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Das Tor in phantastische Welten
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Die Antiker


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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Ob Rhiana noch lebt erfährst du jetzt.

7. Teil

Das kleine Erdhörnchen huschte über den Boden und nutze dabei jede sich bietende Deckung aus. Sein Bau lag in der Nähe, doch Feinde lauerten überall. Plötzlich stutzte das kleine Wesen. Da lag etwas in seinem Weg, dass es noch nie gesehen hatte. Neugierig lief es hin und begann zu schnuppern. Da bewegte sich der Gegenstand und das kleine Tier lief angstvoll davon und verschwand blitzschnell in seinem sicheren Bau.

Ein lautes Stöhnen war zu hören, dann kam Bewegung in die reglose Gestalt. Sie schlug die Augen auf. Die Sonne brannte auf ihr ungeschütztes Gesicht und sie lag auf dem Boden. Sie fuhr sich über die Nase, die heftig brannte. Ein Sonnenbrand? Was war nur passiert? Warum lag sie so ungeschützt auf dem Boden?

Plötzlich kam die Erinnerung zurück. Der Puddlejumper! Dann hatte dieser Colonel auf sie geschossen und sie hatte angenommen, dass dies das Ende wäre. Das letzte, an das sie sich erinnerte, waren Johns Entsetzensschreie, als Colonel Han seine Waffe auf sie abfeuerte. Also hatte sie sich in ihm damals nicht getäuscht.

Doch warum lebte sie dann noch? Sie sah an sich herunter, doch sie konnte keine Verletzung erkennen. Trotzdem tat ihr jeder Knochen und jeder Nerv in ihrem Körper weh, und ihr Kopf schmerzte grauenhaft. Da ahnte sie, was sie getroffen hatte: eine auf höchste Stufe gestellte Antiker-Schockerwaffe. Aber sie lebte noch. Doch für die anderen hatte es sicher so ausgesehen, als hätte Han sie getötet. Warum hatte er das gemacht?

Was auch immer der Grund dafür war, sie war noch am Leben, doch John war entführt worden. Sie musste zurück zur Ranch und Johns Vater alarmieren. Die Entführer hatten einen Puddlejumper benutzt, was bedeutete, dass es Antiker gewesen waren, also kamen nur die Saat Bhai in Frage.

Rhiana sah sich um, doch die Pferde waren davongelaufen. Sie überlegte, wie weit es wohl bis zur Ranch war. Bestimmt zwei oder drei Meilen quer durch die Wildnis. Doch sie hatte keine andere Wahl als loszumarschieren, da auch ihr Handy beim Sturz zerbrochen war, wie sie missmutig feststellte. Zum Glück war ihr Orientierungssinn ausgezeichnet, so dass sie den Weg zurück finden würde.

Sie war sie am Ende ihrer Kräfte, als sie drei Stunden später die Ranch vor sich liegen sah. Die Nachwirkungen des Schockertreffers saßen ihr noch in allen Gliedern. Mit letzter Kraft stolperte sie auf den Hof und brach erschöpft zusammen. Dort fand sie einer der Diener und alarmierte den Wachdienst. Peters kam aus dem Haus gelaufen und trug die bewusstlose Frau ins Haus. Dann informierte er Philipp Sheppard.

Sheppard Senior kam in die Halle, wo man Rhiana auf eine Couch gelegt hatte und sich um sie kümmerte. „Was ist passiert?“ fragte er, als die junge Frau endlich die Augen aufschlug.

„Wir sind überfallen worden. Ein Jumper landete vor uns und hat John mitgenommen. Mich hat man mit einem Schocker ausgeschaltet und liegengelassen. Es war dieser koreanische Colonel Han Sung-Joon. John und ich haben ihn in Washington getroffen, wo er bei einem Empfang der Erd-Sicherheit anwesend war. General Jack O’Neill hat ihn uns vorgestellt.“

„Ich kenne den Colonel flüchtig“, sagte Sheppard. „Er ist einer von uns, aber ich hielt ihn bisher nicht für einen Saat Bhai.“

„Wir müssen John helfen!“ sagte Rhiana und ergriff den Arm von Sheppard.

„Ganz ruhig, Kindchen. Er ist mein Sohn, ich werde alles tun, um ihn zu finden.“

„Wir sollten das Stargate-Kommando informieren“, meinte Rhiana. „General O’Neill wird ihm helfen. Der General ist auch ein halber Antiker.“

„Er ist nur ein Mischling“, sagte Sheppard etwas verächtlich. „Und außerdem nicht gerade so gut auf uns zu sprechen. Der General führt die Verhandlungen auf Seite der Menschen mit unserem Volk. Nein, dass lassen wir lieber. Das ist unsere Sache und geht die Menschen nichts an.“

Rhiana sah ihn überrascht an, sagte aber. „Dann möchte mich nun ausruhen. Informiert ihr mich, wenn es etwas Neues gibt?“

„Aber natürlich, Kind! Ruh dich aus.“ Sheppard ging hinaus.

Rhiana stand mit Hilfe eines Bediensteten auf und ließ sich auf ihr Zimmer bringen, wo sich sofort hinlegte. Kaum war jedoch die Tür hinter dem Diener geschlossen, stand sie wieder auf und ging zu Johns Koffer. Dort, in einem geheimen Versteck lag ein Satelliten-Funkgerät, welches sie von Tengwar mitgebracht hatte. Damit nahm sie Verbindung zum Stargate-Kommando auf. Es sendete auf einer geheimen Frequenz, doch um ganz sicher zu gehen, verriet sie nicht ihren Namen. Vielleicht konnten die Antiker hier, es doch orten. Sie dachte nämlich nicht daran, die Suche nach John nur dessen Vater zu überlassen.

Es dauerte ein Weilchen bis sie Sam Carter an der Strippe hatte.

„Miss Remor, was kann ich für Sie tun?“ Carters Stimme klang neugierig.

„John, ich meine Colonel Sheppard wurde von den Saat Bhai entführt. Sie kamen mit einem Puddlejumper …“ Rhiana erzählte in aller Ausführlichkeit, was sich zugetragen hatte.

„Und nun bitte ich Sie um Hilfe, Colonel, bzw. das Stargate-Kommando. Johns Vater tut sicher alles, was in seiner Macht steht, aber das genügt mir nicht“, beendete Rhiana ihre Erzählung.

Am andere Ende war erst alles ruhig, dann erklang Rodney McKays Stimme auf. „Wir kommen zu dir, Rhiana. Wenn John in Gefahr ist, geht uns das alle an.“

Oh! Rhiana grinste vor sich hin. Also wich Rodney der guten Sam immer noch nicht von der Pelle. Die Ärmste! Rhiana konnte sich vorstellen, wie Rodney sie voll quatschte. Sie musste schließlich oft genug das Opfer spielen, wenn McKay mal wieder etwas von ihr erfahren wollte. Und Rhiana war nicht wie ihr Volk. Sie teilte ihr Wissen gerne mit den Atlanter.

„Ich werde mich mit General O’Neill in Verbindung setzen, Miss Remor. Rufen Sie mich in einer halben Stunde wieder an.“ Carter und beendete das Gespräch.

Die halbe Stunde ging elend langsam vorbei. Doch schließlich war es soweit und Rhiana wählte erneut. Diesmal wurde sie sofort weitergeleitet und hatte auch Carter gleich am Gerät.

„Alles ist in die Wege geleitet“, begann Sam. „Ein Air-Force-Jet wird uns nach Montana bringen. Wo soll er landen? Sagten Sie nicht, dass die Sheppard-Ranch einen Flugplatz besitzt?“

„Das hat sie, aber das halte ich nicht für eine gute Idee. Außerdem wird die Landebahn für einen Jet zu klein sein. In der Nähe gibt es eine Stadt. Sie heißt Great Falls. Dort gibt es einen Flughafen. Das ist weniger auffällig. Ich werde mich aus dem Haus schleichen und dort auf Sie warten. Wann kommen Sie an?“

„In genau drei Stunden“, sagte Carter.

„Ich bin dort“, versprach Rhiana.

Sie beendete das Gespräch und überlegte, wie lange sie zum Flughafen von Great Falls brauchte. Außerdem musste sie heimlich eines der Autos nehmen. Zum Glück hatte John ihr gezeigt, wie man es fuhr.

Inzwischen war es Mitternacht geworden. Die meisten Bewohner der Ranch waren zum schlafen gegangen. Das würde ihr helfen, heimlich die Ranch zu verlassen. Sie zog sich eine schwarze Hose, eine schwarze Bluse und Turnschuhe an. Dann nahm sie noch ihren kleinen handlichen Strahler mit. Eine kurze Jacke vervollständigte ihr Outfit.

Leise öffnete sie die Tür, doch draußen sah sie zu ihrem Ärger zwei Männer in der Nähe ihres Quartiers stehen. Wurde sie etwa überwacht? Leise schloss sie die Tür wieder und ging zum Fenster. Vom zweiten Stock aus war es für sie kein Problem nach unten zu klettern. Rhianas Ziel war einer der Schuppen, die außer Geräten noch zwei oder drei Geländewagen enthielten. Einen davon wollte sie nehmen. Da diese Autos von den Arbeitern benutzt wurden, steckte meist der Schlüssel.

Die junge Frau hatte Glück. Gleich beim ersten Jeep wurde sie fündig. Sie öffnete die Schuppentür und setzte sich hinter das Steuer und ließ den Motor an. Ihre einzige Sorge war, dass man den Motor hörte. Zum Glück waren die Fahrzeuge gut gewartet und der Motor lief leise und rund. Sie steuerte den Wagen hinaus und stieg nochmals aus, um die Schuppentür zu schließen. So würde man nicht auf Anhieb feststellen, was sie zu ihrem Ausflug benutzt hatte, falls man ihr Fehlen doch entdecken sollte.

Zur Sicherheit schaltete sie die Scheinwerfer ihres Jeeps nicht ein. Es war eine sternklare Nacht, der Halbmond verbreitete zusätzlich etwas Licht, so dass sie auch ohne Licht ihren Weg fand. Da sie solche Fahrzeuge nicht gewohnt war, fuhr sie äußerst vorsichtig.

Erst, als sie das Haupthaus weit hinter sich gelassen hatte, wagte sie das Licht einzuschalten. Nun konnte sie auch schneller fahren. Der Nebenweg führte direkt zurück zur Hauptstraße.

Nun fuhr sie so schnell es die Verkehrsregeln erlaubten, denn sie wollte keine Verkehrsstreife auf sich aufmerksam machen. Schließlich besaß sie keinen Führerschein. Doch alles ging gut. Bald erreichte sie die kleine Stadt mit dem seltsamen Namen Ulm. John hatte ihr erzählt, dass die Gründer der Stadt aus dem Land Deutschland gekommen waren, aus einer gleichnamigen Stadt in diesem Land, das viele tausende Kilometer entfernt auf einem anderen Kontinent lag.

Als sie die ersten Lichter von Great Falls auftauchen sah, atmete sie erleichtert auf. Nun musste sie nur noch den Flughafen finden. Ein Wegweiser sagte ihr, dass sie auf dem richtigen Weg war. Der Flugplatz lag auf ihrer Seite der Stadt. Sie bog von der Hauptstraße ab und fuhr die Straße zum Flughafen entlang. Great Falls besaß nur einen kleinen Airport und dementsprechend war zu dieser späten Stunden nicht viel los. Der kleine Tower war jedoch hell beleuchtet.

Sie bog auf einen Parkplatz ab und stellte ihren Wagen in eine Parklücke und verließ das Fahrzeug. Dann ging sie zum Gebäude hinüber. Niemand hielt sich in der Halle auf und bis zur Ankunft des Jets war noch eine Stunde Zeit. Sie setzte sich in den Sessel und wartete.

Rhiana musste eingedöst sein, denn plötzlich schreckte sie Lärm auf. Ein Air-Force-Jet war im Landeanflug und Rhiana rannte aus dem Gebäude hinaus zum Rollfeld, wo der Jet gerade elegant aufsetzte. Drei Gestalten verließen das Flugzeug und liefen über das Landefeld zum Gebäude hinüber.

Die junge Antikerin lief auf sie zu und fing sie ab. Es waren Sam Carter und Rodney McKay. Den anderen kannte sie nicht.

„Rhiana“, Rodney umarmte sie erleichtert. „Wir haben einige Scanns gemacht und Satellitenbilder ausgewertet. Es gibt keine Spur. Vielleicht sollten wir uns mit Johns Vater in Verbindung setzen.“

Die Antikerin blickte auf den ihr unbekannten Mann und Sam stellte ihn vor. „Das ist Colonel Cameron Mitchell.“


Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 22.10.2007, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Sie lebt. Das ist schön. *erleichtert bin* Ich habe das Gefühl johns Vater will ihn nicht richtig helfen bzw weis wo John steckt. Ich kann mir nicht helfen er ist eben zu antikisch. Sehr glücklich

So nun lernt Rhiana, nachdem sie ausgebüxt ist endlich Mitchell kennen. Na dann viel Spaß. *he he*
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Selana
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Bist echt ne treue Seele. Johns Vater, na ja, dazu sage ich lieber nichts. Und damit ihr beim Lesen besser nachkommt poste ich auch nur noch alle zwei Tage.

