Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 07.10.2007, 17:49 Titel: |
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| Felix: Na ja, Kolya musste ja entkommen. Ich mag ihn ja auch nicht, aber er ist halt ein schöner Gegner für John. Die Tengwar sind Rhianas Volk. So nennen sie sich. Was sie genau sind erfährst du im nächsten Teil. |
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GenAF Top-Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.09.2007 Beiträge: 376
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Verfasst am: 08.10.2007, 14:22 Titel: |
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Auch das Kapitel hat mir wieder zugesagt.
Na ich dachte nicht das ich das mal sagen würde aber die Wraith sind wohl genau zur richtigen Zeit aufgetaucht. Und Kolya der ist echt unglaublich, da rettet im Sheppard das Leben und dem fällt noch immer nichts anderes ein als seine seltsame Rache.
| Zitat: |
| Er konnte durch das Sternentor fliehen. Vorher hat er mir aber dieses kleine Andenken zurückgelassen“, meinte Sheppard und zeigte auf die Schulter. „Damit sind wir gleichauf.“ |
schön gesagt Sheppard.
Nun zwischen John und Rhiana scheint sich ja etwas anzubahnen, das wird bestimmt interessant.
Weir’s Sorgen um Sheppards ungestüme Art sind sicher berechtigt. Bin gespannt was Rhiana ihm jetzt zeigen wird und was die beiden dann auf ihrem Planeten erleben werden.
Bis dann. _________________ Meine FFs:
Stargate: Troja (Staffel 1)
Pax Americana – Empire Earth |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 08.10.2007, 15:50 Titel: |
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GenAF: Kolya ist eben Kolya! Der kann nicht aus der Haut. Selbst, wenn John ihm hundert Mal das Leben gerettet hätte, würde der ihn trotzdem noch umbringen wollen. Was es mit Rhianas Planet auf sich hat erfahrt ihr jetzt.
Teil 7
Sheppard und Rhiana gingen auf das Tor zu. Er sah, dass sie auf ihrem Armband einen Knopf berührte, bevor sie in das geöffnete Wurmloch trat. „Was hast du da gemacht?“ fragte er.
„Wie hier, gibt es auch auf unserer Welt eine Sicherung des Sternentors. Ich habe gerade meine Erkennung durchgegeben.“
Der Major staunte insgeheim. Das versprach ja ein interessanter Besuch zu werden. Fast nur die Menschen von der Erde benutzten spezielle Sicherungen ihrer Sternentore. Außerdem hatte Rhiana darauf bestanden, dass er ohne Waffen mitging. Da er ihr vertraute, war er einverstanden gewesen. Er warf noch einen Blick zurück und sah Elizabeth und McKay im Kontrollraum stehen. John winkte ihnen zu und Elizabeth winkte zurück.
Kaum waren sie auf der anderen Seite, da sah sich Sheppard auch schon von einer Gruppe bewaffneter Menschen umringt, die eine rotschwarze Uniform trugen, aber die Waffen herunter nahmen, als sie Rhiana erkannten. Rhiana legte ihm beruhigend die Hand auf den Arm. „Sie sind nur zur unserer Begrüßung da, keine Sorge.“
Sheppard nickte und bemerkte, dass die Wachen seine Begleiterin respektvoll begrüßten. Sie schien hoch angesehen zu sein.
„Ich bin Tagan“, sagte einer der Männer, ein hochgewachsener schlanker Mittvierziger mit dunklen kurzen Haaren und durchdringendem Blick. „Ich begrüße Sie in Tengwar, Major Sheppard. Der Kanzler erwartet uns schon.“
Am Fuße der Treppe zum Sternentor sah Sheppard ein Fahrzeug stehen, dass ihn an die Gleiter aus den Star Wars-Filmen erinnerten. Erst jetzt sah er sich um. Der Blick ging frei über eine offene Landschaft mit einem rötlichen Himmel, der die Gegend in ein seltsames Licht hüllte. Im Hintergrund sah er Türme und Hochhäuser, die ihn sofort an Atlantis erinnerten. Anscheinend besaß Rhianas Welt eine hoch entwickelte Zivilisation. Den vielen Türmen nach, mussten hier etwa eine Millionen Menschen leben.
Während er in das Schwebefahrzeug stieg, das sich tatsächlich sofort in die Lüfte erhob, konnte er seine Neugierde nicht länger zügeln. „Verzeiht, meine Bemerkung soll nicht abwertend klingen, aber bisher sind wir fast nur primitiven Zivilisationen begegnet. Eure Stadt aber sieht moderner aus, als unsere Großstädte auf der Erde. Habt ihr keine Angst vor den Wraith? Oder besitzt Ihr ein planetares Verteidigungssystem?“
„Nun, in gewisser Weise ja“, antwortete Tagan und sah ihn etwas herablassend an. „Und noch etwas anderes, Major.“ Dann lächelte er geheimnisvoll und schien sich insgeheim zu amüsieren über die Überraschung des Majors.
Auch Rhiana war nicht bereit etwas zu verraten, also beschloss Sheppard abzuwarten. Er lehnte sich in dem bequemen Sitz, der aus Leder gemacht schien, zurück und ließ sich die Sonne auf das Gesicht scheinen.
Sonne!
Überrascht blickte er auf. Die Sonne machte einen merkwürdigen Eindruck auf ihn, nicht nur die rote Farbe sondern ...
Plötzlich begriff er und konnte es erst nicht glauben. „Eure Sonne ist künstlich!“
Jetzt blickten Tagan und Rhiana sich überrascht an und Tagan sagte. „Das ist das erste Mal, dass einer unserer Gäste das beim ersten Besuch bemerkt. Dein kleiner Freund ist schlauer, als ich dachte, Rhiana.“
„Habe ich dir nicht gesagt, dass John etwas Besonderes ist, Tagan?“
In etwas arroganten Ton, der Sheppard sofort an McKay erinnerte, antwortete Tagan. „Nun, er ist schließlich nur ein ...“
Rhianas Blick war so schneidend, dass Tagan den Mund hielt. Sie blickte ihn ärgerlich an. „Sei nicht so arrogant, Vetter!“
Oh! Vetter! Er war mit Rhiana verwandt. Das wurde ja immer besser. Und was hatte Tagan sagen wollen?
Bis zum Erreichen der Stadt sagte niemand mehr ein Wort. Sheppard hatte Zeit sich weitere Gedanken zu machen. Wenn die Sonne künstlich war, dann auch die Umgebung? Doch so weit sein Blick auch reichte, er sah nur den unendlichen Himmel, die Felder und Wiesen und die Stadt mit ihren hohen Türmen.
Sie steuerten einen der höchsten Türme der Stadt an. Auf halber Höhe, in einem großen Hangar, landeten sie schließlich. Hier standen noch viele weitere ähnliche Gleiter in Parkbuchten. Andere kamen an und wieder andere flogen weg. Ihre kleine Gruppe fiel nicht weiter auf. Die Menschen, die er sah, trugen bunte weite Bekleidung und sahen wohlgenährt und zufrieden aus. Hier war nichts von der allgemeinen Angst vor den Wraith zu spüren und Sheppard ahnte, dass die Wraith diese Welt nie betreten hatten.
Er dachte an die Welt von Chaja Sar, der aufgestiegenen Antikerin, der er im letzten Jahr begegnet war. Auch die Bewohner dieser Welt kannten die Angst vor den Wraith nicht, weil sie Chaja Sar als Beschützerin hatten. Doch die Menschen auf Chajas Welt hatten in Primitivität gelebt. Gab es auch hier einen Antiker, der die Menschen und ihre Welt vor den Wraith beschützte? War das Rhianas Geheimnis?
Sie gingen durch lange lichtdurchflutete Gänge mit weitem Blick auf die umliegende Landschaft. Doch auch von hier oben konnte Sheppard kein Ende der Welt sehen. Sie betraten schließlich einen Raum, in dem ein älterer Mann hinter einem Schreibtisch saß. Die Ähnlichkeit mit Rhiana war so groß, dass Sheppard sofort vermutete, dass dies ihr Vater war.
„Darf ich dir Trigan Remor vorstellen, meinen Vater? Und das ist Major John Sheppard aus Atlantis“, stellte Rhiana ihn vor.
Trigan Remor war ein Mann Mitte sechzig mit großer Ausstrahlung und dem klassischen Erscheinungsbild eines Mannes, der gewohnt war zu befehlen. „Mein Vater ist der Kanzler unserer Welt. Du würdest ihn Präsident nennen.“
John verbeugte sich knapp und sagte: „Es ist mir eine große Ehre, Sie kennen zu lernen, Sir.“
Der Kanzler warf einen Blick auf Rhiana. „Manieren scheint er zu haben, meine Liebe, im Gegensatz zu vielen anderen deiner Bekanntschaften, die du uns angeschleppt hast.“
„Vater!“ Rhiana schien ehrlich schockiert zu sein. „Du hast mir etwas versprochen!“
„Schon gut, mein Kind.“ Der Kanzler sah Sheppard nun richtig an und musterte ihn eingehend. John kam sich wie ein seltsames Insekt vor, dass man ausgiebig studierte. Wohin war er da geraten? Langsam wurde ihm doch etwas mulmig zumute. Und er hatte keine Waffe dabei. Doch angesichts der vielen Menschen hier hätte ihm die Waffe auch nichts genützt. Außerdem machten sie keinen feindseligen Eindruck. Er hatte eher das Gefühl, dass die beiden Männer ihn für einen Primitivling hielten.
Der Kanzler gab den Männern ein Zeichen und alle, außer Tagan und Rhiana verließen den Raum. „Nun, meine Tochter hat mir viel von Ihnen erzählt. Und nur Gutes, wenn ich das sagen darf.“ Er zeigte auf eine Sitzgruppe in der Nähe. Während sie dorthin gingen, fragte sich Sheppard, wann Rhiana ihrem Vater etwas über ihn erzählt hatte. Sie war doch die ganze Zeit in Atlantis gewesen.
Als sie saßen, brachte ein Diener Erfrischungen und der Kanzler fing an, Sheppard auszufragen. Er wollte alles über die Gründe ihrer Ankunft in Atlantis wissen und auch über die Erde, die Antiker und über die Gou'uld in seiner Heimatgalaxis. Soweit Sheppard keine Geheimnisse verriet, gab er bereitwillig Auskunft. Danach schien der Kanzler zufrieden zu sein und bat sie dann zu gehen.
Rhiana ging mit Sheppard hinaus. „Du scheinst auf meinen Vater großen Eindruck gemacht zu haben.“
„Ja, wirklich? Ich hatte den Eindruck, dass er mich für einen Neandertaler hielt“, sagte Sheppard.
„Was ist ein Neandertaler?“
„Ein primitiver Stamm von Menschen, die vor dem Homo sapiens auf der Erde lebte“, sagte Sheppard.
„Homo sapiens?“
„So nennen wir den modernen Menschen auf der Erde, also jemanden wie mich.“
„Das ist sicher ein falscher Eindruck“, sagte Rhiana, doch ihr Gesichtsausdruck verriet Sheppard, dass er richtig lag. „Doch nun muss ich dich bitten, mich auf unsere Gesundheitsstation zu begleiten. Wie ihr in Atlantis, haben wir auch unsere Vorschriften, was Besucher von fremden Welten betrifft.“
Das verstand Sheppard nun gut und erklärte sich einverstanden. Bald darauf fand er sich in einer Einrichtung wieder, in welche die Krankenstation in Atlantis unzählige Male passte. Ein Arzt nahm ihn in Empfang und erklärte ihm, dass alles, was von ihm verlangt wurde war, in eine Maschine zu steigen.
So legte sich Sheppard auf eine Liege und wurde in eine Art Tunnel gefahren. Das ganze Verfahren dauerte nur eine Minute, dann war er fertig.
„Siehst du, das hat doch gar nicht lange gedauert, oder?“ sagte Rhiana.
Sheppard schüttelte den Kopf und der Arzt entließ sie. Er stand schon vor einem Computer und untersuchte die Ergebnisse. Etwas schien ihn zu beunruhigen, denn immer wieder schüttelte er den Kopf.
„Was hat er denn?“ fragte Sheppard. „Bin ich etwa krank?“
Rhiana ging zu dem Arzt und fragte ihn aus. Sheppard konnte sehen, dass er den Kopf schüttelte und auf Rhiana einsprach.
Jetzt wurde es ihm zu Bunt. Er hatte genug davon ignoriert und behandelt zu werden, als wäre er nicht da. „Hören Sie, Doc, wenn Sie etwas Beunruhigendes gefunden haben, dann sagen Sie es mir.“
Der Arzt sah ihn nun zum ersten Mal richtig an. „Haben alle, wo Sie herkommen dieses Gen?“
„Nein, nur jeder 16.000ste.“
„Und bei jedem ist es so ausgeprägt wie bei Ihnen?“
„Nein, ich scheine ein Naturtalent zu sein. Die antikische Technik funktioniert bei mir automatisch. Ich brauche überhaupt nicht nachzudenken.“ Sheppard war beruhigt. Anscheinend hatte der Arzt das Gen entdeckt. Doch wie war das möglich?
