilde sind unten“, sagte Jonas, der die Kontrollen nicht aus den Augen ließ.

„Ich nähere mich der Außenhülle. Vielleicht kommen wir irgendwie hinein“, antwortete Lorne.

„Die Schilde sind wieder oben“, sagte Jonas. „Wir sind innerhalb des Schildes.“

In diesem Augenblick öffnete sich ein Hyperraumfenster und die PANDORA flog hinein und nahm den Jumper mit sich.

„Sie fliehen!“, sagte Lorne.

„Aber sie wissen nicht, dass wir als blinde Passagiere dabei sind. Und ich sehe nicht weit vor uns ein Hangartor“, sagte Jonas.

„Das aber zu ist“, meinte Joane.

„Das hier ist ein Antikerschiff“, erklärte Lorne. „Vielleicht kann ich es mit Gedankenkontrolle öffnen. Oder wir schleichen uns durch eine Schleuse an Bord.“

„Es sind nur vier Raumanzüge da“, informierte sie Joane, nachdem sie nachgesehen hatte.

„Die reichen“, meinte Ronon. „Wir gehen hinein und öffnen von innen das Hangartor, wenn es so nicht von außen zu öffnen ist.“

„Eine gute Idee. Die Gedankenkontrolle funktioniert nämlich nicht. Ich versuche es schon die ganze Zeit ohne Erfolg. Also los!“, befahl Lorne. „Ich gehe mit Joane. Wir beiden haben Erfahrung mit diesen Raumanzügen. Versuchen wir die Schleuse zu öffnen.“

Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 04.12.2007, 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

OK.

Die Frlinger sind jett in unserer Zeit, die Wraith greifen unsere tollen Schiffe an und die Pandora ist mit nem getarnten Puddlejumper geflohen.

Viele Ereignisse.

Ich finde die entwicklung spannend wie es mit dne Furlingern weiter geht..da steckt ja auch noch so einiges drinnen.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 05.12.2007, 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Ja, die Furlinger bleiben uns erhalten.

Und wie es weitergeht erfährst du jetzt.

Teil 13

Nachdem Lorne und Joane die Anzüge angezogen, und den Jumper verlassen hatten, fanden sie sich der Schwerelosigkeit ausgesetzt. Hinter ihnen wurde die Hecktür des Jumpers geschlossen und der Druckausgleich wieder hergestellt.

Jonas hatte im Pilotensitz Platz genommen. Er würde das Raumschiff hinein fliegen, sobald sie die Hangartüre geöffnet hatten. Zwar hatte er noch nicht viel Übung, aber soviel traute er sich gerade noch zu.

Lorne und Joane schwebten auf die Raumschiffshülle zu und suchten nach einer Schleuse oder etwas Ähnlichem. Schließlich fanden sie das Gesuchte. Eine kleine Öffnung, gerade groß genug, damit ein Mensch hindurchschlüpfen konnte. Lorne vermutete, dass dies eine Wartungsöffnung für die Techniker war.

Er fand den Öffnungsschalter und versuchte ihn zu betätigen, doch nichts geschah. Da sie Angst hatten, dass sie abgehört werden konnten, hatte sie Funkstille vereinbart.

Lorne überlegte angestrengt. Nun gut, dies war ein Antikerschiff und Antikertechnik funktionierte vielmals auf Gedankenkontrolle. Sollte dieser Schacht auf sein Gen reagieren und nicht beschädigt sein, musste er sich öffnen. Ein Versuch konnte nie schaden. Also verbannte er alle anderen Gedanken aus seinem Bewusstsein und versuchte nur daran zu denken, dass die Luke sich öffnen sollte.

Joane, die ihn beobachtete, bemerkte Lornes Versuch und verhielt sich still. Es dauerte eine endlos erscheinende Minute, dann öffnete sich der Schacht. Joane klopfte Lorne leicht auf die Schulter und deutete auf den Durchschlupf. Joane gab ihm mit Handzeichen zu verstehen, dass sie es zuerst versuchen würde, da sie kleiner als Lorne war.

Der Major nickte ihr zu.

Er sah zu, wie sich die Frau in den engen Schacht zwängte und nach innen kroch. Nur wenig später öffnete sich die ganze Tür und Lorne konnte ebenfalls hinein. Hinter der Tür befand sich ein kleiner Hangar. Genau dort, wo er den Jumper außen angedockt hatte.

Schnell prüfte der Major die Instrumente seines Anzuges. Sie zeigten gute Luft innerhalb der Schleuse des Hangars an. Er gab Joane ein Zeichen und entledigte sich aufatmend des lästigen Helms. Schnell überblickte er die Anzeichen der Computertafel in seiner Nähe und drückte auf den entsprechenden Schalter.

Ein Flimmern sagte ihm, dass sich ein Schutzschild aufgebaut hatte, und nur Sekunden später öffnete sich die Tür des kleinen Hangars. Als er ein leises Summen hörte, wusste er, dass der getarnte Jumper sich im Inneren befand. Lorne schloss die Hangartüre wieder. Niemand schien ihr Eindringen bemerkt zu haben. Alle an Bord waren damit beschäftigt, die Schäden der Schlacht zu beheben. Und viele Anzeigen waren wohl auch ausgefallen, was ihr Vorteil war.

Eine Hand winkte aus dem Nichts und zeigte den beiden Menschen, wo der Jumper stand. Schnell begaben sie sich in das sichere Innere des Raumschiffes. Dort zogen sie die Raumanzüge aus.

„Ich habe alles mit dem Lebenszeichendetektor abgesucht“, sagte Sergeant Engel. „Es ist niemand in unmittelbarer Nähe, der uns gefährlich werden könnte.

Lorne blickte den Deutschen an. „Dann fangen wir mit der Suche an.“

„Sollte nicht jemand bei dem Jumper zurückbleiben?“, fragte Joane. „Nur zu unserer Sicherheit.“

„Ja, das auf jeden Fall. Jonas, du bleibst hier.“

„Was? Wieso ich?“

„Du bist der einzige außer mir, der den Jumper im Notfall fliegen kann. Wenn wir Probleme bekommen, musst du uns herausholen.“

Jonas sah den Major an. War das auch wirklich der einzige Grund? Oder fing dasselbe wie mit dem SG-1-Team an? Dort hatte O’Neill ihn auch oft zurückgelassen, weil er ihm nicht ganz vertraut hatte. Zumindest hatte Jonas das am Anfang angenommen. Und gerade, als es besser wurde, kam seine Abberufung in die Heimat.

Der Blick von Lorne war jedoch so durchschlagend, dass Jonas nachgab. Nun gut, dann musste er sich eben wieder langweilen, während die anderen den Spaß hatten.

Der Major, Engel, Joane, Ronon und Teyla machten sich auf den Weg. Lorne hoffte, das Jonas keine Dummheiten machte, weil er zurückbleiben musste. Sicher dachte er, dass er ihn nur zurückließ, weil er der einzige Wissenschaftler im Team war. Im Grunde war das zwar richtig, aber es war auch wahr, dass er der Einzige außer ihm war, der den Jumper fliegen konnte.

Die PANDORA schien ähnlich aufgebaut zu sein wie die ORION, wenn auch kleiner, und so hofften sie, auf dem richtigen Weg zu sein. Mit Hilfe des Scanners gingen sie den Besatzungsmitgliedern aus dem Weg.

Plötzlich ging ein Ruck durch das Schiff und die Geräusche änderten sich.

„Wir haben den Hyperraum verlassen“, sagte Lorne.

In der Gefängnisabteilung

Mitchell und Sheppard hatten in ihrer Zelle mitbekommen, dass die PANDORA den Hyperraum verlassen hatte. Sie sahen sich an. Hatten sie ihr Ziel innerhalb der Pegasusgalaxie erreicht oder gab es einen anderen Grund? Schon nach kurzer Zeit hatten sie das Gefühl, als würde das Schiff zur Landung ansetzen. Diese Vermutung schien sich wenig später zu bestätigen, da sie Schritte hörten.

Jemand kam.

Sechs schwer bewaffnete Männer tauchten auf. Sie richteten die Waffen auf ihre beiden Gefangenen.

„Mitkommen!“, wurden sie angefahren.

Angesichts der Waffen blieb ihnen keine andere Wahl, als zu gehorchen. Nachdem man ihnen die Hände auf den Rücken gefesselt hatte, wurden sie weggebracht. Erneut war die Brücke ihr Ziel.

Dort herrschte große Hektik. Anscheinend waren sie noch nicht am Ziel, sondern hatten einen unfreiwilligen Zwischenstopp einlegen müssen. Techniker huschten hin und her und führten Reparaturen durch. Das Schiff musste in der Schlacht schwerer beschädigt worden sein, als Anfangs angenommen.

Lara Hunter stand mitten in der Brücke und überwachte alles. Ihren wachsamen Augen schien nichts zu entgehen. Als sie die Gefangenen erblickte, sah sie diese an.
„Wir müssen leider einen Zwischenstopp einlegen. Der Antrieb ist ausgefallen und auch die Lebenserhaltungssysteme halten nicht mehr lange durch. Leider sind meine Techniker zu unfähig, diese zu reparieren.“

Die bitterbösen Blicke, die sie daraufhin trafen, beachtete sie nicht.

„Und was jetzt?“, fragte Sheppard, insgeheim triumphierend.

„Wir haben ein Sonnensystem ausgemacht, dass einen bewohnbaren Planeten besitzt. Dort sind wir gelandet. Leider sind auch die Überwachungs- und Zellensysteme an Bord ausgefallen, weshalb wir euch nicht an Bord lassen können. Ihr habt das Vergnügen, uns zu begleiten.“

„Welche Ehre“, meinte Mitchell sarkastisch.

John hingegen fragte sich, was wohl die ORION machte. War es ihnen gelungen ihre Spur aufzunehmen? Oder waren sie nach Atlantis zurückgekehrt? Er wollte auch zu gerne wissen, wie viel Zeit sie in der Vergangenheit verbracht hatten, bzw. wie viel später sie wieder aufgetaucht waren. Waren es Tage oder Wochen gewesen? Oder nur ein paar Stunden? Er musste an Rhiana und seine Mutter denken. Sicher machten die beiden sich schon große Sorgen um ihn. Er war nur froh, dass die beiden Frauen in Atlantis in relativer Sicherheit waren.

Es dauerte nicht lange und sie wurden nach draußen getrieben. Die Wachen gingen nicht gerade höflich mit ihnen um. Wenn sie ihrer Meinung nach nicht schnell genug gingen, halfen diese mit Schlägen nach.

Die meisten Saat Bhai hatten inzwischen das Raumschiff verlassen. Nur die Techniker und Wissenschaftler, die den Antrieb und die Lebenserhaltungssysteme reparierten, befanden sich noch an Bord.

Und die Eindringlinge, welche beobachtet hatten, wie man Mitchell und Sheppard hinaustrieb. Doch es waren zu viele Wächter und die Gefahr zu groß, dass bei einem Überfall die Gefangenen verletzt oder gar getötet wurden.

So folgten sie ihnen heimlich nach draußen. Die Welt war alles andere, als angenehm. Große Kälte wehte ihnen entgegen. Draußen war tiefer Winter. Schneetreiben machte das Vorwärtskommen und auch das Verfolgen sehr schwierig. Bald hatten sie den Anschluss verloren. Und es herrschte tiefe Dunkelheit, sodass sie auch eventuell vorhandene Spuren nicht sehen konnten.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Teyla enttäuscht und halb erfroren. „Ich habe keine Lust hier draußen zu erfrieren.“

Niemand hatte damit gerechnet, dass sie das Raumschiff verlassen mussten und dort Winter herrschte.

„Was ist mit Jonas?“, fragte Engel. „Wir können ihn nicht alleine an Bord lassen, Sir.“

„Wenn die das Schiff reparieren, könnten sie durch Zufall über den getarnten Jumper stoßen“, stimmte Lorne zu.

„Dann gehen wir zurück und holten den Jumper heraus“, schlug Ronon vor. „Mit Hilfe der Sensoren können wir feststellen, wo sie hingegangen sind.“

„Also los“, sagte Lorne.

Sie gingen den Weg zurück, den sie gerade gekommen waren. Mit Mühe und Not gelang es Lorne mit Hilfe des Lebenszeichendetektors, in der Dunkelheit den Weg nicht zu verlieren. Der Wind blies ihnen seinen eisigen Atem um die Nase und die Ohren. Schon nach kurzer Zeit waren sie steif gefroren. Endlich sahen sie das Raumschiff vor sich liegen.

„Der Eingang war da hinten“, sagte Lorne und zeigte nach links.

Da die anderen es nicht besser wussten, gingen sie in der Hoffnung los, bald der Kälte entfliehen zu können. Und wirklich sahen sie eine kleine Tür mit Luke, wie die, welche Lorne und Joane zum Eindringen benutzt hatten. Doch diesmal stand das Hangartor offen, und sie sahen Männer in dicken Jacken in dem Hangar arbeiten. Zum Glück für sie jedoch in der anderen Ecke, als der, in welcher der Jumper stand. Doch es war nur eine Frage der Zeit, bis einer der Saat Bhai über den getarnten Jumper stolperte.

„Ob Jonas noch da ist?“, flüstere Joane leise in Lornes Ohr.

Der Major hoffte das für sie alle, denn wie sollten sie bei Nacht und Nebel und großer Kälte den Jumper finden, wenn Jonas nicht mehr da war. Er gab das Zeichen loszugehen. So leise und unauffällig wie möglich, bewegten sie sich durch den Raum, immer darauf bedacht, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Natürlich bildeten die Techniker keine Gefahr für sie, denn diese würden sie schnell erledigt haben, aber durch den Kampf konnten andere aufmerksam werden, und ihre Anwesenheit wäre verraten.

Lorne hoffte nämlich Sheppard und Mitchell heimlich zu befreien, ohne Gewalt und Blutvergießen. Eine Hoffnung, die sich leider nicht erfüllen sollte. Sie hatten gerade die Hälfte des Weges hinter sich, als die Stimme erklang.

„Halt, ihr da! Stehen bleiben!“

Die Angerufenen taten das erst einmal und drehten sich langsam um.

„Was macht ihr hier? Wartet mal, ich kenne euch doch! Ihr gehört zu Sheppards Männern.“

Die Atlanter blickten die vier Männer an, die so unverhofft hinter ihnen aufgetaucht waren.

Lorne, Ronon, Teyla, Engel und Joane rissen gleichzeitig mit den Neuankömmlingen ihre Waffen hoch.

Alle beteiligten drückten gleichzeitig ab. Ronon, Engel und Teyla warfen sich nach links, während Joe und Lorne nach rechts zur Seite sprangen, nachdem sie ihre Waffen abgefeuert hatten. Die Atlanter schienen die besseren Schützen zu sein, denn zwei der Angreifer gingen betäubt zu Boden. Die Schüsse der Saat Bhai gingen dafür daneben, da sie sich blitzschnell zur Seite warfen.

Ein weiterer Schuss aus Ronons Waffe streckte den dritten Angreifer nieder, der vierte Mann suchte sein Heil in der Flucht. Schnell sprangen die fünf auf und liefen zum Eingang. Auch wenn sie die Soldaten ausgeschaltet hatten, waren sie doch entdeckt worden, da die Techniker inzwischen Alarm geschlagen hatten. Nun mussten sie wohl oder übel ihr Heil in der Flucht suchen.

„Wo ist denn nur Jonas“, schimpfte Joe, während sie erneut in die Kälte hinaus flohen.

„Er wird den Jumper versteckt haben“, sagte Engel.

„Du brauchst ihn nicht zu verteidigen, Matty“, sagte Joe.

„Ich verteidige ihn nicht“, widersprach Engel. „Das hätte ich nämlich an seiner Stelle getan. Ohne den Jumper sind wir verloren.“

„Engel hat recht“, sagte Lorne. „Ich bin sicher, er ist nicht weit weg.“

Joe zog ihre Jacke enger uns sich, denn inzwischen hatte es heftig zu schneien begonnen. Und es war noch kälter geworden. Oder kam es ihnen nur so vor?

Lorne wischte über seine Brille, um etwas sehen zu können und lauschte. Ihm war, als hätte er ein bekanntes Geräusch gehört.

Und wirklich! Nur zwei Schritte vor ihnen enttarnte sich der Jumper. Er schwebte einen Meter über dem Boden, damit er keine Spuren im Schnee hinterließ. Schnell liefen die fünf um das Gefährt herum und kletterten über die Rampe ins Innere.

„Mann, Jonas! Ich könnte dich umarmen“, sagte Teyla erleichtert, als sie sich ihre schwere Jacke auszog. Im Jumper war es angenehm warm.

Lorne lief zu Quinn und übernahm das Steuer. Er sah Jonas fragend an.

Jonas verstand den Blick. „Als die Techniker in dem Hangar auftauchten, bin ich leise hinaus geflogen. Dort schwebte ich getarnt über dem Raumschiff, in der Hoffnung, dass ihr zurückkommt. Leider konnte ich nicht verhindern, dass ihr wieder in das Schiff gegangen seid. Die Kampfgeräusche habe ich gehört, und zum Glück wart ihr so schlau, aus dem Raumschiff zu laufen. So konnte ich euch leichter auflesen. Es war also doch gut, dass du mich zurückgelassen hast.“

„Das war gute Arbeit, Jonas“, meinte Lorne anerkennend. „Auch wenn Joe sich wegen der Kälte beschwerte.“

„Ach ja?“, empört sah Joane ihn an. „Ich werde dir gleich was geben.“

„Sie vergessen wohl, wen Sie vor sich haben, Lieutenant“, sagte Lorne gespielt streng. „Das wäre Angriff gegen einen Vorgesetzten, und dafür kommen Sie vor ein Kriegsgericht.“

„Läuft was zwischen den beiden?“, flüsterte Teyla Matty zu.

„Nicht, das ich wüsste“, antwortete der Deutsche in so unschuldigem Ton, dass Teyla ihm kein Wort glaubte. „Warum?“

„Sie benehmen sich fast wie ein Ehepaar.“

„Das habe ich gehört“, rief Lorne ihr zu. „Joe ist meine Untergebene, also kann es nichts zwischen uns geben.“

„Wirklich? Soviel ich weiß, ist Joe nicht von der Erde.“

„Aber sie steht unter meinem Kommando, und ist damit den Erdstreitkräften beigetreten.“

„Ach, lass ihn reden“, meinte Joe und winkte ab. „Er ist immer so.“
Lorne warf ihr einen bösen Blick zu.

Teyla sah von einem zum anderen, denn ihre Frage war nicht beantwortet worden. „Was meinst du, Ronon?“

Ronon verdrehte genervt die Augen. „Wen interessiert das schon? Wenn sie zusammen sind, werden sie es uns sicher nicht auf die Nase binden. Außerdem geht es uns nichts an.“

„Typisch Mann!“, empörte sich Teyla gespielt beleidigt.

Lorne und Joe warfen sich amüsierte Blicke zu. Sollten sie doch raten, es würde ihr Geheimnis bleiben.

Lorne wurde wieder ernst. Noch immer schwebte der Jumper in zehn Meter Höhe in der Luft. Unter ihnen war Bewegung aufgekommen. Man suchte nach ihnen, aber da der Jumper nicht zu orten war, konnten sie in Ruhe abwarten. Inzwischen suchte Lorne mit den Instrumenten des Jumpers die Gegend ab. Schließlich wurde er fündig. Zwar konnte der Lebenszeichendetektor keine Personen unterscheiden, aber sie konnten feststellen, wo sich Lebewesen befanden.

„Ich habe sie gefunden“, sagte Lorne. „Nicht weit von hier muss es ein Camp oder ein Lager geben.“

„Wie können die in der kurzen Zeit so etwas gebaut haben?“, wunderte sich Engel.
„Vielleicht waren sie schon auf dem Planeten, und es ist einer ihrer Stützpunkte“, bemerkte Teyla.

„Ja, das wäre die einzige logische Erklärung“, meinte Lorne.

„Das mit den Saat Bhai und Sheppard musst du mir noch näher erklären, Marcus“, verlangte Joe. „Zwar weiß ich in groben Zügen Bescheid, aber …“

Lorne sah sich kurz um und beugte sich dann nach vorne, da gerade niemand auf sie achtete. Die anderen unterhielten sich, und Jonas, der neben ihm saß, arbeitete am Bildschirm. „Wenn alles vorbei ist, am üblichen Platz in Atlantis.“

Joe zwinkte ihm verführerisch zu und sah sich dann schnell um. Doch niemand hatte auf sie geachtet. Ihr kleines Geheimnis schien noch sicher zu sein.

Jonas, auf dem Nebensitz, grinste vor sich hin. Ihm war der kurze, aber vertraute Blickkontakt der beiden nicht entgangen. Er wusste schon längst, dass die beiden heimlich ein Paar waren, doch er würde das niemals verraten, wenn die beiden es noch geheim halten wollten.