Teil 8


Die dunkle Seite des Mondes
Basis der Saat Bhai


John Sheppard lief ruhelos in seiner fensterlosen Zelle umher, die nur eine Liege enthielt. Doch das bemerkte er gar nicht.

Er konnte es immer noch nicht begreifen.

Diese Mörder!

John ballte die Hände zu Fäusten und schlug gegen die Wand, doch er erreichte damit nur, dass er sich die Hand verletzte. Sein einziger Gedanke galt Rhiana, die so gewissenlos von Colonel Han ermordet worden war. Ohne Grund, ohne Notwendigkeit, da sie keine Gefahr dargestellt hatte. Er konnte und wollte es einfach nicht begreifen, dass sie nicht mehr da war. Sie war die einzige Frau gewesen, die er wirklich geliebt hatte. Alle anderen Beziehungen waren eher oberflächlich gewesen und hatten ihm nie viel bedeutet.

Diese Tat würden sie bedauern, dass schwor er bei sich. Besonders Colonel Han, Rhianas Mörder, würde den Tag bedauern, an dem er geboren worden war. Solange man ihn nicht herausforderte, war er ein liebenswerter und freundlicher Mensch, doch diejenigen, die ihn herausforderten, lernten seine dunkle Seite kennen.

Rhianas Tod änderte alles. Irgendwie würde er es schaffen zu fliehen. Dann wollte er seinen Abschied bei der Airforce einreichen und zu seinem Vater gehen. Zusammen würden sie die Saat Bhai vernichteten. Jeden einzelnen von ihnen.

Ein Geräusch ließ ihn herumfahren. Vor dem Energieschirm stand Colonel Han Sung-Joon und blickte ihn abschätzend an. Türen gab es in diesem Gefängnis nicht.

Alle Kraft und Selbstbeherrschung zusammennehmend, sah John den Colonel kalt an. „Was auch immer Sie von mir wollen, ich werde Ihnen nichts sagen.“

Colonel Han antwortete nicht, dafür nahm er einen kleinen Gegenstand aus seiner Tasche und tippte einige Zahlen ein, dann wandte er sich an John. „So, nun können wir reden, ohne abgehört zu werden.“

„Abgehört von wem?“

„Von den Saat Bhai natürlich.“

John lachte auf. „Sie sind ein Saat Bhai!“

„Nicht wirklich! Ich bin das, was du einen Doppelagenten nennen würdest, John.“

„Für Sie immer noch Colonel Sheppard!“

Han hörte nicht auf ihn. „Wir waren einmal Freunde, John! Und daran hat sich im Grunde nichts geändert. Nur kannst du dich nicht mehr daran erinnern.“

„Und als besonderen Beweis Ihrer Freundschaft, töten Sie meine Freundin! Und dafür, was auch immer Ihre Gründe waren, werde ich Sie töten“, sagte John mit soviel Kälte in der Stimme, das Han erschauderte.

„Miss Remor ist nicht tot. Ich ließ es nur so aussehen. Meine Begleiter hätten sie getötet, wenn ich nicht auf sie geschossen hätte. Und der sofortige Abflug des Jumpers verhinderte, dass sie es überprüfen konnten.“

John glaubte sich verhört zu haben. „Rhiana lebt? Sie ist nicht tot?“

„Ich habe sie nur betäubt. Das Aufwachen wird nicht gerade angenehm gewesen sein, aber dafür ist sie noch am Leben. Eigentlich müsste sie inzwischen eure Ranch erreicht haben.“

Warum sollte ich Ihnen glauben, Colonel?“

„Ich kann dir nur mein Wort geben. Lass mich dir etwas erklären. Seit meiner Jugend gehöre ich zu den Saat Bhai, aber nicht aus Überzeugung. Dein Vater weiß nichts davon. Wir kennen uns nur flüchtig. Ein anderes Ratsmitglied gab mir den Auftrag Zeus zu enttarnen.“

„Zeus? Den Göttervater der griechischen Sagenwelt?“

„Zeus ist nur der Tarnname für den Anführer der Saat Bhai. Niemand, nicht einmal die Saat Bhai, kennen seine Identität. Vielleicht abgesehen von Zeus engsten Vertrauten. Er fungiert im Geheimen und ist auch für deine Verfolgung verantwortlich. Mein Auftragsgeber ist überzeugt, dass es sich bei Zeus um ein hohes Tier in unseren Reihen handelt, vielleicht gehört er sogar zu den Arya-Varta.“

„Weiß mein Vater wer Zeus ist?“

„Nein, aber auch er hat seine Agenten losgeschickt, um ihn zu enttarnen. Wir hoffen, wenn man dem Übel den Kopf abschlägt, dass es sich dann von selbst heilt.“

„Wo lebt ihr denn?“ fragte John. „Wenn man Zeus vernichtet, nimmt einfach ein anderer seinen Platz ein.“

„Vielleicht, vielleicht auch nicht.“

„Was geschieht nun?“

„Ich werde dir zur Flucht verhelfen.“

„Wie? Dann bist du enttarnt, wenn es stimmt, was du sagst. Und warum lässt du mich überhaupt entführen, wenn du mich dann wieder frei lässt?“

„Weil nicht ich dich entführen lies, sondern Zeus. Die einzige Möglichkeit dich zu retten war, dafür zu sorgen, dass ich den Auftrag erhielt. Leider lässt sich meine Enttarnung nicht vermeiden, doch ich kann dich nicht in ihren Händen lassen. Sie würden dich töten oder deinen Vater zwingen, für sie zu arbeiten. Beides können wir nicht zu lasen.“

„Wir?“

„Mein Auftraggeber und ich.“

„Wer ist das?

„Das braucht dich noch nicht zu interessieren.“

„Und wie wollen wir entkommen?“ erkundigte sich John.

„Ich habe diese Zeit ausgesucht, weil jetzt die meisten schlafen. Meine Schlüsselkarte öffnet jede Tür in diesem Stützpunkt. Die Überwachungskameras auf unserem Weg habe ich ebenfalls ausgeschaltet. Wir haben genau 15 Minuten, bis das bemerkt wird. Wir werden einen Jumper klauen und abhauen. Danach werde ich mich offiziell den Arya-Varta anschließen.“

„Werden sie sich nicht an dir rächen wollen?“

„Sicher, so wie an dir auch.“

„Vielleicht kommst du mit mir nach Atlantis?“ schlug John vor. Wenn Rhiana wirklich noch am Leben war, war es doch besser nach Atlantis zurückzukehren. Natürlich vertraute er Han noch nicht. Das alles konnte auch eine geschickt eingefädelte Falle sein. Dagegen sprach, dass er ja schon ein Gefangener der Saat Bhai war. Er beschloss erst einmal abzuwarten. Sollte Han ihn anlügen, dann würde John ihn ohne Gnade töten.

Colonel Han ahnte wohl, was in Johns Kopf vor sich ging. „Ich sagte dir die Wahrheit. Komm jetzt! Wir können uns im Jumper unterhalten. Dann werde ich dir noch einiges erzählen, an das du dich noch nicht erinnern kannst.“

„Ich kann mich an alles erinnern.“

„Wirklich? Auch an mich?“

„Nein!“

„Wie kannst du dann sicher sein, alles zu wissen. Es ist nicht wahr, dass du selbst dafür gesorgt hast, dass du die Erinnerung verlierst. Soviel ich herausfinden konnte, nahm man dich gefangen und die Erinnerungen wurden dir gewaltsam genommen.“

„Hm! Das würde einiges erklären“, meinte John. „Ich war schon immer im Zweifel, dass ich mir freiwillig die Erinnerung nehmen lies. Doch warum nur der ganze Aufwand?“

Han deaktivierte das Kraftfeld, so dass John die Zelle verlassen konnte. Als er einen Schritt auf Han zumachte, wich dieser zurück und richtete seine Strahlenwaffe auf John. „Du machst doch keine Dummheiten?“

John grinste nun hinterhältig. „Nein, nur wenn du mich angelogen hast. Wo sind die Jumper?“

„Folge mir!“ Han ging voran und John schloss sich ihm wortlos an. John gestand Han großen Mut zu, ihm den Rücken zuzukehren. Hoffnung machte sich in ihm breit. Vielleicht sagte Han die Wahrheit und Rhiana lebte wirklich noch.

Sie mussten einige Schleusen passieren, die aber jedes Mal anstandslos von Han mit seiner Karte geöffnet wurden. Schließlich standen sie vor einer letzten Tür. Als diese sich öffnete, sahen sie fünf Jumper in einer Halle stehen.

Sie gingen zu einem, dessen hintere Heckklappe geöffnet war. Sheppard nahm im Pilotensitz Platz und konnte den Jumper ohne Probleme starten. Dieses Modell unterschied sich nicht von denen, die sie in Atlantis gefunden hatten. Allerdings waren die Symbole auf dem integrierten DHD anders. Aber das verwunderte Sheppard nicht, denn sie befanden sich schließlich in einer anderen Galaxis.

Über ihnen öffnete sich die Hangardecke und er ließ den Jumper nach oben schweben. In diesem Moment heulten Sirenen los. Das Öffnen des Daches hatte den Alarm ausgelöst.

„Es wäre auch zu einfach gewesen“, meinte Sheppard seufzend und suchte den Himmel ab. Das Schiff reagierte auch hier auf seine Gedanken und zeigte ihm, was er sehen wollte

„Wohin fliegen wir?“ fragte Colonel Han.

„Zur Erde natürlich“, antwortete Sheppard. „Sofern wir das schaffen.“

Sie hielten sich dicht an die Mondoberfläche. Sheppard steuerte die, der Erde zugewandte Seite des Mondes an. Doch er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Vor ihnen enttarnten sich vier Jumper, versperrten ihnen den Weg und eröffneten das Feuer. Ihr Jumper wurde durchgeschüttelt, kleine Explosionen erschütterten das Schiff. Han stürmte zu einem Schrank und holte einen Feuerlöscher heraus und löschte die kleinen Brände.

„Sie haben geahnt, wohin wir wollen“, meinte John wütend. Was für ein Narr er doch war. Das hätte er sich auch denken können.

„Wohin jetzt?“

John sah Han an. „Wir suchen uns ein Versteck und versuchen es später nochmals.“

„Das Schiff hat eine Tarnung!“

„Glaubst du etwa, das hätte ich vergessen?“ rief John. Der Qualm und Rauch der gelöschten Brände lies ihn husten. „Die Tarnung war schon beim Abflug defekt!“

Da fiel ihm etwas ein, dass ihn schmunzeln lies. „Wir verstecken uns in einem Krater und hoffen, dass uns kein Monster verschluckt.“

„Was für ein Monster?“ fragte Han erstaunt.

„Das Szenarium stimmt und einer von uns hat sogar den richtigen Nachnamen“, scherzte John weiter.

Han begriff gar nichts mehr, ließ den talentierten Piloten aber gewähren. John hatte schon immer gewusst, was er tat.

Doch dann blieben ihm die Worte im Halse stecken. John flog so waghalsig, dass ihm die Haare zu Berge standen. Manchmal so nah über Kraterränder oder kleine Erhebungen der Mondoberfläche, dass Han mehr als einmal die Augen schloss. Er war ein guter Pilot, aber John war um einiges besser. Doch der beste Pilot konnte einen Fehler machen.

Endlich fand Sheppard, was er suchte. Die Verfolger hatte er abgehängt und vor ihm tauchte ein tiefer Canon auf. Mit voller Geschwindigkeit flog er hinein, raste am Grund dahin, bis er die Höhle sah. Der Jumper schoss mit Höchstgeschwindigkeit hinein, bremste im vollen Flug ab und wurde von John in letzter Sekunde abgebremst und weich aufgesetzt.

„Das hast du mit Absicht gemacht“, brachte Han mit Mühe kreidebleich heraus.

„Was meinst du?“ fragte John unschuldig. Selbst wenn Rhiana noch lebte und Han alles nur eingefädelt hatte, um sie beide zu retten, hatte er diesen kleinen Schrecken mehr als verdient.

Der Eingang, durch den er herein geflogen war, sah winzig aus. Ringsum erblickten sie Wände, die in einem seltsamen Licht leuchteten.

„Das sind Erze, die uns vor der Ortung schützen“, erklärte John und zeigte auf den Display vor ihm in der Luft.

