BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier
Das Tor in phantastische Welten
FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!


 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 


Die Antiker


Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 8, 9, 10, 11  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Longstory
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 12.12.2007, 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Oh. Die Flucht vor den Verfolgern in der Stadt und anschließnd die Flucht im Wald war gut. Ich hoffe Chan hat überlebt. Er scheint ja ein richtiger Kumpel zu sein.

Warum bezeichnen die Antiker Darcy als Hexe? st sie so etwas wie Morgan laFey?

Und wie lautet Mac's ganzer Name?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Macs ganzer Name lauter Angus MacGyver, das kam aber erst in der letzten Staffel heraus. Und sein Sohn tauchte in der letzten Folge auf.

Nun aber geht es weiter.


Teil 5

Ich sah Darcy an, als mein Sohn seinen Bericht beendet hatte.

„Darcy, es ist nun wirklich an der Zeit, dass wir erfahren, was das alles soll. Mit Ihren geheimnisvollen Bemerkungen, lasse ich mich nicht mehr länger abspeisen.“

„Glauben Sie wirklich, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist? Sie haben doch Sam gehört. Ashton ist hier und wird versuchen uns zu töten. Er hat schwer bewaffnete Männer dabei. Ich habe nur meinen Strahler. Sie sind unbewaffnet, wie ich annehme?“

„Ja, nur meinen Verstand und ein Schweizer Taschenmesser“, erklärte ich. „Maria, was ist mit dir?“

„Ich habe meine kleine Pistole dabei, aber nur zwei Ersatzmagazine. Nicht viel also.“

„Sam?“, fragend blickte ich meinen Sohn an.

„Auch meine Pistole und ein Magazin.“

Als er meinen strafenden Blick sah, meinte er. „Nicht alle sind friedlich, Vater! Ich teile deine Phobie gegen Schusswaffen nicht. Chan wird aber ganz sicher mit Verstärkung zurückkommen. Wir könnten einfach abwarten.“

„Bis dahin wird es zu spät sein“, meinte Darcy. „Und mit euren primitiven Schusswaffen kommt ihr gegen die Waffen von Ashtons Leuten nicht an.“

„Genau das meine ich: primitiv! Noch ist Ashton nicht da. Ich will wissen, mit wem ich es zu tun habe, um ihn einschätzen zu können. Erzählen Sie endlich“, verlangte ich.

Darcy schien einzusehen, dass es an der Zeit war, uns reinen Wein einzuschenken.

Sie begann mit ihrer Erzählung...

Darcys Bericht

„Darcy! Hier ist es!“

Als Darcy den Ruf von Danos, ihrem Chef und Mentor hörte, sah sie auf. Sie war entsetzt, denn das bedeutete, dass wieder einmal großer Schaden angerichtet worden war. Das zerstörte Gebiet konnten sie mit Hilfe eines Satelliten deutlich auf dem riesigen dreidimensionalen Bildschirm betrachten. Man hatte fast das Gefühl, nur den Finger ausstrecken zu müssen, um dort zu sein.

„Wie konnte Ashton das nur machen? Ist er jetzt total verrückt geworden?“, fragte Darcy, doch sie erntete nur ein stummes Kopfschütteln. „Er hat es also entgegen des Befehls des Konzils getan. Damit hat Ashton endgültig die letzte Grenze überschritten. Wie hat er es diesmal gemacht?“

„Er hat sich bei der Phoenix-Foundation eingeschlichen. In einem abgelegenen Labor hat er seine Experimente fortgesetzt“, erklärte Danos.

„Die Phoenix-Foundation lässt sich doch nicht auf Forschungen ein, die Schaden an der Umwelt anrichten können“, meinte Darcy.

„Er konnte die Verantwortlichen über die wahre Art seiner Forschung täuschen. So konnte Ashton ungestört experimentieren.“

„Und das, obwohl frühere Tests auf diesem Gebiet immer zu Katastrophen geführt haben. Es hat jedes Mal Menschenleben gekostet. Deshalb wurde die Forschung doch eingestellt“, sagte Darcy wütend.

„Ashton interessiert das nicht. Er sieht die Menschen sowieso als minderwertig an, die gut geopfert werden können. Zwar konnten wir ihm vor einiger Zeit den Geldhahn zudrehen und ihn so daran hindern, weiter zu machen, doch wie wir nun wissen, leider nur für kurze Zeit. Und er ist weit gefährlicher, als bisher angenommen.“

„Wie das?“

„Unser Geheimdienst hat herausgefunden, dass er sich eine Privatarmee angeschafft hat.“

„Woher hat er das Geld?“

„Das ist uns nicht bekannt, doch die Spur führt zu den Saat Bhai.“

Darcy erstarrte. „Willst du damit sagen, dass er sich den Saat Bhai angeschlossen hat?“

„Zumindest arbeitet er mit ihnen zusammen.“

„Dann müssen wir den Kanzler informieren.“

Danos sah Darcy an. „Weißt du nicht, dass Sheppard der Anführer der Saat Bhai ist?“

„Aber ist das nicht nur pure Verleumdung?“

„Leider nicht. Meine Leute, die ich darauf angesetzt habe, sammelten Hinweise, die eindeutig beweisen, dass Sheppard der berüchtigte Zeus ist.“

„Das kann ich nicht glauben“, sagte Darcy entsetzt. „Das würde ja bedeuten, dass sein Sohn John unschuldig ist.“

„Richtig!“

„Er intrigiert demnach gegen seinen eigenen Sohn?“

„Wieder ja! Und er ging noch weiter. Er hat versucht ihn zu töten. Mit Hilfe treuer Freunde konnte er entkommen. Nun ist er in der alten Stadt unserer Vorfahren relativ sicher.“

„Dahin ist John also verschwunden. Wir haben zusammen studiert, uns dann jedoch aus den Augen verloren. Als diese Gerüchte über seinen Verrat aufkamen, konnte ich es kaum glauben. Sollte unsere Organisation nicht alles tun, um Philipp Sheppard öffentlich bloß zu stellen?“

„Auch daran arbeite ich. Doch wir vergessen ganz, weshalb wir uns trafen.“

Das brachte sie wieder zu Ashton zurück. Wie befürchtet hatte dessen Experiment, einen Übergang in eine andere Dimension zu schaffen, großen Schaden angerichtet. Ashtons Generator hatte sich wieder einmal selbst zerstört und dabei den größten Teil seiner umliegenden Landschaft mit in die Zerstörung gerissen. Darcy und Danos blickten auf zerstörte Gebäude, entwurzelte Bäume und Menschen, die zwischen den Trümmern umhergingen und nach Überlebenden suchten. Darcy wagte sich nicht auszumalen, wie viele Tote es gegeben hatte.

„Dieser Verbrecher! Diesmal müssen wir ihn unschädlich machen“, meinte Darcy. „Zu lange versuche ich schon, ihm ein Verbrechen nachzuweisen. Immer wieder schaffte er es, alle meine Beweise gegen ihn zu vernichten. Einige Zeugen verschwanden spurlos oder änderten urplötzlich ihre Meinung.“

„Um ihn diesmal endgültig zu überführen, musst du aber dorthin gehen“, meinte Danos und zeigte auf den Bildschirm.

„Und wer wird mich begleiten?“

„Du bist meine beste Agentin, Darcy. Ich kann im Moment niemanden sonst entbehren. Begib dich dorthin. Sobald du näheres weißt, melde dich. Dann versuche ich dir Hilfe zu schicken. In ein oder zwei Tagen sollte ich einige Agenten für diese Arbeit bereitstellen können.“

„Das ist viel verlangt“, meinte Darcy, die nicht begeistert war, ohne Hilfe zu operieren. Doch in einem musste sie Danos zustimmen: Sie war die beste Agentin in seiner Organisation, und sie besaß einige Fähigkeiten, welche ihr ihre gefährliche Arbeit sehr erleichterten. Danos hatte einmal gemeint, dass sie sich schon sehr nahe dazu entwickelt hatte, aufsteigen zu können. Doch daran hatte Darcy kein Interesse. Sie liebte die Welt, in der sie lebte, mit all ihren Vergnügungen und Annehmlichkeiten. Selbst die unangenehmen Seiten genoss sie. Das war das Leben. Keine höhere Sphäre konnte ihr das bieten.

Darcy konnte zwar nicht direkt die Gedanken von Menschen lesen, doch sie erahnte immer, was ihr Gegenüber gerade dachte. Und sie konnte die Menschen mit Hilfe dieser Gabe ihren Willen aufzwingen. Die zweite Fähigkeit war die Gabe der Heilung, was sich in ihrem Beruf schon oft als sehr nützlich erwiesen hatte.

Schnell begab sie sich zum Transferpunkt und ließ sich von Danos in die Trümmerlandschaft beamen. Seit die Asgard auf dieser Welt waren, besaßen auch die Arya Varta, wie sich ihr Volk nannte, die Beamtechnologie.

Darcy bemerkte einen Mann, welcher sich durch die Trümmer kämpfte und Untersuchungen anstellte. Sie kannte ihn sofort, auch wenn sie ihm noch nie persönlich begegnet war, und begann sich zu wundern. Was machte General Jack O’Neill hier? Und dazu schien er noch alleine zu sein. Ein bodenloser Leichtsinn. Zwar hatten die Menschen und die Antiker, wie ihr Volk von den Normalen genannt wurde, einen Vertrag abgeschlossen, doch ganz sicher würden die Saat Bhai sich nicht daran halten. Den General in die Hände zu bekommen und ihn umzudrehen, dass würden sie sich auf keinen Fall entgehen lassen. Und dazu kam, dass Ashton sich unter Umständen den Saat Bhai angeschlossen hatte.

Sie beschloss sich zum Schutzengel des Generals zu machen, solange er alleine war. Darcy folgte O’Neill durch die Trümmer wie ein Geist. Ein paar Mal hatte sie das Gefühl, dass der Mann sie bemerkte. Er schien einen guten Instinkt zu haben und zu spüren, dass sie ihn beobachtete, doch sie war eine Meisterin darin, ungesehen zu bleiben.

Sie folgte ihm aus den Trümmern, bis er einen anderen Mann erreichte, der auf ihn wartete. Zu ihrer Überraschung sprach der Wachtmann ihn mit „MacGyver“ an. Was bedeutete das?

Darcy folgte dem Mann in eine Kantine, wo er sich mit den anwesenden Wissenschaftlern unterhielt. In der Kantine herrschte ein großer Betrieb. Angestellte der Foundation, sowie Sanitäter und Helfer gingen ein und aus. So fiel sie nicht weiter auf. Darcy erfuhr, dass ihr Gegenüber zwar wie der General aussah, aber ein Wissenschaftler der Phoenix-Foundation war. Nun war ihr klar, warum er alleine und ohne Leibwächter war.

Sie eilte ihm nach, als sie hörte, dass MacGyver zurück in die Stadt fahren wollte. Der Jeep bot keine großen Versteckmöglichkeiten, doch es standen viele Fahrzeuge auf dem Parkplatz. Für Darcy war es ein Kinderspiel eines davon zu stehlen und den Motor zu starten.

MacGyver schien nicht anzunehmen, dass er verfolgt wurde. Warum auch! Er ahnte nicht, in welcher Gefahr er sein konnte. Am ersten Hotel fuhr MacGyver auf den Parkplatz und ging in das Gebäude. Darcy stellte den Motor ab und stieg aus. Vielleicht brauchte sie das Fahrzeug überhaupt nicht mehr. Sein Besitzer konnte es sich dann hier unbeschadet abholen.

Nachdem Darcy sich davon überzeugt hatte, das der Wissenschafter sich ein Zimmer genommen hatte, machte sie sich daran, die Umgebung zu sichern. Wenn sich noch mehr Agenten der Saat Bhai in der Nähe aufhielten, war MacGyver in Gefahr. Diese würden ihn genauso wie sie, für den General halten. Also beschloss Darcy, ein wachsames Auge auf den Mann zu haben, und sich ihm bei passender Gelegenheit offenbaren. Noch wusste sie nicht, ob MacGyver über das Stargate-Programm Bescheid wusste, denn dies war nur wenigen eingeweihten Personen auf der Erde bekannt.

Sie setzte sich mit Danos in Verbindung und ließ sich von ihm die Akte dieses MacGyver übermitteln. Darcy pfiff durch die Zähne, je länger sie las. MacGyver war kein gewöhnlicher Wissenschafter, mehr ein Mann für alle Fälle, den Peter Thornton immer dann einsetzte, wenn andere nicht mehr weiter kamen.

Darcy hielt mit ihrer Erzählung inne und sah sich in der Hütte um.

„Ich bemerkte die sich anschleichenden Personen und eilte MacGyver zur Hilfe. Den Rest kennt ihr.“

Einen Augenblick herrschte Totenstille. Jeder musste einen Augenblick innehalten, um das Gehörte zu verdauen. Außerirdische, die sich Arya Varta, Saat Bhai oder Antiker nannten, lebten unerkannt auf der Erde, mitten unter den Menschen.

„Nein, wir sind keine Außerirdischen im groben Sinne.“

Schnell erklärte Darcy uns, was und wer die Antiker waren. Das verwirrte alle Zuhörer noch mehr.

„Und was ist das Stargate?“, wollte ich wissen.

„Das ist ein technisches Gerät, ein runder Ring mit dem man ein Wurmloch aufbauen kann. Geht man hindurch, befindet man sich auf einem anderen Planeten. Meine Vorfahren haben diese Tore vor Jahrmillionen gebaut und auf vielen Planeten in der Galaxis verteilt.“


Washington D.C
Sitz der Erdverteidigung

General Jack O’Neill ließ die Akte sinken, die er gerade in der Hand hielt. Man hatte ihm diese zugeschickt, weil sie ihn auch persönlich betraf. Erneut nahm er das Blatt mit dem Bild des Mannes in die Hand. Die Ähnlichkeit war wirklich verblüffend, auch wenn dieser MacGyver laut seiner Akte drei Jahre jünger als er war. War es möglich, dass er ein bisher nicht bekannter Verwandter von ihm war? Oder war die Ähnlichkeit rein zufällig? Angeblich sollte ja jeder Mensch irgendwo auf der Welt einen Doppelgänger besitzen.

Seit er diese Akte vor sich liegen hatte, zerbrach er sich den Kopf deswegen. Es würde auf jeden Fall interessant sein, den Mann kennen zu lernen.

Entschlossen drückte Jack auf den Kopf der Sprechanlage, die ihn mit seinem Vorzimmer verband. Als sein Assistent sich meldete, sagte er: „Toni, bitte verbinden Sie mich mit General Landry vom Stargate-Center.“

„Sofort, Sir!“

Gleich darauf hörte er Landrys Stimme überlaut an seinem Ohr. „Hallo, Jack, alter Junge! Wie geht es dir?“

„Danke gut, Hank.“

Sie tauschten noch ein paar Höflichkeiten aus, bis Jack auf den Punkt kam. „Ich lese gerade diese Akte über den neuen Einsatz von SG-1.“

„Ach ja! Dieser Wissenschaftler von der Phoenix-Foundation, der dir so ähnlich sieht. Sag mal, ist das ein Verwandter von dir?“

„Keine Ahnung! Bisher ist mir nicht bekannt, dass ich mit jemanden verwandt sein könnte, der MacGyver heißt. Hört sich schottisch an, meine Vorfahren kamen aus Irland. Wahrscheinlich ist das nur Zufall. Trotzdem bin ich sehr daran interessiert, den guten Mann kennen zu lernen. Hast du etwas von SG-1 gehört?“

„Nein, leider nicht! Aber dieser MacGyver hat sich da ganz schön in die Nesseln gesetzt. Und wenn ich so seine Akte lese, ist das ganz normal für ihn. Weißt du, er muss einfach mit dir verwandt sein.“

Jack verzog sein Gesicht zu einer Grimasse, was Landry natürlich nicht sehen konnte. „Ha, ha! Wirklich komisch, Hank. Was ist jetzt mit SG-1?“

„Das letzte, was ich von ihnen gehört habe ist, dass sie diesem MacGyver auf der Spur sind. Jemand scheint ihn mit dir verwechselt zu haben. Und Carter meldete, dass das Experiment tatsächlich auf die Antiker zurückgeht. SG-1 verfolgt ihn in die Berge. Er scheint Hilfe bekommen zu haben. Ich habe mich mit den Arya Varta in Verbindung gesetzt und sie sagten mir, dass die Frau eine ihrer Agentinnen ist. Doch sie können keine Verbindung mit ihr aufnehmen. Deshalb wollen sie Verstärkung zu ihr geschickt. Und ich werde dasselbe machen und SG-1 Hilfe schicken.“

„Sehr gut! Wenn sie ihn haben, lass MacGyver bitte zum Stargate-Center bringen“, verlangte Jack.

„Habe ich schon veranlasst.“

„Hm, ich werde zu dir kommen. Die Ankunft will ich auf keinen Fall versäumen“, meinte O’Neill.

„Du bist in Washington.“

„Na und? Die Odyssee ist im Erdorbit und kann mich hoch beamen und dann wieder zu dir runter.“

„Na schön, ich erwarte dich.“

„Hoffentlich rollst du dann den roten Teppich aus.“

„Für dich immer, Jack“, sagte Landry.

Nachdem Jack den Hörer aufgelegt hatte, besprach er mit seinem Assistenten die weitere Vorgehungsweise. Er ließ alle anstehenden Termine absagen. Dann setzte er sich mit der Odyssee in Verbindung. Schon zwei Stunden später befand er sich im SGC, um dort die Entwicklung der Dinge zu verfolgen.

In den Bergen

Nachdem uns Darcy die Geschichte der Antiker im Allgemeinen, und denen auf der Erde erzählt hatte, waren wir erst einmal sprachlos. Besonders die Existenz eines Sternentores erregte mein Interesse. Ich wusste, dass man über die Existenz von Wurmlöchern schon lange nachdachte und auch Versuche unternommen hatte, diese zu beweisen. Dass es aber schon längst Realität sein sollte, faszinierte mich auf das Äußerste.

Des Weiteren weckte dieser General der Airforce, der mir äußerlich sehr ähnlich sein sollte, meine Neugierde. Doch jetzt galt es erst einmal die aktuelle Situation zu meistern. Wir mussten aus dieser Falle entkommen.

Ashton war uns mit seinen Männern zahlenmäßig überlegen. Und nicht einmal Darcys Möglichkeiten konnten das ausgleichen. Die Waffen, die sie besaß, hatte auch der Feind. So blieb nur die Waffe übrig, die mir schon immer aus jeder Gefahr geholfen hatte: meinen Verstand.

Vor kurzem hatte uns ein Donnerschlag aufgeschreckt, doch keiner von uns wusste, was das gewesen sein konnte. Es hatte sich fast wie eine Explosion angehört.

Sam und Maria sahen mich auch schon auffordernd an. „Und?“

„Was und?“, fragte ich zurück.

„Du hast doch sicher schon eine Idee, Vater.“

Dies war keine Frage sondern eine Feststellung. Ich seufzte innerlich. Immer ich! Warum ließen sich nicht auch die anderen einmal etwas einfallen.

Darcy hatte die Blicke bemerkt und sah sich in der Runde um.

„Meinem Vater wird etwas einfallen. Das ist immer so.“

Zu gerne würde ich Sams Zuversicht teilen. Noch hatte ich nämlich keine Ahnung, wie ich vorgehen wollte. Das durfte ich den anderen jedoch nicht zeigen. Also musste ich erst einmal sehen, was da war. So ging ich durch die Hütte und sah in jede Schublade und in jeden Schrank. Sogar in den Keller sah ich.

„Was macht er denn da?“, fragte Darcy erstaunt, die mich noch nie in Aktion gesehen hatte.

„Er setzt die Waffe ein, die er immer dabei hat“, sagte Maria.

„Ich sehe keine Waffe“, meinte Darcy.

„Das glaube ich dir gerne. Mac lehnt Schusswaffen jeder Art prinzipiell ab“, erklärte Sam.

„Und was für eine Waffe bleibt dann übrig?“

„Seinen Verstand! Er wird sich etwas einfallen lassen“, sagte Maria.

Und in der Tat! Da reifte tatsächlich eine Idee in meinem Kopf heran. Ich blickte jeden in der Hütte an.

„Da seht ihr! Den Blick kenne ich“, meinte Sam.

Auf der Straße

Mitchell trat blitzschnell auf die Bremse des großen Geländewagens. Die anderen waren nicht darauf vorbereitet und wurden nach vorne geschleudert. Darauf nahm der Colonel jedoch keine Rücksicht. Kaum hielt der Wagen, da stieß er auch schon die Tür auf und lief dem Mann entgegen.

„Sie müssen mir helfen“, sagte der Unbekannte. „Freunde von mir sind in Gefahr. Wir fuhren in die Berge, als wir überfallen wurden. Meinen Freund haben sie mitgenommen, mir gelang im letzten Moment die Flucht.“

„Ganz langsam, Freund! Erzählen Sie, was passiert ist.“

„Mein Name ist Chan“, sein Blick blieb auf den vieren haften, denn Sam, Teal’c und Daniel hatten sich zu Cameron gesellt. „Sie sind von der Airforce?“

„Ja“, sagte Mitchell, denn das war ja nicht zu übersehen, weil sie Uniform trugen. Er stellte sich und seine Begleiter vor.

„Das ist gut. Ich weiß nicht, was hier vorgeht, aber es ist definitiv nichts Herkömmliches.“

Schnell erzählte Chan ihnen, was passiert war.

Überrascht blickte Mitchell den Mann an, der sich inzwischen etwas erholt hatte. „Wir suchen MacGyver und seine Begleiterin ebenfalls.“

„Dann wissen Sie, was los ist?“, fragte Chan neugierig.

„Ja, aber das ist geheim. Wir dürfen nicht darüber reden.“

„Wie gewöhnlich! Nun, gut, dann helfen Sie wenigstens meinem Freund und seinem Vater.“

„Deshalb sind wir hergekommen“, sagte Sam.

„Wenn Sie erlauben komme ich mit.“

„Das ist keine gute Idee“, meinte Sam.

„Sie können mich nicht aufhalten, Colonel. Ich werde auf keinen Fall zurückbleiben, sondern Ihnen wenn nötig alleine folgen.“

Sam sah den großen Mann böse an, begriff aber, dass er es wohl ernst meinte. Schade, dass sie keine Zat dabei hatte. Eine Betäubungswaffe wäre jetzt nützlich gewesen. Sie konnte ihn ja schlecht niederschießen.