Im Lager

Sheppard und Mitchell waren erneut in eine Zelle gesperrt worden. Diesmal waren es einfache Gitterstäbe, aber im Prinzip genauso effektiv wie die Energieschirme auf dem Raumschiff.

Wie vorhin der Rettungsmannschaft fiel es auch John auf.

„Sie waren schon öfters auf diesem Planeten.“

Mitchell sah John an. „Wie kommen Sie darauf?“

„Diese Zelle ist nicht von alleine entstanden. Ich frage mich, wie viele Stützpunkte die Saat Bhai in der Pegasus-Galaxis errichtet haben.“

Mitchell fuhr sich über das Haar. „Eine berechtigte Frage. Laut Vertrag mit den Menschen der Erde, haben die Saat Bhai hier nichts verloren.“

„Die halten sich doch an keine Verträge“, meinte John wütend. „Nicht einmal an einen Waffenstillstand.“

„Wir kommen hier heraus“, versuchte Mitchell John zu beruhigen. Diese ganze Angelegenheit mit den Saat Bhai schien den sonst so ausgeglichenen Colonel mehr als alles andere zu erregen. Was im Grunde auch kein Wunder war, denn es war schließlich Sheppards Volk.

„Ich muss etwas unternehmen. So kann es nicht weitergehen.“

„Was meinen Sie?“, wollte Mitchell wissen.

„Bisher wollte ich mich heraushalten, aber ich kann es nicht mehr. Mein Vater muss aufgehalten werden. Er darf nicht die Macht über die Arya Varta bekommen. Wenn die Saat Bhai das Sagen haben, gibt es Krieg zwischen den Antikern und den Menschen der Erde.“

„Was wollen Sie tun?“

„Nicht mehr stillhalten, aktiv in das Geschehen eingreifen. Es ist meine Bestimmung, eines Tages der Kanzler der Arya Varta zu werden. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich zur Erde zurückkehren.“

Mitchell sah ihn überrascht an. „Das wollten Sie meines Wissens bisher nicht tun.“

„Nein, nicht sofort, aber man kann seine Meinung ändern. Wahrscheinlich werde ich noch etwas warten müssen, aber sobald man mich ruft, werde ich gehen.“

In diesem Augenblick hörten sie Kampfgeräusche. Überrascht sahen sich die beiden Männer an.

„Draußen wird gekämpft“, sagte Mitchell.

„Das sind unsere Leute“, meinte John hoffnungsvoll.

Die Geräusche verstärkten sich, kamen immer näher. Schließlich zerbarst die Tür in ihrer Nähe in einer erheblichen Explosion. Holzsplitter flogen durch den Raum und trafen fast die beiden Gefangenen. Als der Rauch sich verzogen hatte, stürmten drei Gestalten durch den Rauch.

John erkannte Sergeant Engel, Ronon und Lt. Kardolan.

„Sirs! Gehen Sie bitten nach hinten“, forderte Engel sie auf.

Mitchell und Sheppard kamen schnellstens der Aufforderung von Engel nach. Im nächsten Augenblick zerbarst das Schloss ihrer Zelle und die Tür sprang auf. John und Cameron eilten nach draußen, wo sie von ihren Rettern eskortiert wurden. Draußen warteten Lorne und Teyla auf sie und deckten ihre Flucht.

„Schnell!“, rief Lorne. „Gleich wird Verstärkung hier sein.“

So schnell sie konnten verließen sie die Höhle, in der ihre Zelle untergebracht war, und eilten durch das kleine Camp der Saat Bhai. Dort stand gleich der Jumper mit geöffneter Klappe. Auf die Kälte hatten sie keine Rücksicht nehmen können.

Jonas saß wieder am Steuer und startete sofort, als alle im Raumschiff waren. Sobald sie abgehoben hatten, tarnte er den Jumper.

Sheppard eilte nach vorne und übernahm die Steuerung. Jonas überließ ihm diese gerne, denn ohne Zweifel war der Colonel der fähigste Pilot in Atlantis, was die Antikertechnologie anging.

Sheppard steuerte den Jumper in den Weltraum.

„Und was machen wir jetzt?“, fragte Teyla. „Der Jumper hat keinen Hyperantrieb.“

„Was ist mit einem Sternentor?“, fragte Engel.

John sah den Deutschen an. „Darauf hätte ich auch kommen können, Sergeant.“

Schnell scannte John den Planeten. „Wir haben Glück, es gibt eines. Die Saat Bhai haben bei der Auswahl des Stützpunktes wohl darauf geachtet.“

„Wo ist es?“, fragte Mitchell.

„Da, woher wir kommen. Bei dem Camp.“

„Das hätten wir uns auch denken können“, meinte Joe.

John sah von einem zum anderen. „Haben wir eigentlich schon Danke gesagt für unsere Rettung? Wie habt ihr uns überhaupt gefunden?“

Lorne erklärte ihm, wie es dazu gekommen war.

„Ihr alle habt eure Hintern für uns riskiert. Vielen Dank“, meinte auch Cameron.

„Gern geschehen“, meinte Teyla. „Und wie kommen wir nun durch das Tor?“

„Wird nicht ganz einfach sein“, sagte John. „Aber zum Glück haben wir unser eigenes Wählgerät. Wenn wir es schaffen, das Tor zu aktivieren könnten wir direkt nach Atlantis fliegen.“

„Dann lasst uns keine Zeit mehr verlieren“, sagte Cameron.

„Ja, auf die Augen unserer Leute bin ich gespannt, wenn wir dort anklopfen“, meinte John lächelnd. Und dachte bei sich, wie schön es wäre, endlich Rhiana wiederzusehen. Und auch seine Mutter.

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 05.12.2007, 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ob die Flucht so einfach klappt wie sie sich das Denken?

Fand's wieder mal toll. Die Flucht war spannend. Doch wie viele Stützpunke haben die Saat Bhai hier noch? Das nimmt ja kein Ende.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Die Saat Bhai habe schon einige Stützpunkte, aber da meine nächste Story die Handlung um die Erde einleitet (Atlantis kehrt dann in die Milchstraße zurück) ist das im Grunde egal.

Und hier der letzte Teil dieser Story:

Teil 14

An Bord der PANDORA

Voller Wut über die Flucht der Gefangenen schrie Lara Hunter ihre Leute an.

„Ihr seid alles unfähige Idioten! Fangt sie wieder ein! Lasst sie ja nicht entkommen.“

„Sie können noch nicht weit sein. Und der einzige Fluchtweg ist durch das Sternentor“, verteidigte sich der gemaßregelte Mann.

„Sie könnten in ihren Raumgleitern hier sein“, widersprach Lara ihrem Untergebenen.

„Wir überwachen den Luftraum. Wenn sie fliehen, erkennen wir das und folgen ihnen. Der Hyperantrieb des Schiffes ist wieder einsatzfähig. In einem Jumper können sie nicht gekommen sein, weil ein solcher keinen Hyperantrieb besitzt. Ihre Raumgleiter bieten nur Platz für zwei Leute. Also müssen sie mindestens mit vier Gleitern hier sein. Einen Eintritt in den Hyperraum werden wir also auf jeden Fall bemerken. Außerdem bewachen wir das Sternentor. Da ist niemand durchgekommen, und es wird auch niemand damit entkommen.“

Lara war etwas beruhigt. Sheppard durfte ihr nicht schon wieder entkommen und sie erneut lächerlich machen. Dadurch würde sie endgültig ihre gesamte Autorität vor ihren Leuten verlieren.

„Verstärkt die Suche“, befahl sie deshalb.

Doch trotz aller Bemühungen seitens ihrer Leute wurden die Flüchtenden nicht gefunden. Einige Stunden später gab es Alarm. Das Sternentor wurde aktiviert. Lara ließ sich unmittelbar von ihren Leuten über die Lage informieren. Was sie erfuhr, ließ sie blass werden. Doch sich noch mehr aufregen würde es nicht ändern. Sie befahl die sofortige Evakuierung des Stützpunktes.

Im Jumper

Sie warteten geduldig, bis der Augenblick günstig erschien, um durch das Gate zu fliehen. Natürlich ahnten die Saat Bhai, dass sie sich in der Nähe aufhielten. John hoffte, dass sie nicht auf die Idee kamen, dass sie in einem Jumper hier waren. Ein Jumper besaß keinen Hyperantrieb, also war es im Grunde unmöglich einen solchen hier zu haben. Ihre Gegner nahmen wahrscheinlich an, dass sie mit einigen F-302ern oder sogar den großen Raumschiffen hier waren.

„Sie überwachen den Raum zwischen der Atmosphäre und dem offenen Weltraum“, sagte Sheppard zu den andern. „Es ist unser Glück, dass sie den Jumper nicht gesehen haben.“

„Aber das Tor wird streng bewacht“, fügte Ronon hinzu. „Das DHD ist von vielen Wachen umgeben. Sie sollen uns an einer Flucht zu Fuß durch das Tor hindern.“

„Richtig, nur das wir kein DHD brauchen, oder?“, meinte Cameron und blickte John fragend an.

Dieser wusste, worauf der Colonel anspielte. „Ja, dank dem Jumper haben wir unser eigenes DHD.“

„Warum kommen uns die Raumschiffe nicht zu Hilfe?“, wollte Teyla wissen.

„Sie haben unsere Spur bestimmt verloren“, informierte Jonas sie. „Die Langstreckensensoren konnten die PANDORA zwar erfassen, doch in dem allgemeinen Durcheinander des Kampfes mit den Wraith müssen sie diese wieder verloren haben. Sonst wären sie schon längst hier.“

„Ich stimmte Jonas zu“, sagte John. „Wir müssen froh sein, wenn die drei Schiffe heil davon gekommen sind. Wie so üblich, sind wir auf uns alleine gestellt.“

„Wie lange wollen wir warten?“, erkundigte sich Joane.

„So lange es nötig ist“, antwortete John. „Ich will auch nach Hause, aber etwas Geduld müssen wir noch aufbringen.“

Nachdem sie sich dazu entschlossen hatten, einen Angriff zu wagen, stellten sie den Jumper in der Nähe des Sternentores im getarnten Zustand ab. Sie wollten die Wachen mit Betäubungsschüssen ausschalten. Noch immer waren es zu viele Gegner, die das Tor bewachten.

Plötzlich wurden die Soldaten durch Schüsse aufgeschreckt. Die meisten Wächter rannten davon, in der Annahme, dass man die Flüchtenden gefunden hatte. Nur noch etwa zehn Wächter blieben zurück. Sie ahnten nicht, dass es eine List der Fliehenden war. Ronon und Teyla hatten die Wachen mit einigen Schüssen genarrt, so dass diese ihren Leuten zu Hilfe eilen wollten.

Sheppard blieb am Steuer sitzen, während die übrigen sich hinausschlichen, um die restlichen Wächter auszuschalten. Für diese tauchten sie praktisch aus dem Nichts aus, und bevor die Wachen sich versahen, lagen sie bewußtlos am Boden.

Sheppard hatte inzwischen den Antrieb hochgefahren und die Adresse von Atlantis angewählt. Das Tor baute sich auf und John enttarnte den Jumper und schwebte bis zum Wurmloch. In diesem Moment kamen die Wächter zurück und eröffneten sofort das Feuer auf die Flüchtenden. Und im Gegensatz zu ihnen benutzten die Saat Bhai keine Betäubungswaffen. So schnell er konnte schickte Sheppard seinen Code durch das Wurmloch. Wenn sie in Atlantis nicht schliefen, musste jetzt der Schild ausgeschaltet sein.

Er hörte, wie seine Leute durch das offene Schott hereinstürmten und warf einen Blick über seine Schulter.

„Alle da?“

„Ja, starten Sie!“, rief Mitchell, während er auf den Schließmechanismus des Schottes drückte und das Tor schloss.

John ließ sich das nicht zwei Mal sagen. Der Jumper beschleunigte und drang in das Wurmloch ein. Einige Energieschüsse verfolgten sie durch das Wurmloch und trafen den Jumper beim Austritt. John hatte Mühe das Raumschiff unter seiner Kontrolle zu behalten, doch irgendwie schaffte er es, keine Bruchlandung im Torraum hinzulegen.

Er konnte nicht sehen, dass sich hinter ihm der Schild aufbaute und die weiteren Energiestrahlen abfing, bevor das Wurmloch sich dann schloss. Auf der Empore sah er Weir, seine Mutter und Rhiana stehen, die ihm erstaunt, aber auch erleichtert zuwinkten. Er winkte zurück.

„Alles in Ordnung?“, fragte er nach hinten.

„Nein! Joane wurde getroffen! Wir brauchen Beckett!“, rief Lorne mit angsterfüllter Stimme.

John setzte den Jumper einfach vor dem Tor ab und aktivierte sein Funkgerät.

„Beckett soll sofort kommen! Wir haben eine Verletzte an Bord!“

„In Ordnung, John! Carson ist schon unterwegs“, hörte er Elizabeth antworten. „Was ist passiert?“

„Eine lange Geschichte! Sind die ORION, die EXCALIBUR und die WALLHALLA schon hier?“

Die erstaunten Blicke sagten ihm, dass dem nicht so wahr. Da kam auch schon Beckett und sein Team in den Jumper gestürmt.

Carson fragte nicht lange sondern handelte sofort.

„Ein Strahl aus einer Energiewaffe der Saat Bhai hat sie getroffen“, erklärte ihm Lorne. „Sie wird es doch schaffen?“

Beckett sah ihn an. „Das kann ich noch nicht sagen. Sie ist sehr schwer verletzt. Wir müssen sie auf die Krankenstation bringen. Dort muss ich sie sofort operieren. Dann hat sie noch eine gute Chance. Sie ist jung und kräftig.“

„Tun Sie alles, was in Ihrer Macht steht, Doktor“, verlangte Lorne.

„Sicher, Major.“

„Darf ich mitgehen, Colonel?“

John sah Lorne in die Augen und erkannte, dass da mehr war, als nur die Sorge um ein Teammitglied. Doch er wäre der Letzte gewesen, dass zu rügen.

„Gehen Sie!“

Während Lorne sich dem medizinischen Team anschloss, parkte John den Jumper im Hangar und ging dann zu Elizabeth, wo schon die anderen auf ihn warteten. Dies würde eine sehr lange Besprechung werden.

Er umarmte Rhiana und seine Mutter und sagte ihnen, wie sehr er sie vermisst hatte. Da meldete sich die ORION und teilte ihnen mit, dass sie bald mit den Furlinger-Raumschiffen eintreffen würden. Sie hatten im Kampf mit den Wraith einiges abbekommen, hatten sich aber erfolgreich wehren können. Als die Wraith abzogen und ihre Wunden leckten, machte sich die ORION zusammen mit den Furlingern auf den Heimweg nach Atlantis.

John fing an seinen Bericht abzuliefern und erzählte, was sie in den letzten Tagen alles erlebt hatten. Die anderen konnten kaum glauben, was sie da hörten. Raumschiffe der Furlinger waren auf dem Weg zu ihnen. Und sie kamen als Verbündete.

Auch Elizabeth hatte einiges über die Furlinger gelesen. Auch, dass bisher noch niemand auf Angehörige dieser alten Rasse getroffen waren. Damit würde sich auch das rätselhafte Verschwinden dieser Spezies klären. Weir war mehr als gespannt auf die Furlinger.

Einige Stunden später

John saß mit Rhiana auf ihrem Balkon und musste erst einmal die Neuigkeit verarbeiten, dass er Vater wurde. Natürlich hatte er gewusst, dass dies früher oder später geschehen würde, doch im Moment war er noch zu überwältigt von der Nachricht.

„Und? Was sagst du, John? Freust du dich?“

Schnell nahm John Rhiana in die Arme. „Natürlich freue ich mich! Ich werde Vater! Wir werden bald Eltern sein.“

Rhiana war erleichtert und überwältigt zugleich. Zwar hatte sie von John nichts anderes erwartet, aber eine leichte Unsicherheit war doch vorhanden gewesen.

„Wer weiß es schon?“, fragte er schließlich, nachdem er Rhiana wieder losgelassen hatte.

„Nur wir beide, deine Mutter und Carson natürlich.“

„Meine Mutter!“

„Nun, sie hat es erraten. Sie ist eine tolle Frau, der man so leicht nichts vormacht. Sie ist ebenfalls begeistert, bald Großmutter zu werden.“

„Das kann ich mir vorstellen“, meinte John lächelnd, nur um dann sogleich sehr ernst zu werden.

„Du hast doch etwas“, sagte Rhiana, als sie diesen Blick bemerkte.

„Ich habe lange nachgedacht. Und ich bin es leid, von meinem eigenen Vater und seinen Leuten gejagt zu werden. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, werde ich zur Erde zurückkehren und dort meine Bestimmung annehmen. Das kann zwar noch einige Zeit, wenn nicht Jahre dauern, aber ich möchte, dass du mich dann begleitest: als meine Frau!“

Rhiana sah ihn perplex an. „John Sheppard! Soll das ein Heiratsantrag sein?“

John hielt plötzlich eine winzige Schachtel in der Hand und öffnete sie. Darin lag ein kleiner goldener Ring mit einem Diamanten.

Jetzt war Rhiana noch sprachloser, denn sie kannte inzwischen diesen Erdenbrauch.

John nahm ihn in die Hand. „Du weißt, dass es nicht so mein Ding ist, meine Gefühle so offen zu zeigen, aber willst du meine Frau werden?“

Ohne zu überlegen, antwortete Rhiana: „Ja, John, ich möchte dich heiraten.“

Überglücklich steckte John ihr den Ring an den Finger. Er passte wie angegossen. „Ich habe ihn beim letzten Besuch der DAEDALUS auf der Erde von Caldwell besorgen lassen. Ich glaube, jetzt sind wir verlobt.“

Rhiana umarmte John überglücklich, und ihre Lippen fanden sich zu einem langen Kuss.

„Und nun?“, fragte John, nachdem sie sich wieder getrennt hatten. „Sollen wir es den anderen sagen? Auch, dass wir ein Kind erwarten?“

„Wenn du es möchtest, dann habe ich auch nichts dagegen. Und ich werde dich auch auf die Erde begleiten, wenn es so weit ist. Oder glaubst du etwa, ich würde dich alleine gehen lassen? Ohne mich wirst du da draußen nicht lange überleben.“

John schenkte ihr ein schiefes Lächeln. „Wie recht du hast, Liebes. Außerdem könnte ich mir ein Leben ohne dich auch nicht mehr vorstellen.“

Rhiana lächelte beglückt. Nun konnte sie wieder aufatmen. Die vergangenen Tage waren furchtbar gewesen. Zwar hatten sie den Spion enttarnt, aber nichts von John gehört. Die DAEDALUS war zu dem betreffenden System geflogen, nur um dort hauptsächlich Trümmer und Zerstörung zu finden. Der Mond des Planeten schien auseinander gebrochen zu sein, doch es gab keine Spur von der ORION oder den Menschen an Bord des Schiffes.

Rhiana und Vanessa hatten sich gegenseitig damit getröstet, dass John und die anderen schon in aussichtsloseren Situationen gewesen und heil herausgekommen waren. Doch insgeheim hatten beide das Schlimmste angenommen, es aber vor dem anderen verheimlicht, um diesen nicht noch mehr zu beunruhigen.

Als dann das Tor aktiviert wurde und John heil, wenn auch unter Beschuss, herausgeflogen kam, war Rhiana ein ganzes Gebirge vom Herzen gefallen.

„Und, was hast du so die letzten Tage ohne mich getrieben?“

Rhiana verzog das Gesicht. „Es wird dir nicht gefallen.“

Schnell erzählte Rhiana, wie Vanessa und sie den Spion enttarnt hatten.

„Ihr beide müsst verrückt geworden sein“, empörte sich John. „Das war viel zu gefährlich.“

„Nein, wir wurden doch überwacht.“

„Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, kam ein Wachmann uns Leben und ein anderer wurde als Spion enttarnt.“

„Richtig! Und ohne unsere Verrücktheit würde dieser noch frei herumlaufen und Schaden verursachen. Außerdem hätte ich wohl mehr Grund ärgerlich zu sein. Du warst weit mehr in Gefahr, als deine Mutter und ich. Etwas weniger Glück, und ihr wärt nie zurückgekommen, und unser Sohn hätte ohne Vater aufwachsen müssen. In Zukunft werde ich dich nie mehr alleine auf eine Mission lassen, mein Lieber.“

John lachte laut auf. „Lassen wir das Thema. Ich werde mir den ganzen Bericht von Elizabeth geben lassen. Doch nun komm! Besuchen wir Joane auf der Krankenstation. Carson hat einen Besuch erlaubt.“

Hand in Hand gingen sie zur Krankenstation und trafen dort Elizabeth, Lorne und dessen Team an.

