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Das Tor in phantastische Welten
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 21.12.2007, 08:26    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Ja, Lara ist ja soooo an John interessiert. Sehr böse Mal sehen, wie die Hetzjagd weitergeht, oder?

Teil 5

“Lara spielt mit allen Karten. Jetzt haben wir keine Chance uns an die Regierung zu wenden. Sie werden uns an Lara ausliefern“, sagte Sheppard.

„ Was machen wir jetzt?”, fragte Lorne besorgt.

“Wir müssen sofort weg von hier und uns verkleiden”, meinte John, während er sich besorgt umsah, doch niemand schien auf sie zu achten.

Sie verließen das Info Zentrum und versuchten sich so unauffällig wie möglich zu benehmen. Zum Glück trugen sie keine Uniformen sondern dezente Bekleidung, wie sie so ähnlich fast jeder in der Stadt trug.

Im Regierungsgebäude der Stadt

Lara saß dem Oberhaupt der Stadt gegenüber und hörte sich dessen Gerede an. Er sprach laut und viel. Wie geehrt er und sein Volk über den Besuch aus dem Weltraum waren und dass sie gerne bei der Suche nach den Terroristen helfen würden. Doch im Grunde lief es auf ein Ergebnis hinaus: niemand hatte etwas gesehen!

Das erboste Lara so, dass sie wütend mit der Hand auf den Tisch schlug.

“Magistrat, bei allem Geschwätz, dass Sie gerade von sich gegeben haben, wollen Sie doch nur eines sagen: Sie wissen nicht, wo die Flüchtenden sind. Sparen Sie sich also alle Reden und vergeuden Sie nicht länger meine Zeit.”

Der Magistrat sah Lara empört an. Was bildete sich die Frau eigentlich ein? Wusste sie nicht, mit wem sie sprach? Sein Volk war von den alten Göttern gesegnet mit Gesundheit, langem Leben und Reichtum. Sie ehrten die Rechte jedes anderen Volkes, ob es nun von hier oder von einer anderen Welt kam. Freiherzig hatten sie Hilfe angeboten und diese Frau dankte ihm dafür mit Verachtung. Erste Zweifel kamen in ihm auf. Waren die Gesuchten überhaupt Verbrecher? So, wie diese Hunter sich aufführte, hielt er es für möglich, dass die Gesuchten gar keine Gewaltverbrecher waren. Und wenn doch, was ging es ihn an? Es tat ihm schon leid, dieser Frau seine Hilfe angeboten zu haben.

Der Magistrat beruhigte sich etwas und beschloss diese fremden Besucher so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Dabei mussten er aber vorsichtig zu Werke gehen, denn seine Experten hatten ihm gesagt, dass das Kriegsschiff mächtige und zerstörerische Waffen an Bord haben musste.

“Bei allem Respekt, Kommandantin, so können Sie nicht mit mir reden! Ich bin das Oberhaupt dieser...”

Lara ließ den Mann nicht aussprechen: “Ich rede mit jedem so wie er es verdient, Magistrat. Zum Glück bin ich nicht nur auf Ihren Beistand angewiesen. Mein Informant an Bord des Orions wird mich über alles Nötige informieren.”

“Wenn Sie über solche Mittel verfügen, warum haben Sie mich dann überhaupt um Hilfe gebeten?”

“Zwei Eisen im Feuer sind immer besser als eines, Magistrat”, antwortete Lara. Sie hörte sich noch ein Weilchen das weitere Gerede des Magistraten an, doch schließlich wurde es ihr zu bunt. Zusammen mit Byron, ihrem einzigen Begleiter, verließ sie wortlos die Versammlung.

“Du hast dir gerade nicht viele Freunde gemacht, Lara”, meinte Byron. Er lachte: “Wahrscheinlich hassen sie dich sogar dafür.”

“Sollen sie doch! Erkundige dich, ob wir inzwischen etwas Neues von unserem Informanten gehört haben.”

“Falls die Orion wirklich hier ist! Dein Spion hat uns zwar bisher gut mit Informationen versorgt, aber vielleicht wurde er auch inzwischen entlarvt und die Quelle ist versiegt.”

“Mein Agent ist schlau. Der Verdacht wird nie auf ihn fallen.”

“Falls er dir noch hilft! Schließlich weiß er, dass er bei dem Angriff fast getötet worden wäre.”

“Keine Sorge, er wird mich niemals verraten.”

“Du bist sehr überzeugt von dir, Lara. Sei dir niemals zu sicher.”

Lara stoppte und funkelte Byron wütend an: “Auch wenn ich deine Partnerin bin, heißt das noch lange nicht, dass du dir jede Respektlosigkeit erlauben kannst.”

“Schon gut, Lara. Es war nicht so gemeint”, verteidigte sich Byron. Er kannte die Frau genau und wusste, dass sie in ihren Wutausbrüchen unberechenbar werden konnte.

Lara beruhigte sich schnell wieder. Sie ließen sich an Bord der Pandora beamen.

Sie gingen auf die Brücke und Byron erkundigte sich bei dem Nachrichtenoffizier, ob eine Nachricht von dem Agenten eingegangen war. Das Ergebnis war jedoch negativ. Er befahl weiter den Planeten abzusuchen.

Lara hatte es sich in ihrem Sessel bequem gemacht und verfiel in Grübeleien. Sie schrak erst auf, als der Nachrichtenoffizier sie ansprach: “Kommandantin, eine verschlüsselte Meldung ging gerade ein. Es ist die, auf die Sie gewartet haben.”

“Leg sie auf meinen Terminal”, befahl Lara gespannt.

Lara las die Nachricht, und ihr Gesicht nahm einen zufriedenen Ausdruck an. Ihr Agent hatte sich nicht früher melden können, da er befürchtete, sonst entlarvt zu werden. In der Nachricht stand, dass Sheppard mit drei Begleitern auf dem Weg in die Stadt war. Dort wollten sie Nachforschungen anzustellen. Lara erfuhr, dass sich die Orion auf einer dieser Inseln im Südmeer versteckte. Diese sollte eine auffällige S Form besitzen und ließ sich so bestimmt leicht finden.

Lara beschloss, die Planetenbehörde bei der Suche nach dem Schiff um Hilfe zu bitten. Sie selbst wollte in die Stadt zurückkehren, um direkt nach den Terroristen zu suchen.

Zwei Stunden später

“Nach neuesten Informationen versuchte das Terroristenschiff ausgerechnet auf einer der Verbotenen Inseln Zuflucht zu suchen. Diese Information erhielten wir vor kurzem von Kommandantin Lara Hunter. Sofort losgeschickte Suchmannschaften entdeckten das Schiff und forderten es auf, sich zu ergeben. Doch mitten in den Verhandlungen mit dem 1. Offizier des Terroristen Schiffes brach der Kontakt ab, das Schiff verschwand spurlos vor den Augen unserer Polizei. Dies ist nicht das erste Schiff, das spurlos in dieser Zone verschwand. Die Inselgruppe wurde nicht umsonst zu den “Verbotenen Inseln” erklärt”, verlas eine Nachrichtensprecherin. “Noch immer stehen unsere Wissenschaftler vor einem Rätsel: was geht in dieser Region vor? Kommandantin Hunter ließ verlauten, dass sie die Suche nach dem Terroristen Schiff nicht aufgeben wird.”

Sheppard, Lorne, Ronon und Teyla sahen sich entsetzt an. Was bedeutete das? Ihr Schiff sollte spurlos verschwunden sein?

“Das gibt es nicht, das ist eine List”, meinte Sheppard laut. “Kein Schiff kann so einfach spurlos verschwinden.”

“Du bist wohl nicht von hier?”, sagte eine unbekannte Stimme neben ihm. Es war ein Bewohner der Stadt, der ebenso wie sie die Nachrichten verfolgt hatte.

“Nein, ich komme von einer Nachbarstadt”, erklärte Sheppard schnell.

“Auch in den anderen Städten kennt man das Phänomen. Aber ich will es dir gerne erklären. Im Gebiet der südlichen Inseln sind schon viele Schiffe verschwunden. Keines tauchte jemals wieder auf.”

Teyla nahm Sheppards Arm: “Wir sollten gehen. Unsere Freunde warten sicher schon auf uns.”

Sheppard nickte und ließ sich von der Athosianerin mitziehen. “Der Mann gefällt mir nicht”, flüsterte sie leise in sein Ohr.

“Mir ist er schon einmal aufgefallen”, warf Ronon ein. “Ich glaube, er verfolgt uns.”

“Behalte ihn im Auge, Ronon”, befahl Sheppard.

Der junge Satedaner nickte und sah unauffällig zurück. Er sah gerade noch, wie der Mann in einer Tür verschwand.

Ronon meinte: “Teyla hat recht, Sheppard. Er verfolgt uns tatsächlich.”

“Wir brechen die Aktion ab und kehren zum Jumper zurück und sehen nach, was mit der Orion los ist”, sagte Sheppard.

“Wenn das Schiff noch da ist”, gab Teyla zu bedenken.

Sie erreichten eine Stelle, wo sie in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteigen konnten.
Es war ihr Glück, dass man auf diesem Planeten die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht bezahlen musste, denn Geld von dieser Welt besaßen sie nicht. Ungefähr zwanzig Fahrgäste waren außer ihnen anwesend. Bis zum Rande der Stadt würden sie etwa dreißig Minuten brauchen.

Nach etwa zwanzig Minuten Fahrt und vielen Haltestationen hielt die Bahn urplötzlich an. Die holographische Projektion eines Mannes erschien: “Verehrte Gäste! Bitte bleiben Sie alle auf Ihren Plätzen sitzen. Ein Defekt zwingt uns zu einem kurzen Aufenthalt. Es besteht jedoch keine Gefahr.”

Sheppard, Teyla, Lorne und Ronon sahen sich an.

Ronon meinte: “Sheppard, das gilt uns. Ich glaube nicht an einen Defekt.”

“Ich fürchte, Ronon hat recht”, stimmte Sheppard zu und stand auf. Er sah nach unten, die Bahn schwebte in etwa zehn Metern Höhe. Unter ihnen befanden sich Häuser und der Fluss.

“Was machen Sie da?”, rief einer der Fahrgäste. “Wir sollten doch sitzen bleiben. Wollen Sie uns alle in Gefahr bringen?”

Sheppard achtete nicht auf ihn, sondern versuchte, die Tür zu öffnen, doch das ging nicht.

Der Sprecher wollte aufstehen, doch Teyla, Lorne und Ronon hatten ihre Waffen gezogen und richteten diese auf die Fahrgäste.

“Alles sitzen bleiben, dann geschieht niemandem etwas”, befahl Ronon mit harter Stimme.

Schreckensrufe ertönten, doch niemand wagte aufzustehen. Während Teyla und Ronon die Leute in Schach hielten, öffnete Sheppard mit Lornes Hilfe die Tür. Unter ihm gähnte der Abgrund, links floss der Fluss und rechts lagen die Häuser der Stadt. Sheppard blickte in den Himmel. Winzige Punkte, welche immer größer wurden tauchten auf. Gleiter, deren Ziel sie waren.

“Wir müssen sofort raus hier!”, rief Sheppard seinen Freunden zu.

Lorne blickte nach unten. “Wohin denn?” Lorne wurde blass, als er nach unten sah. Er begriff, was Sheppard vorhatte. “Mann, das wird was!”

John grinste sein Gegenüber an. “Hinunter mit Ihnen, Major!“

Die näher kommenden Gleiter belehrten Lorne, dass keine Zeit war, um zu zaudern.
Teyla tauchte neben ihnen auf: “Zusammen?”

Sheppard nickte und zusammen sprangen sie in den Abgrund. Hustend und prustend kamen alle vier hoch, um gleich wieder unterzutauchen. Über ihnen schwebten die Gleiter und die Insassen schienen gewillt zu sein, ihr Wild nicht mehr entkommen zu lassen.

Lara Hunter befand sich an Bord eines der Gleiter und organisierte die Jagd auf die Flüchtenden. Sie wollte die vier auf keinen Fall entkommen lassen. Als sie erfuhr, dass die Gesuchten in der Schwebebahn gesehen worden waren, ließ sie die Bahn unter einem Vorwand stoppen und machte sich auf den Weg.

Jetzt blickte sie überrascht hinter den Vieren her, die so unverfroren ins Wasser gesprungen waren: aus zehn Metern Höhe!

Bewunderung für diese tollkühne Tat kam in ihr auf. Solche Leute könnte sie gut gebrauchen. Doch dann siegte ihre Wut, als sie daran dachte, um wen es sich handelte.

“Lasst sie ja nicht entkommen! Aber tötet sie nicht! Sheppard würde ich gerne lebend in die Finger bekommen.”

“Ja, Kommandantin”, wurde ihr geantwortet.

Lara beobachtete von ihrem Gleiter aus, wie ihre Leute das Wasser absuchten, doch die Gesuchten wurden trotz intensiver Suche nicht gefunden. Sie befahl die umliegenden Häuser abzusuchen und dem weiteren Flussverlauf zu folgen. Vielleicht lebten die vier auch nicht mehr, und sie würden nur noch die Leichen im Wasser finden. Daran glaubte Lara jedoch nicht. Anscheinend hatten sie einen Weg aus der Stadt herausgefunden.

Grübelnd überlegte Lara, welches wohl ihr Ziel gewesen sein könnte. Sie versuchte sich in ihre Gegner hineinzuversetzen.

Und plötzlich wusste sie es!

Lara Hunter wusste eines!

Die vier hatten bestimmt in den Nachrichten erfahren, dass ihr Schiff verschwunden war. Sie konnten nun glauben, dass alles nur ein Trick war, um sie herauszulocken. Doch wenn nicht, gab es nur eine Möglichkeit für sie: sie mussten zu ihrem Schiff zurückkehren.

Lara wusste, dass es kein Trick war. Die Orion war tatsächlich verschwunden. Kein Wort, geschweige denn eine weitere Nachricht, hatte sie von ihrem Informanten erhalten. Es war der Frau ein Rätsel, wohin das Schiff so einfach verschwunden war. Irgendwo in der Nähe würden Sheppard und seine Begleiter ihren Jumper versteckt haben. Wo war ein guter Platz um ein solches zu verstecken? Lara brauchte nicht lange zu überleben.

“Byron!”, rief sie ihrem Partner zu. “Ich weiß, wohin sie wollen. Sie sind in die Berge geflohen, um dort ihr verstecktes Schiff zu holen. Wir finden sie bei den Inseln.”

Sie ließ die Gleiter Kurs auf die südlichen Inseln nehmen. Es spielte keine Rolle, wo der Jumper versteck war. Lara war sich sicher, dass die Gesuchten früher oder später bei der Insel auftauchen würden, und sie würde sie gebührend empfangen.




So lange sie konnten tauchten Sheppard, Lorne, Teyla und Ronon im Fluss. Erst, als sie keine Luft mehr bekamen, wagten sie sich an die Oberfläche zurück. Über Sheppard ragten die Pfeiler einer Brücke auf. Er sah sich nach seinen Begleiter um.

“Hierher!”, hörte er Ronon rufen, welcher triefend vor Nässe am Fuße eines Brückenpfeilers stand und ihm zuwinkte.

Sheppard, Lorne und Teyla krochen aus dem Wasser und begaben sich zu Ronon, der auf eine kleine Tür zeigte.

“Das muss ein Wartungsschacht der Brücke sein, für die Techniker und die Reparatur Teams.” Ronon schloss hinter ihnen die Tür. “Ich entdeckte den Tunnel durch Zufall.”

Tropfnass wie sie waren hasteten sie eine Treppe hinauf und öffneten mit äußerster Vorsicht eine weitere Tür. Sie standen auf der Brücke. Sheppard wagte einen Blick über das Geländer. Unter ihnen suchten die Verfolger immer noch den Fluss nach ihnen ab.

“Schnell! Es wird nicht lange dauern, bis sie uns hier oben vermuten. Verschwinden wir lieber”, meinte Sheppard.

Sie standen am Aufgang der Brücke. In den Randgebieten der Stadt würden sie in kürzester Zeit in der angrenzenden Häuserzeile untertauchen können. Es gab viele Lagerhäuser, aber wenig Publikumsverkehr. Dies war ohne Zweifel ein Vorteil, andererseits fielen sie dadurch schneller auf. Eile war also geboten. So schnell wie möglich bewegten sie sich von Haus zu Haus und erreichten mit großem Glück die letzten Häuser der Stadt.

Vor ihnen lagen die Felder, damit gab es nicht mehr viele Versteckmöglichkeiten. Von irgendwelchen Verfolgern war zwar nichts zu sehen, doch das hatte nichts zu bedeuten.

“Kommt!”, meinte Sheppard schließlich nach kurzem Zögern. “Riskieren wir es einfach.”

Es war später Abend, die Sonne war am untergehen. Einzelne Feldarbeiter befanden sich auf dem Nachhauseweg. Zwar traf sie manch neugieriger Blick, doch keiner hielt sie auf. Sheppard, Teyla, Lorne und Ronon durchquerten im Eiltempo die Ebene und erreichten glücklich die Ausläufer des Gebirges.

“Wo befindet sich das Tal in dem unser Gleiter steht?”, Sheppard war sich nicht mehr ganz sicher.

Teyla zeigte nach vorne: “Der Talauschnitt da drüben ist es. Ich habe mir diesen Felsen in Form einer Hand gemerkt.”

Während sie sich langsam dem Tal näherten, erkannte Sheppard, dass Teyla sich nicht getäuscht hatte. Nun war es ein Leichtes ihren Jumper zu finden. Schnell war der Jumper betriebsbereit gemacht.

“Das geht zu leicht und zu schnell”, sagte Sheppard, als sie in niedriger Höhe die Berge hinter sich ließen und auf das offene Meer zuflogen. “Lorne, setzen Sie sich an die Ortung und überprüfen sie den Luftraum. Irgendwie kommt mir das nicht ganz geheuer vor. Ich schalte auf jeden Fall die Tarnung ein.“

Lorne nickte und konzentrierte sich auf die betreffenden Instrumente.

“Hast du einen Verdacht?”, erkundigte sich Teyla.

“Allerdings! Unsere Flucht verlief zu glatt. Vielleicht ließen sie uns absichtlich entkommen, weil wir sie zu unserem Schiff führen sollen.”

“Ich kann nichts feststellen, Sir”, meldete sich Lorne. “Weder vor noch hinter uns.”

Sheppard war nicht zufrieden und befahl Lorne weiterhin die Instrumente zu überwachen. Inzwischen flogen sie in geringer Höhe über dem Meer. Es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis sie die Inseln erreichten. Wie hatte sie die Nachrichtensprecherin genannt?

Die Verbotenen Inseln!

Ohne Zwischenfall erreichten sie ihr Ziel. Am Horizont tauchten die ersten Inseln im Meer auf. Sheppard gewann etwas an Höhe. Deutlich erkannte er die S förmige Insel, die Jeff als ihren Treffpunkt angegeben hatte. Sofort steuerte er den Jumper nach unten, die Insel schoss auf sie zu, doch die Orion konnten sie nirgends orten.

“Sie ist nicht da”, meinte Teyla entgeistert.

“MacClaude wird das Schiff getarnt haben”, hoffte Ronon.

“Wie sieht es jetzt mit anderen Schiffen aus, Lorne?”, fragte John

“Negativ, Colonel.”

“Dann sende ich das vereinbarte Signal. Sollte die Orion sich getarnt haben, wird MacClaude sich melden”, hoffte Sheppard. “Sende das Signal … jetzt!”

Nach einigen Sekunden: “ Keine Antwort”, erklärte Lorne.

Sie sahen sich alle vier bedeutungsvoll an.

“Ich versuche es nochmals. MacClaude muss einfach antworten.”

Sheppard ließ dabei die Insel und die Ortungsgeräte nicht aus den Augen.

“Sofern MacClaude dazu in der Lage ist, wird er antworten”, meinte auch Ronon.

Sheppard sah Ronon an: “Du meinst, es stimmt, was die Nachrichtensprecherin gesagt hat?”

“Umsonst haben die Bewohner diese Inselgruppe nicht zum Sperrgebiet erklärt”, meinte auch Teyla.

“Die Orion war hier. Dann ist sie auch jetzt noch irgendwo. Wir werden das Geheimnis um die Verbotenen Inseln klären müssen oder wir sitzen hier fest”, stellte Sheppard fest.

Lorne warf einen Blick auf die Ortungsgeräte, die er kurz aus den Augen gelassen hatte und erschrak.

“Unsere Verfolger sind da”, warnte er die anderen. “Sie hatten recht mit Ihrer Vermutung, Colonel. Und sie rufen uns.”

“Nicht darauf reagieren”, befahl Sheppard.

Als Antwort eröffneten zwei der sechs Gleiter das Feuer auf das Gebiet, in dem sie den Jumper vermuteten. Alle Schüsse gingen daneben, doch die Erschütterungen der Explosionen reichte aus den Jumper kräftig durchzuschütteln.

“Sie raten nur, wo wir sind. Festhalten! Ich versuche zu landen”, rief Sheppard.

Er steuerte den Jumper in einen Sinkflug und die S förmige Insel raste auf sie zu.

“Soll ich zurückfeuern?”, erkundigte sich Lorne.

Sheppard überlegte nicht lange: “Nein, dann verraten wir, wo wir sind.”

Die Insel kam immer näher. Plötzlich war ihr Jumper in grelles Licht getaucht. Etwas traf die Insassen mit Wucht, so dass alle vier das Bewusstsein verloren.

Oben, in einem der Gleiter beobachtete Lara das Gebiet, wo die Orion verschwunden war. Zwar konnte sie nicht mit Gewissheit sagen, ob der Jumper da war, doch zur Sicherheit ließ sie einfach das ganze Gebiet mit Schüssen eindecken.

Der Feind war da. Urplötzlich konnte man ihn in ein seltsames Licht gehüllt sehen. Der Jumper setzte zum Sinkflug an und näherte sich mit großer Geschwindigkeit der S förmigen großen Insel. Das Licht schien aus dem Nichts zu kommen. Der Jumper wurde immer heller, fast schon durchscheinend. Dann verschwand er von einer Sekunde auf die andere.

“Was war denn das?”, fragte Lara erstaunt und sah den Piloten neben sich an. Er stammte von diesem Planeten. „Wurde der Jumper zerstört?“

Dieser blickte noch immer auf seine Instrumente, die nichts mehr anzeigten.

“Das weiß ich nicht, Kommandantin”, antwortete der Mann dann ängstlich. “Das muss dieses Phänomen sein, welches schon viele Schiffe vernichtet hat. Wir sollten lieber von hier verschwinden, bevor es uns auch erwischt.”

“Verdammter Feigling”, herrschte Lara den Mann an. “Such gefälligst weiter. Ich glaube nicht an unbekannte Phänomene. Der Jumper muss sich noch irgendwo befinden. Er wird uns nicht entkommen. Wir werden dem Geheimnis der Verbotenen Inseln auf den Grund gehen.”

Lara blickte auf die Insel hinab. Was immer dort im Verborgenen wirkte, sie würde es herausfinden. Sollte Sheppard noch am Leben sein, würde sie ihn zwischen ihre Finger bekommen und ihn genüsslich zerquetschen. Innerlich lachte sie bei diesem Gedanken auf. Dass sie ihn bekam, dafür würde schon ihr Mann an Bord der Orion sorgen. Wenn der Jumper noch existierte, gab es auch die Orion noch. Nichts konnte sich auf Dauer vor ihr verbergen...

Fortsetzung folgt
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Selana
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Anmeldungsdatum: 20.09.2007
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Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 22.12.2007, 09:46    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 6

Das Erwachen war angenehm und so streckte sich Sheppard genüsslich in seinem Bett aus.

Seinem Bett?

Die Erinnerung kam zurück und er schreckte hoch. Was war geschehen? Wo befand er sich? Der Raum in dem sein Bett stand, war groß und hell, da es von strahlendem Sonnenschein durchflutet wurde. Er sprang mit einem Satz auf. Neben dem Bett, fein säuberlich zusammengelegt, lagen seine Kleider.

Sheppard zog sich schnell an und trat an eines der großen Fenster. Er sah einen verschwenderisch angelegten Blumengarten, weit im Hintergrund konnte er das Meer sehen, welches sich an einem direkt unter dem Haus liegenden weißen Sandstrand brach.

“Bin ich tot und das ist das Paradies?”

Ein Lachen ließ ihn herumfahren. Seine Hand fuhr im Reflex an die Hüfte, bereit sein Leben zu verteidigen, doch er ließ die Hand sinken, als er nur eine Frau erkannte. Sie war etwa zwischen dreißig und vierzig Jahre alt, mit dunkelblonden langen Haaren, welche die schmalen Schultern der Frau umspielten. Ein knielanges weißes Kleid mit goldenem Gürtel umhüllte ihre Gestalt.

Sheppard sah auf den ersten Blick, dass die Frau nicht zu unterschätzen war, denn sie blickte ihn aus selbstsicheren Augen spöttisch an. Ihr Lachen belehrte ihn, dass er den Satz laut ausgesprochen haben musste.

“Sie sind nicht tot, Sheppard sondern auf unserer Insel im Nirgendwo. Mein Name ist Helen Dubois und ich bin die Führerin dieser kleinen Gemeinde. Ich heiße Sie herzlich als neuen Bewohner willkommen, denn Ihre Leute sagten mir, dass Sie der Captain des zuletzt angekommenen Schiffes sind.”

Sheppard trat dicht vor die Frau, die ihm nur bis an die Schultern reichte, doch sie wich keinen Schritt zurück. Er konnte ihr betörendes Parfüm riechen und der Blick ihrer Augen traf sich. Er glaubte ein begehrliches Funkeln in ihren Augen zu sehen, doch als sie ihn ansprach, hörte sich ihre Stimme neutral an.

“Kommen Sie, im kleinen Hof warten Ihre Leute, die Ihnen näheres erzählen werden. Heute Abend erwarte ich Sie und einen Begleiter Ihrer Wahl zu einem offiziellen Empfang. Ich werde Ihnen dann persönlich alles Weitere erklären.”

Sie drehte sich um und rauschte vor ihm aus dem Raum hinaus. Sheppard blieb nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Der weiche Stoff ihres Kleides umschmeichelte ihre Beine, es waren schöne Beine, wie Sheppard zugeben musste.

Etwas verwirrt folgte er der Frau nach draußen. Im sonnendurchfluteten Innenhof saßen und standen seine Leute und unterhielten sich oder aßen eine Kleinigkeit. Er bemerkte beim Anblick des Essens wie hungrig er war. Als seine Leute ihn sahen, war daran nicht mehr zu denken. Sofort war er von ihnen umringt, jeder redete auf ihn ein, und Sheppard musste sich energisch Ruhe verschaffen.