„Na schön, doch Sie halten sich im Hintergrund.“

Cameron sah sie an. „Wir sollten Hilfe vom SGC holen. Wenn hier die … Terroristen sind, können wir das nicht alleine schaffen.“

Chan war klar, dass der Colonel etwas anderes als Terroristen hatte sagen wollen, doch wenn es hier um eine Geheimsache ging, sollte er wohl nichts davon mitbekommen. Allerdings war das unvermeidbar, wenn er die Soldaten begleitete.

Mitchell holte sein Handy heraus und rief das SGC, doch er bekam keine Verbindung. Er schüttelte das Gerät, doch auch so funktionierte es nicht. Auch Carter und Jacksons Bemühungen waren zwecklos.

„Etwas stört den Empfang“, meinte Sam.

„Das sind sie“, sagte Mitchell. „Sie wollen verhindern, dass MacGyver oder seine Begleiterin Hilfe anfordern können.“

„Können sie das?“, fragte Chan erstaunt.

„Oh ja! Sie können noch viel mehr“, Jackson verstummte, als er Mitchells bösen Blick bemerkte und begriff, dass er schon zuviel gesagt hatte.

„Dann bleibt uns nichts anderes übrig, als es alleine zu versuchen“, meinte Sam.

„Das ist korrekt“, fügte Teal’c hinzu.

Chan blickte den dunkelhäutigen Hünen beeindruckt an. Er hatte noch nichts gesagt, doch seinem durchdringenden Blick schien nichts zu entgehen. Und ein Blick aus seinen Augen würde jeden zum Verstummen bringen. Chan wollte ihn nicht zum Gegner haben.

Sie stiegen zurück in das Auto und fuhren weiter den Berg hinauf. Nach nur einem Kilometer hielt Cameron den Wagen an. Vor ihnen breitete sich dichter Nebel aus und er schien aus dem Nichts zu kommen. Ein Werk der Antiker? Ihn schauderte, doch es half nichts. Langsam fuhr er wieder an, direkt auf den unheimlichen Nebel zu.

„Riecht ihr das auch?“, fragte Carter, die das Autofenster etwas herunter gedreht hatte.

Cameron schnüffelt und meinte: „Das muss der Nebel sein.“

„Wie kann ein Nebel riechen?“, fragte Carter und schloss schnell das Fenster neben ihr.

„Das ist kein natürlicher Nebel“, fügte Daniel hinzu.

Carter hatte eine Karte auf den Knien und studierte sie. „Wir müssen schon nahe der Hütte sein.“

Da klangen Schüsse auf. Cameron gab Gas und fuhr so schnell er konnte durch diesen seltsamen Nebel.


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 13.12.2007, 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Oke macGyver setzt seine und des Menschen beste Waffe ein. Verstand. Das kann ja heiter werden. Was er da wohl anfängt zu basteln?

Und Chan ist zu Sg1 gestoßen...Mitchell ist wie immer militärisch und DAniel hätte sich fast verplappert...scheint in jeden universum so zu sein....*grins*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 14.12.2007, 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Was MacGyver bastelt erfährst du jetzt. Und richtig, Daniel ist eben in jedem Universum nervig Lachen

Es geht weiter.

Teil 6

In der Hütte

„Was hast du vor?“, fragte Sam.

Ich sah meinen Sohn grinsend an. „Wir produzieren Nebel. In seinem Schutz flüchten wir. Allerdings müssen die Angreifer vorher in die Nähe der Hütte kommen.“

„Wie willst du Nebel machen?“, fragte Maria neugierig.

Ich hatte alles im Raum durchsucht, einschließlich des kleinen Kellers in dem ein großes Fass mit Salzsäure lagerte. Ich hatte mich oft gefragt, was der Vorbesitzer der Hütte damit gemacht hatte. Wie oft hatte ich es entsorgen wollen, doch immer war etwas dazwischen gekommen. Nun stellte sich das als großes Glück heraus.

In einem anderen Schrank bewahrte ich Ammoniak auf. Jedes für sich war gefährlich für Menschen. Mischte man sie jedoch zusammen neutralisierten sie sich und produzierten einen schönen chemischen Nebel. Allerdings war dieser Nebel nicht ungefährlich, und der Geruch mehr als unangenehm. Der Rauch brannte in den Augen und ihn einzuatmen, war auch nicht ratsam.

Doch dieser Gefahr konnte ich abhelfen. Schnell holte ich aus einem Schrank Atemmasken heraus. Solche bewahrte ich immer in der Hütte auf. Ich gab jedem eine davon. Es waren keine aufwendigen Masken, aber sie würden ihren Zweck erfüllen.

„Wenn der Rauch aufsteigt, zieht die Masken über. Der Wind kommt genau aus der richtigen Richtung. Er wird den Nebel die Straße hinunter treiben. Unsere Angreifer werden dem Nebel ungeschützt ausgesetzt sein und erst einmal fast blind werden. Das sollte uns genug Zeit geben, um eines der Autos zu erreichen.“

„Du hast uns immer noch nicht verraten, wie du Nebel herzaubern willst, Mac. Sieh nach draußen! Es ist strahlend blauer Himmel“, sagte Maria.

„Kommt mit!“

Ich führte sie zusammen nach unten und zeigte ihnen das Fass.

„Du bist verrückt! Das ist das Fass mit Salzsäure“, meinte Sam und sah mich an, als hätte ich den Verstand verloren.

„Es ist genau das, was wir brauchen. Kommt, fasst mit an! Wir bringen es nach oben.“

Gemeinsam umfassten wir das Fass. „Seid vorsichtig!“, ermahnte ich sie unnötigerweise. „Wie Sam so schön sagte: es enthält Salzsäure.“

„Du hast uns immer noch nicht verraten, was du damit machen will“, sagte Maria und blickte mich fragend an.

„Nebel machen, Schatz“, erklärte ich lächelnd.

Gemeinsam schafften wir es, dass Fass die Treppe hinauf zu tragen, ohne das etwas heraustropfte. Oben stellten wir es in der Nähe der Türe ab. Dann holte ich den großen Ammoniak-Behälter und stellte ihn daneben.

„Sam, behalte die Gegend im Auge. Wenn sie angreifen, müssen wir bereit sein. Vorher kann ich das Ammoniak und die Säure nicht vermischen. Ich brauche ein paar große Behälter, am besten Blecheimer.“

Auch davon waren in der Küche und in einem Abstellraum welche da. Diese stellten wir neben die beiden Behälter. Dann warteten wir.

Lange mussten wir nicht warten.

„Sie kommen“, sagte Sam, der die Umgebung der Hütte nicht aus den Augen gelassen hatte.

Inzwischen hatte ich mir dicke Handschuhe angezogen. „Zieht die Masken über. Es ist soweit. Ich öffne die Türe, ihr gebt mir Feuerschutz, damit ich die gefüllten Eimer ausleeren kann.“

„Kommt heraus!“, hörten wir eine laute Stimme rufen. „Dann lassen wir euch am Leben.“

„Das ist Ashton“, sagte Darcy. Die Antikerin hatte bisher nicht viel gesagt. Sie hatte nur zugesehen und sich sicher über meine Idee gewundert. „Er lügt und wird uns alle töten, wenn wir auf seinen Vorschlag eingehen.“

Daran zweifelte ich keine Sekunde und machte mich unverzüglich an die nicht ungefährliche Arbeit. Nachdem ich mir meine Maske aufgesetzt und die Handschuhe übergezogen hatte, goss ich erst das Ammoniak in die vier Eimer und dann ganz vorsichtig die Salzsäure. Es zischte und dann fingen die Eimer an zu rauchen.

„Sam, öffne die Tür“, forderte ich meinen Sohn auf.

Schnell öffnete Sam die Tür und ich griff mir den ersten Eimer und leerte ihn die Straße hinunter aus. Sofort zog Rauch auf, aber auch die ersten Schüsse zischten an mir vorbei. Dies geschah lautlos, denn die Angreifer verwendeten wieder diese Laserwaffen. Gleichzeitig mit dem Rauch kam ein unangenehm riechender und beißender Geruch auf.

Sam, Maria und Darcy erschienen in der Tür und erwiderten das Feuer. So schnell ich konnte, leerte ich auch die übrigen Eimer aus und hoffte, dass es genug Nebel war. Doch ich brauchte mir keine Sorgen zu machen. Eine große Nebelwand zog die Straße hinunter. Sie war groß genug, um auch die umliegenden Bäume zu bedecken. Der beißende Geruch wurde stärker. Wir hörten Menschen fluchen, Husten und jemand schrie Befehle.

„Da hast du ja einen betörenden Geruch produziert“, meinte Darcy sarkastisch neben mir, während sie weiter in den Nebel schoss, ohne aber im Grunde jemanden sehen zu können. Auch sie verwendete eine dieser Strahlenwaffen.

Maria war inzwischen bei ihrem Auto angekommen, doch es sprang nicht an. Auch der Wagen, mit dem wir gekommen waren, lief nicht.

„Ashton hat sie unbrauchbar gemacht!“, rief ich enttäuscht. „Lauft los! Wir fliehen zu Fuß. Vielleicht gibt der Nebel uns genug Schutz.“

Insgeheim bezweifelte ich das, denn ich hatte fest damit gerechnet, mit einem der Autos fliehen zu können.

Die Straße führte steil nach unten. Nicht weit weg machte sie eine Biegung. Erreichten wir diese, waren wir erst einmal außer Reichweite. Und vielleicht hatte Ashtons Männer unsere Flucht gar nicht bemerkt. Noch immer zog der Nebel nach unten. Die Menge war größer gewesen, als ich angenommen hatte. Das gab uns eine winzige Chance, doch noch unseren Verfolgern zu entkommen. Aufgeben würden weder sie noch wir.

„Lasst sie nicht entkommen!“, hörten wir da auch schon Ashtons wuterfüllte Stimme hinter uns erklingen, was uns noch zu größerer Geschwindigkeit anspornte.

„Vor uns ist ein Auto!“, hörte ich Darcy neben mir sagen.

Sehen konnte ich sie nicht, der Nebel war zu dicht. Auch wir mussten jetzt husten und der chemische Nebel brannte trotz der Atemmasken in den Augen, so dass wir kaum noch etwas sehen konnten. Hinter uns hörten wir das Keuchen unserer Verfolger. Sie waren uns dicht auf den Fersen. Doch dann hörte auch ich den Motor. Bekam Ashton Verstärkung?

Das Auto tauchte wie ein großes Gespenst aus dem Nebel auf. Es hätte mich fast überfahren. In letzter Sekunde konnte ich einen Schritt zur Seite machen. Die Türen des großen Wagens sprangen auf und drei Gestalten sprangen heraus.

Ich hörte eine Stimme an meinem Ohr: „Keine Bewegung!“

Eine kräftige Hand packte mich und ich blickte in das grimmige Gesicht eines dunkelhäutigen Mannes, der aber auch mit den Auswirkungen des chemischen Nebels zu kämpfen hatte.

Eine zweite Gestalt tauchte neben mir auf und ich blickte in rot unterlaufene Augen. Gleichzeitig zog mir jemand die Maske vom Gesicht. „Das ist er, Teal’c!“

Die Stimme einer Frau.

„Schnell in den Wagen, Mr. MacGyver! Wir sind Freunde!“

Ich hörte Schüsse dicht neben mir und eine dritte Stimme sagte: „Beeilt euch! Sie sind da!“

Die hintere Tür des Geländewagens öffnete sich und der Dunkelhäutige zog mich in den Wagen. Seiner Kraft konnte ich nichts entgegensetzen. Neben mir erschienen Darcy, Sam und Maria. Und zu meiner Überraschung sah ich auch Chan im Wagen sitzen, der groß genug war, um uns allen zusammen Platz zu bieten.

„Ich habe Hilfe geholt“, sagte Chan, als er meinen erstaunten Blick bemerkte.

Der Wagen fuhr an und schoss den Berg hinunter. Der Nebel lichtete sich und wir sahen viele Fahrzeuge, die quer über der Straße standen und uns den Weg versperrten.

„Hier spricht die Airforce! Steigen Sie aus dem Wagen und nehmen Sie die Hände hoch. Andernfalls eröffnen wir das Feuer!“

Unser Wagen hielt an und unsere Retter stiegen zusammen mit uns aus dem Wagen. Soldaten eilten auf uns zu und ich sah, wie unser Fahrer mit ihnen sprach und ihnen einen Ausweis zeigte. Darauf hin wurden die Waffen, die auf uns gerichtet waren gesenkt.

Die Frau mit den kurzen blonden Haaren und der Fahrer kamen zu uns.

„Sind Sie alle in Ordnung?“, fragte der Fahrer.

„Ja“, antworte ich und sah meine Begleiter an, die alle zustimmend nickten.

„Ich bin Colonel Cameron Mitchell“, stellte sich der Fahrer vor. „Das sind Colonel Samantha Carter und Teal’c. Und Sie sind Angus MacGyver?“

Es passte mir gar nicht, dass der Mann meinen von mir ungeliebten Vornamen wusste, doch ich nickte zustimmend. Der Blick, den mir alle umstehenden zuwarfen, entging mir keineswegs. Neugierde, Unglauben und Verwunderung glaubte ich in ihnen zu lesen.

„Nennen Sie mich einfach MacGyver“, sagte ich deshalb. „Das sind Maria Romburg, mein Sohn Sam und Miss Darcy Trelaine. Obwohl ich mich für Ihre Rettung bedanken muss, wundere ich mich doch, was die Airforce hier macht.“

„Wir vier haben Sie gesucht. Unsere Suche führte uns hierher, und unterwegs trafen wir auf Mr. Chan. Er erzählte uns, was passiert ist. Wo diese Soldaten herkommen, weiß ich auch nicht, aber ich nehme an, unser Boss hat sie geschickt“, sagte Sam Carter.

Einer der Soldaten kam zu uns und wandte sich an die beiden Colonels. „Ich bin Major Simmons und leite diesen Einsatz. General Landry hat uns geschickt, als der Kontakt mit Ihnen abbrach.“

„Dann müssen wir wohl dem General danken“, sagte Carter.

„Ich habe Soldaten den Berg hinaufgeschickt, doch noch immer ist kein Funkkontakt möglich“, sagte Simmons. „Und woher kommt der Nebel?“

„Den habe ich verursacht“, sagte ich.

Der Major und unsere vier Retter sahen mich erstaunt an. Wieder bemerkte ich diesen seltsamen Blick.

„Wie?“

„Salzsäure und Ammoniak“, sagte ich.

„Ah! Ich verstehe“, sagte Colonel Carter. Sie lächelte mich an. „Zusammen ergibt dies einen chemischen Nebel.“

„Sehr richtig“, bestätigte ich. „Colonel Carter, warum sehen mich alle so seltsam an?“
Carters Lächeln verstärkte sich. „Weil Sie jemanden sehr ähnlich sehen, den die meisten hier kennen.“

„Diesem General O’Neill, von dem mir Darcy erzählt hat?“

„Ja“, Carter wandte sich an Darcy. „Gehören Sie zu den Arya Varta, Miss Trelaine?“

„In der Tat“, sagte Darcy.

„Was haben Sie Ihnen erzählt?“

„Alles, Colonel.“

Carter blickte uns alle nachdenklich an. „Dann muss ich Sie vier bitten, uns zu begleiten. Wir werden Ihnen etwas zeigen, danach müssen Sie uns versprechen, niemanden davon zu erzählen.“

„Hm, das kann ich nicht ohne weiteres machen.“

„Warten Sie ab“, sagte Carter in geheimnisvollem Ton zu mir.

„Sie meinen das Sternentor und die Außerirdischen?“, vermutete ich.

„Ja, genau.“

„Na schön! Aber dann möchte ich wenigstens Pete anrufen und ihm sagen, dass es uns gut geht. Er macht sich sicher Sorgen um uns.“

„In Ordnung, sonst aber nichts“, sagte Carter.

Major Simmons kam erneut zu uns. „Meine Leute haben das ganze Gebiet durchkämmt, aber niemanden gefunden. Die Funkgeräte funktionieren wieder. Und sie haben ein abgestürztes kleines Raumboot gefunden, aber keine Toten. Wissen Sie etwas darüber?“

„Nein, aber dann ist Ashton erneut entkommen“, meinte Darcy wütend. „Wir werden sicher noch von ihm hören.“

„Landry sagte mir, dass Kimura auch Hilfe schicken wollte. Vielleicht war das ein Raumschiff von ihm und die Saat Bhai haben es herunter geholt“, meinte Mitchell.

„Wo sind dann die Leute?“, wollte Darcy besorgt wissen, denn schließlich konnten es Freunde von ihr sein.

„Wie gesagt, wir haben niemanden gefunden“, antwortete Simmons.

Ich holte mein Handy heraus und rief Pete an, der sehr erleichtert war zu hören, dass es uns allen gut ging.

„Wir müssen die Airforce begleiten, Pete. Sie haben einige Fragen an uns. Sobald wir fertig sind, melden wir uns wieder.“

„In Ordnung, Mac! Ich bin froh, dass euch nichts passiert ist.“

Schnell beendete ich das Gespräch und wandte mich an Carter. „Wir sind fertig. Wohin?“

„Eine große Überraschung! Odyssee, wir sind bereit.“

Ein Prickeln durchzog meinen Körper und im nächsten Augenblick befanden wir uns an einem ganz anderen Ort. Überrascht blickte ich mich um. Ich stand in einem Raum, der aussah wie die Kommandostelle eines Schiffes oder eines U-Bootes.

„Willkommen an Bord meines Schiffes, ich bin Colonel Emerson, der Commander der Odyssee“, begrüßte uns ein lächelnder Mann, der in einem bequem aussehenden Sessel saß.

„Wo sind wir?“, fragte ich den Colonel ganz perplex.

„Vater!“

Sam hatte meinen Arm gepackt und drehte mich herum. Ein großes Fenster nahm die ganze vordere Seite des Raumes ein und unter uns …!

Sprachlos blickte ich auf die Kugel, die sich unter uns drehte: die Erde!

Das Schiff war ein Raumschiff!

Ehrfurchtsvoll sah ich nach unten. Etwas so schönes hatte ich noch nie gesehen. Zwar hatte man die Erde schon oft im TV ansehen können, aber sie mit eigenen Augen in Natura zu erblicken, war etwas ganz anderes.

Auch Maria, Chan und Sam sahen ganz ergriffen aus. Nur für Darcy schien dies nichts Ungewöhnliches zu sein. Doch sie war Mitglied eines Volkes, für das der Flug zwischen den Sternen alltäglich zu sein schien.

Ich drehte mich herum und blickte Colonel Emerson an. „Wie haben Sie uns so schnell heraufgeholt?“

„Mit Hilfe eines Energiestrahls“, klärte mich der Colonel auf. „Ich weiß, dies muss sehr beunruhigend für Sie alle sein.“

„Star Trek“, meinte ich nur, denn mehr fiel mir für den Moment nicht ein.

„Richtig“, bestätigte Emerson mit einem hintergründigen Lächeln.

Noch immer konnte ich es nicht richtig fassen. „Und wem gehört dieses fantastische Raumschiff.“

„Der Airforce, bzw. der Erde, Mr. MacGyver“, informierte mich der Colonel.

Der Commander erhob sich aus seinem Sessel und trat neben uns an das Fenster. Er sah uns drei der Reihe nach an.

„Das ist auch für mich immer noch ein unbeschreiblicher Anblick. Für Sie, Ihren Sohn und Miss Romburg muss dies wirklich unbeschreiblich sein. Doch ich versichere Ihnen, dass wir nur die Interesse aller Völker der Erde im Sinn haben.“

Inzwischen hatte ich meine größte Überraschung überwunden. Sofort erwachte in mir der Wissenschaftler. „Das ist kein Fenster, oder?“

„Nein, ein Schutzschild. Glas würde den Druck und unsere Geschwindigkeit nicht aushalten. Sie brauchen keine Angst zu haben, es ist vollkommen sicher.“

„Wer sagte, dass wir Angst hätten?“, fragte ich.

„Am besten Sie lassen uns ins SGC beamen, Colonel“, sagte Mitchell jetzt, der neben uns getreten war. „Dort wird es Ihnen genau erklärt werden.“

„In Ordnung. Vielleicht sehen wir uns wieder.“

Emerson gab ein Zeichen und im nächsten Augenblick befanden wir uns in einem anderen großen Raum, diesmal ohne Fenster. Zwei Männer saßen an einem langen Tisch und blickten uns neugierig an.

Ich glaubte im ersten Augenblick meinen Augen nicht zu trauen. Kein Wunder, dass alle mich so angeschaut hatten. Vor mir saß mein Ebenbild. Nur die Haare waren kürzer und etwas grauer, als meine eigenen Haare.

Der Mann erhob sich. In seinen Augen erkannte ich die gleiche Überraschung.

„Colonel Jack O’Neill“, sagte er nach einem Augenblick der Stille.

„MacGyver“, war alles, was ich hervor brachte.

Mein Sohn blickte von einem zum anderen. „Und du bist sicher, keinen Bruder zu haben, Vater?“

O’Neill blickte den jungen Mann neben MacGyver an. In der Zeit seiner Anwesenheit im SGC hatte er angestrengt nachgedacht. Eine schon längst vergessene Erinnerung war wieder da. Seine Mutter hatte ihm einmal erzählt, dass sie einen Bruder besaß, den sie nie gesehen hatte. Dieser Bruder war der Sohn ihres Vaters aus erster Ehe und niemand wusste, was aus ihm geworden war. War es möglich, dass MacGyver ein Nachkomme dieses Bruders seiner Mutter war? In diesem Fall wäre MacGyver sein Vetter. Dies würde auch die Ähnlichkeit erklären.

„Man hat mich über alles informiert. Ich freue mich, dass Sie und ihre Familie gesund aus dem Schlamassel gekommen sind. Es tut mir leid, dass Sie durch mich da rein geraten sind. Dieser Ashton hatte es auf mich abgesehen“, sagte O’Neill.“

„Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, General. Es ist nicht das erste Mal, dass ich in so einer Situation war.“

Jack lachte und so grinste ich zurück. Der General benahm sich nicht wie die üblichen Militärs. Vielleicht war doch etwas dran an unserer Verwandtschaft. Auf jeden Fall würde ich es gerne herausfinden.