„Wie geht es ihr?“, fragte John den Major.

„Angeblich ist die Operation gut verlaufen, doch Dr. Beckett hat uns noch nicht zu ihr hineingelassen.“

In diesem Moment kam Carson heraus, und schon an seinem Gesicht sahen sie, dass er gute Neuigkeiten brachte.

„Es sah zum Glück schlimmer aus, als es dann im Endeffekt war. Sie braucht Ruhe, aber dann wird sie wieder ganz die Alte sein.“

„Dem Himmel sei dank!“, entfuhr es Lorne. Dann sah er schnell Sheppard an, doch John tat, als hätte er nichts bemerkt. Wenn die beiden ein Verhältnis hatten, dann würde er da nicht einschreiten. Sie waren nicht auf der Erde und hier herrschten andere Verhältnisse.

„Dürfen wir sie sehen?“, fragte Rhiana.

„Ja, aber nur kurz. Sie schläft noch“, Carson warf Rhiana einen fragenden Blick zu.

Sie verstand und nickte ihm lächelnd zu.

„Geht es ihr besser?“

Alle drehten sich um und sahen Vanessa, Teyla, Rodney und Ronon auftauchen.

„Sie wird es schaffen“, erklärte John. „Und da wir nun alle beisammen sind, haben Rhiana und ich euch etwas zu sagen. Rhiana hat gerade meinen Heiratsantrag angenommen, und bald werden wir ein Kind bekommen.“

Alle blickten die beiden sprachlos an. Besonders Rodney stand mit offenem Mund da und schien es nicht fassen zu können.

„Verlobt? Ein Kind? Aber wie?“

John sah Rodney vielsagend an. „Wenn du das nicht weißt, dann sollten wir es dir lieber nicht verraten.“

„Natürlich weiß ich, wie das geht!“, rief Rodney empört aus.

„Na, dann ist es ja gut“, meinte John lächelnd.

„Wir dachten uns, dass wir das feiern sollten. Vielleicht würde jemand von euch eine kleine Verlobungsfeier für uns ausrichten?“, fragend sah Rhiana in die Runde.

„Das überlass ruhig mir“, bot sich Teyla an. „Mein Volk wird für euch das Fest ausrichten.“

„Eine athosianische Verlobung? Warum nicht?“, meinte John und sah Rhiana an, die zustimmend nickte.

„Aber erst, wenn auch Joane wieder soweit auf den Beinen ist, dass sie mitfeiern kann“, meinte Rhiana und warf einen Blick auf die noch schlafende Frau. „Sie wäre sicher sehr traurig, nicht dabei zu sein.“

„Natürlich, es wird auch einige Zeit in Anspruch nehmen, die Feier vorzubereiten“, meinte Teyla und war in Gedanken schon dabei. Sie würde sich sofort aufs Festland bringen lassen, um mit ihren Leuten alles zu besprechen.

John und Rhiana sahen alle dankbar an.

Vanessa nahm Rhiana in die Arme und drückte sie herzlich an sich. „Willkommen in der Familie, mein Kind“, dann umarmte sie auch John. „Ich freue mich für euch beide.“

Epilog

Ein paar Stunden später kamen die ORION, die WALHALLA und die EXCALIBUR in Atlantis an. Die Furlinger wurden von Elizabeth und ihren engsten Mitarbeitern herzlich begrüßt. Viele neugierige Blicke trafen die Fremden. Aber auch diese sahen sich beeindruckt in der Stadt um.

„Es ist lange her, dass ein Mitglied meines Volkes eine Stadt der Antiker betreten hat“, sagte Umesh Mehra, während er sich umsah. „Viele Erzählungen ranken sich um diese älteste und mächtigste aller Rassen. Genauso viel wird über die fantastischen Städte erzählt.“

„Städte? Es gibt noch mehr solcher Städte?“, fragte General O’Neill.

„Oh ja! Viele!“, antwortete Umesh. „Manche waren sogar viel größer.“

„Auf einer unserer Missionen haben wir die Überreste einer weiteren Stadt gefunden“, erzählte Sheppard. „Leider ist nur noch der Hauptturm übrig gewesen.“

„Und was haben Sie nun vor?“, fragte Weir.

„Das wissen wir nicht“, sagte Umesh bekümmert. „Es wäre möglich, dass wir auch in dieser Zeit den Spuren unserer Vorfahren folgen. Oder wir bleiben hier.“

„Sie sind uns herzlich willkommen“, sagte Elizabeth schnell. „In der Stadt ist noch reichlich Platz für Ihr Volk. Sie können auch gerne auf dem Festland wohnen oder wir helfen Ihnen einen geeigneten Planeten in der Nähe zu suchen.“

„Ich danke Ihnen für dieses Angebot“, sagte Umesh. „Das muss ich mit meinen Leuten besprechen. Auch als Premierminister muss ich auf die Stimme meines Volkes hören. Wir werden abstimmen und Ihnen dann das Ergebnis mitteilen. Auf jeden Fall bieten wir Ihnen unsere Hilfe im Kampf gegen die Wraith an.“

Darüber waren die Atlanter natürlich am meisten erfreut.

„Bis Sie und Ihr Volk sich entschieden haben, können Sie gerne in der Stadt wohnen. Der ganze Ostsektor ist noch unbewohnt. Dort könnten Sie sich einrichten. Atlantis bietet Platz für viele tausend Lebewesen.“

„Das nehme ich dankend an. Leider blieb ein Drittel meines Volkes auf dem Planeten zurück. Wenn sie noch dort waren, als der Mond auseinander brach, werden viele den Tod gefunden haben, falls sie nicht vorher von den Wraith gefunden wurden. Nun sind wir nur noch ein paar Tausend.“

Nachdem Elizabeth die Besprechung als beendet erklärte, verstreuten sich die Anwesenden über Atlantis. Weir gab ihnen einen Verbindungsoffizier mit, der dafür sorgen würde, dass die Furlinger sicher unterbracht und ihnen jeder Wunsch erfüllt wurde.

John, Elizabeth und Rhiana sahen ihnen nach.

„Ich hoffe, dass sie bleiben. Wir könnten die beiden großen Schiffe gut gebrauchen“, meinte John.

„Ja, da stimme ich ihnen zu“, Elizabeth sah sie an. „Und ihr beide wollt also nun den letzten Schritt wagen und heiraten?“

„Stimmt, schließlich ist unser Sohn unterwegs“, meinte John und Rhiana nickte zustimmend.

„Ich möchte euch dazu herzlich gratulieren.“

„Danke, Elizabeth. Da ist aber noch etwas, dass ich sagen muss“, John blickte auch O’Neill an. „Sicher wollen Sie das auch hören, Sir.“

„Wenn Sie meinen, Colonel. Doch vorher möchte ich Ihnen und Ihrer zukünftigen Frau ebenfalls gratulieren.“

„Danke, Sir.“

Dann erzählte John den beiden von seinem Entschluss, so bald wie möglich zu seinem Volk zurückzukehren. Liz war verständlicherweise nicht sehr begeistert darüber. Doch es war Johns Leben und sie musste akzeptieren, was er und Rhiana für sich entschieden hatten. Insgeheim hoffte sie aber, dass die beiden noch einige Zeit hier bleiben würden.

„Ich begrüße Ihren Entschluss, Colonel“, sagte O’Neill. „Wenn Sie meine Unterstützung gebrauchen können, wenden Sie sich vertrauensvoll an mich.“

„Danke, General“, sagte John erleichtert. Insgeheim hatte er gehofft, dass O’Neill ihm half, wenn es soweit war.

Zwei Tage später teilten ihnen die Furlinger mit, dass sie in Atlantis bleiben wollten. Auch die beiden Raumschiffe wurden ihnen zur Verfügung gestellt, sollten sie gebraucht werden. Solange Atlantis ihre Heimat war, würden sie mithelfen, diese auch zu verteidigen.

Somit sah die Zukunft für die Atlanter gleich wieder etwas freundlicher aus.



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FelixE
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BeitragVerfasst am: 06.12.2007, 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das sieht ja fast nach nen Happy End aus. Die Furlinger bleiben in Atlantis, sowie deren Raumschiffe und Technologie. John hat Rhianna endlich geheiratet und sie ist schwanger (das wusste ich ja schon vorher...wie konnte sie das nur so lange geheim halten^^). DOch wann geht es weiter?
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Selana
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Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 07.12.2007, 08:48    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Es geht weiter mit dem nächsten Teil. Und damit Rücksturz zur Erde und Auftritt es alten Bekannten (zumindest für mich Lachen )


Teil 5: Darcy

1. Teil

Tripple Creek/Rocky Mountains
Forschungszentrum der Phoenix-Foundation


Ein erster Streifen Helligkeit verirrte sich in das verschlafene Tal in den Rocky Mountains und kündete den neuen Tag an. Noch war alles ruhig in der Siedlung am Fuß des Berges, und es versprach ein normaler sonniger Tag zu werden. Nichts zeugte in diesem Moment von dem Unheil, das in wenigen Sekunden über das Tal hereinbrechen sollte.

Die Luft begann im Zentrum der Wohnsiedlung zu flimmern. Einige der ersten Frühaufsteher sahen das und blickten verwundert auf die Stelle. Das Flimmern verstärkte sich und verwandelte sich in einen flirrenden Kreis, der dem Zentrum eines Wirbelsturms ähnelte.

Der Strudel wurde immer größer und erreichte die Ausmaße eines Turmes. Ein Summen und Brausen tönte durch die Lüfte und die wenigen einsamen Beobachter duckten sich verängstigt, als das Brausen sich tatsächlich in einen Orkan verwandelte und mit lautem Heulen und Pfeifen über sie hinwegstürmte. Im nächsten Augenblick gab es einen ohrenbetäubenden Knall und die Welt schien unterzugehen. Innerhalb eines Augenblicks wurde im Tal alles zerstört und zurück blieb das Chaos, das einer solchen Katastrophe folgte.

Zentrale der Phoenix-Foundation
Los Angeles, Californien

Langsam fuhr ich in die Tiefgarage des riesigen Phoenix-Gebäudes, stellte meinen Jeep auf einen freien Parkplatz und betrat über einen Aufzug die Vorhalle. Fritz, der Portier, begrüßte mich mit einem freundlichen Lächeln.

"Hallo, Mr. MacGyver! Schön, dass Sie auch mal wieder vorbeikommen. Mr. Thornton erwartet Sie schon in seinem Büro. Gehen Sie nur hinauf."

Ich bedankte mich bei Fritz und betrat den Aufzug, um mich in die oberen Etagen bringen zu lassen. Fritz stammte aus Deutschland, aus der ehemaligen DDR. 1985 hatte ich dort für Pete einen Job erledigt. Damals stand die Mauer noch, und ich hatte ihm heimlich von seiner Schwester eine Nachricht mitgebracht. Fritz war mir dafür heute noch dankbar, obwohl er inzwischen seine Schwester ohne Schwierigkeiten besuchen konnte, da Deutschland wiedervereinigt war.

Helen, die Sekretärin von Pete, winkte mich nur durch, und schon betrat ich das Allerheiligste. Peter Thornton, der stellvertretende Direktor der Phoenix-Foundation, saß hinter seinem Schreibtisch und las auf seinem Computerbildschirm. Die Zeichen waren in einer riesigen Schrift verfasst, was darauf zurückzuführen war, dass Pete schlecht sah. Eine Operation hatte ihm zwar das Augenlicht gerettet, doch ohne die moderne Technik hätte er kaum weiter seinen Job ausüben können.

"Hallo, Pete!", begrüßte ich meinen alten Freund. "Schön, dich zu sehen. Wie geht es dir?"

"Danke gut", lächelte Pete mich an. "Und wie du sehen kannst, wird mir der Papierkram nicht erspart. Im Gegenteil, seit ich meine Arbeit nur noch vom Schreibtisch aus erledigen kann, wird dieser immer größer", seufzte Pete mit gespielter Verzweiflung.

Ich musste lachen, denn ich konnte es ihm nachfühlen. Wenn ich etwas hasste, dann Arbeit hinter einem Schreibtisch.

"Ich hätte einen Job für dich, Mac", kam Pete gleich auf den Punkt. "Du hast doch sicher von unserer Forschungsstätte in Tribble-Creek gehört?"

"Dieser riesige Komplex mitten in den Rocky Mountains?", fragte ich. "Natürlich habe ich davon gehört, schließlich habe ich dort schon einmal gearbeitet."

Pete, das alte Schlitzohr, wusste das natürlich genau.

"Richtig", bestätigte er. "Es gab dort eine riesige Explosion, wobei das halbe Gelände zerstört wurde."

Ich glaubt mich verhört zu haben. "Das halbe Gelände? Aber wie denn? Meines Wissens wird dort nicht mit gefährlichen Stoffen gearbeitet oder Experimente durchgeführt, die gefährlich werden könnten. Als ich dort war, habe ich mit Professor Todd an einem Projekt zur Erhaltung der Ozon-Schicht gearbeitet."

"Du hast Recht, aber in der letzten Zeit haben wir im Auftrag der Regierung an einigen Projekten gearbeitet. Doch meines Wissens waren es alles harmlose Sachen. Deshalb möchte ich, dass du hinauffährst und dich umsiehst. Finde heraus, was passiert ist."

"Pete", warf ich ein. "Für solche Sachen hast du doch deine Experten. Was soll ich denn da machen?"

Ich hatte keine große Lust den Job anzunehmen, und war durchaus in der Lage ihn abzulehnen, denn ich war kein fester Angestellter der Phoenix-Foundation, sondern machte nur gelegentlich Jobs für diese. Meistens Projekte, die den Umweltschutz betrafen.

"Ich habe dich schon bei den Verantwortlichen angekündigt. Seit Todds Kündigung ist ein Professor Lambert der Leiter", versuchte Pete mich zu überreden. Er stockte kurz bevor er weiter sprach. "Da oben ging etwas nicht mit rechten Dingen zu. Augenzeugen berichteten, dass kurz vor der Explosion seltsame Phänomene auftraten. Lichter, eine Art Sturm aus dem Nichts, und dann die riesige Explosion. Mac...!", eindringlich sah mich Pete an. "Bitte tu mir den Gefallen und sieh es dir an."

"Lichter, seltsame Phänomene?", grinste ich Pete an. "Bist du da bei mir nicht an der falschen Adresse? Du solltest lieber das FBI anrufen und die Agenten Mulder und Scully holen", spielte ich auf die beliebte Fernseh-Serie an.

Pete grinste zurück. "Witzig, Mac! Nein, ich vermute keine UFO's, aber eine große Schweinerei der Regierung. Ich ließ den Leuten da oben freie Hand."

"Und nun denkst du, dass die Regierung heimlich ihre eigenen Projekte durchführte?", vermutete mich. „Haben die das nötig? Die haben doch eigene Einrichtungen.“

Pete blickte mich nur an. Er wusste genau, wie er meine Neugierde wecken konnte, und Rätsel waren nun einmal ein Schwäche von mir.

"Nun gut", erklärte ich. "Ansehen schadet ja nichts."

"Ausgezeichnet", freute sich Pete. "Du kennst ja den Weg. Am besten fährst du gleich los."

Wir unterhielten uns noch ein Weilchen, bevor ich mich von Pete verabschiedete. Kopfschüttelnd verließ ich das Phoenix-Gebäude. Pete hatte es wieder einmal geschafft, mich in Rekordzeit zu etwas zu überreden, was ich eigentlich nicht machen wollte.

Während ich meinen Jeep durch den dichten Verkehr von Los Angeles lenkte, überlegte ich, was ich über Tribble-Creek wußte. Seit ich an dem Ozon-Projekt gearbeitet hatte, waren Jahre vergangen. Viel konnte sich inzwischen geändert haben. Eigentlich konnte ich mir nicht vorstellen, dass irgend jemand bei der Phoenix-Foundation mit gefährlichen Waffen spielte und sich von der Regierung für deren obskuren Zwecke einspannen ließ, doch niemand ist vollkommen und Pete konnte auch nicht alles überwachen. Auch bei der Phoenix-Foundation war es möglich, dass ein fanatischer Wissenschaftler seine Forschungen für eigene Zwecke benutzte, und falls das so war, würde ich das herausfinden.

In meiner Wohnung schnappte ich mir meine Reisetasche. Eine gepackte Tasche hatte ich immer griffbereit im Schrank stehen, da mir solche Sachen wie heute oft passierten und ich immer darauf vorbereitet sein wollte.

Eine Nachricht war im Anrufbeantworter, und ich entschloss mich, sie abzuhören. Sie stammte von meinem Sohn Sam. Er teilte mir mit, dass er wieder im Lande war und morgen wieder nach Hause kommen würde. Erst, als Sam 19 Jahre alt war, hatte ich von seiner Existenz erfahren, und wir hatten danach einige Zeit zusammen verbracht. Ich hatte sogar meinen Vertrag mit der Phoenix-Foundation gekündigt, als Sam und ich eine halbjährige Tour durch die USA starteten, um uns näher kennen zu lernen.

Sam übte seinen Beruf als Fotojournalist weiterhin mit großem Erfolg aus. Inzwischen rissen sich die Zeitungen um seine Berichte. Allerdings war er dadurch oft im Ausland. Seine Reiselust hatte er von Kate und mir geerbt. Seine Mutter war ebenfalls Fotojournalistin gewesen, und bei ihren Recherchen in China vor den Augen Sams getötet worden. Der Junge war damals erst 9 Jahre alt gewesen.

Bekannte seiner Mutter hatten ihn aufgezogen, da er von mir nur ein altes Bild in einem kleinen Medallion besessen und nicht einmal meinen Namen gekannt hatte. Und Kate hatte mir nie verraten, dass wir einen gemeinsamen Sohn hatten. Nach meiner Rückkehr hatte mir Pete einen neuen Vertrag vorgelegt, den ich nach reiflichem überlegen annahm. Der Vertrag war äußerst großzügig und beinhaltete nur gelegentlich Jobs, die ich zudem noch selbst aussuchen konnte. Neben der Phoenix-Foundation arbeitete ich auch für andere Organisationen, mit denen ich ähnliche Vereinbarungen hatte. Die Phoenix-Foundation war und blieb allerdings mein Lieblingsarbeitgeber.

Als nächstes hinterließ ich Maria Romburg eine Nachricht, damit sie wusste, wo ich mich herumtrieb. Maria hatte ich in Deutschland kennen gelernt. Nach dem Fall der Mauer hatte ich Maria im Auftrag ihres Großvaters Otto Romburg gesucht. Wir hatten uns auf Anhieb gemocht und waren seit Jahren näher befreundet. Ich war sogar am überlegen, ob ich mehr daraus machen sollte. Wie ich Maria kannte, wartete sie schon lange darauf. Doch bisher hatte ich mich einfach nicht dazu überwinden können, den letzten Schritt zu wagen.

Bis Mittag müsste ich eigentlich mein Ziel erreicht haben, und so warf ich mich erneut in den Verkehr, diesmal jedoch mit der Absicht, die Stadt zu verlassen.

Ich verbannte diese Gedanken aus meinem Kopf und konzentrierte mich auf meine neue Aufgabe. Langsam begann ich, mich damit anzufreunden und freute mich darauf, hinaus in die Berge zu fahren, denn ich war alles andere als ein Stadtmensch.

Nachdem ich die Stadt hinter mir gelassen hatte, begann ich aufzuatmen. Als die Berge vor mir auftauchten, beschloss ich den neuen Job zu genießen. Hätte ich allerdings geahnt, was mich alles erwartete, wäre ich bestimmt nicht so zuversichtlich gewesen.

Cheyenne-Mountain
Stargate-Center
Zur selben Zeit

General Hank Landry, derzeitige Leiter des Stargate-Center, legte den Hörer zurück. Er hatte gerade mit seinem alten Freund Jack O’Neill gesprochen, welcher die Leitung der Erdverteidigung übernommen hatte, nachdem er ein Jahr lang das SGC geleitet hatte.

Jacks Leute hatten etwas entdeckt, was auf außerirdische Aktivität schließen ließ. Und Außerirdische hatten ohne das Wissen der Erdregierungen nichts auf der Erde zu suchen. Zu oft schon hatten verschiedene Alien versucht, die Erde zu erobern. Deshalb bat General O’Neill darum, das beste Team dorthin zu senden und Nachforschungen anzustellen. Und Landrys bestes Team war und blieb SG-1.

Zum Glück waren die vier gerade verfügbar und so bat Landry Colonel Mitchell in sein Büro. Schon nach kurzer Zeit betrat der neue Leiter von SG-1 sein Büro und grüßte zackig.

„Sie wollten mich sprechen, Sir?“

„Setzen sie sich“, bat Landry den jüngeren Mann.

Mitchell tat wie ihm geheißen und Landry warf ihm eine Akte zu, die der Colonel geschickt auffing.