Auch die Orion war hier sicher gelandet und die Besatzung wohlauf.

“Kann mir jemand erklären, wo wir sind und was hier eigentlich vorgeht?”, begann er.

“Die Leute sind sehr freundlich”, erklärte MacClaude. “Sie sind alle Nachkommen von Sklaven der Goa’uld. Diese Dubois ist die Anführerin, die Stadt hat etwa 6.000 Einwohner und ihr technischer Stand ist dem unseren weit überlegen.”

“Wie ist das möglich?”, fragte Sheppard erstaunt.

Allgemeines Schulterzucken.

“Nun gut, warten wir eben bis heute Abend”, meinte Sheppard und beschloss, nun doch etwas von den reichlich angebotenen Speisen zu essen, denn sein Magen meldete sich energisch.

Abends

Der Abend begann mit dem prächtigsten Sonnenuntergang, den Sheppard jemals gesehen hatte. Der Himmel glühte förmlich in allen Rotnuancen, bevor die Sonne im Meer versank.

Er hatte Teyla als seine Begleiterin ausgewählt, da Rhiana sich in Atlantis aufhielt. Sie standen auf der kleinen Aussichtsplattform vor dem Haus von Helen Dubois und genossen den herrlichen Anblick.

“So etwas Schönes habe ich schon lange nicht mehr gesehen”, flüstere Teyla ganz begeistert.

Sheppard sagte nichts, da er den Zauber nicht brechen wollte. Erst als die Farben verblassten, betraten sie gemeinsam das Haus. An einem der oberen Fenster glaubte Sheppard eine Bewegung gesehen zu haben. Hatte Dubois sie beobachtet? Sie mischten sich unter die anwesenden Gäste, welche auf das Erscheinen von Helen Dubois warteten.

Ihr Auftritt war gekonnt. Das Kleid reichte ihr diesmal bis an die Knöchel, ließ die Arme und die Schultern jedoch frei. Bei jeder Bewegung zeigte es mehr, als es verhüllte. In ihrer Begleitung befand sich ein Mann im Alter zwischen dreißig und fünfzig Jahren. Genau konnte Sheppard sein Alter nicht einordnen. Er strahlte etwas Zeitloses aus.

War das ihr Mann?

Dubois begrüßte ihre Gäste: “Ich heiße die neuen Bewohner herzlich willkommen. Colonel Sheppard, darf ich Ihnen Baris, meinen Mentor, vorstellen?”

John bedachte Baris mit einem freundlichen Lächeln.

Dessen Blick schien ihn regelrecht zu durchbohren und Sheppard hatte das Gefühl, dass er bis in sein Herz sehen konnte und dass jeder seiner Gedanken offen vor ihm lagen. Dann nickte er Sheppard mit undurchschaubarer Miene zu und wandte seine Aufmerksamkeit Teyla zu. Anschließend flüsterte er mit Helen und entfernte sich von der Gesellschaft ohne überhaupt ein Wort gesprochen zu haben.

Sheppard konnte sein Erstaunen nicht verbergen. Was sollte dieses seltsame Verhalten bedeuten?

“Nehmen Sie Baris sein Auftreten nicht übel, Colonel Sheppard. Er ist etwas, nun, wie soll ich es ausdrücken: seltsam. Und er legt keinen Wert auf menschliche Gesellschaft, außer der meinen. Und das auch nur von Zeit zu Zeit”, versuchte Helen den Fremden zu entschuldigen. “Sind Sie und Ihre Leute mit der Unterbringung zufrieden?”

“Danke, alles ist sehr schön”, antwortete Sheppard.

“Dann warten Sie jetzt sicher auf einige Erklärungen, nicht wahr?”

“Das kann man so ausdrücken, Madam”, gab Sheppard zu.

“Nennen Sie mich nicht Madam, ich heiße Helen”, verbesserte Dubois. “Doch bitte, lassen Sie uns nun das Essen genießen, denn für Erklärungen ist anschließend immer noch genug Zeit.”

Obwohl Sheppard vor Neugierde fast platzte, übte er sich in Geduld und genoss das Essen mit dieser ungewöhnlichen Frau.

Doch schließlich siegte seine Neugierde: “Wo sind wir hier, Helen?”, er umfasste mit einer Handbewegung alles.

“Wir sind genau dort, wo Sie mit Ihrem Schiff verschwanden”, erklärte ihm Dubois. “Die Bewohner dieser Welt nennen diese Gegend die Verbotenen Inseln, weil wir immer wieder Schiffe verschwinden lassen. Wir wollen unser Geheimnis bewahren und je mehr Furcht vor dieser Gegend herrscht, umso besser für uns. Und wir wollen nicht, dass diese Insel bewohnt wird, denn dann könnten wir bei bedarf nicht ungesehen kommen und gehen. Wir befinden uns auf dieser S förmigen Insel, allerdings genau ein Jahr in der Zukunft.”

Sheppard blickte Helen ungläubig an: “Was wollen Sie damit sagen, ein Jahr in der Zukunft?”

“Mit Hilfe meines Mentors Baris haben wir diese Zuflucht geschaffen. Baris gab uns die technische Voraussetzung einen Schutzschild zu bauen, der unsere ganze Stadt umgibt und alles, was sich darin befindet ein Jahr in die Zukunft versetzt. Verstehen Sie das? Jeder, der seinen Fuß auf die Insel setzt, kann räumlich genau den gleichen Platz wie wir einnehmen, doch wird er uns nie finden, da wir uns immer in der Zukunft befinden.”

“Aber, wenn dieses Jahr um ist, wird dann die Stadt nicht sichtbar?”, fiel Teyla ein.

“Nein, denn auch in einem Jahr sind wir um ein Jahr in der Zukunft”, versuchte Helen zu erklären. “Fragen Sie mich nicht, wie das möglich ist, ich weiß, dass es so ist. Baris hat versucht es zu erklären, doch irgendwie ist das auch für mich zu hoch. Auf jeden Fall funktioniert es, und alles andere ist Nebensache.”

“Wer ist er? Wie kann er solche technischen Möglichkeiten besitzen? Ist er ein Mensch?”

“Baris ist nicht das, was er zu sein scheint. Sein Volk lebt in einer anderen Dimension und er hat nur die menschliche Gestalt angenommen, um mit uns kommunizieren zu können.”

Jetzt wusste John was Baris war: ein aufgestiegener Antiker, der den Menschen half. So wie es Chaya in der Pegasus-Galaxie tat. Wahrscheinlich war auch Baris ein Ausgestoßener.

„Aber wisst ihr denn nicht, dass die Goa’uld schon seit etwa mehr als zweihundert Jahren nicht mehr auf dieser Welt sind?“

„Das haben uns andere ankommende Reisende auch gesagt, doch wir glauben ihnen nicht. Außerdem können sie jederzeit wiederkommen.“

„Nein, das werden sie nicht. Die Goa’uld sind besiegt.“

„Wie ist das möglich?“

„Mein Volk, die Menschen der Erde oder Tau’ri, wie die Jaffa uns nennen, haben das geschafft. Mit Hilfe von guten Freunden natürlich. Auf der anderen Seite existiert eine neue Gefahr: die Ori. Es wäre vielleicht wirklich weise nicht gerade jetzt in die Normalzeit zurückzukehren“, meinte Sheppard.

“Die Ori sagen mir nichts, aber selbst wenn keine Gefahr mehr drohen würde, würden wir unsere Zuflucht nicht aufgeben. Hier fühlen wir uns seit Generation sicher und dieses Gefühl werden wir nicht aufgeben.“

„Das kann ich gut verstehen. Wir werden euch nicht verraten, doch vielleicht kann ich nochmals mit Baris sprechen?“

„Wenn er es wünscht! Ich kann mich mit ihm in Verbindung setzen. Aber es ist seine Wahl ob er dann zu dir kommt.“

“Danke, Helen”, sagte er erleichtert.

Später in der Nacht trat Sheppard ins Freie, sein Ziel war die kleine Aussichtsplattform. Er bemerkte eine einsame Gestalt, umspielt vom silbernen Glanz des Mondes. Er zögerte einen Moment, ging dann jedoch entschlossen weiter.

Sie drehte sich zu ihm um, als sie seine leisen Schritte hörte: “Colonel Sheppard!“ Ihre Stimme klang belegt und war nur ein Hauch. “Sie sind noch wach?”

“Ich konnte nicht schlafen.”

Er stellte sich neben sie und sie berührte wie zufällig seine Hand. Er blickte erstaunt in ihre Augen und erkannte darin ein Verlangen. John begriff, dass Helen ihn begehrte.

“Helen”, sagte er. “Ich fühle mich geehrt, aber ich habe eine Frau, die ich sehr liebe und drei Kinder. Ich würde Rhiana nie betrügen.”

Sie blickte ihn enttäuscht, aber verständnisvoll an. „Verzeihen Sie mir, John. Ich wollte nicht aufdringlich sein.“

„Das sind Sie nicht. Sie konnten ja nicht ahnen, dass ich verheiratet bin.“

Helen blickte ihn noch einen Augenblick an und drehte sich dann um und verschwand fast fluchtartig im Haus. John blickte ihr noch kurz hinterher. Er dachte an Rhiana und hoffte sie und die Kinder bald wieder zu sehen. Er vermisste sie sehr. Doch erst mussten sie von hier entkommen. Und er wollte unbedingt mit Baris reden, denn dieser Schild interessierte ihn. Wenn er ihn bekommen konnte, würden sie ein perfektes Versteck für Atlantis haben.

Am anderen Morgen verließ Sheppard sein Quartier schon sehr früh. Im Aufenthaltsraum traf er ein junges Mädchen von vielleicht achtzehn Jahren. Sie erhob sich aus einem Sessel und lächelte ihn an. “Ich soll dir sagen, dass meine Mutter dich später unten am Strand sprechen will. Sie hat eine gute Nachricht für dich.”

“Deine Mutter?”, erstaunt sah er das Mädchen an.

Diese nickte: “Ich bin Alana, die Tochter von Helen.”

Er überwand seine Überraschung. Warum sollte Helen kein Kind haben?

“Ich danke dir, Alana, ich werde warten.”

„Noch eine Warnung! Spiel kein falsches Spiel mit uns. Ich mag noch jung sein und sicher in unserer Stadt leben, doch wir vernachlässigen keinesfalls unsere Verteidigung. Wir sind durchaus in der Lage uns zu wehren, und ich gehöre einer Elite Truppe an.”

Sie machte dabei einen so selbstsicheren Eindruck, dass Sheppard ihr dies ohne weiteres abnahm.

“Keine Sorge, wir waren auf der Flucht, als wir hier ankamen. Und wir werden nichts tun, was eure Stadt gefährden könnte.“

Alana nickte und ging. Sheppard ging nach draußen und fand einen kleinen Fußweg, der zum Strand hinunter führte.

Der Mann schlich sich in die Schaltzentrale von Sanctuary. Hier wurde der Zeitschild erzeugt. Die Schiffe, welche die Bewohner in ihr Versteck lassen wollten, wurden von hier aus durch eine Schleuse gelotst. Durch eine Art Zeitfenster, nur auf dieser Seite durchsichtig, konnte man die Welt da draußen beobachten. Der Durchgang konnte normal, also bei vollem Bewusstsein passiert werden oder bewusstlos, so wie bei Sheppard Durchquerung im Jumper. Diese Sicherheit war unerlässlich für die Bewohner von Sanctuary, schließlich wussten sie bei der ersten Begegnung nicht, wem sie Einlass gewährten.

Bei ihm hatten sie sich trotzdem getäuscht, dachte der Mann. Er hatte eine Begegnung mit diesem Baris immer geschickt vermieden, so dass er von diesem nicht gescannt werden konnte, denn nichts anderes tat er bei seinen kurzen Auftritten. Dieses Wesen war ihm sowieso ein Rätsel, doch darum konnten sie sich später kümmern. Er wollte heimlich eine Nachricht nach draußen bringen und Lara Hunter informieren, denn die Saat Bhai, in dessen Diensten er gerade stand, mussten von diesem Zeitversteck erfahren und es ausräuchern.

Der Mann lachte. Die Saat Bhai wiederum ahnten nicht, dass sie auch nur benutzt wurden. Er war ein Doppelagent und sein wahrer Herr würde ihn reichlich belohnen, wenn er diesen Auftrag zu dessen Zufriedenheit löste. Sein Herr setzte alles daran John Sheppard in seine Hände zu bekommen. Nicht um ihn zu töten, sondern um ihn umzudrehen. Die technischen Voraussetzungen besaß er. Selbst ein so starker Mann wie der Colonel würde sich dem nicht entziehen können.

Mit seiner Zat tötete der Verräter die beiden Techniker und löste sie mit einem dritten Schuss auf. Dann wollte wieder zurückkehren und unbemerkt seinen Platz einnehmen, bis es für Sheppard und die Bewohner von Sanctuary zu spät war. Längst hatte er sich mit der Bedienung der Anlage vertraut gemacht. Seine Stellung hatte ihm erlaubte, dies nachfragen zu können ohne Aufsehen zu erregen. Schnell formte er in dem Schild einen kleinen Durchgang, gerade groß genug für ihn und ohne dass er das Bewusstsein verlieren würde. Ein solcher Durchgang konnte an jeder beliebigen Stelle im Freien erzeugt werden, man benutzte ihn wie eine Tür.

Doch leider hatte der Mann die Rechnung ohne Baris überlegene Technik gemacht, denn sobald er den Durchgang formte, gab es einen stillen Alarm.

Helen Dubois schreckte an ihrem Schreibtisch von ihrer Arbeit hoch, als ihre Tochter Alana hereinstürmte.

“Einer der Neuen hat einen Stillen Alarm ausgelöst. Er hat zwei Techniker getötet und einen kleinen Durchgang geformt. Ich habe sofort meine Leute losgeschickt, um ihn aufzuhalten, doch ich befürchte, sie kommen zu spät.”

Helen wurde blass: “Wer? Wo ist Sheppard?”

“Er und seine Leute wurden schon in Gewahrsam genommen, bis alles geklärt ist”, erklärte Alana.

“Also ist er nicht der Verräter?”, stellte Helen fest.

“Der Mörder gehört aber zu seiner Mannschaft.”

“Deshalb müssen nicht alle Verräter sein, mein Kind”, meinte Dubois. “Geben wir ihnen eine Chance.”

Sie eilten in den Sicherheitsraum, wo Sheppard und seine Besatzung festgehalten wurden.

“Helen!”, protestierend lief der Colonel auf sie zu. “Was soll das? Warum werden wir mit vorgehaltenen Waffen festgehalten?”

Seine Empörung schien echt zu sein, stellte Helen fest. Er wusste anscheinend von nichts. “Einer Ihrer Leute hat zwei meiner Techniker getötet und einen kleinen Durchgang aktiviert.”

Sheppard wurde blass und sah Teyla, die neben ihm stand an.

“Der Verräter!”

“Verräter?”, jetzt blickte Helen sie erstaunt an.

Sheppard wandte sich an sie: “Wir vermuteten die letzte Zeit schon, dass sich ein Verräter in unserer Reihe befindet, konnten ihn jedoch nicht entlarven. Ich wollte keinen ohne Beweise verdächtigen”, verteidigte sich Sheppard. Er sah sich seine Mannschaft an. Jeden kannte er persönlich, alle waren da, außer...

Sein Atem stockte, er hatte das Gefühl sein Herz würde stehen bleiben.

Teyla ergriff seine Hand: “John, was hast du? Du bist ganz blass geworden.”

“Lorne fehlt als einziger!“

For
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 22.12.2007, 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hui spannend. Erst denkt man sie haben es geschafft und sind geflohen..dann stecken sie in eine Zeit die in der Zukunft steckt fest (wenn ich bemerkren darf: eine gute Idee) und nun könnte Lorne der verräter sein? Das glaueb ich weniger...oder doch? *oh je*

Wenn ich mal kein FB gebe..könntest du dann vielleicht bitte warten? ich hab heute Arbeiten müssen..deswegen wurde es gester nabend sehr früh zu spät für mich. Und heute früh ebenfalls. Und die Feiertage kommen ja jetzt auch. Ich hoffe das geht in Ordung. Smilie
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Selana
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BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Ob Lorne der Verräter ist erfährst du jetzt. Der Grund, warum ich so schnell poste ist einfach. Ich mache das hier nur noch für dich. Sobald diese Story zu Ende ist poste ich hier nichts mehr. Hat ja keinen Zweck, wenn man kein Feedback bekommt (du bist da natürlich ausgenommen). Nach dieser Story bist du ja auf dem Laufenden und da ich in Kürze im großen Forum weiter mache, möchte ich dich bitten dort weiter zu lesen. Hier ziehe ich mich auf jeden Fall zurück.

Teil 7

“Er muss es sein, die Beschreibung passt genau auf ihn”, warf Alana ein und ließ in ihrer Stimme einen bedauernden Ton mitklingen.

“Tut mir leid”, meinte auch Helen, “aber meine Tochter hat recht.”

Sheppard nickte schweren Herzens, auch wenn er es nicht glauben wollte. Dann fasste er einen Entschluss: “Wir müssen ihm folgen, ich werde euch selbstverständlich helfen. Teyla und Ronon kommen ebenfalls mit. Meine übrige Besatzung wird als Garantie für meine Ehrlichkeit hier bleiben.”

Helen überlegte nur kurz: “Gut, dann folgen Sie mir. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.”

Sheppard folgte Helen und Alana nach draußen. Alana trug einen leichten Kampfanzug und eine schwere Waffe, damit sah sie plötzlich sehr erwachsen aus, stellte Sheppard verwundert fest. Sie erreichten einen Durchgang, wo schon ein Trupp Bewaffneter auf sie wartete.

“Er hat das Tor vor einer halben Stunde durchquert, wir konnten es nicht verhindern”, erklärte einer der Männer ärgerlich.

Heute trug Helen Hosen, eine kurzärmlige Bluse und eine passende Jacke. In einen Gürtel hatte sie eine leichte Waffe gesteckt, ihr langes Haar war zu einem schlichten Pferdeschwanz zusammengefasst.

“Dann vorwärts!”, befahl sie mit fester Stimme, und man hörte, dass sie das Befehlen gewöhnt war. Bevor jemand sie daran hindern konnte, durchquerte sie als erste das Tor. Dann ging Sheppard hindurch.

Nachdem alle das Tor passiert hatten, verschloss Alana es mit einem kleinen Gerät, das entfernt einem Lebenszeichendetektor ähnelte.

“Damit kann ich das Tor jederzeit öffnen, aber niemand kann von hier aus nach Sanctuary gelangen”, erklärte Alana auf Sheppards fragenden Blick hin.

Er verstand und blickte sich um. Es war heller Tag, die Sonne stand hoch am Himmel und brannte heiß herunter, aber außer ihnen schien sich kein lebendes Wesen auf der Insel zu befinden. Ein Eindruck, der aber sehr täuschen konnte, wie Sheppard schon oft am eigenen Leib erfahren hatte.

Alana hob ihr kleines Gerät wieder hoch und studierte die Anzeigen: “Ich orte menschliche Lebenszeichen, kaum einen Kilometer voraus.”

“Das muss er sein”, vermutete Sheppard. “Beeilen wir uns, damit wir ihn einholen.”

Sie eilten am Strand entlang und betraten einen schmalen Pfad, der die Felsen hoch führte. Laut den Anzeigen bewegte sich Lorne nicht mehr, sondern blieb an der gleichen Stelle. Wartete er auf etwas?

Leise kamen sie seiner Position immer näher. Da saß er, auf einem Felsen und beobachtete den Himmel.

“Ich möchte zuerst alleine mit ihm sprechen”, verlangte Sheppard an Helen gewandt. “Ihr könnt mir Feuerschutz für den Notfall geben.”

Helen sah ihn an und gab dann ihre Zustimmung: “Sie müssen das tun, ich verstehe das. Seien Sie bitte vorsichtig.”

Sheppard grinste: “Das bin ich immer. Teyla, Ronon ihr gebt mir ebenfalls Feuerschutz. Mischt euch aber nur ein, wenn ich ein Zeichen gebe.”

Sie nickten zustimmend und so schlich Sheppard sich an.

Er trat aus dem Schatten des Felsens in die Sonne: “Hallo, Lorne! Warten Sie auf jemanden?”

Lorne sprang überrascht von seinem Felsen auf, als sein Vorgesetzter so unvermutet vor ihm stand. Seine Worte blieben ihm im Halse stecken, “Sheppard!” war alles, was er hervorbrachte.

“Warum, Lorne?”, fragte er. “Warum haben Sie das getan?”

Lorne überwand seine Überraschung in kürzester Zeit: “Ich mache nur meinen Job.“

„Ihren Job? Wie lange spionieren Sie schon für die Saat Bhai? Und was zahlen sie Ihnen dafür? Für den Verrat an den eigenen Leuten?”

„Eigene Leute? Sie sind nur primitive Kreaturen und wir werden unsere Macht wieder erlangen.“

“Ihr? Was heißt das?”, Sheppards Stimme klirrte vor Kälte. “Wollen Sie Helen und Sanctuary verraten? Atlantis und das alte SGC? Das werde ich nicht zulassen.”

Lorne lachte höhnisch: “Und wie willst du das verhindern? Die Saat Bhai kennen schon lange die Position von Atlantis und dem alten SGC. Sie warten nur auf die passende Gelegenheit.“ Plötzlich begannen Lornes Augen rot aufzuleuchten und mit veränderter Stimme sprach er weiter: „Ich habe an Lara Hunter das vereinbarte Signal gesandt. Sie wird jeden Augenblick auftauchen. Ihr alle seid schon tot und wir werden unseren als Götter wieder einnehmen.”

John war unwillkürlich einen Schritt zurückgewichen. Jetzt wusste er, warum Lorne sie verraten hatte. Es war nicht mehr Lorne, er war ein Goa’uld. Doch schnell fing sich John wieder.

“Nicht, wenn ich es verhindern kann”, sagte er und hob seine Waffe, die auf Lorne zeigte an.

„Du wirst nicht auf mich schießen, Sheppard, denn dann würdest du meinen Wirt ebenfalls töten.“

„Ich bin sicher Lorne ist lieber tot, als dein Sklave zu sein.“

Bevor er jedoch abdrücken konnte, stoppte ihn eine eisige Stimme in seinem Rücken.

“Schau, schau! Wen haben wir denn da? Ein Treffen unter alten Freunden?”

Ohne Hast, um keine verdächtige Bewegung zu machen, drehte sich Sheppard herum und sah sich von einem Trupp Menschen umringt, dessen Anführer Lara Hunter war.

“Sheppard, schön, dich zu sehen”, begann die Frau wieder. „Lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet.” Bei diesen Worten blitzte es spöttisch in ihren Augen auf. “Nein”, warnte sie dann, als Sheppard eine verdächtige Bewegung machte. “Lass die Waffe fallen und heb deine Hände hoch.”

Laras Gesichtsausdruck riet Sheppard zu gehorchen. Wo waren seine Freunde? Doch wahrscheinlich konnten sie nicht eingreifen ohne ihn zu gefährden.

“Wo sind deine Leute?”, fragte Lara geradeso, als hätte sie seine Gedanken erraten. “Byron, scanne die Gegend! Bestimmt verstecken sie sich irgendwo”, befahl Lara ihrem Partner, ohne Sheppard dabei aus den Augen zu lassen.

“Niemand außer uns ist hier”, meldete Byron wenige Augenblicke später.

Sheppard konnte nur mit Mühe sein Erstaunen verbergen, was war geschehen? Waren seine Freunde wirklich nicht mehr da? Das konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen.

“Lorne?”, fragend sah Lara den Goa’uld an, doch der zuckte nur mit den Achseln.

“Ich weiß nur, dass er wie aus dem Boden gewachsen vor mir stand. Vielleicht ist er mir auf eigene Faust gefolgt. Aber ich habe dir eine interessante Neuigkeit zu berichten.”

Lorne achtete nicht auf Sheppards wütenden Gesichtsausdruck, der sich am liebsten auf seinen ehemaligen Freund gestürzt hätte.

“Später”, sagte Lara. “Jetzt widme ich mich erst unserem Freund hier.”

“Aber...”, begann Lorne.

“Ich sagte später”, fuhr Lara ihn an und Lorne beschloss es gut sein zu lassen. Wenn diese Frau so dumm war, dann sollte sie eben sehen, wie sie zu Recht kam.

“Fesselt ihn”, befahl Lara ihren Leuten und beobachtete lächelnd, wie ihre Leute Sheppard mit Handschellen die Hände auf den Rücken fesselten. Sie trat so dicht an ihn heran, dass er das Weiße in ihren Augen sehen konnte. “Wir beide werden uns köstlich amüsieren, Süßer.”

Sheppard fragte sich, wo seine Freunde abgeblieben waren. Langsam wurde es Zeit, dass sie eingriffen. Wie als Antwort auf seine Gedanken, schien um sie herum die Welt unterzugehen. Projektile und Schüsse aus Strahlenwaffen schlugen dicht neben ihnen ein und zwangen sie in Deckung zu gehen. Die Hölle brach auf.

“Was...?” Lara stieß einen lauten Fluch aus, als sie begriff. “Eine Falle, der Hund hat uns in eine Falle gelockt.”

Sie sah vier ihrer Begleiter bewegungslos am Boden liegen. Die restlichen, unter ihnen Byron, lagen in ihrer Nähe in Deckung.

“Sagtest du nicht, dass niemand hier wäre?”, zischte sie Byron wütend an.

“Mein Lebenszeichendetektor zeigte nichts an”, verteidigte sich dieser.

Laras Blick fiel auf Lorne und Sheppard. Sheppard war von Byron mitgezogen worden, damit er das Durcheinander nicht zur Flucht benutzen konnte, Lorne lag neben ihr.

“Du hast uns verraten, du Wicht”, entfuhr es Lara und hob blitzschnell ihre Waffe. „ich wusste, dass man euch Schlangen nicht trauen kann.“

“Ich habe euch nicht verraten.”

“Nicht!”, rief auch Sheppard und wollte aufspringen, doch Byrons starke Hände hielten ihn eisern fest.

Lara ließ sich von ihrem Vorhaben nicht abhalten, sondern genoss einen Augenblick ihre Macht über Leben und Tod und drückte dann ab. Lorne sackte ohne einen weiteren Laut in sich zusammen. Sheppard vergaß in diesem Moment dessen Verrat, denn er sah nur noch den toten Freund. Im Grunde war Lorne unschuldig, nur ein weiteres Opfer der Goa’uld. Bilder überschwemmten ihn, die ihn an ihre Erlebnisse erinnerten. An die Zeit, die sie zusammen waren! Gute und schlechte Zeiten.