„Woher wusstest du von den Erzen?“

„Und du willst ein Antiker sein?“

Han sah sein Gegenüber böse an und studierte dann die Anzeige und erkannte, was John meinte. „Dann können wir hier in Ruhe abwarten.“

„Vorerst wenigsten“, meinte John. Er stellte den Antrieb ab, schaltete alle Systeme bis auf die notwendigsten ab und packte plötzlich Han am Kragen. „Und nun einige Erklärungen bitte. Warum kennen wir uns von früher und warum erinnere ich mich nicht?“

„Wir sind zusammen auf die Militärschule gegangen“, erklärte Han krächzend, weil er fast keine Luft bekam. „Du, weil du dich von deinem Vater lossagen wolltest, ich weil ich von meinen Leuten hingeschickt wurde.“

„Das kann nicht sein. Ich ging in Amerika zur Schule, du aber stammst aus Süd-Korea. Außerdem bist du einige Jahre älter als ich.“

John stieß Han von sich. „Wenn du mich anlügst, bist du ein toter Mann. Besonders, wenn du in Bezug auf Rhiana gelogen hast.“

„Sie lebt noch, ich schwöre es dir. Wie ich schon erwähnte, wurde ich bei den Saat Bhai in Korea eingeschleust. Und da ich wie ein Koreaner aussehe und auch solch einen Namen trage, wurden meine Unterlagen gefälscht und bei der koreanischen Armee angemeldet. Meine falschen Papiere hielten jeder Überprüfung stand. Ich machte Karriere in der süd-koreanischen Armee und wurde schließlich zur neuen Erd-Sicherheit versetzt. Und was unser Alter angeht: das Geburtsdatum in deinen Papieren stimmt nicht ganz. Wir Antiker leben länger, als die normalen Menschen.“

„Wirklich? Und wie alt bin ich dann wirklich?“

„Das finde nur selbst heraus.“

„Und du bist ein Spion für die Antiker in der Erdsicherheit?“

„Ja, du hast versprochen, unsere Geheimnisse zu bewahren.“

„Nur, wenn sie nicht die Sicherheit der Erde gefährden.“

„Wie sollte das die Sicherheit der Erde gefährden?“

„Das weiß ich noch nicht, doch erzähle einfach weiter“, insgeheim wollte John jedoch Hans Identität dem Stargate-Kommando mitteilen.

„In der amerikanischen Militärschule wurden wir Freunde und auch später hielten wir Kontakt zueinander. Dann warst du plötzlich verschwunden. Meine Kontakte bei deiner Familie erzählten mir, dass du dein Gedächtnis manipulieren ließest, weil du mit uns nichts mehr zu tun haben wollest. Das kam mir seltsam vor, denn so etwas passte nicht zu dir. Also stellte ich Nachforschungen an. Ich bekam nie heraus, wo du warst. Du kannst dir sicher meine Überraschung vorstellen, als ich dich auf dem Empfang sah.“

„Und was ist nun mit Zeus?“

„Leider habe ich seine Identität bis heute noch nicht ermitteln können. Doch ich bin ihm auf den Fersen. Eine heiße Spur führt in die USA. Ich bin sicher, Zeus ist Amerikaner.“

„Ich werde dir helfen Zeus zu enttarnen. Mein Vater wird froh sein, wenn dieses Durcheinander um meine Person geklärt ist, und wir nicht immer mit Mordanschlägen auf mich rechnen müssen.“ John verstummte und dachte an Rhiana. Er besaß eine gute Menschenkenntnis und hoffte, dass er sich in Han nicht täuschte, auch wenn er kein Star Wars-Fan zu sein schien.


Fortsetzung folgt
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FelixE
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BeitragVerfasst am: 24.10.2007, 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ach danke. Stimmt ich würde mich schon als treu bezeichnen. Worauf das aber bezogen ist weis ich nicht.

He he. Han (Solo). Ich habe lange gebraucht um das zu begreifen. *lächel*

Die Rettung durch Han war..überraschend. DIe Flugsequenz war typishc John. Er ist aber wirklich ein guter Pilot. Dann hoffe ich mal, dass sie in der Höhle sicher sind. Könnte Zeus der Präsident sein!?
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Selana
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BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 08:45    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Mit treue Seele meinte ich, dass ich mich darauf verlassen kann, das wenigstens du mir immer ein Feedback gibst. Sonst würde ich ja nicht weiter posten. Und klar, Han ist ne Anspielung auf Han Solo.

Teil 9

Rhiana, McKay, Carter und Mitchell trafen kurz vor Sonnenaufgang auf der Sheppard-Ranch ein. Es war schon so hell, dass sie Einzelheiten ausmachen konnten. Der Himmel war wolkenlos und es versprach ein weiterer schöner Sommertag zu werden. Rhiana hatte für das jedoch keinen Blick. Ihre Gedanken weilten bei John und sie hoffte, dass es ihm gut ging. Er dachte sicher, sie wäre tot und sie konnte sich vorstellen, wie er sich nun fühlen musste.

Als sie in den Hof einfuhren, erschienen die ersten Frühaufsteher. Auf einer Ranch wurde früh mit der Arbeit angefangen. Manch seltsamer Blick traf die Neuankömmlinge, doch da Rhiana dabei war, kümmerte sich keiner um sie.

Als sie die große Halle betraten kam ihnen Peters entgegen. „Miss Remor! Wo waren Sie denn? Wir haben uns schon Sorgen gemacht.“ Da fiel sein Blick auf Rhianas Begleiter.

„Das sind Colonel Samantha Carter, Colonel Cameron Mitchell und Dr. Rodney McKay vom Stargate-Kommando. Sie … !“

„Hatte ich nicht gesagt, dass ich deren Hilfe nicht möchte?“ Die aufgebrachte Stimme kam von oben und alle drehten sich erstaunt herum.

„Und ich dachte, dass jede Hilfe willkommen wäre, um John zu retten“, Rhiana war Johns Vater zwar keine Rechenschaft schuldig, aber immerhin respektierte sie ihn.

Alle sahen erstaunt auf den großen schlanken Mann, der die Treppe mit eiligen Schritten herunterkam und sie wütend anfunkelte.

Nur die Augen ähneln denen von John, dachte McKay, als er den Mann neugierig musterte. Das war also Johns Vater, der Anführer der Arya-Varta.

Weitere Schritte waren zu hören. „Haben Sie John gefunden?“

McKay blickte die schöne Frau mit offenem Mund an. Das war Johns Mutter ohne Zweifel. Die Ähnlichkeit war frappierend. Sie machte einen erstaunlich jugendlichen Eindruck auf Rodney. McKay fragte sich unwillkürlich, wie alt die Antiker wurden.

Vanessa Sheppard legte ihre Hand auf den Arm ihres Mannes. Sie machte einen gefassten Eindruck, doch man konnte sehen, dass sie geweint hatte. „Vielleicht kann uns das Stargate-Kommando helfen. Du hast selbst gesagt, dass unsere Mittel nicht ausreichen John zu finden. Er ist unser einziges Kind.“

Nun sprach zum ersten Mal Colonel Mitchell. Er war ein großer schlanker Mann, anfangs vierzig und seit kurzem der Leiter von SG-1. „Madam, das Stargate-Kommando verfügt über ausreichende Mittel, die ganze Erde abzusuchen. Wir finden Ihren Sohn.“

Vanessa schenke Mitchell ein strahlendes Lächeln, das gleiche Lächeln mit dem Sheppard alle verzaubern konnte, dachte Rhiana. Er hatte das also von seiner Mutter geerbt.

„Nennen Sie mich Vanessa. Ich mag das Madam nicht.“

Rodney sah wie Sheppard das Gesicht verzog. Er schien es nicht zu mögen, dass seine Frau so vertraulich mit ihnen sprach. Er wusste von John, dass sein Vater die allgemeine Meinung der Antiker vertrat, mit normalen Menschen so wenig wie möglich zu verkehren. Vanessa Sheppard schien da anders zu sein.

Sheppard sah Mitchell etwas mitleidig an. „Und Sie glauben also, dass ihr Menschen mehr finden könnt, als wir mit unserer überlegenen Technik?“

Bevor Mitchell darauf etwas erwidern konnte, sprach sein Funkgerät an. Jemand vom Stargate-Kommando war am anderen Ende und teilte ihm mit, dass Satelliten auf der Mondoberfläche Blitze gesehen hatten. Mitchell begriff sofort, was das bedeutete.

„Colonel Sheppard ist nicht auf der Erde. Das Stargate-Kommando hat eben Blitze auf dem Mond entdeckt. Das könnte von einem Kampf herstammen. Sie schicken uns sechs F-302-Gleiter her. Mit denen werden wir zum Mond fliegen und nach dem Rechten sehen. Wie Sie sehen, sind wir Menschen doch zu etwas nütze, Mr. Sheppard.“

„F-302-Gleiter?“ fragte Vanessa neugierig.

„Raumgleiter, die wir gebaut haben“, erklärte Carter. „Sie basieren auf Goa’uld- und Erdtechnologie und verfügen über einen Hyperantrieb.“

„Das ist erstaunlich! Ich bin überrascht. Fast glaube ich, dass mein Sohn die richtige Wahl getroffen hat, indem er sie unterstützt.“

„Mit sie meinen Sie die Menschheit, Mrs. Sheppard?“ fragte Rodney.

„Selbstverständlich.“

„Wann werden die Gleiter hier sein?“ fragte McKay.

„Jede Minute! Für einen dieser Gleiter ist das keine Entfernung.“ Carter hatte kaum ausgesprochen, als sechs kleine Raumschiffe am Himmel auftauchten. Sie besaßen die Form von Raubvögeln mit ausgebreiteten Schwingen und kreisten über die Ranch. Sicher würden bald wieder Meldungen über UFO’s in den Medien auftauchen, doch darauf konnten sie im Moment keine Rücksicht nehmen.

Mitchell befahl einem der Piloten zu landen. Er wollte selbst das Steuer übernehmen. Carter, McKay und Rhiana sollten auf ihre Rückkehr warten. Rhiana bestand aber darauf mitzufliegen.

Mitchell gab nach kurzer Diskussion nach und befahl seinem Copiloten auszusteigen und Platz für Rhiana zu machen. Er warf einen Blick nach hinten. „Sie wissen, worauf Sie sich da einlassen, Miss?“

„Aber ja! Fliegen Sie los! Jede vergeudete Minute kann über Johns Leben entscheiden.“

„Nur mit der Ruhe“, sagte Mitchell.“

Sie zogen leichte Raumanzüge an und stiegen ein. Mitchell schloss das Cockpit des kleinen Flugzeuges und hob ab. Rhiana warf einen Blick zurück und sah Philipp und Vanessa Sheppard, sowie McKay, Carter, Peters und einige Ranch-Arbeiter im Hof stehen und ihnen nachblicken.

Mitchell warf einen Blick zurück. Rhiana saß hinter ihm und grinste ihn an. Cameron fragte sich, warum er sich hatte überreden lassen, sie mitzunehmen. Doch wer konnte einer Frau wie ihr schon etwas abschlagen? Sheppard war ein Glückspilz.

Inzwischen hatte der F-302 die Erdumlaufbahn erreicht und flog Richtung Mond.

Colonel Mitchell aktivierte sein Sprechgerät. „Wir machen einen kleinen Sprung.“

Alle Piloten bestätigten. Da Rhiana sich mit dem Antrieb nicht auskannte, musste Mitchell die Arbeit alleine machen. Nur kurze Zeit später war der Hyperraumantrieb startbereit. „Fertig zum Sprung!“

Auch die anderen Piloten gaben ihre Sprungbereitschaft bekannt und als Mitchell den entsprechenden Display drückte, öffnete sich vor ihm ein Spalt im Raum und sein F-302 sprang hinein, um nur Sekunden später dicht über der Mondoberfläche aufzutauchen. Neben Cameron erschienen nacheinander die anderen Gleiter.

„Alles klar“, sagte Mitchell. „Machen wir uns auf die Suche.“

Als Mitchell den Raum scannte, fand er sofort die Spuren des Luftkampfes.

„Wir sind bei den Koordinaten“, meldete einer der anderen Piloten.

Plötzlich tauchten aus dem Nichts einige Puddlejumper auf und eröffneten das Feuer auf sie. Camerons Gleiter wurde durchgeschüttelt, als der erste Schuss ihn traf. Nur den starken Asgard-Schilden war es zu verdanken, dass sie den Treffer überlebten. Doch einen zweiten Treffer würden sie nicht überstehen.

Cameron flog einen Salto und entging so der zweiten Granate. Auch die anderen F-302 versuchten auszuweichen. Einer der Raumgleiter wurde gleichzeitig von zwei Drohnen getroffen. Entsetzt beobachteten Cameron und Rhiana, wie das Flugzeug sich in einen großen Feuerball verwandelte. Ein zweiter Gleiter wurde schwer getroffen und stürzte zur Mondoberfläche hinab. Mitchell sah noch, dass der Pilot eine Bruchlandung zustande brachte. Eine erstaunliche Leistung. Gleich darauf verließen zwei Gestalten in Raumanzügen das Gefährt und gingen hinter Mondgestein in Deckung. Keine Sekunde zu früh, denn schon verging der Gleiter in einer Explosion.

„Rhiana, festhalten!“ Mitchell zog seinen F-302 hoch und griff einen der beiden Jumper an, die es auf ihn abgesehen hatten. Sein abgeschossener Torpedo traf den Jumper und schüttelte ihn durch. Eine Weile wog der Kampf hin und her ohne groß einer Seite den Vorteil zu geben, doch es war offensichtlich, dass die Antiker-Flugzeuge den vier übrigen Erdschiffen weit überlegen waren. Früher oder später würden sie den Kampf verlieren.