Der Arzt klopfte ihm beruhigend auf die Schulter. „Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, Sie sind kerngesund. Doch nun entschuldigt mich, ich habe noch viel zu tun.“
Sheppard und Rhiana verließen die Krankenstation oder Gesundheitsstation wie sie hier hieß. „Sag mir eines, Rhiana, ist diese Welt künstlich?“
„Ja, du vermutest richtig. Nicht nur die Sonne, diese ganze Welt ist eine unterirdische Höhle. Meine Vorfahren haben sie vor 10.000 Jahren geschaffen, als der Krieg gegen die Wraith verloren war. Viele meines Volkes stiegen auf, der Rest ging nach Atlantis und zurück zur Erde.“
Sheppard hatte den Eindruck gegen eine Wand zu laufen, als er begriff. Es gab nicht nur einen Antiker hier, alle waren sie welche. „Ihr alle hier, ihr seid Antiker?“
„Wir sind das, was ihr Antiker nennt.“
„Die Erschaffer der Sternentore?“
„Ja, noch heute können wir Sternentore herstellen. Als der große Auszug kam, beschlossen meine Vorfahren weder zu gehen, noch aufzusteigen. Sie bauten im Geheimen diese Anlage tief unter der Erde.“
„Wie tief?“
„Ungefähr 100 km tief.“
„Wow! “
„Für meine Vorfahren war es leicht mit Hilfe unserer Technik diesen Hohlraum und die künstliche Sonne zu erschaffen. Kein Wraith weiß, dass wir hier sind. Sie können uns nicht orten und halten unsere Welt für unbewohnt. Wir lassen sie in dem Glauben.“
„Und ihr besitzt noch die alte Technik?“
„Selbstverständlich, einiges ging natürlich verloren im Laufe der Zeit. So die genaue Lage der legendären Stadt Atlantis. Und leider auch die Herstellung der Energiemodule, die ihr ZPM nennt. Auch die Raumfahrt wurde nicht weiterentwickelt, weil wir die Wraith nicht auf uns aufmerksam machen wollten. In der Medizin sind wir allerdings viel fortschrittlicher, als unsere ehrenhaften Vorfahren. Da wir nicht mehr wissen, wie die Energiemodule hergestellt werden, sind viele meines Volkes auf der Suche nach der alten Stadt und auch nach ZPMs, die wir für die Erhaltung der Energie unserer Welt brauchen. Noch besitzen wir einige, doch auch diese werden eines Tages aufgebraucht sein.“
Jetzt hatte Sheppard die Erklärung dafür, warum es kaum noch ZPMs in der Pegasus-Galaxie gab. „Ihr seid also direkte Nachkommen der alten Antiker.“
„In direkter Linie“, bestätigte Rhiana.
„Warum helft ihr dann nicht den Menschen dieser Galaxis?“
„Mein Volk ist der Meinung, dass uns das nichts angeht. Die Menschen sind zu primitiv, um es wert zu sein, gerettet zu werden.“
Sheppard schreckte angesichts dieser Arroganz vor Rhiana zurück. Sie bemerkte es. „Bitte, das ist nicht meine Meinung. Einige wenige meines Volkes sind anderer Meinung und versuchen schon seit Jahren den Rat umzustimmen, doch ohne Erfolg. Mein eigener Vater ist der Meinung, dass wir uns raushalten sollen.“
„Deshalb also auch sein Verhalten mir gegenüber. Und auch Tagans Verhalten. Sie halten mich für minderwertig.“
„Was du aber nicht bist. Deshalb habe ich auch nur dich mitgenommen. Mein Vater würde niemals die Erlaubnis geben, euch als Verbündete zu haben, wenn er der Meinung ist, dass ihr Atlanter es nicht wert seid.“
„Und wieso ausgerechnet ich?“
„Weil du uns am ähnlichsten bist. Und weil ich dich sehr mag.“
„Ich weiß nicht, ob ich unter dieser Voraussetzung überhaupt noch etwas mit euch zu tun haben will“, sagte Sheppard wütend.
„Stelle mich bitte nicht mit ihnen auf eine Stufe. Ich bin anders wie sie und Kelan auch. Mal sehen, was mein Vater sagt, wenn der Doktor deine Ergebnisse bringt.“
„Was willst du damit sagen?“ fragte Sheppard.
„Warte es ab, doch für heute möchte ich dir einfach die Stadt zeigen. Komm mit!“
„Und was ist mit den anderen Antikern hier? Sie werden mich anstarren!“
„Nein, dazu sind sie zu höflich. Vertrau mir einfach.“
Rhiana behielt Recht. Niemand störte sich an ihm, zumal Rhiana ihm Kleidung ihres Volkes gab. Die nächsten zwei Tage zeigte Rhiana Sheppard ihre Welt. Er kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die unterirdische Welt war gewaltig: acht Kilometer hoch und mit einem Durchmesser von dreihundert Kilometern in alle Richtungen. Genau in der Mitte lag die einzige Stadt dieser Welt.
Am dritten Tag wurden sie erneut vor den Kanzler gerufen. Diesmal begrüßte Trigan Remor Sheppard sehr freundlich und zuvorkommend. Viel seiner Arroganz und Überheblichkeit ihm gegenüber war verschwunden. Nach der Begrüßung sagte der Kanzler. „Die Ergebnisse des Doktors sind erstaunlich, mein Junge.“
Jetzt wurde er sogar schon mein Junge genannt, dachte Sheppard. Laut sagte er: „So?“
„Der Doktor hat bestätigt, dass Sie von der Ursprungswelt unserer ehrenwerten Vorfahren
kommen müssen. Ihre Gene sind die von uns. Ihre Vorfahren müssen in direkter Linie von uns abstammen.“
„Sie meinen, Kanzler, ich bin ein Antiker?“ Sheppard glaubte es nicht.
„Ja, Ihre Vorfahren haben sich nicht mit den gewöhnlichen Menschen vermischt.“
„Es gibt keine Antiker in direkter Line auf der Erde“, sagte Sheppard.
„Sind Sie da sicher?“
Sheppard stutzte. Was wusste er eigentlich von seinen Vorfahren? Er hatte sich nie darum gekümmert. Was wäre, wenn es noch eine Gruppe Antiker in direkter Linie versteckt auf der Erde gab?
Der Kanzler sah die Zweifel in seinem Gesicht. „Nun?“
„Sie haben recht, Kanzler. Ich bin mir nicht mehr sicher. Die Erde ist groß. Es ist durchaus möglich, dass es noch eine Gruppe Antiker auf der Erde gibt. Aber das wäre eine echte Sensation.“
„Sehen Sie! Und aus diesem Grunde werde ich Rhianas Bitte entsprechen und einige aus Atlantis einladen. Wir sind sogar bereit, solche Leute ohne das Gen herkommen zu lassen.“
„Das ist aber sehr freundlich von Ihnen, Kanzler“, sagte Sheppard ironisch.
„Genießen Sie die Zeit bis zu Ihrer Rückkehr. Und bitte, seien Sie doch bereit, dem Doktor für einige weitere Tests zur Verfügung zu stehen.“
„Was bin ich denn? Ein Versuchskaninchen?“
„Ich weiß nicht, was das ist“, antwortete der Kanzler pikiert. „Aber ich versichere Ihnen, Major, dass Ihnen kein Schaden zugefügt wird.“ Er warf einen Blick auf Rhiana. „Meine Tochter würde mich umbringen.“
Rhiana sah Sheppard beschwörend an. „Schon gut, ich bin bereit.“
„Sehr schön“, damit schien für den Kanzler die Sache erledigt zu sein.
Der Major und Rhiana gingen aus dem Büro und Rhiana meinte: „Du hast großen Eindruck auf ihn gemacht.“
„Ach was, ein Affe bin ich für ihn.“
Rhiana lachte. „Ein netter Affe aber. Doch nun komm! Für heute haben wir frei. Der Doktor erwartet dich erst morgen früh. Ich habe ein nettes Picknick für uns vorbereitet.“
Sheppard beschloss Antiker Antiker sein zu lassen und einfach die Zeit mit dieser faszinierend und wunderschönen Frau zu genießen, zu der er sich immer mehr hingezogen fühlte. Im Grunde konnte er sich nicht mehr vorstellen, ohne sie zu sein. Er bemerkte, dass auch Rhiana ihn ansah. War es möglich, dass auch sie etwas für ihn empfand?
Nun, dieses Picknick im Grünen war die beste Möglichkeit das herauszufinden.
Fortsetzung folgt |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 08.10.2007, 16:32 Titel: |
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Rhiana eine Antiker!? Wow. Diese Zivilisation von Antikern in einer Höhle. Ich muss sagen ich bin begeistert. Du hast auch die vereinzelte Arroganz der Antiker gut rübergebracht. Auch die Tatsache das es auf der Erde Antiker geben könnte, klingt gut. Ich denke da wird sich jemand in Atlantis freuen.
Das Kapitel hatte es in sich. Sehr viele Informationen. Jetzt gibt der Titel auch noch mehr Sinn. Ich bin wirklich sehr gespannt wie sich das so weiterentwickelt. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 08.10.2007, 17:13 Titel: |
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| Felix: Na, ob sich die Menschen darüber freuen werden, kannst du nachlesen. Über die kommt noch einiges zu Tage. Danke aber für dein Lob. |
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GenAF Top-Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.09.2007 Beiträge: 376
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Verfasst am: 10.10.2007, 00:52 Titel: |
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Hat mir wieder gut gefallen. Die Antiker hast du wirklich gut getroffen, mit ihrer Arroganz, und das noch bevor du Return gesehen hast oder? Respekt! Auch die Stadt hat mir gut gefallen. So Sheppard ist also ein Antiker, nun wäre tatsächlich möglich. Jetzt bin ich mal gespannt warum denn die Antiker auf einmal so an Sheppard interessiert sind.
Bis dann. _________________ Meine FFs:
Stargate: Troja (Staffel 1)
Pax Americana – Empire Earth |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 10.10.2007, 08:23 Titel: |
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GenAF: Ich habe mit der Möglichkeit gespielt, dass Sheppard ein Antiker ist, weil bei ihm das Gen so stark ist. Mit meinen Antikern meine ich aber nicht mal so sehr Rhianas Volk, sondern die Antiker auf der Erde. Lasst euch überraschen.
Es geht weiter.
Teil 8
10 Tage später ...
Sheppard stand mit Rhiana am Stargate, um nach Hause zu gehen. Eigentlich wollte er nicht, nicht ohne diese tolle Frau, die er liebte. Zwischendurch hatte er Berichte nach Atlantis geschickt, damit Weir wusste, dass es ihm gut ging und was er erfahren hatte. Er konnte sich vorstellen, wie begeistert alle in Atlantis waren.
Rhiana sah in merkwürdig lächelnd an. Was hatte sie nun wieder vor? Da bemerkte er, dass der Kanzler mit einigen Dienern kam. Das war seltsam, der Kanzler hatte sich nicht mehr groß um ihn gekümmert, nur der Doktor und er waren so etwas wie Freunde geworden. Und nun kam der Kanzler, um ihn zu verabschieden?
Das Oberhaupt dieser Welt beachtete Sheppard jedoch nicht, sondern sah seine Tochter an.
„Bist du sicher, Tochter?“
„Ja, das bin ich, das heißt, wenn John einverstanden ist.“ Sie sah ihn an. „Ich möchte mit dir nach Atlantis gehen, denn ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen.“
„Mit mir? Für immer?“
„Nun, zumindest so lange, wie du mich willst.“
„Oh, ja! Ja!“ war alles, was er sagte.
„Siehst du, Vater, das wusste ich. Und nun gebt mir mein Gepäck.“ Die Diener schleiften einige Koffer heran. „Ich bin sicher, John wird mir auf der anderen Seite mit dem Tragen helfen, oder?“
Sheppard grinste nur. „Selbstverständlich“
Rhiana gab dem Mann am Computer ein Zeichen und dieser begann Atlantis anzuwählen und John gab seinen Code durch. Kurz darauf kam die Bestätigung von Atlantis und John, Rhiana und ihr ganzes Gepäck gingen durch das Tor. Dort warteten schon sein Team und Dr. Weir auf ihn. Sie blickten erstaunt auf Rhiana und die ganzen Koffer.