In diesem Augenblick wurde der Hass auf die Frau in ihm übermächtig. Wie viele Freunde mussten in diesem Krieg noch sterben? Doch gleichzeitig war ihm bewusst, dass er nie aufgeben konnte. Und wenn es seinen letzten Tropfen Blut kosten sollte, er würde kämpfen bis zum letzten Atemzug.

Lara wich einen Augenblick vor dem Ausdruck in den Augen ihres Gefangenen zurück. Wenn Blicke töten könnten. Sicher wäre sie jetzt tot zu Boden gesunken.

Schnell fing sie sich wieder: “Sag deinen Freunden, dass ich freien Abzug verlange, sonst töte ich dich als nächsten.”

“Niemals!”

„Wie du willst!“

Lara hob ihre Waffe erneut und John sah dem Tod ins Auge.

“Wie du willst, ich kann ihnen das auch selbst sagen”, meinte Lara.

In diesem Augenblick erfolgte der nächste Angriff. Die Welt um sie herum schien zu kochen, präzise gezielte Schüsse schlugen rings um sie ein, gefährdeten auch Sheppard.

Einen Moment war Sheppard schockiert, doch dann begriff er, dass Helen gar nicht anders handeln konnte. Das Leben der Bewohner von Sanctuary war wichtiger als das Leben eines Einzelnen. Außerdem wusste sie nicht, dass Lorne nicht dazu gekommen war, Lara zu informieren.

“Sie nehmen keine Rücksicht auf ihn und sie sind in der Überzahl”, rief Byron Lara zu.

“Rückzug!”, befahl Lara wütend, denn Byron hatte Recht. Ihren Gefangenen würde sie aber mitnehmen.

Zwei weitere ihrer Leute fielen den Schüssen zum Opfer, und Lara sah Byron hinter zwei Felsen verschwinden. Er brachte sich in Sicherheit und sie beschloss ihm zu folgen.

Sheppard wollte die Chance nützen und warf sich nach vorne, doch er hatte die Rechnung ohne Lara gemacht. Ihr Fuß schnellte nach vorne und John stolperte darüber, genau vor ihre Füße.

Lara schlang ihm die Arme um den Hals und zog ihn hoch. Gefesselt war er nicht in der Lage sich zu wehren. “Wohin so eilig, Schätzchen? Wir beide haben doch eine Verabredung oder hast du das schon vergessen?”

Sie zog ihn mit sich, als sie sich in Richtung ihres Jumpers davon machte.

“Er ist nicht unter den Toten, Mutter”, informierte Alana Helen nur wenig später.

Diese atmete erleichtert auf. Mit blutendem Herzen hatte sie den Befehl zum Angriff gegeben, ohne dass Rücksicht auf Sheppard genommen werden konnte. Ronon und Teyla hatten zwar protestiert, doch sie konnten gegen ihren Befehl nichts unternehmen. Die Sicherheit Sanctuarys ging vor. Von ihrer Deckung aus hatten sie alles beobachtet, auch das Auftauchen der Saat Bhai. Sie hatten Sheppards Gefangennahme nicht verhindern können. Schnell hatte sie ein weiteres Gerät aktiviert, das verhinderte, dass man sie scannen konnte und hatte einen Schlachtplan ausgearbeitet.

“Zwei der Angreifer sind entkommen und sie haben Sheppard mitgenommen. Diese Frau ist auch darunter. Unsere Leute lassen sie aber nicht aus den Augen, sie wollen versuchen, Sheppard zu befreien”, teilte Alana ihr eben mit.

Ronon und Teyla stürmten los, als sie das hörten. Helen wollte sie erst aufhalten, doch dann begriff sie, dass sich die beiden um ihren Freund so sorgten, wie sie sich um die Sicherheit ihrer Stadt.

“Gut”, sagte Helen. “Sie dürfen mit ihrem Wissen um unser Versteck nicht entkommen, wenn notwendig müssen wir Sheppard eben opfern.”


Inzwischen befand sich Lara mit ihrem Gefangenen auf dem Weg zum Jumper. Es konnte nicht mehr weit sein, doch ihr Gefangener erwies sich als äußerst widerspenstig. Mehr als einmal musste sie Gewalt anwenden, um ihn dazu zu bewegen weiter zu gehen. Sheppard tat alles, um ihren Marsch zu verzögern. Dazu war ihm jedes Mittel recht, selbst wenn es schmerzhaft für ihn war.

Im Moment weigerte er sich einen Felsen hochzuklettern. “Wie soll ich mit gefesselten Händen da hinaufkommen?”, fragte er.

Es war in der Tat ein steiler schmaler Weg, und ohne sich festzuhalten würde es fast unmöglich werden hochzuklettern. Das sah auch Lara ein und so gab sie etwas nach.

“Ich werde deine Fesseln lösen, aber wenn du eine verdächtige Bewegung machst, drücke ich ab, verstanden?”

Sheppard nickte stumm.


Helens Gruppe, sowie Teyla und Ronon erreichten den Abhang in dem Moment, in dem sich die beiden in der Mitte des Aufstieges befanden. Alana bedeutete ihren Leuten leise zu sein, und schlich als erste vorwärts. Sie sah genau auf den Rücken der Frau, hob ihre Waffe und zielte. Das war zwar nicht gerade edel, doch die Sicherheit Sanctuarys ging vor. Genau als ihr Finger den Auslöser des Strahlers berührte, bewegte sich Lara etwas nach links und der Strahl traf nur ihren Arm. Mit einem Schmerzensschrei fiel Lara zu Boden.

Überrascht drehte sich Sheppard um, sah Lara am Boden liegen und ergriff seine Chance. Sein Fußtritt fegte der Saat Bhai die Waffe aus der Hand, doch Lara gab sich nicht geschlagen. Ihr Tritt schleuderte Sheppard nach hinten. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte den Abhang hinunter, wo er der Länge nach hart auf dem Boden aufschlug.

Sofort war Teyla bei ihm, während Ronon mit dem Trupp der fliehenden Saat Bhai hinterher rannte.

“Ihr nach!”, rief Helen. “Lasst sie ja nicht entkommen!”

Sie selbst blieb bei Sheppard, der in diesem Moment die Augen aufschlug und stöhnte.

“Helen”, seine Stimme, anfangs nur ein Hauch wurde kräftiger. “Sie weiß es nicht.”

“Was meinen Sie damit?”, erkundigte sich Helen erstaunt.

“Lorne konnte ihr nichts über euch erzählen. Lara ließ ihm keine Gelegenheit dazu. Als ihr auftauchtet, dachte sie, dass Lorne sie in eine Falle gelockt hat und tötete ihn. Lara hat keine Ahnung von Sanctuary.”

“Was?”, Helen konnte ihr Glück kaum fassen.

Von oben hörten sie nun das Fauchen von Strahlern und Bellen der Schüsse und deutlich die wütende Stimme von Alana.

“Ihre Tochter ist sehr energisch und hat ihren eigenen Kopf”, stellte Sheppard lächelnd fest.

Über Helens Gesicht lief ein stolzer Ausdruck: “Ja, und sehr bestimmend.”

“Das hat sie von ihrer Mutter”, foppte Sheppard sie.

„Sie wird eines Tages meine Nachfolgerin.“

Über ihren Köpfen schoss ein Jumper hinweg und verschwand im Himmel.

“Lara”, sagte Helen.

“Ja, und wir werden bestimmt noch einiges von ihr hören. Sie wird mir noch viel Ärger bereiten.”

“Sie werden ihr aber bestimmt noch mehr Ärger bereiten”, sagte Helen ernst. „Lassen Sie es nicht zu einem persönlichen Kampf ausarten”, meinte sie dann besorgt. “So etwas endet nie gut.”

Sheppard zuckte mit den Schultern. “Das ist es schon! Lassen Sie uns lieber zu den anderen gehen. Sie nehmen bestimmt das Schlimmste an, weil ihnen Lara entkommen ist.”

Helen half ihm beim Aufstehen, da kam ihnen Alana auch schon entgegen gerannt.

“Sie ist entkommen! Nun ist unser Versteck keines mehr!”, rief sie ganz außer sich vor Wut, und Sheppard glaubte, auch so etwas wie Angst in ihrer Stimme zu hören.

“Beruhige dich, nichts ist verraten. Lara weiß nichts über Sanctuary”, beruhigte ihre Mutter sie.

“Aber...”

Helen wischte ihren Einwand mit einer Handbewegung beiseite. “Sheppard wird euch alles erklären. Aktiviere das Übergangstor und lasst uns alle von hier verschwinden.”

„Was ist mit Lorne?“, fragte Teyla.

„Er war ein Goa’uld. Deshalb konnte er im Grunde nichts für seinen Verrat. Wir nehmen ihn mit. Seid aber vorsichtig! Der Symbiont ist vielleicht noch am Leben und könnte einen von euch übernehmen. Und in Zukunft müssen wir noch vorsichtiger sein. Ich frage mich seit wann Lorne ein Wirt war.“

„Das kann noch nicht lange sein“, meinte Ronon. „Sonst hätten wir es sicher bemerkt.“

„Ich weiß nicht! Von nun an wird jeder, der Atlantis betriff auf einen Symbionten untersucht“, nahm Sheppard sich vor. „Es reicht, dass wir schon wieder einen Freund verloren haben.“

Sie gingen zu der Stelle zurück, wo Lorne gelegen hatte. Doch da war niemand mehr.

„Was bedeutet das?“, fragte John.

„Entweder ist er noch am Leben oder er wurde von den Saat Bhai mitgenommen“, meinte Teyla.

Was immer mit Lorne passiert war, sie würden es nie mehr erfahren. Ihr Freund war für sie verloren, so oder so! Doch einen Erfolg konnte John verbuchen. Baris hatte sich bereit erklärt ihm die Technologie des Zeitfeldes für Atlantis zur Verfügung zu stellen. Damit hatten sie ein bombensicheres Versteck für die Stadt. Und da sie nun wussten, dass auch das Versteck des alten SGC verraten war, würden sie die Bewohner nach Atlantis evakuieren.

Eile war jedoch geboten, denn niemand konnte sagen, wie lange man die Saat Bhai noch von einem Angriff abholten konnte. Lara Hunter würde wahrscheinlich sofort zu seinem Vater eilen und ihm vom Misserfolg erzählen. Und dieser würde nichts anderes zu tun haben, als den Angriff sowohl auf das SGC, als auch auf Atlantis zu befehligen. Er musste unverzüglich nach Hause zurückkehren.

Wenige Augenblicke später deutete nichts mehr auf ihre Anwesenheit auf der Insel hin. Der Wind, welcher über die Klippen und die Insel fuhr, verwischte jede Spur ihrer Anwesenheit. Wieder einmal hatte die Insel ihr Geheimnis bewahren können.



Hoch im Orbit schwebte ein getarntes Alkesh. Der Pilot sah auf die reglose Gestalt neben sich, die er hoch gebeamt hatte. Der Wirt schien tot zu sein, doch der Symbiont war noch zu retten. Er würde bald einen anderen Wirt bekommen.

Sein Herr Baa’l würde sehr zufrieden mit ihm sein.

Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 23.12.2007, 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ein spannender Kampf.

Man ht nie gewusst wie er ausgeht, erst als Sheppard neben Helen lag. Nur zum Ende fällt mir lediglich ein: Oh mein gott ein. Jetzt wird Baal auch noch involviert. Das kann ja heiter werden.

Lg FElix
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Selana
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BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 07:59    Titel: Antworten mit Zitat

Frohe Weihnachten an alle


Teil 8:


Irgendwo im Weltraum
7. Oktober 2010
Kurz nachdem die Orion den Planeten verlassen hat, auf dem Sanctuary liegt

Die Orion bewegte sich mit Höchstgeschwindigkeit durch den Hyperraum. Seit sie Sanctuary unbemerkt verlassen hatten, drehten sich John Sheppard Gedanken nur um die Ereignisse der letzten Tage und die Sicherheit seiner Freunde. Der Verrat durch Major Lorne saß noch immer tief. Auch wenn dieser es nur deswegen getan hatte, weil ein Goa’uld-Symbiont von ihm Besitz ergriffen hatte, schmerzte es John sehr. Und der damit verbundene Verlust des Freundes kam ebenfalls dazu. Als einen Freund hatte er Lorne schon seit langem angesehen, auch wenn er dessen Vorgesetzter gewesen war. Seit sie sich von der Erde losgesagt hatten, war das nicht mehr relevant gewesen. Nur, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, waren sie bei der alten Rangordnung geblieben, was von allen Menschen weiterhin stillschweigend akzeptiert worden war.

„Noch immer keinen Kontakt mit General Landrys Leuten?“, fragte Sheppard besorgt den Funkoffizier.

„Nein, Sir! Nichts.“

Hoffentlich kamen sie nicht zu spät. Atlantis hatten sie erreichen können. Elizabeth hatte versprochen den Schild einzuschalten und die Stadt zu tarnen, sollten die Langstreckensensoren Schiffe mit Kurs auf die Stadt anzeigen. Seit Annys Aktivierung waren sie zum Glück in der Lage Schutzschild und Tarnung gleichzeitig auszuführen, wenn auch nur für kurze Zeit. Atlantis machte sich zudem bereit, die Siedler um Landry aufzunehmen. Denn dort, wo das Team um den General sich nun aufhielt, konnten sie nicht bleiben. Der Standort war den Saat Bhai bekannt. Und nachdem Lara Hunter die Flucht geglückt war, würde sie unverzüglich seinen Vater, Philipp Sheppard informieren und dieser würde zum Angriff sowohl auf Atlantis, als auch auf Landrys Leute blasen.

„Wann erreichen wir den Planeten?“

„In genau einer Stunde, Colonel.“

Die Zeit schien in dieser Stunde still zu stehen. Als die Orion aus dem Hyperraum trat, sahen sie dummerweise ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Drei Raumschiffe der Erde, die Apollo, die Odyssee und die Zeus schwebten im Orbit des Planeten. Dazu kamen noch einige Kampfkreuzer und Raumgleiter der Saat Bhai. Unzählige F-302 verließen die Schiffe und flogen zur Oberfläche hinunter. Anscheinend hatte sein Vater keine Zeit verloren und startete seine Übernahme unverzüglich, aber erst mit dem leichteren Ziel. Atlantis würde kein so einfaches Ziel sein. Es war das Glück von John, dass Lara nichts von dem Zeitfeld wusste. Dies würde sich jedoch bald ändern, denn leider gab es noch diesen Saat Bhai-Agenten, der sich Omega nannte und unerkannt in Atlantis lebte. Diesen mussten sie als nächstes enttarnen, denn sonst konnten sie fliehen so oft sie wollten, Omega würde sie immer wieder verraten.

Zum Glück hatte John den Befehl gegeben, die Orion nach verlassen des Hyperraumes sofort zu tarnen. Hoffentlich hatte man sie nicht entdeckt. Doch die Angreifer schienen zu sehr mit dem Planeten beschäftigt zu sein, dass sie das, was hinter ihnen geschah vernachlässigten. Ein großer Fehler, den John nie gemacht hätte.

„Was ist mit der Siedlung? Steht der Schirm?“

„Nein, Colonel.“

„Ja, sind die denn verrückt?“

„Vielleicht waren sie nicht in der Lage ihn einzuschalten, Sheppard“, mischte sich Ronon ins Gespräch.

„Ja, wahrscheinlich hast du recht. Aber das bedeutet nichts Gutes. Was ist mit einer Funkverbindung?“

„Auch nicht möglich.“

„Können wir dann wenigstens hinunter beamen?“

„Das geht; John, aber ich rate davon ab“, sagte MacClaude, Johns erster Offizier der Orion. „Du würdest denen direkt in die Falle laufen.“

„Ich gehe natürlich nicht alleine. Einige Teams sollen sich bereit machen. Wir unterstützen sie im Kampf. Und du fliegst die Orion sofort nach Atlantis.“

„Aber John!“

„Kein aber, der Zeitfeldgenerator muss sofort in Angriff genommen werden. Selbst, wenn mein Vater Atlantis noch nicht angreift, wird er das bald tun. Ronon kommt mit mir. Wir werden anschließend zusammen mit Landrys Leuten durch das Tor nach Atlantis gehen.“

„Wenn ihr dazu dann noch in der Lage seid“, warf MacClaude besorgt ein.

„Sicher schaffen wir das. Beame die Teams dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Ronon und mich aber direkt in den Schildgeneratorraum. Mal sehen, woran es liegt, dass er noch nicht steht.“

MacClaude widersprach nicht länger. John hatte seinen eigenen Kopf. Und in einem hatte er recht: der Zeitgenerator musste sofort nach Atlantis geschafft werden. Auch wenn McKay und seine Wissenschaftler noch nicht damit fertig waren, so arbeiteten sie doch fieberhaft an dessen Fertigstellung.

Wenig später standen sie im Generatorraum der Siedlung. Sie sahen sofort, warum der Schild noch nicht aktiv war. Die Wachen lagen am Boden und der Generator war zerstört. Ein Feind war nicht zu sehen, doch von außerhalb des Raumes waren Schreie und Schüsse zu hören.

„Komm mit“, sagte John zu Ronon.

Schnell liefen sie dorthin, wo der größte Lärm zu hören war. Einige Soldaten von Landry waren in Kämpfe mit einigen Angreifern verwickelt worden. John und Ronon zögerten nicht, in den Kampf einzugreifen. Gemeinsam gelang es ihnen die Angreifer unschädlich zu machen. Zumindest in diesem Bereich der Siedlung. Die Verteidiger, in zwei von ihnen erkannte John die Colonels Carter und Mitchell, begrüßten die Ankömmlinge erfreut. Schließlich versprach ihr unerwartetes Auftauchen Hilfe von außen.

„Was ist los hier?“, fragte John die beiden. „Warum wurde der Schild nicht rechtzeitig aufgebaut?“

„Es war ein koordinierter und von langer Hand vorbereiteter Angriff der Saat Bhai. Wir haben Verräter unter uns. Sie haben den Schild-Generator zerstört“, antwortete Mitchell. „Wir konnten die zwei Agenten zwar ausschalten, doch es war zu spät für den Schutzschild.“

„Das mit den Verrätern wissen wir. Wir sind hergekommen, um euch zu warnen“, antwortete John. „Leider wohl zu spät, um das größte Unheil noch zu verhindern. Wo hält sich der General auf?“

„Er hat sich mit den Stabsmitgliedern im Stargate-Gebäude verschanzt. Wir wollen durch das Tor fliehen, aber ohne Schild sind die Siedler dem Angriff hilflos ausgeliefert“, erklärte ihm Mitchell. „Die Familien können das Stargate in dem Feuergefecht nicht erreichen. Das wäre viel zu riskant.“

„Es gibt allerdings noch den Ersatzgenerator“, meinte Carter.

„Aber der ist in einem anderen Gebäude“, sagte Mitchell.

„Dann müssen wir dorthin. Macht ihr beide das. Ronon und ich organisieren die Gegenwehr hier“, sagte John.

Während Carter und Mitchell sich auf den Weg zum zweiten Generator machten, liefen die geretteten Wachen mit John und Ronon durch die Gänge des Gebäudes. Unterwegs trafen sie auf andere, die sich ihnen anschlossen. Sie erreichten den Ausgang des Gebäudes. Die Soldaten spähten um die Ecke, doch es war nichts zu sehen. John überzeugte sich selbst davon. Es konnte sich schließlich um eine Falle handeln.

„Das gefällt mir gar nicht“, meinte Ronon unruhig. Er hatte wohl ein ähnliches Gefühl wie John. „Es ist viel zu ruhig.“ Nach kurzem Überlegen fasste Ronon einen Entschluss: „Ich gehe hinaus!“

„Nein!“, John packte seinen Arm. „Das ist zu riskant.“

„Keine Sorge, ich bin nicht so leicht zu töten“, versuchte Ronon John zu beruhigen.

Ronon zögerte nicht länger und sprang auf. Geduckt lief er über den großen Platz vor dem Hauptgebäude. Als er die Mitte erreicht hatte, traf ihn ein Energiestrahl, der aus dem Nichts zu kommen schien und warf ihn zu Boden.

John wollte loslaufen, um ihm zu helfen, doch einer der Soldaten hielt ihn zurück.

„Nicht, Colonel! Das ist viel zu gefährlich!“

Sheppard musste dem besorgten Mann widerwillig zustimmen, denn von der anderen Seite stürmten nun die ersten Angreifer auf den Platz. In der Luft rückten vier größere Raumgleiter an, aus denen weitere Eindringlinge auf den Boden sprangen.

Doch auch die Verteidiger waren nicht untätig. Vom anderen Ende des Gebäudes zischte aus einem Fenster ein Geschoss hervor und traf einen der Gleiter, der sofort in Flammen aufging. Alle Angreifer, die noch nicht aus dem Fahrzeug gesprungen waren, starben bei der Explosion. Weitere Geschosse zischten heran und trafen zwei weitere Gleiter, die jedoch nur noch die Piloten an Bord hatten. Der letzte Gleiter versuchte sich abzusetzen und gewann schnell an Höhe. Doch etwa 50 Meter über dem Boden schien er gegen etwas Unsichtbares zu prallen und stürzte ab. Er explodierte in einem riesigen Feuerball.

Die Verteidiger stießen Triumphschreie aus. Der Schild stand endlich. Carter und Mitchell hatten es geschafft. Doch das bedeutete noch lange nicht ihren Sieg. Viele Angreifer befanden sich inzwischen in der Siedlung und aus allen Richtungen waren nun Kampfgeräusche zu hören.

Ronon sah den Energiestrahl auf sich zurasen und warf sich zu Boden. Er war nicht schnell genug, der Strahl streifte ihn noch am Arm und warf ihn zu Boden. Ein glühender Schmerz durchfuhr seinen Körper und einen Augenblick lang war er völlig hilflos. Er schloss die Augen und sammelte alle verbliebene Kraft und versuchte den Schmerz zu ignorieren. Was hatte er nicht schon alles für Verletzungen davon getragen? So ein kleiner Streifschuss würde ihn nicht umbringen. Die Angreifer hatten ihn nicht weiter beachtet. Wahrscheinlich hielten sie ihn für tot, weil er sich nicht mehr gerührt hatte.

Ronon schlug vorsichtig die Augen auf und bemerkte um sich großes Kampfgetümmel. Auch einige Trümmer der abgestürzten Maschinen waren dicht neben ihm eingeschlagen. Hitze, Rauch und Schreie waren um ihn herum. Vorsichtig versuchte er sich aufzurichten. Es ging schon wieder, auch wenn er noch etwas wackelig auf den Beinen war. Um ihn herum lagen Tote, Verletzte schrieen, das Chaos war allgegenwärtig.

Durch die abgestürzten Gleiter hatte sich der Kampf vom Platz verlagert. Jetzt wurde um die Gebäude gekämpft. Ronon sah John am Rande des Platzes mit einigen Männern die Angreifer abwehren. Dorthin wollte er sich begeben.

Sein Instinkt warnte ihn. Ohne darüber nachzudenken, warf er sich mit einem mächtigen Satz nach vorne.

Der Aufprall war hart und trieb ihm die Luft aus den Lungen, doch es hatte Ronon das Leben gerettet. Dort, wo er eben noch gestanden hatte, schlug eine Granate ein und explodiert mit ungeheurer Wucht. Trümmer und Granatsplitter sausten durch die Luft. Das hätte ihn glatt zerrissen. Er blickte sich nach dem Angreifer um. Rechts, in einer Ecke sah Ronon einen der Angreifer, der mit einer Panzerfaust erneut auf ihn zielte.

„Verdammt! Anscheinend bin ich ein so wertvolles Ziel, um zwei Raketen zu vergeuden“, fluchte Ronon und machte, dass er wegkam. Rauch und Granatsplitter schossen erneut durch die Luft und Ronon nutzte den Qualm als Deckung. Der Mann mit der Panzerfaust sah ihn nicht mehr und hielt ihn wohl für erledigt. So sparte er sich das dritte Geschoss für ein anderes Ziel auf. Der Kerl musste ausgeschaltet werden, entschied Ronon.

Im Schutze des Rauches schlich er sich an die Stellung heran. Der Mann hatte ein neues Ziel ausgewählt: die Ecke, wo John mit seinen Soldaten das Gebäude verteidigte. Das würde er verhindern. Mit einem geschmeidigen Satz sprang er über die Trümmer eines der abgeschossenen Gleiter und tauchte wie ein Gespenst aus dem Nichts neben dem Raketenmann auf. Dieser erschrak zu Tode und ließ vor Schreck fast die Panzerfaust fallen. Ronon gab ihm keine Gelegenheit, sich von dem Schreck zu erholen sondern schlug zu. Der Mann wurde zurückgeworfen und Ronon hatte blitzschnell sein Schwert in der Hand und tötete den Mann mit einem einzigen gezielten Stoß.

Schnell hob er die Panzerfaust hoch und suchte sich nun selbst ein Ziel. Mit dem Gerät kannte er sich aus. In Sateda hatte er mit ähnlichen Waffen in der Armee hantiert, auch wenn diese damals nicht so modern gewesen waren. Doch John hatte ihm in Atlantis die Bedienung einer solchen Waffe erklärt. So kam er mit der Technik klar und richtete die Waffe auf eine Gruppe Angreifer, die gerade über den Platz stürmten. Das Geschoss schlug zwischen ihnen ein und hinterließ Tod und Zerstörung.

Mit ernster Miene blickte Ronon auf sein Werk. Er war nicht stolz darauf, denn er hasste es, töten zu müssen. Leben war ihm heilig, doch die Angreifer teilten seine Skrupel nicht und würden alle Siedler ohne Bedenken töten. Er setzte seinen Weg fort und kam neben John an.

Der Colonel sah ihn erleichtert an. „Ich hielt dich schon für tot.“

„Aber nein, du weißt doch, dass ich schwer zu töten bin.“

Eine Stimme in seinem Funkgerät lenkte John ab. Ronon sah seinen Freund fragend an, nachdem John kurz gelauscht hatte.

„Das war einer unserer Männer. Er sagte, dass keine neuen Gleiter mehr landen können, aber das noch einige Flugzeuge über der Siedlung kreisen.“

„Wir müssen weg hier“, meinte Ronon.

„Ja, ich muss zu Landry gehen und ihn überzeugen mit nach Atlantis zu kommen. Dort sind sie sicher und wir haben genug Platz“, John gab über das Funkgerät den Befehl, dass alle verfügbaren Männer zum Stargate-Gebäude gehen sollten, um dieses zu schützen.

„Wir gehen auch dorthin“, sagte John. „Der General ist dort.“

„Ja“, sagte Ronon, da er gerade das gleiche gedacht hatte.