Da erschien ein weiterer Jumper. Zu ihrer aller Überraschung griff der dazugekommene Puddlejumper jedoch die feindlichen Schiffe an und als zwei der Drohnen einen Jumper gleichzeitig trafen, verging dieser in einer Explosion.

„Das ist John!“ jubelte Rhiana, als sie sah, dass der Jumperpilot sein Fluggerät in einer so engen Kurve wendete und so dicht über der Mondoberfläche dahin schoss, dass sie alle vor Schreck die Luft anhielten. Das Ergebnis war jedoch, das der Jumper hinter einem feindlichen Schiff auftauchte und das Feuer eröffnete. „Nur er fliegt so waghalsig.“

Da ertönte auch schon Johns Stimme über dem Funkkanal. „Jumper an alle F-302s! Hier spricht Colonel John Sheppard.“

Noch immer waren die Feinde in der Übermacht und Mitchell wollte nicht riskieren, dass noch ein weiterer F-302 abgeschossen wurde. „Mitchell an Flotte! Rückzug zur Erde!“

Jeder der Piloten gab die Bestätigung. Sie setzten sich ab und wurden von den Jumpern verfolgt. Doch im Gegensatz zu den Jumpern konnten die Erd-Piloten sich mit einem Sprung in den Hyperraum in Sicherheit bringen.

„Roger! Doch vorher retten wir noch die Insassen des abgeschossenen F-302.“ John flog dicht über den Kraterrand und sah zwei Gestalten winken.

„John!“

„Rhiana, du lebst!“

Han verzog das Gesicht. Hatte ihm Sheppard etwa nicht geglaubt?

„Natürlich lebe ich noch! Ich bin froh, dass du es auch tust.“

„Wir decken den Luftraum über Ihnen, Colonel“, sagte Mitchell, der als einziger zurückgeblieben war.

„Einverstanden, dann rette ich die beiden!“ John landete dicht neben den zwei Gestalten, die aus ihrer Deckung aufgetaucht waren.

Nun kam das Problem. Zwar war der Jumper selbst Luftdicht, doch nicht die Cockpit-Tür. Also musste es schnell gehen. „Hört mich jemand?“

„Laut und deutlich, Colonel Sheppard! Schön, Ihre Stimme zu hören.“

„Ich nehme Sie beide mit, aber Sie müssen schnell machen. Wenn ich die hintere Klappe öffne, kommt so schnell es geht herein und schließt die Tür wieder. Außerdem fliegen noch feindliche Jumper durch die Gegend.“

„Verstanden, Colonel!“

„Bereit?“ fragte John.

„Ja!“

John öffnete die hintere Hecktür und spürte, wie die Luft sofort aus dem vorderen Teil zu entweichen begann und hielt unwillkürlich die Luft an.

„Wir sind drin und die Tür ist wieder geschlossen. Ich erneuere die ausgetretene Luft!“ hörte er einen der Geretteten sagen.

Nur Sekunden später traten zwei Männer in die Pilotenkanzel.

„Alles in Ordnung?“ fragte John.

„Ja“, der Sprecher, anscheinend der Pilot, und sein Begleiter nahmen die hinderlichen Helme ab.

„Das war Rettung in letzter Sekunde“, meinte der Pilot. „Oberst Helmut Schneider von der Erdsicherheit“, stellte er sich vor. „Und das ist mein Copilot Major Luigi Salvatori.

Sheppard nickte dem Deutschen und dem Italiener freundlich zu. „Das war gekonnt, wie Sie den Gleiter zur Landung gebracht haben, Oberst.“

„Sie haben das beobachtet? Danke für Ihr Lob, aber meine Flugkünste können mit Ihren nicht mithalten, Colonel.“

John lächelte. „Wie ich sehe, kennen Sie meinen Namen schon. Mein Begleiter ist Colonel Han Sung-Joon. Er hat mich befreit. Doch nun sucht euch bitte Sitzplätze. Ich starte.“

John startete und Mitchells F-302 schloss sich ihm als Eskorte an. Sie checkten den Luftraum, doch kein Jumper war zu sehen. Sie mussten sich alle zurückgezogen haben, als die F-302 geflüchtet waren, um so von ihnen abzulenken oder aber die Erdschiffe verfolgt haben.

Rhiana, die alles über Funk gehört hatte sagte: „Wie kannst du Colonel Han vertrauen, John! Er hat auf mich geschossen und dich entführt.“

„Er hat mich auch befreit. Wir können ihm vertrauen.“

„Ich hoffe, du irrst dich nicht, John“, sagte Rhiana und beobachtete weiter den Luftraum, weil sie jeden Moment damit rechnete, angegriffen zu werden.

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 26.10.2007, 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

John ist zwar entkommen, aber noch lange nicht in Sicherheit. War ein gutes Kapitel.

Zitat:
„Nur er fliegt so waghalsig.“


Stimmt. *he he*

Eine Anmerkung habe ich aber noch: Man darf doch ncit ein Hyperraumfenster in der Athmosphäöre eines Planeten und/oder in direkter Nähe dazu öffnen. Die Schiffe müssen sich immer vom Planeten entfernen bevor sie das Fenster erzeugen können.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 28.10.2007, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Hin und wieder machen sie halt etwas, das sie nicht unbedingt tun sollten, wie ein Tor in der Athmosphäre zu öffnen.

Es geht weiter.

Teil 10

Während des Fluges erzählte John seinen Begleitern, wie es ihm auf dem Mond ergangen war und wie sie aus der Höhle entkommen waren. Über Funk hörten Rhiana und Mitchell zu.

Einige Zeit vorher.

Sheppard und Colonel Han hatten Raumanzüge angezogen und den Jumper verlassen. Am Ausgang der Höhle blieben die beiden Männer stehen und sahen sich vorsichtig um. Die Erze in der Höhle verhinderten, dass man sie oder den Jumper orten konnte, aber auch sie konnten nicht sehen, ob die Verfolger noch da waren.

Han hatte ein kleines Ortungsgerät dabei, das einem Lebenszeichen-Detektor täuschend ähnlich sah. Dieses Gerät registrierte jedoch Energiesignale jedweder Art.
Um sich nicht zu verraten, benutzten die beiden Flüchtlinge das Funkgerät nicht, da das hätte abgehört werden können. Sheppard vergaß nicht, dass er es mit Antikern zu tun hatte. Han und er verständigten sich mit Handzeichen, was hervorragend klappte.

Einmal schoss ein Jumper über ihr Versteck hinweg, ohne die beiden zu entdeckten. Schließlich kehrten sie zu ihrem Jumper zurück.

„Wir können noch keine Flucht wagen“, meinte John, als er erleichtert den Helm abnahm. Den Anzug ließen sie jedoch an. Es war ein leichter kaum zu spürender antikischer Anzug, aus einem John ungekannten Material. Wenn das alles vorbei war, würde er Rhiana bitten, solche Anzüge nach Atlantis zu holen. Vielleicht konnte er sie auch von seinem Vater bekommen.

Dann fiel ihm auf, dass er nicht mehr daran zweifelte, dass Rhiana lebte. Er konnte es nicht erklären, aber irgendwie hatte er das Gefühl, dass er Han tatsächlich schon lange kannte und ihm auch vertrauen konnte.

„Mein Vater wird mich bestimmt schon suchen“, meinte John.

„Ja, aber ganz sicher nur auf der Erde. Die Mondstation ist ihm unbekannt. Ich selbst habe erst davon erfahren, als wir den Auftrag bekamen, dich zu entführen.“

„Was wollt ihr eigentlich von mir? Mich töten?“

„Nein, Zeus wollte dich sehen. Seine Gründe kenne ich nicht.“

„Dann hätten wir nicht fliehen sollen, wenn Zeus zur Mondstation kommt. Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, seine Identität herauszufinden.“

„Du wärst dann niemals wieder entkommen. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen.“

„Das Risiko wolltest du nicht eingehen? Das wäre doch eher mein Risiko gewesen.“

„Sobald Zeus dich gehabt hätte, wäre ich niemals mehr in der Lage gewesen, dich zu befreien. Wie gesagt, darauf wollte ich nicht warten.“

„Warum hast du mich dann erst auf den Mond bringen lassen?“ fragte Sheppard.

„Um die Station zu sehen. Nun kann ich meinen Auftraggebern den Standort mitteilen und wir können das Nest ausheben. Laut unserem Vertrag dürfen die Saat Bhai nämlich keine solche Anlage besitzen.“

„Na schön! Und was machen wir jetzt?“

„Wir warten eine weitere Stunde und sehen dann erneut nach“, schlug Han vor.

Sie nützten die Zeit, um etwas aus den Vorräten zu essen und Han erzählte John Sachen aus ihrer angeblichen gemeinsamen Studienzeit, an die sich John aber noch immer nicht erinnern konnte.

So verging die Stunde ziemlich schnell und sie zogen erneut den Helm über. Diesmal orteten sie nichts mehr und so beschlossen sie zu starten. Es war schon ärgerlich, dass die Tarnung des Jumpers nicht mehr funktionierte. Sonst hätten sie dieses Versteckspiel nicht durchführen müssen.

Erneut setzte sich John hinter das Steuer und startete den Antrieb. Langsam schwebte der Jumper zum Ausgang der Höhle. Han überwachte das Display.

Gerade, als sie die Schattenseite verließen, ortete Han mehrere Luftfahrzeuge und dazwischen Energieentladungen. Ein Luftkampf schien entbrannt zu sein. Doch wer gegen wen? Sie beschlossen nachzusehen.

„Das sind unsere X-302 im Kampf gegen Puddlejumper. Da! Gerade haben sie einen abgeschossen.“

John blickte auf den Bildschirm. „Wir greifen ein.“


„Den Rest kennt ihr“, beendete Han seine Erzählung.

Inzwischen hatten sie fast die Strecke zwischen Erde und Mond hinter sich gebracht. Und noch immer war kein Verfolger in Sicht.

Oberst Schneider war fasziniert von dem Antiker-Raumschiff und ließ sich von John alles genau erklären. Selbst besaß der Oberst leider nicht das Antiker-Gen, sonst hätte er sich gerne zur Atlantis-Mission gemeldet.

„Sie können das auch ohne Gen“, meinte John.

„Aber dann muss man Wissenschafter, Arzt, Techniker oder dergleichen sein. Ich aber gehöre zum Militär.“

„Ich suche immer gute Militärs“, sagte John. „Wenn Sie wirklich nach Atlantis wollen, Oberst, lege ich ein gutes Wort für Sie ein. Mir ist es egal, wenn Sie nicht dem US-Militär angehören. Und in Atlantis könnten Sie sich von Beckett die Gen-Therapie verpassen lassen. Wenn Sie Glück haben, schlägt sie bei Ihnen an.“

„Das würden Sie für mich tun?“ fragte Schneider.

„Wenn Sie es wirklich wollen, dann ja.“

„Wohin fliegen wir?“ fragte Han schließlich, als sie sich der Erde näherten.

„Ich fliege zu der Ranch meiner Eltern. Die X-302 kann dann zur Basis zurückkehren.“

Colonel Mitchells Stimme erklang. „Verstanden! Ich folge ihnen. Wir werden dem Stargate-Kommando alles genau berichten und den Saat Bhai-Stützpunkt ausräuchern.“

„Ich weiß nicht, ob die Erdsicherheit das tun sollte“ meinte John. „Mein Volk ist nun, da seine Existenz bekannt ist, so etwas wie eine neue Macht. Wir sollten meinem Vater und dem Konzil diese Arbeit überlassen.“

„Das entscheidet General O’Neill und der Präsident“, erwiderte Mitchell.

Über der Erde flogen sie den amerikanischen Luftraum an und informierten das Stargate-Kommando über ihr Flugziel. Über Funk hörten Sie, dass die übrigen X-302 sicher zurückgekommen waren. Mitchells X-302 und ein zweiter Gleiter landeten neben Sheppards Jumper auf der Landebahn der Sheppard-Ranch.

Sheppard stellte den Antrieb ab und sicherte ihn, doch dann hielt ihn nichts mehr im Raumschiff. Er verließ den Jumper so eilig, dass er den Oberst fast über den Haufen rannte.

Rhiana war aus dem Gleiter gestiegen und lief auf ihn. Die beiden fielen sich überglücklich in die Arme und küssten sich.

Aus dem Haus kamen McKay und Carter gelaufen. Sie sahen grinsend zu und McKay meinte: „Muss Liebe schön sein.“

„Er hat sie für tot gehalten“, meinte Colonel Han.

Cameron Mitchell meinte schließlich. „Ich nehme den Oberst auf. Der Major kann in die andere X-302 steigen. Wir sehen uns vielleicht später.“

Der Oberst dankte seinen Rettern und verabschiedete sich herzlich von Sheppard, der versprach sich für ihn einzusetzen.

Cameron und der Oberst stiegen in das Flugzeug und langsam rollte die Flugmaschine die Landbahn entlang und hob nach einer kurzen Strecke ab. Der zweite Gleiter, der den italienischen Copiloten aufgenommen hatte, startete nur Sekunden später.