„Wir haben einen neuen Hausgast, Elizabeth und viele Neuigkeiten, die mehr als erfreulich sind.“
Elizabeth blickte ihn nur an, während McKay und Teyla anzüglich grinsten, aber nichts sagten. „Nun, ich schlage vor, ihr helft uns die Koffer in mein Quartier zu tragen“, meinte John. „Dann können wir uns zu einem Meeting treffen.“
Elizabeth war einverstanden und befahl, das Treffen in zwei Stunden abzuhalten, damit die beiden sich einrichten konnten.
„Vielleicht sollten wir John ein größeres Quartier geben“, meinte McKay grinsend, als er half, die vielen Koffer zu tragen.
„Das scheint mir auch eine gute Idee zu sein“, meinte John schnaufend und warf Rhiana, die nur lächelnd neben ihm ging, einen bezeichnenden Blick zu.
Das konnte ja heiter werden, dachte er.
Der Mordanschlag
Major John Sheppards Blick schweifte aufmerksam über die umliegende Landschaft. Seine Aufgabe und die der anwesenden Soldaten war es, die Damen und Herren Wissenschaftler vor jedweder Gefahr zu beschützen. Außer seinem Team, zu dem nun auch Rhiana gehörte, war noch das von Sergeant. Stackhouse hier. Der Planet war unbewohnt und Wraith waren diesmal auch nicht in Sicht.
Diese vampirhaften Wesen waren der Albtraum aller Menschen in der Pegasus-Galaxie und nun auch von der Expedition der Menschen von der Erde. Den ersten Angriff hatten sie erfolgreich abgewehrt und es so aussehen lassen, als wäre Atlantis vernichtet worden.
Johns Blick fiel auf Rhiana, die etwa 200 m von ihm entfernt stand und ihm hin und wieder einen bezaubernden Blick zuwarf, ohne dabei jedoch ihre Wachsamkeit zu vernachlässigen.
Der Rundblick beruhigte den Major. Über den Ruinen der alten Antiker-Stadt ging gerade eine der Sonnen unter und übergoss die Gemäuer mit blutrotem Licht. Das Licht auf diesem Planeten war intensiver, denn das System besaß zwei Sonnen, eine rot, die andere blau. Die rote Sonne war näher am Planeten und deshalb war der Himmel oft mit einem Rotton überzogen. Die Schwerkraft war leicht höher als gewohnt, was das Gehen etwas anstrengender machte. Den gut trainierten Soldaten machte das nichts aus, doch bei manch einem der Wissenschaftler sah Sheppard, dass dieser sich müde über die Stirn fuhr. Vielleicht war es Zeit abzubrechen und nach Atlantis zu gehen. Morgen war ein weiterer Tag, an dem gearbeitet werden konnte.
Sheppard ging entschlossen zu Dr. Janus Martinez hinüber, der diese Mission zur Erforschung der alten Antiker-Ruinen leitete. Martinez stammte aus Mexiko und sein Fachgebiet war die Sprache und die Technik der Antiker. Außerdem besaß er das Antiker-Gen. Martinez war nicht seit Anfang dabei, sondern mit der Daedalus nach Atlantis gekommen.
„Doktor, ich glaube es ist Zeit für heute abzubrechen“, begann Sheppard das Gespräch.
Der große hagere Mann, Ende vierzig und mit durchdringendem Blick, sah ihn an. „Noch ist es hell, wir sollten die Zeit ausnützen. Oder langweilen wir Sie etwa?“ fragte er und blickte Sheppard amüsiert an.
„Nein!“ Sheppard schüttelte entschieden den Kopf. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als hier herumzustehen, auf die Bäume, Wiesen und zusammengefallenen Ruinen zu blicken und den Hintern von euch Wissenschaftlern zu bewachen.“
Martinez lachte laut auf. Er war schon öfters auf Missionen mit Sheppard gewesen und liebte dessen Humor. Der Doktor warf einen Blick auf Rhiana, die immer noch auf ihrem Platz stand. „Alles wäre einfacher, wenn Miss Remors Leute kooperativer wären.“
„Rhianas Leute sind sehr verschlossen, arrogant und voreingenommen. Ein bisschen wir unser guter Dr. McKay.“
Erneut lachte Martinez auf. „Sie gefallen mir, Major.“
„Danke, nun die Tengwar sind Antiker in direkter Linie und halten uns normale Menschen für minderwertig. Nur weil ich zufällig das Antiker-Gen besitze, waren sie überhaupt bereit, mit uns zu reden. Ihre Technik mit uns zu teilen, kommt für sie schon gar nicht in Frage.“
„Zufällig, Major? Ich denke nicht, dass Sie das Gen zufällig besitzen. Sie sind zu 100% ein Antiker.“
Sheppard sah ihn nachdenklich an. „Auch Rhiana hat schon vermutet, dass es auf der Erde vielleicht doch noch Antiker in direkter Linie gibt und ich zu ihnen gehören könnte.“
„Wirklich? Nun sehen Sie, ich vermute inzwischen dasselbe. Mein Gen und das aller anderen im Team ist lange nicht so fortgeschritten wie Ihres. Sie sind die absolute Ausnahme. Wir anderen beherrschen die Antiker-Technik mit viel Übung, Sie aber brauchen nicht einmal nachzudenken. Alle Geräte reagieren automatisch auf Sie. Was wissen Sie über Ihre Familie?“
Sheppard sah Martinez ärgerlich an: „Das sie meine Eltern sind und das sie mich schon als kleines Kind abgeschoben haben – von einer Schule zur anderen.“
„Oder um Sie zu verstecken?“
„Verstecken? Vor wem?“
Martinez zuckte mit den Achseln. „Sie wissen nicht viel über Ihre Eltern, wenn Sie immer weg waren, oder? Vielleicht versteckten sie Sie vor einer Gefahr.“
Sheppard sah den Mexikaner überrascht an. „An so etwas habe ich nie gedacht!“
„Es gäbe noch eine zweite Möglichkeit.“
„Nämlich?“
„Dass Sie falsche Erinnerungen über Ihrer Kindheit haben, Major!“
„Nun hören Sie aber auf, Doktor! Was interessiert Sie überhaupt meine Kindheit und meine Eltern? Und müsste ich nicht wissen, ob in meiner Erinnerung herumgepfuscht wurde?“
„Nein, für diesen Zweck wurde die Erinnerung ja gelöscht, aber es gäbe eine Möglichkeit versteckte Erinnerung hervorzuholen.“
„Hypnose? Nein, ich lasse niemanden in meinem Geist herumwühlen.“
„Und wenn man das schon getan hat? Möchten Sie nicht die Wahrheit wissen?“
„Ich kenne die Wahrheit, Doktor! Überhaupt, haben Sie nicht noch was in den Ruinen zu untersuchen?“ fragte Sheppard in so lautem Ton, dass sich die anderen Team-Teilnehmer nach ihnen umdrehten.
Martinez Gesicht versteinerte, dann sagte auch er lauter als üblich: „Sicher, das habe ich! Trotzdem möchte ich Sie bitten, über alles nachzudenken.“ Damit ließ der Mexikaner einen nachdenklichen Sheppard zurück.
Die restliche Zeit ihrer Mission dachte er darüber nach, was Martinez zu ihm gesagt hatte. Als die Wissenschaftler endlich ihre Arbeit einstellten und das Signal gaben, für heute fertig zu sein, war er immer noch tief in Gedanken versunken. Fast automatisch und ohne darüber nachzudenken, gab er den Befehl zur Heimkehr.
Rhiana trat neben ihn und musterte ihn aufmerksam. „John! Was ist los?“
„Was?“ Er schreckte auf.
„Ich kenne diesen Gesichtsausdruck.“
„Es ist dieser Dr. Martinez. Er möchte mich einer Hypnose unterziehen, weil er glaubt, dass in mir versteckte Erinnerungen an meine Kindheit sind. Oder noch schlimmer, er denkt ernsthaft, dass ich sogar falsche Erinnerungen haben könnte.“
„So etwas kann man leicht nachprüfen“, meinte Rhiana.
„Sicher kann man das.“
„John, was, wenn er nun recht hat?“
Sheppard blickte Rhiana entgeistert an. „Du glaubst das wirklich? Aber ich lasse mich nicht in Hypnose versetzen.“
„Es gäbe eine andere Möglichkeit. So eine Art Geistverschmelzung.“
„Hast du dir eine Star Trek-Serie über Vulkanier angesehen?“
„Ich weiß nicht, was du damit meinst, John, aber wir Antiker besitzen die Fähigkeit in die Gedanken anderer einzudringen. Aber das tun wir nur im äußersten Notfall, denn so ein Vorgang ist sehr persönlich, denn jeder Gedanke des anderen wird dem anderen offenbart. Nur Personen, die einander bedingungslos vertrauen, tun so etwas überhaupt.“
„Ich vertraue dir bedingungslos“, sagte Sheppard.
Rhiana war gerührt. „Dann bist du einverstanden?“
„Gib mir noch etwas Bedenkzeit, ja?“
„Soviel du möchtest, Liebster“, sie nahm seine Hand und drückte sie fest. „Nur, wenn du bereit bist, werde ich es machen.“
Inzwischen waren alle Wissenschaftler am Tor angekommen. Es wurde auch höchste Zeit, denn die Nacht brach mit riesigen Schritten herein und mit der Dunkelheit zog ein kalter Wind auf und brachte Regen mit sich. Es wurde sehr ungemütlich.
Schnell gab Sheppard den Befehl Atlantis anzuwählen und wenig später waren alle wieder zu Hause.
In Atlantis war es erst Mittag. Dr. Weir stand am Tor und begrüßte sie. „Wie ist es gelaufen?“
„Wie üblich“, sagte Sheppard brummig.
„Nun gut“, meinte Weir lächelnd. Sie wusste, wie sehr der Major solche Missionen liebte.
„Das Briefing ist in zwei Stunden.“
Das gab jedem Zeit sich frisch zu machen und etwas zu essen. Die anschließende Besprechung war reine Routine und jeder war froh, als sie entlassen wurden. Rhiana und John beschlossen, sich etwas auf ihren Balkon zu setzen. Er lag am Westpier, abseits der bewohnten Bereiche, aber leicht mit einem Transporter zu erreichen. Sie hatten ihn durch Zufall entdeckt und beschlossen, hier etwas Abgeschiedenheit für sich zu finden.
Als sie vor dem Transporter standen, bemerkte Rhiana zu ihrem Ärger, dass sie etwas vergessen hatte. „Geh schon vor“, sagte sie zu Sheppard. „Ich komme gleich nach.“
„Was hast du denn vergessen?“ fragte er neugierig.
„Es ist eine Überraschung für dich“, sagte Rhiana nur.
„Nun, wenn das so ist, aber beeile dich.“
„Das werde ich“, versprach Rhiana und ging schnell davon.
Sheppard sah ihr einen Augenblick lächelnd hinterher, drehte sich dann um und betrat den Transporter. Er brachte ihn dicht an sein Ziel. Der Balkon war nur 20 m entfernt und der Turm war nur ein Drittel so hoch wie der Stargate-Turm und lag direkt am Ozean. Er trat ins Freie und blickte sich um. Der Geruch nach Salzwasser lag in der Luft und ein leichter lauer Wind fuhr durch sein dunkles Haar.
Am Fuß des Turmes lag ein verlassenes Pier und John fragte sich unwillkürlich, wie es hier wohl zur Zeit der alten Atlanter zugegangen war. Ob sich in einem der vielen noch nicht erforschten Hangare wohl noch Boote befanden? Diese Möglichkeit war nicht von der Hand zu weisen und musste in nächster Zeit in Augenschein genommen werden. Sein Blick fiel über das ruhige Wasser. Kein Wölkchen trübte den Himmel, und neben dem Geruch nach Salzwasser roch er noch einen fremdartigen Duft, den er nicht einordnen konnte. Das erinnerte Sheppard daran, dass sie sich auf einem fremden Planeten aufhielten. Er hatte sich schon so an Atlantis gewöhnt, dass er sich hier inzwischen zu Hause fühlte und ihm das Leben, das er auf der Erde geführt hatte, fast schon fremdartig vorkam.
John dachte an das Festland und die dort lebenden Athosianer. Auch an die weißen Strände, die es dort gab. Er würde Rhiana einladen mit ihm dort Urlaub zu machen. Sie konnten schwimmen gehen, tauchen und vielleicht würde er ihr sogar das Surfen beibringen.
Wenn er sich umdrehte, konnte er am äußersten Blickrand die große Plattform erkennen, auf der die Daedalus gelandet war. Es war die größte Landeplattform, wo früher sicher die größeren Antiker-Schiffe geparkt hatten. Sie war gerade groß genug für das Erdenschlachtschiff.