Die nächste Stunde verbrachten wir damit, uns jeweils über alles zu informieren, was wir erlebt hatten. Dann zeigte man uns Aufzeichnungen über die Antiker, die Goa’uld und was es noch alles für Außerirdische in diesem Universum gab. Es war einfach ungeheuerlich!

Als letztes durften wir das Stargate besichtigen. Es war ein großer riesiger Ring, der ganz unten im Cheyenneberg in Colorado stand, wo wir uns aufhielten, wie man uns gesagt hatte. Norad befand sich auch darin. Die nächste Stadt war Colorado Springs.
„Wisst ihr eigentlich, dass dies die Stadt von Dr. Quinn ist?“, fragte ich zum Scherz.

„Wie bitte?“

Fragende Blicke trafen mich von allen Seiten.

„Kennt von euch niemand diese Fernsehserie?“, fragte ich, denn selbst fand ich diese schon etwas ältere Serie als sehr gelungen. „Vergesst es“, meinte ich dann grinsend.

Als ich schließlich in aller Ruhe das Tor betrachtete, wünschte ich mir, einmal hindurch zu gehen.

O’Neill sah es mir wohl an. Vielleicht hatte er sogar darauf spekuliert, da er uns so freizügig durch diese äußerst geheime Anlage geführt hatte. „Würden Sie da gerne hindurch gehen.“

Verblüfft sah ich den General an. „Kann ich?“

„Ich werde sehen, was ich machen kann. Wir sind hier fertig, ich würde mich gerne mit Ihnen alleine unterhalten.“

Das konnte ich mir gut denken, denn ich hatte dasselbe Anliegen.

Montana
Landsitz der Sheppards

Philipp Sheppard sah den Mann vor sich an. Ashton gehörte noch nicht so lange zu seiner Anhängerschaft, doch er hatte sich als sehr nützlich erwiesen. Seine Erfindungen und seine Kontakte waren Gold wert. Doch diesmal schien etwas schief gegangen zu sein.

„Was ist passiert?“
„Das Experiment hat sich leider wieder als Fehlschlag erwiesen, Mr. Sheppard. Zwar gelang es mir, das Tor zu einer anderen Dimension zu öffnen, doch dann ist der Konverter kollabiert.“

„Und hat dabei das halbe Tal zerstört. Es sind Menschen umgekommen“, sagte Sheppard ärgerlich. Nicht, dass ihm das etwas ausmachte, aber es erregte zu viel Aufmerksamkeit der Medien.

„Es waren nur Normale“, sagte Ashton verächtlich.

„Die Medien sind schon darauf aufmerksam geworden. Und im Moment kann ich mir keine allzu große Aufmerksamkeit leisten. Doch vielleicht können wir noch etwas Nützliches daraus basteln. Ich werde den zutreffenden Stellen gefälschte Beweise zukommen lassen. Es wird nach einem weiteren Terroranschlag aussehen. Doch das ist nicht alles, oder?“

„Nein, leider ging noch mehr schief. Meine Leute erzählten mir, dass sich General Jack O’Neill unbewacht auf dem Gelände aufhält. Ich dachte mir, dass wir uns diese Gelegenheit seiner Habhaft zu werden, nicht entgehen lassen können.“

„Es wäre in der Tat hilfreich gewesen, dieses lästige Halbblut auf unserer Seite zu wissen. Mittel und Wege, um ihn umzudrehen, haben wir genug. Doch es ging ebenfalls schief?“

„Es war nicht General O’Neill. Der Mann war ein Wissenschaftler der Phoenix-Foundation, welcher dem General nur ähnlich sieht. Mit Hilfe von Darcy Trelaine gelang ihm zudem noch die Flucht.“

„Danos Liebling“, meinte Sheppard verächtlich.

„Wir stellten die Flüchtenden in den Bergen, doch Danos schickte Hilfe. Meinen Leuten gelang es, den Gleiter abzuschießen, bevor sie den Flüchtenden zur Hilfe eilen konnten. Der Gleiter ist in den Bergen explodiert. Doch leider tauchte zu unserer Überraschung die Airforce auf und wir mussten uns zurückziehen.“

„Das ist alles ärgerlich, aber nicht zu ändern. Sie werden an Ihrer Arbeit weitermachen. Die Mittel bekommen Sie von mir.“

„Gut, Mr. Sheppard. Ich verspreche Ihnen, die nächsten Versuche werden erfolgreich sein.“

„Das will ich Ihnen auch geraten haben. Sonst können Sie sich nach einem anderen Geldgeber umsehen. Suchen Sie sich aber eine Gegend aus, die besser versteckt ist und die menschenleer ist, verstanden?“

„Wie Sie wünschen! Sie zahlen, ich gehorche“, meinte Ashton.

„Gut! Sie sind entlassen.“

Ashton ging hinaus. Er warf noch einen kurzen hasserfüllten Blick zurück. Dieser arrogante Wichtigtuer würde sich noch wundern. Sheppard war unfähig die Saat Bhai zu führen. Doch noch war er nützlich. Sobald die Saat Bhai an der Macht waren und diese gefestigt war, wollte er Sheppard beiseite schaffen und selbst das Kommando übernehmen.

Selbstgefällig vor sich hinlächelnd stieg Ashton in seinen Gleiter, der im Hof der Ranch parkte und flog davon. Kein menschliches Radar würde seinen getarnten Gleiter erfassen können. Er hatte auch schon eine Idee, wo er seine Experimente fortsetzten konnte.

Sheppard selbst gingen ähnliche Gedanken durch den Kopf. Dieser Ashton war ein Wahnsinniger. Sobald er am Ziel seiner Wünsche war, würde er ihn umbringen lassen. Mittel und Wege gab es genug. Es würde eben ein weiterer schrecklicher Unfall bei seinen Experimenten geschehen.

Zufrieden wandte sich Sheppard wieder seiner normalen Arbeit zu.

Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 16.12.2007, 17:43    Titel: Antworten mit Zitat

Er war also der Nebelmacher. Interesannt. Sorry aber ich war das halbe Wochenende weg.

SO jetzt kann er vielleicht durch das Stargate gehen...wenn es ihm erlaubt ist, doch wie wird Agnus in die Geschichte eingebaut werden? Ich denke darauf freue ich mich am Meisten.

Lg Felix
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 16.12.2007, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Macht nichts, wenn du mal später postet. Hier kommt auch schon der letzte Teil dieser Story. Dann fehlt nur noch eine und du bist auf dem Stand des großen Forums.

Teil 7

Drei Monate später

Mit einigen anderen stand ich im Kontrollraum des Sternentores und wartete auf die Rückkehr von Jack O’Neill und dem SG-1-Team. Nach unserer Ankunft im Stargate-Center waren der General und ich übereingekommen, herauszufinden, ob wir verwandt waren. Jack hatte mir von diesem Bruder seiner Mutter erzählt, doch ich selbst konnte mich nicht daran erinnern, dass mein Vater oder meine Mutter jemals etwas gesagt hatte. Doch mein Vater war früh gestorben. Vielleicht hatte er einfach keine Möglichkeit dazu gehabt oder er hatte selbst keine Ahnung gehabt.

Dank der modernen Technik war es jedoch ein leichtes, eine Verwandtschaft feststellen zu lassen. Wir hatten einen DNA-Test machen lassen und dieser war positiv ausgefallen. Beide waren wir sehr erfreut darüber gewesen, zu erfahren, dass wir Vettern waren.

Leider hatten Jack und ich keine Zeit gefunden, uns näher kennen zu lernen, denn SG-1 hatte eine Frau retten müssen, die zu den Arya Varta gehörte. Vanessa Sheppard war die Frau des geheimen Führers der Saat Bhai und hatte ihren Mann seit Jahren ausspioniert. Leider war sie aufgeflogen und hatte fliehen müssen. SG-1 hatte sie ins Stargate-Center gebracht.

Mrs. Sheppards Sohn John lebte in Atlantis. Dort war er der militärische Leiter und schien seine Sache gut zu machen, trotz einigen eigenwilligen Entscheidungen, die er entgegen seiner Befehle hin und wieder traf. Ich hatte alle Akten gelesen und fand den Mann sympathisch. Vielleicht gab es einmal die Gelegenheit, ihn persönlich kennen zu lernen.

Jack hatte entschieden, dass Vanessa in Atlantis sicherer war, als auf der Erde. Da die Daedalus gerade zu diesem Zeitpunkt abflugbereit war, entschied Jack zusammen mit SG-1 Atlantis einen Besuch abzustatten.

Heute erwarteten wir sie zurück. Ich freute mich schon darauf, mit Jack erneut sprechen zu können. Inzwischen arbeiteten Maria und ich für das Stargate-Center. Den Job in der Universität hatte ich daraufhin abgelehnt, denn diese neue Arbeit versprach interessanter zu werden.

Maria war als Verbindungsoffizier in den Stab von General O’Neill aufgenommen worden. Aus diesem Grunde reiste sie viel zwischen Washington und Cheyenne-Mountain hin und her. Ich selbst arbeitete als Wissenschaftler im Center. Mitglied in einem aktiven Team zu werden, hatte ich abgelehnt. Auch so führte mich meine Tätigkeit oft durch das Stargate auf andere Planeten. Dies war etwas, was ich mir nie in meinen Träumen hätte vorstellen können. Und im Gegensatz zu früher, wo ich meist alleine bei meinen „Außeneinsätzen“ gewesen war, wurde ich hier vom Militär beschützt. Das war etwas ganz neues für mich, doch es gab mir auch ein beruhigendes Gefühl.

Pete war ebenfalls informiert und zum Stillschweigen verpflichtet worden. Ich hatte darauf bestanden, denn vor Pete wollte ich keine Geheimnisse haben. Nachdem mein Freund alles erfahren hatte, hatte er die Stillschweigeklausel gerne unterschrieben. Mein Respekt für O’Neill war mit jeder Einsatzakte, die ich gelesen hatte gewachsen. Es war unglaublich, was er und alle Angehörigen des Stargate-Teams zum Schutz der Erde vollbracht hatten, und ich war stolz darauf, jetzt dazu zu gehören.

Als bei mir bei der routinemäßigen Untersuchung, das Antiker-Gen entdeckt worden war, hatte man mir angeboten nach Atlantis zu gehen, doch das hatte ich dankend abgelehnt. Auch im SGC wurden Menschen mit dem Gen gebraucht. Maria und ich hatten keine Lust in einer anderen Galaxis zu leben.

Sam hatte das Angebot des Stargate-Centers nicht angenommen und arbeitete schon lange wieder in seinem Beruf, nachdem er die Stillschweigeverpflichtung unterschrieben hatte. Er hatte gemeint, dass es auch ohne Alien auf der Erde genug Schweinereien gab, die aufgedeckt werden mussten.

Maria hatte meinen Heiratsantrag angenommen und wir wollten in zwei Monaten heiraten.

In diesem Augenblick aktivierte sich das Stargate und Walter sah mich an. „Es ist der Atlantis-Code, Mr. MacGyver. Sie kommen.“

Ich nickte Walter zu. General Landry erschien und trat neben uns.

„Sie sind es, General“, sagte ich zu ihm.

„Dann werde ich unten warten“, sagte er.

Schnell schloss ich mich ihm an. Kaum war ich unten, kamen auch schon die ersten Menschen durch das Tor. Es waren Leute, die ihren Erdurlaub antraten oder abgelöst worden waren. Als letzte kamen SG-1 und General O’Neill durch das Tor.

„Willkommen auf der Erde, Jack“, sagte Landry. Er und O’Neill waren seit vielen Jahren gute Freunde.

„Schön wieder hier zu sein“, meinte Jack und die Mitglieder von SG-1 nickten zustimmend.

„Wir hörten, dass ihr einiges in Atlantis erlebt habt“, meinte Landry.

O’Neill nickte zustimmend. „Das kannst du laut sagen. Es war in der Tat ein interessanter Ausflug.“

So nannte Jack das also. Er hatte wirklich einen besonderen Humor. Jack nickte auch mir zu.

„Schön dich zu sehen, Mac. Hast du dich eingelebt?“

„Aber ja“, antwortete ich und meinte es auch so. „Es ist immer was los. Langweile ist so gut wie ausgeschlossen.“

„Ich schlage vor, die Herrschaften verstauen erst einmal ihr Gepäck. Wir sehen uns in einer Stunde zum Briefing“, sagte Landry.

Auch ich durfte mich diesem Briefing anschließen, und wie erwartet, war der Bericht äußerst interessant. Sie schienen viel erlebt zu haben (siehe Story: Lebende Legenden).

Carter wandte sich danach an mich. „Fühlen Sie sich inzwischen wohl bei uns, Mac?“

„Oh ja! Die letzten Wochen waren mehr als interessant. Ich möchte Sie und Jack übrigens zu meiner Hochzeit einladen.“

„Dann hat Maria also ja gesagt? Ich gratuliere und werde gerne kommen.“

„Danke! Wie ist es? Haben Sie Lust auf einen Kaffee?“

„Immer“, sagte Carter.

Wir gingen in die Cafeteria und tranken in aller Ruhe einen Kaffee und unterhielten uns über die Ereignisse der letzten Wochen. Was Carter über Atlantis erzählte, machte mich nun doch mehr als neugierig. Vielleicht sollten Maria und ich unsere Flitterwochen dort verbringen. Hätten wir geahnt, was gerade an anderer Stelle passierte, wären wir nicht so ruhig gewesen.

Ranch der Sheppards
Montana

Philipp Sheppard las die Berichte der letzten Tage und sah immer befriedigter aus. Alles lief nach Plan. Bald würden die Arya Varta Geschichte sein und die Saat Bhai die wahren Herrscher über den Planeten. Nachdem sein verräterischer Sohn seine Pläne einer sanften Übernahme durchkreuzt hatte, war er in die Offensive gegangen. Viele führende Köpfe der Arya Varta waren entweder ersetzt oder getötet worden. Größtenteils hatten sie es Unfall oder Krankheit aussehen lassen. Den Rest würden sie in den nächsten Monaten ebenfalls beiseite geschafft haben. Die Masse des Volkes, egal ob Arya Varta oder Saat Bhai, war einfach zu dumm, um die wahren Absichten der Großen zu durchschauen. Und er war ohne Zweifel dazu ausersehen, der größte Führer seines Volkes zu werden. Er wollte aus seinem gespaltenen Volk wieder ein Volk machen und ihnen die Wege der Saat Bhai lehren.

So war seine Anhängerschar immer größer geworden, und dies unter den Augen der Führer der Arya Varta. Kimura hatte als einziger den Weitblick besessen, ihn zu durchschauen, aber seine Anhängerschaft wurde immer kleiner. Die übrig gebliebenen Manager der Arya Varta wähnten sich in Sicherheit, ohne zu ahnen, dass ihre angeblichen Vertrauten nur auf das Startsignal zur Übernahme warteten. Die normale Bevölkerung würde es hinnehmen, dass die Saat Bhai die Macht übernahmen, wenn man ihnen weismachen konnte, dass die Arya Varta in Wirklichkeit Terroristen waren, welche die Wege der Saat Bhai verunglimpften.

Dann gab es da noch die Normalen. Seit einigen Wochen wurde die Antiker-Nation durch Terroranschläge in Aufregung versetzt. Natürlich waren auch normale Menschen betroffen gewesen, doch immer waren die Ziele Eigentum der Antiker gewesen. Philipp selbst hatte vor einigen Wochen den Befehl zu dieser Terrorwelle gegeben. Inzwischen war es schon soweit, dass man nach harten Strafen für die Schuldigen rief. Und Schuldige wurden durch gefälschte Beweise leicht gefunden. Immer waren Arya Varta und normale Menschen die angeblichen Täter. Sheppard wollte die Antiker-Nation zum Hass gegen die Normalen aufrufen. So hatte er leichtes Spiel, wenn er in seinen Reden die Antiker-Bevölkerung gegen die Menschen aufhetzte. Die wenigen Gegenrufe, die zur Besonnenheit aufriefen, wurden einfach niedergeschrieben.

Natürlich war dem SGC nicht entgangen, dass etwas im Busch war, doch Philipp hatte sie beruhigen können. Dies war eine Angelegenheit der Antiker-Nation, dass die Menschen nichts anging und sie auch nicht betraf.

Um keine offene Auseinandersetzung zu riskieren, hatte die IOA General O’Neill und seiner Heimatverteidigung befohlen nichts zu unternehmen. O’Neill hatte zähneknirschend zugestimmt, aber trotzdem seine Leute angehalten, Nachforschungen anzustellen.

Das ahnte Sheppard zwar, doch es war ihm egal. Sobald die Saat Bhai an der Macht waren, und das würde bald sein, würde er dafür sorgen, dass auch unter den Menschen aufgeräumt wurde. Alle, die gefährlich werden konnten, würden beiseite geschafft werden. Und General O’Neill und das ganze Stargate-Center standen ganz oben auf seiner Liste.

Philipp lächelte. Zwar wurmte ihn noch immer der Verrat seiner Frau und seines Sohnes, doch eine Frau und sogar einen Sohn konnte man ersetzen. Außerdem war John schon lange nicht mehr sein Sohn. Er hatte sich schon oft gefragt, wie es möglich war, dass er so einen missratenen Sohn in die Welt hatte setzen können!

In zwei Wochen wollte er eine weitere Rede an die Nation halten. Bis dahin waren noch einige Anschläge geplant, welche die Stimmung so aufheizen würde, dass Sheppard leichtes Spiel hatte. Es würde vielleicht noch einige Monate dauern, doch dann konnte er offiziell die Macht antreten. Zwar war er jetzt schon der Anführer, doch offiziell nur von den Arya Varta. Und zu viele Gesetzte versperrten ihm den Weg. Sobald er die ganze Macht hatte, würde er das Konzil abschaffen. Genau nach dem Vorbild eines seines Lieblingscharakters aus einer bekannten Kino-Filmreihe.

Danach waren die Menschen an der Reihe, in die Knie gezwungen zu werden. Sie würden in naher Zukunft den Antikern als Sklaven dienen, wenn sie nicht vernichtet werden wollten.

Stargate-Center
Ein Jahr später

„Hallo, Mac! Schön, dich zu sehen!“

Ich blickte erstaunt von meiner Arbeit auf, als die Antikerin Darcy Trelaine in meiner Tür stand. Wir waren inzwischen gute Freunde geworden und sie besuchte uns oft in unserem Haus am Rande von Colorado Springs.

Als ich ihren Blick sah, erstarrte das Lächeln in meinem Gesicht.

„Darcy, was ist passiert?“

„Etwas schrecklichen, Mac! Es gab einen Umsturz in meinem Volk. Die Arya-Varta-Nation ist gestürzt und die Saat Bhai haben die Macht übernommen. Kimura, ich selbst und einige wenigen gelang die Flucht. O’Neill gab uns Zuflucht im Stargate-Center.“

Ich konnte es nicht glauben. „Wie ist das möglich? Ihr wart doch vorgewarnt.“

„Wir haben Sheppard unterschätzt. Er ist gerissener und hinterhältiger, als wir alle angenommen haben. Komm mit! Kimura ist bei General Landry und erklärt alles.“

Schnell ließ ich meine Arbeit liegen und folgte Darcy in den großen Besprechungsraum, wo O’Neill, Landry, SG-1 und einige weiteren Würdenträger der US-Regierung saßen.

Außerdem erkannte ich Kimura und einen mir bisher unbekannten Mann.

„Das ist Danos mein Chef“, erklärte mir Darcy.

Nachdem ich mich gesetzt hatte, fing Kimura an, uns zu erklären, dass es Sheppard gelungen war, durch die Terroranschläge der letzten Zeit, die auch uns im SGC beunruhigt hatten, die Stimmung gegen die normalen Menschen aufzuheizen. Er hatte Beweise vorgelegt, welche die Schuld eindeutig den normalen Menschen und den Arya Varta in die Schuhe schob. Es gab sogar Bekennungsschreiben, die erklärten, dass es die Menschen satt hatten, sich heimlich von den Arya Varta beherrschen zu lassen.

„Aber bisher wissen nur die wenigsten Menschen von eurer Existenz“, warf ich ein.
Kimura sah mich an. „Mr. MacGyver, nicht wahr?“

Ich nickte zur Bestätigung.

„Wir haben die Bevölkerung darauf hingewiesen, doch Sheppard tat das damit ab, dass es genug Eingeweihte gibt, die einen Anschlag ausführen können.“

Kimura erzählte uns noch die genauen Einzelheiten, die darauf hinausliefen, dass die Saat Bhai die Macht über die Arya Varta übernommen hatten. Die Mehrheit war jetzt dafür, den Weg der Saat Bhai einzuschlagen. Der Rest wurde unterdrückt, zum Schweigen gebracht oder sogar ermordet. Kimura, Danos und Darcy war die Flucht geglückt. Aber sie konnten sich nicht mehr draußen blicken lassen.

„Eine Diktatur also“, meinte Mitchell.

„Ja, so sieht es aus! Wir müssen Atlantis informieren“, sagte O’Neill.

„Ja, John Sheppard muss wissen, was auf der Erde passiert ist. Er wird nicht sehr erfreut darüber sein“, meinte Landry. „Sie haben schon genug Probleme in Atlantis.“

„Sie drei können sich gerne nach Atlantis zurückziehen“, schlug O’Neill vor. „Dort sind Sie einigermaßen sicher. Atlantis ist jetzt auf einem anderen Planeten. Zu viele kannten inzwischen den alten Standort.“

„Danke für das Angebot“, sagte Kimura. „Doch wir sind uns einig, dass wir bleiben. Wir werden in den Untergrund gehen und Sheppard bekämpfen. Es darf nicht passieren, dass die Saat Bhai die Macht behalten. Sie werden früher oder später auch gegen die Menschen vorgehen. Und ich fürchte, mit Hilfe ihrer überlegenen Technik werden sie auch den Sieg davon tragen. Und dann ist auch Atlantis nicht mehr sicher.“

„Wir haben schon ganz andere Gegner besiegt“, meinte O’Neill mit großer Überzeugung.