Jetzt erschienen auch Johns Eltern.

Vanessa Sheppard fiel ihrem Sohn überglücklich in die Arme. „Mein Junge, ich habe mir solche Sorgen gemacht. Mehr, als in all den Jahren, wo ich nichts von dir gehört habe. Haben sie dir auch nichts getan?“

„Nein, Mutter! Und das verdanke ich Colonel Han Sung-Joon. Er hat mich gerettet.“

Vanessa blickte den Colonel dankbar an und dieser gab den Blick lächelnd zurück.

Philipp Sheppard umarmte seinen Sohn ebenfalls und sah dann Han an. „Ich glaube, wir kennen uns schon, Colonel.“

„Ja, Sir! Ich arbeite als Agent für das Konzil, und habe mich bei den Saat Bhai eingeschlichen.“

„Den Saat Bhai? Als Agent? Aber nicht für mich, und ich dachte bisher, der Vorsitzende des Konzils zu sein.“

„Nein, nicht für Sie, Sir, sondern für ein anderes Konzil-Mitglied, dessen Namen ich nicht nennen möchte.“

„So? Dann hat dieser Jemand wohl viel zu verbergen?“

„Er hat nur das Wohl der Arya Varta im Sinn, Sir.“

John wandte sich an seinen Vater: „Was gedenkst du nun gegen die Saat Bhai zu unternehmen? Du hast mir nie etwas von dem geheimnisvollen Anführer erzählt, der Zeus genannt wird.“

„Obwohl ich nun schon viele Jahre bei den Saat Bhai bin, ist es mir nicht gelungen Zeus Identität herauszufinden. Irgendwie versteht er es immer wieder, sich unsichtbar zu machen“, warf Han ein.

„Nun“, Philipp Sheppard rieb sich nachdenklich das Kinn. „Er ist ein Fuchs. Seit Jahren versuchen meine Agenten ihn zu enttarnen, leider ebenso ohne Erfolg. Ich habe nun Janus auf ihn angesetzt. Vielleicht hat er mehr Glück. Immerhin hat er auch dich gefunden, John.“

„Und ich weiß nicht, ob ich noch länger bleiben möchte, Vater.“ John sah seine Eltern traurig an. „Selbst in der Pegasus-Galaxis ist es nicht gefährlicher. Und dort versuchen wenigstens nicht, die eigenen Leute mich zu töten.“

„Hast du uns nicht von dem Mordanschlag erzählt?“ fragte Philipp.

„Ja, doch es war ein Saat Bhai und nun bin ich gewarnt. Es tut mir leid, aber ich glaube, ich werde mit Rhiana zum Stargate-Center und dann nach Atlantis zurückkehren.“

McKay sah ihn an. „Bist du sicher? Wir könnten hier noch viel lernen.“

„Glaub mir eines, Rodney“, ein Seitenblick traf seinen Vater, „Hier sind sie genauso zugeknöpft wie auf Tengwar.“

„Sohn!“ Philipp sah seinen Sohn strafend an.

„Ist es nicht so, Vater? Du gibst dich mit den normalen Menschen ab, aber im Grunde deines Herzens siehst du sie als Minderwertig an.“

„Nicht gerade Minderwertig, aber nicht so wie wir.“

„So kann und will ich aber nicht leben. Tut mir leid. Länger, als bis Morgen bleiben wir nicht mehr hier.“

John wanderte über das Grundstück der Ranch. Jemand, dessen Gesicht nicht zu erkennen war, begleitete ihn. Sie lachten und scherzten miteinander. Vor einem unscheinbaren Schuppen blieben sie stehen und gingen hinein. Allerlei Farmgeräte wurden hier gelagert, und hinten an der Wand, stand ein großer Schrank. Zu diesem gingen sie und öffneten die Tür, die lautlos aufging. Der Schrank war innen sehr geräumig, aber leer. Sein Begleiter sagte laut etwas, dass John aber nicht verstehen konnte. Plötzlich erhellte ein Lichtstrahl den Innenraum. John und sein Begleiter fanden sich in einer riesigen unterirdischen Anlage wieder. Sie gingen ein paar Schritte, als Sheppard plötzlich stehen blieb. Ein unheimliches Gefühl machte sich in ihm breit. Etwas Furchtbares geschah hier unten. Er traute sich nicht, auch nur einen weiteren Schritt zu machen.

„Was hast du denn, John?“ fragte sein Begleiter in scheinheiligem Tonfall.

„Ich gehe nicht weiter!“

„Aber du musst. Komm!“ Seine Stimme hatte nun einen einschmeichelnden Ton angenommen. „Deine Bestimmung erwartet dich!“

Doch John war nicht in der Lage auch nur einen Schritt zu machen. Das Grauen und die Angst hielt ihn davon ab.

„Das nützt dir nichts!“ rief sein Begleiter. Sein Gesicht war nur eine formlose schwarze Masse und John wich erschrocken zurück und er wollte zurück ins Licht laufen. Doch etwas hatte ihn von hinten gepackt. „Niemand stellt sich mir in den Weg.“ Die Stimme hörte sich wie ein Donnerschlag an. John drohte zu ersticken. Dunkelheit breitete sich in seinen Gedanken aus …

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FelixE
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BeitragVerfasst am: 29.10.2007, 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Oh je was ist denn jetzt passiert!? Erst denkt man John ist in Sicherheit, da er vom Mond geflüchtet ist und nun wieder auf der Sheppard-Ranch ist, doch dann passiert etwas anderes. Was ist denn jetzt genau pasiert!? Wer ist detr Mann!? *grr* so ein gemeiner Cliffhanger.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 30.10.2007, 08:39    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Was es mit Johns Erlebnis auf sich hat erfährst du jetzt.


Teil 11


John fuhr in seinem Bett hoch. Zuerst wusste er nicht, wo er war, doch dann begriff er, dass alles nur ein böser Traum gewesen war.

Rhiana, die neben ihm im Bett lag, wachte auf. „John, was hast du denn?“ Sie sah, dass er schweißgebadet war.

„Es war wohl nur ein Alptraum“, er erzählte ihr den Traum.

„Hm, ich glaube, dass war mehr als ein Traum, John. Es war eine Vision oder eher noch eine Erinnerung, die bisher tief in dir vergraben war.“

„Dann hat Han also Recht! Es gibt noch vergrabene Erinnerungen in mir.“

„Die sich langsam aber sicher zurück zur Oberfläche zurückarbeiten. Ich bin sicher, dass du die nächste Zeit noch mehr solcher Träume hast.“

„Aber was war das dann für eine Erinnerung? Sie war furchtbar, nein, mehr als das! Sie war beängstigend. Und so real. Noch nie im Leben habe ich eine solche Angst verspürt. Und seltsam ist, dass ich den Schuppen kenne. Er steht abseits auf dem Grundstück, am Rande eines Waldgebietes. Ich werde morgen hingehen. Wenn das kein Alptraum war, gibt es auf der Ranch eine verborgene Anlage.“

„Warum fragst du nicht einfach deinen Vater danach?“

„Er hat es mir bisher verheimlicht. Allerdings erwähnte er einmal, dass es noch Sachen gäbe, von denen ich keine Ahnung hätte. Vielleicht gehört die Anlage dazu. Trotzdem gehe ich dem Traum zuerst alleine auf den Grund. Wenn es doch nur ein Traum war, dann möchte ich meinen Vater nicht damit belästigen.“

„Es ist noch mitten der Nacht“, meinte Rhiana ganz schläfrig und rieb sich über die Augen. „Im dunklen kannst du doch nichts sehen. Lass uns erst noch etwas schlafen. Und wenn die Sonne aufgegangen ist, gehen wir zusammen.“

John gab nach. Doch während Rhiana sofort wieder einschlief, wollte bei ihm der Schlaf nicht kommen. Nachdem er sich zwei Stunden von einer Seite zur anderen gedreht hatte, beschloss er loszuziehen. Ohne Rhiana, die er nicht unnötig wecken wollte, wegen einem dummen Traum. Und was sollte ihm auf der Ranch seines Vaters schon passieren?

Leise zog er sich eine dunkle Hose, einen schwarzen Pullover und seine schwarze Lederjacke an. Dann holte er noch eine Taschenlampe heraus und schlich sich zum Fenster. Ohne es zu wissen, benutze er den gleichen Weg, den auch Rhiana genommen hatte.

Draußen war es noch stockdunkel. Nur die schmale Sichel des Mondes spendete etwas Licht. Trotzdem fand er seinen Weg mit traumwandlerischer Sicherheit. Er schlich sich in den Stall und sattelte Nordstern, der ihn mit einem Schnauben begrüßte.

Am Horizont graute der Morgen, als er vor dem Schuppen stand und ihn öffnete. Er sah aus wie in seinem Traum, auch der Schrank stand da. Das haute ihn erst einmal um. Vielleicht sollte er doch Hilfe holen?

Warum hatte sein Vater ihm nie etwas davon erzählt? Es konnte nur bedeuten, dass er ihm nicht 100%ig vertraute. Wahrscheinlich, weil er zum Stargate-Kommando zurückkehren und den Arya Varta den Rücken zukehren wollte.

Mit zögernden Schritten ging er auf den Schrank zu und öffnete vorsichtig die Tür. Sie musste gut geölt sein, denn sie lies sich lautlos öffnen. Wie in seinem Traum war der Schrank leer. Sheppard machte einen Schritt hinein. Wie sollte es nun weitergehen?

„Was nun?“ fragte er laut.

„Stimme erkannt, Identität John Sheppard.“

Ein Lichtstrahl hüllte ihn ein und im nächsten Augenblick fand er sich in dem Gang aus seinem Traum wieder. Er war leer und etwa 20 m lang. Auf beiden Seiten zweigten Türen ab. Jede war nur mit einer Code-Karte zu öffnen, die er aber nicht besaß.

Pech gehabt!

Trotzdem ging er an jeder Tür vorbei. Und da entdeckte er ganz hinten eine Tür ohne Code-Karte, die aber mit einem Handflächen-Scanner ausgestattet war. Ohne große Hoffnung legte er seine Hand darauf. Zu seiner Überraschung öffnete sich die Tür. Das konnte nur bedeuten, dass er schon hier unten gewesen war und seine Biodaten gespeichert waren. Wie bei dem Computer im Schrank.

Verblüfft blickte er auf die vielen Puddlejumper und das Raumschiff, dass die Größe der Daedalus besaß. Die Halle, in der die Schiffe standen, war riesig. Leute liefen umher oder arbeiteten an den Schiffen, Computern oder sonstigen Gegenständen.

Er hatte jedoch keine Zeit, den Anblick zu verarbeiten, denn plötzlich stürmten von allen Seiten bewaffnete Männer und Frauen auf ihn zu. Sein Eindringen war nicht unbemerkt geblieben. Wahrscheinlich hatte er einen stummen Alarm ausgelöst oder war über Monitore beobachtet worden.

„Mr. Sheppard!“ Einer der Wachen schien ihn zu kennen. „Wir haben nicht damit gerechnet, Sie so schnell wieder zu sehen. Ihr Vater meinte, Sie kämen vielleicht nie zurück. Weiß er, dass Sie hier sind?“

„Nun, nicht, dass ich hier unten bin“, antwortete John.

„Dann muss ich Sie leider bitten mitzukommen, bis wir Ihren Vater informiert haben.“

Es blieb ihm keine andere Wahl, als dem Sprecher und zwei Wachen in einen kleinen Raum zu folgen. Nur ein Tisch und zwei Stühle standen darin. Auf einen der Stühle setzte sich John und wartete. Sein Vater würde ihm einiges zu erklären haben.

Es dauerte eine halbe Stunde bis Sheppard Sen. auftauchte. Der Ärger stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Wie kommst du hier herein, John?“

„Wie konntest du mir das hier unten verschweigen?“

„Ich bin derjenige, der hier fragt! Also?“

„Letzte Nacht hatte ich einen Traum. Du kannst es auch eine Rückerinnerung nennen. Es sieht so aus, als hätte ich noch mehr versteckte Erinnerungen, die nun langsam zum Vorschein kommen. In dem Traum sah ich mich mit einem Unbekannten nach hier unten gehen. Sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, doch er schien mir vertraut zu sein. Ich frage mich, was alles noch in mir versteckt ist. Was hast du mir sonst noch alles verschwiegen, Vater?“

„Nichts! Was sollte ich dir verschweigen? Du selbst hast deine Erinnerungen löschen lassen.“

„Nein, das habe ich nicht! Da bin ich mir nun ganz sicher. Jemand, den ich gut kenne, hat mir das gewaltsam angetan. Das waren auch die versteckten Ängste, die mich in meinem Traum fast überwältigt haben. Jemandes Erinnerung gewaltsam löschen ist eine Vergewaltigung des Geistes.“

Philipp sah seinen Sohn nachdenklich an. „Wenn das stimmt, was du vermutest, wäre das ungeheuerlich. Wer kann das gewesen sein? Wenn du ihn kennst, dann muss er sich in deiner Nähe, unserer Nähe aufgehalten haben. Außerdem muss er diese Anlage kennen. Und das bedeutet, dass es einen Spion der Saat Bhai in unserer unmittelbaren Umgebung gibt. Ich werde sofort eine Überprüfung aller Leute einleiten.“

„Vergiss auch nicht diejenigen, die während meiner Abwesenheit gekündigt haben“, schlug John vor. „Doch nun sag mir: du hast hier unten diese Streitmacht, diese vielen Raumschiffe. Ist dir bekannt gewesen, dass die Erde mehrmals von den Goa’uld angegriffen und fast vernichtet wurde?“

„Ja, das wussten wir.“

„Warum habt ihr nicht eingegriffen? Wenn Apophis damals die Erde erobert und die Großstädte in Schutt und Asche verwandelt hätte, wärt auch ihr betroffen gewesen.“

„Die Menschen konnten sich gut selbst helfen. Was geht uns ihr Ärger an? Und glaub mir eines, wir haben für unser Volk Vorsorge getroffen. Außerdem wollten wir das Stargate-Programm kippen, doch die Normalen haben das verhindert. Besonders dein verehrter General O’Neill hat sich da hervorgehoben.“

„General O’Neill ist einer von uns. Er hat das antikische Gen“, sagte John.