Eine Bewegung ließ ihn hochblicken. Dem Balkon gegenüber befand sich ein weiterer Turm, genauso hoch wie der, auf dem er stand. Dort glaubte er, etwas gesehen zu haben. Aufmerksam blickte er hinüber, doch als sich nach einiger Zeit nichts rührte, glaubte er sich getäuscht zu haben. Wer sollte sich dort auch aufhalten? Der Turm gehörte noch zum unerforschten Gebiet und dort war auch im Moment kein Suchteam im Einsatz.
Sheppard blickte auf die Uhr. Wo blieb nur Rhiana? Er beschloss nach ihr zu sehen und drehte sich um. Das rettete ihm das Leben. Die Kugel, genau auf sein Herz gezielt, verfehlte dieses knapp. Durch die Wucht des Einschlages der Kugel wurde er zu Boden geschleudert. Er spürte einen stechenden Schmerz in der Brust und am Kopf, den er beim Sturz hart anschlug, und verlor das Bewusstsein.
Der versteckte Schütze auf dem Turm gegenüber hatte die winzige Bewegung des Majors nicht bemerkt und hielt sein Opfer deshalb für tot. Noch nie hatte er sein Ziel verfehlt. Zufrieden packte er das Gewehr in die Tasche und warf es über den Balkon, wo es augenblicklich im Meer versank. Niemand würde es je finden und keine Spur würde zu ihm führen, denn persönlich hegte er keinen Groll gegen den Major. Seine Auftraggeber würden mehr als zufrieden mit ihm sein.
Rhiana betrat den Balkon und rief: „John, hier bin ich! Tut mir Leid, dass es etwas länger gedauert hat, aber ...!“ Sie verstummte, als sie Sheppards leblose Gestalt am Boden erblickte und das viele Blut um ihn herum. Das Päckchen in ihrer Hand fiel zu Boden. „John!“
Schnell eilte sie zu ihm und fühlte seinen Puls. Schwach, aber zu spüren. Ohne Zögern aktivierte sie ihr Funkgerät, dass sie zum Glück bei sich trug. „Hier Rhiana Remor! Ich brauche ein medizinisches Notfall-Team zum Westpier, Turm 3 ... “ Sie gab ihren genauen Standort durch.
„Hier, Weir“, hörte sie in ihrem Funkgerät. „Rhiana, was ist passiert?“
„Es ist John! Er wurde angeschossen. Ich habe ihn auf unserem Balkon gefunden.“ Schnell erklärte sie auch Weir die Lage, während sie verzweifelt versuchte, den Blutverlust des Majors zu stoppen.
„Wo bleibt denn Beckett?“ rief sie in das Funkgerät.
„Bin schon hier“, sagte eine Stimme hinter ihr und Hände packten sie sanft, aber bestimmt und schoben sie von dem Major weg. Beckett und sein Team machten sich unverzüglich an die Arbeit. Carsons Gesicht wurde immer verschlossener und Rhiana bekam es mit der Angst zu tun. „Carson! Er schafft es doch, oder?“
Beckett beendete seine ersten Hilfemaßnahmen und befahl seinem Team dann, den Major auf die Krankenstation zu bringen. „Ich hoffe es, aber ich muss ihn sofort operieren.“
Wie im Traum folgte sie Beckett durch den Korridor und betrat nach ihnen den Transporter. Vor der Krankenstation warteten schon McKay, Teyla, Dex und Weir auf sie.
„Carson! Wie geht es John?“ fragte Weir besorgt.
„Kann ich noch nicht sagen. Ich muss ihn schnellstens operieren. Sobald ich Näheres weiß, informiere ich Sie. Doch nun lassen Sie mich bitte arbeiten.“
Das sahen alle ein.
Weir zog Rhiana zur Seite. „Was genau ist passiert?“
„Das sagte ich doch schon. Ich habe ihn so gefunden.“
„Warum? Wieso?“ fragte Weir.
„Woher soll ich das wissen? Gehen Sie mir aus dem Weg! Ich möchte zu John!“
„Rhiana, Sie haben Carson gehört. Im Moment können Sie ihm nicht helfen“, sagte Elizabeth. „Kommen Sie, wir möchten alles wissen. Jedes Detail kann wichtig sein.“
Widerstrebend folgte Rhiana Weir in ihr Büro und erzählte nochmals alles genau, was passiert war.
„Es war also ein Mordanschlag“, meinte Dr. Weir. „Wer sollte dem Major denn Böses wünschen.“
„Vielleicht jemand aus seiner Vergangenheit?“ vermutete Rhiana und erzählte, was sie und John die letzten Stunden besprochen hatten. „Das alles ist nur reine Vermutung, aber ich sah, wie sich John und Dr. Martinez unterhielten. John war danach sehr verärgert.“
„Rodney und auch Carson haben mir erzählt, dass Dr. Martinez sich ausgiebig über den Major erkundigt hat. Und er kam erst mit der Daedalus nach Atlantis“, sagte Weir.
„Sie glauben der Doktor ist der Täter?“ fragte Rhiana.
„Ich glaube gar nichts. Und deshalb werde ich eine genaue Untersuchung des Falles anordnen. Ich kenne auch den richtigen Mann dafür: Bates!“
„Aber hat es nicht zwischen dem Sergeant und John im letzten Jahr einige Differenzen gegeben?“ fragte die junge Antikerin.
„Ja, aber keine, die einen Mordversuch auslösen würden. Bates und Sheppard mögen sich vielleicht nicht besonders, trotzdem würde jeder für den anderen sein Leben riskieren. Bates ist der richtige Mann.“ Elizabeth diskutierte nicht länger, sondern orderte Bates her.
Schon nach kurzer Zeit trat der junge Mann ins Büro. „Dr. Weir!“ grüßte er knapp.
„Sergeant“, begann Elizabeth. „Sicher haben Sie schon von dem Mordversuch an Sheppard gehört?“
„Ja, Madam, aber wenn Sie mich verdächtigen, ich habe ein einwandfreies Alibi. Als der Mordanschlag geschah, saß ich im Casino. Jeder dort kann es bezeugen.“
„Ganz ruhig, Sergeant! Niemand verdächtig Sie, im Gegenteil, ich möchte, dass sie den Mordanschlag untersuchen. Finden Sie den verdammten Hundesohn.“ Elizabeth war es egal, dass die anderen sie wegen dieses Ausdruckes erstaunt ansahen.
Der Anschlag auf das Leben des Majors schien sie sehr getroffen zu haben.
Bates salutierte. „Ja, Madam! Und ich verspreche Ihnen, dass ich den Täter finden werde.
Geben Sie mir freie Hand?“
„Selbstverständlich!“
„Dann werde ich mir ein Büro einrichten und jeden einzeln befragen. Zuerst aber werde ich mir den Tatort ansehen.“
„Gut, Sergeant, ich bin sicher, Miss Remor wird sie in allem unterstützen.“
Fortsetzung folgt |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 10.10.2007, 11:03 Titel: |
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O - M - G
Es scheint also etwas in Sheppards Vergangenheit zu geben, was unterdrückt wurde. Es muss auch etwas großes sein, weswegen jemand ihn tot haben möchte. Er muss also direkt mit einem Antiker verwand sein. Wird ja immer spannender. Vor allem jetzt da Rhianna in Atlantis lebt.
Wenn Shep ein Antiker wäre, dann müste er doch das Wissen aus der Datenbank verstehen oder? Somit uach ZPM's bauen können und auch dan die Tengwar retten. Die sagten ja sie haben dies verlernt. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 10.10.2007, 12:32 Titel: |
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| Felix: Im Grunde hast du recht. Aber das mit Sheppards Verwandschaft ist viel komplizierter, wie du noch lesen wirst. Und nicht alle Antiker, die in der heutigen Zeit leben können ZPMs noch bauen. Und warum er es noch nicht lesen kann wirst du auch noch erfahren. Das hat auch seinen Grund. |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 11.10.2007, 17:22 Titel: |
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Teil 9
Bates ging und Rhiana schloss sich ihm an. Sie musterte den jungen Soldaten unmerklich, der wie üblich ein verschlossenes Gesicht machte. Er nahm seinen Beruf sehr ernst und verhielt sich nicht immer diplomatisch. Meist sagte er gerade heraus, was er dachte und trat so in manches Fettnäpfchen.
„Miss Remor, haben Sie einen Verdacht?“ fragte Bates, während sie zur Krankenstation gingen, um sich erneut nach dem Zustand des Majors zu erkundigen.
Rhiana erzählte ihm vom Verdacht gegen Dr. Martinez und Bates versprach, ihn zuerst zu verhören. Auf der Krankenstation trafen sie immer noch Teyla, Dex und McKay an. Alle drei weigerten sich, zu gehen. Rhiana schloss sich ihnen an. Bates fing gleich an, alle Anwesenden einem Verhör zu unterziehen, was ihm von Teyla und McKay einen bösen Blick einbrachte.
„Sie glauben doch nicht, Bates, dass wir damit etwas zu tun haben?“ fragte McKay wütend.
„Selbstverständlich nicht, aber Dr. Weir hat mich mit der Untersuchung beauftragt und alles, was Sie mir erzählen, könnte wichtig sein.“
„Hm! Gut!“ meinte McKay. „Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, wer der Täter sein könnte.“
„Das heißt, dass sie keinen in Atlantis verdächtigen, Doktor?“
„Nein, viele der Anwesenden kenne ich überhaupt nicht. Besonders die Neuen von der Daedalus. Da fällt mir ein, dass Dr. Martinez sich auffällig nach dem Major erkundigt hat.“
„Das sagte auch schon Dr. Weir. Dasselbe hat er wohl bei Dr. Beckett gemacht. Ich frage mich, ob der einzige Grund wirklich der war, dass er den Major für einen Antiker hält“, meinte Bates.
„Warum fragen Sie ihn nicht selbst?“ schlug McKay vor.
Bates Gesichtsausdruck blieb undurchschaubar, als er sagte: „Genau das werde ich tun, aber zuerst ist der Tatort an der Reihe. Zuvor werde ich jedoch einige Wachposten zum Schutz des Majors hier abstellen.“ Bates beordnete über Funk vier Soldaten her.
McKays wurde blass. „Glauben Sie, dass der Täter es nochmals versucht?“
„Was glauben Sie denn, Doktor? Sobald er erfährt, dass der Major noch lebt, wird er es bestimmt nochmals versuchen.“
Bates ging, nachdem die vier Wächter eingetroffen waren und der Sergeant ihnen erklärt hatte, was ihre Aufgabe war. Die anderen sahen im nachdenklich hinterher. „Man kann von Bates halten, was man will“, meinte McKay. „Für diese Aufgabe ist er der richtige Mann.“
„Pah!“ Teyla war nicht dieser Meinung. Sie hatte dem Sergeanten noch immer nicht verziehen, dass er sie für eine Wraith-Kollaborateurin gehalten hatte. „Ich werde auch hier bleiben und auf den Major aufpassen.“
Es dauerte eine weitere Stunde bis Dr. Beckett auftauchte. Carson machte noch immer ein besorgtes Gesicht. „Ich habe die Kugel entfernt und alles getan, was in meiner Macht steht. Jetzt müssen wir abwarten, aber ich glaube, dass er es schafft. Der Major ist jung und stark.“
„Darf ich zu ihm?“ fragte Rhiana.
„Ja, es ist bestimmt gut für ihn, wenn er beim Aufwachen ein geliebtes Gesicht sieht.“
„Ich werde nicht von seiner Seite weichen.“
„Der Schuss muss von diesem Balkon aus abgefeuert worden sein. Daran gibt es keinen Zweifel, Sir.“
Bates blickte den Soldaten an. Mayers war Spezialist für Waffen aller Art und hatte schon oft in Morduntersuchungen geholfen, bevor er zum Stargate-Kommando versetzt worden war.
Im gegenüber sah der Sergeant den Balkon, auf dem der Major angeschossen worden war. Spezialisten waren auch dort am Werk und untersuchten jeden Millimeter. Bates lehnte sich über die Balustrade und sah nach unten. Ein Verdacht kam ihm. Wäre er der Schütze gewesen, hätte er dafür gesorgt, dass niemand die Tatwaffe fand und was lag, da näher, als sie hier ins Wasser zu werfen? Unter ihm wallte die Brandung gegen die Pier. Einen hier hineingeworfenen Gegenstand zu finden, schien unmöglich zu sein. Aber der Täter kannte Bates nichts. Er würde die Waffe finden. Und er wusste auch schon wie.
„Stackhouse! Kommen Sie sofort zum Westpier, Turm 3, Sektion 4. Es geht um den Mordanschlag auf den Major.“
Sgt. Stackhouse meldete sich über Funk und bestätigte die Nachricht. Schon einige Minuten später wurde er von einem der Untersuchungsbeamten hergebracht.
„Stackhouse!“ begann Bates. „Kommen Sie her!“
Der Ton Bates gefiel Stackhouse nicht gerade und da sie beide Sergeants waren, hatte Bates ihm im Grunde nichts zu befehlen, doch da es um Sheppard ging, überhörte er den Tonfall.