„Da kam der Feind immer von außen. Doch jetzt ist der Feind mitten unter uns. Oder wissen Sie, wer in ihrer näheren oder weiteren Umgebung zu den Saat Bhai gehört?“
„Man kann sie durch das Gen enttarnen.“

„Das bedarf einer ausführlichen Untersuchung. Außerdem benutzen sie auch normale Menschen, als ihre Hilfstruppe. Dieser Kampf wird weit schwieriger sein, als der gegen die Goa’uld oder Ori.“

„Wir werden sehen“, meinte O’Neill. „Informieren wir Atlantis.“

Die Versammlung wurde aufgelöst und ich wusste, dass der Menschheit ein weiterer Kampf mit ungewissem Ausgang bevorstand.

Ende
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 16.12.2007, 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ohje der große Auftakt beginnt...

So ein Jahr ist vergangen...und die Saat Bhai haben die Ayra Varta übernommen. Das ist das Armageddon wenn Mac und O'Neill (mein persönliches Dreamteam) nichts degegen unternehmen. Ok Shepp gibt es auch noch..der muss jetzt auf die ERde kommen, denn jetzt wird er gebraucht. Die PegasusAntiker könnten auch involviert werden.

Lg Felix
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 17.12.2007, 08:31    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Dann warte mal ab, was ich jetzt bringe. Der Countdown beginnt:


Teil 6: Sturmzeiten

Pegasus-Galaxis
Atlantis, 2007 n.C.

Seit Stunden schon durchsuchte John mit seinem Team diesen unerforschten Teil von Atlantis. In nicht weiter Entfernung hörte er die Stimmen und Geräusche der anderen Suchenden. Obwohl sie schon so lange in Atlantis lebten, hatten sie nur etwa die Hälfte der Stadt durchkämmt. Die Hoffnung brauchbare Technologien zu finden, hatten sie deshalb bis heute noch nicht aufgegeben. In manchen dieser Labors konnten sich durchaus noch wahre Schätze befinden. Oder Schrecken, wie dieser tödliche Virus, der einigen Wissenschaftlern im ersten Jahr das Leben gekostet hatte. Jedes Mitglied der Expedition war sich dieses Risikos bewusst. Trotzdem dachte keiner daran aufzugeben. Jeder hoffte derjenige zu sein, der den größten Schatz entdeckte.

Bei diesem Gedanken musste John lächeln, denn selbst nahm er sich dabei nicht aus. An einem großen Fenster blieb er stehen und blickte nach draußen. Er stand auf Wasserhöhe in einem der kleineren Gebäude direkt an der Westpier. Warum er sich etwas von seiner Gruppe abgesetzt hatte, wusste er nicht. Er war einfach einem Gefühl nachgegangen.

John dachte an die letzen Tage zurück. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen hatte Atlantis erreicht. Auf der Erde lief es nicht besonders. Schuld waren seine eigenen Leute, die Antiker der Erde, die sich Saat Bhai und Arya Varta nannten und sich gerade einen regelrechten Bürgerkrieg lieferten. Und wie es aussah gewannen ausgerechnet die Saat Bhai die Oberhand. Das würde auch für die Menschen der Erde schlimme Auswirkungen haben, denn im Gegensatz zu den Arya Varta, die bisher friedlich mit den Menschen gelebt hatten, strebten die Saat Bhai die Macht über die Menschen an. Sie sahen in der Menschheit minderwertige Lebewesen, nicht mehr wert als Sklaven.

Sheppard wollte gar nicht daran denken, dass sein eigener Vater Philipp Sheppard der Führer der Saat Bhai war. Er hatte sogar ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Bisher war er noch einigermaßen sicher in Atlantis, doch sollte Philipp die Macht bekommen, würde auch Atlantis nicht mehr Schutz bieten. Doch lieber würde er sterben, als Atlantis und seine Bewohner seinem Vater auszuliefern. Alle Menschen, die ihm etwas bedeuteten lebten in der Stadt. An erster Stelle seine Frau Rhiana, die ein Kind von ihm erwartete, dass nun jeden Tag geboren werden konnte. Und natürlich seine Mutter Vanessa, die ebenfalls vor ihrem Mann in Atlantis Schutz gesucht hatte. Elizabeth, Rodney, Teyla, Ronon und alle anderen Mitglieder der Expedition gehörten natürlich auch dazu.

Das Wasser war sehr unruhig. Es war, als würde es seinen inneren Aufruhr widerspiegeln. Ein starker Wind blies von Westen her und drückte die Wellen an die Piere und Gebäude der Stadt. Immer wieder überspülte eine der hohen Wellen eine Pier, und als jetzt eine besonders große Sturmflut auf ihn zukam, wich John unwillkürlich bis an die Wand zurück. Das war natürlich unnötig, denn die Spezialgläser von Atlantis würden jedem noch so starken Wellengang standhalten. Nur ein so mächtiger Sturm wie im ersten Jahr konnte die Stadt beschädigen, doch jetzt hatten sie ja den Schutzschild, der im Notfall eingeschaltet werden konnte. Doch es war eine instinktive Bewegung gewesen, die ihn an die Wand des kleinen Raumes zurückschob. Und damit setzte er Dinge in Bewegung, die er nicht beabsichtigt hatte und die noch große Bedeutung für die Stadt haben sollten.

Hinter ihm an der Wand befanden sich Schalttafeln und eine davon berührte er mit dem Rücken. Sofort sprangen weitere Lichter an und ein seltsames Summen ertönte. In der Wand hinter ihm öffnete sich eine Verschalung und gab einen Blick auf etwas frei, dass John nur zu gut kannte: eine Tafel für einen Transporter. Doch das Schaltbild zeigte nicht die gewohnte Oberfläche von der Stadt sondern nur ein Endziel.

„Das gibt es doch nicht“, sage John zu sich selbst.

Ohne recht zu überlegen drückte John darauf. Eine Dummheit, aber es war, als handelte er wie unter einem Zwang. Der Transporter erfasst ihn und strahlte ihn in einen großen dunklen Raum ab. Die Sensoren erfassten die Ankunft Sheppards und alle Lichter gingen an. Fasziniert blickte sich John um. Wo in aller Welt war er hier gelandet? Der ganze Raum war mit Schalttafel und Computeranlagen voll gestopft. Mitten im Raum stand einer dieser Stühle, die John nur zu gut kannte.

Er konnte nicht anders, als sich hinein zu setzen und die Hände auf die Lehne zu legen. Sofort aktivierte sich der Stuhl und John hörte eine Stimme.

„Es ist lange her, dass mich jemand besucht hat.“

Überrascht blickte sich John um. Da war niemand, der diese Worte ausgesprochen haben konnte.

„Wer bist du? Wo bist du?“

„Ich bin Atlantis.“

„Atlantis?“, John verstand nun gar nichts mehr. „Zeig dich mir.“

Er hatte kaum ausgesprochen, als sich vor dem Stuhl eine Frauengestalt materialisierte. Es war das gleiche Hologramm der Frau, die sie bei ihrer Ankunft über die Geschichte der Antiker informiert hatte.

„Wer bist du?“

„Wie ich schon sagte: ich bin Atlantis.“

„Aber Atlantis ist die Stadt.“

„Ich bin die Stadt.“

Langsam dämmerte es John. „Du bist die künstliche Intelligenz, welche die Stadt leitet?“

„Richtig, aber ich war lange inaktiv.“

„Wie kann das sein. Wir leben schon seit ein paar Jahren in der Stadt. Warum hast du dich nicht vorher zu erkennen gegeben?“

Eine Sekunde herrschte Stille. „Ihr habt nur das Notstromsystem aktiviert. Die Stadt selbst ist noch inaktiv. Dein Eintritt hier hat mich aktiviert. Du erlaubst, dass ich dich scanne?“

„Sicher.“

Im nächsten Augenblick fühlte John wie eine Energiewelle durch seinen Körper strömte. Es kribbelte, war aber nicht unangenehm.

„Ich bestätige deine Berechtigung. Die Stadt wird auf dich übertragen. Wünscht du, dass ich sie aktiviere?“

„Die Stadt? Aber sicher.“

„Aktivierung läuft.“

„Ach du meine Güte!“

Vor Johns Augen, auf einem riesigen Bildschirm liefen Bilder ab. Er konnte alle Bereiche der Stadt einsehen, auch den Kontrollraum, in dem nun neue bisher inaktive Systeme ansprangen. Und er konnte mit einem einzigen Gedanken jedes System der Stadt einschalten und benutzen.

„Was machst du da?“, fragte John entsetzt die KI. „Braucht das nicht viel Energie?“

„Auch hier habt ihr nur den Notstrom benutzt.“

„Aber die ZPMs waren leer. Und im Moment haben wir nur eines.“

„Was ist ein ZPM?“

John erklärte es.

„Keine Sorge, es gibt andere Energiequellen, welche die Stadt genauso gut versorgen. Von nun an werdet ihr nie mehr Energieprobleme haben. Zumindest nicht die nächsten Jahre. Im unteren Bereich der Stadt, wo der Sternenantrieb sitzt, werden gerade andere Energiequellen aktiviert, die ausreichen die Stadt für Jahre bei vollem Betrieb und mit Schutzschild zu versorgen. Von diesem Stuhl aus kannst du auch die Stadt leicht fliegen. Alle Systeme sind nun auf dich ausgerichtet.“

„Du meinst, du tust alles, was ich dir befehle?“

„Das ist richtig.“

„Das höre ich gerne! Aber wenn du soviel Energie aufrufen kannst, warum hattet ihr dann Energieprobleme?“

„Die Belagerung dauerte länger. In der Zeit der Evakuierung bis heute war genug Zeit die Energiequellen auch bei minimaler Energie neu zu laden. Doch da ich im Ruhestand war, konnte ich euch vorher nicht helfen. Nur ein berechtigter Genträger konnte mich aktivieren.“

„Ich verstehe! Und wie erreiche ich dich, wenn ich nicht in diesem Raum bin?“

„Selbstverständlich bin ich überall. Du brauchst nur mit mir zu sprechen.“

„Gilt das auch für die anderen Bewohner?“

„Wenn du es wünscht.“

„Ich wünsche es, aber wenn es um wichtige Entscheidungen geht, wirst du nur mir gehorchen.“

„Verstanden.“

John überlegte einen Augenblick. „Wieso bin ich berechtigt?“

„Deine DNA sind gespeichert.“

„Meine? Wie das?“

„Nicht direkt deine, aber die deiner Familie?“

Das war ein weiteres Rätsel für John. Was war mit seiner Familie? Eigentlich war er nicht stolz auf seinen Vater. Doch dann erinnerte er sich, dass auch Merlin zu seiner Familie gehörte. Und Merlin hatte vor 10.000 Jahren in der Stadt gelebt. Der Mann musste faszinierend gewesen sein. Wie gerne hätte er ihn kennen gelernt.

„Wie komme ich von hier in den Stargate-Raum? Die anderen werden sich sicher fragen, was los ist.“

„Dort vorne ist der normale Transporter. Du hast einen Notausstieg benutzt, um zu mir zu kommen.“

„Oh, deshalb gab es nur dieses Ziel. Und wie komme ich von oben zu dir herunter?“

„Mit meiner Aktivierung erscheine ich nun auf dem Display jedes Transporters. Aber nur bei berechtigten Personen wird es funktionieren. Bisher bist du der Einzige.“

„Ich werde dir dann noch weitere Personen nennen, denen du den Eintritt erlauben wirst. Doch nun muss ich zurück.“

John verließ den Stuhl und ging zu der bezeichneten Wand. Dort leuchtete in der Tat auf dem Display nun der ganze Stadtplan auf. Er wählte als Ziel den nächsten Transporter zum Stargate-Raum. John ließ sich dorthin transportieren und betrat den Gateraum, in dem alle Anwesenden in heller Aufregung waren.

„John!“, Elizabeth kam auf ihn zu. „Sieh dir das an. Die Stadt macht sich selbstständig.“

„Keine Sorge“, versuchte John die aufgeregte Leiterin der Expedition zu beruhigen. „Das ist Atlantis. Ich habe aus Versehen die KI der Stadt Atlantis aktiviert und sie hat nun alle Systeme eingeschaltet. Bisher liefen wir wohl nur auf Notstrom.“

„Was soll das heißen, Sheppard!“, schrie McKay ihn an. „Weißt du wie viel Energie wir schon dadurch verbraucht haben?“

„Ganz ruhig, Rodney. Atlantis, kannst du allen erklären, was passiert ist?“, fragte John in die Luft.

Sofort zeigte sich Atlantis als Hologramm und fing geduldig an nochmals zu erklären, was sie zuvor schon John gesagt hatte. Alle hörten gespannt zu und brachen dann in Begeisterungsrufe aus. Genau das hatten alle immer gehofft zu finden.

Sheppard ließ erst einmal der allgemeinen Fröhlichkeit ihren Lauf, dann bat er um Ruhe.

„Leute! Mit Atlantis haben wir nun eine Waffe in der Hand, die uns im Kampf gegen die Wraith helfen wird. Mit denen von Anny erwähnten neuen Energiequellen sind wir unabhängig von den ZPMs. Doch wir werden trotzdem keine Energie verschwenden. Ich schlage vor, wir untersuchen erst einmal die neuen Möglichkeiten der Stadt und sehen dann weiter.“

McKay war inzwischen von einem Computer zum anderen geeilt und hatte alles überprüft. Zu seiner Begeisterung entdeckte er, dass John die Wahrheit gesagt hatte. Aus bisher unbekannten Quellen strömte Energie in alle Bereiche der Stadt und überall sprangen neue Systeme an. Es würde lange dauern, die alle zu überprüfen. Doch noch nie in seinem Leben hatte er sich über so viel Arbeit auf einmal gefreut. Er kam sich vor wie im Schlaraffenland für Wissenschaftler.

Die nächsten Tage verbrachten alle damit die neuen Systeme zu untersuchen. Anny, wie John die KI nun nannte, half mit so gut es ging. Sie konnte sich gleichzeitig in jedem Raum der Stadt als Hologramm materialisieren und half den Leuten bei der Bedienung der Systeme.

John dagegen verbrachte die meiste Zeit dieser Tage bei Rhiana, denn mehrmals schon hatte sie falschen Alarm geschlagen und John hatte Beckett umsonst alarmiert. In der Nacht des vierten Tages nach der Entdeckung der KI, bekam Rhiana wieder einmal starke Wehen und John befahl Anny Beckett zu informieren.

Sie begaben sich in die Krankenstation. John wollte dabei sein, wenn sein Sohn zur Welt kam. Beckett und sein Team erwarteten sie schon und Carson begann sofort mit der Untersuchung.

„Es ist gut, dass ihr gleich gekommen seid“, sagte Carson dann. „Diesmal ist es wirklich soweit. Euer Sohn scheint es sehr eilig zu haben.“

„Ist alles in Ordnung?“, fragte John Carson besorgt, während er Rhiana die Hand hielt, als wieder eine starke Wehe kam.

„Es sieht alles normal aus. Macht euch also keine Sorgen. Es wird alles gut gehen.“

Vor der Krankenstation hatte sich inzwischen das Team von John eingefunden, denn die Neuigkeit hatte schon die Runde gemacht. Vanessa und Elizabeth kamen ebenfalls dazu, um den neuen Bürger in Atlantis willkommen zu heißen.

„Wie sieht es aus?“, fragte Vanessa aufgeregt. Schließlich war es ihr erstes Enkelkind, welches da geboren wurde.

„Wir wissen es nicht. Sie sind noch drinnen“, sagte Teyla.

Vanessa wollte hineingehen, doch sie wurde von zwei Krankenschwestern daran gehindert. „Madam, es ist besser Sie warten mit den anderen. Es ist alles in Ordnung. Sobald Ihr Enkel da ist, können Sie ihn sehen.“ Die Schwester blickte auch die anderen Anwesenden an. „Dasselbe gilt für Sie alle.“

Sie gaben sich geschlagen. Für die werdende Mutter wäre es auch nicht angenehm gewesen, wenn alle hereingestürmt wären und sie angestarrt hätten.

Nur schleppend verging die Zeit. Endlich kam die Schwester zurück. Und nun konnten sie auch das Geschrei eines Neugeborenen hören.

„Bitte nur einen Augenblick. Mutter, Vater und Kind brauchen ihre Ruhe.“

Zögernd traten sie ein.

Vanessa sah erst ihren Enkel an, dann die Mutter und ihren Sohn. Lächelnd stellte sie fest, dass sie nicht wusste, wer nun blasser und müder aussah: der Vater oder die Mutter. Nachdem sie den Neugeborenen und jüngsten Bewohner von Atlantis bewundert hatten, scheuchte Carson alle nach draußen.

„Meine Herrschaften! Das genügt! Gehen Sie bitte alle und lassen Sie der jungen Familie ihre wohlverdiente Ruhe. Vanessa, Sie dürfen selbstverständlich bleiben, wenn Sie es wünschen.

Natürlich wollte sie bleiben. Sie blickte auf ihren Enkelsohn, der schon gebadet und in frische Tücher eingewickelt im Arm der jungen Mutter selig schlummerte.

„Er ist so süß“, meinte Vanessa und blickte ihren Sohn stolz an. „Nur deine Geburt hat mich noch glücklicher gemacht, John.“

Sheppard konnte dem nur zustimmen. Bewundernd blickte er auf seinen winzigen Sohn. Ein nie gekanntes Glücksgefühl erfasste ihn. Noch nie im Leben hatte er so gefühlt.

John umarmte Rhiana und meinte: „Ich bin so glücklich und so stolz auf dich, Süße! Das hast du wirklich gut gemacht. Und ich liebe dich und Jordan über alles“, ein Blick traf Vanessa. „Dich natürlich auch, Mutter.“

Vanessa lächelte ihren Sohn freudestrahlend an. Das war nun ihre kleine, aber glückliche Familie. Sie wollte alles in ihren Kräften tun, damit das auch so bliebe.“

„Kann ich auch meinen Glückwunsch aussprechen?“

Alle drei blickten überrascht auf Annys Hologramm. Sie hatten nie von einer KI erwartet, beglückwünscht zu werden.

„Wir danken dir, Anny!“

„Euer Sohn ist wunderschön. Ich sah viele Kinder, die in Atlantis geboren wurden, hier aufwuchsen und starben. Doch seit langer Zeit ist er der Erste. Ich hoffe, es werden noch viele folgen“, sagte die KI. „Die Stadt ist ohne das Geschrei der Kinder so einsam.“

John blickte die KI ungläubig an. So etwas wie Sehnsucht, aber auch Glück schwang in ihrer Stimme wieder. War es möglich, dass sie so etwas wie Gefühle besaß? Schließlich war Anny nur ein Computer, ein intelligenter zwar, doch eben ein Computer. Es würde interessant sein ihr Innenleben zu erforschen. Vielleicht hatte die KI in den vielen Jahren ihrer Existenz so etwas wie ein Gefühl entwickelt.

2010
Drei Jahre später

Der kleine Junge lief jauchzend durch die Gänge der Stadt. Es schien ihm besondere Freude zu machen sein Kindermädchen zu ärgern. Immer wieder versteckte er sich vor ihr und Myra hatte alle Mühe den kleinen Heißsporn zu finden und einzufangen.

„Ganz der Vater“, keuchte Myra, als sie um eine Ecke bog, einen kleinen Gang als Abkürzung benützte und so dem kleinen Mann den Weg abschnitt. Als er um die Ecke bog, lief er ihr genau in die Arme.

„Hab ich dich, du kleiner Heißsporn!“

„Ach, das war gemein! Du hast betrogen“, sagte Jordan enttäuscht und zog einen Schmollmund. Doch als Myra einen kleinen Riegel seiner Lieblingsschokolade herauszog, hellte sich sein kleines Gesichtchen sofort wieder auf. Blitzschnell griff er zu und schnappte sich die Schokolade.

„Das du mir das aber nicht deiner Mutter erzählst.“

„Keine Sorge, das bleibt unser Geheimnis“, versprach Jordan mit vollem Mund und damit fast unverständlich für Myra.

Sie zog lächelnd ein Tuch heraus und wischte damit den kleinen mit Schokolade verschmierten Mund ab. Jordan war im Grunde ein lieber Junge, doch immer wieder kam der Schalk in ihm zum Vorschein. Sie nannte das „John-Sheppard-Momente“.

„Es macht viel mehr Spaß hier zu spielen“, sagte Jordan. „In unserem Quartier ist es immer so laut“, unwillig verzog er dabei sein Gesichtchen.

Myra wusste worauf der Junge anspielte. Erst vor sechs Monaten waren seine kleinen Schwestern geboren worden. Bisher war er immer der Mittelpunkt seiner Eltern gewesen, doch nun war noch jemand da, um den sich diese liebevoll kümmerten. Doch das war am Anfang immer so. Jordan würde sich bald daran gewöhnt haben zwei kleine Schwestern zu haben und dann würde er genauso wie seine Eltern die Kleinen beschützen wollen. In dieser Beziehung ähnelte er schon sehr seinem Vater.

Myra war gerne Jordans Kindermädchen. Sie war Athosianerin und liebte Kinder. Selbst hatte sie keine Familie mehr, nachdem die Wraith alle geholt hatten. In Atlantis hatte sie eine neue Familie gefunden, denn die Sheppards behandelten sie wie eine der Ihren und hatten sie als neues Familienmitglied aufgenommen. Die Sheppards und auch die Großmutter Vanessa hatten so viel Arbeit, dass sie nicht immer Zeit für die drei Kinder hatten.

Deshalb hatten sie jemanden gesucht, der sich Tag und Nacht um Jordan und die Zwillinge Melissa und Melanie kümmern konnte und dem sie voll und ganz vertrauten. Myra war glücklich gewesen, als die Sheppards sie aus allen Bewerbern genommen hatten und sie war entschlossen, ihr Vertrauen nicht zu enttäuschen.

Sie nahm Jordan an der Hand. „Komm, Kleiner, es ist Zeit ins Quartier zu gehen. Deine Eltern werden sicher bald kommen. Und deine Schwestern warten auch auf dich.“

„Ach, die sind doch noch viel zu klein, um mit mir spielen zu können.“

„Keine Sorge, das wird sich bald ändern. Und dann musst du auf sie aufpassen. Schließlich bist du schon ein großer Junge, oder?“

„Ja, das bin ich! Und wenn ich groß bin, werde ich wie mein Vater mit Raumschiffen fliegen und alle Menschen in Atlantis beschützten.“

„Siehst du, genau das meine ich, Jordan.“

„Da, Myra! Sieh doch!“

Myra wandte ihren Blick dem großen Panoramafenster zu, das ein Pier von Atlantis zeigte. Dort setzte gerade ein großes Raumschiff zur Landung an. Sie blickte genauer hin.