„Er ist ein Mischling, John, wie alle Menschen, die das Gen besitzen.“

„Was ändert das? Weißt du, ich verabscheue deine Ansichten. Nun wird mir zum zweiten Mal klar, warum ich mich von euch getrennt habe. Wir sind doch nichts Besseres als sie. Der einzige Unterschied ist, dass unser Volk älter ist und somit weiser sein sollte. Doch alles, was ich sehe ist Ignoranz, Voreingenommenheit und Arroganz. Ich schäme mich für mein Volk. Wir sollten Vorbilder sein! Lehrer, die sie auf den rechten Weg bringen.“

„Du sprichst von Dingen, die du nicht verstehst, Sohn! Du sprichst wie Konzil-Mitglied Masui Kimura. Ihr würdet gut zueinander passen.“

„Wer ist dieser Kimura?“ fragte John.

„Du kennst ihn. Er ist derjenige, der dich in der Nacht damals verhört hat.“

„Und ich dachte, er hätte was gegen mich“, meinte John überrascht.

„Nein, er hat dich nur getestet. Mein Entschluss aber steht fest. Die Arya Varta-Nation wird sich aus allem Ärger mit den Menschen, den Goa’uld oder allen anderen Außerirdischen heraushalten. Sie haben die Goa’uld und wer weiß nicht noch alles, auf sich aufmerksam gemacht. Also müssen sie die Suppe selbst auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben.“

„Du besitzt aber die Macht, um ihnen zu helfen. Also, wenn dir wirklich etwas an mir liegt, dann hilf uns.“

„Ist dir bewusst, dass du von uns sprichst und die Normalen meinst?“ fragte Philipp Sheppard. „Ich sehe, du hast dich tatsächlich gegen uns entschieden, Sohn. Meine Antwort bleibt aber gleich: nein!“

„Dann sind wir geschiedene Leute, Vater! Ich werde mit meinen Begleitern so schnell wie möglich die Ranch verlassen und zum Stargate-Center zurückkehren. Es ist besser für uns alle.“

Das kann ich leider nicht zulassen, Sohn! Tut mir aufrichtig leid! Ich hatte gehofft, das, was ich nun tun muss, vermeiden zu können.“


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FelixE
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BeitragVerfasst am: 30.10.2007, 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

So ein gemeiner Vater. Er meint wohl er könne Sheppard aufhalten. Das wird aber ganz schön in die Hose gehen. Nun ja. Wieder einmal sticht die antikische Seite der Ayra Varta hervor. So etwas arrogantes. Scheint mit der entwicklungsstufe zusammenzuhängen.
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BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 09:25    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Da hast du recht, Johns Vater ist kein Gewöhnlicher. Was du in den nächsten Kapiteln näher erfahren wirst.

Doch nun die Fortsetzung.

Teil 12


„Was meinst du damit?“ fragte John perplex.

„Du wirst hier bleiben, bis ich entschieden habe, was ich mit dir mache.“

„Das ist nicht dein Ernst, Vater!“ sagte John und stand auf, um den kleinen Raum zu verlassen. „Ich werde jetzt gehen.“

John kam jedoch nicht einmal bis zur Tür, als Philipp einen Strahler hob und auf seinen Sohn schoss. Bewusstlos blieb John liegen.

„Das hätte nicht nochmals passieren dürfen, aber er ist stärker, als ich dachte. Er wird die Blockade vollständig durchbrechen.“

„Das hat noch niemand geschafft, Mr. Sheppard“, sagte einer der Wächter. „Ihr Sohn ist etwas Besonderes.“

„Ich befürchte, ein toter besonderer Mann! Gib den Befehl, seine Begleiter töten zu lassen. Sie dürfen die Ranch nicht verlassen.“

„Ja, Sir!“ sagte der Wächter und ging hinaus, um den Befehl weiterzugeben.

Sheppard warf einen bedauernden Blick auf John und wandte sich dann an den zweiten Wächter. „Schaff ihn in eine sichere Zelle. Ich muss mir noch überlegen, was ich mit ihm mache.“


Rhiana wusste nicht, was sie geweckt hatte. John! Er war in großer Gefahr. Sein Bett war leer. Ein Blick auf die Uhr belehrte sie, dass sie gerade eine gute Stunde geschlafen hatte. Rhiana ahnte sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein musste und dass sie die Ranch auf der Stelle verlassen mussten. Deshalb packte sie in Eile alles zusammen, was unbedingt nötig war, ganz besonders die Waffen.

In den beiden Zimmern neben dem ihrem schliefen McKay und Carter. Sie streckte den Kopf aus ihrem Zimmer. Zum Glück waren diesmal keine Wächter zu sehen. Sie klopfte erst bei Carter, dann bei Rodney an die Tür. Beide erschienen schlaftrunken und zerzausten Haaren im Eingang und sahen sie erstaunt an. Es war ein Bild für die Götter, und wäre der Anlass nicht so ernst, hätte sie darüber schmunzeln können.

„Rhiana, es ist 4.15 Uhr. Was machst du schon so früh auf“, fragte Rodney und gähnte herzhaft.

„Zieht euch an. Wir müssen sofort die Ranch verlassen!“

„Warum denn? Ich hatte gerade einen wundervollen Traum. Und wo ist John?“ protestierte Rodney.

„Er ist verschwunden. Packt eure Sachen! Ich erkläre euch alles unterwegs. Wir dürfen keine Sekunde länger warten.“

Carter war es gewohnt Befehle zu gehorchen, auch wenn Rhiana ihr nichts zu sagen hatte. Sie merkte am Ton der jungen Frau, dass sie keinen Scherz machte. Ihre Sachen waren schnell gepackt, Rodney fügte sich brummend.

Rhiana tigerte im Gang auf und ab und hoffte, dass die beiden schnell fertig wurden.
Schließlich erschien Carter. „Ist McKay noch nicht fertig.“

Die junge Antikerin rollte nur mit den Augen. Es dauerte weitere unendlich lange fünf Minuten, bis der Wissenschaftler erschien. „Ein alter Mann ist doch kein D-Zug“, beschwerte er sich.

Rhiana wusste zwar nicht was ein D-Zug war, aber drängte die beiden hinaus. Noch war alles ruhig im Ranchhaus. Sie schafften es ungesehen zu einer kleinen Seitentür zu gelangen und über den hinteren Hof zu eilen.

Inzwischen ging langsam die Sonne auf und die Gefahr gesehen zu werden wurde immer größer. Sie erreichten einen Schuppen, als vor dem Ranchhaus vier Geländewagen mit quietschenden Reifen hielten. Bewaffnete Gestalten sprangen aus den Fahrzeugen und liefen auf das Haupthaus zu. Einige liefen um das Haus herum, anscheinend mit der Absicht zu verhindern, dass jemand von hinten das Gebäude verlassen konnte.

Carter sah Rhiana an. „Woher wussten Sie das?“

„Keine Zeit für Erklärungen. Sie entdecken gleich, dass wir nicht mehr im Haus sind. John hat mir einen Schuppen mit Fahrzeugen gezeigt, welche die Arbeiter benutzen, um die Zäune zu kontrollieren. Wir holen uns eines der Fahrzeuge. Sie ahnen sicher nicht, dass wir von dem Schuppen wissen.“

Geduckt und jede Deckung ausnützend, führte Rhiana sie zu dem abgelegenen Schuppen. Dort fanden sie die erwähnten Autos. Ein Arbeiter war schon erschienen, um mit seiner Tätigkeit zu beginnen. Rhiana machten kurzen Prozess. Sie holte ihren kleinen Strahler heraus und zielte auf den Mann und schoss ihn nieder.

McKay blickte die Antikerin entsetzt an. „Rhiana, was machst du denn?“

„Er ist nur bewusstlos und wacht in ein bis zwei Stunden wieder auf. Dann sind wir aber über alle Berge.“ Sie warf Carter und McKay identische Strahler zu und drängte sie dazu in das Fahrzeug zu steigen.

„Ich bin kein guter Fahrer“, sagte Rhiana. „Jemand von euch sollte das Steuer übernehmen.“

Wortlos klemmte Carter sich hinter das Steuer. McKay setzte sich neben sie und Rhiana nahm hinten Platz.

McKay hielt es nicht mehr aus und wandte sich an die Antikerin. „Rhiana! Was um Himmels Willen ist geschehen?“

„Das weiß ich auch nicht so genau. Was ich weiß ist, dass John in Gefahr ist.“

„Schon wieder“, unterbrach McKay sie. „Der Mann hat ein Talent dafür. Auf der Erde ist es ja fast noch schlimmer, als in der Pegasus-Galaxis.“

„Rodney, halt den Mund und lass Rhiana erzählen“, unterbrach Carter ihn während sie den Motor anließ und losfuhr.

Rhiana blickte sie dankbar an. „Seit John und ich in Atlantis die Gedankenverbindung eingegangen sind, ist mir das schon öfters passiert. Manchmal weiß ich einfach, wie es ihm geht. Es ist nicht zu erklären. Ich wachte auf und wusste, dass John und wir in Gefahr schweben. In der Nacht hatte er eine Vision, eigentlich eine zurückkommende Erinnerung. Er sah eine unterirdische Anlage unter der Ranch. Wir wollten das heute Morgen überprüfen, doch John hat wohl nicht auf mich gewartet.“

„Dann müssen wir herausfinden, was mit Sheppard passiert ist“, meinte Carter.

„Weißt du, wo diese Anlage ist?“

„Nein, John sprach von einem Schuppen in der Nähe eines Waldes, in einem abgelegenen Teil der Ranch.“

„Das kann überall sein“, meinte McKay.

„Wir sollten uns erst einmal in Sicherheit bringen und Hilfe holen. Was ist mit dem Stargate-Kommando? Können wir sie nicht um Hilfe bitten?“ fragte McKay.

„Wenn wir sie erreichen“, meinte Carter.

„Ich habe noch das Satelliten-Telefon, aber ich weiß nicht, ob wir nicht abgehört werden können.“ Rhiana war gar nicht dafür, dass sie John einfach zurückließen, doch in einem musste sie McKay zustimmen: wenn man sie auch noch fing, halfen sie John damit nicht. „Johns Vater muss etwas damit zu tun haben.“

Carter sah sie an. „Wie kommen Sie darauf?“

„Es ist nur so eine Ahnung.“

Carter stellte sich vor wie es wäre, wenn ihr Vater versuchte hätte, ihr etwas anzutun. Aber welche andere Erklärung gab es sonst? Die bewaffneten Männer hatten eindeutig mit der Ranch zu tun gehabt, denn sie hatten den Sheppard-Schriftzug an einem der Wagen lesen können. Was mochte nur in Johns Vater gefahren sein? Doch was, wenn er nichts damit zu tun hatte und es ein Überfall auf die Ranch gewesen war?

Diese Möglichkeit war nicht auszuschließen und Carter sprach es laut aus.

„Dann wären auch Johns Eltern in Gefahr“, meinte Rhiana. „Was sollen wir nur tun?“

„Was ist mit den anderen Konzil-Mitgliedern?“ fragte McKay. „Können wir uns nicht an sie wenden?“

„Ja, dass ist eine gute Idee“, sagte Rhiana. „John hat mir die Handy-Nummer dieses Colonel Han Sung-Joon gegeben. „Ich könnte ihn anrufen.“

Inzwischen fuhren sie durch ein kleines Bergtal. Rhiana hatte plötzlich das untrügliche Gefühl von Gefahr. Als sie an einen kleinen Bergeinschnitt vorbei fuhren, reagierte sie sofort. „Da rein, Sam! Schnell!“

Carter reagierte instinktiv und riss das Steuerrad herum und fuhr in den Einschnitt hinein.

„Motor aus und Ruhe!“

Kaum hatte Carter den Motor abgestellt, tauchten auch schon zwei Jeeps auf. Jedes der Fahrzeuge kam von einem anderen Ende des Tales und trafen sich nun in der Mitte.