John wandte sich an die übrigen Soldaten, die den Angriff überlebt hatten. „Ihr kommt mit uns.“

„Verstanden“, sagte eine blonde Soldatin, die einen entschlossenen Eindruck machte. Sie überquerten geduckt den mit Trümmern bedeckten Platz und nutzten dabei jede sich bietende Deckung aus. So erreichten sie unbeschadet die andere Seite und machten sich auf den Weg zu dem Gebäude mit dem Stargate.

Immer wieder wurden sie beschossen, doch sie hatten Glück und erreichten unverletzt ihr Ziel. Nun mussten sie noch zwanzig Meter zurücklegen, doch das Gebäude wurde wie erwartet stark belagert. Mindestens zwanzig Angreifer beschossen das Gebäude, aus dem aber starker Widerstand den Eindringlingen entgegenschlug. Außerdem sammelte sich nun auch die Sicherheitstruppe von Landry, die vom ersten Angriff überrascht worden war. Doch inzwischen hatten die verantwortlichen Leute den Widerstand organisiert und griffen die Angreifer ihrerseits mit großer Entschlossenheit an.

Es war ein großes Glück, dass es Carter und Mitchell gelungen war, den Schild endlich aufzubauen. Sonst wären sie glatt überrannt worden. Es mussten sich inzwischen mindestens 100 Angreifer innerhalb des Schildes aufhalten. Auch auf den Schild wurden von außen immer wieder Angriffe geflogen, denn dieser flackerte hell auf, hielt aber bisher den Attacken stand.

„Wir müssen in das Gebäude hinein“, sagte Ronon. „Wir starten einen Überraschungsangriff und geben uns gegenseitig Feuerschutz.“

„Dann los!“, sagte John.

Mit einem Satz sprangen sie aus der Deckung und liefen auf das Gebäude zu. Wie erwartet eröffneten die Angreifer postwendend das Feuer auf sie, doch auch aus dem Gebäude wurde ihr Vorhaben bemerkt, und die Verteidiger gaben ihnen zusätzlichen Feuerschutz.

Ein paar mal wurde John fast von einer Kugel getroffen. Sie fielen regelrecht durch eine Seitentür, die von einigen Verteidigern geöffnet und hinter ihnen wieder geschlossen wurde. Bis auf zwei hatte ihre Gruppe es tatsächlich geschafft.

Ronon und John machten sich auf den Weg zum Stargate-Raum. Unterwegs schlossen sich ihnen immer mehr Wächter an, und so wuchs ihre kleine Streitmacht stetig an. Schon von weitem hörten sie die Schüsse und die Schreie. Als sie um die Ecke bogen, blieben sie überrascht stehen. Im Gang vor ihnen befand sich eine große Gruppe der Angreifer. Wie waren diese in das Gebäude gekommen? Der Stargate-Raum wurde jedoch erbittert verteidigt. John gab Ronon ein Zeichen. Sie verstanden sich auch ohne Worte. Auch die Soldaten verstanden, was John und Ronon meinten, und so war ihr Überraschungsangriff ein voller Erfolg. Sobald die Verteidiger ihrer Hilfe gewahr wurden, griffen sie ihrerseits noch erbitterter in den Kampf ein. So dauerte es nicht lange, bis auch der letzte Angreifer unschädlich gemacht worden war. Das Stargate gehörte nun ihnen.

John betrat den Raum. „General Landry!“

Landry hatte zusammen mit seinen Männern das Stargate verteidigt und sah Sheppard überrascht an. „Woher kommen Sie den, Colonel?“

„Das ist eine lange Geschichte, Sir! Eigentlich kamen wir, um Sie vor diesem Angriff zu warnen, doch die Funkverbindung war zusammen gebrochen. Wir konnten Sie nicht erreichen.“

„Dafür haben die Angreifer gesorgt. Woher wussten die denn, das wir hier sind?“

„Das gehört ebenfalls zu der Geschichte, Sir. Doch wir dürfen jetzt nicht länger zögern. Wer weiß, wie lange der Schild noch den Angriffen standhält. Lassen Sie sofort alle Leute nach Atlantis evakuieren. Meine Leute dort wissen Bescheid. Auch unser Standort ist verraten, doch wir haben einen Ausweichstandort gefunden.“

„Colonel?“, Landry sah John irritiert an.

„Sir! Bitte hören Sie auf mich! Für Erklärungen ist später immer noch Zeit.“

Landry ließ sich schließlich überzeugen. Zusammen mit SG-1 und einigen anderen beherzten Männern und Frauen schafften sie es, die Evakuierung in ganz kurzer Zeit zu bewerkstelligen. Die Angreifer innerhalb des Schildes wurden besiegt oder zumindest vom Weg zum Stargate verdrängt. So konnten die Frauen und Kinder aus ihren Verstecken kommen. Schon wieder sah Landry zu, wie seine Leute einer nach dem anderen durch das Tor traten und somit erneut einer ungewissen Zukunft entgegen. Landry hätte zu gerne den oder die Verräter in die Hände bekommen und sie ihrer gerechten Strafe zugeführt. Doch Sheppard war erneut nicht darauf eingegangen. Sein düsteres Gesicht zeigte dem General jedoch, dass der Colonel mehr wusste und machte sich auf die schlimmsten Enthüllungen gefasst.

Sheppard seinerseits sah ebenfalls zu, wie die Menschen nach Atlantis gingen. Seine Gedanken galten Lorne und dem zweiten Verräter. Wie war es nur möglich, dass Lorne so zum Verräter hatte werden können. Wann, um alles in der Welt, war er in die Hände der Goa’uld gefallen?


Was mit Lorne geschah
23. September 2010
Zwei Wochen vorher


Das Erwachen wurde mit jedem Mal unerträglicher. Lorne konnte kaum die Augen aufmachen. Zwar fehlte ihm körperlich nichts mehr, dafür hatte schon der Sarkophag gesorgt, aber es fiel ihm jedes Mal schwerer seine Gedanken zu orten und seinen Kopf klar zu bekommen. Fünf lange Wochen ging das jetzt schon so.

Jetzt wusste er, wie es General O’Neill ergangen sein musste, als er sich in der Gewalt von Ba’al befunden hatte. Lorne schloss die Augen und fiel erneut in tiefen Schlaf. Als er erwachte fühlte er sich bedeutend besser.

Er richtete sich langsam auf und machte einen weiteren Strich an die Wand. Sechs waren es nun. Sooft hatte Ba’al ihn jetzt getötet und mit dem Sarkophag wiedererweckt, weil er sich weigerte mit ihm zusammen zu arbeiten. Lorne wagte gar nicht daran zu denken, was Ba’al mit ihm angestellt hatte. Zwar spürte er keine Veränderungen oder Unwohlsein, trotzdem war ihm nicht wohl bei dem Gedanken, so oft in den Sarkophag zu müssen.

Lorne stand auf und ging in die Nasszelle seines Gefängnisses, um sich frisch zu machen. Komfortabel hatte man ihn untergebracht, das musste er seinem Entführer zugestehen. Das Bad war mit allem Komfort ausgestattet. Der große Zellenraum enthielt ein bequemes Bett und eine gemütliche Sitzecke. Er hatte zu lesen und das Essen war gut und reichlich. Aber er war ein Gefangener und die Sitzungen mit Ba’al endeten meist unangenehm für ihn.

Jetzt würde er für etwa zwei Tage in Ruhe gelassen werden, damit sich sein Körper erholen konnte. Lorne fragte sich, warum seine Freunde nicht kamen und ihn herausholten. Sonst war es doch Colonel Sheppards Prinzip keinen Mann zurückzulassen. Hatten sie noch nicht herausgefunden, wo er war? Oder hielten sie ihn vielleicht sogar für tot? Wahrscheinlich hatte der Verräter, der ihn in diese Lage gebracht hatte, es so aussehen lassen. Das würde erklären, warum man ihn nicht suchte und ihn seinem Schicksal überließ.

Er hatte zusammen mit drei Marines drei Wissenschaftler auf einen Planeten begleitet. Dort wurden sie von Ba’als Männern überrascht. Nun wusste er, dass es eine wohl vorbereitete Falle für ihn gewesen war. Ba’al hatte ihm dies hohnlächelnd unter die Nase gerieben. Und auch, dass er mit den Saat Bhai zusammen arbeitete. Dies aber nur, solange es Ba’al zum Vorteil gereichte. Zu allem Übel waren bei dem Überfall seine Marines getötet worden. Sie hatten ihr Leben gelassen, um ihn und die Wissenschaftler entkommen zu lassen. Noch schmerzlicher war diese Opferung, da sie sinnlos gewesen war. Am Tor waren die Wissenschaftler und er in eine zweite Falle gelaufen. Lorne hatte es geschafft seine Schützlinge zum Tor zu bringen und hatte einem Wissenschaftler befohlen Atlantis anzuwählen. Doch anstatt das zu tun, hatte dieser Verräter ihn niedergeschossen. Erst hier war er wieder zu sich gekommen.

Lorne hatte lange über die Gründe des Mannes für diese Tat nachgedacht, bis er zum Schluss kam, dass dieser der lang gesuchte Verräter in Atlantis war, der sich Omega nannte. Noch immer konnte er das nicht glauben, denn er hatte ihn für einen ehrlichen und sympathischen Mann gehalten.

Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 24.12.2007, 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

Das machte mich in der Tat stutzig. Omega ein symphatischer Mannß Ich hoffe mal das es nieamnd vom Hauptcast ist...*bibber*

So jetzt sind sie vielleicht in Sicherheit..bei dir weiß man das nie so genau. Auch wie du Lornes unterwanderung geschrieben hast fand ich gut. Jetzt bleibt bloß noch abzuwarten wie es weitergeht.

Lg Felix
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Selana
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BeitragVerfasst am: 25.12.2007, 09:09    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Wer Omega ist erfährst du noch in dieser Geschichte, aber nun geht es erst mal weiter.

Teil 9

Was mit Lorne geschah
23. September 2010

Auf einem Monitor beobachtete Ba’al zufrieden seinen wichtigen Gefangenen. Zwar hatte dieser sich noch nicht bereit erklärt, mit ihm zusammen zu arbeiten, aber irgendwann würde auch Lorne zusammenbrechen. Außerdem erfüllte er auch draußen seine Aufgabe, denn er hatte einen Klon des Majors hergestellt, ihm einen Symbionten eingepflanzt und diesen als Spion in Sheppards Mannschaft eingeschleust. Nachdem es ihm nicht gelungen war John Sheppard persönlich zu fassen, hatte er sich auf dessen zweiten Mann konzentriert. Dank Omega hatte er Lorne endlich fassen können.

Sobald es eine günstige Gelegenheit gab, würde der Lorne-Klon ihm auch Sheppard ausliefern. John Sheppard würde anschließend das Schicksal seines Majors teilen. Der Sheppard-Klon war dann in der Position ihm Atlantis auszuliefern. Ba’al lehnte sich in seinem bequemen Stuhl zurück und sonnte sich in der Aussicht seiner zukünftigen Macht.

Allerdings wäre Ba’al nicht so zufrieden gewesen, hätte er geahnt, dass in naher Zukunft Lara Hunter von den Saat Bhai seine Pläne zunichte machen würde, indem sie den Lorne-Klon in einem Anfall von Wut tötete.

Zwei Tage später wurde Lorne erneut geholt. Er fühlte sich wieder fit, wenn auch etwas ausgelaugt. Waren das etwa schon die Auswirkungen des Sarkophags, der wie Lorne wusste süchtig machte? Doch was sollte er tun? Er war nicht in der Lage sich zu wehren.

„So, sind wir wieder bereit für die nächste Sitzung, mein Süßer?“

Lorne blickte die Frau erbost an. Bei einer anderen Gelegenheit wäre sie ein erfreulicher Anblick gewesen. Sie war mittelgroß, schlank und braungebrannt. Ihr rotes mit Silberfäden durchzogenes Haar trug sie als Pagenschnitt, die etwas schräg stehenden himmelblauen Augen blickten ihn jedoch spöttisch an. Sie war sich ihrer Macht über ihn sehr wohl bewusst und genoss jeden Augenblick davon. Bekleidet war sie wie üblich in einem hellbraunen eng sitzenden Lederanzug. Um die zierlichen Hüften trug sie einen Waffengurt mit einer Waffe an jeder Seite und über die rechte Hand hatte sie ihre Handschuhwaffe gestreift. Eine Waffe, die er schon öfters zu spüren bekommen hatte, wenn auch nur kurz. Die Frau wusste nur zu gut, dass Ba’al es nicht dulden würde, wenn sie seinen wertvollen Gefangenen zu sehr quälte. Dieses Privileg hielt er für sich selbst auf.

Nur ihre dunkle Stimme wollte nicht so ganz zu ihrem graziösen Äußeren passen, denn sie war eine Goa’uld. Er hatte schon beobachtet, dass sie einen Diener mit dem Handschuh bestrafte, bis dieser das Bewusstsein verlor. Der Major bezweifelte nicht, dass sie, wenn sie unbeobachtet war, schuldhafte Diener sogar tötete.

Als Lorne nicht antwortete, gab sie ihren Jaffa, zwei Hünen von Männern ein Zeichen. Diese kamen auf den Major zu und packten ihn an den Armen und zerrten ihn mit sich.

Die Goa’uld griff Lorne unter das Kinn und hob es an. Sie blickte ihm genau in die Augen. „Stäuben hilft dir nichts, mein Süßer, aber wenn du machst, was mein Herr von dir verlangt, könnten wir viel Spaß miteinander haben. Du würdest es nicht bereuen.“

„Lieber lasse ich mich einer Spinne ein“, gab Lorne zurück.

Die Goa’uld, sie nannte sich Callisto, lachte hässlich auf und ließ sein Kinn los. Dann gab sie den Jaffa ein Zeichen und diese schleiften Lorne einfach mit sich. Es ging den bekannten Gang entlang bis zu der Kammer, in der Ba’al ihn immer empfing. Dort wurde er in einen Stuhl gesetzt und die beiden Jaffa nahmen hinter ihm Aufstellung, bereit sofort einzugreifen, sollte er Schwierigkeiten machen.

Callisto stellte sich neben Ba’al, der in einem anderen bequemeren Stuhl saß und dem Major zur Begrüßung zulächelte. Zumindest sollte es ein Lächeln sein, doch Lorne kam es eher vor, als würde er einer Viper ins Gesicht blicken. Der Major versuchte sich seine Beklemmung und Furcht nicht anmerken zu lassen, die mehr als begründet war.

Ba’al war der einzige System-Lord, der noch einen Rest seiner alten Macht behalten hatte. Sein Wirt war ein gut aussehender Mann, groß, schlank mit dunklen kurzen Haaren und einem sorgfältig gepflegten Kinnbart. Sein Blick konnte sein Gegenüber vor Angst erstarren lassen, aber bei Bedarf auch freundlich und liebenswürdig aussehen. Im Moment blickten ihn diese Augen nachdenklich an. Sein äußeres Erscheinungsbild wurde durch seine dunkle Bekleidung noch verstärkt, die ihn meist mephistophelisch wirken ließ.

„Nun, Major Lorne, hast du dir meinen letzten Vorschlag überlegt?“, begann Ba’al die Unterhaltung in liebenswürdigem Tonfall.

Lorne ließ sich davon nicht täuschen. So begann es immer und endete jedes Mal mit großen Schmerzen für ihn.

„Die Antwort ist immer noch dieselbe.“

Ba’als Gesichtszüge veränderten sich und Lorne sah neues Unheil für ihn heraufziehen. Er begann sich zu fragen, wie Ba’al ihn dieses Mal töten wollte. Die vorherigen Male waren sehr unangenehm gewesen. Noch war er aber nicht bereit aufzugeben.

„Ich beginne unsere Unterhaltungen zu genießen, Major“, sagte Ba’al mit so liebenswürdiger Stimme, dass Lorne ein kalter Schauer über den Rücken lief. Callisto ließ bei diesen Worten ein schadenfrohes Lachen hören, doch der System-Lord ignorierte sie.

„Ihr Tau’ri seid wirklich unterhaltsam, aber auch sehr hartnäckig. Jeder andere Mensch eines x-beliebigen Planeten hätte schon längst aufgegeben.“

„Das ist der Grund, warum wir Menschen euch vernichtet haben.“

Diese Bemerkung brachte ihm einen Schlag von Callisto ein, die blitzschnell neben ihm stand.

„Keine Frechheiten“, zischte sie ihn an.

„Aber, aber! Liebste Callisto, warum so ärgerlich?“, Ba’al schien wirklich amüsiert zu sein.

Callisto stieß ein ärgerliches Zischen aus, sagte jedoch nichts mehr.

Ba’al wandte sich wieder Lorne zu. „Zu den vorher genannten Eigenschaften kommt noch ungeheure Frechheit und Überheblichkeit hinzu.“

Jetzt lachte Lorne auf. „Wenn wir Menschen überheblich sind, was seid ihr Schlangen dann?“

„Schlangen! Mit diesem Schimpfwort betitelte mich schon einmal ein Gefangener deiner Rasse.“

„General Jack O’Neill! Er ist ein Mensch, dessen Klasse du nie erreichen wirst.“

Ba’als Augen verengten sich und Ärger loderte in ihnen auf. Callisto schlug wieder zu und diesmal war der Schlag so hart, dass Lorne aus dem Stuhl geworfen wurde. Doch sofort rappelte er sich wieder auf und die Jaffa griffen zu und setzten ihn zurück in den Stuhl.

Lorne ahnte jetzt, dass er einen wunden Punkt getroffen hatte. Wenn jemand Ba’al so richtig auf die Palme bringen konnte, dann Jack O’Neill. Bei diesem Gedanken erheiterte sich sein Sinn, wenn auch nur für einen kurzen Moment.

„Diesen Menschen werde ich ebenfalls nochmals in die Hände bekommen. Und dann wird er es nicht mehr schaffen zu fliehen. Und er wird sich wünschen nie geboren worden zu sein. Genauso wenig wie du! So, und nun frage ich dich nochmals, ob du bereit bist auf meiner Forderungen einzugehen.“

„Nein!“

Hatte Ba’al am Anfang angenommen endlich Angst in den Augen des Majors zu sehen, sah er ein, dass er sich wieder getäuscht hatte. Dieser Mann war genauso schlimm und hartnäckig wie O’Neill. Ba’al begriff, dass ihm wohl doch nur ein Ausweg blieb. Er musste den Major zum Wirt machen. Das hatte er nicht machen wollen, weil er nicht wusste, was für Auswirkungen ein Symbiont auf das Gen der Antiker hatte. Funktionierte es dann noch? Außerdem machte es ihm Spaß sich mit dem geistreichen und hartnäckigen Tau’ri zu unterhalten und ihn letztendlich zu brechen. Überdies fehlte ihm ein geeigneter Symbiont. Die geklonten Symbionten waren alle Minderwertig, und jeder von ihnen war auf eine Art verrückt. Den einzigen wertvollen Symbionten hatte er schon in den Lorne-Klon gepflanzt. Nun musste er seine Jaffa aus senden, um einen geeigneten Symbionten zu suchen. Sein Blick fiel auf Callisto. Vielleicht auch nicht! Er konnte genauso gut Callistos Symbionten verwenden. Abwägend sah er sie an.

Callisto blickte ihren Herren fragend an. Ahnte sie, was er vorhatte? Aber sie war bisher immer eine gehorsame Dienerin gewesen. Sie würde ihm auch diesmal gehorchen.

„Wie willst du mich diesmal töten?“

Lornes Worte lenkte Ba’als Aufmerksamkeit wieder auf den Major.

„Erschießen, hängen, ertränken, in einen Abgrund werfen oder wieder erstechen?“

Die Dreistigkeit des Majors erheiterte Ba’al. „Was wäre dir denn am liebsten?“

„Äh, ganz ehrlich?“

Ba’al nickte zustimmend und grinste dabei boshaft.

„Wenn ich ehrlich sein soll: keines davon hat mir gefallen.“

Ba’al ließ ein meckerndes Lachen ertönen. „Ich kann dich beruhigen: keines von diesen diesmal.“

„Oh, da bin ich aber froh! Etwas Neues also. Wird sicher wieder lustig.“

„Ganz sicher, Major! Aber nur für mich. Ich mache dich zum Wirt.“

Jetzt wurde Lorne doch blass, was dem System-Lord natürlich nicht entging.

„Unsere Gespräche und Spielchen amüsieren mich zwar, doch ich brauche deine Kooperation und dein Wissen, Major. Als Wirt wirst du dich nicht mehr weigern, meine Geräte zu initialisieren, dein Wissen mit mir zu teilen und mit mir zusammen zu arbeiten.“

„Mein Lord!“, mischte sich da Callisto in das Gespräch. „Welchen Symbionten willst du nehmen? Lorne ist zu wertvoll, um ihn an einen Klon zu vergeuden. Wie du schon selbst gesagt hast, brauchen wir sein Wissen.“

Ba’al sah Callisto streng an. „Du zweifelst an meiner Weisheit?“

Zum ersten Mal sah Lorne die Goa’uld unterwürfig. „Nein, mein Lord! Selbstverständlich nicht. Alles, was ich tue, ist nur für dich.“

„Das freut mich, meine Liebe! Und das kannst du bald beweisen. Du wirst den Körper des Major übernehmen.“

„Ich, aber Herr …!“

„Du weigerst dich?“

„Nein, nein natürlich nicht! Zwar habe ich mich inzwischen an meinen Körper gewöhnt, aber Lorne ist ebenfalls nicht zu verachten. Und dann kann ich dir noch besser dienen.“

Ba’al schien zufrieden zu sein. „Gut, dann bereite dich vor. Der Wechsel …“

„Mein Herr!“

Wütend blickte Ba’al auf den Störenfried, der es gewagt hatte, ihn zu unterbrechen. Es war einer seiner Leibdiener, der herein eilte und ihm etwas zuflüsterte. Lorne sah, dass sich Ba’als Züge bei jedem Wort verdüsterten. Er schickte den Diener wieder nach draußen.

„Callisto, bring Lorne zurück in die Zelle. Wir machen später weiter.“

„Und der Tausch?“

„Ist erst einmal verschoben. Aber hallte dich auf alle Fälle bereit.“

„Ja, mein Lord!“

Callisto gab den beiden Jaffa ein Zeichen und diese packten den Major und schleppten ihn mit sich. Zum ersten Mal folgte ihnen Callisto ohne etwas zu sagen oder Lorne zu verhöhnen. Täuschte er sich oder war es ihr nicht recht, den Wirt zu wechseln.

„Du bist wohl nicht mit dem Tausch einverstanden?“, stichelte er.

„Nein, es ist immer mit Schmerz und Gefahr verbunden. Ich könnte dabei sterben. Außerdem hatte ich bisher immer einen weiblichen Wirt. Aber wenn mein Lord es mir befielt gehorche ich. Wir beide werden sicher gut zusammen arbeiten.“

Er wurde in seine Zelle gestoßen. Diese lag in einer alten Antikerfestung, eigentlich nur ein Turm, ähnlich den Türmen von Atlantis. Viel hatte er davon noch nicht zu sehen bekommen, aber er hatte es aus Gesprächen erlauscht. Auch die Inneneinrichtung war der von Atlantis sehr ähnlich. Einen Blick nach draußen hatte er allerdings noch nicht werfen können, so wusste er nichts von der näheren Umgebung seines Gefängnisses. Doch wenn dies eine der alten Städte der Antiker war, dann hatte Ba’al sicher viele Geräte der Ahnen entdeckt. Einige mochten seine Leute bedienen können, doch unzählige, die wichtigsten Geräte, brauchten einen Genträger um sie zu aktivieren oder zu bedienen. Und genau dies verweigerte Lorne dem System-Lord.

Es schienen auf jeden Fall keine guten Nachrichten für Ba’al gewesen zu sein, die er da erhalten hatte. Und was schlecht für Ba’al war, musste gut für ihn sein. Das hoffte er zumindest. Hatte vielleicht seine Freunde doch sein Gefängnis entdeckt und versuchten ihn zu befreien?


Atlantis
Gegenwart
10. Oktober 2010
Einige Tage später


Die Ankunft in Atlantis war mit gemischten Gefühlen vonstatten gegangen. Einerseits war Sheppard froh, wieder zu Hause zu sein, andererseits hatten sie Niederlagen einstecken müssen. Ein guter Freund war tot, das Opfer dieser Monster geworden und Landry hatte mit seinen Leuten erneut ihr mühsam aufgebautes Versteck aufgeben müssen.

Für Landry wiederum war es der erste Besuch in Atlantis. Seine Pflichten hatten es ihm nicht erlaubt seinen Posten zu verlassen. Weder auf der Erde noch in der neuen Siedlung. Er sah Dr. Weir und die Frau von John Sheppard auf sich zukommen. Während Rhiana auf ihren Mann zu ging und ihn umarmte, kam Weir zu ihm.

„Willkommen in Atlantis, General Landry“, begrüßte Weir ihn mit einem strahlenden Lächeln.

„Danke, aber ich glaube es ist an der Zeit die Förmlichkeiten aufzugeben. Nennen Sie mich ruhig Hank.“

„Dann dürfen Sie mich Elizabeth nennen“, erlaubte Weir.

Landry sah sich beeindruckt um. „Es ist wirklich unglaublich.“

„Und ich mache gerne eine Führung für Sie.“

„Die ich dankend annehme.“

John kam mit seiner Frau zu Landry. „Ich glaube, Sie kennen meine Frau schon, Sir?“

„Ja, ich hatte schon das Vergnügen“, Landry gab Rhiana galant die Hand.

„Das Vergnügen ist ganz meinerseits, General.“

„Ach bitte, nennen Sie mich Hank.“

„Das solltest du annehmen, Rhiana“, sagte Elizabeth schmunzelnd. „Mir hat Hank das auch angeboten.“

„Nun, wir sitzen im selben Boot und sterben auch darin, wenn wir es nicht auf die Reihe bringen“, meinte Landry.

„Ihre Leute sind hier herzlich willkommen, Hank. Atlantis hat noch genug Platz für sie alle.“

„So langsam wird die Arche Noah wohl übervoll, wenn ich mir die Leute alle ansehe, die hier herumlaufen“, Landry zeigte auf die vielen Fußgänger, die durch die Stargate-Halle gingen. Unter ihnen auch die exotisch aussehenden Furlinger.

„Oh! Da ist noch viel Platze“, meinte Elizabeth. „Kommen Sie bitte in mein Büro, Hank. John, du und Rhiana auch bitte. Es gibt einiges zu besprechen.“

In Elizabeths Büro setzten sich alle an den großen Tisch. John fing an zu erzählen, was passiert war. Er war sicher, dass Anny, die KI von Atlantis alles mithörte.

„Das sind ja schlimme Nachrichten“, meinte Landry, der nur zu gut nachfühlen konnte, was mit dem Major passiert war. Schließlich hatte auch ihn vor Jahren ein Symbiont übernommen. „Der arme Lorne. Dieses Schicksal hat er nicht verdient.“

„Ich frage mich aber ernsthaft, wann das passiert ist. Es kann noch nicht so lange her sein“, meinte John.