Fragend sah er den General an.

„Lesen Sie!“, forderte Landry ihn auf.

Mitchell vertiefte sich in den Bericht und sah schließlich auf. „Erst diese Explosion und dann diese unbekannte Strahlung, die auf keine irdische Technologie zurück zu führen ist, welche die Raumüberwachung über dem Gebiet gemessen hat. Das riecht nach den Antikern oder anderen Außerirdischen.“

„Richtig, ich tippe auf die Antiker! Leider kann ich nicht sagen, ob es die Saat Bhai oder die Arya Varta sind“, meinte der General.

„Ich tippe auf erstere. Wenn dort ein Experiment schief ging, dann sicher nicht von den Guten.“

„Wenn ich nur wüsste, wer die Guten sind“, meinte Landry nachdenklich.

„Nun, ich würde sagen die Arya Varta.“

„Wahrscheinlich.“

„Warum fragen Sie diese nicht, Sir?“

„Wen sollte ich fragen? Offiziell müsste ich mich an Sheppard wenden, doch wir wissen nur zu gut, dass er der Anführer der Saat Bhai ist.“

„Was ist mit diesem Kimura? Ist er nicht der inoffizielle Anführer der Arya Varta, zumindest von denen, welchen wir trauen können.“

„Vielleicht sollte ich versuchen ihn zu erreichen. Doch was ist, wenn es gar nicht die Antiker sind, sondern andere Außerirdische? Scheuchen wir die Antiker dann nicht auf?“

„Unsere Raumüberwachung schläft nicht“, meinte Mitchell überzeugt. „Es müssen die Antiker sein.“

„Wahrscheinlich haben Sie recht!“

Seufzend griff Landry erneut nach dem Telefon und wählte eine Nummer. Er musste kurz warten und wurde dann weiter verbunden.

„Ist die Leitung sicher, General?“, fragte Kimura am anderen Ende der Leitung.

„Sicher, was glauben Sie denn?“

„Ich wollte Sie nicht beleidigen. Was kann ich für Sie tun, General Landry?“

Schnell erklärte der General, was passiert war.

„Eine Explosion in einem Forschungszentrum der Phoenix-Foundation? Wir haben zwar auch dort unsere Leute sitzen, doch so viel ich weiß, führen wir keine Experimente in Tripple Creek durch. Warten Sie einen Augenblick, ich kann nachfragen.“
Geduldig wartete der General, bis sich Kimura wieder meldete.

„Negativ, General. Wir führen dort keine Forschungen durch. Dafür haben wir unsere eigenen Einrichtungen. Doch ich fürchte, Sie haben trotzdem Recht. Meine Leute haben eine Scannung des Gebietes durchgeführt. Jemand hat ein bei uns schon lange verbotenes Experiment durchgeführt, aber nicht im Auftrag der Arya Varta. Ich habe schon meine Leute darauf angesetzt. Ich schlage vor, dass wir das übernehmen. Sie brauchen sich nicht darum zu kümmern.“

Kurz unterhielten die beiden Männer sich noch, dann legte Landry auf. „Von wegen! Rufen Sie sofort SG-1 zusammen, Colonel. Begeben sie noch heute nach Tripple Creek. Sehen Sie nach, was da vor sich geht.“

„Ja wohl, Sir! Die Odyssee ist im Orbit. Sie könnten uns hinab beamen. Dann sind wir in kürzester Zeit dort.“

„Eine gute Idee, Colonel. Sie können wegtreten. Informieren Sie mich, wenn Sie starten.“

„Selbstverständlich, General!“

Mitchell erhob sich und suchte SG-1 zusammen. Carter arbeitete in ihrem Büro, Teal’c trainierte und Jackson übersetzte in seinem Büro irgendwelche Texte. Schnell informierte Cameron die drei über alles.

Schon eine Stunde später waren sie abmarschbereit und informierten Landry von ihrem Aufbruch. Dann ließen sie sich auf die Odyssee im Erdorbit beamen und von dort wieder hinunter nach Los Angeles. Sie wollten sich zuerst mit dem technischen Direktor der Phoenix-Foundation treffen, Peter Thornton. Immerhin war es möglich, dass dieser mit den Saat Bhai zusammen arbeitete. So etwas wäre nicht zum ersten Mal geschehen. Viele Menschen versprachen sich unermesslichen Reichtum und Macht, wenn sie mit den neuen außerirdischen Technologien zusammen trafen. Und die Phoenix-Foundation war führend in der Entwicklung neuer fortschrittlicher Technologie.

Thornton war überrascht, als er hörte, dass Mitarbeiter der Airforce ihn sprechen wollten. Ob das mit dem Unglück zusammen hing? Arbeitete also doch jemand in Tripple-Creek mit der Regierung zusammen? Hoffentlich hatte er Mac nicht in Schwierigkeiten gebracht, als er ihn mit diesem Auftrag betraute.

Er bat seine Sekretärin die Airforce-Mitarbeiter herein zu lassen. Vier Menschen, drei Männer und eine Frau, betraten sein Büro. Die Frau und einer der Männer trugen die Rangabzeichen eines Colonels, die beiden anderen Männer schienen Zivilisten zu sein.

Die Frau, eine gutaussehende Blondine mit kurzen Haaren, ergriff das Wort. „Vielen Dank, dass Sie uns so ohne weiteres empfangen, Mr. Thornton. Mein Name ist Colonel Sam Carter, das ist Colonel Mitchell, Dr. Daniel Jackson und Teal’c.“

Thornton musterte sie alle der Reihe nach. Besonders auf dem Mann mit dem seltsamen Namen, blieb sein Blick länger haften. Er war dunkelhäutig, eine Riese von einem Mann mit einem seltsamen Tatoo in Form einer Schlange auf der Stirn. Zwar hatte er eine Mütze auf, doch sie war etwas verrutscht und Pete konnte das goldene Zeichen gut erkennen. Wahrscheinlich war er Afrikaner und das Zeichen seine Zugehörigkeit zu einem Stamm.

„Ich kann mir nicht vorstellen, was die Airforce von mir will, aber ich bin immer bereit zu helfen“, sagte Thornton neutral. „Was also, kann ich für Sie tun?“

„Es geht um Ihre Anlage in Tripple-Creek“, begann Dr. Jackson.

Pete wurde blass um die Nase. Also doch! Die Airforce schien darin verwickelt zu sein.

„Ich sehe, Sie kennen die Angelegenheit“, mischte sich Col. Mitchell ein.

„Natürlich!“, empörte sich Thornton. „Dort starben viele Mitarbeiter! Und wenn die Airforce dort verbotener Weise Experimente durchgeführt hat, werde ich dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit davon erfährt.“

Mitchell musterte den älteren Mann nachdenklich. Er schien ehrlich empört zu sein. Wusste der Direktor also nicht, was in seinem eigenen Haus geschah.

„Die Airforce hat nichts damit zu tun“, sagte Mitchell. „Im Gegenteil, wir sind hier, um das zu untersuchen.“

„Die Airforce braucht sich nicht darum zu kümmern“, sagte Thornton. „Nicht, wenn Sie damit nichts zu tun haben. Ich habe schon meinen besten Mann auf die Sache angesetzt. Wenn es dort etwas zu finden gibt, wird er es finden.“

„So, und wer ist dieser Mitarbeiter?“, wollte Mitchell wissen.

„Sein Name ist MacGyver. Er ist mein Mann für besondere Fälle.“

„Trotzdem würden wir uns dort gerne auch umsehen“, sagte Carter.

Thornton überlegte. Es konnte nichts schaden, wenn auch die Airforce nachsah. Außerdem würden sie es auf alle Fälle machen, auch ohne Erlaubnis.

„Ich werde Sie dort anmelden“, versprach Thornton.

SG-1 bedankte sich bei dem Direktor für seine Freundlichkeit.

„Ach noch etwas! Haben Sie ein Bild Ihres Mitarbeiters? Schließlich müssen wir ihn erkennen, wenn wir dort sind“, sagte Carter.

„Selbstverständlich!“, antwortete Thornton. Er holte die Akte von MacGyver auf seinen Bildschirm und zeigte einladend auf den Schirm.

Carter trat näher und sah sich das Bild an.

„Wollen Sie uns auf dem Arm nehmen?“, fragte Sam dann empört den Direktor.
Thornton wusste nicht, was die Colonel damit meinte. „Nein, wieso? Das ist ein Bild meines Mitarbeiters.“

Carter las die Daten. „Angus MacGyver, geboren in Minnesota. Seht euch das an, Leute!“

Der Rest von SG-1 trat näher und blickte auf den Bildschirm.

„Unglaublich!“, sagten alle drei wie aus einem Mund.“



Tripple Creek/Rocky Mountains
Anlage der Phoenix-Foundation

Ich hatte gut geschätzt. Um die Mittagszeit erreichte ich mein Ziel. In der Nähe lag eine kleine Stadt und ich überlegte, ob ich erst dorthin oder gleich zum Phoenix-Gelände fahren sollte.

Nachdem mich einige Krankenwagen, Notarztwagen und Polizeifahrzeuge überholt hatten, entschied ich mich gleich den Phoenix-Besitz anzusteuern.

Das ganze Gebiet war von einem hohen Zaun umgeben, um zu verhindern, dass Unbefugte das Gelände betreten konnten. Auch bei der Phoenix-Foundation galt das Gebot der obersten Geheimhaltung. Am Tor wies ich mich bei dem Wächter aus und fuhr langsam durch das Gelände. Der Besitz der Phoenix-Foundation umfasste einen Sektor von etwa sechs Kilometer. Von hier aus war von der Zerstörung noch nichts zu sehen. Die Wohnhäuser, Laboratorien und die Verwaltungsgebäude befanden sich mitten im Gebiet, und so musste ich einige Kilometer auf der asphaltierten Straße fahren.

Schon nach kurzer Zeit kam mir ein Krankenwagen mit heulenden Sirenen entgegen, dem mehrere Fahrzeuge hinterherfuhren. Das erste Anzeichen der Katastrophe innerhalb des Geländes. Wenig später erreichte ich einen kleinen Hügel und hielt den Jeep an. Ich stieg aus, denn von hier aus hatte ich einen guten Blick über das unter mir liegende Land. In der Senke sollte eigentlich der Komplex liegen, doch was ich sah verschlug mir regelrecht den Atem. Von dem Wohngebiet war fast nichts übrig geblieben. Es sah aus als hätte eine Bombe eingeschlagen, oder, als hätte ein riesiger Wirbelsturm das gesamte Gebiet vernichtet. Nur wenige Gebäude am Anfang des Wohngebiets sahen unbeschädigt aus. Unzählige Helfer durchsuchten das Gelände mit Hunden und technischen Geräten nach irgendwelchen Lebenszeichen. Dass sie Erfolg damit hatten bewies das Rettungsfahrzeug, das vor kurzem an mir vorbeigerast war.

Ich stieg in meinen Jeep und legte die letzten Kilometer zurück. Allerdings kam ich nicht weiter, als bis zu den ersten unbeschädigten Gebäuden. Dort wurde ich von zwei Bewaffneten in Uniform aufgehalten.

"Halt! Hier geht es nicht weiter, Mister. Für Neugierige oder Reporter haben wir keine Verwendung“, herrschte mich der jüngere Wachposten in barschem Ton an.

Der Wächter schien noch etwas verwirrt zu sein, was angesichts der Zerstörung nicht verwunderlich war, sonst hätte er sich daran erinnert, dass der äußere Wachposten keine Unbefugten hereinließ. Ich sagte jedoch nichts, sondern zog stattdessen meinen Phoenix-Ausweis heraus und zeigte ihn dem Mann. Er nahm den Ausweis und studierte ihn lange, bevor er ihn mir zurückgab. Dann holte er sein Funkgerät heraus und sprach kurz mit jemand unsichtbaren.

"In Ordnung, Mr. MacGyver“, sagte er dann in viel freundlicherem Ton. Sie können durch, aber lassen Sie ihren Jeep stehen. Mit diesem kommen sie nicht mehr weit. Mr. Lambert, der Leiter der Anlage ist weiter hinten. Er sagte mir, dass er Sie erwartet. Ich soll Sie zu ihm bringen."

Pete hatte also gute Vorarbeit geleistet und mich angemeldet. Ich stellte den Jeep ab und machte mich auf den Weg ins Trümmerfeld.

"Seien Sie vorsichtig", warnte mich der Wachter. "Es gibt immer wieder kleinere Explosionen oder den Einsturz irgendwelcher Gebäude."

Diese Warnung war unnötig, denn so etwas dachte ich mir schon. Auf unseren Weg stießen wir auf die am Ort arbeiteten Suchkräften, die nach weiteren Überlebenden suchten. Es war deprimierend, den Ort dieser grausigen Zerstörung zu durchqueren.
Kurze Zeit später stellte mich der Wächter George Lambert, dem Projektleiter der Phoenix-Foundation vor Ort vor.

Lambert, ein Mann um die fünfzig, musterte mich durchdringend. "So, Sie sind also Thorntons Wunderkind. So sehen Sie eigentlich gar nicht aus."

Ich lächelte ihn an. "Nun, das ist meine beste Waffe. Niemand traut mir zu gefährlich zu sein."

Lambert lächelte zurück. "Bis er Sie näher kennen gelernt hat oder Ihren Scharfsinn zu spüren bekam." Er gab mir die Hand. „Es ist mir ein Ehre, Sie kennen zu lernen. Kommen Sie, ich werde Ihnen alles zeigen."

Ich bedankte mich und erkundigte mich dann. "Als Projektleiter müssen Sie doch über alle Forschungsprojekte Bescheid wissen. Was kann der Grund für die Explosion gewesen sein? Und was mich noch mehr interessiert, gibt es noch viele Vermisste und wie viele Tote haben Sie?"

Lamberts Gesicht sah nicht mehr freundlich aus. "Wir haben zwanzig Tote geborgen, über dreißig Verletzte und ungefähr zehn Mitarbeiter werden noch vermisst. Ich befürchte das schlimmste für sie. Und um ihre erste Frage zu beantworten: es gibt nichts auf dem Gelände, was eine solche Explosion und die damit verbundene Zerstörung verursachen könnte. Es ist mir ein Rätsel, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Und vor allem weiß ich nicht, warum Thornton Sie geschickt hat."

"Pete sagte mir das einige der Projekte im Auftrag der Regierung gemacht werden, und da..."

"Und da hat Thornton vermutet, dass bestimmte Regierungsstellen, die Foundation für irgendwelche Zwecke missbraucht haben und das dabei etwas schief gegangen ist", Lambert warf mir bei diesen Worten einen missvergnügten Blick zu.

"Sie haben recht", bestätigte ich Lambert seinen Verdacht, denn warum sollte ich ihm diesen Annahme verheimlichen.

"Mr. MacGyver!", Lamberts Stimme nahm einen beschwörenden Ton an. "Ich kann Ihnen versichern, dass dem nicht so ist. Niemand hat hier irgendwelche Experimente angestellt, die außer Kontrolle geraten sind. Als Leiter des Projektes kann ich Ihnen das Hoch und Heilig versichern. Genau wie Ihnen, liegt mir viel an diesem Planeten, und ich würde niemals etwas genehmigen, dass irgendwelche dunklen Elemente für ihre Machtzwecke ausnutzen könnten."

Ich musterte Lambert eindringlich. Meine Menschenkenntnis verriet mir, dass er die Wahrheit sagte.

"Ich glaube Ihnen", versicherte ich ihm. "Nachdem ich aber den weiten Weg herauf gemacht habe, werde ich mit Ihrer Erlaubnis trotzdem meine Untersuchungen anstellen."

"Wie Sie wollen. Aber auf mich müssen Sie verzichten, ich habe anderes zu tun. Seien Sie vorsichtig."

Ohne ein weiteres Wort zu sagen, drehte sich Lambert um und ging davon.

Ich sah im kopfschüttelnd hinterher und stand alleine in dem Trümmerhaufen, der einmal das Zentrum der Anlage gewesen war. Ringsum geborstene Häuser, herumliegende Trümmer - all das verkündete davon, dass hier einmal Menschen gelebt und gearbeitet hatten. Mein Messgerät zeigte keine gefährlichen Strahlungen an, was mich ungemein beruhigte. Als ich mich weiter dem Zentrum näherte, registrierte das Gerät eine unbekannte Strahlungsart, eine Art von Strahlung, wie ich sie noch nie gesehen hatte. Hoffentlich war sie ungefährlich!

Ich versuchte das Zentrum der unbekannten Strahlung zu lokalisieren und benutzte das Phoenix-Gerät als Peilgerät. Ging ich nach links wurde die Strahlung schwächer, ging ich nach rechts stärker. Also folgte ich ihr nach rechts.

Plötzlich warnte mich mein Gefühl. Ich kannte dieses Kribbeln - jemand beobachtete mich. Blitzschnell drehte ich mich um, doch ich konnte niemanden entdecken. Das Gefühl blieb. Unbehaglich setzte ich meinen Weg fort, bis mein Gerät mir anzeigte, dass ich genau im Zentrum der Strahlung stand.

Ein Geräusch ließ mich herumfahren und jetzt glaubte ich einen Schatten zu sehen. Ich lief zu der Stelle, doch als ich dort ankam, war nichts zu sehen. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich erneut einen Schatten, und als ich meinen Blick darauf konzentrierte verschwand er wieder. Langsam wurde es mir unheimlich. Der leichte Wind, der durch die zerstörten Gebäude fuhr, rüttelte an den Trümmern und erzeugte unheimliche Laute. Wahrscheinlich waren das auch die Geräusche, die ich gehört hatte. Doch ganz sicher war ich mir nicht, denn die Schatten konnte der Wind nicht erzeugt haben. Und das unheimliche Gefühl in mir auch nicht.

Ich schüttelte diese Empfindung ab, hob mein Messgerät und ging zum Zentrum der Strahlung zurück, doch auch hier entdeckte ich nichts Besonderes. Die Zerstörung war nicht größer oder kleiner, als an einem anderen Ort. Vielleicht hatte diese seltsame Strahlung auch gar nichts mit der Explosion zu tun, und für den Moment entschied ich, dass ich genug in den Trümmern umher geschlichen war und beschloss umzukehren. Vielleicht hatten die Experten schon etwas entdeckt, dass mir weiterhalf.

Mir fielen die seltsamen Erscheinungen ein, die angeblich kurz vor der Explosion beobachtete worden waren. Ich beschloss da nachzuhaken, selbst auf die Gefahr hin für etwas verrückt gehalten zu werden.

Auf meinem Rückweg sah ich mich immer wieder um, denn das Gefühl beobachtet zu werden blieb. Allerdings zeigte sich kein Schatten mehr und ich beschloss, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Es waren wohl nur die Nerven gewesen, denn wer würde sich in einer solchen apokalyptischen Umgebung wie dieser nicht unwohl fühlen?

Ich fand die Stelle, wo mein Jeep stand ohne Schwierigkeiten. Der Wächter war noch da.

„Da sind Sie ja!", begrüßte er mich. "Mr. Lambert erwartet Sie in dem großen Gebäude da drüben."

Als ich in die Richtung blickte, bemerkte ich ein großes unzerstörtes Gebäude am Rande der Siedlung. Ich bedankte mich bei dem Wächter und marschierte hinüber. Im inneren des Gebäudes herrschte eine große Hektik, und ich fragte mich nach Lambert durch. Ein großer Raum diente Lambert und seinen Leuten als Besprechungszimmer. Als er mich sah winkte er mich zu sich.

„Darf ich Ihnen allen MacGyver vorstellen? Mr. Thornton hat ihn geschickt, um nach dem rechten zu sehen", er sah mich gespannt an, "haben Sie etwas gefunden?"

"Eigentlich nicht", antwortete ich vorsichtig. "Allerdings entdeckte ich im Zentrum der Explosion eine unbekannte Strahlungsart. Sie scheint aber ungefährlich zu sein, und ob sie mit der Explosion etwas zu tun hat, kann ich nicht sagen."

Einer der Männer im Raum ergriff das Wort. "Wir haben die Strahlung ebenfalls registriert und versucht sie zu analysieren. Doch wir fanden nichts. Eigentlich gibt es eine solche Strahlung nicht auf der Welt."

"Was wollen Sie damit sagen?", fragte ich. "Das die Strahlung nicht von der Erde stammt? Woher dann?"

Der Mann zuckte nur mit den Achseln und meinte: "Ich kann nur wiedergeben, was unsere Strahlungsexperten zu mir sagten. Es dürfte diese Strahlung gar nicht geben."

"Pete Thornton sagte zu mir etwas von seltsamen Phänomenen und Lichter kurz vor der Explosion. Was können Sie mir darüber sagen?", fragte ich gespannt.