Beide Fahrer hielten an und stellten die Motoren ab. „Habt ihr etwas gesehen?“

„Nein, sie können hier nicht durchgekommen sein. Wahrscheinlich sind sie Richtung Stadt gefahren. Weißt du, warum der Boss die drei tot sehen will?“

„Nein, und das geht weder dich noch mich etwas an“, herrschte der erste Fahrer seinen Kollegen an.

„Man wird ja noch mal fragen dürfen“, antwortete der Fragende beleidigt.

Der erste Mann sagte beschwichtigend. „Der Junior hat wohl sein Gedächtnis zurückbekommen und der Boss wird gezwungen sein, das Problem nun endgültig zu lösen.“

„Mann oh Mann! Ich möchte nicht in seiner Haut stecken. Der eigene Sohn!“

„Ja, aber wie gesagt geht uns das nichts an. Wir führen nur unsere Befehle aus. Dieses Tal ist also sauber. Fahren wir zum nächsten.“ Damit stellte er den Motor wieder an und fuhr los. Der zweite Fahrer wendete und fuhr seinem Kollegen hinterher.

Rhiana, Carter und McKay hatten atemlos gelauscht und sahen sich nun entsetzt an. Jetzt wussten sie es! Johns Vater hatte Dreck am Stecken und hatte die Killer auf sie gehetzt. Und John wurde von seinem eigenen Vater festgehalten.

„Wie sind die uns so schnell auf die Spur gekommen?“ fragte Carter.

„Keine Ahnung. Wir müssen Colonel Han benachrichtigen!“

Rhiana holte ihr Funkgerät heraus, dass sie den Erdbedingungen angepasst hatten und wählte Colonel Hans Nummer. Es dauerte nicht lange und sie hörte seine tiefe Stimme. Rhiana erzählte was passiert war und was sie vermuteten.

Stille herrschte in der Leitung. „Colonel, sind Sie noch da?“

„Ja, aber das ist so ungeheuerlich, was Sie da sagen, dass ich es erst verdauen musste. John wird von seinem eigenen Vater gefangen gehalten?“

„Können Sie uns helfen?“

„Natürlich! Ich trommle eine Mannschaft zusammen und wir holen Sie. Das dauert aber etwas. Können Sie sich irgendwo verstecken?“

„Ja, ich kenne ein Versteck, dass nur John und ich kennen“, sagte Rhiana. „Wir sind schon auf dem Weg dorthin.“

„Gut, verstecken Sie sich dort. In genau zwei Stunden melden Sie sich wieder bei mir. Wir werden Sie anpeilen und holen.“

„In Ordnung, aber beeilen Sie sich bitte. Jede Minute kann über Johns Leben entscheiden“, sagte Rhiana und schaltete das Funkgerät ab.

„Wo ist dieses Versteck?“ fragte Carter.

„Mit den Pferden brauchten wir immer drei Stunden für einen Weg, aber mit dem Jeep sind wir bald da“, sie zeigte Carter, wo sie fahren mussten. Etwa fünfzehn Minuten später erreichten sie den Taleinschnitt. Mit dem Jeep war es nicht einfach den engen Windungen des Tales zu folgen, doch Carter schaffte jede Hürde mit Bravour. Schließlich lag der See vor ihnen.

„Das ist also euer Liebesnest“, fragte Carter schmunzelnd. „Ich muss zugeben, es ist sehr romantisch. Fast so wie Jacks Haus in den Bergen.“ Sie verstummte, als sie die Blicke der beiden sah.

Rodney verzog das Gesicht, enthielt sich aber eines Kommentars. Er wollte nichts mehr über O’Neill und Carter hören. Dass die beiden zusammen waren, wurmte ihn immer noch.

„Ich dachte ihr beiden wüsstet, dass Jack und ich zusammen sind?“

„Na klar, aber Rodney hat sich insgeheim Hoffnungen gemacht“, verriet Rhiana.

McKay hielt den Atem an, als er Rhianas Verrat hörte. „Das ist nicht wahr!“ rief er aus. „Nun ja, vielleicht doch, aber nun, da ich es weiß, möchte ich einfach weiterhin dein Freund sein, Sam. Ohne Hintergedanke und so.“

„Wir sind doch Freunde, Rodney, das waren wir schon immer. Aber nicht mehr.“

„Jetzt sollten wir den Jeep verstecken“, sagte Rhiana. „Nicht das wir noch aus der Luft geortet werden.“

Ja, die Antikerin hatte Recht, also holten sie Zweige und versteckten den Jeep. Sie selbst setzten sich in den Schutz der Felsen und hoffte, dass man sie nicht durch Zufall aus der Luft ortete und warteten bis die vereinbarte Zeit um war.


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FelixE
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BeitragVerfasst am: 01.11.2007, 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Und das nennt sich Vater!? *grr* Ich habe das Gefühl die Ayra Varta sind die bösen und die Saat Bhai die guten. Ich hoffe Rhiana und die anderen beiden werden von den richtigen gefunden.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 03.11.2007, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Wer die Guten und die Bösen sind wird sich bald herausstellen.

Teil 13

Sheppard überlegte, wie oft er schon in solchen oder ähnlichen Zellen aufgewacht war. Doch diesmal hatte er dies seinem eigenen Vater zu verdanken. Inzwischen war auch der Rest seiner Erinnerung zurückgekommen. Was der letzte Auslöser gewesen war, wusste er nicht. Vielleicht der Verrat seines Vaters? Er hatte erneut einen Wachtraum gehabt. Diesmal sah er sich in einem Labor, in einem Stuhl sitzend, einen seltsam verkabelten Helm auf dem Kopf. Auch die Angst war wieder da. Allerdings nicht die Angst sein Leben zu verlieren, sondern alles zu vergessen, was sein bisheriges Leben ausgemacht hatte. Dann tauchte derjenige auf, dem er das zu verdanken hatte.

Einige Jahre vorher.

„Du hättest deine Nase aus den Sachen herauslassen sollen, die dich nichts angehen“, der Klang der Stimme hörte sich emotionslos an.

„Ich soll das ignorieren? Du hast uns alle verraten!“ rief John und versuchte sich verzweifelt aus dem Stuhl zu befreien, doch die Bänder hielten ihn unerbittlich fest. Nicht einmal den kleinsten Finger konnte er rühren.

„Nein, ich versuche unser Volk zu retten“, sagte der Sprecher.

„Retten? Du führst uns in den Untergang!“

„Warum musstest du auch beharrlich sein, John, warum?“ Nun klang der Sprecher ärgerlich. „Das alles müsste nicht passieren, wenn du auf mich gehört hättest. Ich gebe dir noch eine letzte Chance. Schließ dich uns an, und das alles hier muss nicht geschehen.“

„Ich soll vergessen, was ich herausgefunden habe? Das kann ich nicht, ich werde es dem Konzil mitteilen und du bist erledigt. Kimura wird dafür sorgen, das du als Konzil-Führer abgesetzt wirst. Er ist der ehrlichste von allen und wird mir glauben.“

„Nichts dergleichen wird er tun, denn du wirst dich in Kürze an nichts mehr erinnern können. Dein Leben kann ich verschonen, weil du mein Sohn bist, doch ich muss dafür sorgen, dass du uns nicht zur Gefahr werden kannst. Es tut mir leid, dass ich es tun muss, doch du lässt mir ja keine andere Wahl. Niemand, den wir dieser Behandlung unterzogen haben, bekam seine Erinnerung jemals zurück.“

„Du tust mir das an, deinem eigenen Sohn?“

„Warum tust du mir das an? Mir, deinem Vater?“

„Du bist Zeus, der Anführer der Saat Bhai! Diese Leute, die ich über alles verachte. Und mit deinem Plan könntest du es tatsächlich schaffen, die Arya Varta zu entmachten.“

„Ich sehe schon, du bist total verblendet, mein Sohn. Schuld ist Kimura, dieser Narr! Er hat dir diese Flausen in den Kopf gesetzt Zeus zu finden. Und erstaunlicherweise hast du es dann auch noch geschafft! Ich müsste stolz darauf sein, doch leider nicht unter diesen Umständen. Und keine Sorge über dein zukünftiges Leben! Alles nehme ich dir nicht weg. Aber alles, über die Arya Varta-Nation wirst du vergessen haben. Aber ich werde dafür sorgen, dass deine Vorgesetzten in der US-Armee dich in einer dir entsprechenden Position einsetzen. Afghanistan etwa, wo du weiterhin fliegen kannst. Es wäre schließlich eine Vergeudung deiner Talente, wenn du nicht mehr fliegen könntest.“

„Vater!“

Philipp Sheppard, alias Zeus gab dem Wissenschaftler ein Zeichen. Das Flehen seines Sohnes ignorierte er. In ein paar Stunden würde alles vorbei sein.

Gegenwart

John schlug mit der Faust auf seine Liege. Sein eigener Vater war Zeus. Er konnte es immer noch nicht fassen. Und doch war es so. Jede Erinnerung war wieder da. Auch seine Erlebnisse mit Colonel Han. Selbst seine bisher angenommenen Erlebnisse auf der Air-Force-Akademie waren teilweise korrigiert worden. Jedes Ereignis, dass irgendwie mit den Antikern zu tun hatte, war penibel gelöscht und mit anderen Erinnerungen aufgefüllt worden: zum Beispiel Erlebnisse mit Studienkollegen, die es nicht gab, ersetzten die Erlebnisse mit Han. Sie hatten ganze Arbeit geleistet und sein Gehirn total umgekrempelt. Und einige seiner Vorgesetzten hatten da mitgespielt, weil sie Antiker waren.

Und er hatte geglaubt mit dem Eintritt in die Air-Force die Bevormundung seines Vaters los zu sein, doch in Wirklichkeit hatte er im Geheimen alles kontrolliert. Jeden Schritt in seinem Leben. Er fühlte sich verraten, gedemütigt und ausgenutzt.

Trotzdem waren seine Gefühl gespalten, denn was immer Philipp auch getan hatte, er war sein Vater. Diese Vergewaltigung seines Geistes konnte er ihm aber nicht verzeihen. Sollte er hier noch einmal lebend herauskommen, was er inzwischen bezweifelte, würden sie geschiedene Leute sein. Niemals in seinem Leben wollte er noch ein Wort mit ihm wechseln.

Und seine Mutter? Was war mit ihr? Wusste sie alles oder war auch sie ahnungslos? Getäuscht von den Ränken und Hinterlisten ihres Mannes?

Dann fiel ihm Rhiana ein, McKay und Carter, die sich auf der Ranch aufhielten? Was war mit ihnen? Wie lange war er überhaupt bewusstlos gewesen?

Man ließ ihn in Ruhe. Nur einmal war ihm auf einem Tablett Essen gebracht worden. Doch keiner ließ sich auf ein Gespräch mit ihm ein. Eigentlich hatte er keinen Hunger, der war ihm gründlich vergangen, doch er zwang sich alles zu essen. Er musste bei Kräften bleiben. Vergiftetes Essen befürchtete er nicht. Das hatte sein Vater nicht nötig. Er konnte einfach befehlen, ihn umzubringen.

Als er wieder Geräusche vor der Tür hörte, hoffte er fast, dass es nicht weiteres Essen war, das gebracht wurde. Als er seinen Vater sah, stand er auf.

„Hallo, Vater! Oder sollte ich lieber Zeus sagen?“

Philipp Sheppard lächelte nicht. Sein Gesicht drückte Bestürzung aus. „Du weißt es also wieder. Mein Gott, John!“

„Nimm Gott nicht in den Mund. Erstens glaubst du nicht an ihn, und zweitens würde er dir bestimmt nicht helfen. Was du mir angetan hast, werde ich dir mein Leben lang nicht verzeihen, auch wenn ich denke, dass es nur noch kurz sein wird“, John sprach dies ohne Bedauern aus. Zuviel war auf ihn eingestützt. Er wollte nur noch, dass alles ein Ende hatte, egal wie.

„Du hast es dir selbst zuzuschreiben. Es war die einzige Möglichkeit, dein Leben zu retten. Noch nie hat es jemand geschafft, die Blockade zu durchbrechen. Ich bin beeindruckt!“

„Darauf kann ich verzichten. Also, bringen wir es hinter uns. Töte mich, oder lass mich töten, wenn du selbst zu feige dazu bist.“

„Du scheinst wirklich lebensmüde zu sein, John. Leider werde ich deinem Wunsch entsprechen müssen. Aber ich verspreche dir, dass du nicht leiden musst. Schließlich bist du mein Sohn.“

John wir nun doch geschockt, wie leicht sein Vater das Todesurteil über ihn sprach. „Erfüll mir noch einen letzten Wunsch. Weiß Mutter über alles Bescheid?“

„Nein, sie hat keine Ahnung. Es würde sie auch nur unnötig aufregen. Du weißt doch, wie ängstlich sie ist.“

Das beruhigte John nun doch. Seine Mutter hatte immer einen besonderen Platz in seinem Herzen gehabt. Und mit der Gewissheit zu sterben, dass auch sie ihn betrogen hatte, hätte er nicht ertragen. „Wie willst du ihr dann den Mord an mir erklären?“

„Aber das war doch ich nicht, sondern die Saat Bhai. Wir werden beide sehr wütend und traurig sein über deinen Tod.“

„Was ist mit den ganzen Mordanschlägen auf mich?“ fragte John schockiert über die Kaltblütigkeit seines Vaters. Wie war es möglich, dass dieser Mann sein Erzeuger war?