Plötzlich materialisierte vor ihrem Tisch eine weibliche Person. „Entschuldige die Störung, aber sicher interessiert es dich, dass die Orion lange vor dir eingetroffen ist, John.“

Alle, außer für Landry war das ein gewohnter Anblick. Landry seinerseits blickte erstaunt auf die junge Frau.

„Sir, darf ich Ihnen Atlantis vorstellen, die KI der Stadt. Wir nennen sie aber Anny.“

Anny verbeugte sich vor Landry. „Ich freue mich, dich kennen zu lernen, General.“

„Dasselbe gilt für mich“, sagte Landry ganz perplex.

„Anny ist eine erstaunliche KI“, sagte John. „Und sie ist eine gute Freundin von mir.“

Wurde Anny rot vor Verlegenheit? John war sich ganz sicher, dass die Hautfarbe von Anny sich verändert hatte. „Danke John.“

„Sehr schön“, sagte John erleichtert. „An Bord sind die Konstruktionsunterlagen des Zeitgenerators.“

„Ja, McKay hat sich in seinem Labor vergraben und einen ganzen Stab unserer Wissenschaftler zur Unterstützung mitgenommen. Er meinte, er würde es auch alleine schaffen, aber die Zeit dafür nicht haben. Das war wohl seine Entschuldigung für sich, es nicht alleine in der kurzen Zeit zu schaffen“, meinte Elizabeth und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Ich werde ihnen Carter zur Hilfe schicken“, versprach Landry. „Sie und SG-1 werden sich irgendwo in Atlantis herumtreiben.“

„Das wäre nicht schlecht“, meinte John. „Je schneller wir den Generator haben, desto besser für uns. Und noch etwas. Wir müssen den Verräter entlarven. Anny, hat deine Nachforschung nichts ergeben?“

„Leider nicht, John. Wer immer es ist, er schafft es, mich immer wieder auszutricksen.“

„Oder er programmiert dich einfach um, ohne, dass du es bemerkst“, fügte John hinzu.

„Dann muss er einer der Wissenschaftler sein“, meinte Landry.

„Nicht unbedingt“, widersprach John. „Er könnte sich auch als Soldat tarnen, Sir. Auf jeden Fall muss er aber ein Antiker sein, sonst würde er nicht über das Wissen verfügen, eine so komplexe KI wie Anny zu überlisten.“

„Vielen Dank, John“, sagte Anny.

„Sie könnten recht haben, Colonel, denn Sie sind das beste Beispiel für diese Annahme“, stimmte Landry ihm zu. „Schließlich sind Sie Soldat und kein Wissenschafter.“

„Ich werde meine ganze Kapazität darauf verwenden ihn zu finden“, versprach Anny.

„Nicht alles, vergiss unsere Sicherheit nicht.“

„Keine Sorge! Wie kannst du annehmen, dass ich das vergessen würde?“, sagte die KI in beleidigtem Tonfall und verschwand einfach.

„Was war das?“, fragte Landry.

„Ich habe sie wohl verärgert“, meinte John grinsend.

„Die KI ist sehr sensibel und leicht beleidigt“, fügte Elizabeth hinzu.

Landry schüttelte ungläubig den Kopf. Diese Stadt war schon ein seltsamer Flecken. Kein Wunder, dass die Bewohner etwas merkwürdig waren.

Sie besprachen noch alles Notwendige. Dann ging John mit Rhiana zu seinem Quartier. Er wollte endlich die Kinder wieder sehen. Unterwegs kam ihnen Joane Kardolan entgegen. Eine Begegnung, die er gefürchtet hatte.

„Colonel, was ist mit Lorne passiert? Niemand will es mir sagen. Er soll ein Verräter sein. Das glaube ich einfach nicht.“

Rhiana nahm Joe in die Arme. „Er ist kein Verräter, Liebes. Ein Goa’uld hatte ihn übernommen und dann wurde er von Lara Hunter getötet.“

„Und das ist sicher?“, Tränen standen in Joes Augen.

„Leider ja“, sagte John mit so viel Anteilnahme in der Stimme, wie er aufbringen konnte. „Wenn Sie wollen, dann kommen Sie mit in unser Quartier. Ich werde ihnen alles genau erzählen.“

„Aber Sie kommen erst gerade zurück. Sie wollen sicher mit Rhiana und den Kindern alleine sein.“

„Das hat Zeit für später. Komm schon, Liebes!“, forderte Rhiana sie auf.

„Ich werde diese Hunter töten! Und wenn es das letzte ist, was ich mache auf dieser Welt. Diese Hexe wird es bereuen, dass sie meinen Markus getötet hat.“


Vergangenheit
Ba’als Welt
25. September 2010


Ein Tag verging, den Lorne in großer Ungewissheit verbrachte. Ba’al schien keine Zeit für ihn zu haben.

Am zweiten Tag, als man ihm seine Mahlzeit brachte, bemerkte er, dass seine Zelle nicht richtig verschlossen war. Eine Falle oder die Chance, auf die er so lange gewartet hatte? Er beschloss es einfach zu riskieren und verließ die Gefängniszelle. Niemand hielt ihn auf.

Er huschte hinaus und verschloss sie von außen. Lorne wusste, das ganz in der Nähe seiner Zelle eine Waffenkammer lag. Wenn er es dahin schaffte, konnte er vielleicht entkommen.

So schnell er konnte eilte er den Gang hinunter und blieb vor der Waffenkammer stehen. Den Code zum Öffnen der Tür kannte er, denn den hatte er einmal durch Zufall über den Rücken eines Jaffa gesehen. Und er war darauf trainiert sich Zahlen und Symbole zu merken. Hoffentlich war der Code in der Zwischenzeit nicht geändert worden.

Er hatte Glück!

In dem Raum lagerten Waffen aller Art und auch Uniformen, wie die Jaffa sie auf diesem Planeten trugen. Leder verstärkte Rüstungen mit Metallverstärkung an den Stellen, wo es darauf ankam. Lorne zog eine passende Uniform an und bewaffnete sich mit einer Zat und ein paar Messern.

Kaum war er draußen im Gang und überlegte, wohin er gehen sollte, ging der Alarm los. Man hatte seine Flucht entdeckt! Also doch nicht so einfach, wie er es sich vorgestellt hatte. Doch vermutlich war das ein gutes Zeichen, nämlich das es kein Trick war, um ihn entkommen zu lassen.


Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 25.12.2007, 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Phu Lorne könnte es schaffen und entkommen. Das wäre zu unser aller Zufriedenheit.

Das Baal ihn tötet und wiederbelebt ist ja der Gipfel des Bösen...naja O'Neill musste dies ja auch überstehen. Wie hieß es damals noch gleich? Achja: Es gibt durchaus schlimmeres als den Tod.

Ich habe das Gefühl diese Callisto ihn laufen hat lassen oder? Die scheint ja im inneren zu brodeln...aber Callisto? War das nicht irgendwas mit nem Schaaf in der griechischen Mythologie?
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Selana
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BeitragVerfasst am: 26.12.2007, 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Ich kenne Calisto aus der Hercules-Serie und ne griechische Göttin ist das glaube ich auch. Müsste mal genauer nachsehen.

So, es geht weiter, dann bist du etwas schlauer.


Vergangenheit
Ba’als Welt
25. September 2010


Eine Treppe führte nach oben. Bisher hatte Lorne noch kein Fenster bemerkt. Befand er sich also unter der Erde? Der Major hielt im Schritt inne, als er Geräusche von oben hörte.

Verflucht! Die Treppe konnte er nicht benutzen. Leider besaß seine Rüstung keinen Helm, damit er sein Gesicht verbergen konnte. Die Wachen würden ihn trotz seiner Verkleidung sofort erkennen. Als erstes würde er sich einen Umhang oder Mantel mit Kapuze besorgen müssen, wenn er es schaffte, das Gebäude zu verlassen.

Lorne sah sich um. Neben ihm an der Wand befanden sich keinen Türen. Wo sollte er sich nur verstecken? Die Gänge ähnelten ebenfalls denen von Atlantis, nur ohne die Fenster, welche Atlantis so hell und freundlich erscheinen ließen. Er lief den Gang zurück, die Schritte kamen immer näher. Gleich würden sie die Treppe hinter sich haben und ihn entdecken.

Da wich die Wand neben ihm zur Seite. Ohne zu überlegen trat er ein. Die Wand schloss sich wieder, nachdem er einige Schritte in den Raum hinein gemacht hatte. Überrascht sah sich Lorne um. Der Raum war klein, eigentlich nur ein winziger Gang. Eine Treppe führte nach unten. Hatte die Wand auf sein Gen reagiert oder war sie auch seinen Verfolgern bekannt?

Egal! Er hatte keine Wahl. Lorne zögerte nicht länger sondern betrat die erste Stufe der engen Wendeltreppe. Es wurde dunkler je weiter er nach unten lief. Die Stufen waren aus einem ihm unbekannten Material und verursachten keine Geräusche. Es kam ihm vor, als wenn die Treppe endlos wäre. Aus einer unidentifizierbaren Quelle schien immer dann ein Licht anzugehen, wenn er es passierte, um hinter ihm wieder auszugehen. Jetzt war der Major sicher, dass dieses Licht auf sein Gen reagierte. Und damit war die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ba’al diese Treppe nicht kannte. Wohin mochte ihn der Gang führen? Hoffentlich in die ersehnte Freiheit.

Lorne warf über das Geländer einen Blick nach unten, doch das Ende lag in tiefer Dunkelheit. Eine leichte Beklemmung erfasst ihn, doch umzukehren kam nicht in Frage. Auf der Oberfläche suchten Ba’als Jaffa ganz sicher nach ihm. Sollten sie sich doch den Kopf zerbrechen, wohin er verschwunden war.

Entschlossen setzte er vorsichtig einen Fuß vor den anderen, denn je tiefer er kam, desto feuchter und damit rutschiger wurden die Stufen, die inzwischen aus einfachem Stein waren. Inzwischen bildete nackter Fels auch die Wände. Ohne Zweifel hatte er einen geheimen Fluchtweg der Antiker entdeckt. Aber warum war dieser so primitiv? Vielleicht war er als letzter Ausweg gedacht, für den Fall, dass alle technischen Rettungsmöglichkeiten versagt hatten. Und nur die Träger des Gens konnten den Eingang öffnen. Was für ein Glück, dass er auf diesen Weg gestoßen war!

Nach einer Zeit, die ihm endlos vorkam, erreichte er endlich das Ende der Treppe. Ein runder Tunnel, gerade hoch genug für einen großen Menschen, schloss sich an. Lorne blickte nach oben, doch das Ende der Treppe lag in Finsternis. Nicht einmal der kleinste Lichtschimmer war zu sehen. Der Tunnel vor ihm war nicht hell, gerade soviel Licht gab die Wand ab, dass er etwa zehn Meter weit sehen konnte. Und das auch nur so, dass er schwache Umrisse erkennen konnte. Nichts für ängstliche oder zaghafte Gemüter also, zumindest wenn man alleine wie er war. Aber wenigstens brauchte er nicht durch tiefe Dunkelheit tappen, und mit der Zeit würden seine Augen sich dem Licht anpassen.

Es war kalt hier unten und die Luft war ebenfalls nicht die beste. Zusätzlich lag ein Geruch in der Luft, den er im Moment nicht einordnen konnte. Doch er konnte atmen und erfrieren würde er auch nicht. Es gab nur diesen Tunnel, also bestand auch nicht die Gefahr, dass er sich hier unten verirrte.

Er gab sich einen Ruck und marschierte los. Nach einer Stunde war er immer noch unterwegs und die Umgebung und die Bedingungen hatten sich nicht verändert. Die Antiker schienen den Ausgang weit weg von ihrer Anlage gebaut zu haben. Was verständlich war, schließlich sollten die Flüchtlinge in Sicherheit sein, wenn sie ins Freie traten.

Noch immer gab es nur diesen Haupttunnel, der nur hin und wieder eine Biegung machte. Erstaunlich wie gut er noch nach all dieser Zeit erhalten war. Von Zeit zu Zeit bemerkte er in den Wänden in jeder Höhe kreisrunde Löcher. Doch sie waren zu klein für einen Menschen und führten teilweise steil nach oben oder nach unten und waren deshalb für ihn nicht passierbar. Die Antiker hatten sie sicher nicht als Gänge angelegt. Vielleicht Luftlöcher, damit der Sauerstoff nicht ausging.

Manchmal glaubte Lorne entfernte Geräusche zu hören und blieb stehen, doch jedes Mal hörten sie wieder auf und so ging er kopfschüttelnd aber beruhigt weiter. Eventuell kamen die Geräusche von der Oberfläche durch die Luftlöcher, wie er sie jetzt nannte.

Trotzdem wäre er froh, wenn er endlich den Ausgang erreichen würde. So langsam wurde es ihm doch unheimlich zumute. Unmerklich beschleunigte er seine Schritte. Auch schien es ihm, dass die Luft schlechter wurde. Ging er etwa in die falsche Richtung? Das war aber nicht möglich, denn außer diesen Luftlöchern hatte es keine Abzweigung gegeben, da war er sich ganz sicher.

Nein! Die Luft wurde nicht schlechter, sie stank! Und dieser Gestank wurde mit jedem Schritt stärker. An den Löchern bemerkte er jetzt auch eine leichte Schleimspur. Seine Haare begannen sich zu sträuben, dass war ganz und gar nicht gut!

Unwillkürlich ging er noch schneller. Wann, um alles in der Welt endete nur dieser Gang?

Plötzlich stockte sein Schritt, als sei er gegen eine Wand gelaufen. War da nicht etwas quer über den Gang gehuscht?

Blitzschnell griff er an die Hüfte und zog die Zat. Er war nicht alleine in dieser gruseligen Unterwelt. Hatte ihn dieses Etwas schon länger beobachtet und die Geräusche verursacht, die er gehört hatte? Oder betrat er erst jetzt sein Reich? Auch der Boden des Ganges schien ihm rutschiger zu werden als vorher. Das gefiel ihm noch weniger!

Die nächsten zehn Minuten rannte er regelrecht durch den Gang. Da huschte erneut etwas vor ihm über den Gang und verschwand in einem kleinen Loch. Es kam ihm länglich und gleitend vor, etwa wie eine Schlange. Vorsichtig ging er zu dem Loch und blickte hinein, doch er konnte nichts mehr sehen. Doch er war sicher, etwas gesehen zu haben. Außerdem bemerkte er eine schleimige und glitzernde Spur in dem Loch. Und sie roch sehr übel. Da begriff er, dass es sich nicht um Luftlöcher sondern um Gänge handelte, welche die Schlangen benutzten. Bei der großen Menge der Löcher mussten es viele sein! Jetzt hatte er es noch eiliger das Freie zu erreichen.

Wie kamen die Antiker nur darauf, ihren Fluchtweg hier zu bauen? Aber vielleicht hatte es vor 10.000 Jahren diese Schlangen noch nicht gegeben.

Unerwartet öffnete sich vor ihm in Augenhöhe ein neuer Gang und eine Schlange, nein, es war eher ein Wurm, schoss daraus hervor und stürzte sich auf ihn. Lorne sah keine Augen, aber dafür zwei Ohröffnungen, Fühler und einen großen Mund mit scharfen langen Zähne, die sich jetzt in seine Schulter bohrten. Er spürte den Schmerz und er packte blitzschnell zu. Seine Hände bekamen den glitschigen Körper zu fassen und angewidert warf er das zappelnde Wesen mit aller Kraft an die Wand. Es fiel herunter und rührte sich nicht mehr.

Lorne besah sich den Wurm näher. Er besaß einen grauweißen wellenartigen Körper und war doppelt so lang wie sein Arm. Sein geöffneter Mund entblößten die scharfen Zähne. Schnell setzte Lorne seinen Weg fort. Bestimmt war der ganze Berg voll mit diesen Würmern. Er warf einen Blick auf seine Schulter. Deutlich sah er die Zahnspuren und Blut lief herunter. Hoffentlich war der Wurm nicht giftig. Er musste die Verletzung desinfizieren und verbinden. Doch er hatte nichts dabei.

Fünfmal erfolgte noch ein ähnlicher Angriff, den Lorne mit seiner Zat immer abwehren konnte, da er jetzt auf einen Angriff der Würmer vorbereitet war. Sie bohrten sich selbst diese Tunnel, doch man konnte sie hören, wenn man darauf achtete. Einmal musste er sich sogar gegen drei dieser Würmer auf einmal wehren, die er nur mit Mühe töten konnte. Bei jedem dieser Angriffe trug er weitere Blessuren davon. Es fiel ihm auf, dass die Würmer unterschiedlich groß waren. Der letzte Wurm, der ihn angegriffen hatte, war bestimmt doppelt so groß wie der erste Angreifer gewesen.

Plötzlich glaubte Lorne einen leichten Luftzug zu verspüren. Hoffnung keimte in ihm auf. Näherte er sich endlich dem Ausgang? Damit wäre er bestimmt auch vor den Angriffen der Würmer sicher, denn diese scheuten gewiss das Sonnenlicht.

Er hob prüfend die Hand und zog tief die Luft ein. Tatsächlich, irgendwo musste der Ausgang sein. Dazu kam, dass es heller geworden war und er seine Umgebung nun deutlich erkennen konnte. Doch leider verzweigte sich der Hauptgang zum ersten Mal. Unzählige gleichgroße Gänge führten jetzt in alle Richtungen. Was mochte das bedeuten? Gab es verschiedene Ausgänge? Wohin sollte er sich dann jetzt wenden? Plötzlich schüttelte sich die Erde und ein Donnern erklang. War das ein Erdbeben?

Nein, das Geräusch kam aus einem der Gänge. Schnell versteckte sich Lorne in einem der anderen Gänge. Da sah er das Ungeheuerliche auf sich zukommen!

Jetzt kannte er den Grund für die unterschiedlichen Größen der Würmer!

Vor sich sah er die Mutter der Würmer und das Ungetüm war so groß wie ein D-Zug. Und das Untier hatte ihn sicher entdeckt! Garantiert war sie nicht erfreut darüber, dass er ihre Kinder tötete. Schnell schlüpfte Lorne in einen der Seitentunnel, da schoss der Wurm auch schon an ihm vorbei. Das Ungetüm drehte sich jedoch nicht um, um sich erneut auf ihn zu stürzen. Der Major schob sich ganz langsam zur Öffnung des Ganges vor, in den der Wurm gerade verschwunden war. Ein stechender Geruch wehte ihm entgegen, der noch schlimmer war, als im restlichen Tunnel. Fast musste er sich übergeben.

War der Wurm jetzt verschwunden oder startete er einen neuen Angriff? Und welcher Gang war nun der Hauptgang? Lorne konnte sich wegen der Eile nicht mehr erinnern.

Auf jeden Fall war der Wurm für den Moment weg. Es war unwahrscheinlich, dass er durch denselben Tunnel zurückkehrte, denn dazu musste er sich umdrehen, und Lorne bezweifelte, dass ihm dies in der Enge möglich war. Also musste der Wurm einen anderen Weg kennen, um hierher zu kommen. Deshalb riskierte er es und betrat den Tunnel. Ein Gang war so gut wie jeder andere.

Etwas Fauliges tropfte von der Decke und klatschte vor ihm zu Boden, als sei es von dem vorbeirasenden Wurm gelöst worden. Auch von diesem Gang zweigten wieder andere Gänge ab. Angewiderte machte er einen großen Schritt über dieses undefinierbares Etwas. Ein wahres Labyrinth tat sich vor ihm auf. Dieses war ohne Zweifel ein Werk des Wurmes. Der richtige Weg war dadurch unmöglich zu finden. Er konnte nur hoffen durch Zufall den richtigen Gang zu wählen oder vielleicht gab es auch noch andere Ausgänge.

Der einzige Trost war, dass es hier keine der kleineren Gänge gab. Also hielten sich die Jungtiere weiter im Inneren des Berges auf. War dies vielleicht ein Zeichen, dass er sich dem Ausgang näherte? Lorne hoffte es.

Auch der Boden war jetzt immer mehr mit Schleim bedeckt. Widerwillig und mühsam watete er durch den dicken Brei und kam immer wieder an Abzweigungen vorbei. Langsam verlor er alle Hoffnung je den Ausgang zu finden. Vielleicht hätte er sich doch den Jaffa stellen sollen!

An der nächsten Öffnung stürzte sich ihm das Monster unerwartet entgegen.

Lorne hatte nichts gehört. Es war nur wenige Meter von ihm entfernt. Lorne lief los, einfach in den nächsten Gang hinein. Er hatte nur die Zat und einige Messer, aber nicht die Zeit sich umzudrehen, um auf den Wurm zu zielen. Dieser würde ihn einfach umrennen und mit seinem Gewicht erdrücken. Die Angst stieg in ihm hoch und er wusste, dass er auf keinen Fall stehen bleiben konnte. Hinter ihm rückte der Wurm unaufhaltsam näher. Der Major spürte seinen feuchten Atem bereits an Rücken und Beinen. Es rasselte mit den Zähnen, eine Stimme schien es nicht zu haben und auch keine Gliedmaßen. Es bestand nur aus einem langen Schlauch mit einem furchterregenden Gesicht und scharfen Zähnen an der Spitze. Und diese Zähne waren nur noch wenige Meter hinter ihm. Wie, um ihn zu verhöhnen, zweigte hier kein Gang ab, in dem er sich vor dem Monstrum hätte in Sicherheit bringen können.

Dem drohenden Tod zum Trotz zwang er sich weiterzulaufen und erreichten endlich einen weiteren Seitengang. Lorne warf sich hinein, schaffte es kaum um die Ecke und schlug so heftig gegen die Wand, dass er Sterne sah. Aber er war vorläufig in Sicherheit. Der Wurm hatte es nicht geschafft abzubiegen und raste weiter den Tunnel hinunter. Nach Atem ringend setzte er sich wieder auf.

Plötzlich stutzte Lorne. Er glaubte frische Luft zu spüren. Und wo frische Luft war, da war auch ein Ausgang. Der Major lief weiter und erreichte einen neuen größeren Gang, und hier war der Luftzug deutlich zu spüren. Neue Hoffnung durchströmte ihn. Bald hatte er es geschafft.

Doch er hatte die Rechnung ohne den Wurm gemacht, der nicht bereit war, sein Opfer so ohne weiteres Laufen zu lassen. Aus einem weiteren Seitengang sauste er heran. Lorne war so überrascht, dass er zu Boden fiel, und damit auf einen Geröllhaufen, der jedoch unter seinem Gewicht nachgab. Er stürzte in eine Höhle, was aber seine Rettung bedeutete. Über ihm donnerte der Wurm mit dem Getöse eines Zuges über ihn hinweg.

Schnell rappelte sich Lorne wieder auf. Die Luft in der Höhle roch sauberer, als in den anderen Gängen. Er sah sich um und bemerkte einen kleinen Spalt, durch den die Luft herein strömte. Der Spalt war jedoch zu eng für ihn, doch als er daran herumdrückte fielen einige Steine herunter. Lorne achtete nicht darauf, dass die Steine ihn trafen und ihm weitere Blessuren beibrachten. Wie besessen grub er in dem Geröll und hatte endlich eine so große Öffnung geschaffen, dass er hindurch passte.

Das Sonnenlicht blendete ihn, so dass er gepeinigt die Augen schließen musste, doch er hatte es geschafft. Die Freiheit hatte ihn wieder. Der Ausgang der Spalte lag am Fuße eines Berges und vor ihm erkannte er ein großes Waldgebiet. Schnell befreite er sich weiter und trat, die Augen vor den grellen Strahlen mit der Hand schützend, hinaus ins Sonnenlicht. Er hörte hinter sich den Wurm wüten und nahm die Beine in die Hand. Er hatte sicher einen Rekord aufgestellt, denn so schnell hatte er hundert Meter bestimmt noch nicht hinter sich gebracht. Erleichtert ließ er sich dann im Schutze der Bäume zu Boden sinken und beobachtete die Spalte. Der Wurm ließ sich nicht sehen. Er hatte es geschafft.


Atlantis
14. Oktober 2010
Gegenwart


Der Alarm heulte durch die Stadt und John eilte mit langen Schritten die Treppe hinauf. Dann betrat er den Kontrollraum, von wo aus er den besten Blick auf das Stargate hatte. Er nickte Elizabeth und Landry zu, die schon dort waren. Doch es war nicht das Tor, welches aktiviert wurde sondern die Ortung hatte ein Raumschiff erfasst, dass in kurzer Entfernung aus dem Hyperraum gekommen war.

„Wer ist es?“, fragte John besorgt. „Warum hat man es nicht früher entdeckt?“

„Wir wissen es nicht“, antwortete Elizabeth.

„Die Ruhe macht mich nervös“, gab John zu. „Ich frage mich, was mein Vater plant. Ich hätte angenommen, dass er sämtliche zur Verfügung stehenden Schiffe nimmt und uns angreift. Immerhin befindet sich Atlantis praktisch vor der Haustüre der Erde.“

„Was mich zu der Frage kommen lässt, warum wir nicht wegfliegen“, sagte Landry.

„Wohin? Solange wir den Spion nicht entlarvt haben ist Flucht sinnlos. Er wird immer wieder unsere Position verraten. Erst wenn Carter und McKay mit dem Generator fertig sind werden wir unser neues Versteck anfliegen.“

„Und woher wissen wir, dass dieser Verräter es nicht auch schon verraten hat?“, wollte Landry wissen.

„Weil nur mein Team und ich wissen, wo das ist. Und für meine Team-Mitglieder lege ich meine Hand ins Feuer.“

„Hoffentlich verbrennen Sie sich diese nicht“, meinte Landry ehrlich besorgt. Denn wohin sollte das noch führen, wenn jeder ihrer Schritte schon im Voraus verraten wurde?

„Wir werden von dem Schiff gerufen“, sagte Chuck, der wie immer am Monitor saß, neben seinem neuen Kollegen, Sergeant Walter Harriman.

„Auf den Schirm“, befahl John.

Sie staunten alle nicht schlecht, als ihnen das Gesicht von General Jack O’Neill verschmitzt entgegen grinste.

„Jack, alter Halunke! Was machst du hier?“, fragte Landry.

„Euch vielleicht erschrecken?“, Jack lächelte, trat einen Schritt zur Seite und machte Platz für zwei weitere Personen.

John erkannte Kimura und …

„Hallo, John! Lange nicht gesehen!“

„Darcy Trelaine! Du lebst also noch.“

„Klar doch! Oder glaubst du ernsthaft, dass jemand wie diese unterentwickelte Hunter mich fangen kann?“

John grinste über beide Ohren. „Nach allem, was ich die letzte Zeit über dich gehört habe: Nein, das glaube ich in der Tat nicht.“

„Du hast meine Frage nicht beantwortet, Jack“, bohrte Landry weiter und unterbrach damit das Begrüßungsspräch der beiden.