„Von hier aus wurde auf den Major geschossen. Und dann warf der Täter die Waffe ins Meer, da bin ich sicher, denn das hätte ich an seiner Stelle getan.“
„Sie können wie ein Attentäter denken?“ fragte Stackhouse.
„Ja, wenn ich einen Mordanschlag untersuche. Also, trauen Sie sich zu, einen Jumper unter Wasser zu fliegen? Und zwar genau unter diesem Pier, um die Waffe zu suchen?“
Stackhouse lachte auf. „Sind Sie verrückt, Bates, das ist ja wie die Suche nach einer Nadel in einem Heuhaufen.“
„Sie haben das Gen, können den Jumper fliegen und auch die anderen antikischen Geräte bedienen. Trauen Sie es sich zu oder nicht?“
„Ja, sicher! Für den Major auf jeden Fall. Er hat mir schon mehrmals das Leben gerettet, für ihn würde ich in die Hölle gehen.“
„Das verlangt er sicher nicht“, meinte Bates ungerührt. „Schnappen Sie sich einen Jumper, einen Techniker und finden Sie diese verdammte Waffe. Kommen Sie nicht ohne sie zurück, verstanden?“
„Mann! Einen Ton haben Sie an sich, aber gut. Ich werde es machen. Ich werde McKay fragen, ob er mitkommt.“
Stackhouse ließ Bates stehen und ging zur Krankenstation, denn dort vermutete er McKay. Und richtig, dort saß er zusammen mit dem Rest des Teams.
„Stackhouse!“ McKay sah den Piloten überrascht an.
„Wie geht es dem Major?“
„Nun, nicht so gut. Beckett hat die Kugel herausgeholt. Sie hat das Herz nur knapp verfehlt. Miss Remor ist bei ihm und diese Jungs hier passen auf, dass ihm nichts passiert.“
„Ihr vermutet, dass der Täter es nochmals versucht?“
„Ja, doch wollten Sie sich nur nach dem Major erkundigen?“
„Ja und nein! Ich wollte Sie fragen, ob Sie mich begleiten?“
„Wohin?“
„Auf dem Meeresgrund. Bates vermutet, dass der Täter die Waffe, mit der er auf den Major geschossen hat, ins Meer geworden hat. Ich kann den Jumper gut fliegen, aber ich brauche jemanden, der den Boden nach einem länglichen Metallgegenstand abtastet.“
„Klar, ich komme mit. Dann habe ich das Gefühl etwas Nützliches für John tun zu können. Das Warten zerrt an den Nerven.“
Bates blickte Dr. Martinez streng an. „Sie geben also zu, sich mit dem Major gestritten zu haben, Doktor?“
„Gestritten, nein! Wir haben uns öfters unterhalten und im letzten Gespräch hatten wir eine kleine Meinungsverschiedenheit. Aber deswegen bringe ich doch keinen Menschen um.“
„Laut der Doktoren McKay und Beckett haben Sie sich auffällig nach dem Major erkundigt“, fuhr Bates fort.
„Das mag sein, aber nur, weil ich ihn für einen Antiker halte. Meine Vermutung geht dahin, dass es noch Antiker in direkter Linie auf der Erde gibt und Sheppard zu ihnen gehört. Der Major hat das bestritten und ich sagte ihm, dass es möglich wäre, dass seine Erinnerung manipuliert wären oder dass seine Eltern ihm etwas verheimlichten. Deshalb schlug ich ihm Hypnosesitzungen vor, die er aber strickt, abgelehnt hat. Ich war etwas hartnäckig und deshalb wurde er laut. Und das war alles.“
„Na schön, Doktor, wenn Sie unschuldig sind, haben Sie sicher ein Alibi für die Tatzeit?“
„Ich war in meinem Labor und habe gearbeitet.“
„Dafür gibt es Zeugen?“
„Nein, ich war allein.“
„Kein Alibi also“, stellte Bates fest.
„Und deshalb bin ich der Täter? Das ist lächerlich, Bates und ich verbitte mir diese Verdächtigungen. Ich werde nun gehen, es sei denn, Sie haben Beweise für meine Schuld und nehmen mich fest.“
„Nein, die habe ich nicht. Sie können gehen! Und schicken Sie den nächsten herein!“
Dr. Martinez schnaubte wütend auf und ging. „Sie können reingehen“, sagte er dann zu der jungen Technikerin, die im Vorraum wartete.
Martinez konnte es nicht fassen. Jemand hatte versucht, Sheppard zu töten. Schlimm genug, dass John auf der Krankenstation um sein Leben kämpfe, nun wurde er auch noch verdächtigt, es getan zu haben. Er musste schnellstens den wahren Täter finden. Sicher war er ein Mitglied von Saat Bhai. Doch woher wussten die, dass John hier war? Selbst er hatte erst kurz vor seiner Abreise erfahren, dass Sheppard sich in der Pegasus-Galaxis aufhielt. Gewissermaßen in letzter Sekunde hatte er noch einen Platz an Bord der Daedalus bekommen. Lange Zeit hat er nach dem jungen Mann gesucht. Oft hatte sich eine scheinbar sichere Spur als falsch erwiesen. Bei Sheppard aber war er sich sicher. Der von ihm im Geheimen durchgeführte DNA-Test hatte es zweifelsfrei bewiesen. Sein Auftraggeber würde zufrieden sein und er selbst hatte denjenigen gefunden, der so wichtig für die Antiker in der Zukunft sein würde. John selbst hatte davon keine Ahnung, denn noch wusste er nicht die ganze Wahrheit seiner Herkunft.
Janus Martinez ging zur Krankenstation. Dort wurde er schon am Eingang von einem Soldaten aufgehalten. „Sie dürfen da nicht reingehen, Doktor.“
„Warum nicht?“
„Ausdrücklicher Befehl von Sgt. Bates.“
„Oh, weil ich zu den Verdächtigen gehöre? Junger Mann, ich bin ganz sicher nicht hinter dem Leben Ihres Vorgesetzten her, im Gegenteil, ich möchte es erhalten.“
„Tut mir Leid, Doktor!“ Der Soldat wagte es sogar, die Waffe auf ihn zu richten.
Verflucht! Janus hatte keine andere Wahl, als zu gehen. Doch er würde wiederkommen. Diese Menschen würden ihn aufhalten können.
Rhiana wusste nicht, wie lange sie schon am Bett von John saß, aber sie musste eingeschlafen sein. Als sie die Augen aufschlug und auf ihre Uhr sah, erkannte sie, dass es inzwischen Morgen geworden war.
Beckett kam herein, um nach seinem Patienten zu sehen. Nachdem er die Anzeigen gelesen hatte, machte er ein zufriedenes Gesicht. „Sehr gut! Alles im allem hat er die Nacht gut verbracht.“
„Aber warum ist er dann noch nicht wach?“
„Das liegt an den Medikamenten, die ich ihm gab. Er wird sicher bald aufwachen, meine Liebe. Sollten Sie nicht lieber etwas frühstücken gehen?“
„Nein, ich habe keinen Hunger. Ich möchte an Johns Bett sitzen, wenn er aufwacht.“
„Das dachte ich mir schon. Schwester!“
Auf seinen Ruf hin kam eine der Krankenschwestern herein und brachte ein Tablett mit einem ausgiebigen Frühstück mit.
„Das reicht für zwei“, meinte Beckett. „Leisten Sie mir Gesellschaft?“
Rhiana ließ sich das nicht zweimal sagen und griff zu. Der Kaffee, den sie in der Zeit in Atlantis lieben gelernt hatte, weckte ihre Lebensgeister.
Ein Stöhnen lenkte sie ab. Blitzschnell war sie an Johns Bett und sah, dass seine Augenlider flackerten. „Er kommt zu sich, Carson.“
Carson stand ebenso schnell neben dem Bett und überprüfte die Anzeigen. Als Sheppard die Augen aufschlug, sah er genau in Rhianas Gesicht. „Was ist passiert?“ Die Worte waren nur ein Hauch.
„Bleiben Sie ruhig liegen, John!“ sagte Beckett. „Sie wurden angeschossen und ich kann Ihnen sagen, dass Sie unglaubliches Glück hatten, noch am Leben zu sein.“
„Ich war auf dem Balkon und wartete auf Rhiana. Dann ..., dann weiß ich nur noch, dass mich etwas getroffen hat und ich zu Boden stürzte. Und nun wache ich hier auf.“
„Sergeant Bates ist schon dabei den Vorfall zu untersuchen. Rodney und Stackhouse fliegen noch immer den Meeresboden ab, um die Waffe zu finden“, erzählte Rhiana ihm. Liebevoll nahm sie seine Hand und drückte sie fest. „Du musst es schaffen, für mich.“
„Keine Sorge, Liebes, so schnell wirst du mich nicht los“, sagte Sheppard leise.
Beckett sah, dass Sheppard Mühe hatte, die Augen offen zu halten. „Sie müssen etwas schlafen, John. Rhiana!“
„Ich bleibe bei ihm“, sagte die Frau.
„Na schön, vielleicht sollte ich Ihnen eine Liege herschaffen?“
„Das wäre keine schlechte Idee.“ Sie sah zu John, der schon wieder eingeschlafen war.
Beckett informierte Weir darüber, dass Sheppard kurz aufgewacht war. Elizabeth nahm das freudig zur Kenntnis. „Rufen Sie mich bitte, wenn er das nächste Mal aufwacht, Carson.“
„Natürlich! Ich werde auch die übrigen seines Teams informieren. Ist McKay noch immer auf dem Meeresgrund?“
„Ja, er und Sgt. Stackhouse sind unermüdlich im Einsatz. Ich bin sicher, die beiden kommen erst zurück, wenn sie die Waffe haben. Ich werde ihnen gleich die gute Nachricht über Sheppard mitteilen, das wird sie aufmuntern“, sagte Elizabeth.
„Das wird den Täter aber nicht gerade erfreuen. Erst überlebt der Major den Anschlag und dann wird auch noch mit etwas Glück die Mordwaffe gefunden.“
Beckett beendete das Gespräch mit Weir und informierte Teyla und Dex. Zwei Stunden später wachte Sheppard erneut auf und fand Rhiana, Teyla, Dex und Weir an seinem Bett sitzen. „Hallo!“
„John! Meine Güte, haben wir uns Sorgen um Sie gemacht“, sagte Weir.
„Das ist wirklich nett. Was genau ist passiert?“
„Wie fühlen Sie sich?“
„Etwas besser, keine Schmerzen, aber sehr müde“, lautete die Antwort.
„Das wird wieder. Die Kugel hat ganz knapp ihr Herz verfehlt, John“, sagte Carson, der hinzugekommen war.
„Ich drehte mich kurz um, weil ich nach Rhiana sehen wollte“, sagte Sheppard.
„Diese Bewegung rettete Ihr Leben“, meinte Beckett.
Weir informierte Sheppard über den genauen Stand der Ermittlungen und auch, dass Stackhouse und McKay auf dem Rückweg waren. Fast genau 23 Stunden hatten sie unermüdlich den Meeresboden abgesucht und waren endlich fündig geworden. Die Waffe hatte in einer Felsspalte, in hundert Meter Tiefe, direkt unter dem Pier gelegen.
„Haben Sie einen Verdacht, wer Ihnen nach dem Leben trachten könnte, John?“ fragte Elizabeth.
„Nein, eigentlich nicht. Höchstens einige Genii und die Wraith. Aber hier in Atlantis? Tut mir Leid, Elizabeth, keinen blassen Schimmer.“
„Leute, ihr habt euch vom Zustand des Majors überzeugt. John braucht seine Ruhe. Ich schlage also vor, ihr geht nun alle und kommt später wieder“, befahl Carson in unnachgiebigem Tonfall.
„Carson hat recht“, meinte Rhiana. „Du brauchst deine Ruhe. Hast du Hunger?“
„Ich bin hier bestens versorgt. Du hast nun schon so lange hier verbracht. Geh und mach dich frisch, schlaf etwas. Ich bin sicher, ich bin hier gut aufgehoben.“
Sheppard seufzte erleichtert auf, als alle gegangen waren. Es war schön, dass sich alle so um ihn sorgten, doch er wollte nur noch schlafen. Als Carson wenig später nach ihm sah, schlief er schon tief und fest. Beruhigt überprüfte Beckett die Instrumente und sah dann beruhigt nach einem anderen Patienten.
Der Mann schäumte vor Wut. Erst hatte Sheppard den Anschlag überlebt und nun war auch noch die Tatwaffe gefunden worden. Wie war das möglich? Sollte er diese Menschen doch unterschätzt haben? Bisher hielt er sie für dumm, für kleine Kinder, die sich mit Sachen beschäftigten, ohne zu ahnen, wie gefährlich diese waren. Er musste in Zukunft wohl sehr vorsichtiger sein.