Der Mann lachte laut auf: "Jetzt kommt es. Wollen Sie damit etwa behaupten, dass die Strahlung von Außerirdischen stammt? Von einem anderen Planeten? Mr. MacGyver, ich glaube Sie sehen zu viel fern."

Ich ließ mich von seinen Worten nicht verunsichern. "Ich bin hier, um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Dazu gehören auch solche Äußerungen. Und glauben Sie mir, es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Sie sich vorstellen können."

Ich wusste, was ich sagte, schließlich hatte ich schon einige seltsame Geschehnisse erlebt, die man mit keiner wissenschaftlichen Erklärung einfach so abtun konnte. Ich dachte dabei an das Pärchen, welches sich als Außerirdische ausgab, um gutgläubige Menschen um ihr Geld zu bringen. Zwar konnte ich beide als Betrüger entlarven, doch dabei hatte mir immer wieder ein seltsamer kleiner Mann geholfen, der auftauchte und verschwand, wie es ihm beliebte. Und das UFO, dass am Schluss im Himmel verschwand, konnte ich mir bis heute nicht erklären. Gab es vielleicht doch...

"Mr. MacGyver!"

Die Stimme unterbrach meine Gedanken, und als ich aufsah, blickte ich in das Gesicht eines jungen Mannes.

"Sie dürfen Mark nicht böse sein. Er glaubt nur, was er sieht und ist überzeugt, dass alles wissenschaftlich zu erklären ist. Mein Name ist übrigens Tom Morgan, und ich bin einer der Zeugen, die dieses seltsame Phänomen gesehen haben. Heute morgen bin ich früh aufgestanden, um vor meiner Arbeit noch etwas in den Bergen zu laufen. Das hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet. Ich sah diesen Wirbel. Er sah aus wie das Zentrum eines Wirbelsturmes, der aus dem Nichts erschien und immer größer wurde. Plötzlich gab es diese Explosion. Ob dieser Wirbel schuld an der Zerstörung ist, kann ich nicht sagen, auch nicht, was ihn erzeugt hat."

Ich ließ mir von Tom Morgan alles ausführlich erzählen. Jede Einzelheit konnte wichtig sein. Dann informierte ich mich über die bisherigen Ergebnisse der Untersuchungen. Nichts wies auf eine Bombe als Explosionsursache hin. Es war ein Rätsel, was die Katastrophe verursacht hatte. Bis spät am Abend untersuchte ich die Trümmer und studierte die Computerauswertungen, ohne etwas Konkretes zu finden. Ich informierte Pete und versprach ihm, auch am nächsten Tag meine Untersuchungen fortzusetzen. Dass bisher nichts gefunden worden war, bedeutete nicht, dass es nichts zu finden gab. Vielleicht hatten wir einfach an der falschen Stelle gesucht.

Da ich todmüde war, beschloss ich für heute Schluss zu machen und in der Stadt ein Hotelzimmer zu suchen. Einige Stunden Schlaf würden meinen Kopf klar machen. Vielleicht fand ich dann morgen einen Hinweis.

Langsam fuhr ich durch die sternenklare Nacht zurück in die kleine Stadt. Ein Hotelzimmer war schnell gefunden. Müde sank ich in mein Bett. Während ich über das heutige Geschehen nachdachte, übermannte mich die Müdigkeit und ich merkte kaum, dass ich einschlief.

Was mich geweckt hatte, wusste ich nicht. Ein Blick auf das Leuchtzifferblatt der Uhr auf meinem Nachttisch belehrte mich, dass es 3.06 Uhr war. Bewegungslos blieb ich liegen und lauschte.

Fortsetzung folgt
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FelixE
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Beiträge: 554
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BeitragVerfasst am: 07.12.2007, 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

MacGyver? Das war unerwartet. Ist der wohl der verloren gegleubt Bruder O'Neills?

Und die Antiker greifen also die Erde an. Die wissen schon, dass sie dan Ärger mit John bekommen, oder?

Achja wielang ist eigentlich immer ein Teil?
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Selana
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Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 09.12.2007, 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: MacGyver, ja so was ähnliches. Lass dich überraschen. Und natürlich werden neue Handlungsebenen eingeführt, die für den Verlauf der weiteren Stories wichtig ist.

Jetzt geht es weiter.

Teil 2


Tripple Creek-Forschungsanlage

Das SG-1-Team erreichte die Forschungsanlage genauso, wie sie auch Los Angeles erreicht hatten: mit Hilfe der Odyssee.

Das Team hatte die Überraschung erst verkraften müssen, dass dieser Wissenschaftler wie General O’Neill aussah. Er hätte dessen Bruder sein können. Doch sie wussten alle, dass der General keinen Bruder hatte. Auch Thornton, der genauso überrascht gewesen war, hatte keine Erklärung, da auch MacGyver keinen Verwandten, außer seinem Sohn hatte.

Nun, vielleicht konnten den General oder dieser MacGyver dieses Rätsel erklären.
Sie erreichten die Forschungsstation bei einbrechender Dunkelheit. Aber nur, um zu erfahren, dass MacGyver kurz vor ihrem Eintreffen die Forschungsstation verlassen hatte, um sich ein Hotelzimmer zu suchen. Er wollte am anderen Tag aber wiederkommen.

Carter fand das schade, denn zu gerne hätte sie diesen Mann kennen gelernt. Doch sie würden ihm einfach auf den Fersen bleiben. Da sie jedoch schon einmal hier waren, wollten sie auch Nachforschungen anstellen.

„Jetzt geht das aber nicht“, sagte Dr. Lambert, der Leiter der Station. „Es ist zu gefährlich, in der Dunkelheit durch die Trümmer zu gehen. Sie können gerne hier übernachten. Und morgen werde wir Ihnen alles zeigen.“

„Warum haben Sie MacGyver dieses Angebot nicht gemacht?“, fragte Dr. Jackson.
„Habe ich, aber MacGyver wollte lieber in die Stadt fahren.“

„Nun, gut, wir nehmen Ihr Angebot aber gerne an“, fügte Mitchell hinzu. „Wir haben kein Fahrzeug.“

„Wie sind Sie dann hergekommen?“, erkundigte sich Lambert überrascht.

„Wir wurden abgesetzt“, sagte Carter nur.

Lambert bemerkte, dass die Colonels nichts mehr dazu sagen wollten und beauftragte einen Mitarbeiter, dem seltsamen Quartett ein Quartier zuzuweisen.

Früh am anderen Morgen waren sie schon wieder auf den Beinen und ließen sich nach einem Frühstück durch die zerstörte Anlage führen. Es sah wirklich übel aus. Noch immer wurden drei Mitarbeiter vermisst und die Hoffnung, sie noch lebend zu finden, wurde immer geringer.

Nachdem man sie alleine gelassen hatte, holte Carter ihre Ausrüstung hervor. Es waren Geräte, die auf menschlicher und Asgardtechnologie basierten. Sie fand die Strahlung sofort, und für Carter waren es keine unbekannten Werte.

„Die Strahlung basiert eindeutig auf Antikertechnologie. Was immer hier geschehen ist, die Antiker haben ihre Hand im Spiel.“

„Also die Saat Bhai.“

„Wenn man Kimura trauen kann, dann ja“, meinte Carter.

„Du vertraust ihm?“, erkundigte sich Mitchell.

„Eigentlich schon, Cam“, antwortete Carter. Cameron und sie waren schon lange Freunde. Wenn sie unter sich waren, redeten sie sich immer in diesem vertrauten Ton an.

Sie streiften noch eine Weile durch die Anlage, ohne wirklich etwas Interessantes zu finden. Die gewaltige Explosion hatte jede vorhandene Spur quasi pulverisiert.

„Wollte dieser MacGyver nicht nochmals vorbeisehen?“, fiel Cameron schließlich ein.

„Richtig!“, bestätigte Carter.

„Gehen wir zurück“, schlug Daniel vor. „Vielleicht ist er schon da.“

Doch zu ihrer Enttäuschung war dies nicht der Fall. Und so beschlossen sie, in die Stadt zu fahren, und selbst nach MacGyver zu suchen. Lambert lieh ihnen ein Auto aus dem Fundus der Phoenix-Foundation.

Die Stadt war nicht sehr groß und besaß nur zwei Hotels. Gleich bei der ersten Anfrage hatten sie Glück. MacGyver hatte sich eingetragen und der Portier erkannte ihn auch auf dem Bild, dass Mitchell ihm unter die Nase hielt.

„Sie kommen aber zu spät“, sagte der Mann. „Mr. MacGyver ist in Begleitung einer Frau abgereist.“

„Wann?“

„Vor ungefähr drei Stunden. Sie hatten es ziemlich eilig. Was mich nicht verwundert.“

„Wieso?“

„Das Zimmer wies Zerstörungen auf. Und es sah aus, als wäre dort nach ihrer Abreise oder schon vorher eingebrochen worden. Ich wollte gerade die Polizei rufen.“

„Das werden Sie schön bleiben lassen. Dies ist eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit. Unsere Leute werden das erledigen.“

Der Portier blickte sie neugierig an. „Ist dieser MacGyver ein gesuchter Verbrecher? Eigentlich sah er nicht so aus, aber es würde die Eile seiner Abreise erklären.“

„Nein, ist er nicht, er ist ein Zeuge. Doch wenn Sie nur ein Wort über diese Angelegenheit verlieren, wird man Sie bis ans Ende ihres Lebens wegsperren. Verstanden?“

Der Mann wurde blass und beeilte sich zu versichern: „Meine Lippen bleiben versiegelt.“

„Gut!“

Mitchell ergriff sein Handy und informierte das Stargate-Center. Landry versprach sofort Leute zu schicken. Vielleicht gab es eine Spur, die auf den Aufenthaltsort von MacGyver und dieser geheimnisvollen Frau schließen ließ.

Darcy

Ein Geräusch vor dem Fenster meines Zimmers warnte mich. Das Fenster lag ebenerdig, so dass jeder Einbrecher ohne große Anstrengung einsteigen konnte. Blitzschnell ließ ich mich aus dem Bett fallen und robbte Richtung Badezimmertür. Ich griff mir die Dose mit meinem Rasierschaum und blickte durch einen schmalen Türspalt in das Zimmer zurück. Eine Gestalt stieg durch das Fenster in den Raum. Der Mond schien hell genug, um zu erkennen, dass der Mann eine Waffe in der Hand hielt und damit auf mein Bett zielte.

Ich hasse Schusswaffen!

Noch hatte er nicht bemerkt, dass ich gar nicht mehr in dem Bett lag. Ich beschloss zu handeln und nahm den Deckel von der Dose, öffnete die Tür eine Winzigkeit weiter und warf den Deckel in eine Ecke des Zimmers. Das Geräusch war kaum zu hören, doch der Eindringling reagierte blitzschnell. Er fuhr herum und schoss in die Ecke. Zu meiner Überraschung fuhr ein heller Blitz aus der Waffe. Fast so wie ein Laserstrahl.

Keine Zeit, um sich zu wundern. Schnell riss ich die Badezimmertür vollends auf und erreichte den Angreifer mit wenigen Sätzen. Er hörte mich und fuhr herum. Der Schaum aus meiner Dose traf ihn mitten in die Augen und machte ihn blind. Ich ließ ihm jedoch keine Zeit, um sich von seinem Schrecken zu erholen. Mein Schlag mit der Rechten beförderte ihn auf mein Bett, ein Fußkick seine Waffe in eine Ecke des Zimmers. Ich sprang ihm nach. Wir rollten über das Bett und fielen auf den Boden. Ein gezielter Karateschlag lähmte den Mann ohne ihn zu betäuben.

"Wer sind Sie?", fuhr ich ihn wütend an. "Warum haben Sie versucht mich zu töten?"

Ich wusste genau, dass der Mann sich zwar nicht bewegen konnte, aber durchaus in der Lage war zu antworten.

Der Unbekannte antwortete nicht. Seine Augen begannen triumphierend aufzuleuchten und gewarnten mich. Leider zu spät, denn als ich mich zur Seite werfen wollte, traf mich auch schon ein Schlag in den Nacken. Halb betäubt wurde ich zu Boden geschleudert, und als ich wieder klar sah und mich langsam herumdrehte, blickte ich zum zweiten Mal in dieser Nacht in die Mündung dieser Waffe. Die Waffe sah seltsam aus, nicht wie ein Revolver oder ein Colt. Ich verfluchte meine Unvorsichtigkeit. Warum hatte ich nicht daran gedacht, dass sie zu zweit sein könnten?

"Drück schon ab", keuchte der erste Mann hasserfüllt, der sich inzwischen von dem Karateschlag erholt hatte.

Der Mann über mir blickte mich lächelnd an, sagte aber nichts. Anscheinend genoss er seine Macht über Leben und Tod. Fieberhaft suchte ich nach einem Ausweg. Die fremdartige Waffe über mir ruckte hoch, der Finger begann sich zu krümmen. Diesmal schien meine Glückssträhne zu Ende zu gehen. Ich dachte an Sam und Maria. Warum hatte ich Maria nicht gesagt, dass ich sie liebte?

„Es war ein Fehler, sich alleine hierher zu begeben, O’Neill“, sagte der Mann über mir.

O’Neill? Also war das ganze eine Verwechselung?

Ich kam jedoch nicht dazu, sie über ihren Irrtum aufzuklären. Ein Scheppern vom Fenster her ließ den Mann über mir erschreckt zusammenzucken. Einen Moment war er abgelenkt und ich nützte meine Chance. Mein Schlag traf die Hand des Mannes von unten und die seltsame Waffe flog in einem weiten Bogen durch das Zimmer. Mit einem Satz sprang ich über das Bett in Richtung Fenster und hechtete hinaus. Hinter mir hörte ich die wütenden Schreie der Attentäter. Ich verwandelte meinen Sprung in eine Rolle. Doch ich konnte nicht verhindern, dass ich hart mit der Schulter gegen einen Verandapfosten knallte.

Ich ignorierte den Schmerz, denn schließlich ging es um mein Leben, und so rappelte ich mich mühsam hoch. Im schummerigen Mondlicht versuchte ich mich zu orientieren. Ich hörte meine beiden Verfolger aus dem Hotelzimmer stürmen.

Ein Arm umfasste von hinten meinen Hals und eine Hand verschloss meinen Mund. Bevor ich mich wehren konnte, wurde ich rückwärts in ein Zimmer hineingezogen.

"Still!", flüstere eine leise Stimme in mein Ohr. "Ich möchte Ihnen helfen."

Ich verhielt mich wunschgemäß ruhig, nur mein eigener Atem war zu hören. Von draußen hörte ich die Geräusche der Verfolger, die immer noch nach mir suchten. Auch an der Tür dieses Zimmers rüttelten sie. Da sie sich jedoch nicht öffnen ließ, nahmen sie an, dass auch ich nicht eingetreten sein konnte.

Als alles ruhig wurde, ließ mein geheimnisvoller Retter mich los. Der Unbekannte hatte im Zimmer kein Licht angebrannt, um meine Verfolger nicht auf uns Aufmerksam zu machen. Die Person durchquerte den Raum und ließ die Jalousien an dem einzigen Fenster herunter und knipste das Licht an.

Ich sah meinen Retter überrascht an: eine Frau!

Sie war fast so groß wie ich, schlank mit kurzen schwarzen Haaren und einem anziehenden Gesicht. Sie mochte zwischen dreißig und vierzig Jahre alt sein und trug hellblaue Jeans und eine rote Bluse.

"Wenn Sie mich genug angestarrt haben, können wir vielleicht jetzt reden?", sagte die Unbekannte mit einer Stimme, die Eisberge zum schmelzen bringen konnte.

Ich spürte wie mir das Blut ins Gesicht schoss und sagte verlegen: "Entschuldigen Sie vielmals, es ist sonst nicht meine Art, eine Frau so anzustarren. Ich danke Ihnen,
Sie haben gerade mein Leben gerettet. Haben Sie auch für die Ablenkung am Fenster gesorgt?"

Die Frau nickte und meinte: "Es war die einzige Möglichkeit einzugreifen, Mr. MacGyver."

Überrascht blickte ich die Frau an: "Sie kennen meinen Namen? Wer sind Sie?"

"Mein Name ist Darcy Trelaine", stellte sich die Unbekannte vor.

"Sind Sie von der Polizei? FBI, CIA oder eine ähnliche Organisation?", fragte ich neugierig.

Die Frau schüttelte den Kopf und kam langsam auf mich zu. Jetzt sah ich, dass ihre Augen in einem hellen Grün leuchteten.

Ihre Stimme klang hypnotischen, als sie sagte: "Setzen Sie sich, Mac. Ich darf Sie doch so nennen? Sie wurden verletzt, und ich möchte mir ihre Schulter ansehen."

Erst jetzt wurde ich mir dem Schmerz bewusst, der von meiner Schulter ausging, und als ich hinfasste, bemerkte ich Blut an meiner Hand.

Darcy blieb dicht vor mir stehen.

"Hinsetzen", befahl sie und ich konnte nicht anders, als zu gehorchen.

Alles um mich herum verschwamm. Ein Nebelschleier schien sich über meine Sinne zu legen. Was geschah mit mir? Welche Macht besaß die schöne Unbekannte über mich? Wie im Traum glaubte ich zu sehen, wie Darcy ihre Hand auf meine verletzte Schulter legte und die Augen schloss. Dann wusste ich nichts mehr.

Ich fuhr erschreckt aus dem Bett hoch. Was war geschehen? Wo war ich? Hatte ich alles nur geträumt? Ich sah mich um. Nein, mein Zimmer war das nicht - also kein Traum. Die Jalousie war noch vor dem Fenster und aus dem Badezimmer hörte ich Geräusche. Die fremde Frau schien unter der Dusche zu stehen.

Wie hatte sie sich genannt?

Darcy und noch was?

Fast schien es, als hätte sie meine Gedanken gehört, denn sie erschien augenblicklich im Zimmer, nur mit einem Bademantel bekleidet.

"Sie sind also wach? Gut. Wie fühlen Sie sich, Mac?"

Meine Verletzung fiel mir ein, doch nur ein leichtes Ziehen in der Schulter war noch zu spüren. Überrascht blickte ich auf meine Schulter, doch da war nichts von einer Wunde zu sehen. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich nackt im Bett lag und zog schnell die Decke hoch.

"Wie süß! Ein Mann der noch Scham empfindet!"

Ihre Stimme klang etwas spöttisch.

"Keine Sorge, wenn ich Ihnen ans Hemd wollte, könnten Sie mich nicht daran hindern. Aber dafür ist jetzt keine Zeit. Wir müssen Ashton aufhalten oder er wird die Welt in ein Chaos stürzen."

Ich verstand kein Wort. "Wer ist Ashton? Ich kenne niemanden der so heißt. Und warum sollte er mich umbringen wollen? Wer sind Sie überhaupt? Ihr Name sagt mir ebenfalls nichts."

Darcy blickte mich verstehend an: "Viele Fragen auf einmal, MacGyver, aber wir haben keine Zeit für Erklärungen. Ziehen Sie sich an. Jede Minute kann wichtig sein."

Ich schüttelte entschieden den Kopf. "Ich werde mich keinen Zentimeter aus dem Bett bewegen, wenn Sie mir meine Fragen nicht beantworten. Diese Männer haben mich zu dem mit jemand anderem verwechselt. Sie nannten mich O’Neill. Ich kenne niemanden, der so heißt."

Sie ergriff meine Jeans und mein Hemd und warf mir beides auf das Bett: "Anziehen!", befahl sie und blickte mich wieder zwingend an. „Erklärungen müssen warten, bis wir sicher sind.“

Unwillkürlich ergriff ich die Hose und stieg aus dem Bett. Darcy lächelte und nickte. Sie drehte sich um und stieg ohne Scham aus ihrem Bademantel und begann sich ebenfalls anzuziehen. Ich schüttelte den Kopf und zog mich vollends an. Scham schien ein Fremdwort für die Frau zu sein.

Sie wandte sich mir zu: "Ich kann Ihnen nur sagen, dass Ashton ein Terrorist ist, und ich bin ihm seit Jahren auf den Fersen. Er ist für den Anschlag auf das Phoenix-Gelände verantwortlich."

"Sie sprechen in Rätseln."

„Ich habe Ihre Akte studiert und weiß, wer Sie sind. Und auch, dass Sie ein sehr gefährlicher Mann sind. Auch wenn man sie verwechselt hat, wird Ashton Sie nun ausschalten wollen, einfach aus dem Grund, weil Sie zuviel gesehen haben.“

"Sie haben meine Akte studiert?", fragte ich ärgerlich. „Aber wie sind Sie an diese herangekommen?"

Sie lächelte mich an. "Meine Arbeitgeber besitzen viel Macht und Einfluss. Es ist für uns ein leichtes, jede Akte einzusehen, die wir sehen wollen", erklärte Darcy.

"Was ist das für eine Organisation?", fragte ich neugierig, und mit einem Blick auf meine Schulter: "Wie haben Sie mich so schnell geheilt?"