„Nun, Hank, das ist eine lange Geschichte, die ich euch bei Gelegenheit ausführlich erzählen werde. Hier die Kurzfassung: leider musste ich mich ebenfalls absetzen. Die letzten Jahre hat Sheppard immer wieder versucht mich abzusägen und in Ungnade bei der IOA fallen zu lassen. Und jetzt ist ihm das gelungen, in dem er angebliche Beweise vorlegte, die mich der Korruption beschuldigten. Ausgerechnet mich, könnt ihr euch das vorstellen? Mir blieb nichts weiter übrig, als zurück zu treten. Er hat einen seiner Leute an meine Stelle gesetzt. Und da er auch schon einige Leute in der IOA sitzen hat, gehört ihm diese nun auch. Wie erwartet, hat er versucht mich festzusetzen. Das ist aber schon den Goa’uld in all den Jahren nicht gelungen. Mit Hilfe meiner Freunde setzte ich mich ab. Allerdings nicht, ohne Sheppard noch eine Lehre zu erteilen. Ich habe ein Geschenk mitgebracht. Ein nagelneues Schiff der Poseidon-Klasse. Das Schiff ist erst vor ein paar Tagen aus der Werft gekommen und vereinigt die Technik der Asgard und der Antiker mit der unseren. Die Antiker-Komponente verdanken wir Sheppard sen. Ich hätte zu gerne sein Gesicht gesehen, als ihm mitgeteilt wurde, dass ich es gestohlen habe. Carter könnte euch die Technologie sicher besser erklären. Es ist den Schiffen der Daedalus-Klasse weit überlegen, auch wenn es nur geringfügig größer ist. Doch wie wir alle wissen, ist Größe kein Maßstab für Stärke. Die F-302-Jäger wurden ebenfalls verbessert, selbstverständlich jeder mit eigenem Hyperantrieb. Das Schiff hat noch keinen Namen. Diese Idioten wollten es doch glatt Hades nennen. Aber das geht doch nicht. Man kann ein Schiff nicht nach der Hölle nennen, das bringt Unglück.“

„Der Hades ist nicht die Hölle, Jack. Und wir werden es auch nicht Enterprise nennen“, sagte Landry genervt. Doch gleichzeitig konnte er nicht glauben, wie Jack es gelungen war, das Schiff zu stehlen. Der Mann war immer noch für jede Überraschung gut.

„Wie wäre es mit Homer?“

„Du willst ein Raumschiff nach diesem Trottel von Zeichentrickfigur nennen?“

„He! Keine Beleidigung der Simpsons. Wie wäre es, wenn Colonel Sheppard einen Namen aussucht.“

John hatte während der Unterhaltung nur mit Mühe ein lautes Losprusten verhindern können. Dieses Anliegen überraschte ihn nun doch. Doch ihm fiel auf der Stelle ein passender Name ein.

„Nun, wie wäre es mit Airwolf?“

„Noch ne TV-Serie, aber der Name passt“, meinte O’Neill grinsend. „Zumal das wirklich ein cooler Hubschrauber war.“

„Gut, Jack! Dann heißt das Schiff also Airwolf“, stimmte auch Hank schnell zu. Wer wußte schon, auf welchen Namen Jack sonst noch gekommen wäre.

„Können wir also landen?“, erkundigte sich Jack.

„Natürlich, Sir! Und willkommen in Atlantis. Chuck, weg mit dem Schild und weisen Sie der Airwolf bitte einen Landeplatz zu.“

„Ja, Sir! So langsam wird es eng“, meinte Chuck dann.

„Nur vorübergehend. Wir werden den Zeitschild so einstellen, dass genug Platz um die Stadt herum ist, dass alle Schiff landen können. Wenn nötig bauen wir neue Landestellen.“

„Ja, Sir!“, Chuck verwies die Airwolf zu der noch freien Stelle neben der Daedalus. Dort war gerade noch Platz für das neue Schiff. Und damit war auch das letzte Landedock belegt, denn die übrigen waren für die Schiffe der Furlinger und für die Orion reserviert. Allerdings waren im Moment sowohl die Orion, als auch die Daedalus auf Missionen unterwegs in der Milchstraße.


Ba’als Welt
26. September 2010
Vergangenheit


Lorne hatte sich etwas ausgeruht, bevor er sich auf den Weg zum Stützpunkt und damit zum Stargate gemacht hatte. Zumindest hoffte er, dass er die richtige Richtung eingeschlagen hatte. Jetzt kam es nur noch darauf an, nicht wieder in die Hände von Ba’al zu fallen. Denn dann wären die ganzen Strapazen und Todesängste der letzten Stunden umsonst gewesen. Und er musste Atlantis erreichen und sie vor dem Verräter warnen. Wie hatte dieser das nur tun können? Was hatte ihn veranlasst seine Freunde zu verraten?

Das Wäldchen zu durchqueren war nicht schwierig. Dahinter lagen Wiesen, erneut Wälder und ganz voraus glaubte er eine Art Felsenmeer zu erkennen. Er hatte nicht wirkliche eine Ahnung wo er war und wo sich das Sternentor befand. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf gut Glück loszulaufen. Vielleicht traf er auf so etwas wie einen Weg, dem er folgen konnte.

Nach vielen Stunden, wobei er sich immer in Deckung hielt, erreichte er das Felsenmeer, wo Felsen in allen Größen und Formen herum lagen. Es sah aus, als hätte ein Riese sie einfach wie Brotkrumen fallen lassen. Oder als ob sie hierher geschleudert worden waren.

Als Lorne einen besonders hohen Stein erstieg, sah er auch, dass wohl letzteres der Fall war. Vor ihm lag ein Schlachtfeld. Es schien schon lange her zu sein, denn die Trümmer und die Ruinen waren vom Zahn der Zeit, von Pflanzen und Moosen überwuchert worden. Hier stand einmal eine Stadt, die durch Feuer zerstört worden war. Feuer oder von einem Angriff von Strahlenwaffen.

Und über allem thronte, von der Sonne in goldenes Licht getaucht, der Turm der Antiker. Er sah zumindest aus wie einer der Türme von Atlantis und besaß etwa eine Höhe von zwanzig Metern. Entweder war das einer der kleinen Türme oder der Rest befand sich unter der Erde, was sehr wahrscheinlich war. Das war ohne Zweifel der Ort, an dem Ba’al ihn gefangen gehalten hatte. Er war zu seinem Ausgangsort zurückgekehrt.

Und noch zwei weitere Dinge sah Lorne. Das erste war eine Siedlung zu Füßen des Turmes. Dort lebten die Jaffa, welche Ba’al dienten. Das zweite war das Sternentor. Doch dieses wurde wie erwartet scharf bewacht. Er würde es nie schaffen dort unbemerkt durchzukommen.

Erschöpft und müde ließ er sich im Schutz des großen Felsens zu Boden sinken. Sollte wirklich alles umsonst gewesen sein? Nun, nachdem sich die Anspannung etwas löste, kamen auch die Schmerzen seiner Verletzungen zurück. Einige schienen sich sogar entzündet zu haben. Ihm war heiß und kalt gleichzeitig. Seine Stirn fühlte sich glühend an. Wahrscheinlich hatte er Fieber. Wie sollte ihm da die Flucht gelingen?

Er beschloss sich etwas auszuruhen. Dann wollte er sich einen Umhang oder Mantel organisieren und Medikamente und Verbandszeug für seine Verletzungen. Den Rest würde man dann sehen.


Fortsetzung folgt
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FelixE
Bestsellerautor


Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 19.09.2007
Beiträge: 554
Wohnort: Fränkische Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.12.2007, 00:14    Titel: Antworten mit Zitat

Man da war ja diesesmal kräftig der Wurm drin in deiner Geschichte. Und das ist auch gut so. Das war sehr erheiternd gewesen. Hab es vor meinen geistigen Auge sehen können wie Lorne vor nem D-Zug-Wurm davonrennt.

Jetzt bleibt nur zu hoffen das er den Planeten verlassen kann.

So Atlantis hat ein neues Schiff bekommen das ist ja super. Und wo ist der Haken? *g*
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 27.12.2007, 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Kein Haken, ja der Wurm war diesmal kräftig drinn. So und nun nähern wir uns mit riesen Schritten dem Ende der Story zu. Noch 3 x einschließlich heute.


Vergangenheit
Ba’als Welt
11. Oktober 2010


Die vermummte Gestalt humpelte zu der Ecke und spähte vorsichtig nach vorne. Als er niemanden sah, wagte er es weiterzugehen. Er hob die Hand und zog die Kapuze dichter nach vorne. Sollte man ihn erkennen, würde das seinen Tod bedeuten. Viele Tage war er jetzt schon auf der Flucht. Dieser abgelegene Planet stand völlig unter der Herrschaft seines Entführers. So konnte er keinem trauen. Er machte sich keine großen Illusionen. Früher oder später würden sie ihn schnappen. Wie ein Tier hatte sie ihn gejagt, nachdem er sich dem Tor genähert hatte und dabei entdeckt worden war. Nur knapp war er der Gefangennahme entgangen. Mutlos durchstreife er das Dorf und hoffte nicht entdeckt zu werden.

Plötzlich blieb Lorne stehen. Ein seltsames Gefühl überkam ihn. Er kannte dies. Jemand beobachte ihn. Panik beherrschte ihn. War es jetzt so weit? Hatten sie ihn gefunden?

Vor ihm schien eine Gestalt aus dem Nichts aufzutauchen, eingehüllt in ein Gewand, dass seinem sehr ähnlich war. Eine schmale Hand legte sich auf seinen Arm und eine leise Stimme sprach zu ihm.

„Vertraue mir und komm mit mir. Ich werde dich von hier weg bringen“, sprach die Gestalt.

Der Major wich vor der Gestalt zurück, stolperte dabei jedoch über sein langes Gewand und fiel zu Boden, denn trotz der normal klingenden Stimme hatte er die Sprecherin erkannt.

„Ich bin eine Tok’ra. Du hast nichts von mir zu befürchten. Komm schon, bevor wir auffallen, Lorne.“

Die Wand eines Hauses in seinem Rücken hatte ihn gestoppt. Die Gestalt streckte ihren Arm aus. Eine kleine zierliche Hand kam zum Vorschein. Bei dieser Bewegung verrutschte die Kapuze und der Major konnte in das Gesicht der Frau blicken, die ihn beschwörend anblickte.

„Callisto“, Lorne wusste, dass er verloren war.

„Ich bin von den Tok’ra, du bist nicht in Gefahr. Meine Leute haben mich in die Reihen von Ba’al eingeschleust. Es ist mir gelungen sein Vertrauen zu gewinnen. Auf diesem Planeten hat er eine geheime Basis errichtet und auch eine Klonanlage.“

„Ich glaube dir keine Wort! Und erzähl mir nichts, dass ich nicht schon weiß. Du hast Ba’al bisher treu gedient.“

„Bist du so naiv oder stellst du dich nur so an? Ich musste das tun, damit Ba’al mir vertraut. Ich tat Dinge, die ich mir nie verzeihen werde, aber sie waren notwendig. Weißt du überhaupt, dass du bei deinen Freunden als tot und als Verräter giltst? Hast du dich nie gefragt, warum sie dich nicht suchen?“

„Tod? Verräter? Aber weshalb?“

Jetzt sprach sie wieder mit ihrer Goa’uld-Stimme. „Ba’al hat einen Klon von dir gemacht und ihn als Spion zu John Sheppard geschickt. Er wurde aber entlarvt und getötet. Deine Freunde halten dich deshalb für tot. Ich hätte sie gerne gewarnt, doch es war mir nicht möglich den Planeten zu verlassen oder sonst wie mit den Tok’ra Kontakt aufzunehmen. Erst vor kurzem gelang es mir bei meinen Leuten.“

„Deshalb haben sie nicht nach mir gesucht. Nur die Hoffnung auf Rettung hat mich aufrecht gehalten, doch als immer mehr Zeit verging, gab ich alle Hoffnung auf. Dann gelang mir durch Zufall die Flucht.“

„Das war kein Zufall, Lorne. Ich habe nachgeholfen. Doch komm endlich! Für Erklärungen haben wir später Zeit.“

„Woher soll ich wissen, dass ich dir trauen kann?“

Callisto seufzte vernehmlich, dann sprach sie plötzlich mit normaler Stimme. „Ich bin Dina, die Wirtin. Callisto belügt dich nicht.“

„Ihr könnt euch gut verstellen.“

„Callisto hat es nicht notwendig so vorzugehen. Sie bräuchte jetzt nur die Wachen zu rufen“, meinte Dina.

Dem konnte Lorne nichts entgegenhalten. Er hatte wohl keine andere Wahl. Ohne Waffen und Freunde war er früher oder später verloren. Also musste er anfangen jemanden zu vertrauen. Es erschreckte ihn zu erfahren, was Ba’al ihm angetan hatte. Seine Freunde hielten ihn für einen Verräter. Konnte er überhaupt zurückkehren? Jetzt verstand er auch Ba’als spöttische Bemerkungen, dass er ihm schon lange auch gegen seinen Willen half.

Lorne ließ sich von Callisto aufhelfen und humpelte hinter ihr her. Ihr prüfender Blick traf ihn. „Du bist verletzt?“

„Nur ein paar Kratzer“, wehrte Lorne ab.

„Ein paar Kratzer? So sieht es aber nicht aus. Ich werde mir das gleich ansehen, denn ich kenne mich damit aus.“

„Und wie kommen wir hier weg? Das Tor wird Tag und Nacht bewacht. Es ist unmöglich da durchzukommen. Ich habe es versucht. Es war pures Glück, dass sie mich nicht erwischt haben.“

„Es gibt noch mehr Menschen auf dieser Welt, die sich Ba’als Einfluss entziehen wollen. Er herrscht mit strenger Hand und jeder, der sich ihm entgegenstellt oder Fehler macht, wird umgebracht. Wir werden einfach mit einigen von ihnen fliehen. Durch deine Befreiung ist leider bekannt worden, dass ich nicht auf der Seite von Ba’al stehe. Er hat herausgefunden, dass ich es war, der dir zur Flucht verhalf. Es gelang mir aber zu fliehen, bevor er mich festsetzen lassen konnte. Er schäumt natürlich vor Wut über deine Flucht. Zum Glück habe ich unter der Bevölkerung Freunde, die auch dich erkannten, aber nur mich informierten. Wenn ich hier bleibe, werde ich getötet und gezwungen meine Freunde, die Tok’ra zu verraten. Aber bevor das geschieht, werde ich mich eher umbringen.“

„Das tut mir leid.“

„Major, das braucht es nicht. Dich zu befreien ist mir dieses Opfer wert.“

„Es kommt noch besser“, sagte Lorne. „Denn endlich kenne ich den Verräter in Atlantis. Seit Jahren wissen wir von einem Agenten, der sich Omega nennt, aber es ist uns nie gelungen ihn zu enttarnen. Doch durch meine Gefangenschaft kenne ich seine Identität. Ihm verdanke ich es nämlich, dass Ba’al mich in seine Hände bekam. Und das schlimmste daran ist, dass ich ihn für einen Freund hielt.“

Callisto sah ihn mitfühlend an. „Komm endlich!“

Unerkannt schlichen sie durch die kleine Siedlung. Schließlich erreichten sie einen kleinen Schuppen, der mit Kisten voll gestellt war. Sechs Menschen kauerten im Inneren und sahen sie ängstlich an. Erst, als Callisto ihre Kapuze abnahm, entspannten sie sich. Das zeigte Lorne, dass er Callisto vielleicht doch trauen konnte.

„Worauf warten die alle?“, erkundigte sich Lorne bei Callisto.

„Auf ihren Abtransport. In Kürze können wir uns in einen kleinen Frachter schmuggeln. Einer der Piloten gehört zu uns. Ich werde mich jetzt um deine Wunden kümmern“, sagte nun Dina an Callistos Stelle. „Du kannst mir vertrauen, ich bin Heilerin“, sie zog aus einer Ecke einen kleine Kasten hervor, in dem sie herumkramte und auch einige Medikamente und Instrumente hervorzog.

Erschöpft setzte sich der Major auf eine freie Stelle am Boden. Dina begann sich um seine Wunde zu kümmern. Lorne blickte sie an. Ihr rötliches Haar leuchtete im Licht der Sonne, die genau durch das einzige Fenster hereinstrahlte. Sie schien ihr Handwerk zu verstehen, wie Lorne erleichtert erkannte.

„Es sind wirklich nur oberflächliche Verletzungen. Bis auf diese eine da. Woher stammt die? Sie sieht wie eine Bisswunde aus.“

„Das ist sie auch. Von einem Riesenwurm.“

Dina sah ihn ungläubig an.

„Das ist eine lange Geschichte. Ihr habt wohl keine Ahnung, was unter euch haust?“

„Ich weiß nicht, was du meinst. Na schön! Ich habe deine Wunden gereinigt und verbunden“, sie befühlte Lornes Stirn mit ihrer Handfläche. „Du fühlst dich heiß an. Ich hoffe, dass ich eine schwere Infektion abwehren konnte. Auf jeden Fall solltest du dich schonen. Und nimm diese Tabletten ein. Sie sollten verhindern, dass die Infektion sich ausbreitet.“

Lorne sah Dina dankbar an und schluckte die Tabletten mit ein paar Schluck Wasser, das die Tok’ra ihm reichte. „Ich bewundere Menschen wie dich. Ihr riskiert euer Leben, nur um anderen helfen zu können.“

Dina bedachte Lorne mit einem aufmunternden Blick: „Das tust du doch auch. Hast du nicht dein Leben riskiert, um Sheppard zu helfen?“

Lorne lachte leise auf: „Ja, das habe ich. Und für was?“

Dina glaubte so etwas wie Resignation aus Lornes Worten herauszulesen. Sie bedachte ihn mit einem aufmerksamen Blick. „Bedauerst du, was du getan hast?“

Lorne sah Dina erschrocken an: „Nein, nein! Auf keinen Fall! Ich meinte nur, wie eine kleine Entscheidung das ganze Leben verändern kann.“ Lorne bemerkte Dinas prüfenden Blick und beeilte sich sie zu beruhigen. „Mach dir keine Sorgen, ich falle nicht um. Wenn ich nochmals die Wahl hätte, würde ich wieder so handeln. Egal, welche Konsequenzen es hätte. Sheppard sen., seine ganze Saat Bhai-Brut und auch Ba’al sind Diktatoren und Menschenschänder, die nur an ihrer eigenen Macht interessiert sind. Sie müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden.“

„Selbst, wenn es den eigenen Tod bedeutet?“, Dinas Blick ruhte immer noch aufmerksam auf Lorne.

„Selbst dann. Außerdem...“, seine Stimme stockte.

„Außerdem...?“, fragte Dina.

„Habe ich nicht mein Leben schon mehrmals geopfert ohne Ba’als Forderungen zu erfüllen? Ab sofort habe ich eine persönliche Rechnung mit ihm zu begleichen. Er hat mich gefoltert, getötet, wieder belebt, geklont und zum Verräter gestempelt. Dafür wird er bezahlen müssen.“

Dina wusste einen Augenblick nicht, was sie sagen sollte: „Major, ich weiß, was er dir angetan hat, denn ich war jedes Mal zu gegen ohne etwas tun zu können. Und ich werde deinen Freunden alles erklären. Niemand wird dich danach noch für einen Verräter halten.“

„Ich hoffe, du irrst dich nicht. Sag mir eines! Nicht nur mein Entkommen war der Grund, dass Callisto und du eure Deckung aufgegeben habt, oder?“

„Nein, nicht nur“, gab Dina ehrlich zu.

„Ba’al wollte, dass ich deinen Körper übernehme, aber das hätte den Tod von Dina bedeutet, denn der System-Lord hätte meine Wirtin nicht am Leben gelassen“, fügte Callisto hinzu.

„Das konntest du aber gut verbergen“, meinte Lorne. Er sah sie durchdringend an. „Da ist doch noch etwas, oder?“

„Das ist richtig! Dina und ich sind schon seit vielen Jahrzehnten Partner und ich möchte sie nicht verlieren. Auch wenn das mit dir nicht geklappt hätte, früher oder später würde Ba’al meinen Wirt auswechseln.“

„Und ich bin gerne Callistos Wirtin“, sagte Dina ohne zu zögern.

Lorne fand es mehr als verwirrend mit der gleichen Person zu sprechen und doch zwei verschiedene Persönlichkeiten vor sich zu haben.

„Es ist für mich etwas kompliziert mit zwei Persönlichkeiten gleichzeitig zu sprechen. Können wir uns darauf einigen, dass nur eine für euch beiden spricht?“, fragte Lorne deshalb.

„Wenn du es wünscht! Ich nehme an, du bevorzugst Dina?“, fragte Callisto.

„Ohne dich zu beleidigen, Callisto, für uns normale Menschen ist eine menschliche Stimme angenehmer.“

„Ich bin nicht beleidigt, aber durchaus auch in der Lage, wie ein normaler Mensch zu sprechen.“

„Nun, dann macht einfach das“, schlug Lorne vor. So würde es für ihn wenigstens den Anschein wahren, nur mit einer Person zu sprechen.

Dina schien amüsiert zu sein. Doch plötzlich veränderte sich ihr Gesichtsausdruck. Die Tok’ra lauschte angestrengt. Dann wandte sie sich an die Menschen.

„Es ist soweit. Der Frachter kommt. Wir müssen in die präparierten Kisten. Und keinen Laut, bis ich es euch sage, verstanden?“

Allgemeines Nicken bestätigte ihr, dass alle sechs ihren Befehl verstanden hatten. Dann überwachte die Tok’ra, dass sich alle in ihre Verstecke begaben, einschließlich Lorne.

„Schlaf etwas! Wenn wir am Ziel sind hole ich dich heraus.“

Lorne nickte und sah zu, wie sie die Kiste verschloss. Er hörte und spürte noch, wie die Kiste etwas später angehoben wurde, dann schlief er tatsächlich ein.

Eine Hand rüttelte ihn unsanft wach.

„Wir sind da! Aufstehen, Lorne!“

Etwas unwillig schlug Lorne die Augen auf. Warum ließ man ihn nicht schlafen. Doch dann kam schlagartig die Erinnerung zurück. Die Entführung, die Folter durch Ba’al, seine Flucht und schließlich die Begegnung mit Callisto.

Ruckartig setzte er sich auf. Die Wand der Kiste war geöffnet und die Tok’ra blickte ihn auffordernd an.

„Tut mir leid, aber wir sind auf halber Strecke zu unserem Ziel. Wir müssen das Schiff jetzt übernehmen oder nie.“

Etwas mühsam stand Lorne auf. Jeder Knochen in seinem Körper tat weh und die Verletzungen schmerzten.

Trotzdem meinet er: „Schon gut, ich bin wach. Du hast nichts von einer Übernahme gesagt. Und wie lange habe ich überhaupt geschlafen?“

„Über einen Tag. Und hättest du es gewusst, hättest du sicher nicht geschlafen, oder?“ Callisto half ihm grinsend aus der Kiste. „Du hast deine Zat noch?“

Lorne griff an seine Hüfte und nickte.

„Dann ist jetzt die Zeit sie zu benützen. Die Frachterschiffe sind meist nur mit drei oder vier Mann besetzt. Einer gehört sowieso zu uns. Niemand rechnet mit einem Überfall. Wenn wir schnell handeln, haben wir es gleich unter Kontrolle. Und vergiss nicht! Kein Zögern.“

Der Major nickte zustimmend. Es ging um alles oder nichts. Außerdem konnte er mit der Zat auch nur betäuben. Die Wachen würden dann lange genug ausgeschaltet sein, damit sie sicher ihr Ziel erreichten.

Vorsichtig schlichen sie sich zum Schott. Dort betätigte Callisto den Öffnungsschalter und die Tür fuhr in die Wand zurück. Das Glück schien ihnen wirklich hold zu sein. Nur vier Jaffa befanden sich in der Pilotenkanzel. Beim Geräusch der sich öffnenden Tür fuhren sie herum. Sie kamen jedoch nicht dazu sich zu wehren. Zwei Schüsse betäubten zwei von ihnen auf der Stelle. Den dritten Mann erledigte einer der Jaffa, selbst, der wohl Callistos Verbündeter war.

„Ich bin Ro’han von den freien Jaffa“, stellte sich der junge Mann selbst vor.

„Major Evan-Markus Lorne von den Tau’ri. Vielen Dank für deine Hilfe.“

Der Jaffa nickte wortlos, musterte ihn aber nachdenklich.

„Ich gehöre zu John Sheppards Leuten. Was sein Vater auf der Erde und mit unseren ehemaligen Verbündeten angestellt hat, bekämpfen auch wir.“

„Dann sind die Gerüchte also wahr über einen Bürgerkrieg unter den Tau’ri?“

„Ja, leider. Man kann es durchaus einen Bürgerkrieg nennen“, meinte Lorne in traurigem Tonfall.

„Hört auf zu quatschen. Schafft die Jaffa in einen abgetrennten Raum und sperrt die drei ein. Sie sind wertvolle Gefangene. Dann könnt ihr die anderen Passagiere befreien“, forderte Callisto sie auf.

„Und was machst du?“, wollte Lorne wissen.

„Ich werde unser Schiff nach Atlantis fliegen“, sagte Callisto während sie sich hinter das Steuer schwang. Schiffe wie diese zu fliegen waren eine kleine Übung für sie.

„Du weißt wo Atlantis liegt?“

„Die Tok’ra wissen es und somit auch ich“, stellte Callisto klar.

Lorne und Ro’han taten, was die Tok’ra verlangte. Sie trugen die bewusstlosen Männer in einen kleinen Raum und sicherten die Tür. Dann machten sie sich daran die anderen Flüchtlinge aus ihren Kisten zu holen.

Die Menschen blickten sie ängstlich an.

„Keine Sorge“, beruhigte Lorne sie und zeigte auf den Jaffa. „Ro’han ist auf unserer Seite. Alles ist gut. Wir haben das Schiff unter unserer Kontrolle und fliegen nun an einen Ort, wo ihr sicher seid.“

„Wir danken dir, Tau’ri“, sagte eine der Frauen.

„Nichts zu danken. Seht euch um, vielleicht findet ihr etwas zu essen in den Kisten.“

Lorne und Ro’han begaben sich danach zu Callisto. Lorne setzte sich auf den Co-Pilotensitz. Mit mehr als gemischten Gefühlen wartete er dann darauf nach Hause zu kommen.