Sheppard besaß sieben Leben wie eine Katze, aber auch sein Glück würde nicht ewig anhalten. Er hatte seit zwei Jahren nach ihm gesucht und nun, da er ihn endlich gefunden hatte, wollte er seinen Auftrag ausführen.
Er beglückwünschte sich dafür, einen Job auf der Krankenstation angenommen zu haben, eine Position, in der er als einer der Letzten verdächtigt wurde. Solange Sheppard auf der Krankenstation lag, war er gewissermaßen in seiner Hand. Ein Auge musste er allerdings auf Bates haben, der Mann war raffiniert. Zum Glück verdächtigte er aber Dr. Martinez. So hatte er es auch geplant. Martinez war der perfekte Sündenbock. Hier wenigsten war sein Plan aufgegangen. Solange Bates hinter Martinez herschnüffelte, hatte er freie Hand.
Auch ihn hatte Bates schon verhört und er hatte alle Fragen beantwortet, um keinen Verdacht zu erregen. Sein Alibi war sicher, dafür hatte er gesorgt. Zudem wusste niemand, dass er das ATA-Gen besaß. Das hatte er bisher erfolgreich verbergen können.
Durch seine Arbeit auf der Krankenstation konnte er dafür sorgen, dass Sheppards Tod wie eine tragische Folge seiner Schussverletzung aussah. Das richtige Mittel hatte er schon bereit liegen. Nun musste er nur noch einen günstigen Moment abwarten, um das Mittel ohne Verdacht zu erregen, dem Major geben zu können. Das Mittel war eine Erfindung seines Volkes und den Menschen unbekannt. Es war nicht nachzuweisen und es brachte auf natürliche Art und Weise das Herz des Opfers zum stehen. Zumindest würde es so aussehen, als wäre es auf natürliche Art und Weise geschehen.
Fortsetzung folgt |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 11.10.2007, 21:01 Titel: |
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Da will wirklich jeamnd John nach dem Leben trachten. Nur wer? Wirklich geheimnisvoll. Vor allem McKay der den Meeresboden absucht...einfach aufopfernd.
Zu martinez Vornamen. Ist das Zufall oder wills du uns damit etwas sagen?
War wirklich ein spannendes Kapitel. Warte auf's nächste! |
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GenAF Top-Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.09.2007 Beiträge: 376
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Verfasst am: 11.10.2007, 22:22 Titel: |
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So jetzt habe ich wieder aufgeholt.
Zu Teil 8:
Ich bin jetzt zwar nicht der große Shipping oder Romance Fan aber irgendwie ging es mir von „Picknick“ zu „für immer“ etwas zu schnell. Das ist aber auch der einzige kleine Kritikpunkt in den beiden Teilen.
Zu „Der Mordanschlag“:
Das Gerede über Johns Geist hat mir gut gefallen, selbstsicher nachaus wie immer unser Shepp. Und dann grübelt er wieder allein.
| Zitat: |
| Hast du dir eine Star Trek-Serie über Vulkanier angesehen? |
das habe ich auch gleich gedacht.
Oh, oh wenn ich an den Titel denke dann macht mir jetzt so eine Bewegung auf dem Turm schon sorgen.
Bingo jetzt haben wir ja schon den Salat. Oh mein Gott eine Attentäter in Atlantis und dann noch das mysteriöse Gerede von Martinez von vorher, wer hat da bloß was gegen Sheppard. Sehr spannend, klasse geschrieben.
Hab ich mir schon gedacht, dass Dr. Martinez zu dem Hauptverdächtigen avanciert, aber ich glaube nicht dass er es war.
Ich finde es cool, dass Bates jetzt Gibbs spielen darf
Ob er wohl auch mal Rhiana verdächtigt?
Ich hoffe mal das John durchkommt, aber bei Carsons Fähigkeiten mach ich mir da keine allzu großen Sorgen.
Zu Teil 9:
Oh McKay mit Unterwasser zunehmen scheint keine so gut Idee zu sein, aber die Gesichte spielt ja noch vor „Grace under Pressure“. Allerdings hatte Bates da eine gute Idee.
Das Verhör von Martinez kam gut rüber.
Saat Bhai? Was ist das und wie kommt Martinez dadrauf?
Jetzt hör aber auf er heißt Janus mit Vornamen, da wird mir so einiges klar.
Klasse geschrieben hier erst den Vornamen zu bringe.
Oh Gott jetzt ist der Attentäter auch noch auf der Krankenstation.
Oh mann und dann auch noch Gift, echt ein fieser Cliffi
Hat mir super gefallen die beiden Teile, so schön mysteriös und geheimnisvoll.
Bin schon gespannt wie es weitergeht.
Bis dann. _________________ Meine FFs:
Stargate: Troja (Staffel 1)
Pax Americana – Empire Earth |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 12.10.2007, 07:58 Titel: |
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Felix: Na klar will ich euch mit Martinez Vornamen was sagen. Kommt gleich in der Auflösung.
GenAF: Ich wollte das nicht unnötig in die Länge ziehen mit John und Rhiana. Es geht hier ja nicht um die Liebesgeschichte sondern um was ganz anderes. Was das erfahrt ihr dann in Kapitel 2 - Die Saat Bhai. Aber schon in der Fortsetzung jetzt erfahrt ihr einige Antworten. Auch wer Martinez ist und wer sein Auftraggeber.
Teil 10
Dr. Janus Martinez verließ sein Quartier und sah sich um. Nachdem er sicher war, dass niemand in der Nähe war, schaltete er das kleine Gerät ein. Es hüllte ihn in ein unsichtbar machendes Feld, ähnlich dem, dass die Jumper besaßen. Er hätte zwar schon in seinem Quartier den Schild einschalten können, aber falls jemand im Gang gewesen wäre und gesehen hätte, dass seine Quartier-Tür sich öffnete, ohne dass jemand herauskam, würde das nur unnötig Aufsehen erregen.
So getarnt machte er sich auf den Weg zur Krankenstation. Er hoffte nur, dass der Attentäter nicht auch ein solches Gerät besaß. Das würde seine Absicht, das Leben des Majors zu beschützen schwerer machen. Auf seinem Weg passte er auf, dass er mit niemandem zusammenstieß. Das Feld machte zwar unsichtbar, aber war sonst für alles durchlässig.
Die beiden Wächter am Eingang blickten wachsam umher. Janus hielt den Atem an, um sich nicht zu verraten und vermied auch jede unnütze Bewegung. Als eine Krankenschwester hineinging, schloss er sich ihr an. Dann suchte er den Raum des Majors auf. Auch hier standen am offenen Eingang zwei Wachen. Wieder musste er warten, bis sich die Gelegenheit ergab, sich an ihnen vorbei zu schleichen. Trotzdem schien einer der beiden etwas zu spüren, denn er blickte auf einmal aufmerksam um sich. Janus erstarrte zur Salzsäule.
Der Soldat blickte ihn direkt an, konnte ihn aber nicht sehen. Da streckte der Soldat die Hand aus. In letzter Sekunde konnte Janus einen Kontakt vermeiden.
„Was ist denn, Doug?“ fragte der andere Wächter.
Diese Ablenkung gab Janus die Gelegenheit etwas zurückzuweichen.
„Ich weiß nicht, es schien mir, als würde etwas an mir vorbeigehen. Hast du nichts bemerkt?“
„Nein, habe ich nicht. Ich glaube, du bist übermüdet.“
„Bin ich nicht.“
Janus zog sich in die hinterste Ecke, in den Schutz zwischen zwei Schränken des Raumes zurück und wartete ab. Nachdem die Wachen sich wieder beruhigt hatten, blickte Janus zu dem Major. John lag nicht weit weg in seinem Bett. Vorsichtig ging er zu ihm, jedes Geräusch vermeidend. Er beugte sich über den Major. John schlief tief und sein Atem ging ruhig. Auch die Geräte, an die er angeschlossen war, zeigten Normalwerte. Beruhigt zog sich der Doktor erneut in seine Ecke zurück. Nun galt es abzuwarten.
Eine Stunde später kamen Dr. Beckett und ein Pfleger herein. Carson kontrollierte die Geräte. „Alles in Ordnung, Karel“ sagte er zufrieden zu seinem Begleiter. „Er wird es schaffen. Der Junge ist sehr zäh, eine richtige Kämpfernatur.“
Karel nickte zustimmend und ging dann wieder mit Beckett hinaus. Fünf Minuten später kam er zurück. Er hielt einen neuen Beutel mit Flüssigkeit, gleich dem, der an einem Ständer neben dem Major hing, in der Hand.
„Was ist das?“ fragte der Soldat Doug aufmerksam.
Janus nickte zustimmend. Der Soldat verstand seinen Job und war sehr wachsam.
„Ein Stärkungsmittel, das ich auffüllen muss. Wie Sie sehen, Soldat, ist der Beutel dort leer.“
Das stimmte und Doug gab sich zufrieden.
Der Pfleger ging zu dem Ständer und entfernte den leeren Beutel. Als er den neuen Beutel befestigen wollte, drehte er durch Zufall sein Gesicht in Janus Richtung. Der Doktor erschrak, als er den Ausdruck im Gesicht des Pflegers sah. Und Dr. Martinez begriff sofort!
Ohne Rücksicht auf seine Tarnung sprang er nach vorne und packte den Arm des Pflegers. Dieser, überrascht von der unsichtbaren Hand, ließ den Beutel vor Schreck fallen. Martinez gab dem Pfleger einen Stoß, der ihn in eine Ecke des Raumes beförderte.
Die beiden Soldaten reagierten sofort. Sie stürzten sich auf die Stelle, wo Martinez stand, denn sie vermuteten zu Recht, dass sich dort etwas Unsichtbares aufhielt. Das Tarnfeld nützte Janus nun nichts mehr. Die Soldaten packten ihn und zogen ihm mit einem brutalen Griff die Arme nach hinten. Dabei verlor er das kleine Gerät auf der Brust und er wurde wieder sichtbar.
„Haltet den Pfleger auf!“ rief er. „Er will den Major umbringen!“
Karel hatte sich wieder aufgerafft. „Er spinnt wohl! Es ist wohl offensichtlich, dass Dr. Martinez es versucht hat. Alles, was ich wollte, ist das Mittel des Majors auszutauschen.“
Janus versuchte sich loszureisen, doch es gelang ihm nicht, weil die beiden Hilfe von den Wachen vor der Krankenstation bekamen, die durch den Lärm alarmiert worden waren.
Beckett stürmte ebenfalls herein. „Was ist hier los?“
„Dr. Martinez wollte sein Werk zu Ende führen“, erklärte Karel. „Sgt. Bates verdächtigt also den Richtigen.“
„Das ist nicht wahr, Carson!“ rief Janus. „Karel ist der Täter!“
„Das ist lächerlich“, verteidigte sich Karel.
„Wenn das so ist, dann schlage ich vor, Sie lassen den Beutel untersuchen, den Sie gerade an den Ständer hängen wollten“, verlangte Janus.
„Aber gerne“, sagte Karel. Er ging zum Ständer, neben dem der Beutel lag, hob ihn hoch und gab ihn Dr. Beckett. „Ich habe nichts zu verbergen.“
„Dann schlage ich vor, dass wir auch den anderen Beutel untersuchen“, sagte eine leise klingende Stimme aus dem Hintergrund.
Alle Köpfe rückten herum. Keiner hatte bemerkt, dass Sheppard durch den Lärm aufgewacht war.
„Was?“ fragte Karel überrascht.
„Ich habe genau gesehen, wie Sie den Beutel ausgetauscht haben“, sagte Sheppard.
Karels Gesicht verzerrte sich. Blitzschnell zog er eine fremdartige winzige Waffe heraus und richtete sie auf den Major. Wenn er schon entlarvt war, dann wollte er wenigsten seinen Auftrag ausgeführt haben.
Der laute Knall des Schusses zerriss die eingetretene Stille und Karel fiel getroffen zu Boden.
„Lasst Dr. Martinez los“, sagte Bates vom Eingang her. „Er ist unschuldig.“
Während sich Beckett und sein Team um Karel kümmerten, Bates Schuss hatte ihn in die Schulter getroffen, wollten alle von dem Sergeanten die Wahrheit wissen.
Zunächst aber blickte Sheppard seinen Untergebenen dankbar an. „Vielen Dank, Sergeant.“
„Gern geschehen, Sir“, sagte Bates und meinte es auch so. Trotz aller Differenzen mit seinem Vorgesetzten bewunderte er ihn auch.