"Der Name der Organisation würde Ihnen nichts sagen. Nur einige Eingeweihte wissen von unserer Existenz. Lassen Sie mich aber sagen, dass uns viel daran liegt, diesen Planeten vor Ashton und Seinesgleichen zu schützen. Um die zweite Frage zu beantworten - ich besitze die Fähigkeit leichte Verletzungen schnell zu heilen. Wir sollten nun aber unsere Zeit nicht länger mit unnützen Reden verschwenden, sondern lieber von hier verschwinden, bevor Ashtons Leute nochmals hier auftauchen."
Darcy hatte Recht, und so holte ich mit der gebotenen Vorsicht mein Gepäck aus meinem Zimmer. An der Rezeption bezahlte ich die Rechnung von Darcy und auch meine. Mein Jeep stand unberührt auf dem Parkplatz. Die Frau stand in seltsamer Haltung vor dem Auto.

"Wir können einsteigen. Ich habe ihn gründlich untersucht", erklärte Darcy, als ich neben sie trat und bedeutsam anblickte.

"Vermuteten Sie eine Bombe darin?", fragte ich sie.

Darcy sah mich ernst an. "Sagen wir etwas Ähnliches. Mac, Sie haben keine Ahnung, welche Macht Ashton besitzt. Nehmen Sie meine Warnung nicht auf die leichte Schulter."

Ich sah Darcy an, sagte aber nichts. Dann stieg ich hinter das Steuer und startete den Motor, während Darcy es sich auf dem Beifahrersitz bequem machte.

"Wohin?", fragte ich. "Eigentlich sollte ich zurück zum Phoenix-Gelände und auch Pete anrufen. Er macht sich sicher schon Sorgen um mich."

"Sie können das gerne machen, wenn Sie lebensmüde sind. Jemand in der Foundation muss mit Ashton zusammenarbeitet. Vielleicht ist das sogar Thornton."

Ohne darüber nachzudenken, stieg so hart auf die Bremse, dass Darcy nach vorne geschleudert wurde.

"Was soll das, Mac?", fragte sie verärgert, weil sie es erst im letzten Augenblick geschafft hatte, sich abzufangen, um zu verhindern, dass ihr Gesicht Bekanntschaft mit dem Armaturenbrett machte.

"Es mag ja sein, dass jemand aus der Foundation mit Ihrem geheimnisvollen Ashton zusammenarbeitet, aber nicht Pete. Ich würde ihm in jeder Sekunde mein Leben anvertrauen", sagte ich wütend. "Und außerdem, wer sagt mir, dass ich Ihnen vertrauen kann? Ich kenne Sie nicht! Vielleicht sind Sie diejenige, die hinter allem steckt, und mich nur benutzt, um ein obskures Ziel zu erreichen."

"Fahren Sie weiter, Mac", sagte sie eindringlich. "Es tut mir leid, dass ich Ihren Freund Thornton verdächtigt habe. Ich muss jede Möglichkeit in Betracht ziehen. Und ich kann Sie nur eindringlich bitten, mir zu vertrauen. Glauben Sie mir einfach, dass ich es ehrlich mit Ihnen meine."

Ich blickte tief in ihre Augen, die diesmal nicht zwingend blickten. Und wenn ich meiner Menschenkenntnis vertrauen konnte, meinte sie es wirklich ehrlich. Nun gut, ich war bereit, wieder ein Mal meinem Gefühl zu vertrauen und startete deshalb meinen Wagen neu.

Darcy schien erleichtert zu sein. "Gibt es in Ihrem Leben jemanden, der Ihnen sehr nahe steht? Dann sollten Sie denjenigen schnellsten warnen, denn auch sein Leben ist in Gefahr."

„Ich dachte, Sie kennen meine Akte.“

„Alles kann man aus einer Akte auch nicht herauslesen.“

Ich nickte zustimmend, dann sagte ich zögernd: "Es gibt eine Frau in meinem Leben".

„Sie warf mir ein winziges Gerät zu.

„Was ist das?“

"Ein Handy. Rufen Sie Ihre Frau an und sagen Sie ihr, sie soll sofort verschwinden."
Ich blickte erstaunt auf das Minigerät in meiner Hand. Es war so klein, dass es in meiner Handfläche verschwand.

"Neueste Technik", erklärte Darcy. "Sie brauchen die Nummer nicht einzutippen sondern nur laut auszusprechen. Heben Sie es an die Lippen und sprechen Sie“, sie sah mich lauernd an, als ich das Gerät aktivierte.

Etwas irritiert befolgte ich ihren Rat und sprach Marias Nummer laut aus. Augenblicklich blinkte ein winziges Licht auf dem Gerät auf und kurz darauf stand Maria in verkleinerter Form vor mir. Vor Schreck hätte ich fast den Wagen in den Graben gefahren. Es gelang mir gerade noch den Jeep anzuhalten. Man sollte eben nicht fahren und telefonieren. Ich sah wie Darcy vor sich hin nickte, als ich ob ich ihr gerade etwas bestätigte, was sie vermutete. Was das war, konnte ich unmöglich erraten, aber ich nahm mir vor, sie danach zu fragen.

"Hallo!", sagte Maria und unterbrach damit meine Gedanken. "Wer spricht denn da?"
Ich sah genauer hin und erkannte, dass Marias Bild etwas unscharf war und flackerte. Eine Holographie?

"Hallo! Wer ist denn da?", wiederholte Maria.

"Ich bin es, MacGyver", erwiderte ich schnell.

"Mac! Wo steckst du denn? Pete hat mich schon angerufen und nach dir gefragt. Er macht sich große Sorgen..."

"Wo befindest du dich", unterbrach ich ihren Redeschwall.

"Zu Hause natürlich", antwortete sie.

"Verschwinde schnellsten von dort. Wir treffen uns in sechs Stunden an einem nur uns beiden bekannten Ort. Und sieh zu, dass dir niemand folgt. Es geht um Leben und Tod. Hast du verstanden?"

"Ja, ich verstehe", antwortete Maria. Allerdings hörte ich an ihrem Tonfall, dass sie sich sehr wunderte. Da sie aber öfters mit mir in solche Situationen geriet, würde sie gehorchen.

"Ich erkläre dir alles, wenn wir uns treffen. Sag niemanden, wohin du gehst."

"Wo treffen wir uns?", fragte Maria.

Ich überlegte. "Bei Odins Thron. "

"In Ordnung, MacGyver", sah ich Maria sagen. Ob sie mich auch sehen konnte? Wahrscheinlich nicht, denn dann hätte sie bestimmt gefragt, wer die Frau an meiner Seite wäre.

"In sechs Stunden also. Und sei vorsichtig", riet ich Maria und unterbrach die Verbindung.

"Was ist das für ein Handy?", wandte ich mich neugierig an Darcy. "So ein Gerät habe ich noch nie gesehen."

"Die neueste Erfindung von meiner Organisation."

Ganz war ich mit dieser Erklärung noch nicht zufrieden. Darcy gab mir immer weitere Rätsel auf.

"Ich werde noch Pete anrufen und ihn informieren."

Als ich keine Antwort erhielt, blickte ich auf Darcy. Sie schien geistesabwesend zu sein und erst, als ich sie an der Schulter rüttelte, kam sie zu sich.

"Was ist los?", fragte ich besorgt.

"Schnell! Fahren Sie weiter. Pete können Sie später noch anrufen, Mac. Ihr Gespräch mit Ihrer Freundin wurde abgehört. Sie wissen wo wir sind."

"Maria!", rief ich besorgt aus. "Hoffentlich hat sie reagiert und ist aus ihrer Wohnung verschwunden."

Ich begann mich zu fragen, auf was ich mich da eingelassen hatte. Pete würde etwas zu hören bekommen, wenn ich das alles lebend überstehen sollte. Langsam war ich es leid, dauernd mein Leben bei irgendwelchen Jobs zu riskieren. Es wurde Zeit, ein normales Leben zu führen - mit Maria an meiner Seite. Ich war entschlossen Maria zu fragen, ob sie meine Frau werden wollte.

"Ich werde dafür sorgen, dass Sie mit Maria ein gemeinsames Leben führen können, Mac."

Darcy sagte das ganz beiläufig. Wie konnte sie wissen, was ich gerade gedacht hatte? Die Frau wurde mir langsam unheimlich.

"Ich habe dafür gesorgt, dass uns niemand aufspüren kann. Fahren Sie jetzt los. Ihre Maria wartet."

Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 09.12.2007, 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Aha das wird ja immer interesannter. Ist diese Frau ene Ayra Varta oder eine dritte GRuppe. Oder überhaupt kein Antiker?

Naja sie spricht in Räteln, das wäre schin ein Punkt, der dafür spricht. Bloß blöd, das die leute aus dem SGC nie Mac treffen. DEr ist immer schneller. ^^
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Selana
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BeitragVerfasst am: 10.12.2007, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Wer Darcy ist erfährst du natürlich noch. Sie spielt auch noch in den späteren Stories eine Rolle. Und natürlich trifft SG-1 noch auf MacGyver.

Und hier nun die Fortsetzung.

Teil 3

Lighthouse-Hotel

Die Verstärkung, welche SG-1 angefordert hatte, war eingetroffen und hatte sich unverzüglich an die Arbeit gemacht. Jeder noch so kleinste Hinweis konnte eine Spur sein, wohin sich die Frau und MacGyver gewandt hatten. Doch ihre Hoffnung schien nicht aufzugehen, denn die Spezialisten fanden zwar vieles, was auf einen Kampf hinwies, aber nichts, wohin sich MacGyver und diese Frau nach ihrer Flucht gewandt hatten.

Als Mitchells Handy klingelte, ahnte er noch nicht, dass sich dies mit dem Anruf ändern sollte.

General Landry war am anderen Ende.

„Unsere Leute in der Odyssee haben eine Spur entdeckt. Sie scannen nicht nur die ganze Gegend, sondern hören auch alle Gespräche ab. Dank der Asgardtechnologie sind auch die so genannten abhörsicheren Leitungen nicht mehr ganz sicher. Eine Sache, in der wir selbst den Antikern auf der Erde überlegen sind.“

„Und was haben Sie für uns, Sir?“

„Die Odyssee hat ein Gespräch aufgezeichnet, das zu ihrer Suche gehören könnte. Ich spiele es ab.“

Mitchell lauschte dem Gespräch zu und hörte als erstes die Stimme eines Mannes. Er schien mit einer Frau zu sprechen. Als der Name „MacGyver“ fiel, wurde Mitchell hellhörig.

„Das muss es sein, Sir“, sagte Mitchell, nachdem das Gespräch zu Ende war. „Der gesuchte Wissenschaftler, der wie General O’Neill aussieht, heißt MacGyver. Wissen Sie, wer die Frau ist?“

„Das ist eine Freundin von ihm“, antwortete Landry. „Die Phoenix-Foundation, besonders Peter Thornton, war sehr hilfreich. Thornton scheint sich große Sorgen um diesen MacGyver zu machen. Was ist Ihre Meinung, Mitchell?“

„Dieser MacGyver ist da in etwas hineingeraten, dass eine Nummer zu groß für ihn ist. Man hat ihn wahrscheinlich mit General O’Neill verwechselt und wollte ihn deshalb entführen.“

„Und diese Frau?“

„Vielleicht gehört sie zu Kimuras Leuten“, hoffte Mitchell.

„Ja, das wäre durchaus möglich.“

„Haben wir Koordinaten?“

„Ja, die Odyssee konnte den Ort genau anpeilen, von dem aus gesprochen wurde. Es ist eine schmale Straße, die in die Berge hinauf führt.“

„Dann werden wir dorthin fahren“, sagte Mitchell. „Konnten Sie schon mit General O’Neill sprechen, Sir?“

„Nein, Jack ist gerade unabkömmlich. Doch er wird mich zurückrufen, sobald er die Zeit dafür findet“, sagte Landry. „Bleiben Sie am Ball, Colonel. Und seien Sie vorsichtig.“

„Sind wir doch immer, Sir“, meinte Mitchell und Landry glaubte durch das Telefon sein breites Grinsen zu sehen.

Mitchell schaltete sein Handy aus und informierte den Rest von SG-1 über die Situation.

„Fahren wir dort hin“, sagte Carter. „Vielleicht holen wir sie ein.“

Mitchell besorgte sich bei dem Portier eine Karte der Gegend und suchte die betreffende Straße. Es war die einzige Straße, die auf einen der nahen Berge führte.
„Was ist dort oben?“, fragte Mitchell den Portier.

Der Mann studierte die Karte genau. „Nichts, Colonel. Nur Wildnis und Wälder.“

„Schön, etwas muss dort sein“, Mitchell steckte die Karte ein und winkte seinen Leuten zu. „Abmarsch! Beeilen wir uns.“

Mitchell setzte sich hinter das Steuer des großen Geländewagens der Phoenix-Foundation. Carter nahm neben ihm Platz. Nachdem auch Daniel und Teal’c hinten eingestiegen waren, fuhr Cameron los. Schon bald erreichten sie die besagte Straße. Sie war in der Tat nur schmal und wurde kaum befahren. Nicht ein einziges Mal kam ihnen ein Auto entgegen. Selbstverständlich achteten sie auch darauf, dass ihnen niemand folgte.

„Was wollen die denn da oben?“, wollte Daniel wissen.

„Woher soll ich das wissen“, gab Cameron etwas gereizt zurück.

„Wenn ich an Jack denke …“, begann Carter. „Wie ihr wisst, hat Jack in den Bergen eine Hütte. Niemand außer ihm oder seinen Freunden würde sich dort oben hin verirren.“

„Und du denkst, dass dieser MacGyver auch eine Hütte hat …“

„Falls er nur ein wenig Jack ähnelt.“

„Sam, vergiss nicht, dass die beiden sich nur äußerlich ähneln. MacGyver ist ein brillanter Wissenschaftler, der Waffen jedweder Art verabscheut. Und Jack, kannst du ihn dir als Wissenschafter vorstellen?“, fügte Daniel hinzu.

„Nein!“, riefen alle drei anderen wie aus einem Mund.

„Trotzdem, dieser MacGyver ist ein Naturmensch, und eine Hütte in den Bergen würde zu ihm passen“, blieb Carter bei ihrer Meinung.

Sie sagten nichts mehr dazu. Die nächste Zeit hing jeder seinen Gedanken nach. Plötzlich ertönte ein lauter Knall und ein mächtiger Lichtblitz erschien am Horizont über den Bergen.

Mitchell hielt das Auto an und sie stiegen aus.

„Was war das?“, fragte Daniel.

„Keine Ahnung“, meinte Mitchell.

„Was auch immer es war, wir sollten ab jetzt sehr vorsichtig sein“, sagte Teal’c.

Sie stimmten dem Jaffa zu und stiegen zurück in den Wagen. Ab jetzt lenkten sie den Wagen mit äußerster Vorsicht die Straße hinauf.

Da lief ihnen ein Mann entgegen, der heftig winkte.

Ein See ohne Name
Irgendwo oberhalb von Los Angeles

Der See lag versteckt im Wald. Er war so winzig, dass er nicht einmal einen Namen hatte. Eigentlich war es nur ein runder Tümpel, mit etwa fünfzig Meter im Durchmesser. Eine kleine Hütte stand an seinem Ufer. Sah man durch das einzige Fenster hinaus, hatte man einen direkten Blick auf Los Angeles. Es war nur ein kleiner Ausschnitt der riesigen Stadt, doch der Anblick war atemberaubend.

Die Frau vor der Hütte war im Moment nicht in der Stimmung den Anblick zu genießen. Maria Romburg sah wiederholt auf die Uhr. Eigentlich sollte MacGyver schon längst hier sein. Die sechs Stunden waren seit 45 Minuten vorbei und sie begann sich Sorgen zu machen. Sie liebte MacGyver schon seit Jahren - eigentlich seit dem Augenblick, als sie ihn das erste Mal in Leipzig gesehen hatte. Maria wusste, dass auch sie MacGyver nicht gleichgültig war. Doch wann immer sie damit anfing mehr zu wollen als Freundschaft, zog er sich zurück. Maria ahnte, dass er sich vor dem endgültigen Schritt fürchtete, und weil sie nicht wollte, dass er sich ganz von ihr trennte, redete sie nicht mehr von Heirat. Lieber eine lockere ungebundene Beziehung mit dem Mann ihres Herzens, als gar keine. Maria fuhr sich durch die langen blonden Haare, fasste sie zusammen und band sie mit einer Haarspange zusammen. Dann sah sie wieder auf die Uhr.

Maria arbeitete ebenfalls für die Phoenix-Foundation und führte spezielle Jobs, ähnlich wie MacGyver aus. Ihre Ausbildung für die Stasi half ihr dabei. Ihre Arbeit für die Stasi war in dem Augenblick vorbei, als MacGyver in ihr Leben trat. Als er von ihrer Vergangenheit erfuhr, dachte sie, dass er nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte, doch sie hatte sich geirrt. MacGyver interessierte sich nicht für ihre Vergangenheit, sondern nur für das, was sie in der Gegenwart tat. Sie bedauerte ihre frühere Tätigkeit, doch es war ihr im Grunde keine andere Wahl geblieben, denn als Vollwaise wurde sie automatisch vom Staat aufgezogen. Viele Waisen waren als Agentin ausgebildet worden. Ihre Mutter war bei ihrer Geburt gestorben. Ihr Vater bei der Flucht über die Mauer erschossen.

Ihrem Großvater Otto war die Flucht gelungen, doch die kleine Maria wurde gefasst. Weil ihr Großvater sie zurücklassen musste, hatte sie ihn gehasst, bis MacGyver sie holte und sie die Möglichkeit hatte, ihren Großvater näher kennen zu lernen. Sie begriff, dass Otto damals keine andere Wahl gehabt hatte, als sie zurück zu lassen, und als sie das begriff, verwandelte sich ihr Hass in Liebe.

Mit MacGyver hatte sie dann die andere Welt kennen gelernt.

Wieder sah Maria auf die Uhr. Eine weitere Viertelstunde war vergangen und MacGyver war immer noch nicht da. Sie war sich sicher, dass ihr niemand gefolgt war. Sie hatte mehrmals die Richtung und einmal sogar das Fahrzeuge gewechselt.

Auf der Serpentinen-Straße zum See herauf bemerkte sie jetzt ein Fahrzeug. Maria hob ihr kleines Fernglas an die Augen und blickte auf das näher kommende Auto. Es war ohne Zweifel MacGyvers Jeep. Erleichtert atmete sie auf und wartete bis der Jeep sie erreichte.

Kaum hielt der Jeep mit knirschenden Reifen vor ihr, sprang MacGyver auch schon aus dem Auto und lief auf sie zu.

Ich sah Maria dort stehen und fühlte mich unendlich erleichtert.

"Maria!", rief er schon von weitem. "Bin ich froh, dich zu sehen!"

Ich umarmte und küsste sie leidenschaftlich.

Als ich sie schließlich losließ, bemerkte Maria zum ersten Mal die fremde Frau in dem Jeep. Fragend und etwas vorwurfsvoll sah Maria mich an.

„Darf ich dir Darcy Trelaine vorstellen? Ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben. Als zwei Männer mich überfielen, hat sie eingegriffen und mich gerettet."

"Sie hat dich gerettet?", fragte Maria. Mit gespieltem Ernst in der Stimme sagte sie dann: "Sonst spielst du doch immer den edlen Ritter, der arme unschuldige Frauen in Not rettet."

"Diesmal ist es umgekehrt", meinte ich, und zauberte mein schönstes Lächeln auf mein Gesicht. Dann wandte ich mich Darcy zu. "Darcy, das ist Maria Romburg."

"Maria!"

Die Frau ging auf Maria zu und gab ihr die Hand. Ihre Ausstrahlung war so zwingend, dass auch Maria sich ihrem Einfluss nicht entziehen konnte. Wer mochte diese Frau sein? Sie spürte wie Eifersucht in ihr aufkeimte.

"Es ist mir eine Ehre, Sie kennen zu lernen", sprach Darcy mit zuckersüßer Stimme weiter.

Irritiert von der Ausstrahlung der Frau zog Maria ihre Hand zurück.

"Danke, ich freue mich auch, Sie kennen zu lernen, zumal Sie Mac das Leben gerettet haben." Maria wandte sich an mich.

Ich bemerkte den eifersüchtigen Ton in ihrer Stimme, als sie sagte: "Willst du mir nicht erklären, was das alles sollte? Warum du dich mit dieser Frau herumtreibst und warum ich so eilig meine Wohnung verlassen musste? Hast du dich überhaupt bei Pete gemeldet? Er vergeht vor Sorge. Ich habe ihn allerdings angerufen und gesagt, dass es dir gut geht."