Zur gleichen Zeit
Auf Ba’als Planet

In der Festung bereitete Ba’al alles für einen Angriff auf die Tau’ri vor. Voller Wut über die Flucht seines wichtigen Gefangenen hatte er zwei Wächter hinrichten lassen. Erst danach war ihm mitgeteilt worden, dass die Verantwortliche Callisto war. Ba’al war es jedoch egal, dass er vielleicht zwei unschuldige Männer getötet hatte. Ihn ärgerte mehr, dass er sich von Callisto so lange hatte täuschen lassen. Wie war das nur möglich gewesen?

„Sie ist eine Tok’ra, mein Lord“, wagte einer seiner Diener zu sagen.

Ba’al sah ihn finster an, musste ihm jedoch zustimmen. Er sah auch die Unsicherheit in dem Blick des Mannes und er wusste, was in ihm vorging. Wie konnte ein Gott getäuscht werden? Er musste hart durchgreifen und schnell Erfolge vorweisen. Dieser Tau’ri Sheppard konnte ihm da helfen.

Schnell holte er seinen Kommunikationswürfel heraus und stellte eine Verbindung mit der Erde her. Es dauerte nicht lange, bis er das Abbild von Philipp Sheppard in der Kugel vor sich sah.

„Du musst unverzüglich Atlantis angreifen, Tau’ri“, kam Ba’al sofort auf den Punkt. „Dieser Major Lorne ist geflohen.“

„Wie konnte das geschehen? Ich wusste gleich, dass du genauso unfähig bist, wie die anderen Systemlords“, herrschte Sheppard ihn an

Ba’al überhörte den frechen und unverschämten Ton in der Stimme seines Gesprächspartners mit Absicht. Diesem anmaßenden Tau’ri würde er später seine Rechnung präsentieren, dann, wenn er ihn nicht mehr benötigte.

„Das wäre nie geschehen, wenn deine Agentin nicht meinen Klon getötet hätte. Dadurch ist alles aufgeflogen“, schob Ba’al die Schuld einfach Sheppard zu.

„Das brauche ich mir nicht anzuhören“, schrie Sheppard ihn an.

„Nein, wirklich nicht? Ist es nicht so, dass du deine Familie nicht im Zaum halten kannst? Soviel ich weiß, ist dein eigener Sohn ein Anführer der Rebellen und herrscht sogar über Atlantis. Und ist deine Frau ist ebenfalls dort.“

Sheppard wurde knallrot im Gesicht und Ba’al registrierte amüsiert, dass sein Gegenüber gleich platzen würde vor Wut, wenn er sich nicht auf der Stelle beruhigen würde.

„Meine Familie geht dich nichts an, Ba’al. Dieses kleine Problem werde ich selbst lösen.“

„Wie du meinst. Wirst du nun die Schiffe losschicken? Meine Streitmacht wird sich anschließen, doch da der Planet von Atlantis praktisch vor deiner Haustür liegt, wirst du vorher dort sein. Also …“, Ba’al beugte sich jetzt vor und seine Stimme klirrte vor Kälte. „… schick deine Schiffe los.“

„Das werde ich“, Sheppard schaltete einfach ab und ließ einen erbosten Ba’al zurück.
Nun gut, der Mensch würde ihn noch kennen lernen. Jetzt galt es erst einmal seine Macht zu bewahren. Ba’al gab den Befehl, dass zwei seiner Mutterschiffe startklar gemacht wurden.


Atlantis
14. Oktober 2010
Gegenwart


Der Techniker Chuck saß wie immer an seinem Platz an seinem Computer. Neben ihm, als hätte er nie etwas anderes getan, saß Sergeant Walter Harriman. Chuck beobachtete seit fast zwei Tagen ein kleines Raumschiff, dass die Sensoren von Atlantis anzeigten und als kleines Goa’uld-Frachtschiff identifiziert hatten. Die Schilde von Atlantis waren eingeschaltet, doch das Schiff sollte keine Gefahr bedeuten. Als das Schiff aus dem Hyperraum auftauchte, funkte es sie sofort an.

Chuck war sprachlos, als er den Sprecher erkannte, der um Ladeerlaubnis bat. Ohne zu zögern drückte der Techniker auf den Alarmknopf, was ihm einen erstaunten Blick von Walter einbrachte.

Elizabeth erschien augenblicklich aus ihrem Büro und nur kurze Zeit später kam auch Colonel Sheppard angerannt.

„Was ist los, Chuck?“, fragte Elizabeth.

„Hören Sie selbst, Madam.“

Elizabeth und John sahen sich ungläubig an.

„Bildschirm an“, befahl John dem jungen Mann.

Sogleich erschien das Gesicht von Major Lorne auf dem Schirm. Neben ihm konnten sie eine junge rothaarige Frau und einen Jaffa erkennen.

„Atlantis, ich weiß, dass ihr mich hört! Antwortet bitte.“

„Lorne“, John brach das Schweigen. „Sind Sie nicht eigentlich tot?“

„Nein, Sir! Das ist eine lange Geschichte. Dürfen wir landen?“

„Nein, das dürfen Sie nicht! Ich habe gesehen, wie Sie erschossen wurden, nachdem ich herausgefunden hatte, dass Sie ein Goa’uld sind.“

„Das war ich nicht, Colonel. Ich weiß, es sah so aus, aber das, was Sie gesehen haben, war ein Klon von mir. Ba’al hat ihn hergestellt und als Spion zu Ihnen geschickt.“

„Das kann jeder erzählen.“

„Es ist aber die Wahrheit, Colonel Sheppard!“, mischte sich die junge Pilotin ein.

„Und Sie sind?“

„Callisto oder Dina! Je nach dem. Wir sind Tok’ra!“

„Was ist hier los?“, die Stimme von General O’Neill unterbrach sie. Als er den Mann auf dem Bildschirm erkannte, war er nicht weniger sprachlos. „Ist das nicht Lorne?“

„Ja, Sir! Er möchte landen. Er sagt, dass er Gefangener von Ba’al war und nur ein Klon von ihm getötet wurde“, sagte John.

„Dann lassen Sie ihn landen, bei Gott! Aber äußerste Vorsicht. Er könnte uns zu täuschen versuchen. Auf seine Erklärungen bin ich andererseits sehr gespannt.“

„Sir, die Frau behauptet sie wäre Tok’ra!“

O’Neill blickte die junge Frau nun mit verkniffener Miene an. „Eine Schlange! Na schön! Schicken Sie ein, nein, besser zwei Sicherheitsteams zum Landeplatz und lassen Sie die beiden herbringen.“

„Ja, Sir!“, Sheppard gab entsprechende Befehle. Dann warteten sie gespannt auf die Ankömmlinge.

Während sie warteten waren Ronon, Teyla, Landry, Mitchell und Teal’c erschienen. Sie waren genauso wissbegierig auf die Ankömmlinge wie die schon Anwesenden. Lorne, die Frau und sechs weitere Personen, die ängstlich um sich blickten, wurden von den Wachen hereingebracht.

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Selana
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Anmeldungsdatum: 20.09.2007
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BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Und hier kommt der vorletzte Teil.




Atlantis
14. Oktober 2010
Gegenwart


Der Major sah sehr mitgenommen aus und machte den Eindruck jeden Augenblick umzufallen. Wenn es wirklich so war, wie Lorne behauptete, würde er willkommen sein. Bis dahin jedoch …

„Nehmt den Major fest“, sagte Sheppard.

„Colonel!“, versuchte Lorne zu protestieren. „Ich sage die Wahrheit! Ich bin kein Verräter!“

„Wenn das so ist, dann haben Sie nichts zu befürchten, Lorne. Bis dahin jedoch werden Sie sicher unsere Vorsicht verstehen.“

„Natürlich, Sir“, sagte Lorne niedergeschlagen. „Ich werde keine Schwierigkeiten machen.“

„Gut, Major, dann bringt ihn in die Brig.“

„Stopp! Der Major gehört auf die Krankenstation. Seht ihr nicht, dass der Mann fast umfällt!“

Alle drehten sich zu Doktor Beckett um, der empört mit einem Team hinter ihnen stand.

„Sofort!“

„Der Doktor hat recht“, mischte sich O’Neill ein. „Wenn Ba’al ihn in seinen abscheulichen Klauen hatte, ahne ich, was er mit ihm getan hat. Allerdings werden die Wachen ihn auf die Krankenstation begleiten. Natürlich gut bewaffnet. Die beiden können viel erzählen! Alles kann nur ein Trick sein, um uns zu täuschen. Und Doktor! Untersuchen Sie ihn auch auf versteckte Bomben. Lassen Sie dabei die Körper nicht außer Acht. Wir haben schon erlebt, dass die Goa’uld Kinder als Bombenträger benutzt haben. Auch die anderen Ankömmlinge und vor allem die Tok’ra werden untersucht und unter strengster Bewachung in die Brig gebracht. Mit den Tok’ra haben wir noch guten Kontakt. Erst, wenn diese mir bestätigen, dass Callisto zu ihnen gehört, werde ich ihr glauben.“

„In Ordnung“, meinte Carson. „Wir werden mit äußerster Vorsicht vorgehen.“

O’Neill blickte Lorne mitfühlend an. Ba’al, dieses Ungeheuer hatte auch ihn als Gefangenen in seinen Klauen gehabt, und noch heute, nach so vielen Jahren, wachte er deswegen mit Albträumen auf.

„Er hat keinen Symbionten“, mischte sich Teal’c ein. „Ich würde ihn spüren.“

„Nicht, wenn er dieses Mittel genommen hat, Teal’c“, sagte O’Neill und spielte damit auf diese Goa’uld an, die sie in Jonas Quinns Heimat getäuscht hatte.

Beckett hatte währenddessen mit seinem Team die Initiative übernommen und den Major einfach geschnappt und auf eine Trage gelegt. Er hatte ihm außerdem ein Beruhigungsmittel gespritzt, das ihn außer Gefecht setzen würde. Selbst, wenn Lorne eine Gefahr darstellen sollte, wurde diese damit auf ein Minimum reduziert.

„Auf der Krankenstation werde ich den Major auch gleich auf seine DNA überprüfen“, sagte Carson.

„Wir sagen die Wahrheit“, mischte sich Callisto ein.

„Callisto, richtig?“, fragte O’Neill.

„Ja, General O’Neill. Und Dina, meine Wirtin.“

„Oh, ihr beide kennt meinen Namen?“

„Alle Tok’ra kennen Sie. Sie sind eine Berühmtheit bei uns.“

„Oh, mein Fan-Club scheint ja richtig aktiv bei euch zu sein.“

„Sir!“, sagte Lorne, der alles nur noch verschwommen mitbekam. Mit letzter Kraft formte er noch einen Satz. „Ich kenne die Identität von Omega!“

„Was“, jetzt waren alle sehr interessiert.

„Wer ist es?“, fragte Sheppard.

Doch Lorne hatte schon das Bewusstsein verloren.

„Verdammt!“, entfuhr es Sheppard.

„Tut mir leid“, meinte Carson. „Ich dachte, dass es sicherer wäre, wenn ich den Major betäube.“

„Wie lange?“, wollte John wissen.

„ Er wird einige Stunden schlafen.“

„Das ist mehr als ärgerlich, aber nicht mehr zu ändern. Wir müssen warten, bis er aufwacht. Die Wachen des Majors werden verdoppeln. Und, Carson! Beeile dich mit der Feststellung der Identität von Lorne.“

„Sicher! Wie immer, John!“


In einem anderen Bereich von Atlantis


Omega hörte die Neuigkeit und konnte es nicht glauben. Lorne war wieder da. Wie konnte das nur möglich sein? Wie hatte er es geschafft von Ba’als Festung zu fliehen? Nun, das würde er sicher noch erfahren. Auf jeden Fall war damit seine Tarnung aufgeflogen. Er musste sofort weg von hier solange er das noch konnte. In aller Eile packte er seine Sachen zusammen und verstaute sie in einem Rucksack. Er packte nur das Notwendigste ein, vor allem seine wichtigen Unterlagen. Alles andere würde sich ersetzen lassen.

Keine halbe Stunde später war er aufbruchsbereit. Jetzt brauchte er nur noch einen guten Grund das Tor zu benützen. Oder, was noch besser war, er könnte eine F-302 stehlen. Diese kleinen wendigen Jäger besaßen ja alle einen Hyperantrieb und waren somit nicht auf ein Sternentor angewiesen. Und weit war es zur Erde nicht. Das würde er gut schaffen. Zum Glück ahnten die anderen nicht, dass er ein Pilot war. Er hatte sich immer dumm und ängstlich gestellt, wenn es ums fliegen ging. Zwar hatte er noch keine F-302 geflogen, doch sonst gab es kaum eine Flugmaschine, die er nicht beherrschte. Durch seinen Aufenthalt in Atlantis war er zwar etwas aus der Übung gekommen, doch was man einmal beherrschte, verlernte man so schnell nicht wieder. Das war wie Fahrrad fahren oder schwimmen.

„Noch eine Tour, Doc?“, grüßten ihn die Leute, die ihm auf seinem Weg begegneten oder einfach nur einen guten Tag wünschten.

Wie immer grüßte er freundlich zurück. Schließlich war er als höflicher und bescheidener Mensch bekannt und es würde auffallen, wenn er sich jetzt anders benahm. Wie er das hasste, sich so verstellen zu müssen. Denn in Wirklichkeit verachtete er die meisten Menschen in Atlantis, denn er teilte die Ansichten der Saat Bhai in jeder Beziehung. Schließlich war er einer von ihnen. Sie hätten den Antikern auf der Erde dienen und nicht gleichwertig neben ihnen leben müssen. Doch dies würde sich in absehbarer Zeit ändern. Wie gut, dass es einen Mann wie Philipp Sheppard gab.

Es war schade, dass seine Tarnung aufgeflogen war, aber nicht zu ändern. Auf eine Art war er froh, denn endlich konnte er nach Hause und musste sich nicht mehr verstellen. Er würde Philipp Sheppard persönlich seine Dienste anbieten und der Präsident der USA würde diese mit Freude annehmen. Schon alleine deswegen, weil er sich so gut in Atlantis auskannte.

Endlich erreichte er einen der kleineren entlegeneren Hangars, wo nur ein paar der F-302 parkten. Inzwischen waren viele Leute, Raumschiffe und Zubehör in Atlantis und langsam ging auch einer solchen großen Stadt der Platz für Raumschiffe aus. Den Code zum Durchqueren des Schutzschildes kannte er natürlich, und so musste er nur noch eine der schnittigen Maschinen stehlen.

In dem Hangar waren vier F-302s geparkt. Zwei Techniker waren dabei die Maschinen zu warten. Sie sahen auf, als er eintrat.

„Hallo, Doc! Was führt Sie denn zu uns?“, fragte einer neugierig.

„Nun, ich dachte, ich mache mal einen kleinen Ausflug“, antworte Omega. „Sind alle F-302 flugbereit?“

„Nur diese da! Die anderen drei müssen noch gewartet werden“, erhielt er zur Antwort. „Aber ich glaube nicht, dass Sie damit fliegen wollen, Doc, oder?“

„Da können Sie mal sehen, wie Sie sich irren! Vielen Dank“, mit diesen Worten zog Omega eine Zat heraus und schoss auf die zwei Techniker, die viel zu überrascht waren, um reagieren zu können.

Omega kümmerte sich nicht mehr um sie. Eilig lief er zu der F-302, die mit geöffnetem Cockpit dastand. Er schwang sich hinter das Steuer und studierte die Anzeigen. Wie gut, dass er heimlich die Konstruktionspläne und auch die Betriebsanleitung für Piloten gelesen hatte. Und da er ein fotografisches Gedächtnis besaß, bereitete es ihm keine Schwierigkeiten die Maschine zu starten. Jetzt kam es drauf an, unbehelligt Atlantis verlassen zu können.


In der Krankenstation
Einige Zeit später


„Es steht also zweifelsfrei fest, dass es Lorne ist und er keinen Symbionten trägt?“, fragte John den Doktor. „Und auch keine versteckten Bomben oder sonstige Nettigkeiten?“

„Darauf kannst du dein Leben verwetten, John“, antwortete Carson.

„Lieber nicht! Damit sollte man nicht leichtfertig umgehen“, meinte John und war erleichtert, dass der Lorne vor ihm die Wahrheit gesagt hatte. „Kann ich jetzt mit ihm sprechen?“

„Aber sicher! Er ist vor kurzem aufgewacht und kann es kaum erwarten mit dir zu sprechen.“

„Omega? Hat er dir etwas gesagt?“

„Nein, er wollte es nur dir sagen.“

„Ich danke dir, Carson. Dann wollen wir mal.“

John nickte dem Doktor nochmals zu und ging dann in den anderen Raum, wo Lorne noch immer unter Bewachung in seinem Bett lag. Er sah schon viel besser aus, als bei seine Ankunft.

„Colonel!“, Lorne wollte sich aufrichten.

„Bleiben Sie liegen, Lorne. Es freut mich, dass es Ihnen besser geht und noch mehr, dass wir Sie wiederhaben.“

„Dann glauben Sie mir jetzt?“

„Ja, die Tok’ra hat uns alles erzählt und Carson hat Ihre Identität zweifelsfrei bestätigt und auch, dass Sie keinen Parasiten in sich tragen. Die Antwort der anderen Tok’ra steht zwar noch aus, doch ich denke, dass auch Callisto die Wahrheit gesagt hat.“

„Dann bin ich erleichtert. Was ich zu sagen haben wird Sie erschrecken, Sir.“

„Sie kennen Omega?“

„Ja!“, Lorne verriet ihm dem Namen.

John sah ihn ungläubig an. „Das ist nicht ihr ernst!“

„Doch! Bitte geben Sie den Befehl ihn festzusetzen. Anschließend erzähle ich von Anfang an.“

John gab schnell die entsprechenden Befehle zur Festsetzung von Omega heraus. Seine Leute würden sich darum kümmern. Er brauchte nicht dabei zu sein. Wichtiger war es im Moment Lornes Geschichte zu erfahren. Sheppard zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben das Bett.

„Erzählen Sie, ich habe jetzt Zeit.“

Der Major richtete sich halb auf und setzte sich ebenfalls bequem hin bevor er anfing zu erzählen.

26. August 2010
Vergangenheit
Etwa sieben Wochen vorher


Lorne war froh, endlich wieder in Atlantis zu sein. Sein Abstecher zur Erde und die Erlebnisse mit Darcy Trelaine war zwar interessant, aber auch gefährlich gewesen. Natürlich war er auf dem gleichen Weg zurückgekommen, wie er die Erde erreicht hatte.

Was die Saat Bhai nicht wussten war, dass die Arya Varta schon vor vielen Jahren auf dem Jupitermond Europa einen Stützpunkt gebaut hatten. Gleich, nachdem Sheppard Sen. die Macht übernommen hatte wurde dieser Stützpunkt zur Festung ausgebaut. Dies war natürlich nicht der einzige Rückzugsplatz der Arya Varta im Sonnensystem, aber er besaß ein Sternentor und lag in der Nähe der Erde. Er lag tief unter dem ewigen Eis des Mondes. Ein Energieschild schützte die Station vor den Ortungsgeräten der Saat Bhai. Dort waren auch einige kleinere Kreuzer und Jumper stationiert. Dies war ein Adlernest und Horchposten, den John Sheppard in Zukunft öfters benutzen wollte. Von dieser Station aus waren viele Arya Varta-Familien nach Atlantis geflohen und stellten ihr Wissen und Können der Rebellion zur Verfügung.

Kimura hatte ihnen den Zugang zum Stützpunkt gestattet. Lorne war von Atlantis aus dorthin gegangen und dann mit einem getarnten Jumper zur Erde geflogen. Den gleichen Weg hatte er zurückgenommen. Und nun wollte er Sheppard die Nachricht überbringen, dass der Arya Varta-Widerstand auf der Erde auch ihnen im Kampf gegen Johns Vater helfen wollte.

Lorne wurde schon sehnsüchtig im Konferenzraum erwartet. Außer Sheppard waren noch Elizabeth, Caldwell und Umesh Mehra von den Furlinger anwesend.

„Nun, Lorne, ist alles glatt gegangen?“, begrüßte Sheppard ihn freundlich.

„Ja, Sir! Mehr oder weniger.“

Lorne begann sein Abenteuer mit Darcy Trelaine in knappen Worten zu schildern. Genaueres würde er in seinem Bericht erwähnen. Die Anwesenden schienen zufrieden zu sein.

„Wir können also auf die Hilfe des Arya Varta-Widerstandes auf der Erde und ihren Verbündeten hoffen“, meinte Sheppard.

„Ja, Colonel, und sie auf unsere“, bestätigte Lorne. „Kimura gab mir noch eine Nachricht für Sie mit, Sir“, Lorne überreichte Sheppard einen Umschlag. „Und dieser ist von Miss Trelaine. Sie meinte, dass sie Sie von früher kennt.“

John nahm beide Umschläge entgegen. „Danke, Major! Ich denke, Sie haben sich etwas Ruhe verdient. Die nächsten Tage brauchen Sie nur normalen Dienst zu machen. Heute können Sie sich frei nehmen. Morgen werden Sie einige Wissenschaftler auf einen Planeten begleiten. Wir haben mit der dortigen Bevölkerung Kontakt aufgenommen. Sie wollen uns helfen, wenn wir Ihnen als Gegenleistung technische Hilfe anbieten. Ihr Lebensstandart ist wohl gelinde gesagt reichlich primitiv, und sie erhoffen sich von uns, dass wir das ändern können.“

„Gut, Sir! Kein Problem. Das wird eine leichte Aufgabe sein, im Gegensatz zu meinem letzten Einsatz.“

Lorne beschloss nach Joane zu sehen, nur um zu erfahren, dass Sie mit Engel und Jonas im Einsatz war. Das bedeutete, dass er morgen ein anders Team nehmen musste. Nun gut, es gab genug erfahrene Leute in Atlantis.

Am nächsten Morgen suchte er sich drei Leute aus und ging am Nachmittag, zusammen mit den drei Wissenschaftlern, die einige technische Geräte aus Atlantis im Dorf installieren und die Dorfbewohner darin unterrichten wollten, durch das Sternentor. Da das Tor mitten in dem Dorf der Doreaner lag, gingen sie zu Fuß hindurch. Sie wurden schon von einer Abordnung erwartet, die sie zu ihrem Anführer bringen wollten.

Zuerst sah sich Lorne aber um. Die Leute schienen wirklich Hilfe zu benötigen, denn das Dorf, das aus ungefähr zehn Hütten bestand, sah reichlich heruntergekommen aus. Wie diese Menschen ihnen helfen sollten war ihm schleierhaft, aber der Colonel war der Meinung, das jede Hilfe, sei sie auch noch so gering, im Kampf gegen die Saat Bhai helfen konnte.

Lorne musterte die Menschen unauffällig, aber sie machten einen harmlosen Eindruck. Er glaubte nicht, dass sie eine Gefahr bedeuteten, aber Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste. Der Anführer, ein Mann in mittleren Jahren begrüßte sie freundlich.

„Sie sind also Major Lorne, die rechte Hand von John Sheppard?“

„Ja, Sir.“

Lorne stellte auch seine Begleiter der Reihe nach vor.

Der Mann betrachtete ihn gründlich. „Wir hatten schon Besuch von der Erde. Sie kamen ebenfalls im Auftrag eines Sheppards, aber dieser hieß Philipp Sheppard. Und sie brachten noch jemanden mit.“

Jetzt kam Lorne die Sache doch spanisch vor. Erste Alarmglocken klingelten in seinem Kopf. Aber noch ließ er sich nichts anmerken.

„Das ist der Vater von John Sheppard. Aber die beiden sind nicht das, was man ein Herz und eine Seele nennt.“

Darauf hin lachte der Anführer laut auf. „So kann man es auch nennen. Nun, wie soll ich es ausdrücken? Philipp Sheppards Leute machten meinem Herrn ein Angebot, dass dieser unmöglich ablehnen konnte.“

„Ihr Herr? Aber ich dachte Sie sind der Anführer.“

„Nein, nur ein Anführer meines Herrn.“

Lorne versuchte sein Herzklopfen zu unterdrücken, als er begriff, was die Worte bedeuteten. Sie waren in eine Falle gelaufen. Und dabei hatte er gedacht endlich einmal einen Auftrag zu haben, der gefahrlos wäre. Er sah sich unauffällig um, doch am Eingang des Raumes standen Wachen, die kein Auge von ihnen ließen.

„Versuchen Sie das lieber nicht, Major Lorne. Ich habe den Befehl Sie lebend zu fangen, aber es könnte trotzdem unangenehm für Sie werden.“

„Sie haben es also auf mich abgesehen! Dann lassen Sie meine Leute gehen. Sie haben nichts damit zu tun.“

„Oh, doch! Das haben Sie. Die Wissenschaftler sind nur ein kleine Zugabe für meinen Herrn. Nehmt sie alle fest!“, befahl er dann seinen Männern.

Angesichts der vielen Waffen war Widerstand zwecklos. Die Atlanter wurden aus der Hütte getrieben. Dabei kamen sie wieder in die Nähe des Sternentores. Lorne verständigte sich mit seinen Männern. Sie nickten ihm kaum merklich zu. Noch hatte man ihnen die Waffen nicht abgenommen, ein unverzeihlicher Fehler, und so reagierten die Marines blitzschnell. Sie waren auf solche Dinge vorbereitet und handelten, wie sie es in unzähligen Trainingsstunden gelernt hatten.

Sie rückten auseinander und zogen blitzschnell die Waffen. Lorne dagegen scheuchte die Wissenschaftler vorwärts. Das Tor lag direkt vor ihnen. Er kannte nur den Namen eines von ihnen, die anderen waren ihm nur vom Sehen flüchtig bekannt.

„Zelenka! Wählen Sie Atlantis an! Sagen Sie Weir, dass wir heiß herein kommen!“

Danach wandte er sich zu den anderen Wissenschaftlern zu. Diese sahen jedoch entsetzt auf seinen Rücken. Lorne fuhr herum und sah Zelenka hinter sich stehen. Dieser grinste ihn an und hielt eine Zat auf ihn gerichtet.

„Zelenka! Was machen Sie denn? Wählen Sie!“

„Tut mir leid, Lorne, aber für Sie ist hier Endstation.“

„Was soll das?“, fragte Lorne entsetzt, weil er nicht begriff, was vor sich ging.

Seine Marines hatten inzwischen die Wachen erledigt, doch zwischen den Häusern kamen weitere Bewaffnete hervor, die aber mit Rüstungen bekleidet waren, wie zahlreiche Jaffa sie bevorzugten. Er sah seine drei Marines im Feuerhagel der Stabwaffen fallen, während er immer noch von Zelenkas Waffe bedroht wurde.

„Radek!“, versuchte Lorne es nochmals.