„Erzählen Sie sich, Bates“, verlangte Sheppard. „Warum hielten Sie den Doktor auf einmal für unschuldig?“
„Ich habe Dr. Martinez nie verdächtigt. Es war ein Trick, um den wahren Täter abzulenken.“
„Sie sind ein Fuchs, Bates, und Dr. Weir hat gut daran getan, Sie als Sicherheits-Chef einzusetzen“, sagte Sheppard.
„Danke“, erklang Dr. Weir Stimme vom Eingang her. Sie und Rhiana waren sofort zur Krankenstation geeilt, nachdem man sie über den erneuten Mordanschlag informiert hatte.
Sheppard schenkte ihr ein Lächeln und ein zweites Lächeln galt Rhiana, die sofort besorgt an seine Seite eilte.
„Alles in Ordnung?“
„Aber sicher!“ Dann wandte er sich an Bates. „Fahren Sie doch fort, Sergeant.“
„Danke, Sir! Nachdem ich jeden in der Stadt einem Verhör unterzogen hatte, blieben zehn Verdächtige übrig. Sie hatten kein richtiges Alibi oder hatten sich unauffällig nach dem Major erkundigt. Und alle zehn waren mit der Daedalus angekommen. Nach weiteren Nachforschungen schloss ich sechs aus, einer der vier übrig Gebliebenen war Donald Karel, er war sogar mein Hauptverdächtiger. Das medizinische Personal kann sich überall bewegen, niemand beachtet sie groß. Außerdem erschien er mir sehr verdächtig zu sein, gerade weil er im Grund sehr unverdächtig erschien.“
„Hat Ihnen schon jemand gesagt, dass Ihr Misstrauen schon an Paranoia grenzt?“ erkundigte sich Sheppard.
„Ja, Sir! Wenn Sie erlauben, fahre ich nun fort. Ich nahm mir also sein Alibi genauer unter die Lupe. Eine der Krankenschwestern bestätigte, dass er zu der fraglichen Zeit mit ihr auf der Krankenstation gearbeitet hatte. Doch ausgiebige Verhöre mit ihr ergaben Widersprüche, die sie sich selbst nicht erklären konnte. Entweder log sie oder jemand hatte ihre Erinnerung manipuliert. Ich beauftragte Dr. Heightmeyer mit ihr eine Sitzung abzuhalten. In Hypnose kam die Wahrheit ans Licht. Ihre Erinnerung war falsch. Die Schwester selbst konnte nichts dafür. Karel war zur Tatzeit also nicht auf der Krankenstation. Den letzten Beweis erbrachte die Tatwaffe. An der Waffe selbst war nichts mehr zu erkennen, sie war durch den Täter und durch das Wasser gesäubert worden. Es lag aber noch ein der Spezialpatronen in der Waffe, an dessen Ecke Dr. Beckett mit Hilfe der Antiker-Technologie eine winzige Spur DNA-Reste fand.“
„Ich konnte die DNA-Reste zweifelsfrei Donald Karel zuordnen“, sagte Beckett. „Doch ich ließ ihn im glauben, dass wir ihn nicht in Verdacht hätten.“
„Und doch habt ihr ihn alleine in die Nähe von Sheppard gelassen?“ fragte Janus entsetzt. „Wäre ich nicht in der Nähe gewesen, hätte er sein Werk vollendet.“
„Das war ein unglücklicher Zufall“, sagte Beckett betroffen. „Ich werde den Beutel genau analysieren.“
Martinez schüttelte den Kopf über diesen Leichtsinn. „Und mich habt ihr im Glauben gelassen, dass ich der Hauptverdächtige wäre.“
„Ablenkung, lieber Doktor“, sagte Bates.
Der Wachposten mit Namen Doug mischte sich ein. „Was war denn das für ein Schild, den Sie da benutzten, Doktor?“
„Schild?“ fragend blickte Sheppard den Soldaten an.
„Ein Unsichtbarkeitsschild, Sir!“ sagte der Soldat. „Ähnlich dem, den ein Jumper besitzt.“
„Ich sollte wohl einiges klarstellen“, sagte Janus. „Das ist aber eine lange Geschichte.“
„Wir haben Zeit“, meinte der Major. „Ich liege hier sowieso nur gemütlich herum“, scherzte er weiter.
Janus sah Elizabeth an. „Wir kennen uns schon lange, ich möchte sagen, ich kannte Sie, bzw. das andere Ich von Ihnen.“
Elizabeth wurde bleich, als sie begriff. Das war ungeheuerlich. „Janus! Sind Sie etwa der Janus? Aber wie ist das möglich?“
„Kann mir einer erklären, was das bedeuten soll?“ fragte Sheppard und versuchte sich aufzurichten.
„Liegen bleiben, John“, sagte Rhiana und drückte ihn zurück.
„John, erinnern Sie sich, was uns mein anderes Ich erzählt hat? Und wer ihr geholfen hat, die Stadt für unsere Ankunft zu präparieren, damit wir überleben können?“
„Ja, natürlich! Einer der Wissenschaftler der alten Antiker hat ihr geholfen. Er hat auch das Zeitschiff gebaut und ... “, Sheppard stockte der Atem. Er sah Janus an. „Sie sind das? Aber das war vor 10.000 Jahren und Sie kehrten zur Erde zurück.“
„Wo ich eine neue Zeitmaschine, bzw. zwei neue Schiffe, baute, ohne das die anderen das bemerkten. Nach Vollendung der Schiffe reiste ich durch die Zeiten. Für mich sind seit der Evakuierung von Atlantis erst acht Jahre vergangen. Und natürlich wollte ich wissen, ob Elizabeths und mein Plan funktioniert hat.“ Er sah Weir an. „Ihr anderes Ich hat mir vom Stargate-Kommando erzählt und auch seinen Standort und das Jahr ihrer Reise nach Atlantis, nach Ihrer Zeitrechnung. Es dauerte einige Zeit, bis ich den richtigen Zeitrahmen herausfand. Leichter war es, Mitglied vom SGC zu werden, doch die erste Reise nach Atlantis verpasste ich. Bei der Daedalus-Mission klappte es dann aber.“
„Janus!“ sagte Weir. „Warum haben Sie sich nicht gleich zu erkennen gegeben?“
„Das hat seine Gründe. Der wichtigste Grund ist Sheppard. Wie ich, ist er das, was ihr einen Antiker nennt. Doch aus einem Grund, den ich noch nicht kenne, kann der Major sich nicht daran erinnern.“ Er blickte Sheppard direkt in die Augen. „Ihre Familie hat Sie nicht deshalb von einer Schule zur nächsten geschickt, um Sie los zu werden, sondern um Sie vor den Saat Bhai zu schützen.“
„Saat Bhai?“ fragend blickte John Janus an.
„Die Saat Bhai sind eine Gruppe abtrünniger Antiker. Ihr Vater ist der Kanzler, der Vorsitzende der Arya-Varta, wie die Erd-Antiker sich selbst nennen. Geführt wird das Volk von 11 Räten, dessen Vorsitzender der Kanzler ist.“
„Es gibt also versteckte Antiker auf der Erde?“ fragte John.
„Nicht versteckt, sie leben auf der ganzen Welt unter den normalen Menschen, aber bleiben weiterhin unter sich. Eine Heirat mit einem normalen Menschen ist verpönt und derjenige oder diejenige wird sofort aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Vor 10.000 Jahren war das anders. Damals ging die Hälfte der Neu-Antiker ihren eigenen Weg und vermischte sich mit den normalen Menschen. Ihre Nachkommen sind Menschen wie Dr. Beckett, wo das Gen noch offen vorhanden ist. Oder es ist versteckt, so wie bei Dr. McKay und kann noch künstlich hervorgerufen werden. Wie Sie ja wissen, funktioniert die Gen-Therapie nicht bei allen Testpersonen.“
„Ja, das ist bekannt“, bestätigte Dr. Weir.
„Die andere Hälfte der Neu-Antiker gründete die Arya-Varta-Nation, was so viel wie nobles Volk heißt. Sie heiraten nur unter sich, doch leben ebenfalls wie schon erwähnt, unter den normalen Menschen. Anfangs mit der guten Absicht die Menschen zu führen und sie zu lehren, um so ihre Entwicklung zu beschleunigen. Aus diesem Beschützertum wurde im Laufe der Zeit aber ein Beherrschertum. Heute ist es so, dass in jeder Regierung der Welt, die Arya-Varta das Sagen haben. Jedes größere Firmen-Imperium wird von einem der Arya-Varta geführt. Die normalen Menschen ahnen nichts davon. Kommt ein normaler Mensch hinter ihr Geheimnis, wird er ausgeschaltet.“
„Getötet wollen Sie sagen“, meinte Sheppard, der entsetzt zuhörte, weil das, was er da hörte, ihm nicht gefiel.
„Nein, die Arya-Varta kennen saubere Methoden. Das Gedächtnis des Betreffenden wird einfach manipuliert. Sie mögen die heimlichen Herrscher der Erde sein, aber sie sind keine Ungeheuer. In ihren Augen sind die Menschen wie Kinder, die behütet, aber auch geführt und beherrscht werden müssen.“
„Und diese Saat Bhai?“ fragte Rhiana.
„Es begann vor 1.000 Jahren. Nicht alle Arya-Varta waren mit der Vorgehensweise des Rates einverstanden. Sie wollten offen über die Menschen herrschen, die sie als Götter anbeten sollten. Und die Menschen selbst sollten ihre Sklaven sein. Der damalige Kanzler und dessen Rat ließen das aber nicht zu. Noch waren die Saat Bhai in der Minderheit, aber im Laufe der Jahrhunderte, wurde ihre Anhängerschaft immer größer und vor etwa 100 Jahren brach offener Krieg aus. Es gab viele Tote und Verwundete auf beiden Seiten, bis es zum Waffenstillstand kam, der heute noch gültig ist. Unterschwellig aber tobt der Krieg weiter. Ich schäme mich für meine Nachfahren. Sie haben sich zurückentwickelt, auch wenn sie glauben, dem normalen Menschen haushoch überlegen zu sein. Als ich vor zwei Jahren in diese Zeit kam, brauchte ich zwei Monate, um mit den Arya-Varta in Verbindung zu treten. Sie nahmen mich auf und ihr Vater, John, erzählte mir alles. Auch über Sie. Die Saat Bhai versuchten von Anfang an Ihren Vater zu manipulieren. Er ließ sich jedoch von keiner Drohung einschüchtern. Als Sie sechs Jahre alt waren, hat man versucht Sie zu entführen, um Ihren Vater erpressen zu können, doch dank hervorragenden Leibwächtern misslang der Entführungsversuch. Daraufhin versteckte Ihr Vater Sie in einer Privatschule, doch nach einiger Zeit wurden Sie von den Saat Bhai gefunden. In letzter Sekunde gelang es, Sie in Sicherheit und auf eine andere Schule zu bringen.“
„Sie haben in mir die falsche Person gefunden“, meinte Sheppard, der nicht wusste, ob er alles glauben sollte, was Janus da erzählte. „An all das erinnere ich mich nämlich nicht.“
„Vielleicht, weil die Erinnerung daran gewaltsam entfernt wurde oder weil Sie das freiwillig taten.“
„Warum sollte ich so etwas freiwillig machen lassen?“
„Vielleicht um sich selbst zu schützen, wer kann das schon sagen? Auf jeden Fall gingen Sie freiwillig auf diese Militär-Akademie, gegen den Willen Ihres Vaters. Und vor zwei Jahren sind Sie dann spurlos verschwunden. Ihr Vater machte sich die größten Sorgen. Er befürchtete sogar, dass Sie tot sein könnten. Auf jeden Fall setzte er Spezialisten auf Ihre Spur. Einer dieser Spezialisten war ich. Es war leicht für mich, mich als mexikanischer Wissenschafter auszugeben und dem Stargate-Kommando beizutreten. Dort fand ich dann auch die erste Spur, die mich letztendlich zu ihnen führte. Sie sind zu wichtig, um einfach abzutauchen.“
„Warum bin ich wichtig?“
„Das Amt des Kanzlers ist vererbbar. Sie sind der nächste Kanzler der Arya-Varta. Seit über tausend Jahren stellt Ihre Familie den Kanzler. Nur, wenn der amtierende Kanzler ohne Erben ist, wird ein neuer Kanzler aus einer anderen Familie gewählt. Der Rat der 11 wählt dann diesen Neuen. Es sind deshalb immer 11 Personen, weil bei einer unentschiedenen Entscheidung, der Kanzler immer das letzte Wort hat.“
„Das ist nicht gerade demokratisch“, meinte Sheppard.
„Auch das hat sich im Laufe der Jahrtausende geändert. Die Arya-Varta sind degeneriert.“ Janus sah ihn an. „Nun, wollen Sie sich nicht wieder erinnern?“
„Keine Hypnose! Vielleicht nehme ich Rhianas Angebot der Gedankenerforschung an.“
„Aber nicht jetzt! Der Major braucht seine Ruhe! Gehen Sie bitte alle!“ Beckett war hereingekommen.