Ich merkte, dass ich blass wurde und ignorierte ihre Eifersucht. Das konnte später geklärt werden. "Du hast Pete angerufen? Von hier oben aus?"

"Nein!", entschieden schüttelte Maria den Kopf. "Von meiner Wohnung aus, und ich habe das abhörsichere Satelliten-Telefon benutzt. Warum?"

Erleichtert atmete ich aus. "Weil wir dann hier nicht mehr sicher wären. Diese Terroristen wüssten dann, wo wir uns befinden."

"Terroristen? MacGyver! Erzähl mir endlich, was los ist und warum dich zwei Männer erschießen wollten."


„Das würde ich selbst gern wissen“, beantwortete ich Marias Frage bezüglich der Terroristen.

"Ich glaube nicht, dass sie Sie erschießen wollten. Gehen wir in die Hütte. Dann werde ich Euch alles erklären“, sagte Darcy.

Maria und ich gehorchten wortlos. Das alles war mehr als rätselhaft, und um die Wahrheit zu erfahren, gab ein nur eine Möglichkeit: Darcy erzählen zu lassen.

In der Hütte setzten wir uns in die gemütliche Sitzecke und zuerst fing ich an zu erzählen, was bisher geschehen war.

„Und damit kommen wir zu der wichtigsten Frage: Woher kommen Sie, Darcy? Und kommen Sie mir nicht mit irgendwelchem Geheimkram. Unser aller Leben ist in Gefahr, einschließlich, das meines Sohnes und das von Pete."

Darcy sah zu Boden und überlegte lange. Schließlich hob die Frau den Kopf: „Es tut mir leid, Mac, aber ich kann Ihnen das nicht erzählen – noch nicht. Außerdem würden Sie es doch nicht glauben.“

„Ach nein? Sie wären überrascht, was ich alles glaube.“

„Tut mir leid.“

Verärgert sprang ich auf und lief zu der Tür und ging nach draußen. Maria wusste, dass ich nun einen kleinen Spaziergang machte. Das beruhigte mich immer.

„Warum sagen Sie es uns nicht?“, wandte sich Maria dann wütend an Darcy. Auch wenn die Frau so freundlich tat, Maria traute ihr nicht.

„Ich kann es noch nicht“, blieb Darcy hart und gab Marias Blick ungerührt zurück. Sie ahnte, warum die Frau so unfreundlich zu ihr war und fing an zu lächeln.

Das ärgerte Maria noch mehr. „Warum will dieser...“

„Ashton“, half Darcy entgegenkommend aus.

„Also, warum will dieser Ashton uns töten?“

„Ich kann Ihnen nur sagen, dass Ashtons Männer MacGyver mit jemanden anderen verwechselt haben. Wenn sie diesen Mann in ihre Hände bekommen und umdrehen, ist der ganze Planet in Gefahr. Und selbst, wenn sie herausfinden, dass sie nicht General O’Neill vor sich haben, werden sie Mac töten, weil er von ihnen weiß.“

„General O’Neill? Also ist das Militär darin verwickelt. Aber wieso sollten sie diesen General mit Mac verwechseln?“

„Wenn Sie den General sehen, wissen Sie warum. Außerdem ist das alles eine Nummer zu groß für Sie, Maria. Sie wissen ja nicht, auf was Sie sich da einlassen.“

Das gab noch mehr Rätsel auf. Maria trat ganz dicht an Darcy heran. „Hören Sie auf, mich wie ein kleines Kind zu behandeln, ich arbeite ebenfalls bei der Foundation, und früher habe ich beim Geheimdienst gearbeitet. Ich kenne mich in dem Geschäft aus und besitze immer noch meine Informanten. Den Namen Ashton habe ich noch nie gehört. Also heraus mit der Wahrheit. Wer ist er?“

„Mein Kind, Sie mögen in Ihrem Geschäft ja wirklich eine Ahnung haben, aber gegen Ashton haben Sie keine Chancen.“

„Ich bin nicht ihr Kind. Eigentlich bin ich älter als Sie.“

„Sie würden sich wundern. Nun gut, sehen wir nach MacGyver, und dann werde ich versuchen etwas herauszufinden“, sagte Darcy.

„Sie suchen nach Informationen, ich sehe nach MacGyver“, sagte Maria.

Darcy sah sie spöttisch an. „Wie Sie wollen, meine Liebe.“

Maria verließ die Hütte und fühlte Darcys Blick in ihrem Rücken. Verflucht noch mal, diese Frau konnte einen auch auf die Palme bringen und sie hatte so etwas an sich …

Sie fand mich am See sitzend und auf das Wasser blickend. Ich war so in Gedanken versunken, dass ich sie nicht bemerkte. „Wenn ich ein Gegner wäre, würdest du jetzt tot sein.“

Ich fuhr herum, entspannte mich aber sofort, als ich Maria erkannte, und setzte mich wieder auf den Stein.

Einen Moment sah ich noch auf das Wasser, dann sagte ich: „Ich habe überlegt, Maria. Es wird langsam Zeit für mich, etwas sesshaft zu werden. Mein ganzes Leben war ich auf der Suche. Auf der Suche nach Wissen, nach Erkenntnis, um neue Länder zu sehen – und auf der Suche nach mir selbst. Das erkenne ich jetzt. Und dieser neue Auftrag von Pete hat mir gezeigt, dass ich nicht unsterblich bin. Eigentlich sollte es ein Routineauftrag sein, doch jeder zweite Auftrag endet damit, dass ich um mein Leben und oder das Leben von Freunden kämpfen muss. Das muss aufhören, endgültig. Wenn wir lebend hier herauskommen, werde ich damit Schluss machen. Vielleicht nehme Ich das Angebot der Universität an.“

„Du hast ein Angebot von der Universität?“, fragte Maria erstaunt. Davon hatte sie gar nichts gewusst.

„Sie haben mich vor einer Woche angerufen, und wie üblich habe ich um Bedenkzeit gebeten.“

„Was haben sie dir denn angeboten?“, fragte Maria.

„Einen Lehrstuhl in der Forschungsabteilung. Damit könnte ich praktisches mit nützlichem verbinden und den jungen Menschen mein Wissen übermitteln.“

„Das wäre doch fantastisch“, sagte Maria und meinte es auch so. Vielleicht würde sie mich dann auch noch zu etwas bringen können. Doch sie wollte mich nicht mit der Nase darauf stoßen. Ich musste es von selbst wollen. „Leitet nicht Professor Higgings die Abteilung? Dein alter Lehrer von der Uni?“

„Ja, und ich denke er steckt hauptsächlich hinter dem Angebot. Er hat mich schon öfters dazu zu überreden versucht. Diesmal werde ich nicht nein sagen.“

„Und du bist dir über diesen Schritt ganz sicher? Du weißt wie dies dein Leben verändern wird“, meinte Maria. „Viel Schreibtischarbeit!“

„Ja, nun, ich möchte sogar noch weiter gehen“, schnell stand ich auf und wandte mich Maria zu. „Ich möchte dich etwas fragen, wenn dies alles vorbei ist.“

Marias Herz schlug so heftig, dass sie befürchtete, es würde ihre Brust sprengen. Genau darauf hatte sie gewartet, all die Jahre.

„Warum sagst du es mir nicht gleich?“, fragte sie mit bebendem Herzen, denn etwas in ihr befürchtete noch immer, dass ich etwas anderes meinen konnte.

Ich sah sie an. „Ich möchte dich fragen, ob du meine Frau werden möchtest. Du...“

„MacGyver!“

Maria und ich drehten uns wütend um, als Darcy aus der Hütte stürmte. Sie wirkte so aufgeregt wie nie. Sofort vergaßen wir beide unseren Ärger über die Störung, denn wir nahmen zu recht an, dass etwas geschehen war.

„Sie haben uns entdeckt. Ich weiß nicht, wie es ihnen gelungen ist. Es ist eben so, dass bei Ashton nicht mit normalen Maßstäben zu rechnen ist. Er ist nicht ...“, Darcy stockte und ich begriff, dass sie fast etwas verraten hatte, dass sie nicht wollte.

„Reden Sie endlich, Darcy. Ich verspreche Ihnen, auch das Unmögliche zu akzeptieren. Sogar, wenn Sie sagen, dass es die kleinen grünen Männchen gibt“, sagte ich.

Darcy lächelte jetzt. „Nicht ganz, aber fast, denn sie sind grau.“

„Was?“

Sie lächelte kurz und lief zurück zur Hütte. Schnell eilten wir hinter der Frau her.

Maria begriff noch nicht ganz, was überhaupt los war. Da stockte ihr Schritt. Hatte sie nicht eine Stimme gehört? Maria lauschte. Jetzt war sie sicher!

„Maria!“

Der Ruf kam von dem am See angrenzenden Wald. Maria drehte sich um und lief in die Richtung des Rufes. Sie umlief den winzigen See auf dem schmalen Fußweg und erreichte den Waldrand.

Eine Gestalt torkelte aus dem Wald und stürzte nicht weit von ihr entfernt zu Boden. Erschrocken erkannte Maria den Mann. „Sam!“

Es war MacGyvers Sohn und er schien verletzt zu sein. Maria beugte sich über ihn und sah, dass er am Arm verletzt war, aber sonst nur erschöpft zu sein schien. „Wie kommst du hierher, Sam?“

„Ich wollte zu euch. Unterwegs fiel ich einem seltsamen Mann mit Namen Ashton in die Hände. Er sagte mir, dass er meinen Vater, eine mir unbekannte Frau mit Namen Darcy, und alle, die bei den beiden sein würden töten wollte. Auf dem Weg hierher gelang es mir zu fliehen. Wo ist mein Vater?“

„In der Hütte, zusammen mit dieser Darcy“, erklärte Maria.

„Wer ist sie? Dieser Mann, er sagte etwas ganz verrücktes“, Sam stockte und Maria sah, dass er Hemmungen hatte, weiter zusprechen.

„Was sagte er denn?“, fragte sie deshalb neugierig. Vielleicht erfuhren sie auf diese Weise, woher Darcy stammte.

„Du denkst sicher, ich wäre verrückt.“

„Nein, ganz sicher nicht. Die letzten Stunden habe ich soviel erlebt, da glaube ich sogar, wenn du sagst, es wären Außerirdische.“

„Das sind sie.“

„Was?“, ungläubig blickte Maria noch doch Sam an.

„Siehst du, jetzt denkst du doch, dass ich verrückt wäre“, meinte Sam.

„Nein, das denke ich nicht. Es ist einfach zu fantastisch.“

„Ich sehe gerne SF-Filme, aber auf Außerirdische zu stoßen, hätte ich nie für möglich gehalten.“

„Ich auch nicht, dass kannst du mir glauben“, meinte Sam.

„Ja, und diese Frau hat wundersame Fähigkeiten. Doch komm erst mal mit. Wir gehen zu deinem Vater. Dort werden wir beraten, was wir tun werden. Kampflos werden wir uns von diesem Ashton nicht umbringen lassen“, meinte Maria.

„Ja, du hast Recht. Bisher ist meinem Vater immer noch ein Ausweg eingefallen. Es wird ihm auch diesmal einer einfallen.“

Zusammen gingen sie zu der Hütte.

Ich stand vor der Hütte und lief ihnen entgegen, als ich sie erkannte.

„Sam! Mein Gott, wie kommst du hierher?“

„Ich wollte euch helfen“, sagte Sam verlegen.

„Schöne Hilfe, jetzt ist auch dein Leben in Gefahr“, meinte ich. „Wie hast du uns überhaupt gefunden?“

„Maria hat Pete gegenüber etwas von Odin gesagt, und da wusste ich sofort Bescheid.“

Ich sah Maria böse an, doch sie zuckte nur die Schultern.

„Na schön. Kommt in die Hütte und dann will ich von Sam wissen, was passiert ist.“
Sam setzte sich in die Hütte und fing an zu erzählen...

Los Angeles
MacGyvers Wohnung
Einige Stunden vorher

Langsam fuhr Sam den Wagen in die Garage. Er war froh nach den zwei Wochen wieder zu Hause zu sein. Er sah sofort, dass der Wagen seines Vaters nicht da war. Also war Mac wieder einmal unterwegs, um die Welt zu retten oder vielleicht auch nur, um einzukaufen. Doch bestimmt hatte er ihm eine Nachricht hinterlassen. Schließlich wusste sein Vater, dass er heute zurückkommen würde. Sam war nun fast dreißig Jahre alt, so groß wie sein Vater und ähnelte ihm auch äußerlich.

Sam stellte den Motor ab und stieg aus seinem Wagen. Aus dem Kofferraum holte er sich seine Tasche und betrat die Treppe, die nach oben führte. Aus den Augenwinkeln glaubte er eine Bewegung zu sehen und drehte sich um, doch da war nichts zu sehen. Sam zuckte mit den Schultern und ging nach oben. Wahrscheinlich war es nur Einbildung gewesen. Vielleicht wurde er langsam paranoid.

Auf der anderen Seite – in seiner Tasche befanden sich brisante Fotos, die zusammen mit seinem Bericht einigen Politikern den Kopf kosten konnte. Und noch hatte er die Sachen nicht bei seinem Verleger abgegeben. Vielleicht hätte er das gleich tun sollen, denn es bestand immer die Gefahr, dass man ihn gesehen hatte. Allerdings hatte Sam nichts dergleichen bemerkt. Wenn er eines konnte, dann vorsichtig sein. Zwar hatte er es sich, genau wie sein Vater in den Kopf gesetzt, diese Welt etwas besser zu machen, doch dabei wollte er nicht unbedingt sein Leben verlieren.

Sam ergriff das Telefon und wählte die Nummer seines Verlegers und wartete ungeduldig bis er am anderen Ende in der Leitung war.

„Hier ist Sam Malloy. Ich habe die Fotos“, Sam verwendete noch immer in bestimmten Situation den Namen seiner Mutter, auch wenn er inzwischen den Namen seines Vaters, bzw. beide angenommen hatte.

„Und?“

Die Stimme am anderen Ende hörte sich gespannt an.

„Sie beweisen eindeutig, dass die besagten Herren bei dem illegalen Waffenhandel mitmischen und sich daran bereichern. Wenn die Fotos veröffentlich werden, sind sie erledigt.“

„Sehr gut, Sam. Wann bekomme ich die Fotos? Wo bist du?“

„Ich bin in der Wohnung meines Vaters. Und ich habe das Gefühl, dass ich beobachtet werde.“


Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 10.12.2007, 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Aha. Sie sind grau. Den Satz kennen wir doch schon. *grins*

Tja Sam sucht irgendwie verzweifelt parallelen von Jack zu Mac (wie ist eigentlich Mac's Zweitname?)

Sam hat die Berghütte erreicht...bis jetzt immernoch spannend. Nur eine Frage: Die fortschrittliche Asgard Tech. Wann spielt das? Nach Endlosigkeit oder was?

Sonst fand ichs wie immer gut.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 08:48    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Meine Story ignoriert die Geschehnisse der beiden Serien nach der Mitte der 3. Staffel total und geht eigene Wege. in der nächsten Story gehen wir sogar in die Zukunft. "Endlosigkeit" ist hier also gar nicht passiert. Ebenso leben noch Beckett und Weir ist ebenfalls noch da. Die Orion wurde auch nicht zerstört und die Asgard existieren ebenfalls noch.

Jetzt geht es weiter.

Teil 4

„Wo ist MacGyver?“

„Keine Ahnung, mein Vater ist nicht hier“, erklärte Sam.

„Bleib wo du bist, mein Sicherheitsdienst ist schon unterwegs, Sam“, versprach sein Verleger. Sein Magazin war eines der renommiertesten und bekanntesten auf der Welt.

Sam atmete erleichtert auf. Er würde erst zufrieden sein, wenn die Fotos in sicheren Händen waren. Und die Sicherheitsleute würden nicht mehr, als eine halbe Stunde brauchen. Sam sprach noch kurz mit dem Herausgeber und legte dann auf.

Da fiel sein Blick auf die Nachricht neben dem Telefon. Sam nahm den Zettel hoch und erkannte die markante Handschrift seines Vaters. In knappen Worten stand dort, dass MacGyver im Auftrag von Pete unterwegs war, um eine seltsame Explosion zu untersuchen und dass er hoffte, bald zurück zu sein.

Also hatte er vorhin gar nicht weit danebengetippt, dachte Sam grinsend. Dabei hatte er ihm noch vor seiner Abreise gesagt, dass er keine solchen Jobs mehr annehmen wollte. Aber natürlich konnte Pete sehr überzeugend sein, und er schaffte es immer wieder, seinen Vater zu etwas zu überreden, dass dieser gar nicht wollte.

Da fiel Sams Blick auf den Anrufbeantworter. Die Anzeige sagte ihm, dass Nachrichten aufgesprochen waren. Gerade als Sam sie abspielen wollte, klingelte es.
Sam betätigte die Sprechanlage: „Wer ist da?“

„Hier ist Chan!“, hörte Sam eine Stimme antworten. Eine Stimme, die er unter Tausendenden wieder erkannt hätte. Erleichtert drückt er auf den Knopf und ließ den Besucher ein.

Chan erschien schon Sekunden später in der Wohnung: „Hallo, Kleiner! Wie ich hörte, warst du erfolgreich?“

Sam nickte und blickte Chan wie jedes Mal bewundernd an. Er war Chinese und stolz darauf. Doch im Gegensatz zu seinen Mitmenschen, die eher kleiner gewachsen waren, war Chan ein Riese und überragte Sam um einen ganzen Kopf. Dazu war er gebaut wie ein Schrank und hatte die Kraft eines Ochsens. Er trug eine Glatze, nur hinten einen Zopf, wie es bei Chinesen oft Sitte war. Seine dunklen Augen konnten einen so durchdringend anblicken, dass es einem Angst und Bange wurde. Chan wurde von Harris, dem Verleger immer dann eingesetzt, wenn es galt etwas oder jemanden zu beschützen - wie in diesem Falle die Bilder von Sam. Nun wusste Sam, dass seine Bilder in guten Händen waren, denn Chan würde diese mit seinem Leben verteidigen. Sam gab ihm die Negative und Abzüge.

Chan sah sie neugierig an und pfiff durch die Zähne. „Das hast du großartig gemacht.“

„Danke, Chan.“

Chan sah sich um. „Wo ist denn dein Vater?“

„Er ist mal wieder für Pete unterwegs, um die Welt zu retten“, sagte Sam grinsend. Der Anrufbeantworter fiel ihm ein und Sam drückte auf den Knopf. Die erste Nachricht war eine Werbung, die zweite von Jack Dalton, der MacGyver mal wieder überreden wollte, ihm bei einer seine obskuren Geschäfte zu helfen. Lernte dieser Mensch es denn nie?

Die dritte Nachricht stammte vom Maria Romburg und ließ Sam aufhorchen: „MacGyver, ich bin es, Maria. Wo bist du denn? Pete macht sich Sorgen um dich und ich auch. Falls du diese Nachricht also abhörst, melde dich bei ihm.“

Sam sah Chan erstaunt an. „Was soll das? Ich denke Vater ist im Auftrag von Pete unterwegs?“

Chan zuckte mit den Schultern und Sam meinte: „Er wird doch keine Schwierigkeiten haben?“

„Das wäre bei deinem Vater nicht ungewöhnlich“, meinte Chan grinsend.

„Na klar, doch es ist noch eine Nachricht drauf“, Sam drückte auf die Taste und setzte den Anrufbeantworter wieder in Bewegung.

MacGyvers Stimme hörte sich gehetzt und aufs äußerste besorgt an: „Sam, wenn du das hörst, verlasse sofort die Wohnung! Dein Leben ist in Gefahr. Ich kann jetzt nichts Näheres sagen, tu einfach was ich sage. Ich setzte mich später mit dir in Verbindung.“

Sam sah Chan an. „Was bedeutet das?“

„Ich weiß es nicht, aber du solltest die Wohnung verlassen. Komm mit mir“, schlug Chan vor.

Wie in Trance nahm Sam seine Tasche auf, die er noch gar nicht ausgepackt hatte und folgte Chan. Sie ließen Sams Wagen in der Garage und näherten sich Chans Auto.

„Wohin gehen wir?“, fragte Sam.

„In die Redaktion. Dort liefern wir deine Fotos ab und gehen dann zur Phoenix- Foundation. Vielleicht könnten wir da näheres erfahren.“

„Warum willst du mir helfen?“, fragte Sam. „Das ist meine Sache.“

„MacGyver hat mir das Leben gerettet, und ich schulde ihm dafür meine ewige Dankbarkeit. Wenn ich die Gelegenheit habe, ihm zu helfen, werde ich das tun.“

Chan lenkte den Wagen souverän durch den Verkehr und stellte ihn in der Tiefgarage des Verlagsgebäudes ab. Sie verließen den Wagen und betraten das Bürogebäude. Dort lieferten sie die Fotos ab und Chan sprach mit dem Herausgeber.