„Die, in deiner Kindheit waren fingiert. Du warst nie in Gefahr. Es diente nur dazu, die anderen Konzil-Mitglieder in die Irre zu führen. Niemand wird mich je verdächtigen Zeus zu sein, schließlich bin ich derjenige, der am meisten von ihm zugesetzt bekommen hat. Und nun tötet er sogar meinen über alles geliebten Sohn.“

John schüttelte angesichts dieser Bosheit den Kopf. „Und die Anschläge in letzter Zeit?“

„Natürlich ließ ich dich überwachen. Als ich mitbekam, dass du dich der Atlantis-Expedition angeschlossen hast, nutzte ich die erste Gelegenheit, um meinen Agenten hinzuschicken. Ich befahl ihm dich zu töten, sollte er den geringsten Verdacht bekommen, dass deine Erinnerungen zurückkommen könnten.“

„Und Janus?“

„Nur ein Alibi. Ich hatte nie angenommen, dass er dich finden würde. Doch sein Forschen war der Anfang des Übels. Er hat irgendwie damit zu tun, dass deine Erinnerung zukamen, oder?“

„Er stellte die Vermutung auf, dass ich ein Antiker sein könnte.“

„Ich werde wohl auch Janus töten müssen. Er ist zu gründlich.“

„Was ist mit meinen Freunden? Rhiana!“

„Auch sie werden sterben.“

„Sie hat nichts damit zu tun. Das kannst du nicht machen.“

„Alles kann ich machen. Du hast noch ein paar Stunden Zeit, um mit deinem Gewissen ins Reine zu kommen. Morgen wird das Urteil vollstreckt. Hast du noch einen letzten Wunsch?“

„Ja, geh mir aus den Augen!“ Damit wandte sich John um und drehte seinem Vater den Rücken zu.

Philipp Sheppard sah seinen Sohn bedauernd an. Er bedauerte den letzten Schritt tun zu müssen. John war ein fähiger Mann und er wäre ein Gewinn für ihre Sache gewesen. Doch er hatte keine andere Wahl, da sein erster Plan ihn mundtot zu machen, schief gelaufen war und er sich ihnen auch nicht anschließen wollte. John war zu gefährlich und das Wissen, dass er Zeus war, durfte er keinem verraten. Nur so war gewährleistet, dass die Saat Bhai siegen würden. Nicht mit Gewalt, nein Gewalt hatte er schon immer verabscheut, sondern heimlich still und leise. Langsam und unmerklich wurde ein Arya Varta in wichtiger Position von einem Saat Bhai ersetzt. Dies würde so lange gehen, bis es zu spät war. Und waren alle Schlüsselpositionen von ihnen besetzt, hatte die Arya Varta nichts mehr zu sagen. Sie würden sich beugen müssen oder sterben. Ja, dass nannte Philipp eine freundliche Übernahme.


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FelixE
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BeitragVerfasst am: 03.11.2007, 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Phillip/Zeus wird ja immer emotionsloser. Wie kann er nur seinen eigenen Sohn töten.

Das er Zeus war überraschte mich doch sehr. Wie John da wieder raus kommen will, oder ob es Rhiana und das SGC schaffen ihn zu retten, dass ist eine der wichtigsten Fragen.
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Selana
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BeitragVerfasst am: 04.11.2007, 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Felix: Phililpp ist noch viel mehr, wie sich in den späteren Stories noch rausstellen wird.

Teil 14


Das leise Geräusch eines getarnten Puddlejumper schreckte sie auf. Zum Glück wussten sie, das es sich dabei um Colonel Hans Jumper handelte, denn sie hatten wie vereinbart Kontakt aufgenommen und Han und seinem Team den Weg gewiesen.

Rhiana betrat als erste den Jumper, gefolgt von Carter und McKay. Han Sung-Joon saß am Steuer des Fluggerätes und sah ihnen entgegen. „Sie müssen mir den Weg weisen, Rhiana.“

„Genau weiß ich es auch nicht. John meinte der Schuppen stände abseits, am Rande eines Waldes.“

„So viele Waldgebiete gibt es nicht an der Grenze der Ranch“, meinte Han und startete den Jumper. „Fliegen wir einfach alle getarnt ab.“

„Wollen Sie nur mit einem Schiff angreifen?“ fragte McKay in etwas verschrecktem Tonfall. „In diesem Falle sind wir schon so gut wie tot.“

Han sah ihn genervt an. In seinen Augen hatte ein Wissenschafter nichts bei einem Einsatz zu suchen. „Keine Sorge, Dr. McKay! Ich würde es mir nie erlauben, Ihr wertvolles Leben in Gefahr zu bringen. Schließlich sind Sie der schlauste Mann in Atlantis und ohne Sie sind die anderen ganz sicher verloren.“

Rhiana verkniff sich ein Grinsen und McKay wusste nicht, ob dieser Han das Ernst meinte oder ihn auf den Arm nahm. So beschloss er einfach, es als Kompliment zu nehmen. Schließlich stimmte es ja: er war der Klügste und ein Genie obendrein. Ohne ihn würde Atlantis doch nie funktionieren.

„Dann bin ich ja beruhigt“, sagte er deshalb. „Und wie sieht die Verstärkung aus?“

Im Luftraum über der Ranch warten zehn getarnte Jumper auf mein Zeichen, um loszuschlagen.“

„Zehn Jumper? Wie viele haben Sie denn?“ fragte McKay.

„Mehr, als sie zählen können“, das war natürlich übertrieben.

„Ich kann sehr weit zählen“.

„Die genaue Zahl kenne ich auch nicht.“

„Wer hat sie dann zur Verfügung gestellt?“ fragte Rhiana.

„Konzil-Mitglied Masui Kimura und noch jemand, dessen Namen ich aber nicht nenne. Beide sind sehr an Johns Wohlergehen interessiert. Was meine Auftraggeber am meisten interessiert ist, warum Sheppard Sen. seinen eigenen Sohn gefangen nimmt und euch drei töten lassen will.“

„Ich habe da einen Verdacht, den ich gar nicht auszusprechen wage“, sagte Rhiana. „Wir müssen John herausholen. Nur er kann uns genaues sagen.“

Sie überflogen nun getarnt die Ranch an ihren äußeren Grenzen. Nachdem sie das riesige Grundstück fast umrundet hatten, fiel ihnen ein Schuppen am Rande eines Waldes auf.

„Das sieht viel versprechend aus“, meinte McKay. „Leider entdecke ich keine Energie-Signaturen.“

„Die sind getarnt. Unsere Technik ist sehr fortschrittlich.“

„Wem sagen Sie das?“ sagte McKay. „Ihr Antiker seid schließlich der Grund, warum wir nach Atlantis gegangen sind.“ Er warf Han einen vernichtenden Blick zu. „Dabei hätten wir lieber vor unserer Haustüre suchen sollen.“

„Für Vorwürfe ist später noch Zeit“, meinte Han. „Wir landen und sehen nach, ob die Hütte die ist, die wir suchen.“

Im Tarnmodus setzte der Jumper vor der Hütte auf. Kaum war die hintere Heckklappe geöffnet, sprang Rhiana auch schon mit gezogenem Strahler aus dem Jumper und hinein in die Hütte. Sie konnte gerade noch zur Seite springen, als ein Strahl auf sie zuschoss.

„In Deckung!“ rief sie den anderen zu. „Wir sind hier wohl richtig.“

Han fluchte wegen Rhianas übereilter Aktion, doch nun musste er das Beste daraus mache. Er sprach einen Befehl in sein Funkgerät und die auf der Lauer liegenden Jumper enttarnten sich. Einige landeten und entließen eine ganze Streitmacht, die sofort in den Kampf eingriffen. Der kleine Raum war schnell erobert und eine Sprengladung angebracht.

Die ganze Hütte flog in die Luft und ließ einen Krater zurück, aber auch einen Eingang zu den unterirdischen Anlagen: den beschädigten Fahrstuhl nach unten. Colonel Han ließ die Trümmer beiseite räumen und befahl seinen Männern den Fahrstuhlschacht zu sichern. Sie mussten jedoch massive Geräte einsetzen, um die Wand zu durchbrechen und einen Eingang in die Anlage zu bekommen. Die Anlage erwies sich als großräumig, doch schien sie nicht so stark mit Sicherheitskräften besetzt zu sein. Großer Widerstand schlug ihnen nicht entgegen.

Anscheinend hatte Sheppard Sen. nicht mit einem massiven Angriff gerechnet, zumindest nicht so schnell. Das meiste Personal erwies sich als Techniker, Wissenschafter und Ingeneure.

„Schwärmt aus! Durchsucht jeden Raum! Bringt mir John Sheppard! Und falls sein Vater da ist, auch ihn“, befahl Colonel Han seinen Leuten.


John Sheppard wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis er wieder Geräusche hörte. Wahrscheinlich kamen sie nun, um ihn zu holen.

Nun gut, wenn es keine Rettung mehr gab, wollte er dem Tod so tapfer wie möglich ins Auge schauen. Er bedauerte nur, dass er Rhiana nicht noch einmal sehen konnte, und hoffte, dass ihr und den anderen die Flucht gelungen war.

Entschlossen stand er auf und wartete. Die Geräusche wurden lauter und verklangen wieder. Was bedeutete das?

Schließlich hörte er nichts mehr.

Aber nur kurze Zeit später klangen erneut Laute auf. Diesmal glaubte er Schreie zu vernehmen. Das ging nicht mit normalen Dingen zu. Bekam er etwa Hilfe?

Neue Hoffnung machte sich in ihm breit. Er war noch jung und wollte noch nicht sterben. Als sich nun Geräusche dem Zellentrakt näherten, erwartete er die Ankömmlinge mit gemischten Gefühlen. War es Freund oder Feind?

Die Tür wurde aufgerissen und er sah in das Gesicht von Peters.

Nicht gut!

Kein Freund!

„Tut mir Leid, Junior. Im Grunde habe ich nichts gegen dich, aber der Chef hat mir genaue Anweisungen gegeben. Du darfst hier nicht lebend heraus!“ Peters hob den Strahler und wollte abdrücken.

John war einen Schritt zurück gewichen, obwohl er wusste, dass das keinen Sinn hatte, als Peters von hinten von einem Strahl getroffen wurde und zu Boden ging.
Überrascht blickte er in das Gesicht von Rhiana, die ihm soeben das Leben gerettet hatte. Überglücklich fielen die beiden sich in die Arme. Doch sie wurden sofort in die Realität zurückgeholt.

Zwei Männer tauchten auf. „Miss Rhiana! Wir haben keine Zeit! Sie und Mr. Sheppard müssen uns sofort folgen. Es ist nicht sicher.“

John sah die Männer überrascht an.

„Das sind Leute von Colonel Han“, erklärte ihm Rhiana. „Und sie haben recht. Komm!“

Da gab es nichts weiter zu diskutieren. So schnell ihn seine Füße trugen, folgte John seinen drei Rettern durch die Gänge. Unterwegs informierte einer der Männer über Funk Colonel Han, dass sie den Gesuchten gefunden hatten und mit ihm auf dem Rückweg waren.

Sofort gab Colonel Han den Befehl zum Rückzug. Philipp Sheppard hielt sich nicht in der Anlage auf und es war möglich, dass er Verstärkung schickte und es zu einem blutigen Kampf kommen konnte. Das wollte Han unter allen Umständen vermeiden. Bei ihrem Angriff hatten sie nur Betäubungsstrahler verwendet.

Im Jumper kam John erst richtig zum Bewusstsein, dass er gerettet war. Carter und McKay freuten sich, als sie ihn sahen. „Danke“, sagte John zu allen.

„Gern geschehen“, lautete die allgemeine Antwort.

Sheppard sah nun Han an, als sähe er ihn zum ersten Mal. Endlich konnte er sich an alle Einsätze und Begegnungen erinnern, die sie hatten. Und auch, dass sie gute Freunde waren.

„Sung, ich glaube ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich erinnere mich wieder an alles.“ Sung-Joon war der Vorname des Colonels, denn wie in Korea üblich, kam bei ihnen zuerst der Nachname.

„Du kannst dich wieder erinnern?“

„An alles!“ sagte er niedergeschmettert. Jetzt, da die Anspannung und auch die Furcht vor dem Tode allmählich verklangen, traf ihn die Wahrheit wie ein Schlag.

Rhiana legte ihm fürsorglich die Hand auf den Arm. „Willst uns alles erzählen?“

„Was gibt es zu erzählen? Das mein eigener Vater mein Gedächtnis gelöscht hat, mich heute töten lassen wollte und er Zeus ist?“

Die anderen, außer Rhiana sahen ihn an, als hätte er den Verstand verloren. „Zeus?“


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