„Das ist die Daedalus! Sie kommt von der Erde und bringt sicher Neuigkeiten mit. Komm, wir sehen mal, ob wir uns in die große Halle schleichen können.“

Jordan war sofort Feuer und Flamme. Zusammen mit Myra machte er sich auf den Weg. In der großen Halle mit dem Stargate hatten sich inzwischen schon viele Menschen eingefunden. So fiel es nicht weiter auf, als sie sich dazwischen schmuggelten.

Sie hörten viele Stimmen und aufgeregtes Reden. Da war etwas passiert, und Myra war sicher, dass es nichts Gutes war. Sie sah auch einige Furlinger in der Halle. Vor einigen Jahren hatten sie eine Gruppe dieser Wesen getroffen, und da sie die letzten ihrer Art in diesem Quadranten waren, nahmen sie das Angebot an in Atlantis zu bleiben. Inzwischen hatten sie sich gut eingelebt und waren eine große Hilfe für die Menschen. Myra fragte sich, was wohl geschehen war, dass diese große Aufregung gerechtfertigte.

John Sheppard blickte misstrauisch auf Colonel Caldwell, der mit der Daedalus in Atlantis erschienen war und ihnen diese unglaubliche Neuigkeit überbrachte. Jetzt wussten sie auch, warum sie schon seit einiger Zeit nichts mehr von der Erde gehört hatten. Sie waren deshalb aufs äußerste beunruhigt gewesen. Auch ein Wurmloch hatte sich nicht mehr aufbauen lassen. Caldwell lieferte nun die Erklärung dafür.

„Sie scherzen, Colonel“, sagte Weir gerade.

„Nein, Madam, das tue ich beileibe nicht. Die Nachricht erhielten wir vor kurzem über Subraum. Wir wurden aufgefordert zur Erde zurückzukehren, weil der neu gewählte Präsident der USA dies befahl. Eine offizielle Erklärung gab es nicht, aber ich dachte nicht daran umzukehren, bevor mir diese Nachricht nicht bestätigt wurde. Wie Sie konnte ich es einfach nicht glauben. Doch dann erhielten wir eine zweite, diesmal verschlüsselte Botschaft. Sie stammte vom SGC, in der man uns erklärte, dass der neue Präsident Philipp Sheppard ist und unsere Rückkehr angeordnet hatte.“

„Ich wusste, dass sich mein Vater als Präsidentschafts-Kandidat hat aufstellen lassen“, sagte John noch immer schockiert. „Aber das die Menschen so dumm sein konnten, ihn auch noch zu wählen, daran konnte und wollte ich einfach nicht glauben.“

„Warum hat man uns in Atlantis nicht darüber informiert?“, fragte Weir. „Schließlich haben die amerikanischen Expeditionsmitglieder auch ihre Stimme abgegeben.“

„Und alle gegen den Präsidenten gestimmt, nehme ich an. Genau das war der Grund, warum man Sie nicht informiert hat.“

„Und was ist mit Ihnen?“

„Die Daedalus untersteht noch immer dem Kommando der USA. Und es ist gekannt, dass wir unsere persönlichen Differenzen hatten“, meinte Caldwell.

„Sie meinen, Sie wollten den Posten des Kommandanten haben. Nun, nachdem Sheppard Sen. der Präsident ist, werden Sie ihn wohl auch bekommen.“


„Nur über meine Leiche!“, regte sich John auf. „Vergessen Sie niemals, dass Anny nur mir gehorcht. Wenn ich will, kann ich die ganze Stadt blockieren.“

„Das wird sich Ihr Vater auch gesagt haben, Colonel, denn die Apollo, die Odyssee und noch zwei andere Schiff sind auf dem Weg hierher. Sie werden in einer Woche ankommen.“

„Und was ist mit Ihnen?“

Caldwell sah John an. „Ich soll mich dem Verband anschließen.“

„Und sicher werden Sie das auch tun“, meinte John verächtlich. „Bisher sind Sie immer Konform mit den Befehlen umgegangen.“

Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 17.12.2007, 17:21    Titel: Antworten mit Zitat

Oha das waren jetzt aber sehr viele Informationen.

John und Rhiana sind Eltern...3 Kinder und Sheppard hat die KI aktiviert. Tja und die ERde untersteht dem Komando von Sheppard senior. Doch das die USAF so dumm ist und dann ihre Schiffe schickt...oh nein..also wirklich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 18.12.2007, 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Tja, was John macht in dieser Situation erfährst du jetzt. Ist ja klar, dass Sheppard sen. Atlantis in die Hand bekommen will.

Teil 2

„Da gibt es nichts zu überlegen. Ich stehe gewissermaßen zwischen zwei Stühlen. Die Erde, aber auch Atlantis liegt mir sehr am Herzen. Und ich weiß, was Ihr Vater plant. Deshalb wird die Daedalus und auch ihre Besatzung auf Ihrer Seite sein. Bevor wir hier landeten, habe ich an Bord abstimmen lassen. Alle haben sich dafür entschieden, auf Ihrer Seite zu sein, Colonel.“

John sah Caldwell ungläubig, aber auch dankbar an. Diese Entscheidung, ausgerechnet von Caldwell hatte er nicht erwartet. Er sah Umesh Mehra, den Vertreter der Furlinger an. „Was werden Sie tun? Unser Krieg geht Sie im Grunde nichts an.“

„Atlantis ist unsere neue Heimat. Wir werden Ihnen helfen Atlantis zu verteidigen, wenn die Schiffe hier eintreffen.“

„Das wird vielleicht nicht nötig sein“, sagte John mit einem verschmitzten Lächeln. „Sind alle Teams in der Stadt?“

„Lornes Team ist noch draußen, aber sie werden in einigen Stunden zurück erwartet“, sagte Weir.

„Was hast du vor, John?“

Sheppard sah seine Frau an. „Wir kämpfen nicht gegen die Erdenschiffe, wenigstens jetzt noch nicht. Wenn alle einverstanden sind, werde ich Atlantis in die Milchstraße fliegen. Dort suchen wir uns in Erdnähe ein gutes Versteck und starten die Rückeroberung unserer Heimat.“

Einen Moment herrschte atemlos Stille.

„Ist das denn möglich?“, fragte Caldwell.

„Anny, wie lange würde ein Flug in die Milchstraße dauern?“

Sofort materialisierte sich die KI. „Vierzehn Tage, zwölf Stunden, sechzig Sekunden.“

John musste lachen. „Du hast es ja genau ausgerechnet.“

„Ich wusste, dass du das vorschlagen würdest, John, und habe deshalb schon im Voraus diese Berechnung angestellt.“

„Nun, was haltet ihr davon?“, fragend blickte John in die Runde.

Es erfolgte allgemeines Nicken. Auch die Furlinger waren bereit mit ihren beiden Schiffen mitzukommen.

„Damit hast du vier Schiffe und kannst dich General nennen“, meinte Rhiana scherzend.

„Ich bin ebenfalls einverstanden“, sagte Caldwell. „Ich gebe gerne zu, Sheppard, dass ich mich in Ihnen sehr getäuscht habe. Am Anfang hielt ich sie für einen Emporkömmling, der sich mit Hilfe einflussreicher Freunde nach oben gearbeitet hat. Doch nachdem ich nun seit Jahren mit Ihnen zusammen arbeite, gebe ich neidlos zu, dass Sie der bessere Mann sind.“

John gab Caldwell spontan die Hand und besiegelte damit eine Freundschaft, die lange anhalten sollte.


Planet Erde

Zufrieden blickte Philipp Sheppard aus dem Fenster seines Büros in Washington DC. Von dort aus hatte er einen guten Blick auf das Weiße Haus. Dort würde er morgen um diese Zeit stehen und sein neues Amt als Präsident der Vereinigten Staaten antreten. Damit würde er einer der mächtigsten Männer der Erde werden.

Sheppard schnaufte verächtlich auf. Die Amerikaner waren wirklich ein Volk, das sich leicht um den Finger wickeln ließ. Ein paar Versprechungen und einige gute Taten und schon standen sie hinter jedem, der ihnen versprach in Zukunft noch mächtiger und reicher zu werden. Die Monate der Vorbereitungen hatten Früchte getragen. Er hatte dafür gesorgt, dass die terroristischen Anschläge der letzten Monate noch zunahmen.

Durch diese Anschläge hatte er das amerikanische Volk in Angst und Schrecken versetzt und so verängstigt, dass sie jeden Verdächtigen als Terroristen angezeigt hatten. Sogar Übergriffe auf suspekte Personen waren bekannt geworden. Hier trat er in Erscheinung indem er viele Schuldige entlarvt und dafür gesorgt hatte, dass diese hinter Gittern kamen. Das hatte ihn beim amerikanischen Volk so beliebt gemacht, dass sie ihn mit großem Vorsprung zum neuen Präsidenten gewählt hatten. Der vorherige Präsident hatte keine Chance gehabt.

Dabei ahnten diese Narren nicht einmal, dass seine Leute dahinter steckten und die meisten Verurteilten unschuldig waren. So hatte er auf elegante weise Personen unschädlich gemacht, die gegen ihn arbeiteten. Niemand forschte groß nach. Die Terroranschläge hörten auf, also hatte man die Schuldigen gefasst. Alles andere interessierte die Masse nicht.

Und morgen würde er noch mehr tun. Seine erste Rede als amerikanischer Präsident würde für große Unruhe und Ängste sorgen, denn er hatte vor, dass Stargate-Programm und die Existenz Außerirdischer Publik zu machen. Das würde zu Panik auf der ganzen Welt führen und viele alte Regierungen stürzen. Natürlich würden auch in den USA Unruhen ausbrechen und er gedachte diese insgeheim noch zu schüren.

Offiziell wollte er die Unruhen natürlich verurteilen und dafür sorgen, dass sie aufhörten. Dazu brauchte er selbstverständlich mehr Rechte, als jeder bisherige Präsident. Am Ende würde es darauf auslaufen, dass er nicht mehr abgewählt werden konnte. Ohne das die Menschen es bemerkten, würde er die Schlinge um sie immer enger ziehen, bis sie seine Sklaven waren, über die er nach belieben verfügen konnte.

Nur die Arya-Varta und die Bewohner von Atlantis konnten ihm noch gefährlich werden. Deshalb wollte er dafür sorgen, dass diese vernichtet wurden und Atlantis sollte auch ihm gehören. Schließlich war das die alte Stadt der Vorfahren, die sein verräterischer Sohn und seine Brut widerrechtlich in Besitz genommen hatten.

SGC, zur selben Zeit

Im Stargate-Center sah man der morgigen Einführung von Philipp Sheppard mit gemischten Gefühlen entgegen. Wenn der Führer der Saat Bhai auch Präsident der Vereinigten Staaten war, waren die Tage des bisherigen SGC gezählt. Sheppards erste Amtshandlung würde sein, die Führer zu ersetzten und jeden, der ihm gefährlich werden konnte unschädlich zu machen.

Natürlich hatten Landry und seine engsten Vertrauten schon längst auf diesen Tag hingearbeitet. Den meisten Angehörigen des SGC würde nicht viel passieren, sie würden den Befehlen des neuen Präsidenten weiterhin gehorchen, egal ob dieser Hayes oder Sheppard hieß. Die Führungsriege um Landry wusste jedoch, was ihnen blühen würde.

Mit General O’Neill hatte er sich schon längst abgesprochen. Jack würde zwar auch zu den Gefährdeten gehören, doch nicht so sehr, wie sie hier unten im Berg. O’Neill war der Kommandeur der Heimatverteidigung, dass dem IOA unterstellt war. Das IOA wiederum wurde von allen Nationen gebildet, die vom Stargate-Programm wussten, also nicht von den USA alleine. Aber für den Fall aller Fälle hatte auch O’Neill für seine Sicherheit gesorgt. Sollte es notwendig werden, würde er blitzschnell untertauchen können.

Sergeant Harriman trat in Landrys Büro und unterbrach die Gedanken des Generals.
„Walter?“, fragend blickte der General auf den langjährigen SGC-Mitarbeiter.

„Es ist alles bereit, Sir. Sobald Sie es befehlen, können wir mit der Evakuierung beginnen.“

„Sehr gut, Walter, dann sind jetzt die Letzten eingetroffen?“

„Fast, General! Nur SG-1 fehlt noch.“

„Dann wollen wir mal hoffen, dass sie bis morgen auch hier eintreffen.“

Der Tag verging schnell und Landry verbrachte eine unruhige Nacht. Er stand früh auf und ging die Kantine, um erst einmal ein kräftiges Frühstück zu sich zu nehmen. Er war nicht überrascht, dort viele seiner engsten Mitarbeiter anzutreffen.

„General, Sie sind früh auf“, begrüßte Colonel Carter ihn.

„Sie auch, Colonel. Wie ich sehe, ist SG-1 inzwischen vollzählig eingetroffen.“

Landry ließ seinen Blick über Dr. Jackson, Colonel Mitchell und Vala Mal Duran schweifen. Er sah auch Angus MacGyver und dessen Frau Maria in der Nähe sitzen, sowie seine Tochter Carolyn Lam, die leitende Ärztin des SGC. Wie schon so oft bewunderte Landry die Ähnlichkeit MacGyvers mit Jack O’Neill, was aber kein Wunder war, wo sie doch Verwandte waren.

„Wir sind vor einer Stunde eingetroffen“, beantwortete Carter seine Frage. „Glauben Sie wirklich, dass dies notwendig ist?“

„Meine Liebe, was glauben Sie tut Sheppard als erstes? Er wird uns versetzen, wenn wir Glück haben. Ich wette, dass wir alle zusammen nach Washington beordert werden und unterwegs wird unser Jet einen bedauerlichen Unfall erleiden.

Carter wusste, dass der General wahrscheinlich Recht haben würde, aber noch immer konnte sie nicht glauben, wie das alles passieren konnte. Zwölf Jahre hatten sie für die Erde gekämpft, gelitten und viele Freunde verloren. Und nun sollte das alles umsonst gewesen sein?

Sie sahen alle auf, als Sergeant Harriman hereinkam und zielstrebig auf Landry zukam. „General, diese Nachricht erreichte uns gerade aus Washington.“

Landry nahm den Zettel und las. Obwohl er damit gerechnet hatte, wurde er blasser mit jeder Zeile, die er las. Dann reichte er den Zettel an Carter weiter.

Sie las ebenfalls. Dann blickte sie auf. „Wir werden alle nach Washington beordert. Zusammen und noch heute. Sie hatten recht, Sir!“

„Natürlich hatte ich Recht!“

„Wir führen den Plan also durch?“, fragte Jackson.

„Ja, auf der Stelle“, sagte Landry.

„Sir, die Rede des Präsidenten beginnt gleich“, erinnerte Harriman.

„Wollen wir uns die zusammen anhören?“

Alle nickten und folgten Landry in den großen Besprechungsraum, wo sie den riesigen Bildschirm einschalteten. Der Sprecher des Präsidenten war schon zu sehen. Nun würde es nicht mehr lange dauern.

Schweigend warteten sie, bis Sheppard auf dem Bildschirm auftauchte. Er sah schweigend und ernst in die Kamera. Landry stellte erneut fest, dass er äußerlich, aber auch innerlich keine Ähnlichkeit mit seinem Sohn John Sheppard hatte. Dann begann der Präsident zu sprechen. Zuerst kam die übliche Rede, wie glücklich er wäre, der neue Präsident zu sein und das er das Vertrauen der Bevölkerung nicht enttäuschen würde. Das übliche unehrliche Gerede also.

Der Hammer kam jedoch zum Schluss.

„Meine Damen und Herren, liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen. Was ich jetzt zu verkünden habe, wird sie schockieren und Ihre bisherigen Anschauen über den Haufen werfen. Ich versichere Ihnen jedoch, dass es keinen Grund zur Panik gibt.“

Die Anwesenden im SGC sahen sich schockiert und entsetzt an. Sheppard würde doch nicht …!

„Liebe Bürger und Bürgerinnen! Es gibt Außerirdische!“

Sheppard begann das Stargate-Programm zu enthüllen. Dazu zeigte er Videos von Raumschiffen, Außerirdischen und auch Bilder vom Stargate selbst. Seine ganze Rede und Ausführungen dauerten über eine Stunde.

Alle im SGC hörten atemlos zu.

„Ich kann es nicht glauben“, sagte Carter schließlich. „Er ist verrückt geworden. Das gibt Unruhen und Panik im ganzen Land.“

„Nicht nur bei uns“, meinte Jackson. „Seine Rede wird in der ganzen Welt gehört. Die Welt wird verrückt spielen.“

„Das ist seine Absicht“, sagte Landry. „Der Mann ist noch gefährlicher, als wir dachten. Wir haben ihn gewaltig unterschätzt.“

„Sir“, Walter kam erneut herein. „Oben am Tor sind Männer vom Secret Service aufgetaucht. Sie wollen Sie und auch das SG-1-Team, sowie einige Wissenschaftler und Führungsoffiziere sprechen.“

„Es geht schon los“, sagte Mitchell.

Das Secret Service war für die Sicherheit des Präsidenten verantwortlich und sie nahmen auch Verhaftungen im Falle von Landesverrat vor.

„Riegelt die unteren Levels ab“, sagte Landry. „Niemand, der nicht unsere Erlaubnis hat, darf herein. Beginnen Sie mit dem Anwählvorgang und der Evakuierung.“

„Ja, Sir!“, sagte Walter.

Diese Aktion hatten sie seit Wochen vorbereitet. Alle gefährdeten Wissenschaftler, Militärs und ihre Familien waren heimlich ins SGC geschafft worden. Von hier würden sie zu einer anderen Welt gehen. Dass der Präsident so schnell reagieren und ihnen gleich das Secret Service ins Haus schicken würde, hatten sie im Grunde nicht erwartet. Trotzdem war auch für so einen Fall vorgesorgt worden.

Landry hatte seine Sachen schon längst gepackt. Er brauchte nicht viel. Und seine Tochter würde sie als Ärztin in die neue Welt begleiten. Von dort wollten sie den Kampf um die Erde aufnehmen.

Die untersten Stockwerke wurden blitzschnell abgeriegelt. Keiner, der nicht auf Landrys Seite war, hielt sich noch hier unten auf. Die neuen Machthaber würden mindestens drei bis vier Stunden brauchen, um die verriegelten Tore aufzubrechen. Dann aber würden sie niemanden mehr antreffen.

Landry sah zufrieden zu, wie einer nach dem anderen durch das Stargate ging. Erst, als der letzte durch war, schloss er sich an. Auch Walter wollte sie begleiten, obwohl er sicher nicht viel zu befürchten gehabt hatte. Er war nur ein kleiner Sergeant, der Befehle ausführte. Aber Walter wollte seine Freunde nicht im Stich lassen und hatte darauf bestanden mitzukommen.

Landry warf noch eine Blick zurück und sah noch, wie der Stargate-Computer in einer Explosion zerstörte wurde, dann trat er durch das Wurmloch und kam auf dem anderen Planeten heraus. Dies war jedoch noch nicht ihr endgültiges Ziel.

„Alle da?“, fragte Landry und sah sich um.

Zufrieden sah er, wie die ca. 400 Menschen zustimmend nickten. „Dann wählen Sie die Alpha-Basis an, Walter.“

„Sehr wohl, Sir.“

Harriman wählte ihren endgültigen Zielplaneten an. Sollten sie auf der Erde durch einen Zufall die Adresse herausfinden, würden sie hier in einer Sackgasse landen. Ihr Ziel war eine Welt im Sirius-System, also praktisch vor der Nase der Erde. Da der Planet jedoch kein Sternentor besaß, war er bisher noch nicht entdeckt worden.

Das SG-1-Team hatte diesen kleinen Mond jedoch gefunden, als sie eine geheime Basis für das alte Stargatekommando suchten. Er war kleiner als die Erde, umkreiste einen Gasriesen, besaß aber eine atembare Atmosphäre. Sie hatten ein Sternentor hergebracht und eine Basis errichtet. Die ankommenden Menschen würden ein gemütlich eingerichtetes kleines Dorf vorfinden.

Auch jetzt wartete Landry bis alle durch waren. SG-1 war mit den ersten durchgegangen, weil sie maßgeblich an der Errichtung der Siedlung beteiligt gewesen waren. Die Häuser waren im Kreis gebaut worden, dass Stargate stand in der Mitte der Siedlung. Die Unterkünfte waren große Wohncontainer in grüner Farbe, die sich hervorragend der Landschaft angepasst hatten. Das Dorf selbst war in einem kleinen grünen Tal, am Ufer eines Flusses errichtet worden. Die ersten Siedler waren schon vor ihnen eingetroffen und hatten eine funktionierende Strom- und Wasserversorgung errichtet. Jedes Haus war gleich groß und gleich eingerichtet worden. So würde es keinen Streit geben und jede Familie konnte sogleich in ihr neues Heim einziehen. Landry war für den Moment zufrieden. SG-1 hatte wie immer gute Arbeit geleistet. Sobald sie sich eingerichtet hatten, konnten sie mit der Planung zur Rückeroberung der Erde beginnen.

Atlantis
Milchstraße

Sie hatten exakt die von Anny vorhergesagte Zeit in die Milchstraße gebraucht. Da dauernd jemand während des Fluges im Stuhl hatte sitzen müssen, hatte John auch andere Besitzer des Gens in den Flug eingewiesen. Anny hatte ihnen jede nur erdenkliche Hilfe angeboten und es dem Piloten so erleichtert die Stadt zu fliegen. Waren sie im Hyperraum, war dies eine Routineangelegenheit, die im Grunde jeder mit dem Gen durchführen konnte. Der jeweilige Pilot musste nur dafür sorgen, dass das Stadtschiff auf Kurs blieb. Um niemanden zu überfordern gab es alle vier Stunden eine Wachablösung. Nur wenn schwierige Manöver ausgeführt werden musste, hatte sich John auf den Stuhl gesetzt. So konnte er seine Routinearbeit ganz wie gewohnt erledigen.

Die Daedalus, die Excalibur und die Walhalla hielten gut mit. Die Orion war schon voraus geflogen. Die Furlinger waren sehr interessiert daran in die Ursprungsheimat zurückzukehren. Umesh Mehra, der Premierminister der Furlinger hielt sich oft in Atlantis auf und besprach sich mit Sheppard. Außerdem informierte er sich über die Zustände der Erde. Anny hatte dafür gesorgt, dass auch währende des Fluges mit aktivierten Schild die Stadt von den anderen Schiffe angeflogen werden konnte.