Währendessen wurde Sam immer ungeduldiger und rief mit seinem Handy bei Pete in der Foundation an. Da er Petes Geheimnummer hatte, musste er sich nicht mit der Zentrale herumschlagen, sondern hatte Thornton gleich an der Strippe.

„Sam, bist du das?“

„Pete!“, unterbrach Sam Thornton. „Was ist mit meinem Vater? Wo ist er? Was ist passiert?“

„Keine Ahnung zu allen Fragen, mein Junge“, erklärte Pete. „Ich habe ihn da raufgeschickt, um die Explosion zu untersuchen. Einmal hat er sich noch gemeldet und gesagt, dass er nichts Konkretes herausgefunden hat. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört. Maria rief auch an, doch sie wusste auch nichts. Sie sagte nur, dass sie sich an einem geheimen Ort treffen wollten, sagte mir aber nicht wo. Maria meinte, es sei zu unserer eigenen Sicherheit.“

„Mich hat Vater auch per Anrufbeantworter gewarnt und gesagt, dass mein Leben in Gefahr wäre. Er wollte sich später mit mir in Verbindung setzen. Hat er denn nichts Weiteres gesagt?“

„Nein, nur etwas ganz unverständliches – Odin würde ihn und Maria beschützen.“

„Odin?“, Sam lachte laut auf. „Nun weiß ich, wo sie sind.“

„Wo?“

„Entschuldige, Pete, aber Vater hat recht. Es ist besser, du weißt es nicht.“

„Weil ich ein Krüppel bin und zu nichts mehr nutze?“, fragte Pete und seine Stimme hörte sich erbost an.

„So meinte ich das nicht, aber wegen deiner Blindheit, wäre dein Leben in dauernder Gefahr. Es tut mir leid, aber...“

„Du hast recht, Junge, ich wäre nur ein Hindernis für euch. Es ist schwer für mich, aber langsam sollte ich mich damit abfinden und dankbar sein, dass ich überhaupt noch etwas erkennen kann, wenn auch nicht mehr allzu viel.“

Pete klang niedergeschlagen, und Sam konnte es gut verstehen. Vor seiner Behinderung war er noch im aktiven Dienst gewesen, und seine Sehschwäche machte einem Mann wie ihm schwer zu schaffen.

Chan erschien wieder. „Deinen Bildern wird nichts mehr geschehen. Wir können jetzt gehen.“

„Pete, ich muss jetzt Schluss machen. Ich melde mich wieder bei dir, ja?“

„In Ordnung! Und sei vorsichtig!“

„Bin ich doch immer, Pete“, meinte Sam.

„Und wohin?“, fragte Chan. „Hast du etwas von Mr. Thornton erfahren?“

„Allerdings! Ich habe so eine Ahnung, wo Vater sich aufhält. Wir besuchen den Göttervater Odin.“

„Was?“, Chan sah Sam an, als hätte dieser den Verstand verloren.

„Ach, das ist so ein Geheimwort zwischen Vater, Maria und mir. Es ist ein Ort in den Bergen, den nur wir drei kennen. Dort ziehen wir uns zurück, wenn wir alleine sein wollen.“

„Ach so“, Chan schien erleichtert zu sein, dass Sam nicht dabei war, seinen Verstand zu verlieren.

Sam beobachtete ihn lächelnd aus den Augenwinkeln. Chan war leicht einzuschätzen, auch wenn er nicht dumm war. „Wir müssen aber vorsichtig sein, dass uns niemand folgt.“

„Lass mich das machen, Kleiner. Das Abschütteln von Verfolgern ist meine Spezialität.“

„Wie du meinst.“

Inzwischen hatten sie die Tiefgarage erreicht. Sam wollte zu Chans Auto gehen, doch dieser hielt ihn zurück.

„Nicht den, die Limousine ist zu auffällig.“

Wieder glaubte Sam eine Bewegung zu sehen und drehte sich um, doch wie auch in der Garage ihres Hauses war nichts und niemand zu sehen. Sam schüttelte den Kopf. Langsam wurde er paranoid und litt schon an Verfolgungswahn.

„Was hast du?“, fragte Chan.

„Ich weiß nicht, ich glaubte eine Bewegung zu sehen, doch ich habe mich getäuscht. Ich habe mich in Tiefgaragen noch nie wohl gefühlt.

Chan führte Sam zu einem verbeulten Ford, der aussah, als würde er jeden Augenblick in seine Bestandteile auseinander fallen.

Entsetzt sagte Sam: „Das da? Bist du jetzt verrückt. Damit können wir doch nie einen Verfolger abschütteln. Mit dieser Schrottmühle kommen wir nicht einmal aus der Tiefgarage heraus.“

Chan lächelte geheimnisvoll. „Abwarten und Tee trinken, Kleiner.“

Er holte einen Schlüssel heraus, machte die Fahrertür auf und stieg ein. Dann beugte er sich vor und öffnete einladend für Sam die Beifahrertür. „Steig schon ein oder willst du deinen Vater warten lassen?“

Das überzeugte Sam vollends. Noch etwas zögernd stieg er in die Schrottkarre. Doch kaum war er im inneren des Fahrzeuges, sah er, dass der äußere Eindruck täuschte. Innen blitzte alles und die Armaturen waren auf dem neuesten Stand. Sogar eines der allerneuesten Navigations-Systeme erkannte Sam. Fragend sah Sam Chan an.

„Manchmal täuscht der äußere Eindruck. Mit diesem Auto kann ich mich unauffällig bewegen, beobachten und verfolgen. Niemand achtet auf so eine Schrottmühle.“

„Da hast du Recht. Selbst mich hat es getäuscht. Und ich nehme an, es kann auch schneller fahren, als ein Auto dieser Klasse normalerweise?“

„Oh ja, du wirst überrascht sein. James Bond fährt kein besseres Auto“, scherzte Chan.

„Du siehst dir James Bond-Filme an?“, fragte Sam erstaunt.

„Das sind meine Lieblingsfilme“, erklärte Chan todernst. „Doch jetzt, wohin.“
Sam erklärte es ihm.

„Gut, dann werden wir jetzt erst einmal kreuz und quer durch die Stadt fahren und sehen, ob uns jemand folgt.“

Chan lenkte den Wagen mit geübter Hand durch den stockenden Verkehr. Es war Hauptgeschäftszeit und entsprechend chaotisch war der Verkehr. Trotzdem fiel ihnen wenig später der schwarze Ford auf, der immer zwei Wagen hinter ihnen fuhr.

„Er folgt uns“, meinte Sam. „Du musst ihn abhängen.“

„Kein Problem“, sagte Chan.

An der nächsten Ampel schafften sie es, ihn abzuhängen. Als die Ampel auf Rot schaltete gab Chan Gas und überfuhr die Kreuzung. Die behinderten Autos hupten, doch Chan gelang es mit seiner abenteuerlichen Fahrweise jedem Fahrzeug auszuweichen, ohne mit einem von ihnen zusammenzustoßen. Sam konnte nicht verhindern, dass er blass wurde. Krampfhaft hielt er sich am Armaturenbrett fest, denn trotz des Gurtes wurde er vor und zurück geschleudert. Die wütenden Schimpfworte, welche die zu Recht empörten Autofahrer ihnen hinterher riefen, konnten sie zum Glück nicht hören.

„Er hat es nicht geschafft“, erkannte Sam, da er in den Rückspiegel gesehen hatte und bemerkte, dass der Ford von anderen Fahrzeugen eingekeilt zurückblieb. „Was mich bei deiner Fahrweise auch nicht wundert. Hast du den Führerschein im Lotto gewonnen?“

„Nein, von meinem Vater geerbt“, sagte er mit todernst klingender Stimme.

Sam blickte ihn schockiert an, doch dann begriff er, dass Chan versuchte ihn wieder auf den Arm zu nehmen.

Noch zweimal gelang es ihnen mit ähnlichen atemberaubenden Manövern, einen vermeintlichen Verfolger abzuschütteln, dann glauben sie alle abgehängt zu haben. Als sie schließlich die Außenbezirke der Stadt hinter sich ließen, wurde auch der Verkehr weniger und ein Verfolger hatte es schwerer.“

„Wir haben sie alle abgehängt“, sagte Chan schließlich. „Wir können unser eigentliches Ziel ansteuern.“

„Mir fällt auch keiner auf“, stimmte Sam zu. „Riskieren wir es. Wir haben schon genug Zeit verloren. Durch unsere Umwege müssen wir noch die halbe Stadt umfahren, um in die Berge zu kommen.“

Sie blieben auf dem Highway und umfuhren Los Angeles weitläufig. Ein Verfolger fiel ihnen nicht mehr auf. Endlich erreichten sie die Straße hinauf in die Berge. Langsam wurde es schon Mittag und Sam immer ungeduldiger. Was mochte nur geschehen sein? Er machte sich große Sorgen um Mac und Maria. Sam mochte die Freundin seines Vaters und er wollte nicht, dass den beiden etwas zustieß. Maria war die richtige Frau für MacGyver. Sam wünschte sich, dass sein Vater dies endlich einsah und sich vielleicht sogar dazu durchringen konnte, sie zu heiraten. Da durch wäre er gezwungen, sesshaft zu werden und endlich die Finger von solchen gefährlichen Jobs zu lassen. Sam würde mit Pete ein ernstes Wort reden und ihn bitten, in Zukunft seinem Vater keine solchen Aufgaben mehr zu geben.

Die Berge entlang der Straße wurden immer höher und schließlich verschwand auch die Stadt. Natürlich waren das nur die Ausläufer der Rockies, die wirklich hohen Berge begannen erst noch. Trotzdem fühlte sich Sam auf einmal frei und ungezwungen. Er mochte die Stadt nicht, da fühlte er genauso, wie sein Vater.

Die ersten Bäume tauchen links der Straße auf und wurden immer häufiger, bis sie durch einen großen Wald fuhren. Ganz in der Nähe lag der winzige Bergsee mit der Hütte, die MacGyver vor Jahren durch Zufall entdeckt hatte. Die Hütte war halb verfallen gewesen, doch sein Vater erkannte, dass er hier ein kleines Paradies gefunden hatte, in das sie sich bei Bedarf zurückziehen konnten.

Nachdem das Besitzerrecht geklärt war, hatte Mac das kleine Stück Land mit See und Hütte gekauft und die Hütte zusammen Sam renoviert. Sie enthielt alles, was man brauchte, einschließlich Strom. Dieser wurde mit einem kleinen Generator erzeugt. Die Hütte war gemütlich eingerichtet. Ihr Prunkstück war ein großer Kamin, wo man ein knisterndes Feuer entzünden konnte. Der untere Teil der Hütte war ein einziger großer Raum mit integrierter kleiner Küche. Oben hatte Mac zwei Schlafzimmer ausgebaut. Dann gab es noch einen Keller

Sie hatten den Kauf und den Ausbau der Hütte geheim gehalten. Selbst Pete wusste nichts von seiner Existenz. Nun wusste Chan noch davon, doch Sam war sicher, dass er den Mann überreden konnte, ihr Geheimnis zu bewahren. Als Sam ihn darauf hinwies, versprach Chan das auch.

Die Hütte war noch etwa einen Kilometer von ihnen entfernt, als der Baum ihnen den Weg versperrte. Chan konnte den Wagen gerade noch anhalten, um zu vermeiden, dass er mit dem Baum zusammen stieß.

Überrascht stiegen sie aus dem Wagen.

„Wie konnte der Baum einfach umfallen?“, fragte Sam. „Er sieht gesund aus und einen Sturm hatten wir auch nicht.“

Chan umrundete den Baum und kniete sich hin. „Er wurde gefällt.“

„Was?“, Sam ging zu ihm und beugte sich über den Stamm. Äste verdeckten noch die Sicht und schließlich sah er, dass Chan sich nicht irrte. Der Schnitt war sauber und gerade, ohne Zweifel die Spur einer Motorsäge.

Schnell sahen sie sich um, denn der Baumfäller konnte noch in der Nähe sein. Sie bemerkten jedoch niemanden.

„Was machen wir jetzt?“, fragte Chan.

„Vielleicht können wir den Baum beiseite schaffen. Er ist nicht allzu dick. Sonst müssen wir den Rest laufen. Es ist noch etwa einen Kilometer“, schlug Sam vor. „Wir haben in der Hütte eine Motorsäge, damit könnten wir den Baum zerkleinern und aus dem Weg schaffen.“

„In Ordnung.“

Sie versuchten beide den Baumstamm anzuheben. Er war zwar schwer, doch zwei starke Männer konnten ihn gerade so anheben. Sie machten den Weg so weit frei, dass der Wagen passieren konnte.

Sam ging zum Wagen zurück und befand sich etwa zwanzig Meter vor Chan entfernt, als dieser sich nach einem letzten Blick auf den Stamm erhob und Sam nachging. Das rettete sein Leben. Der Schuss hätte ihn sonst ohne Zweifel getötet. So zischte etwas nur Millimeter an seinem Kopf vorbei. Blitzschnell sprang Chan in Deckung.

„Sam!“

Der Ruf hielt Sam auf, und er drehte sich um und bemerkte, dass Chan am Boden lag. „Chan, was ist passiert?“, Sam wollte zu ihm laufen.

Chans Ruf hielt ihn auf. „Geh in Deckung, Sam! Jemand hat gerade auf mich geschossen.“

„Was redest du da für einen Unsinn?“

Doch als auch ihm etwas um die Ohren flog, suchte Sam Deckung hinter dem Auto. Vorsichtig blickte er sich um. Es war niemand zu sehen.

„Der Schütze muss direkt vor dir sein!“, rief Chan.

Sie sahen jedoch niemanden. Doch sobald einer sich aus der Deckung wagte, zischte wieder etwas an ihnen vorbei. Es war jedoch keine Kugel sondern etwas, dass wie ein Laserstrahl aussah.

„Es sind mehrere!“, rief Sam.

Ein höhnisches Gelächter war plötzlich zu hören, und die beiden Männer drehen sich blitzschnell um, doch erneut war niemand zu sehen.

Langsam wurde es Sam unheimlich. Obwohl die Stimme direkt vor ihm erklang, schien sie aus dem Nichts zu kommen, doch er wollte sich nicht einschüchtern lassen.

„Kommen Sie heraus! Oder glauben Sie, Ihre Spezialeffekte erschrecken mich?“

Aus dem Wald traten nun sechs Männer hervor, die fremdartig aussehende Waffen in der Hand trugen und die Mündungen nun drohend auf Sams Deckung richteten. Als auch hinter ihm Männer auftauchten, hielt Sam es für angebracht, keine verdächtige Bewegung zu machen.

Ein siebter Mann kam nun aus dem Wald. Er trug gewöhnliche schwarze Jeans und ein Hemd in gleicher Farbe. Darüber einen langen dunklen Mantel. Er schien schwarz und effektvolle Auftritte zu lieben.

„Wer sind Sie?“, fragte Sam neugierig und musterte das ausdrucksvolle Gesicht seines Gegenübers. Sam schätze sein Alter auf Mitte vierzig. Quer über der Wange zog sich eine Narbe. Die dunklen Augen musterten Sam abschätzend. Unter dem Blick wurde Sam mulmig, doch er ließ sich nichts anmerken. Die langen schwarzen Haare, die der Fremde zu einem Zopf gebunden hatte, passten zu dem düsteren Erscheinungsbild des hoch gewachsenen Mannes.

„Mein Name ist Ashton“, stellte sich der Fremde schließlich vor. „Und Sie sind Sean Angus Malloy-MacGyver.“

Sam war überrascht, dass der Fremde seinen richtigen Namen kannte, denn er ließ sich von allen nur „Sam“ rufen. Dieser Spitzname setze sich aus den Anfangsbuchstaben seiner drei Namen zusammensetzte, also Sam. MacGyver nannte er sich erst, nachdem er herausgefunden hatte, wer sein Vater war.

„Woher kennen Sie mich? Und was soll das alles?“

Der Fremde überging die Frage. „Du wirst mich begleiten und mir deinen Vater und die Hexe ausliefern.“

„Welche Hexe?“, fragte Sam erstaunt.

„Ich spreche von Darcy.“.

„Eine Frau mit diesem Namen kenne ich nicht. Sie müssen mich verwechseln“, entgegnete Sam.

„Nein, diesmal nicht. Deinen Vater haben wir mit jemanden anderen verwechselt, doch da er nun mit Darcy zusammen ist, die ihm sicher alles verraten hat, muss er sterben, genau wie sie.“

„Und ich soll euch helfen, meinen Vater zu töten? Vergesst es!“

Chan lag noch immer in seiner Deckung und wurde kaum beachtet. Nur zwei Männer standen in seiner Nähe und richteten Waffen auf ihn. Das würde ihnen noch Leid tun, denn Chan dachte nicht daran, Sam im Stich zu lassen. Zwar konnte er im Moment nichts tun, doch er konnte fliehen und Hilfe holen.

Seine beiden Wächter wussten nicht, was ihnen geschah. Chan schnellte so schnell aus seiner Deckung hervor, dass sie ihm kaum mit den Augen folgen konnten. Drei, vier schnelle Sprünge, Schläge mit den Beinen und die Männer lagen betäubt am Boden.

So schnell ihn seine Füße trugen lief er davon. Der Weg machte gleich nach einigen Metern eine Biegung und Chan erreichte diese, bevor einer der anderen Männer ihn aufhalten konnte.

„Verfolgt ihn!“, rief Ashtons seinen Männern zu. „Dieser Primitivling darf uns nicht entkommen!“

„Primitivling? Wen meinen Sie damit? Chan ist alles, nur kein Primitivling. Und das werden Sie in Ihrer Arroganz auch noch bemerken“, sagte Sam zu Ashton.

„Du bist ebenfalls ein Primitivling, du Narr! Alle Menschen sind das“, antwortete Ashton in überheblichen Tonfall.

„Du bist doch auch ein Mensch“, meinte Sam.

„Nicht von deiner Art. Meine Nation ist deinem Volk um Jahrmillionen voraus in der Entwicklung“, erklärte Ashton.

„Das verstehe ich nicht“, meinte Sam ehrlich.

„Das brauchst du auch nicht. Leider sind auch meine Männer unfähig. Sie haben deinen Vater mit jemand anderem verwechselt und mir dadurch diese Hexe auf den Hals gehetzt. Andererseits kann ich sie dadurch endlich erledigen“, er wandte sich an seine Männer. „Schafft ihn zur Hütte. Das wird MacGyver und Darcy zur Aufgabe zwingen.“

Ein harter Stoß mit einem Gewehr traf Sam und zwang ihn loszugehen. Der Weg wand sich in Schlangenlinien durch den Wald, bis er schließlich am See enden würde. Sam dachte an Flucht und schätzte seine Chancen ab. Solange die Gewehre auf ihn gerichtet waren, hatte er keine Fluchtmöglichkeit. Doch einen halben Kilometer vor der Hütte fiel der Wald links steil ab. Dort wollte Sam es riskieren.

Da er bisher keinen Versuch gemacht hatte sich zu wehren, nahmen seine Bewacher es nicht mehr so genau mit seiner Bewachung. Vielleicht nahmen sie an, dass er eingeschüchtert war. Da kam der Abhang. Sam sah sich kurz um. Die Waffen waren meist auf den Boden gerichtet, dass war seine einzige Chance.

Mit einem Satz sprang er links in den Wald, der Abhang ging steil nach unten. Sam versuchte seinen Schwung etwas zu bremsen, in dem er sich an einem Baum festzuhalten versuchte. Oben klangen Rufe auf und ein Laserstrahl verfehlte ihn um Haaresbreite. Etwas abgelenkt verlor Sam den Halt und stürzte. Er kollerte den abschüssigen Wald hinunter. Er versuchte sich zusammenzurollen, um sich möglichst wenige Verletzungen zuzuziehen. Trotzdem schlug er hart auf einen kleinen Baumstamm, der aber seinen Sturz aufhielt. Benommen richtete sich Sam auf und versuchte seine Knochen zu ordnen. Er hatte Glück gehabt, außer einigen schmerzhaften Prellungen schien er sich keine ernsthaften Verletzungen zugezogen zu haben.

Ein Strahl schlug in den Baumstamm neben ihm, die Splitter flogen ihm um die Ohren und belehrten ihn, dass es besser war, die Flucht fort zusetzen. Sam lief den Abhang vollends hinunter und hatte schon den Talgrund erreicht, als der Strahl seinen rechten Arm streifte. Es brannte wie die Hölle, doch Sam blieb nicht stehen und lief weiter in den rettenden Wald hinein. Hinter ihm wurden die Stimmen seiner Verfolger leiser. Er schlug sich im weiten Boden durch den Wald und erreichte schließlich von der anderen Seite den See, wo Maria ihn fand.


Fortsetzung folgt
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