„Tut mir leid, Major!“

Mit diesen Worten betätigte Zelenka den Abzug und Lorne sah den Strahl auf sich zukommen, aber er war nicht mehr fähig ihm auszuweichen. Er hörte noch die entsetzten Ausrufe der anderen Wissenschaftler, dann wurde es dunkel um ihn.

Das Erwachen war wie üblich sehr schmerzhaft. Der Strahl musste auf volle Betäubung gestellt gewesen sein. Nur langsam kamen die Erinnerungen zurück und Lorne begriff die Welt nicht mehr. Was war nur in Zelenka gefahren und wohin hatte man ihn verschleppt?

Lorne wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis man ihn holte. Er sah sich einigen Jaffa gegenüber, die ihn wortlos aus seiner Zelle scheuchten. Als er den Mann sah, der in einem thronartigen Sessel saß und ihn spöttisch anstarrte, wusste er, dass er arg in der Klemme steckte.

„Willkommen in meinem Reich“, sagte Ba’al mit einem satanischen Grinsen auf dem Gesicht.


Gegenwart
14. Oktober 2010


„Tja, den Rest kennen Sie aus Callistos Berichten, Sir“, beendete Lorne seine Erzählung.

„Ich kann noch immer nicht glauben, dass Radek Omega ist“, meinte John fassungslos.

„Was glauben Sie, wie es mir ging, Colonel? Ich hoffe, man konnte ihn inzwischen festsetzen. Er weiß sicher, dass ich da bin.“

„Nein, das wissen nur ein paar Personen.“

„Er hat gewiss die Möglichkeit, alles zu erfahren, Sir! Schließlich hat er uns viele Jahre täuschen können. Ist Ihnen denn nie etwas an meinem Klon aufgefallen?“, wollte Lorne wissen.

„Nein, absolut nichts. Er war Sie, und zwar in allem, was er sagte und tat. Auch der Parasit hat uns getäuscht. Wir ahnten nichts von seiner Anwesenheit.“

„Was geschah nach meiner Entführung? Ich meine, was sagte Zelenka?“

Anny erschien als Holgramm und unterbrach ihr Gespräch. „Dr. Zelenka ist nicht aufzufinden, John. Er ist einfach verschwunden.“

„Wie ist das möglich? Und wie konnte er dich so lange täuschen?“

Anny wirkte jetzt sehr zerknirscht. „Das weiß ich nicht. Er hat es irgendwie geschafft, meine gesamten Sensoren, Wahrnehmungen und Aufzeichnungen ihn betreffend zu ändern und zu fälschen. Du weißt, wie lange ich dem Spion auf der Spur bin, doch nie hat ein Hinweis auf Zelenka gedeutet.“

„Wie konnte er uns nur die vielen Jahre so täuschen? Er ist viel cleverer, als wir annahmen. Mach dir keine Vorwürfe, Anny, auch eine so großartige KI wie du ist nicht unfehlbar.“

„Das sollte ich aber sein! Zelenka muss mich umprogrammiert haben.“

John war amüsiert darüber, wie Anny sich sträubte einen Fehler zuzugeben. „Hast du Alarm gegeben?“

„Aber ja! Alle Einsatzkräfte sind auf der Suche nach ihm.“

„Schön, informiere mich, wenn es Neuigkeiten gibt.“

Anny verschwand und John wandte sich wieder Lorne zu.

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 28.12.2007, 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Wird diesesmal nur ein kurzes FB ich weiß vor lauter auf Arbeit sei nichtmehr wohin mit der spätlichne Freizeit...*g*

So Zelenka ist also omega...das hätte ich nicht erwartet...doch einer musste es ja sein.

Lorne ist endlich in SIcherheit und der Finale Kampf nähert sich unsausweichlich...na dann. Bis bald.
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Selana
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Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 29.12.2007, 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Macht nichts, wenns ein kurzer Beitrag ist. Wenigstens schreibst du was, sonst hätte ich auch schon längst mit dieser Story hier aufgehört. So und nun kommt der letzte Teil, dann bist du auf dem laufenden und ich hoffe dich im neuen Jahr mit dem neuen Teil bei mir zu sehen. Dort poste ich nur alle 2 Tage und mit der Hälfte eines Teils hier. Und hier wird nun von mir nichts mehr gepostet.

Und nun der Schluss:


Letzter Teil


John sah Lorne grüblerisch an. „Um Ihre letzte Frage zu beantworten: Bei diesem Einsatz war, wie Sie sicher noch wissen vereinbart worden, dass Sie sich erst nach 48 Stunden in Atlantis wieder melden sollten. Pünktlich nach dieser Zeit meldete sich Zelenka. Auf meine Frage, warum Sie nicht anrufen, sagte er nur, dass Sie in einer unterirdischen Anlage stecken, wo eine Funkverbindung nicht möglich wäre. Wir hatten keinen Grund an Zelenkas Worten zu zweifeln. Nach weiteren 24 Stunden waren Sie am Funkgerät und wieder war aus unserer Sicht alles in Ordnung. Einige Stunden später gaben Sie, beziehungsweise Ihr Klon einen Notruf durch. Sie wurden von unbekannten Jaffa angegriffen. Nur Sie und Zelenka schafften es nach Atlantis. Sie erklärten uns, dass die Marines und die übrigen Wissenschaftler tot wären. Ein neuer Kontaktversuch mit den Doreanern blieb unbeantwortet. Auch das Tor war ständig blockiert. Als wir mit der Orion nachsahen fanden wir ein total verlassenes Dorf vor, sowie die Körper der toten Marines.“

„Alles war nur eine raffinierte Falle für mich. Die Marines opferten ihr Leben für Zelenka, die Wissenschaftler und für mich. Und wie wir jetzt wissen, war ihr Opfer sinnlos.“

„Was mit den zwei anderen Wissenschaftlern ist, wissen Sie nicht?“

„Nein, und nach der Zeit werden wir sie wohl nie mehr wieder finden“, meinte Lorne. „Wenn sie noch Leben, werden sie wohl für Ba’al arbeiten müssen.“

„Das befürchte ich auch“, meinte John erbost. „Und es ist gut möglich, dass man sie gezwungen hat gegen uns zu arbeiten.“

„Leider ist es so“, stimmte Lorne zu. „Da ist noch etwas, Colonel! Ba’al hat es auch auf Sie abgesehen. Er wollte, dass mein Klon Sie an ihn ausliefert, damit er auch von Ihnen einen Klon herstellen könnte. Mit dessen Hilfe wollte er Atlantis übernehmen. Außerdem hat er einen Pakt mit Ihrem Vater geschlossen. Wir haben es zu allem Übel also auch noch mit Ba’al zu tun.“

„Als wenn die Soldaten meines Vaters nicht reichen würde“, seufzte John auf. Er sah auf, als er eine Bewegung an der Tür bemerkte. „Ich glaube Sie haben Besuch. Wir beenden unser Gespräch für heute. Außerdem muss ich jetzt an die Arbeit und nachsehen, was mit Zelenka ist.“

Lorne blickte zur Tür und sah Joane dort stehen. Sie kam näher und John nickte ihr beruhigend zu.

„Alles in Ordnung, Joe. Er gehört Ihnen.“

„Dann besteht kein Verdacht mehr gegen ihn?“

„Nein, nicht mehr.“

Joane eilte freudestrahlend zum Bett von Lorne und die beiden umarmten sich überglücklich. John lächelte verständnisvoll und machte sich auf den Weg in die Kommandozentrale. Unterwegs erreichte ihn ein Funkruf.

„Colonel, eine F-302 hat gerade gewaltsam Atlantis verlassen. Der Pilot hat sich einfach durch die Wände des Hangars geschossen. Außerdem kannte er den Code zum Passieren des Schutzschildes. Wir waren nicht in der Lage ihn aufzuhalten. Sofort nach dem Verlassen des Orbits hat er ein Hyperfenster mit Kurs zur Erde geöffnet.“

„Zelenka“, mutmaßte John ärgerlich. Sie hatten den kleinen Tschechen total unterschätzt. „McKay! Seid ihr endlich soweit?“

„Wir sind so gut wie fertig, John“, erklang die Stimme des Wissenschaftlers in seinem Ohrhörer. „In einer Stunde können wir den ersten Test machen.“

„Ausgezeichnet! Nach der Flucht von Zelenka werden in Kürze die Schiffe meines Vaters hier sein. Und dann möchte ich verschwunden sein.“

„Wir auch, Colonel“, antwortete Carter an McKays Stelle.

„Moment mal!“, hörte er McKay ausrufen. „Sagtest du Zelenka? Warum sollte Radek fliehen?“

John zögerte einen Moment seinem Freund die ungeheuerliche Neuigkeit zu berichten. Doch es würde bestimmt nicht mehr lange dauern, bis das Gerücht seine Runde machte.

„Zelenka ist Omega!“

Einen Moment herrschte Stille, dann riefen viele Stimmen durcheinander, bis McKays Stimme deutlich zu hören war.

„Du machst einen Scherz, John! Also wirklich, das ist nicht lustig.“

„Leider ist das kein Scherz.“

„Keiner?“

Die darauffolgende Stille war bezeichnend. John konnte das verstehen, denn nie im Leben hätte er Radek verdächtigt.


Planet Erde
Weißes Haus, Washington DC
16. Oktober 2010


Philipp Sheppard hatte es sich in seinem Sessel bequem gemacht und wartete gespannt auf seinen Besucher. Er war nicht groß erstaunt gewesen von ihm zu hören, auch wenn es vereinbart worden war, dass er seine Deckung unter allen Umständen aufrecht halten sollte. Wenn er diese Abmachung gebrochen hatte, bedeutete das nichts Gutes. Wahrscheinlich war der Grund die Flucht von Major Lorne aus Ba’als Gewahrsam. Lorne musste es nach Atlantis geschafft haben. Als die Tür sich öffnete, sah er erwartungsvoll auf seinen Gast.

„Guten, Morgen, Mr. Präsident!“, grüßte der Ankömmling.

„Dr. Zelenka, was ist passiert? Ich hätte Sie nicht in Washington erwartet“, Sheppard tat erst einmal so, als wüßte er von nichts.

„Ich auch nicht, glauben Sie mir, Sir! Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass meine Identität bekannt wurde. Es blieb mir nicht anderes übrig, als zu fliehen.“

„Wie war das möglich? Sie waren immer so vorsichtig.“

„Es war auch nicht meine Schuld. Dieser verdammte Ba’al hat es fertig gebracht, Major Lorne entkommen zu lassen. Er tauchte in Atlantis auf, zusammen mit einer Tok’ra, die sich in Ba’als Reihen geschlichen hatte. Natürlich hatte der Major es eilig, mich zu verraten. Von seiner Sicht aus verständlich, denn ich kann mir vorstellen, dass seine Gefangenschaft bei Ba’al nicht angenehm war.“

„Ich hätte mich nie mit dem Systemlord einlassen sollen“, meinte Sheppard aufgebracht..

„Er ist eben auch nicht besser, als die Menschen. Nur wir Antiker haben die Befähigung logisch zu denken. Und überlegen sind wir sowieso allen Rassen im bekannten Universum.“

„Da kann ich Ihnen nur zustimmen, Doktor. Na schön, wir müssen das Beste aus dieser Misere machen. Es ist natürlich fatal keinen Spion mehr in Atlantis zu haben. Was glauben Sie, wird Sheppard jetzt machen?“

Zelenka fiel auf, dass der Präsident nicht „mein Sohn“ sagte. Anscheinend war John für ihn kein Verwandter mehr.

„Die Wissenschaftler arbeiten an einem Zeitfeld. Damit wollen Sie Atlantis in die Zukunft versetzen. Damit wären sie unauffindbar für uns. Als nächstes wird er mit Atlantis wegfliegen und sich ein anderes Versteck suchen. Durch die KI kann er Schutzschild und Unsichtbarkeitsschild gleichzeitig einschalten. Ich habe versucht die KI für meine Zwecke einzuspannen, was leider schief ging. Alles, was ich erreichte war, dass ich meine Aktivitäten vor ihr verbergen konnte. Wenn jetzt noch das Zeitfeld dazukommt, finden wir sie nur durch Zufall oder Verrat wieder. Außerdem sind Landrys Leute ebenfalls dort.“

„Sie sind geflohen, bevor meine Leute sie festnehmen konnten. Ein verdammtes Pech war das. Ich werde auf jeden Fall sofort meine Schiffe starten. Ba’al hat das auch von mir verlangt. Doch ich lasse mir von einem unverschämten Systemlord der Goa’uld nichts vorschreiben. Vielleicht können wir wenigstens verhindern, dass sie mit Atlantis den Planeten verlassen. Wenn wir um den Planeten eine Blockade legen, sind sie in ihrem Feld eingesperrt.“

„Aber was ist mit dem Sternentor?“

„Kann das im Zeitfeld benutzt werden?“, wollte Sheppard wissen.

„Keine Ahnung! Das wurde noch nicht ausprobiert.“

„Gut, ich ernenne Sie ab sofort zu meinem Chefwissenschaftler, Dr. Zelenka. Ihr Opfer, unter den Verdammten zu leben soll nicht umsonst gewesen sein.“

„Danke, Mr. Präsident.“

Während Zelenka wieder ging informierte Sheppard seine Streitkräfte. Ein Flug ins Alpha Centauri-System würde nur eine Stunde dauern. Da dauerten die Startvorbereitungen der Schiffe wesentlich länger. Er konnte nur hoffen, dass sein Sohn weniger schnell als er reagierte. Außerdem wurmte ihn immer noch der Verlust des neuesten Schiffes der Poseidon-Klasse. Dieser verdammte O’Neill hatte es bei seiner Flucht mitgehen lassen. Wie er das geschafft hatte, war ihm immer noch ein Rätsel. Man hatte ihn nicht umsonst vor diesem Halbblut gewarnt. Er hätte ihn gleich beseitigen lassen sollen, als er noch die Gelegenheit dazu gehabt hatte. Nun, was noch nicht ist, das konnte noch werden. Auf jeden Fall stand O’Neill nun an zweiter Stelle auf seiner Fahnungsliste, gleich nach seinem verfluchten Sohn.

Dann stand er am Fenster und dachte nach. Viel war die letzte Zeit schief gegangen und anderes wiederum war besser gelaufen, als er sich das vorgestellt hatte. Inzwischen hatte er durch das Kriegsrecht die Vereinigten Staaten voll im Griff. Auf die anderen wichtigen Staaten, wie England, China, Deutschland, Frankreich, Japan und Russland hatte er ein Auge geworfen. In allen Regierungen saßen inzwischen seine Leute. Früher oder später würde er auch dort bestimmten und dann konnte er sich zum Präsidenten der ganzen Erde ausrufen lassen.

Natürlich würde er da noch etwas nachhelfen müssen. Seine Agenten waren in allen Ländern zur Zeit dabei Terrorgruppen zu bilden, deren Anschläge er dann den Arya Varta, den Leuten um Landry und John Sheppard und anderen Außerirdischen in die Schuhe schieben konnte. Jeder, der nicht mitmachte, konnte man in heutiger Zeit leicht aus dem Weg schaffen. Er würde einfach spurlos verschwinden oder umgedreht werden. Auch letzteres war kein Problem für ihn.

Sorgen machten ihm noch die Arya Varta, die sich leider nicht so schnell geschlagen gaben, wie er gedacht hatte und natürlich sein verbrecherischer Sohn John. Aber sobald er Atlantis in der Hand hatte, war zumindest das Problem Sohnemann gelöst. Wie seine Leute herausgefunden hatten, scharrte dieser Verräter immer mehr Menschen um sich. Außerdem suchte er Verbündete in anderen Welten. Aber das würde er ihm austreiben. Jeder Planet, der ihm half, war dem Untergang geweiht. Die Schwachen auf der Stelle und die etwas Mächtigeren später. Und seine Propaganda zeigte schon Wirkung. Die Mehrheit der Bevölkerung war dumm und einfältig. Schafe, die einfach jemanden brauchten, der ihnen sagte, wo es lang ging. Wer dieser Jemand war, konnte ihnen egal sein. Hauptsache sie konnten in Ruhe leben, wenn sie sich an bestimmte Regeln hielten. Und diejenigen, die danach lebten wurden belohnt, die anderen bestraft. So einfach war das.

Die Goa’uld, mit Ausnahme von Ba’al, waren ebenfalls erledigt und die Asgard hatten sich noch nie eingemischt. Mit Ba’al hatte er ein Abkommen geschlossen, dass er aber nur so lange einhalten würde, wie es für ihn nützlich war. Danach wollte Sheppard auch den Systemlord aus dem Weg schaffen. Sein großes Ziel für die Zukunft, war die Herrschaft über die ganze Galaxis. Eines Tages würde es soweit sein. Er stand am Anfang einer glorreichen Zukunft.

Atlantis
17. Oktober 2010
Gegenwart


Es war soweit!

Der erste Versuch des Zeitfeldes konnte anlaufen. Carter und McKay überwachten die Vorbereitungen und auch den Ablauf des Versuches. Außerhalb von Atlantis beobachte Cameron Mitchell in seiner F-302 den Vorgang. Wenn alles klappte, musste die Stadt vor seinen Augen verschwinden.

Nach dem Signal blickte Mitchell gespannt aus dem Cockpitfenster seiner F-302. Zuerst geschah nichts, doch dann schien es, als würde die Stadt vor seinen Augen flimmern und durchscheinend werden. Im nächsten Augenblick war sie weg. Cameron sah auf die Uhr. Der Versuch sollte genau zwei Minuten dauern, dann musste die Stadt wieder sichtbar werden. Schnell ging er alle Anzeigen durch, versuchte alles, um die Stadt doch noch zu finden. Doch zu seiner Erleichterung konnte er auch mit den sehr genauen und fortschrittlichen Antiker-Scanner die Stadt nicht finden.

Gleich war die Zeit um und Atlantis musste wieder auftauchen.

Und tatsächlich! Der Vorgang wiederholte sich in umgekehrter Reihenfolge.

Da war sie!

„Hier, Mitchell! Scheint alles in Ordnung zu sein, Leute! Für genau zwei Minuten ward ihr weg. Ich konnte euch weder sehen, hören noch orten.“

„Hervorragend, Cameron! Kommen Sie wieder in die Stadt. Alle Schiffe sind auf ihren Docks gesichert. In einer Minute werde ich den Hyperantrieb der Stadt aktivieren. Dann wird Atlantis sich ein neues Versteck suchen.“

Mitchell bestätigte Colonel Sheppard seine Rückkehr. Es ging leider nicht anders, als diesen Planeten aufzugeben. Zwar würden sie sicher vor der Ortung sein, doch sollte einmal ein Fehler im Zeitfeld auftreten und die Stadt sichtbar werden, dann würde sie in Gefahr sein. Sheppard sen. würde es sich nicht nehmen lassen, diesen Standort zu überwachen und nur darauf lauern, dass sie sich zeigten. Außerdem würden sie dann in ihren Aktivitäten sehr eingeschränkt sein.

Cameron landete die F-302 sicher im Flugdeck der Daedalus und stieg aus. Der Alarm heulte durch das Schiff, als er durch die Gänge lief. Er spürte auch die Erschütterung des Antriebes. Sonst bemerkte er aber nichts. Die Andruckabsorber von Atlantis funktionierten einwandfrei. Er erreichte einen Bildschirm und ließ sich die Außenwelt zeigen. Mitchell konnte sehen, wie die Stadt langsam an Höhe gewann und in den Weltraum vorstieß.

Noch konnten sie keine Schiffe der Erde erkennen, aber da Alpha Centauri nur wenige Lichtjahre vom Sol-System entfernt war, würde es in Kürze in diesem Raumsektor von Erdenschiffen nur so wimmeln. Sie mussten einfach schneller sein als Philipp Sheppard.

Als Atlantis in den Hyperraum eintrat und verschwunden war, öffneten sich um den Planeten viele Hyperraumfenster. Eine ganze Raumflotte der Erde kreiste den Planeten ein, doch als sie den Planeten scannten konnte sie keine Stadt und auch kein Leben orten.

Colonel Ellis von der Apollo meldete diesen Misserfolg zur Erde. Die Stabsoffiziere gaben ihm den Befehl den Planeten weiter abzusuchen. Noch war nicht sicher, ob Atlantis sich nicht nur tarnte. Es war möglich, dass sie noch da waren und nur nicht geortet werden konnten.

Als Philipp Sheppard diesen Misserfolg erfuhr rastete er völlig aus. Das würde Konsequenzen für die Verantwortlichen haben. Köpfe würden rollen. Wieder einmal hatte ihn sein Sohn hereingelegt, in dem er ein paar Stunden, vielleicht auch nur Minuten schneller gewesen war. Denn in einem war er sich sicher, Atlantis war nicht mehr im Alpha-Centauri-System.


Atlantis


Philipp Sheppard hätte sich noch mehr geärgert, wenn er erfahren hätte, dass John zwar Atlantis wegflog, aber noch einen Stützpunkt in der Nähe hatte. Einen Horchposten, der praktisch vor der Haustüre der Erde lag. Die dort stationierten Truppen beobachten den Aufmarsch der Erdschiffe und hörten den Funkkontakt ab. Außerdem wurde von dort der Kontakt mit dem Widerstand der Erde aufrecht gehalten. Es war nur ein kleiner Posten, aber er enthielt die beste Technik der Antiker und Asgard und war somit unauffindbar für die Sensoren der Erdenmenschen.

Die kleine Mannschaft hatte John selbst handverlesen. Dem Außenposten fehlte allerdings noch ein erfahrener Kommandant. Doch John wusste jetzt, wem er diesen Posten übergeben wollte.

Alpha Centauri ist ein Dreifach-Sonnensystem. Das System ist unser nächster Nachbar im Weltall und liegt 4,36 Lichtjahre von der Erde entfernt in Richtung des südlichen Sternbild Zentaur. Die beiden Hauptsterne Alpha Centauri A und B ähneln unserer Sonne in Größe und Form, der dritte Stern des Dreiersystems Proxima Centauri genannt, ist ein Roter Zwerg und deutlich kleiner, als die anderen beiden Sterne. Alpha Centauri A und B umkreisen einander in einem Abstand von 3.600 Millionen Kilometern, was in etwa der Entfernung des Planeten Uranus von der Sonne entspricht. Proxima Centauri liegt rund 10.000 Astronomische Einheiten (also 10.000 Mal die Entfernung Erde-Sonne) dichter an unserem Sonnensystem als Alpha Centauri A und B.

Im System der roten Sonne Proxima hatte Sheppards Team drei unbedeutende Planeten entdeckt. Nummer zwei und drei lagen zu weit von der Sonne entfernt und waren damit unbewohnbar für Menschen. Auf Nummer drei hatte John den Stützpunkt bauen lassen.

Atlantis selbst flog er weiter weg. Als Ziel hatte sich John ein Sonnensystem weit ab von allen bekannten Welten ausgesucht. Das System der kleinen orangenen Sonne besaß nur zwei Planeten. Nummer zwei war ein jupiterähnlicher Planet, unbewohnbar und von Stürmen durchzogen.

Der zweite Planet war zur Hälfte von einem dichten Dschungel bedeckt mit tropischem Klima und nur einem riesigen Kontinent. Der Rest war ein einziger großer Ozean. So ähnlich musste die Erde vor etwa 120 Millionen Jahren ausgesehen haben. Allerdings besaß ihr neues Zuhause kein eigenes Sternentor.

Mit dem Tor von Atlantis konnten sie jedoch Kontakt mit vielen Welten aufnehmen. Noch konnten sie dort keine Lebensmittel anbauen, aber John wollte dies nicht ausschließen. Für den Anfang hatten sie inzwischen einen Planeten soweit kultiviert, dass die ersten Ernten anstanden. Die Athosianer hatten sich auch in der Milchstraße als sehr hilfreich erwiesen. Und hier brauchten sie sich nicht mehr vor den Wraith zu fürchten. Eine total neue Erfahrung für diese Menschen.

Die Entscheidung hierher zu kommen war ihm nicht leicht gefallen. Zuerst hatte er sich in der Nähe der Erde platzieren wollen, doch dann wäre ihre Bewegungsfreiheit eingeengt gewesen. Der Zeitschild hätte sie zwar geschützt, doch um ihre Raumschiffe einzusetzen, mussten sie die Stadt verlassen. Und das wäre früher oder später aufgefallen. Auch brauchten sie nicht unbedingt dauernd den Schutzschild eingeschaltet zu lassen sondern ihn nur bei Bedarf zuschalten. Das Zeitfeld würde als Schutz ausreichen.

Ein weiteres Problem war das Sternentor. Noch hatten sie nicht ausprobiert, ob es unter dem Zeitschild funktionierte. Denn immerhin befanden sie sich innerhalb des Schildes in einer anderen Zeitebene. Im Notfall würden sie sich einfach ein zweites Tor für den Planeten besorgen müssen und einfach dieses benutzen, auch wenn nur ein Tor pro Planet zeitgleich eingesetzt werden konnte. Doch das konnte man im Notfall absprechen.

Von ihrem neuen Standort aus konnten sie den Kampf effektiver fortsetzen. Als nächstes würden sie weitere Verbündete suchen. Johns nächster Schritt war mit alten Freunden der Erde Kontakt aufzunehmen: Das waren die Asgard, die Nox, die Jaffa-Allianz und einige einzelne Planeten. Keine leichte Aufgabe, dass wieder gut zu machen, was sein Vater verdorben hatte, aber er musste es einfach versuchen. Und er war sicher, dass er das schaffen würde.

Wenigstens vertrauten ihnen noch die Tok’ra. Diese Wesen hatten sich seit dem Fall der Goa’uld gedeckt gehalten und waren nur noch selten in Erscheinung getreten. So viel John wusste, hatte sein Vater auch versucht mit ihnen Kontakt aufzunehmen, doch die Tok’ra hatten sich geweigert ihn anzuhören. Sie wollten nur mit General O’Neill oder SG-1 verhandeln. Diesen Umstand hatten sie natürlich ausgenutzt und hin und wieder Kontakt aufgenommen. Das letzte Mal, als Callisto bei ihnen aufgetaucht war.

Callisto hatte sich auch als Fürsprecherin betätigt und den Rat der Tok’ra über die letzten wichtigen Entwicklungen in Bezug auf die Tau’ri unterrichtet. Der Rat war sich im klaren, dass die alten Verhandlungspartner nicht mehr existierten und den Kontakt mit der Erde offiziell abgebrochen. Dafür hatten sie sich John und seinen Leuten zugewandt, was den Atlanter natürlich nur recht sein konnte.

Alles in allem würde es noch lange dauern bis sie seinen Vater entmachtet hatten. John machte sich da keine Illusionen und bereitete sich innerlich auf einen langen Kampf vor. Doch was auch immer die Zukunft bereit hielt, er war bereit für sie.


Ende
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