„Das hört sich nicht gut an“, meinte Umesh, als sie wieder einmal zusammen saßen und über die Erde diskutierten. John hatte Umesh wie schon oft einen Dokumentarfilm über die Erde gezeigt. „Euer Planet ist wunderschön, aber ihr Menschen wisst ihn nicht zu schätzen.“

John seufzte vernehmbar auf. „Da stimme ich dir zu, Umesh. Leider herrscht immer noch Mord und Todschlag auf meinem Planeten. Geldgier und Macht ist das erstrebenswerteste Ziel vieler einflussreicher Menschen. Mein eigener Vater gehört dazu. Hätten die Verantwortlichen das Wohl der Menschen im Sinn könnte dort das Paradies herrschen.“

„Das sollte sich ändern, John. Wir Furlinger mögen uns von den Werten unseres Volkes durch die lange Isolation ebenfalls entfernt haben, aber es gibt kein Krieg unter uns.“

„Doch ihr seid auch nur wenige. Auf der Erde sind wir über 6 Milliarden Menschen. Diese unter ein Dach zu bringen ist einfach unmöglich. Dazu ist die Mentalität der einzelnen Völker einfach zu verschieden. Doch ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um das zu ändern. Wenn ich die Stelle meines Vaters antreten könnte, würde sich einiges ändern. Doch leider müssen wir ihn vorher entmachten und auch die Saat Bhai in ihre Schranken weisen. Das ist, dass wir zum Volk der Antiker gehören. Wie mir scheint, hat mein Volk noch weniger gelernt und steht noch weiter von den idealen Zuständen entfernt, als die normalen Menschen, denen sie vorwerfen primitiv und minderwertig zu sein.“

Umesh sah ihn nachdenklich an. Die Furlinger waren keine Menschen, wenn auch menschenähnlich. Zwei ausdrucksstarke bernsteinfarbene schräg stehende Augen blickten John an. Der Kopf war von einem kurzen Fell überzogen, das nur das Gesicht frei ließ. Anstelle von Haaren besaß Umesh einen dunkelroten sichelartigen Kamm. Zwei kleine runde Ohren vervollständigten das ungewöhnliche Antlitz.

Die Menschen von Atlantis hatten sich schon lange an diesen Anblick gewöhnt. Doch wie würde es mit den normalen Menschen sein?

In diesem Augenblick sprach Johns Funkgerät an.

„Was ist Chuck?“, fragte John.

„Colonel, wir erreichen unser Zielsystem. Sie wollten informiert werden.“

„In Ordnung, ich komme“, John sah Umesh fragend an.

Der Furlinger verstand sofort. „Ich komme mit.“

Sheppard schaltete den Film aus und zusammen gingen sie in den Stargate-Raum, wo schon Elizabeth und einige anderen warteten. Sie gingen auf den großen Balkon, wo sie die beste Sicht hatten.

„Wer ist im Stuhl?“, fragte John.

„Lorne“, antwortete McKay.

„Gut, er ist nach mir der beste Mann dafür.“

„Wäre es nicht besser, wenn du das übernehmen würdest?“, fragte McKay im ängstlichen Tonfall. „Soviel ich weiß, hat er die Stadt noch nie gelandet.“

„Anny?“, wandte sich John an die KI von Atlantis, die natürlich wie immer alles gehört hatte.

„Markus kann mich sehr gut fliegen. Er wird es schaffen.“

„Sehr gut, dann wird das seine Feuertaufe.“

„Ich bin strickt dagegen“, rief Rodney mit panikerfüllter Stimme.

„Willst du das übernehmen?“

„Ich? Bist du verrückt?“

John grinste vor sich hin. Er blickte nach unten, als sich eine kleine Hand in seine schob und er kannte fast 3-jährigen Sohn.

„Jordan, was machst du hier?“

„Ich will das auch sehen, Vater.“

John sah seine Mutter und Rhiana auf dem Balkon auftauchen. Im Hintergrund erkannte er Myra, die den Kinderwagen mit den Zwillingen schob und war etwas beruhigt.

„Na schön, mein Sohn! Aber du wirst hier stehen bleiben und alles tun, was ich sage.“

„Ja, Vater“, sagte Jordan in so artigem Ton, dass John ihn prüfend anblickte. Der Kleine hatte es nämlich faustdick hinter den Ohren und konnte ihn glatt anlügen ohne rot zu werden. Er fragte sich ernsthaft, woher er das wohl hatte. Doch John kannte den Blick den der Kleine dann auf dem Gesicht trug und so konnte Jordan ihn nie täuschen. Diesmal schien er es jedoch ehrlich zu meinen.

„Ich passe auf ihn auf, Mr. Sheppard“, sagte Myra, die herangekommen war und die Hand von Jordan nahm.

John aktivierte sein Funkgerät. „Lorne, sind Sie bereit?“

„Bereit?“, kam es erstaunt zurück.

„Für die Landung.“

„Sir!“, Lorne klang nicht sehr begeistert. „Wollen Sie das nicht übernehmen?“

„Nein.“

Auf dem Stuhl verzog Lorne nicht gerade erfreut sein Gesicht. Joane Kardolan, die neben ihm saß und ihm Gesellschaft geleistet hatte, drückte ihm aufmunternd die Hand.

„Du schafft das schon, Markus. Zeig ihnen, was du kannst.“

In der Nähe arbeiteten Dr. Radek Zelenka und sein zweites Teammitglied Jonas Quinn an den Computeranlagen und überwachten die Anzeigen.

„Sie schaffen das schon“, meinte auch Radek und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Konzentrieren Sie sich einfach auf die Landung.“

„Ich werde dir schon helfen, Markus.“

Die sympathische Stimme der KI beruhigte ihn etwas. „Danke, Anny. Dann lass uns einfach beginnen.“

Lorne begann sich auf die Landung zu konzentrieren. Dazu verbannte er jeden störenden Gedanken aus seinem Gehirn. Vor ihm erschien auf einem riesigen Bildschirm der Zielplanet. Er gehörte zum Doppelstern Alpha Centauri und war nur 4 Lichtjahre von der Erde entfernt. Sie hatten sich entschlossen direkt vor der Haustür der Erde zu landen. Die Orion, unter dem Kommando von Commander Jeffrey Bond war voraus geflogen und hatte nach einem geeigneten Versteck gesucht. Alpha Centauri galt als uninteressant, da keiner der Planeten ein Stargate besaß und die Planeten für Menschen nicht bewohnbar waren.

Doch auf dem Mond, der einen Gasriesen um Alpha Centauri umkreiste, hatte Bond ein ideales Versteck gefunden. Der Mond war viel kleiner als die Erde, besaß jedoch eine atembare Atmosphäre und einen kleinen Ozean. Das Klima war nicht sehr angenehm. Es war entweder zu warm oder zu kalt, je nach Tageszeit. Dazu kam, dass eine dichte Wolkendecke den Planeten einhüllte, die kaum einmal die Sonne durchließ. Sie wollten dort aber ja nicht siedeln und die Wolken gaben noch eine zusätzliche Deckung gegen den Weltraum, wenn man den Mond nicht gerade scannte. Doch in einem solchen Falle konnten sie den Schild einschalten und niemand würde sie finden. Ein Stargate brauchten sie auch nicht, da Atlantis sein eigenes besaß.


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 18.12.2007, 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

So jetzt sibd die als in der Milchstraße.

Ist auch bitter nötig, nachdem Sheppard die Öffentlichkeit vom Stargate informiert hat. Wie konnte er nur?

Hmm wäre lustig gewesen wenn Atlantis genau da landet wo SG1 ist...leider ein Stück weiter links..wenn man das so sagen kann...schade eigentlich. Di Gesichter hätte ich gerne gtesehen wenn dann lötzlich ne fliegende Stadt vorbeifliegt...*g*
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 19.12.2007, 08:28    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Wäre sicher gewesen Atlantis dort zu landen. Aber das ist nicht so einfach, wie man in der 2. Folge von Staffel 4 sieht. Und außerdem muss John die Stadt ja verstecken. Und das nicht unbedingt auf dem gleichen Planeten.

Teil 5

Lorne steuerte die graubraune Brühe an und wusste, dass er mit Turbulenzen zu rechnen hatte, wenn er die Wolkendecke durchquerte. Die Erschütterungen würde Atlantis jedoch spielend ausgleichen können.

Und schon ging es hinein. Lorne konzentrierte sich auf seine Aufgabe und steuerte die Stadt souverän durch die Wolkendecke.

„Sehr schön“, sagte Anny gerade. „Achtung! Eine Turbulenz wird uns gleich treffen. Ich werde sie aber ausgleichen. Den Rest werden die Trägheitsdämpfer erledigen.“

Mit Annys Hilfe ging es leichter als gedacht. Trotzdem war Lorne erleichtert, als sie die Wolkendecke durchstießen und sich langsam der Oberfläche näherten. Die Raumschiffe folgten ihm dichtauf.

„Ich sehe unser Ziel“, sagte die KI.

Da sah Lorne das Ringgebirge auch schon vor sich auftauchen. Innerhalb dieses Gebirgsringes lag ihr Ziel. Ein riesiger See von kreisrunder Fläche. An einigen Stellen schloss das Wasser direkt an die Berge an, anderer Stelle konnten sie noch trockenes Land sehen. Der Durchmesser des Ringes betrug etwa dreihundert Kilometer.

„Das sieht mir mehr wie ein Krater aus“, meinte Joane.

„Du kannst Recht haben. Entweder ist es ein gewaltiger Supervulkan oder das Einschlagsloch eines Asteroiden“, meinte Jonas. „Es wird unsere Aufgabe sein, das heraus zu finden.“

Lorne sagte nichts dazu. Er musste sich auf seine Arbeit konzentrieren und setzte mit der Stadt zur Landung auf dem Wasser an. Platz genug war da für die komplette Stadt.

„Langsam jetzt, Anny“, sagte Lorne, als das Wasser immer näher kam. „Wir sind noch zu schnell.“

Er dachte daran den Antrieb langsam aber sicher immer mehr herabzusetzen und Atlantis gehorchte ihm ohne Widerrede. Das Wasser kam näher und näher und schließlich setzte die Stadt ohne nennenswerte Erschütterung auf der Oberfläche auf.

Er hatte es geschafft!

Lorne atmete erleichtert auf. Er hörte das Klatschen der Zuseher kaum, die ihn zu dieser glatten Landung beglückwünschten. Erst Joanne brachte ihn in die Wirklichkeit zurück, als sie ihm einen Kuss auf die Wange hauchte.

„Das war fantastisch, Großer, und hat eine Belohnung verdient, die ich dir nach Dienstschluss persönlich überreichen werde.

Lorne lächelte seine Freundin an. Schließlich erreichte ihn die Stimme von Sheppard, der ihm ebenfalls zu seiner guten Landung gratulierte.

Im Kontrollraum sah John seine Freunde an. „Ihr seht, Lorne hat die letzten Jahre viel von mir gelernt. Nach mir hat er wohl das stärkste Gen, außer den richtigen Antikern. Und er kann die Anerkennung gut gebrauchen. Und es stärkt sein Selbstbewusstsein für die Aufgaben, die ich ihm noch geben werde. Schließlich kann ich nicht überall zur gleichen Zeit sein und werde zuverlässige Freunde brauchen.“

„Da kann ich meinem Sohn nur zustimmen“, meinte Vanessa.

Insgeheim dachte sie, dass sie sich schon genug Sorgen um ihren Sohn machen musste. Und so war es ihr nur recht, wenn ihr einziger Sohn nicht dauernd an vorderster Front war.

„Als erstes werden wir die Gegend sichern und überall im Sonnensystem nachforschen, ob alles sicher ist. Nicht, das wir noch eine böse Überraschung erleben“, bestimmte Sheppard.

Zwei Wochen später
Planet Erde
Irgendwo auf dem afrikanischen Kontinent

Der Einsatz unterschied sich nicht von den anderen Aufgaben, welche Byron Leblanc bisher von Ashton erhalten hatte. Und doch schien es ihm, als sei es diesmal etwas anderes. Den Grund für diesen Gedanken konnte er sich nicht erklären, und so beschloss er, dieses Gefühl in seinem Inneren zu ignorieren und sich ganz auf die Verfolgung der Flüchtenden zu konzentrieren. Diese Frau war anders als die gewöhnlichen Terroristen, die er sonst im Auftrag von Ashton jagte. Als Jäger war er einer der gründlichsten und erfolgreichsten. Normalerweise hätte Byron über diese Aufgabe geschmeichelt sein müssen, denn Ashton bewies ihm damit, dass er ihm traute, sofern sein Chef überhaupt jemand traute.

Diesmal stellte sich die Verfolgte jedoch als besonders hartnäckig oder als besonders schlau heraus. Je nachdem, von welchem Standpunkt aus man es betrachtete. Seit Tagen verfolgte Byron sie schon durch das ganze Land und immer wieder gelang es ihr, sich der Verhaftung zu entziehen.

„Byron, kann du mich hören?“

Die Stimme erklang durch den Kopfhörer seines Funkgerätes, dass er immer eingeschaltet bei sich trug. Ashton hielt es nicht für nötig, sich über die normalen Kommunikationskanäle mit ihm in Verbindung zu setzen. Auch hielt er diese für nicht Abhörsicher.

„Ich höre dich“, antworte Byron leise. Hätte er das nicht getan, würde Ashton ihm bei seiner Rückkehr eine seiner Standpauken halten. Und darauf konnte Byron gerne verzichten.

„Hast du die Frau endlich gefunden? Unser oberster Boss wird schon ungeduldig.“

„Nein, sie ist erneut untergetaucht. Die Freiheitsbewegung der Stadt scheint ihr zu helfen. Vielleicht sollten wir uns einmal darum kümmern.“

„Das hat später noch Zeit. Jetzt ist erst einmal die Frau wichtig. Sie muss endlich ausgeschaltet werden.“

„Ich werde mein bestes tun“, versprach Byron und war froh, als Ashton die Verbindung unterbrach.

Byron hatte gespürt, dass Ashton sehr wütend war, weil er die Frau noch immer nicht gefunden hatte und der Agent nahm sich vor, seine Bemühungen zu verstärken. Alle Unsicherheiten verbannte er in den hintersten Winkel seines Bewusstseins.

Der Agent konzentrierte sich auf die Steuerung seines Gleiters. Als Mitglied der Geheimpolizei der Saat Bhai hatte Byron ein Anrecht auf dieses Fluggerät, und brauchte nicht die normalen Verkehrswege zu benutzen. Es war ein ungeheurer Vorteil, bei seiner Jagd so beweglich zu sein.

Seine derzeitige Partnerin hatte eine neue Spur von der Flüchtenden gefunden und ihn informiert. Sie arbeite als Undercover-Agentin in der Minenstadt, die Byron ansteuerte. Die Stadt lag abseits der normalen Route, und wurde nur von wenigen Menschen angeflogen oder besucht. Hier hatte die Gesuchte sich mit einem anderen Terroristen getroffen. Byron hatte vor mit den Terroristen aufzuräumen. Sie gefährdeten nicht nur die Antiker sondern auch die normalen Menschen.

Im Gegensatz zu Ashton und der Führung der Saat Bhai war Byron jedoch nicht der Ansicht, dass die Menschen minderwertig waren. Sie waren einfach noch nicht so weit entwickelt wie sie, im Grunde waren sie noch Kinder. Sie brauchten deshalb strenge, aber gerechte Führung. Und darin hatten die Arya Varta versagt. Nun waren die Saat Bhai an der Reihe, dieses besser zu machen. Unter ihrer Führung würde es auch den Menschen gut gehen.

Die Landschaft unter ihm veränderte sich kaum. Sanddünen und niedrige Hügel wechselten sich in gleichmäßiger Reihenfolge ab. Byron stellte sich lieber nicht vor in dieser Einöde, tief im afrikanischen Wüstengebiet notlanden zu müssen. Deshalb war er froh, als die Bergbausiedlung vor ihm auftauchte und er um Genehmigung zur Landung nachfragen konnte. Das Flugfeld war nur klein. Nach der Landung stellte er den Antrieb ab und schwang sich geschmeidig aus der Pilotenkanzel.

Byron ignorierte die Menschen und ihre neugierigen Blicke und ging auf den Ausgang des Flugfeldes zu. Zwar waren zwei Wochen seit der Bekanntmachung des Stargate-Programmes vergangen und die Lage auf der Erde beruhigte sich langsam, aber solche Raumgleiter gehörten noch nicht in das gewohnte Bild der Allgemeinheit. Wie schon so oft in den letzten Wochen fragte sich Byron, ob Sheppard recht getan hatte mit der Offenbarung.

Die Folge waren Ausschreitungen, Massenhysterie und Panik gewesen. Plünderungen, Demonstrationen und Krawalle waren an der Tagesordnung gewesen. Einige Städte brannten und nur auf dem Land schien es ruhiger gewesen zu sein. Doch dann hatten die Ordnungsträger der jeweiligen Länder eingegriffen und jetzt schien es, als hätten sie alles im Griff. Allerdings galt noch immer in den meisten Ländern der Ausnahmezustand und das Kriegsrecht war ausgerufen worden.

Byron verbannte diesen Gedanken und betrat mit entschlossen Schritten den eigentlichen Bereich der Stadt. Es war reichlich übertrieben, die Ansammlung von einigen Häusern als Stadt zu bezeichnen. Erwähnenswert war nur die angrenzende Gold- und Diamantenmine. Hier lebten nur Minenarbeiter mit ihren Familien, Abenteurer und Glückritter.

Langsam ging Byron die einzige Hauptstraße der Siedlung entlang. Obwohl er noch nie hier gewesen war, kannte er seinen Weg genau. Seine Partnerin hatte ihm den Weg gut beschrieben. Byron bog von der Hauptstraße ab und betrat eine der kleinen Seitengassen. Zielstrebig fand er das gesuchte Haus und klopfte an. Die Tür wurde geöffnet und eine schlanke Gestalt erschien.

Als sie Byron erkannte, winkte sie ihn herein. „Endlich, da bist du ja! Es wurde auch Zeit. Ich habe die Spur dieser Terroristin gefunden, und wenn wir uns nicht beeilen, ist sie wieder weg."

Die Frau war wie Byron eine Geheimpolizistin von Ashton. Ihr Name war Lara Hunter, und Byron hatte schon öfters mit ihr zusammengearbeitet. Wie er war Lara Ashton treu ergeben. Sie verehrte Ashton regelrecht und würde alles für ihn tun. Hunter war lange Zeit in der Pegasus-Galaxie gewesen und dort mit dem Sohn von Philipp Sheppard aneinander geraten. Dies war immer zu ihren Ungunsten ausgegangen und so hatte Philipp Sheppard sie zur Erde gerufen. Hier hoffte er wohl, dass Lara erfolgreicher sein würde, als in der Pegasus-Galaxie. Dies hatte sich als richtig herausgestellt, denn bisher hatte Lara alle ihr gestellten Aufgaben zu Sheppards und Ashtons Zufriedenheit gelöst.

Nach der Amtseinführung von Philipp Sheppard als Präsident der USA war Atlantis spurlos verschwunden. Die von Sheppard hingeschickten Erdenschiffe hatten die Stadt nicht finden können. Man nahm an, dass John Sheppard die Stadt irgendwo auf einem Planeten in der Pegasus-Galaxie versteckt hatte. Viele Schiffe der Saat Bhai suchten dort nach ihr.

Lara Hunter war groß, schlank und hatte lange blonde Haare, die von einer dicken Strähne weißen Haares durchzogen wurde. Byron fragte sich oft, wie sie sich das zugezogen hatte, doch jedes Mal, wenn er danach fragte, wurde er nur von ihr angefaucht, dass ihn das nichts anging und das dies eine Erinnerung war, die sie nicht vergessen wollte. So hatte er es aufgegeben danach zu fragen.

„Ich konnte nicht früher kommen“, verteidigte sich Byron. „Ich ging einigen Spuren nach, die sich immer als falsch herausstellten. Das alles sieht nach einer Verschwörung aus, nach einer Organisation, die gezielt flüchtenden Terroristen zur Flucht hilft.“

„Das gleiche habe ich festgestellt. Und die Flüchtende ist eine ihrer Anführerinnen. Deshalb muss sie gefasst werden. Durch sie bekommen wir dann auch ihre Hintermänner in die Hand.“

Byron folgte Hunter wortlos durch weitere verzweigte Gassen, bis sie vor einer heruntergekommen Spelunke stehen blieb. Beim Anblick des Lokals hatte Byron den Eindruck, dass nur die verwegensten und verdorbensten Individuen darin verkehrten. Er warf einen bezeichnenden Blick auf Hunter, die im Moment keine Uniform der Geheimpolizei trug, da sie Undercover operiert hatte.

„Du bist sicher, dass sie hier ist?“

„Klar doch! Kannst du dir vielleicht ein besseres Versteck vorstellen? Keine anständige Frau würde sich hierher wagen.“

Belustigt verzog Byron sein Gesicht: „Und was ist mit dir?“

„Ich bin keine anständige Frau, ich bin Geheimpolizistin. Was ist nun? Warum zögerst du? Gefällt dir etwa diese Verräterin?“

Ein misstrauischer Blick traf Byron.

„Wie kommst du auf diese Idee?“, fragte Byron betroffen darüber, dass Hunter ihn auf Anhieb durchschaut hatte. Als er das Bild der Unbekannten betrachtet hatte, überkam ihn ein seltsames Gefühl. Ein Gefühl, dass er sich nicht erklären konnte und welches ihn die ganze Zeit verfolgte, ihn an seiner Arbeit behinderte. Byron erkannte plötzlich, dass dieses Gefühl schuld daran war, dass er bisher bei der Jagd versagt hatte.

Schockiert verwarf Byron diesen Gedanken und betrat vor Lara die Kneipe. Er hoffte, dass Hunter nichts aufgefallen war, denn sollte Lara herausfinden, dass sie mit ihrer leicht hingeworfenen Bemerkung ins Schwarze getroffen hatte, würde sie ihn gnadenlos an Ashton verraten. Das durfte niemals geschehen. Byron wollte sich Ashtons Gunst wegen einer flüchtenden Terroristin nicht verscherzen.