„Was ist mit Karel?“ fragte Bates.
„Er wird es überleben.“
„Gut“, meinte Bates. „Wir werden ihn verhören.“
„Er gehört sicher zu den Saat Bhai“, meinte Janus. „Sie haben also ebenfalls erfahren, wo John sich aufhält. Falls es nicht noch mehr Agenten gibt, ist der Major sicher bis zum nächsten Erdkontakt.“
„Was ist mit dem SG-Kommando?“ fragte Elizabeth, die wie alle anderen atemlos zugehört hatte. „Wird es auch von den Arya-Varta beherrscht?“
„Erstaunlicherweise nicht, aber sie haben es mehrmals versucht.“
„Vice-Präsident Kinsey“, sagte Weir. „Er muss zu ihnen gehören.“
„Oder zu den Saat Bhai, das weiß ich noch nicht genau“, sagte Janus.
Nach einer erneuten Ermahnung von Beckett gingen alle und überließen John seinem wohlverdienten Schlaf. Doch obwohl er müde war, dauerte es, bis er einschlief. Das, was Janus da erzählt hatte, musste er erst noch verdauen. Selbst im Schlaf verfolgten ihn die Arya-Varta und die Saat Bhai. Oder waren es Erinnerungen an vergessene Ereignisse in seinem Leben? Das musste er auf jeden Fall herausfinden.
Drei Wochen später
Sheppard hatte inzwischen die Krankenstation verlassen. Es ging ihm schon wieder gut und er hatte die Verletzung im Geiste zu den vielen anderen gelegt, die er in seinem Leben schon erlitten hatte. In der Zeit seines Aufenthaltes in Becketts Station, hatte er Zeit gehabt, über alles ausführlich nachzudenken. Er war zu dem Schluss gekommen, dass er alles über seine Vergangenheit wissen wollte. Gab es wirklich etwas in seinem Leben, dass er hatte vergessen wollen oder was man ihn gezwungen hatte zu vergessen? Bisher hatte er sich darüber keine Gedanken gemacht, da er nicht gerade positive Erinnerung an seine Eltern hatte.
Doch nun? Waren seine Eltern nicht die Monster, für die er sie bisher gehalten hatte?
Das Wissen, das es wirklich noch Antiker auf der Erde gab, hatte alles verändert. Er musste erfahren, was damals passiert war. Deshalb wollten Rhiana und er diese Gedankenverbindung oder was immer das sein mochte, eingehen. Er fühlte sich auch schon stark genug dafür.
Rhiana saß neben ihm und blickte ihn an: „Kann es losgehen? Bist du bereit? Oder hast du es dir doch noch anders überlegt?“
„Nein“, John schüttelte den Kopf. „Fangen wir an. Was muss ich tun?“
„Gib mir deine Hand, schließe die Augen und denke an deine Kindheit. Wir fangen ganz hinten an.“
John gab ihr seine Hand. Rhiana nahm sie in ihre Hand und schloss die Augen. Es war nicht einfach mit jemanden eine gedankliche Verbindung einzugehen. Doch wider Erwarten ging es mit John sehr schnell. Dies sah sie als Beweis an, wie tief ihre Verbindung war.
Das Ganze würde wie ein Film vor ihren und Johns inneren Augen ablaufen. Was sie sah, sah John und umgekehrt. Das erste Bild, war John als kleiner Junge in einem großen Haus, seine Eltern und eine ältere Frau, wohl das Kindermädchen. Dies waren noch angenehme Erinnerungen. Die Antikerin ging behutsam weiter und öffnete einen neuen Bereich in Johns Erinnerung. Jetzt sah sie ihn mit ungefähr 10 Jahren, wie er gerade seine Eltern verlassen musste, um in eine unbekannte ferne Schule zu gehen. John wollte nicht und die Erinnerungen wurden unangenehmer. Doch das alles passte zu dem, was sie schon wussten. Rhiana suchte weiter, nach Erinnerungen die versteckt waren. Plötzlich traf sie auf ein Hindernis. Der Bereich in Johns Erinnerung war ihr verschlossen.
John, rief sie: Du musst mir helfen.
Wie kann ich helfen?
Öffne diese verborgene Tür. Dann kommen wir dem Geheimnis vielleicht etwas näher.
Ich versuche es!
Rhiana spürte, dass John sich bemühte die Tür zu dieser bisher verborgenen Erinnerung zu öffnen. Es war gut, dass John es selbst wollte. Es schien ihm Schwierigkeiten und auch Schmerzen zu bereiten. Sie versuche ihm zu helfen, indem sie seine Schmerzen mit ihm teilte und plötzlich wich der Widerstand zurück und die Gedanken lagen klar vor ihnen.
Sie und John sahen, wie jemand versuchte den jungen John zu entführen und wie das in letzter Minute verhindert worden war. Johns Vater tauchte auf. Er nahm seinen Sohn in die Arme, glücklich darüber, dass ihm nichts passiert war. Und wie er ihm liebevoll erklärte, dass er zu seinem Schutz in eine private Schule musste.
Dann die Schule und wie er auch dort entdeckt wurde und von Freunden seines Vaters zum zweiten Mal in letzter Minute gerettet wurde. So ging es einige Jahre und einige Schulen weiter. Als John 18 Jahre alt war, ging er, diesmal auf eigenen Wunsch und gegen den Willen seines Vaters zur Militär-Akademie. Es folgte Johns Ausbildung und dank seines großen Wissens der schnelle Aufstieg bis zum Major. Dies wurde gestoppt, als der Einsatz in Afghanistan kam, wo John einen direkten Befehl missachtete. Und dann änderte sich die Erinnerung.
Afghanistan war die Veränderung in Johns Leben. Dort wurde er nämlich von einem Saat Bhai-Killerkommando entdeckt. Sie hatten sich als Mitglieder eines Einsatz-Teams getarnt und als sie mit dem Hubschrauber im Einsatz waren, schlugen sie zu. Sie wollten es so aussehen lassen, als wäre der Hubschrauber von Aufständischen abgeschossen worden.
John, inzwischen jedoch kein Kind mehr, konnte sich erfolgreich wehren und die Killer töten. Und nun stellte sich heraus, dass sein direkter Vorgesetzter ein Antiker und von seinem Vater persönlich eingesetzt worden war, um John zu überwachen und notfalls auch zu beschützen. Sie einigten sich darauf, dass in Johns Akte ein Vermerk der Befehlsverweigerung eingetragen wurde und zwei Leute sagten aus, dass sie von John hinter der Linie gerettet worden waren. Diese beiden waren ebenfalls Antiker, die John deckten. Sein Vorgesetzter verhinderte so ein Kriegsgericht, dass ihm sonst unweigerlich gedroht hätte.
Nun hatte John genug von seiner Familie und seinen Leuten. Er wollte einfach in Ruhe gelassen werden und nichts mehr mit den Arya-Varta zu tun haben. Die wenigsten wussten, dass er daraufhin in die Antarktis versetzt worden war. John selbst wollte nun sogar die Erinnerung an die Antiker nicht mehr haben, um irgendwo in Ruhe zu leben. Sein Vater war dagegen, denn die Saat Bhai würden ihn immer noch suchen, doch John ließ sich nicht umstimmen und ließ seine Erinnerung von einem befreundeten Antiker-Arzt löschen. Dann trat er den Dienst in der Antarktis an.
„Dann stimmt es also, John, meinte Rhiana. „Die gelöschte Erinnerung, die du selbst veranlasst hast.“
„Aber das kann ich nicht glauben“, meinte John. „Das ist doch Wahnsinn, sich die Erinnerung an eine noch bestehende Gefahr löschen zu lassen. Die Saat Bhai suchen mich doch immer noch.“
„Das war leichtsinnig, John“, stimmte Rhiana zu.
„Da stimmt etwas nicht. Such weiter! Vielleicht ist auch diese Erinnerung falsch.“
„Wie du möchtest“, sagte Rhiana. Doch als sie nichts weiter fand, musste sich John damit abfinden, selbst für die Löschung seiner Erinnerung verantwortlich zu sein.
„Ich muss zur Erde“, sagte John.
„Zur Erde?“
„Ja, in zwei Wochen ist der nächste Kontakt zur Erde. Ich werde gehen. Ich muss mit meinem Vater sprechen. Er sucht mich ja auch.“
„Ich werde dich begleiten. Die Erde, der Ursprung meines Volkes! Das zu sehen, ist der Traum eines jedes in meinem Volk.“
„Komm! Gehen wir zu Elizabeth.“
Elizabeth Weir sah ihren Major erstaunt an. „Sie wollen zur Erde?“
„Nur zu Besuch.“ John erzählte Weir, was er und Rhiana in seiner Erinnerung gefunden hatten.
Weir sah ihn an. „Ich kann Sie gut verstehen, John. Also gut, dann gehen Sie, Rhiana und McKay zur Erde und erstatten den Halbjahres-Bericht. Die übliche Zeit ist vier Wochen bis zur Rückkehr. Erklären Sie General O’Neill Ihre Lage. Ich bin sicher, er gibt ihnen die Wochen bis zur Rückkehr frei, um ihre Familien-Angelegenheiten klären zu können.“
„Und die Erde muss von den Arya Varta erfahren. Der General muss wissen, dass es noch Antiker auf der Erde gibt und wir von ihnen beherrscht werden.“
Elizabeth sah ihn nachdenklich an. „Wir?“
„Sie wollen mir doch nicht zum Vorwurf machen, ein Arya Varta zu sein? Ich gehöre zum Stargate-Kommando und nicht zu ihnen.“
„Sind Sie sich da ganz sicher, John? Nicht, dass ich Ihnen nicht trauen würde, aber wenn Sie sich zwischen Ihrem Volk und uns Menschen entscheiden müssten?“
„Ich bin ein Mensch, Elizabeth! Und nichts wird das ändern. Und sagten Sie McKay?“
Elizabeth grinste: „Ja, Rodney möchte mal wieder die Erde sehen.“
„Vielleicht auch Colonel Carter?“ fragte John und grinste über das ganze Gesicht.
„Durchaus möglich“, gab Elizabeth schmunzeln zu.
„Nun, das wird sicher eine interessante Reise“, meinte John.
Damit gingen die beiden. Es war noch lange bis zum Erdkontakt, doch sie wollen keine Zeit verlieren und sich gründlich vorbereiten.
Fortsetzung folgt |
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Ina ABC-Schütze
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.10.2007 Beiträge: 21 Wohnort: südl. Hessen
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Verfasst am: 12.10.2007, 17:41 Titel: |
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Hallo Selana,
jetzt wollte ich mal Deine Geschichte von vorne lesen Aber Du braust ja mit nem gewaltigen Tempo vor, wie soll ich denn da mitkommen Jetzt habe ich es zwar geschafft aufzuholen, aber die Kommentare bleiben so natürlich auf der Strecke (Ich will ja auch Deine neuen Geschichten weiter mitlesen.)
So genug gemeckert
Deine Story hat mir schon beim ersten Lesen super gefallen. Im großen und ganzen kann ich mich GenAF nur anschließen. Die Charaktere hast Du super getroffen und auch mit Rhiana wird man sehr schnell warm (das mit Ronon und Radek hast Du ja geklärt). Sag mal, im anderen Forum war aber der erste Teil so nicht drin, oder? Denn Deine Zusammenfassung hätte ich bestimmt im Gedächtnis behalten, denn die war richtig guuut.
Du lässt die Umgebung immer sehr bildlich werden und durch Deine "Mörder"-Storyline kommt auch viel Spannung auf. Lustig, wie Du Janus mit eingebracht hast
Die Kommentare, die Sheppard manchmal anbringt sind super und lesenswert. Also alles was ne gute Story haben muss: Humor, Spannung, Romanze und vorstellbare Umgebungsbeschreibungen. TOP!!!
Ich liebe Deine Antiker-Storys!!!
Beim nächsten Kapitel dann genaueres.
EDIT: Habe gerade gelesen, dass Du dann weiter postest, wenn Du nen Kommentar bekommen hast. Langt Dir einer, oder wartest Du auf alle üblichen Verdächtigen?? Wenn nach mir geht, dann warte doch dann noch einen Tag bevor Du weiter machst. (Ich komm sonst echt nicht nach bei den ganzen Geschichten, die mir noch fehlen. Und ich möchte doch allen ne Chance geben ) |
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FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
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Verfasst am: 12.10.2007, 20:39 Titel: |
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| John ist also wirklich ein Antiker. und DER Janus ist in Atlantis. Ein super Kapitel. Besonders hat mir die Szene mit den Gedanke aus Johns Vergangenheit gefallen.Ich bin gespannt was Rhianna zur Erde sagen wird. |
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