Byron zog seine Waffe und stürmte in den Raum, dicht gefolgt von Hunter. „Polizei! Alle bleiben auf ihren Plätzen. Dass ist ein offizieller Einsatz. Wir suchen eine flüchtige Terroristin, und wir wissen, dass sie hier ist.“

Während Byron die Leute durch seine Worte ablenkte, beobachtete Hunter die Anwesenden unauffällig. Eine Taktik, die sie immer anwandten, und die meistens zum Erfolg führte.

„Sie ist im Nebenraum“, rief da auch schon Hunter, weil ihr auffiel, dass der Blick einiger Leute zum Nebenraum ging. Sie rannte mit gezogener Waffe voraus. Byron beeilte sich ihr zu folgen. Es konnte gefährlich werden, und er fragte sich, warum sie nicht mit Verstärkung hier waren, doch gleichzeitig war es ein Routine-Einsatz. Sie verfolgten nur eine einzelne Frau und sie waren zu zweit.

Doch nun sah es so aus, als müssten sie gegen eine ganze Gruppe kämpfen, denn als Byron und Hunter den Nebenraum erreichten, sahen sie sich vier Männern gegenüber, die ihnen den Weg versperrten. Byron glaubte gerade noch eine schlanke Frauengestalt zu sehen, die durch eine Nebentür verschwand.

„Was wollt ihr hier?“, herrschte sie einer der Männer an, der Byron mindestens um einen Kopf überragte.

„Geh aus dem Weg“, verlangte Byron und hob drohend seine Waffe. Hunter folgte seinem Beispiel. Sie würden beide nicht zögern, ihre Waffen einzusetzen.

Der Mann und seine Freunde lächelten nur und dachten nicht daran, den Weg freizugeben. Jetzt war Byron in seinem Element. Vergessen war die Unsicherheit und der Gedanke an die fremde Frau. Er sah Hunter an und diese nickte zustimmend. Er war kein Telepath, doch als Saat Bhai war er den Menschen in der Entwicklung weit überlegen. Er war wegen seiner Fähigkeit, anderen mit Suggestivkraft seinen Willen aufzwingen zu können von Ashton in die Reihen der Geheimpolizei aufgenommen worden. Die Gedanken, die er den Männern suggerierte, verursachten Horror und Pein in deren Köpfen. Allerdings klappte dies nicht bei allen Menschen und bei Antikern noch weniger. Diese Menschen vor ihm schienen jedoch anfällig für seine Fähigkeit zu sein. Nach wenigen Augenblicken griffen sich alle vier an die Schläfen und schrieen vor Qualen und Schmerzen auf.

Byron und Hunter warfen den vier Männern noch einen flüchtigen Blick zu und eilten dann an ihnen vorbei, in den Gang hinaus. Doch sie fanden zu ihrem Ärger keine Spur mehr von der Flüchtenden. Durch eine Hintertür traten sie ins Freie hinaus. Es gab keinen Zweifel, die Frau musste hier herausgekommen sein. Enttäuschung machte sich in Byron breit, und auch Hunter sah sehr wütend aus.

Bezeichnend sahen sich die beiden Agenten an.

„Was machen wir jetzt? Ashton wird rasen vor Zorn, weil sie wieder entkommen ist. Wie ist das nur möglich? Wir haben die Männer doch in kürzester Zeit ausgeschaltet.“

Byron musste Hunter zustimmen. Verärgert machten sie sich auf den Rückweg. Sicher gab es neue Hinweise auf sie. Der Agent war entschlossen sie aufzuspüren, egal, wo sie sich auch verstecken mochte. Noch nie war es jemanden gelungen, ihn solange zum Narren zu halten. Und das ganze war nur passiert, weil er sich von einem flüchtenden Gedanken hatte beeinflussen lassen. Das würde in Zukunft nicht mehr der Fall sein. Diese Frau war ab jetzt ein Objekt wie jedes andere auch.

Als die beiden Saat Bhai-Agenten verschwunden waren, verließ eine schlanke Gestalt ihr Versteck in einem Torbogen. Die beiden Bluthunde Ashtons hatten sie in einer Entfernung von nur wenigen Metern passiert und sie nicht bemerkt. Darcy Trelaine lächelte bei dem Gedanken, wie nahe die beiden ihr gewesen waren. Sollten diese Verbrecher sie ruhig suchen. Sie würde immer wieder entkommen können. Was sie hatte erfahren wollen wusste sie nun. Jetzt galt es erst einmal aus dem Land zu entkommen. Dabei würden ihr die Leute des hiesigen Widerstandes behilflich sein. In Kürze wollte sie sich in Brüssel mit einem Mann treffen, der wichtige Informationen für den Widerstand hatte. Dies konnte helfen, die Saat Bhai zu besiegen.

Darcy warf noch einen kurzen Blick auf die Stelle, an der die beiden Agenten verschwunden waren. Sie hatte von den beiden gehört und wusste, wie gefährlich dieses Paar war. Sollten sich ihre Wege jemals wieder kreuzen, würde sie vielleicht sogar gezwungen sein, beide zu töten.

Brüssel
Sitz der Geheimpolizei der Saat Bhai

Der Raumgleiter setzte sanft zur Landung an. Die Saat Bhai hatten Brüssel als Sitz ihrer neuen Regierung ausgewählt. Amerika wollten sie nicht nehmen und Brüssel bot sich als Ersatz an, zumal hier die Europäische Union ihren Sitz hatte. Eine neue Gemeinschaft mehr fiel hier weniger auf.

Byron setzte den Gleiter auf dem Gelände des Geheimdienstes ab. Die Zentrale der Geheimpolizei war eine weiträumige Anlage im Westteil der Stadt. Dort wartete Ashton auf sie. Und er erwartete ihren Erfolgsbericht.

Mit etwas gemischten Gefühlen betrat der Geheimpolizist das Gebäude. Ashton würde nicht sehr erfreut über ihr erneutes Versagen sein. Doch diese Trelaine schlüpfte ihm immer wieder aus den Fingern.

Die Räume waren nüchtern eingerichtet, kahle Flure und in den Büros nur die notwendigsten Einrichtungsgegenstände wie Stuhl, Tisch und Computer-Anlagen. Alles war sehr unpersönlich, so wie die gesamte Organisation.

Ashton erwartete sie in seinem Büro, das genau unpersönlich aussah wie die Räume und Gänge, die sie gerade durchquert hatten. Der Chef der Geheimpolizei sah nicht auf, als Leblanc und Hunter sein Büro betraten, sondern ignorierte sie und arbeitete weiter. Ein Zeichen, dass Ashton wütend auf sie war. Byron und Hunter kannten die Launen ihres Chefs und warteten ohne ein Wort zu sagen.

Endlich schien Ashton ihre Anwesenheit wahrzunehmen und sah sie an. Sein Blick war durchdringend und ein Unheil verkündender Ausdruck überzog sein Gesicht.

„Warum also habt ihr Darcy Trelaine schon wieder entkommen lassen?“

Leblanc hielt seinem Blick stand während Hunter schuldbewusst zu Boden sah. „Wir haben unser möglichstes getan“, verteidigte sich Byron.

„Das war wohl nicht genug“, fuhr Ashton sie an. „Doch es gibt noch schlimmere Neuigkeiten! Unser Spion in Atlantis hat uns informiert, dass die Stadt auf dem Weg in die Milchstraße ist.“

„Was?“, Byron konnte es kaum glauben. „Wie ist das möglich?“

„Sie müssen Hilfe bekommen haben und haben die Stadt wieder flott gemacht. Unser Spion versucht bei der Ankunft uns zu informieren. Doch es wird schwer für ihn sein.“

„Dann ist dieser Verräter Sheppard also bald hier“, meinte Hunter mit zufriedener Miene. „Endlich können wir ihn fassen und seiner gerechten Strafe zuführen.“

„Sei nicht so sicher“, sagte Ashton. „Der Mann ist gefährlich. Gerade du solltest das wissen. Dazu kommt, dass er Hilfe hat. Die Protektor werden sich sicher mit ihm in Verbindung setzen wollen.“

„Es wird Zeit, dass wir einen entscheidenden Schlag gegen sie führen“, meinte Leblanc.

„Deshalb wollte ich Trelaine ja fassen“, sagte Ashton in schneidendem Tonfall. „Macht euch an die Arbeit. Fasst sie endlich!“

„Ja, Sir“, sagte Hunter. „Wir nehmen ihre Spur wieder auf und dann entkommt sie uns nicht mehr. Und noch etwas, Sir! Sheppard mag mich in der Vergangenheit besiegt haben, heute wird ihm das nicht mehr gelingen.“

„Das will ich hoffen, den sonst sind es eure Köpfe, die bald rollen und nicht die der Protektor oder der Atlanter, verstanden?“

„Ja, Sir“, sagten beide gleichzeitig.

„Dann macht euch an die Arbeit.“

Sie salutierten und verließen dann schnellsten das Büro. Draußen atmeten sie erleichtert auf. Eigentlich hatten sie es sich schlimmer vorgestellt.

In einem anderen Teil der Stadt

Darcy Trelaine saß in dem kleinen Lokal, mitten im Herzen von Brüssel. Nach ihrer Flucht aus Afrika hatte sie eine Nachricht erhalten, dass sie sich hier mit dem Informanten treffen sollte. Warum ausgerechnet in Brüssel, dem Sitz des Geheimdienstes der Saat Bhai wusste sie nicht. Aber der Platz war so sicher wie sonst wo. Hier, so hoffte sie, würde man sie am wenigsten vermuten. Die letzte Erfahrung mit den Geheimpolizisten hatte sie gelehrt, dass sie selbst in dem hintersten Winkel nicht sicher war.

Sie hatte eine der versteckten Nischen des Lokals ausgewählt. Von hier aus konnte sie jeden sehen, der das Lokal betrat, aber nicht selbst gesehen werden. Das Lokal war dicht besetzt, doch keiner schien sie zu beachten. Darcy war erleichtert, doch das bedeutete nicht, dass sie nachlässig wurde. Zu ihrem Schutz trug sie nun eine kurze blonde Perücke, die ihr ein total verändertes Aussehen gab. Auch ihre Augenfarbe hatte sie mit Kontaktlinsen verändert und weite Bekleidung verbarg ihre aufreizende Figur. Unauffälligkeit war der beste Schutz gegen Entdeckung.

Ein neuer Gast betrat das Lokal. Schon die Art seines Auftretens verriet, dass er kein gewöhnlicher Besucher war. Suchend und wachsam sah er sich um, seine Bewegungen verrieten der Frau, dass er jederzeit mit einem Angriff rechnete. Das musste ihr Mann sein. Er trug einen weiten braunen Mantel, der seine Kleidung vollständig verbarg und eine Kapuze, um sein Gesicht zu verstecken.

Vorsichtig ging er sich durch das Lokal, bewegte sich scheinbar uninteressiert an den Besuchern entlang. Doch Darcy fiel auf, dass er jeden Gast unauffällig musterte. Als sein Blick auf sie fiel veränderte sich sein Gesicht unmerklich. Er lächelte ihr zu und setzte sich wie selbstverständlich zu ihr.

„Eigentlich hat der Wetterbericht für heute Regen gemeldet“, sagte sie leise.

Was für ein dummer Erkennungsspruch!

„Doch nicht für diese Gegend“, sagte ihr Gegenüber ohne auch nur die Miene zu verziehen.

Das war korrekt. „Was haben Sie für mich?“

„Sie kommen gleich zur Sache, auch gut.“

Darcy konnte nun sein Gesicht besser erkennen. Er war etwa Mitte bis Ende Dreißig mit braunen kurzen Haaren, die nach hinten gekämmt waren. Ein Blick in diese Augen verrieten Darcy allerdings, dass er für sein Alter schon viel mehr erlebt und gesehen hatte, als gut für ihn war. Sie ergriff kurz seinen Arm und sie spürte, dass er ein Träger des Gens war, allerdings nicht so stark wie bei einem Antiker.

Ein Mischling also.

Er schob ihr etwas über den Tisch zu und als Darcy den Gegenstand unauffällig an sich nahm, sah sie, dass es ein Datenkristall war.

„Mit den besten Empfehlungen von John Sheppard“, sagte er so leise wie möglich.

„Sie sind einer seiner Leute?“, Darcy war mehr als überrascht. „Er ist also hier?“

„Wir sind gerade eingetroffen. Mein Name ist Evan-Markus Lorne. Sie dürfen mich aber Markus nennen. Und wir haben jetzt keine Zeit für lange Geschichten. Geben Sie das Kimura. Ab jetzt stehen Sie nicht mehr alleine da. Sie und die Protektor können ab jetzt mit unserer Hilfe rechnen.“

Darcy sah ihn nachdenklich an. „Ich hätte nie gedacht, dass John sich in die Galaxis zurückwagt, jetzt wo die Saat Bhai an der Macht sind. Und sie sind auch schon dabei, viele wichtige Positionen bei den Menschen zu übernehmen. Nur noch einige Jahre, und die Menschen werden ebenfalls von den Saat Bhai beherrscht.“

„Nicht, wenn wir das verhindern können…“

Lorne wurde unterbrochen, als vorne im Lokal Polizisten in das Lokal stürmten und eine befehlsgewohnte Stimme rief: „Durchsucht alles! Die Gesuchte muss hier sein!“

Die beiden konnten den Mann erkennen. Er war hoch gewachsen und mit einem dunklen Anzug bekleidet. Um seinen Hals hing ein Amulett, ein dunkler Stein, an einer langen Silberkette. Sein schwarzes kurzes Haar war nach hinten gekämmt, sein Gesicht war auf männliche Weise schön zu nennen, doch seine dunklen Augen blickten kalt und ohne Mitgefühl. Man hatte sie entdeckt. Auch die blonde Frau neben ihm war sowohl Lorne auch als Darcy wohlbekannt.

„Lara Hunter!“, zischte Markus durch die Zähne. „Sie kennt mich.“


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 19.12.2007, 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ohje. Jetzt sind sie in deR Milchstraße angekommen. DOch auf der Erde läuft alles schief. Wenn jetzt auch noch die Saat Bhai den Datenkristall bekomme nsieht es schlecht auf. Da sind bestimmt sehr wichtige Informationen darauf.

Doch wie ist Lorne auf die Erde gekommen? Mit einem Schiff? Überwachen die Saat Bhai nichts im Orbit? Oder sind sie wie immer eingebildet?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 20.12.2007, 08:11    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Die Jumper können sich ja tarnen und es gibt einen geheimen Stützpunkt der Arya Varta mit Sternentor im Sonnensystem. So haben sie da ein Schlupfloch zur Erde. Die Widerständler wollen die Erde ja auch verlassen können.

Teil 4

„Schnell, kommen Sie!“, befahl Darcy Lorne.

Sie hatte nicht ohne Grund diese Nische gewählt. Hinter ihr befand sich die Tür zu den Waschräumen und sie brauchten nur einen Schritt zu machen, um darin zu verschwinden.

Die Tür schloss sich, doch einer der Polizisten musste sie gehört haben, denn Darcy und Lorne hörten Alarmrufe: „Jemand ist durch die Waschräume verschwunden...“

„Hierher!“, rief Darcy und zeigte auf die Fenster. Sie zog aus einer Tasche einen Gegenstand, der wie ein Hand-Griff aussah und drückte auf einen kleinen Knopf. Zischend fuhr eine lange Schnur aus reiner Energie aus dem Griff. Darcy handhabte die Energiepeitsche meisterlich und traf das Fenster. Es zersplitterte und mit weiteren raschen Bewegungen entfernte sie mit der Peitsche die Glassplitter.

„Raus!“, befahl sie und Lorne gehorchte wortlos.

Draußen half Lorne Darcy durch das Fenster zu steigen. Hinter ihnen waren laute Stimmen zu hören und die Schritte von Menschen, die nach ihnen suchten.
Darcy und Markus liefen los...


„Ich bin Byron Leblanc und das ist meine Kollegin Lara Hunter“, stellte Byron sich und Lara vor bei den anwesenden Geheimpolizisten vor. Jemand hatte Darcy Trelaine in einer Bar entdeckt und die Geheimpolizei alarmiert.

Soviel Byron wusste, war es die größte Wohnanlage der Stadt. Geschäfte, Büros und viele anderen Firmen hatten hier ihren Sitz. Und dazwischen immer wieder Grünflächen in denen Restaurants, Bars, Cafes und Marktstände standen. Der Duft von Essen, fremdartigen Gewürzen und Gerüche, die nicht zu identifizieren waren, lagen in der Luft. In einem dieser Parks lag die Bar und die Geheimpolizei begann sie weiträumig zu umstellen. Keine Maus würde hier durchschlüpfen können, geschweige denn ein Mensch.

Die Geheimpolizisten zogen den Ring um das Viertel zusammen. Die vielen Menschen, welche den Park bevölkerten, waren unter Protest weggeschafft worden. Stimmen von Polizei-Staat waren laut geworden, doch sie gehorchten, aus Furcht verhaftet zu werden. Die Polizisten stürmten die gesamte Bar. Byron und Hunter betraten hintereinander die Barräume. Byron gab den Befehl sämtliche Ausgänge abzusichern.

„Dort ist sie! Sie flieht in die Waschräume!“

Die Stimme riss Byron aus seiner Versunkenheit und er sah hoch. Die Waschräume lagen am anderen Ende der Bar und Byron durchquerte sie deshalb mit größter Eile. Dort fand er ein offenes Fenster vor.

„Sie sind da raus“, erklärte ihm einer der Männer.

„Sie?“, fragend sah Byron den Mann an.

„Es ist ein Mann in ihrer Begleitung“, wurde ihm erklärt.

„Wer?“

„Das ist unbekannt. Wir versuchen, sie beide zu erwischen.“

„Versucht es nicht nur, erwischt sie!“

Byron machte sich daran durch das kleine Fenster zu klettern. Vor draußen half ihm einer seiner Männer.

„Sie sind in diese Richtung gelaufen“, sagte der Mann, der ihm aus dem Fenster geholfen hatte.

„Dann komm mit! Hinter ihnen her. Sie können nicht weit kommen. Wir haben alles abgeriegelt“, meinte Byron.

Er lief zusammen mit dem Polizisten los. Wo Hunter war, wusste Byron nicht, aber er vermutete noch in der Bar. Als er einige Polizisten zusammenstehen sah, lief er auf die Gruppe zu und durchbrach die Reihen. Am Boden lag ein toter Geheimpolizist.

„Was passiert ist“, verlangte Byron zu wissen.

Hunter befand sich unter den Umstehenden.

„Was ist los?“, wollte Byron wissen.

Einer der Männer antwortete. „Trelaine und der Mann liefen auf uns zu. Wir versuchten sie aufzuhalten. Sie setzte eine komische Waffe ein, so eine Art Peitsche aus Energie. Sie schlug mir die Waffe aus der Hand. Claude versuchte sie aufzuhalten, doch der Mann schoss auf ihn.“

„Darcy Trelaine wird mir langsam unheimlich. Wir müssen sie auf jeden Fall finden“, sagte Byron. „Und dieser Fremde interessiert mich auch.“

„Und wieder ist uns Darcy Trelaine entkommen“, meinte Hunter. „Und das Szenarium erinnerte stark an das vorherige Mal. Ashton wird begeistert sein.“

„Sie sind noch nicht entkommen“, herrschte Hunter die umstehenden Polizisten an.
„Sie sind noch auf dem Gelände. Sucht sie!“



Lorne und Darcy war es inzwischen zwar gelungen die ersten Wachen auszuschalten, doch damit waren sie noch lange nicht entkommen. Das ganze Parkgelände war abgeriegelt worden. Lorne fragte sich, wie es möglich war, dass man sie entdeckt hatte.

„Wohin nun?“, fragte Markus.

„In den Untergrund. Es gibt geheime Tunnels, welche die Untergrundbewegung benutzt. Auch hier auf dem Parkgelände. Auf den offiziellen Plänen sind diese nicht eingezeichnet. Die Saat Bhai wissen nichts von ihnen. Und wenn sie es doch herausfinden, sind wir längst verschwunden. Meine Organisation hat nicht ohne Grund diese Bar ausgesucht. Wir verschwinden einfach von der Oberfläche“, sagte Darcy.

„Einverstanden. Gibt es einen Eingang in der Nähe?“

„Ja, die gibt es überall. Man muss nur wissen, wo sie sich befinden“, erklärte Darcy. Sie zeigte auf den Boden, wo sich ein Zugang zu den Kläranlagen befand.

„Da rein? Ist das Ihr Ernst?“

Ein Blick in Darcys Augen belehrte Lorne, dass sie nicht scherzte.

Seufzend half er ihr den Deckel zu heben und nach unten zu klettern. Der ihnen entgegenströmende Geruch war nicht gerade einladend, doch sie hatten keine Wahl. Die Verfolger würden nicht aufgeben. Nach einiger Zeit in den Tunnels hatten sie sich an den strengen Geruch gewöhnt. Nach kurzer Zeit blieb Darcy stehen. Nichts an der Wand deutete auf einen Eingang hin, nur eine winzige Erhebung entdecke Lorne, doch als die Frau ihre Hand darauf legte, öffnete sich eine unsichtbare Tür. Sie schlüpften hindurch. Hinter ihnen schloss sich die Öffnung wieder.

„Handscanner?“, fragte Lorne erstaunt. „Warum reagiert er auf Sie.“

„Ich sagte doch schon, dass ich Kontakt mit dem Widerstand dieser Gegend habe. Ich fungiere als Verbindungs-Offizier zwischen den einzelnen Gruppen. Und wir Protektor sind die führenden Köpfe. Deshalb habe ich auch freien Zugang zu allen Einrichtungen des Widerstandes“, erklärte Darcy. „Die Kläranlagen kennen die Saat Bhai und werden dort suchen, dieser Eingang wird ihnen aber entgehen. Sie sind schon oft daran vorbei gelaufen ohne zu ahnen, dass wir uns dort befinden.“

„So ist das!“

Lorne wusste auch, dass sich der Widerstand die Protektoren nannte.

Sie gingen weiter durch die Gänge, welche alle gleich aussahen und Lorne fragte sich, wie Darcy sich hier zu Recht fand. Doch die Antikerin ging unbeirrt weiter. Sie schien genau zu wissen, wohin sie gehen musste.

Plötzlich öffnete sich der Gang in eine große Halle. Und hier kamen sie nicht mehr weiter. Unerwartet tauchten aus allen Richtungen Männer und Frauen auf. Waffen richteten sich auf die beiden. Lorne sah noch den Strahl, der auf ihn zuschoss, dann wurde es schwarz vor seinen Augen.

Ihm war schwindelig und Lorne verspürte den Wunsch, einfach liegen zu bleiben. Was war nur geschehen? Mühsam versuchte der Major sich zu erinnern. Urplötzlich kam die Erinnerung zurück und er wollte sich ruckartig aufrichten.

„Ruhig bleiben“, befahl eine Stimme und drückte ihn sanft aber bestimmt auf die Liege zurück. „Trinken Sie, dann wird es gleich besser werden.“

Lorne sah verwundert auf die Sprecherin, deren Haare seine Wangen kitzelten, als die Frau sich fürsorglich über ihn beugte.

Ohne darüber nachzudenken nahm Lorne der Frau das Glas aus der Hand und trank. Und wirklich, gleich fühlte er sich viel besser.

„Das ist die Nachwirkung des Betäubungsmittels, dass wir Ihnen verabreichen mussten, Major. Wir wollten kein Risiko eingehen.“

„Wo sind wir? Was ist mit Darcy Trelaine geschehen?“

„Keine Sorge, es wird gut für sie gesorgt. Wir kannten zwar Miss Trelaine, aber Sie waren uns unbekannt. Deshalb sind wir auf Nummer Sicher gegangen, denn wir wollen die Geheimpolizei nicht hier unten haben.“

„Und woher wissen Sie, dass Sie mir trauen können?“

„Sie können uns nichts verheimlichen, Major! Unter unseren Leuten sind welche, die Gedanken lesen können. Nichts, was Sie denken ist uns verborgen geblieben. Und es freut uns, dass John Sheppard hier ist. Er wird unsere volle Unterstützung erhalten.“

„Unerhört! Sie haben meine Gedanken gelesen? Ohne meine Erlaubnis?“

„Wir sind im Krieg, Major! Und im Krieg ist jedes Mittel erlaubt, um den Sieg davon zu tragen.“

Davon war Lorne zwar nicht überzeugt, doch schließlich war er hier, um mit der Untergrundbewegung, die von den Protektor geführt wurde, Kontakt aufzunehmen. Wie immer man das auch sehen wollte, dies war ihm gelungen.

„Na schön! Wenn das so ist, dann habe ich eine Botschaft von John Sheppard.“

Nachdem sich alle versammelt hatten erzählte Lorne den Anwesenden wie sie in die Milchstraße gekommen waren und das Sheppard ihnen seine Hilfe anbot. Zusammen mit dem Potential von Atlantis, den beiden Furlinger-Schiffen und der Hilfe der Arya Varta sollte es möglich sein, die Saat Bhai zu besiegen und Philipp Sheppard von seinem hohen Stuhl zu holen. Es würde ein harter Kampf werden, doch sie waren entschlossen alle zu tun, was in ihrer Macht stand und wenn es das eigene Leben fordern sollte.


Zwei Monate später

Die vergangenen zwei Monate hatten sie ihre Organisation ausgebaut und versucht neue Verbündete, auch außerhalb der Erde zu finden. Die Bewohner der Welt, die sie besuchen wollten, waren dafür bekannt, dass sie der Erde und hier besonders dem alten SGC Unterstützung gewährt hatten. Bisher hatten die Atlanter angenommen, dass diese Welt vor den Saat Bhai hatte verborgen gehalten werden konnte, denn der Stargate-Computer mit allen Daten war ja beim Rückzug von Landry Leuten zerstört worden.

Leider hatte sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Die Atlanter und auch die Mitglieder des alten SGC fragten sich verzweifelt, woher die Saat Bhai diese Daten hatten. Das neue SGC unter der Führung der Saat Bhai hatte viele alten Verbündeten aufgesucht und neue Verträge abgeschlossen. War einer der Planeten gegen den neuen Vertrag und nicht mächtig genug, um sich gegen die Tau’ri zu wehren, bekamen sie den Zorn der neuen Machthaber zu spüren. Der Wind hatte sich gedreht, auch die Galaxis begann das zu merken. Waren die Tau’ri bisher dafür bekannt gewesen gerecht und friedfertig zu sein, wandelte sich das nun langsam. Alles, was die Erde in den vergangenen Jahren aufgebaut hatte, begann den Bach hinunter zu gehen. Viele wandten sich von der Erde ab und wollten nichts mehr mit ihnen zu tun haben.

Dazu gehörten die Nox, die neue Jaffa-Allianz und auch die Asgard. Sie hatten ihre Beziehungen zu den Menschen abgebrochen und verweigerten ihnen jede weitere Hilfe. Natürlich schäumte Philipp Sheppard vor Wut, doch in seiner Arroganz gab er den anderen Rassen die Schuld und nicht sich selbst.

John Sheppard wusste dies alles und verwünschte diesen Umstand, bereitete es ihnen doch Probleme Helfer zu finden. Sie mussten viel Kraft und Geduld aufbringen, um dem Verhandlungspartner zu beweisen, dass sie die alten Tau’ri waren. Die Bewohner dieses Planeten waren nach langen Verhandlungen bereit gewesen Sheppard zu helfen. Sie waren nur ein Bauernvolk und besaßen keine Waffen, doch Lebensmittel in Hülle und Fülle, die sie den Atlanter gerne zur Verfügung stellen wollten.

Und nun dies! Wer immer der Angreifer gewesen war, er hatte ganze Arbeit geleistet und die Siedlung dem Erdboden gleich gemacht.

“Lass alles nach Überlebenden absuchen, Jeff. Ich werde auf die Orion zurückkehren.”

Jeff MacClaude nickte knapp und wandte sich ab um Johns Befehle auszuführen. Er war der 1. Offizier an Bord der Orion und somit der Stellvertreter von Commander Bond, der das Schiff kommandierte. Bond war nicht an Bord, weil er bei seinem letzten Einsatz schwer verletzt worden war und sich in Atlantis von dieser Verletzung erholte.

Jeff war ein alter Freund von John. Sie hatten zusammen in Afghanistan gedient und waren sehr überrascht gewesen, als sie aufeinander getroffen waren. Jeff hatte im SGC gedient und hatte sich mit General Landry von der Erde abgesetzt. Nach ihrer Ankunft in der Milchstraße und bei Johns erstem Besuch im alten SGC waren sie sich zufällig über den Weg gelaufen und John hatte Jeff gleich in seinen Dienst aufgenommen. Es war schön, einen Freund aus alten Tagen um sich zu haben.

Während Sheppard mit seinem Schiff Kontakt aufnahm überlegte er, wer für dieses Massaker verantwortlich sein könnte. Eigentlich kamen nur die Saat Bhai in Frage. Inzwischen war auch auf die Orion eine Asgard-Beamanlage installiert worden, was sehr nützlich war. Nachdem er auf sein Schiff gebeamt worden war, begab er sich zur Brücke, setzte sich in seinen Sessel und fing an zu grübeln.

MacClaude tauchte kurze Zeit später ebenfalls auf und nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, überbrachte er keine guten Nachrichten: “Wir haben alles durchsucht. Es tut mir leid, aber wir haben keine Überlebenden gefunden, John.”

Der Colonel sah seinen Freund bestürzt an: “Niemanden?”

MacClaude schüttelte seinen Kopf. Er war in Sheppards Alter, hatte aber kurze blonde Haare und war etwas größer als sein Freund.

“Irgendwelche Hinweise auf die Verantwortlichen?”, erkundigte sich Sheppard.

“Es waren die Saat Bhai”, lautete die knappe Antwort.

“Ist das sicher? Aber wie haben die von unseren Verbündeten erfahren?” Sheppard erstarrte. “Es gibt nur eine Möglichkeit, Jeff! Ein Verräter ist unter uns. Die letzte Zeit geht einfach zu viel schief, als dass es noch mit rechten Dingen zugehen könnte.”

MacClaude beugte sich vor und flüsterte: “Und er muss außerdem Mitglied unserer Mannschaft sein.”

“Ja, wir müssen jeden überprüfen. Das wird deine Aufgabe sein, Jeff. Aber sei vorsichtig, wenn der Verräter bemerkt, dass wir ihm auf der Spur sind, wird er auch vor einem Mord nicht zurückschrecken.”

“Keine Sorge, John! Ich bin schon vorsichtig”, beruhigte ihn MacClaude.

Sheppard blickte seinen Freund lächelnd an.

Ein Schlag erschütterte die Orion und schleuderte MacClaude fast zu Boden.

“Was war das?”, rief Sheppard durch das Durcheinander, das plötzlich auf der Brücke entstanden war, doch seine Leute überwanden den Schrecken schnell. Jeder, der dazu in der Lage war, saß schon wieder auf seinem Posten.

“Ein antikisches Kriegsschiff hat sich enttarnt und uns angegriffen”, hörte Sheppard seinen Steuermann O’Donnal antworten.

“Schadensbericht!”, verlangte Sheppard.

“Schwerer Treffer im hinteren Heck. Ich habe die Schilde aufgebaut und ein Reparatur Team losgeschickt”, antwortete O’Donnal.

“Sehr gut! Befinden sich noch Leute von uns auf dem Planeten?”

Ein neuer Treffer erschütterte das Schiff, doch die Schilde absorbierten diesen diesmal ohne Probleme.

“Nein”, erhielt Sheppard zur Antwort. “Die letzten Leute sind kurz vor dem Angriff an Bord gebeamt worden.”

“Dann verschwinden wir von hier.”

“Verstanden, Sir”, antworte O’Donnal und gab einen neuen Kurs ein.

“Waffen klar?”, erkundigte sich Sheppard.

“Abschussbereit”, bestätigte Major Lorne, der sich an die Konsole des Waffenoffiziers gesetzt hatte, weil dieser sich beim ersten Angriff verletzt hatte. “Ziel erfasst.“

“Feuer frei!”, befahl Sheppard.

Die ersten Torpedos schlugen im gegnerischen Schiff ein.

“Schaden am Feind nur minimal”, gab Lorne bekannt.

“Wie sieht es mit unserer Tarnvorrichtung aus?”, wollte Sheppard wissen.

“Voll funktionsfähig”, erklärte Lorne weiter.

“Einschalten!”, befahl Sheppard.

“Aye, aye, Sir!”, rief Lorne.

Die Orion hüllte sich in das Tarnfeld und verschwand, bevor das gegnerische Kriegsschiff darauf reagieren konnte.

“Welcher Kurs?”, fragte der Steuermann.

“Wie sieht es mit Schäden aus?”, wollte Sheppard wissen.

“Ich erhalte Meldungen aus fast allen Decks”, erklärte MacClaude.

“Viele der Schäden können wir selbst beheben”, meldete sich der Chef Ingenieur aus dem Maschinenraum. “Es wäre aber gut, wenn wir dazu irgendwo landen würden.”

“Ganz in der Nähe gibt es ein Sonnensystem. Laut Sternenkarte existiert dort ein Planet der Klasses M”, mischte sich der Steuermann ein.

“Dort könnten wir die Reparaturen durchführen”, meinte Sheppard. “Steuermann, Kurs auf das System.”

Die Orion änderte ihren Kurs und flog das unbekannte Sonnensystem an.


An Bord der Pandora

Lara Hunter hätte ihren Bordschützen am liebsten ohne Raumanzug eigenhändig in den Weltraum befördert. Hatte sie noch vor wenigen Augenblicken geglaubt, das Schiff dieses verfluchten Sheppards vernichten zu können, sah sie sich jetzt darin getäuscht.

“Versager!”, fuhr sie den Schützen an. “Elender Nichtskönner! Es ist deine Schuld, dass sie entkommen sind.”

“Aber, Sir”, versuchte sich der Mann zu verteidigen. “Ich bin sicher, dass ihr Schiff schwer beschädigt wurde.”

“Beschädigt? Ich wollte das Schiff vernichten und nicht beschädigen.”

Ihr Partner Byron Leblanc gedachte einzugreifen. Er kannte das überschäumende Temperament seiner Partnerin genau.

“Der Mann hat sein bestes getan, Lara. Das Schiff kommt nicht weit. Unser Spion an Bord wird uns den Aufenthaltsort mitteilen, sobald er die Gelegenheit dazu hat. Es sei denn, er ist nun gegen uns, nachdem wir auch ihn mit dem Schiff töten wollten.”

Lara sah Byron an. “Ich hoffe, du hast Recht und er meldet sich. Sonst erschieße ich den Schützen wegen Unfähigkeit und als Warnung für die anderen.”

Mit energischen Schritten kehrte sie zu ihrem Sessel zurück und ließ sich hineinfallen. Der Bordschütze sah ihr furchtsam hinterher. Er wusste, dass die Kommandantin es ernst gemeint hatte mit der Drohung und wünschte, sie möge in der Hölle schmoren.

Byron da geben dachte darüber nach, warum er sich nur hatte breitschlagen lassen mit an Bord zu kommen. Nachdem Lara von Philipp Sheppard aus der Pegasus-Galaxie zurückbeorderte worden war, war ihr Schiff komplett überholt worden. In dieser Zeit war sie dem Geheimdienst zugeteilt worden, wo sie sich auch kennen gelernt hatten. Auch nach der Überholung der Pandora war diese außer Dienst geblieben, da es keinen Grund für ihren Einsatz gab. Doch dann hatte sich einer ihrer Spione gemeldet, der es geschafft hatte sich in Sheppards engsten Kreis einzuschmuggeln. Er hatte sie über alle Schritte informiert und jeden potentiellen Verbündeten Sheppards verraten. Darauf hin hatte Lara ihren Chef Ashton überredet ihr wieder das Kommando über die Pandora zu geben. Ashton und auch Philipp Sheppard waren einverstanden gewesen und hatten die Pandora aus ihrem Dock geholt und Lara Hunter auf ihren alten Posten zurück versetzt.

Natürlich hatten sie es auch auf Sheppard persönlich abgesehen, doch bisher hatte sich keine günstige Gelegenheit ergeben, ihn zu fassen. Ebenso hatten die Saat Bhai darauf verzichtet Atlantis und den Stützpunkt des alten SGC auszuheben. Die ahnten nicht einmal, dass die Saat Bhai genau wussten, wo sie sich aufhielten. Diese Narren glaubten sich im Alpha Centauri-System und im Sirius-System sicher. Doch wenn sie beide Stützpunkte aushoben, wollten sie sicher sein, dass sie alle Anführer erwischten, nicht nur ein paar.

Byrons Grübeleien wurden unterbrochen, als der Ortungsspezialist sich meldete:

“Commander, ich erhalte eine codierte Nachricht auf unserer Geheimfrequenz. Es ist unser Spion an Bord der Orion.“

Lara sprang schnell auf und warf dabei ihr langes blondes Haar nach hinten, wobei die weiße dicke Strähne in ihrem Haar im künstlichen Licht aufleuchtete: “Wo sind sie?”

“Das Sonnensystem vor uns”, antwortete der Mann. “Wir könnten in einer Stunde dort sein.”

Lara lächelte diabolisch und malte sich in Gedanken aus, was sie alles mit den Gefangenen anstellen würde, denn nun wollte sie alle lebend haben, besonders Sheppard, mit dem sie mehr als ein Hühnchen zu rupfen hatte.

“Kurs auf das Sonnensystem, Steuermann”, befahl sie.

Der Offizier beeilte sich, den Befehl auszuführen und brachte den Pandora auf den neuen Kurs.

An Bord der Orion

Die Orion hatte das Sonnensystem erreicht und sie waren erst einmal in eine Umlaufbahn eingeschwenkt. Auf dem Planeten entdeckten sie einige menschliche Siedlungen. Der Planet besaß zwei kleine Kontinente. Der südliche Teil des Planeten war eine einzige Wasserwüste, nur unterbrochen von winzigen Inseln.

Das antikische Kriegsschiff tauchte in die Atmosphäre ein und steuerte eine Gruppe von diesen Inseln an. Dort hofften sie ungestört zu sein, da die menschliche Siedlung sich auf der anderen Seite des Planeten befand. Die Inseln boten einen seltsamen Anblick. Wie Perlen an einer Schnur schienen sie aneinandergereiht zu sein. Jede der unzähligen Inseln war mit ihrer Nachbarinsel mit Landbrücken verbunden. Zusammen mit Jeff und Lorne stand Sheppard vor dem großen Bildschirm auf der Brücke und betrachtete sich die Inseln.

“Sieht seltsam aus, findest du nicht?”, meinte Sheppard an seinen Freund gewandt.

Jeff zuckte nur mit den Schultern.

„Sie sehen für mich künstlich aus, Colonel“, meinte Lorne.

“Vielleicht gab es hier einmal eine größere Zivilisation, welche die Inseln bewohnt und die Landbrücken gebaut haben. Wie dem auch sei, suchen wir uns ein Versteck für unser Schiff. Vielleicht sollte sich jemand in einer der großen Städte umsehen, um herauszufinden, ob uns das Kriegsschiff verfolgt. Hat jemand erkennen können, welches Schiff es war?“

„Ich glaube, es war die Pandora“, sagte Lorne.

John sah seinen Major nicht gerade begeistert an. „Lara Hunters Schiff! Dann wundert es mich nicht, dass sie uns vernichten wollte. Und sie wird nicht aufgeben. Wie hat sie erfahren, dass wir hier sind?“

Keiner antwortete darauf, denn alle wussten insgeheim, dass sie einen Verräter an Bord haben mussten.

„Ich werde diesen Verräter finden“, sagte Jeff. „Wer geht in die Stadt?“

„Selbstverständlich werde ich gehen. Lorne, Ronon und Teyla werden mitkommen. Dir und McKay vertraue ich das Schiff an. Sorgt dafür, dass die Reparaturen vorangehen.”

“Selbstverständlich, John”, versprach MacClaude. “Und du sei vorsichtig, wir möchten dich nicht verlieren.”

Sheppard informierte Ronon und Teyla über seine Absichten und bat sie, ihn und Lorne im großen Hangar mit den Jumpern zu treffen. Einen davon wollten sie für ihren Ausflug nehmen.

“Auf welcher Insel wollt ihr landen, Jeff?” erkundigte sich Sheppard, bevor er ging.

MacClaude sah nach unten: “Siehst du diese Insel ganz im Westen mit der S Form?”

“Ja, die sehe ich. Ihr landet erst, wenn Teyla, Ronon, Lorne und ich fort sind. Sucht euch ein sicheres Versteck.”

MacClaude nickte. Eine Stunde später verließen die vier die Orion. Ihr Ziel lag in der gemäßigten Zone des Planeten. Es würden angenehme Temperaturen herrschen. Es gab einige Städte, doch die Stadt, die sie aufsuchen wollten, war ohne Zweifel die Größte von allen. Die Stadt lag auf einer riesigen fruchtbaren Ebene, an die sich ein Mittelgebirge anschloss. Die Bewohner schienen hauptsächlich von der Landwirtschaft zu leben. Und wie es aussah, waren sie sowohl von den Goa’uld als auch von den Ori verschont geblieben und hatten so eine große Kultur aufbauen können

Sie wollten den Jumper getarnt landen und dann versuchen zu Fuß in die Stadt zu kommen. Die Ausläufer des Gebirges reichten hier fast bis an die Stadt heran. In einem Seitental fanden sie ein ideales Versteck für ihren Jumper: den überhängenden Felsen eines Berges. Das Tarnfeld wurde eingeschaltet. Nur durch einen dummen Zufall würde das Schiff jetzt noch entdeckt werden können.

Sheppard warf einen Blick nach oben. Die Sonne stand genau im Zenit. Bis zum späten Nachmittag sollten sie die Siedlung leicht erreichen können. Nach kurzer Zeit hatten sie das Tal verlassen und sahen die Ebene vor sich liegen. Sie wanderten zwischen bestellten Feldern hindurch. Es duftete nach frisch gemähtem Heu, Wiesenblumen und Kräutern. Teyla wurde an ihre Heimat erinnert.

Unterwegs trafen sie auf Feldarbeiter, welche die Fremden neugierig und erstaunt musterten. Da sie kein Aufsehen erregen wollten, waren alle vier froh, als sie die ersten Häuser der Stadt erreichten.

“Wohin jetzt?”, fragte Teyla.

“Am besten dahin, wo wir die meisten Informationen bekommen können: in die Innenstadt. Wir müssen wissen, ob das Kriegsschiff in diesem System auftaucht.”

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln die alle hier kostenlos benutzen konnten, erreichten sie schnell die Innenstadt. Der Antigraph Zug fuhr sie fast bis an ihr Ziel, dem Informationszentrum der Stadt.

Den großen Informationsmonitor sahen sie sofort. Auf ihm wurde ein Raumschiff gezeigt, welches gerade den Planeten besuchte. Dies schien eine Seltenheit auf dieser Welt zu sein, auch wenn die Bewohner wussten, dass sie nicht alleine waren. Besucher von Außen waren jedoch die letzten Jahre selten gewesen.

Eine Sprecherin berichtete: “Lara Hunter, die Kommandantin der Pandora erklärte der Regierung, dass sie in friedlicher Mission unterwegs waren. Sie sind auf der Jagd nach Terroristen, die auf ihrem Heimatplaneten für den Tod vieler Menschen verantwortlich sind. Es kam vor unserem Sonnensystem zu einem Kampf mit dem Terroristenschiff, welches dabei schwer beschädigt wurde. Kommandantin Hunter befürchtet jetzt, dass sich die Gesuchten auf unserem Planeten aufhalten. Die Bevölkerung wird aufgerufen, sich an der Fahndung zu beteiligen und jeden Verdächtigen zu melden.”

Es folgte eine Einblendung von Bildern, die Sheppard, seine Frau Rhiana, Teyla, McKay und Ronon zeigten.


Fortsetzung folgt
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 20.12.2007, 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ohje. Das ist definitv schlecht. Diese scheinheilige Lara. Das wird eine Hetzjagd werden..es sei denn John hat eine gute Idee.

Die FLucht von Markus und der Antikerin fand ich gut. Hoffen wir mal das sie die ntergrundbewegung aufbauen können...stabil versteht sich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Das Tor in phantastische Welten Foren-Übersicht -> Longstory Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 8, 9, 10, 11  Weiter
Seite 9 von 11

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge Die Antiker: Düstere Zukunft Selana Longstory 20 13.01.2008, 10:05

Tags
Auto



Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz