Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

|
|
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 15.11.2007, 11:57 Titel: |
|
|
Felix: Dein Wunsch kann ich leicht erfüllen. Hier kommt schon die Fortsetzung.
Teil 6
Einige Stunden später
Auf den Langstreckenscannern der Excalibur war deutlich das Schiff der Saat Bhai zu sehen. Die Pandora kreiste um einen Planeten.
„Ob sie uns entdeckt haben?“ fragte Teyla.
„Das glaube ich nicht“, antwortete Jordan. „Die Abschirmung ist hundertprozentig.“
Die Scanner registrieren vier Planeten. Der Zweite hatte eine atembare Atmosphäre.
„Es fliegt in die Atmosphäre“, sagte Jordan. „Es scheint landen zu wollen.“
Sie beschlossen dem Schiff zu folgen.
„Von meinem ersten Besuch weiß ich, dass es dort unten Menschen gibt. Sie nennen sich selbst Madril und scheinen unberührt von den Wraith zu sein, denn als ich mich unauffällig unter sie mischte, erfuhr ich, dass es die Wraith nur in ihrer Legende gibt“, erklärte Jordan.
„Vielleicht ist das fehlende Sternentor der Grund dafür“, vermutete Sheppard. „Ohne Tor werden die Wraith nicht mehr hergekommen sein.“
„Ja, das denke ich auch“, stimmte Rhiana zu.
„Nach Erdstandard leben die Menschen im Mittelalter. Sie wissen nichts von anderen Welten und deshalb sollten wir vorsichtig sein, wenn wir hinuntergehen“, sagte Jordan.
„Kein Problem“, meinte Sheppard. „Dann verkleiden wir uns einfach.“
Gesagt getan, schon kurze Zeit später sah die Gruppe aus wie die Menschen auf dem Planeten. Sheppard trug ein langes Gewand, das bis auf den Boden reichte. Dazu einen Umhang, und um den Kopf hatte er ein turbanähnliches Tuch geschlungen. Das Gewand wurde an der Taille mit einem breiten Gürtel zusammengehalten.
„Ich finde, ich sehe wie Obi-Wan Kenobi aus“, sagte Sheppard, als er an sich heruntersah.
Die anderen grinsten nur, auch wenn nicht alle wussten, wer Obi-Wan Kenobi war, denn schließlich sahen sie nicht anders aus.
„Das hat wenigstens den Vorteil, dass wir unter den langen Gewändern unsere Waffen verbergen können“, meinte Ronon. „Und mein Schwert kann ich offen tragen.“
Sheppard, Rhiana und Teyla trugen noch ihre kurzen Kampfstöcke in einer Scheide, die sie auf dem Rücken festbanden. Auf die P90 verzichteten sie, dafür nahmen sie aber handliche Antikerstrahler mit, die sich leicht unter dem Gewand verstecken ließen.
Im Tarnmodus drangen sie in die Atmosphäre ein. Sie flogen so niedrig, dass sie fast das Wasser des riesigen Ozeans streiften, um schließlich den Kontinent zu erreichen, der auch das Ziel der Pandora zu sein schien. Vor ihnen tauchte ein Mittelgebirge auf, deren höchste Berge gerade eintausend Meter in die Höhe ragten. Die Landschaft unter ihnen war lieblich und schien sehr fruchtbar zu sein. Täler, eingebettet in niedrige Hügel, lösten sich untereinander ab. Hin und wieder überflogen sie kleine Dörfer. Von Zeit zu Zeit sahen sie auf den Hügeln, von den manche erloschene Vulkane zu sein schienen, die schroffen Zinnen einer mittelalterlichen Burg hervorragen.
„Die große Burg scheint ihr Ziel zu sein“, sagte Teyla.
„Richtig“, bestätigte Jordan.
Vor ihnen öffnete sich wieder ein breites Tal, ein Fluss floss mitten hindurch, links und rechts erhoben sich steile Felswände, die manchmal bis zu dreihundert Meter in die Höhe ragten. Am Eingang des Tales stand auf einem einsamen Berg die riesige Burganlage.
Das Tal selbst endete in einer Sackgasse. Dort setzten sie die Excalibur auf und ließen die Tarnung eingeschaltet. Sie waren weit genug von der Burg entfernt und dank des Schutzschildes würden selbst die Antiker das Schiff nicht orten können. Das bedeutete für die Gruppe aber einen langen Fußmarsch, doch sie wollten kein Risiko eingehen. Ihr Ziel war es zuerst die Anlage auszukundschaften.
Sollte sich in der Burg wirklich eine große Anlage der Saat Bhai befinden, wie Jordan vermutete, würden sie anschließend Verstärkung holen und erst dann die Anlage vernichten. Den Saat Bhai durfte es nicht gelingen auch noch in der Pegasus-Galaxis Fuß zu fassen. Die Bedrohung durch die Wraith war Ärger genug.
„Schön, nicht wahr?“ schwärmte Rhiana.
Sheppard war stehen geblieben, um die Landschaft zu bewundern. Vor ihnen wand sich träge der Fluss durch das Tal. Ringsum lagen grüne Wiesen, die gelbe Sonne ging gerade auf und übergoss alles mit goldenem Licht. An den Flussufern stiegen die Felswände steil nach oben. Karg und bizarr anzusehen, ein kleines Naturwunder.
Rhiana wandte ihren Blick Sheppard zu. Ihre Augen strahlten das aus, was sie empfand: unendliche Liebe zu dem Mann an ihrer Seite. Der Blick ihrer Augen zog ihn magisch an. Ihre Lippen fanden sich zu einem Kuss, die Welt um sie herum schien zu versinken. Es existierte nichts mehr außer ihnen.
Etwas abseits standen Han und Teyla und warfen sich viel sagende Blicke zu. Sie gönnten dem Paar den Augenblick der Zweisamkeit, doch die Realität holte sie schnell ein.
Jordan tauchte neben ihnen auf. Er stockte, als er das Paar sah, das sich noch eng umschlungen hielt und ein Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Er trat zu ihnen. „Ich störe euch zwei nur ungern, aber wir sollten aufbrechen.“
John und Rhiana fuhren auseinander.
Jordan hatte Recht, bis zu ihrem Ziel waren es noch einige Kilometer.
„Die Bewohner dieser Welt benutzen Reittiere, ähnlich unseren Pferden. Es gibt nicht weit von hier ein kleines Dorf. Wir könnten dort Tiere kaufen.“
„Kaufen? Mit was denn?“ fragte Sheppard.
Jordan zog ein paar Steine aus der Tasche. Es waren bunte Halbedelsteine der verschiedensten Arten und Formen. „Darin sind sie interessiert.“
„Woher weißt du das?“ fragte John.
„Vergiss nicht, dass ich schon einmal hier war.“
„Ach ja! Stimmt!“
Sie beschlossen, das kleine Dorf aufzusuchen. Das Dorf lag zwischen blühenden Bäumen, umgeben von Feldern. Ein kleiner Bach, der in den großen Fluss mündete, floss mitten zwischen den Häusern hindurch. Sie sahen einige Menschen auf den umliegenden Feldern arbeiten.
Als diese die kleine Gruppe bemerkte, tragen ihnen einige Menschen entgegen. Sie trugen einfache Bekleidung, doch sie waren mit Schwert und Bogen bewaffnet.
John hob grüßend die Hand. „Wir sind friedliche Wanderer von einem benachbarten Dorf. Mein Name ist John Sheppard, das sind Rhiana, Teyla, Ronon, Han und Jordan.“
„Und was wollt ihr in unserem Dorf? Es sind gefährliche Zeiten für Wanderer.“
„Wir hofften, dass ihr uns vielleicht einige Reittiere verkaufen könnten. Wir können bezahlen“, Jordan öffnete die Hand und zeigte die Steine.
Das Gesicht des Sprechers leuchtete gierig auf. „Kommt mit, ich kann euch das Gewünschte verkaufen.“
Während sie auf das Dorf zugingen, sprach John mit dem Mann. „Warum sagtest du gefährliche Zeiten?“
„Es werden immer wieder Reisende überfallen und die Dämonen auf der verwunschenen Burg sind aktiv.“
Oh! Der Mann meinte sicher die Saat Bhai. Der Dorfbewohner führte sie zu einem großen Haus, an das einige Stallungen angebaut waren. Davor befanden sich Koppeln, in den sich die Reittiere tummelten. Sie sahen tatsächlich aus wie Pferde. Der Unterschied bestand darin, dass sie anstelle eines Felles ein Federkleid besaßen und auf dem länglichen Schädel zwei kurze Hörner trugen, die direkt über den Augen waagrecht aus dem Schädel wuchsen. Anstelle von Mähnen besaßen die Tiere am langen, schlanken Hals Kämme.
„Das sind meine besten Tiere“, erklärte der Besitzer stolz.
John kannte sich mit Pferden bestens aus, und da diese Tiere sicher nicht viel anders waren, begutachtet er sie. Er musste dem Besitzer zustimmen. Nun begann das unvermeidliche Feilschen um die Anus, wie die Tiere hießen. Doch schließlich wurden sie sich einig und John war sicher, dass der ehemalige Besitzer in seinen Augen ein gutes Geschäft gemacht hatte. Das war John jedoch egal, da die Halbedelsteine für sie nicht viel Wert besaßen.
Inzwischen hatten sich einige Schaulustige eingefunden, die den Verkauf neugierig verfolgt hatten. Einer von ihnen warnte sie noch vor Lin-Nakor, einem Räuberhauptmann, der in letzter Zeit viel von sich reden gemacht hatte, weil er immer wieder Reisende überfiel. Sie versprachen vorsichtig zu sein.
Kurze Zeit später waren sie in den Sätteln und unterwegs. Sie hielten sich mehr oder weniger gut auf den Anus. John, Rhiana und Jordan waren gute Reiter. Die anderen gewöhnten sich mit der Zeit an die ungewohnte Fortbewegungsart.
Auf jeden Fall erreichten sie am Abend das Talende. Nur noch ein Hügel war vor ihnen und dahinter musste dann die Burg liegen. Sie beschlossen die Nacht hier zu verbringen und schlugen am Ufer des Flusses ihr Lager auf. Sie befürchteten nicht, entdeckt zu werden. Selbst wenn die Saat Bhai sie sahen, würden sie für eine Gruppe Eingeborener gehalten werden.
Mit den ersten Sonnenstrahlen brachen sie das Lager ab und machten sich wieder auf den Weg. Die Anus stellten sich als sehr ausdauernd heraus. Es war herrlich, so durch die Gegend zu reiten. Der Wind umspielte ihre Gesichter, und Sheppard dachte zum ersten Mal daran, wie schön es wäre, so unbeschwert zu reiten, ohne Verantwortung, und nur in den Tag hineinzuleben. Doch als er an die Saat Bhai und die Wraith dachte, erkannte er, wie selbstsüchtig dies wäre, und ein leichtes Gefühl von schlechtem Gewissen beschlich ihn.
Zum ersten Mal stießen sie nun auf Eingeborene. Es waren ein Mann und eine Frau. Die Reiter hielten an, und Sheppard übernahm wieder die Unterhaltung. Von dem Paar erfuhren sie, dass sie sich schon ganz in der Nähe der Burg aufhielten. Sie erklärten ihnen auch den weiteren Weg.
Das Paar sah den Reitern nach, bis sie ihrem Blickfeld entschwunden waren.
„Ich glaube nicht, dass sie zurückkommen“, meinte der Mann mit echtem Bedauern in der Stimme.
„Du hast recht, doch lass uns jetzt weitergehen.“ Die Frau ließ den Arm ihres Mannes, den sie umklammerte los und wandte sich in die entgegengesetzte Richtung.
Sheppard und seine kleine Gruppe folgten inzwischen schweigend dem Weg. Von der Landschaft sahen sie im Moment nichts, denn der Weg führte durch einen Wald. Endlich erreichten sie die Weggabelung.
Ronon ritt vorne. Er zügelte sein rostrotes Anu und wandte sich den anderen zu. „Links?“
„Richtig“, bestätigte John, „der linke Weg muss einen Hügel hinauf führen, und oben soll die Burg zu sehen sein.“
„Still!“ befahl Han. Er hatte etwas gehört.
Nachdem sie kurz gelauscht hatten, konnten sie es auch hören. Irgendwo in der Nähe setzte ein Gleiter zur Landung an.
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, John trieb sein blaues Anu an und ritt in den linken Weg hinein. Die anderen folgten ihm. Nach kurzer Zeit stieg der Weg an, und gleich darauf öffnete sich vor ihnen der Wald. Sie standen am Rand einer großen Grasfläche. Sie blickten wie auf Kommando nach oben, aber das Raumschiff war nirgends zu sehen.
„Seht ihr die Burg?“ fragte Jordan.
„Bis jetzt noch nicht. Der Eingeborene meinte, dass wir sie erst auf dem Gipfel sehen können“, erwiderte John. Er blickte nach oben. Der Weg führte durch die blühende Vegetation, dann ging es einen leichten Hang hinauf. „Dort oben müssten wir die Burg sehen können. Lasst uns hinaufreiten.“
„Dann los!“ Rhiana preschte los, die anderen folgten etwas langsamer nach. Rhiana erreichte als Erste den Gipfel und hielt ihr Anu überwältigt an.
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 15.11.2007, 16:10 Titel: |
|
|
Na dann bin ich mal gesapnnt was wir auf dem Gipfel vorfinden...nur eine Burg? Oder doch etwa mehr? Energiequellen zum klauen? *sabber*
Aber jetzt hab ich mal Kritik: Woher haben die denn diese Kleidung? Besitzt die Excalibur eine Art Replizierdingens, oder hatte Jordan vorgesorgt?
Achja und noch etwas: Die Anus. Das ist für mich der Schließmuskel aber kein Pferd.
War obwohl ich zwei Punkte unschlüssig fand trotzdem super. Der Planet ghört sich toll an und Dämonen..da muss ich immer an die Goas denken^^ |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 17.11.2007, 13:18 Titel: |
|
|
Felix: Jordan hatte natürlich vorgesorgt. Warum er das konnte verrate ich am Ende dieser Story.
Jetzt geht es aber weiter.
Teil 7
Rhiana stand nicht nur auf der Spitze eines einzelnen Hügels, sondern befand sich am Ende des Mittelgebirges. Ihr Berg war ein Ausläufer eines Höhenzuges. Auf ihrer rechten Seite erstreckten sich weitere Bergrücken. Direkt unter ihr breitete sich eine riesige Ebene aus. Unmittelbar vor ihr erhob sich ein einzelner großer Kegelberg, der einmal zu dem Höhenrücken gehört haben musste, aber im Laufe der Jahrtausende abgebrochen war. Isoliert von den anderen Bergen ragte er vor ihr auf. So etwas nannte man einen Zeugenberg.
Auf der Spitze des Hügels entdeckte Rhiana die riesige Burg, mehr schon ein Schloss. Stolz streckte es seine Zinnen nach oben, und die Dächer der einzelnen Türme leuchteten in der Sonne.
„Da steht sie!“ sagte John neben ihr bewundernd. Er und die anderen hatten die Spitze erreicht und betrachteten das beeindruckende Panorama. Das Schloss schien zum Greifen nahe zu sein.
John riss sich mühsam von dem Anblick los und blickte nach unten. „Wie kommen wir da hinunter?“
Jordan, der das gehört hatte, zeigte nach vorne. „Dort, siehst du das nicht, John? Das ist ein Pfad, der nach unten führt.“
Sheppards Blick folgte dem Hinweis von Jordan. Sein Cousin hatte Recht. Ein schmaler Pfad führte in vielen Windungen hinunter ins Tal. „Es ist wohl sicherer, wenn wir die Tiere am Zügel führen“, meinte er schließlich.
An Bord der Pandora, einige Zeit vorher.
Lara Hunter stand am großen Hauptbildschirm und beobachtete den Einflug in das Sonnensystem. Hier, auf dem einzigen erdähnlichen Planeten, gab es einen geheimen Stützpunkt der Saat Bhai. Noch immer war sie wütend, dass Sheppard die Flucht gelungen war und sie Hals über Kopf fliehen mussten. Doch die Atlanter ahnten wenigstens nichts von diesem Stützpunkt.
Ihr Verbindungsagent in Atlantis, der sich Omega nannte, hatte zumindest nichts dergleichen gehört. Lara hatte keine Ahnung, wer Omega war, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelte, aber das war im Grunde auch egal. Sie würde Omega mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mitteln beschützen, wenn es sein musste, würde sie sogar über Leichen gehen. Der Agent war das einzige Verbindungsglied der Saat Bhai in Atlantis. Und nichts war wichtiger, als dessen Identität zu schützen.
„Wir erreichen die Umlaufbahn des Planeten“, unterbrach Captain Yamara ihre Gedanken. „Der Stützpunkt liegt auf dem Westkontinent.“
Als ob Lara das nicht selbst wusste, auch wenn es ihr erster Besuch in der Station war. Sie beobachtete, wie das Schiff in die Atmosphäre eindrang und über den riesigen Ozean flog und dann den Kontinent ansteuerte. Dabei überflogen sie eine liebliche Landschaft, bis am Horizont endlich die Umrisse einer riesigen Burg auftauchten.
„Dort drin liegt der Stützpunkt“, erklärte Yamara ihr. „Wir haben einen Teil des Bergkegels ausgehöhlt und einen großen Hangar für die Pandora und einige kleine Beiboote geschaffen. Niemand soll das Schiff entdecken.“
„Ist der Planet bewohnt?“
„Ja, es gibt eine menschliche primitive Kultur. Wir kümmern uns jedoch nicht um sie und die Eingeborenen halten uns für Dämonen. Hin und wieder gaukeln wir ihnen etwas vor, damit sie sich nicht der Burg nähern. Die vormaligen Besitzer haben wir einfach vertrieben oder halten sie als Sklaven in der Burg.“
Die Pandora schwebte jetzt genau über den höchsten Türmen der Burg und der Pilot ließ das Schiff langsam absinken. Unterhalb des Schlosses öffnete sich im Berg das Tor zu einem riesigen Hangar, in das die Pandora hineinschwebte und in der Mitte der riesigen Halle aufsetzte.
Vor dem Raumschiff wartete ein Mann mit kurzen braunen Haaren auf sie. „Miss Hunter, nehme ich an? Herzlich willkommen in der Pegasus-Galaxis! Mein Name ist Pierce LaSalle. Ich bin der Leiter dieser Station.“
„Ich freue mich, Sie kennen zu lernen, Mr. LaSalle“, sagte Lara, auch wenn das nicht ehrlich gemeint war. Doch den Leiter einer solchen wichtigen Station sollte man lieber auf seiner Seite wissen. Sie schenke ihm ein Lächeln, das Eisberge zum Schmelzen bringen würde. „Ich habe schon viel von Ihren gehört.“
Sie schien den richtigen Ton getroffen zu haben, denn LaSalle lächelte sie freundlich an. „Ich hörte von dem Malheur mit Sheppard. Dieser Verräter scheint alle Götter auf seiner Seite zu haben.“
„Auch ihn wird das Glück einmal verlassen, … Pierce. Darf ich Sie so nennen?“ Ihr Lächeln wurde noch liebenswürdiger.
LaSalle konnte ihrem falschem Charme nicht widerstehen. „Natürlich dürfen Sie das, meine Liebe. Ich fühle mich sehr geehrt.“
„Dann dürfen Sie mich Lara nennen.“ Sie folgte LaSalle in das Innere der Burg.
Als Erstes durchquerten sie eine große Vorhalle, an deren Wänden sie Wappen und Bilder der früheren Besitzer erkennen konnte. Nachdem sie die Ahnenhalle durchquert hatten, erreichten sie eine große Treppe, die nach unten führte. Ein riesiges Kellergewölbe erwartete sie. In diesen Kellerräumen und Verließen hatten sich die Saat Bhai mehr oder weniger eingerichtet. Sie betraten einen großen Raum, an dessen Wänden unzählige Computer installiert waren.
„Das ist das Herz unserer Anlage“, erklärte LaSalle ihr. „Von hier aus überwachen wir die ganze Burg und auch das umliegende Gelände. Wir wollen schließlich keine unliebsamen Überraschungen erleben. In den Räumen oben befinden sich die Quartiere der Besatzung und weiter unten in den Verließen haben wir noch einige Laboratorien eingerichtet.“
„Laboratorien?“ fragte Lara erstaunt.
„Natürlich! Wir führen hier einige sehr geheime Experimente durch.“
Diese Experimente interessierten Lara, und LaSalle versprach, ihr später alles zu zeigen.
„Sie müssen mir unbedingt alles von zu Hause erzählen, denn hier erreichen uns die Neuigkeiten nur sehr spärlich“, verlangte LaSalle, als sie wieder nach oben gingen.
„Selbstverständlich. Wie wäre es bei einem Glas Wein und einem guten Essen? Ehrlich gesagt, bin ich am Verhungern.“
„Wo sind nur meine Manieren? Bitte folgen Sie mir in die Messe, liebste Lara. Später zeige ich Ihnen ihr Quartier. Selbstverständlich bekommen Sie das komfortabelste Quartier zur Verfügung gestellt.“
Zur selben Zeit
Vorsichtig ging Sheppard, sein Reittier am Zügel führend, den steilen Pfad hinunter. Das Anu zeigte weder Furcht noch bereitete es ihm Schwierigkeiten, den schmalen Weg nach unten zu klettern. Hin und wieder bröckelte ein Stein unter ihren Tritten ab und stürzte mit lautem Poltern ins Tal hinunter. Der Pfad führte sie in schmalen Windungen dem Talboden entgegen, sodass der Weg schließlich doppelt so lang wurde, wie er von oben ausgesehen hatte.
Als sie festen Boden unter den Füßen hatten, stand allen die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.
„Colonel“, wandte sich Teyla an Sheppard, „haben Sie einen Plan?“ Sie zeigte auf die Burg, die jetzt seitlich vor ihnen aufragte. Der Pfad hatte sie von der Burg entfernt, und um sie zu erreichen, mussten sie durch ein kleines Seitental zurückgehen.
Auch schien sich die Weglänge verdoppelt zu haben, was wohl daran lag, dass die Entfernung zur Burg von oben betrachtet optisch näher ausgesehen hatte.
„Wir können doch nicht einfach auf die Burg zureiten“, sprach Teyla weiter.
Sheppards Blick schweifte zu der Burg hinüber. „Nun, Teyla, genau das werden wir aber machen. Sehen Sie uns doch an! Was sehen Sie?“
Teyla musterte ihr Gegenüber ausgiebig und meinte. „Eine Gruppe Eingeborener.“
Sheppard nickte. „Sehen Sie! Und genau das werden die Saat Bhai auch sehen. Sie werden nicht weiter auf uns achten.“
„Und wenn doch?“
Dann haben wir Pech gehabt und werden uns etwas Neues einfallen lassen.“
Sie schwangen sich wieder auf ihre Reittiere und weiter ging es. Ronon ritt an den Anfang der Gruppe, und immer wieder ertappte er sich dabei, die Felswände über sich zu beobachten. Die Wände waren nicht sehr hoch und mit Bäumen bewachsen. Es mochte sein sechster Sinn sein, der ihn warnte. Ronon konnte es sich nicht erklären, es war ein Kribbeln in allen Knochen, welches ihn immer dann erfasste, wenn sich Gefahr näherte. Ein Überbleibsel aus der Zeit, die er auf der Flucht vor den Wraith verbracht hatte. Und dieses Gefühl hatte ihm schon oft das Leben gerettet.
Als Ronon eine leichte Bewegung über sich bemerkte, hielt er sein Reittier an. Er lenkte es neben das von Sheppard. „Sheppard, da oben auf den Felswänden ist etwas. Ich habe eine Bewegung gesehen.“
Sheppard sah Ronon besorgt an. „Sind Sie sicher, Ronon? Vielleicht war es nur der Wind, der durch die Bäume strich?“
Ronon zuckten mit den Schultern. „Ich bin mir nicht sicher. Auf jeden Fall sollten wir vorsichtig sein. Ich möchte an die Räuberbande erinnern, vor der uns der vorherige Besitzer unserer Reittiere gewarnt hat.“
John hielt sein Anu mit einem Ruck an den Zügeln an. „Sie haben recht, Ronon! Wir sollten auf alle Fälle unsere Waffen bereithalten.“ Er wandte sich an die anderen. „Ronon glaubt, eine Bewegung über uns gesehen zu haben. Vielleicht war es nur der Wind, aber es könnten auch diese Räuber sein, vor denen uns die Einheimischen gewarnt haben. Bleibt dicht zusammen und haltet die Waffen bereit.“
Sie trieben die Anus wieder an und ritten weiter. Vor ihnen wurde das Tal enger, die Wände rückten näher zusammen.
Ronon meinte, dass dies eine ideale Stelle für einen Überfall wäre. „Sollte jemand die Absicht haben, uns zu überfallen, dann hier. Die Wände stehen so dicht beisammen, dass wir nicht ausweichen können“, fügte er hinzu.
„Ich reite voraus“, schlug Jordan vor. „Wenn nichts passiert, kommt ihr nach.“
„Dann reite ich mit“, sagte Ronon.
Sheppard stimmte dem Vorschlag zu. „Seid vorsichtig!“
Sie beobachteten wie die zwei Männer ihre Tiere antrieben und vorsichtig in den Hohlweg hinein ritten. Ronon und Jordan ließen keinen Blick von der Höhe, doch nichts regte sich. Langsam begann Ronon zu glauben, dass er sich alles nur eingebildet hatte. Sie ließen die engste Stelle hinter sich, dann öffnete sich das Tal vor ihnen, und sie blickten auf die Ebene, auf welcher der Burgberg unübersehbar emporragte.
Ronon drehte sein Tier herum und ritt soweit zurück, dass er Sheppard sehen konnte, und winkte ihm zu. Der Colonel hatte auf dieses Zeichen gewartet und nickte den anderen zu.
„Es scheint alles in Ordnung zu sein. Lasst uns weiterreiten.“ Sein Anu setzte sich gehorsam in Bewegung, Teyla, Rhiana und Han folgten ihm.
Die Wände rückten näher, und Sheppard überkam ein ungutes Gefühl. Die Wipfel der Bäume schlossen sich über ihnen und bildeten so ein Blätterdach. In etwa zwanzig Metern Entfernung warteten Ronon und Jordan auf sie.
Plötzlich wurde es lebendig um sie herum, der Wald über ihnen schien zum Leben zu erwachen. Über sich erahnte Sheppard eine Bewegung, doch bevor er reagieren konnten, stürzte sich etwas Schweres auf ihn und warf ihn aus dem Sattel seines Reittieres. John schlug hart mit dem Kopf auf und hatte Mühe, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Als er endlich wieder klar denken konnte, blickte er auf die Spitzen von vier langen Schwertern dicht vor seinem Gesicht.
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 17.11.2007, 13:43 Titel: |
|
|
Ohje ein Cliffi. Ein ganz schön mieser noch dazu.
Der Überfall...oh je. Das kann ja heiter werden.
Ronon hatte also REcht. Tja dann hoffen wir mal das
der Überfall blos von Räubern ist und nicht von den Saat Bhai
verübt wird. |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 18.11.2007, 10:13 Titel: |
|
|
Felix: Na, dann lass dich überraschen, wer die Bewaffneten sind. Du erfährst es jetzt auf jeden Fall.
Teil 8
John wagte nicht mehr, sich zu rühren. Sheppard hörte Teyla wütend aufschreien und Rhianas ebenso erregte Stimme. Er wollte sich aufrichten, doch als die Schwertspitzen drohend näher kamen, blieb er am Boden liegen.
Eine Gestalt erschien in seinem Blickfeld, es war ein Eingeborener. Der Mann trug im Gegensatz zu allen anderen Bewohnern keine Kopfbedeckung. Sheppard glaubte, so etwas wie Belustigung im Gesicht seines Gegenübers zu sehen. Der Mann war etwa in seinem Alter, und besaß kurzes aschblondes Haar. Seine Augen funkelten ihn im tiefsten Blau an.
Der Mann gab seinen Leuten ein Zeichen und die Schwertspitzen verschwanden. Sheppard wurde gepackt und hochgezogen.
„John!“ Rhiana blickte erleichtert zu ihm herüber. Sheppard sah, dass die Frauen unverletzt waren und atmete erleichtert auf. Er blickte wieder den Einheimischen an.
Eine weitere Gruppe brachte Jordan und Ronon herbei, die etwas mitgenommen aussahen. Sie hatten sich wohl gewehrt, aber die Übermacht war zu groß gewesen.
Sein Gegenüber ließ Sheppard keine Sekunde aus den Augen. Jetzt überzog ein leichtes Lächeln dessen Gesicht. „Sie sind der Anführer, nicht wahr?“
„Ja, Colonel John Sheppard. Und wer sind Sie?”
„Lin-Nakor“, stellte der Mann sich vor.
„Der Räuberhauptmann!“ entfuhr es Ronon erstaunt.
Lin-Nakor sah Ronon amüsiert an. „Ja, manche nennen mich so.“
„Dann stimmt das nicht?“ fragte Sheppard.
„Ja und nein, ich versuche nur, mein Eigentum zurückzubekommen. Und dafür brauche ich Ihre Hilfe, Fremder von einem anderen Stern.“
Jetzt war Sheppard noch mehr erstaunt. „Woher wissen Sie das wieder?“
„Ich weiß noch viel mehr“, dabei sah er Jordan prüfend an. „Und ich weiß, dass Sie nicht zu den Fremden in meiner Burg gehören. Deshalb haben wir Sie angehalten“, er gab seinen Leuten einen Wink.
Diese ließen Sheppard los und senkten auch die Waffen, die sie drohend auf den Rest der Gruppe gerichtet hatten.
„Wie meinen Sie das?“ fragte Sheppard jetzt neugierig werdend.
Lin-Nakor zeigte auf die Burg. „Sie gehört mir. Die Fremden von den Sternen haben sie einfach besetzt. Sie vertrieben uns oder nahmen meine Leute gefangen. Meine Landsleute nennen die Fremden Dämonen. Auch ich wurde gefangen, doch mir gelang mit ein paar Getreuen die Flucht. Das war vor einer Sonnenumdrehung. Ich sammelte noch einige Freunde um mich. Um alle zu ernähren, muss ich manchmal zu unlauteren Mitteln greifen, das gebe ich zu. Aber ich überfalle nur solche, die auch Geld haben.“
„Ein Robin Hood also“, sagte Sheppard. „Sie überfallen die Reichen und geben es den Armen.“
„Ich weiß nicht, was ein Robin Hood ist, aber es ist richtig, was Sie da sagen. Verzeihen Sie die ungewöhnliche Kontaktaufnahme, aber ich wollte kein Risiko eingehen.“ Er zögerte einen Moment kurz und strich sich über das Haar. „Sie können ebenfalls unsere Hilfe gebrauchen.“
Sheppard stimmte dem zu. Lin-Nakor neigte sich zu ihm herüber. „Sie haben wunderbare Frauen dabei.“
„Danke! Darf ich vorstellen? Rhiana Remor, meine Lebensgefährtin, Teyla Emmagan und das sind Ronon Dex, Han Sung-Joon und Jordan Sheppard. Er ist ein Verwandter von mir.“
Lin-Nakor sah Jordan wieder an. „Ja, das ist er.“
„Haben Sie schon einen Plan?“ fragte Sheppard.
„Ja. Wir kennen einen geheimen Zugang zur Burg. Sind wir erst einmal im Inneren, brauchen wir Ihre Hilfe, um die Fremden zu vertreiben.“
„Wenn Sie es wirklich fertig bringen, uns ungesehen in das Innere der Burg zu bringen, sollte der Rest kein Problem sein. Wir können leicht Verstärkung von unserer Heimatwelt holen.“
„Das wird vielleicht nicht nötig sein.“ Lin-Nakor sah ihn geheimnisvoll an. „Lassen Sie sich überraschen.“
„Dann sollten wir keine Zeit mehr verlieren“, meinte Sheppard.
Lin-Nakors Leute hatten inzwischen die Reittiere herbeigeschafft, und alle saßen auf. Sheppard lenkte sein Reittier neben das von Lin-Nakor. „Sie sagten etwas von einem geheimen Zugang.“
„Es gibt einen Fluchttunnel aus der Burg. Meine Vorfahren legten ihn an, für den Fall, dass die Burg von Feinden erobert werden sollte. Durch diesen gelang mir auch die Flucht. Er beginnt weit vor dem Schloss und endet im Inneren der Burg. Allerdings müssen wir weit unter die Erde. Das bedeutet, dass wir die Tiere zurücklassen müssen. Schaffen das die Frauen?“
Jetzt musste Sheppard lachen. „Besser als mancher Mann!“
„Wenn Sie meinen! Versuchen wir es.“ Lin-Nakor lenkte sein Anu um einen Felsen herum. Der Einheimische sprang mit einem Satz vom Rücken des Anu und hantierte am Fuße des Felsens herum. Er schob einige Blätter und auch einige kleine Steine und Dreck zur Seite. Ein Holzverschlag kam zum Vorschein. Lin-Nakor hob ihn hoch.
Sheppard sprang ebenfalls vom Anu und trat neben den Mann. Er schaute nach unten. Eine Holztreppe führte hinunter, und daran schloss sich ein Gang an. Die Treppe sah nicht gerade vertrauenswürdig aus.
John warf einen Blick zur Burg hinüber. Nur die oberen Zinnen waren noch zu sehen. Der Colonel schätzte die Entfernung auf einen Kilometer. Soweit würden sie unterhalb der Erde gehen müssen. Und das bei nicht gerade vertrauenswürdigen Bedingungen, denn wer wusste schon, ob der Tunnel nicht einstürzte. Oder weiter vorne nicht schon eingestützt war und den Weg versperrte?
Doch sie hatten keine andere Wahl. Außerdem war Lin-Nakor vor einem Jahr mit Freunden diesen Weg gegangen.
Zwei der Einheimischen blieben bei den Tieren zurück. Lin-Nakor stieg als erster in die Unterwelt, und Sheppard folgte ihm als nächster. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen und war erleichtert, als er die Treppe sicher hinter sich hatte. Er blieb stehen und drehte sich um. „Rhiana, du bist die nächste. Sei vorsichtig.“.
Sie kamen nur langsam voran. Die Luft war stickig und heiß. Es roch modrig. Dies war jedoch nicht verwunderlich, schließlich wurde der Gang selten benutzt. Einmal war der Gang sogar eingestürzt, und sie hatten den Weg frei räumen müssen. Von Zeit zu Zeit knackte es in den alten Holzbalken und jedes Mal warfen sie einen erschrockenen Blick in die Höhe. Hoffentlich hielt die Decke!
Sheppard marschierte mit unbewegtem Gesicht durch den Gang. Innerlich fühlte er sich jedoch bei weitem nicht so selbstsicher, wie er sich äußerlich gab. Unter der Erde fühlte er sich nie so wohl. John hoffte, dass sie inzwischen das Meiste des Weges hinter sich hatten. Ihm kam es jedenfalls so vor, als würden sie schon seit Ewigkeiten durch diese unheimliche Unterwelt wandern.
Lin-Nakor, der etwas vor ihm ging, blieb plötzlich stehen.
"Was haben Sie, Lin-Nakor?" fragte Sheppard.
Der Madril hob die Hand und bedeutete Sheppard zu schweigen. Er schien in sich hineinzulauschen.
Sheppard wartete!
Schließlich entspannte sich Lin-Nakor, dann drehte er sich zu Sheppard herum. "Wir können weitergehen."
"Was war los?" fragte Sheppard nochmals.
Lin-Nakor schüttelte nur den Kopf und ging wortlos weiter.
Sheppard folge ihm wütend. Er hatte es nicht gerne, einfach ignoriert zu werden.
Der Madril wandte sich an Sheppard: "Wir sind da. Das Ende des Tunnels. Es wird Zeit, dass wir uns äußerlich etwas verändern. Was glauben Sie würde geschehen, wenn wir als Madril verkleidet die Burg betreten?"
„Keine Ahnung“, sagte Sheppard.
„Alle Madril, die hier als Diener und Sklaven arbeiten, tragen Bekleidung der Fremden. Deshalb werden wir uns jetzt umziehen."
Lin-Nakor sprach mit seinen Leuten. Sheppard und seine Mannschaft zogen die langen Übergewänder der Madril aus und die Bekleidung, die ihnen von Lin-Nakors Männern gereicht wurde, an. Jetzt sahen sie aus, wie die Saat-Bhai, die Sheppard an Bord der Pandora gesehen hatte.
Sheppard musterte seine Streitmacht eingehend: "Dann kann es ja losgehen, Herrschaften."
Sheppard und Lin-Nakor öffneten vorsichtig die Tür, die im Moment noch den Zugang zur Burg versperrte. Sie kamen in einem gefüllten Kleiderschrank heraus. Sie schoben die Bekleidung etwas zur Seite und öffneten die äußere Tür.
"Sollen wir?" fragte Sheppard und als Lin-Nakor nickte, sah Sheppard vorsichtig hinaus. Der Schrank stand in einem Gang. Zu ihrem Glück war niemand zu sehen. Die beiden schlüpften ins Freie und traten zur Seite, damit auch die anderen den Schrank verlassen konnten.
Sheppard bemerkte mehrere verschlossene Türen. Eine von diesen öffnete sich leise und eine Gestalt trat heraus. Es war ein Madril.
Lin-Nakor trat zu ihm und sprach leise mit ihm. Sheppard fragte sich, wie der Madril von ihrer Ankunft wissen konnte.
"Glauben Sie nicht, dass man uns schon lange gesehen hat, Sheppard? Sicher werden die Gänge überwacht", warf Ronon ein.
Lin-Nakor hatte die Wörter gehört. „Nein, meine Leute haben dafür gesorgt, dass niemand unsere Ankunft bemerkt hat.“
„Wie?“ wollte Sheppard wissen.
„Das erzähle ich zu gegebener Zeit. Jetzt sollten wir meine Leute befreien. Sie wissen, dass wir kommen.“
Sheppard fragte nicht, wie sie das wissen konnten. Er hätte doch nur gehört: alles zu seiner Zeit. Sie folgten ihrem Führer durch enge dunkle Gänge. John vermutete, dass diese Gänge von den Saat Bhai nicht genutzt wurden. Deshalb gab es wohl auch keine Überwachungsgeräte.
Schließlich blieben sie vor einer Tür stehen. „Dahinter ist eine Unterkunft meiner Leute“, erklärte ihnen Lin-Nakor.
„Da kommen wir aber nicht rein“, meinte Sheppard und zeigte auf das Kästchen, das nur mit Code-Karte zu öffnen war.
"Mag sein, aber wir haben keine andere Wahl."
"Wenn nicht im Guten, dann eben mit Gewalt", meinte Ronon und hob seinen Strahler.
"Was wollen Sie machen, Ronon?" fragte Jordan besorgt.
Sheppard wollte Ronon zurückhalten, doch es war schon zu spät. Ronon drückte auf den Abzug und schoss. Das Kästchen zerschmolz. "Jetzt können wir eintreten."
"Wenn man uns bisher noch nicht bemerkt hat, dann spätestens jetzt", meinte Jordan. "Wäre das nicht auch anders gegangen?"
"Wie denn?" Ronon schüttelte den Kopf und trat gegen die Tür, die sich jetzt leicht öffnen ließ.
Wie zur Antwort leuchteten überall rote Lichter auf und ein schrilles Alarmsignal war zu hören. Sheppard verfluchte innerlich Ronons eigenmächtiges Handeln.
"Sehen Sie? Das haben Sie mit Ihrer Gewaltaktion erreicht, Ronon“, meinte Jordan.
"Ach was!" Ronon winkte ab und trat ein. Der Raum war riesig. Es schien der Wohnbereich vieler Lebewesen zu sein. Es fiel jedoch sofort auf, dass alle Fenster vergittert waren. Die Madril, die sich ihm Raum aufhielten, sahen die Neuankömmlinge neugierig an.
"Hier werden meine Leute festgehalten, wenn Sie nicht für die Fremden arbeiten müssen", erklärte ihnen Lin-Nakor.
Zumindest war der Wohnbereich behaglich eingerichtet - wenn man ein Madril war.
Lin-Nakor sprach mit seinen Leuten, denn es galt, keine Zeit zu verlieren. Die Madril ließen alles stehen und liegen und folgten Lin-Nakor. So schnell sie konnten, verließen sie den Wohnbereich durch die gewaltsam geöffnete Tür und verschwanden in einem der Geheimgänge. Nur Sekunden später tauchten auch schon die ersten Wachen auf. Vor der gewaltsam aufgebrochenen Tür blieben sie stehen.
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 18.11.2007, 12:51 Titel: |
|
|
Ich dachte es mir doch. Das müssen andere Leute sein, aber keine Räuber.
Das mit den vertriebenen Leuten der Burg, war wirklich eine klasse Idee. Aber Ronon ist ja wirklich dämlich, wie konnte er nur...
Tja dann bin ich mal gesapnnt wie es weitergeht. |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 19.11.2007, 14:18 Titel: |
|
|
Felix: Das Vorbild der Burg ist übrigens das Schloss Hohenzollern, dass es bei uns in der Nähe gibt.
Und hier kommt die Fortsetzung, und es wäre echt toll, wenn sich sonst auch noch mal jemand von den anderen Lesern zu Wort melden würde, damit Felix nicht allein auf weiter Flur steht und ich die Lust am posten nicht verliere.
Teil 9
Die Fliehenden waren inzwischen schon weiter geeilt. Doch nun waren die Saat Bhai gewarnt und ließen sich nicht mehr so leicht abschütteln. Die Wachen waren ihnen dich auf den Fersen.
Vor ihnen öffnete sich eine Wandtür und die Flüchtenden sahen sich einer Anzahl Wachposten gegenüber. Anscheinend kannten die Saat Bhai auch entsprechende Geheimgänge.
Die Atlanter zogen nun ihre Strahler hervor und es kam zu einem erbitterten Schusswechsel, die Sheppards Gruppe für sich entschied. Doch im Gegensatz zu ihnen hatten die Saat Bhai keine Betäubungswaffen verwendet. Einige der Madril lagen tot am Boden.
Lin-Nakor wandte sich an Sheppard: "Ohne Sie und Ihre überlegenen Waffen wären wir jetzt schon verloren gewesen. Vielen Dank! Meine Leute lenken die Wachen nun weiter ab, während ich Sie und Ihre Freunde in das Herz der Burg führe. Ich kenne die Zentrale von meiner Gefangenschaft her und weiß, wie wir ungesehen hineinkommen."
"Eine Frage, Lin-Nakor. Warum haben Ihre Leute nicht die Geheimgänge zur Flucht benutzt? Warum blieben sie hier?" wandte sich Jordan an den Madril.
„Anfangs flüchteten sie, aber die Fremden haben einfach wieder neue Gefangene gemacht und gedroht viele von uns umzubringen, wenn wir uns weigern für sie zu arbeiten. Seitdem warten wir auf eine Gelegenheit, unsere Freiheit zurück zu bekommen. Als ich Sie und Ihre Gruppe sah, ahnte ich, dass das die Gelegenheit war, auf die ich immer gewartet hatte."
Lin-Nakor führte sie durch geheime Gänge und endlich zurück auf einen breiten Hauptgang. Er zeigte auf eine Tür in ihrer Nähe. "Wir sind da! Das da vorne ist die Zentrale."
"Wie kommen wir hinein?" Jordan warf Ronon einen bedeutsamen Blick zu. "Wieder auf Ihre Art, Ronon?"
"Nein, ganz normal", entgegnete Ronon und zeigte nach vorne.
Als die anderen Ronons Blick folgten, sahen sie zwei Männer aus der Tür der Zentrale kommen. Sie nützten die Chance und liefen los. Bevor sich die Tür schließen konnte, hatten sie diese erreicht. Die beiden Männer waren leicht zu überwältigen. Die Anwesenden in der Schaltzentrale sahen überrascht auf, als die Angreifer hereinstürmten und sich im Raum verteilten.
"Was soll das?" fragte einer. Er sah sie genauer an. "Wer sind Sie überhaupt? Ich habe Sie noch nie hier gesehen. Und was macht der Eingeborene hier?"
Die Gruppe richtete ihre Waffen auf die Saat Bhai. "Treten Sie weg von den Computern", befahl Sheppard hart. „Und lasst die Waffen fallen.“
„Das Gleiche wollte ich gerade zu Ihnen sagen, Sheppard!“
Die kalte Stimme ließ Sheppard herumfahren. Er sah sich Lara Hunter und acht weiteren Männern gegenüber, die Waffen auf sie gerichtet hatten. „Wir haben Sie hier erwartet.“
Sheppard überwand die Überraschung jedoch schnell. Bevor Lara und ihre Männer es sich versahen, waren sie in ein Handgemenge verwickelt. Teyla, Han, Jordan, Ronon und Rhiana reagierten genauso schnell. Sie griffen die Wachposten an. Auch Lin-Nakor setzte sich zur Wehr.
Sheppard hatte keine Zeit sich um die anderen zu kümmern. Ein Schuss aus dem Strahler betäubte einen der Wachposten. Ein Geräusch veranlasste ihn dazu, sich instinktiv umzudrehen. Ein großer Mann, fast einen Kopf größer als er, stand mit einem Strahler in der Hand hinter ihm. John verschwendete keine Zeit, warf sich mit einem Satz vorwärts und drehte sich Sprung, um seinem Angreifer die Waffe aus der Hand zu treten.
Sein Gegner ließ überrascht die Waffe fallen, fasste sich aber schnell wieder. Kaum hatte John wieder Boden unter den Füßen, griff der Wächter an, schlang die Arme um Sheppards Schultern und schob ihn rückwärts. Doch John war genauso schnell. Er schob ein Bein zwischen die Füße seines Gegners und setzte zu einer Drehbewegung an, die den Griff um seine Arme schwächen sollte.
Sein Gegner stieß seine Stirn in Johns Gesicht, was diesen halb betäubte. Sein Gegenüber riss eine Hand los und schlug zu, aber Sheppard wich dem Schlag aus, und trat mit beiden Füßen gegen die Brust des Mannes, was diesen nach hinten schleuderte. Er kam jedoch schnell wieder auf die Beine. John schlug wieder zu und seine Rechte traf den Mann im Gesicht, schnell ließ er einen linken Haken folgen. Dies genügte, der Mann stürzte bewusstlos zu Boden.
Rhiana sah sich inzwischen Lara Hunter gegenüber. Die Antikerin hatte ihren Strahler nicht zur Hand, doch sie griff blitzschnell hinter sich und zog ihre beiden Kampfstöcke heraus. Sie war froh, mit John und Teyla die letzten Monate so viel geübt zu haben. Sie sprang auf Lara zu und schlug ihr den Strahler aus der Hand. Lara schrie vor Schmerz und Wut auf.
„Du kleine Hexe! Das wirst du büßen! Das kann ich auch!“ Ihr Schlag traf Rhianas linke Hand von unten und schleuderte einen ihrer Stöcke in weitem Bogen in den Gang hinein.
Lara hechtete hinterher und bekam den Stock zu fassen. Sie verwandelte ihren Sturz in eine Rolle und stand gewandt wieder auf den Beinen. Nun standen sich die beiden Frauen kampfbereit gegenüber.
Ihre Stöcke schlugen aufeinander. Beide Kämpferinnen waren gleich stark und Sieger würde diejenige sein mit der größten Ausdauer oder mit dem größeren Glück. Rhiana verbannte jeden störenden Gedanken aus ihrem Kopf und konzentrierte alle Kraft und alles, war sie je gelernt hatte auf ihre Gegnerin. John und Teyla waren gute Lehrer gewesen. Rhiana war eine Meisterin im Umgang mit dem Stock geworden.
Schließlich war das Glück auf Rhianas Seite. Lara machte einen Ausfallschritt rückwärts, um dem Hieb der anderen auszuweichen und stolperte. Rhiana war sofort zur Stelle und nützte die Schwäche der Gegnerin gnadenlos aus. Der Kampf dauerte schon zu lange. Es wurde Zeit ihn zu beenden. Ihr Stock sauste von unten nach oben, traf den ihrer Gegnerin und schleuderte ihn im hohen Bogen davon. Er flog weit den Gang hinunter, unerreichbar für Lara.
Lara war einen Moment starr vor Überraschung, überwand den Moment jedoch blitzschnell. Als Rhianas Stock heruntersauste, warf sie sich zur Seite und die Waffe schlug nur wenige Zentimeter neben ihr auf den Boden. Lara rollte sich um ihre Achse und war blitzschnell auf den Beinen und ging in Abwehrstellung. Rhiana folgte ihr und als Lara mit dem Fuß zuschlug, wich sie ihrerseits aus. Die andere war zu langsam gewesen. Der Kampf hatte sie ermüdet.
Auch Rhiana fühlte diese Müdigkeit in allen Gliedern, doch noch war keine Zeit auszuruhen. Ihr Stock fuhr herum und traf Lara in die Seite, diese stieß einen Schmerzschrei aus und als Rhianas Stock sie ein zweites Mal traf, begriff Lara, dass sie nicht siegen konnte. Dieses Mal war sie einer Stärkeren begegnet oder jemanden mit mehr Glück.
Ohne zu überlegen, rollte Lara sich mehrmals um sich selbst und kam somit aus der Reichweite von Rhianas Schlagstock. Nur noch wenige Meter trennten sie vom Ende des Ganges und dahinter wusste sie eine Geheimtür. Mit einem Schrei, der ihre ganze Wut ausdrückte, sprang sie zurück und lief davon.
Mit wenigen Sätzen war Rhiana an der Ecke, doch von Lara nichts mehr zu sehen. Wahrscheinlich war sie in einen Geheimgang geflüchtet. Rhiana sah sich schwer atmend um. Sie sah alle Wachposten am Boden liegen. Ihre Gruppe hatte gewonnen.
Die Männer am Computer hatten ängstlich zugesehen. Nur sahen sie wieder Waffen auf sich gerichtet und gehorchten widerstrebend. Sie sahen mit entsetzten Augen zu, wie die Angreifer ihre wertvollen Computer mit gezielten Schüssen zerstörten.
"Was tun Sie da?" rief einer.
"Sehen Sie das nicht? Wir zerstören Ihre Anlage und jetzt hinaus mit euch!" befahl Sheppard. "Bestellt schöne Grüße an meinen Vater."
"Und wer sind Sie?"
"Wir kommen aus Atlantis. Ich bin Colonel John Sheppard."
"Atlantis? Sheppard? Ich verstehe nicht!"
Sheppard ließ sich auf kein weiteres Gespräch mehr ein und scheuchte die Angestellten nach draußen.
"Wohin jetzt?" fragte Sheppard Lin-Nakor, doch bevor der Madril antworten konnte, schlug dicht neben ihnen ein Energiestrahl ein. Erschrocken fuhren sie herum. Eine weitere Einheit Soldaten tauchte auf.
Schnell schlugen sie die Tür zu der Zentrale zu. "Was jetzt?" fragte Ronon.
"Gebt auf!" forderte sie von draußen eine Stimme auf. "Ihr kommt hier nicht mehr heraus. Es gibt nur diesen einen Ausgang."
"Stimmt das?" fragte Sheppard Lin-Nakor.
Der Madril lächelte nur hintergründig. "Es gibt immer einen zweiten Ausweg. Folgt mir!"
"Mit anderen Worten: Es gibt auch hier einen Geheimgang?" vermutete Jordan.
Zur Bestätigung seiner Worte öffnete Lin-Nakor eine geheime Tür in der Wand: Diesmal in den Wandmalereien verborgen. "Bis sie draußen merken, dass wir nicht mehr hier sind, sind wir schon lange in Sicherheit", versprach Lin-Nakor und ging voraus.
Die anderen folgten ihm kopfschüttelnd. Wie viele solcher Gänge mochte es hier wohl geben? Wahrscheinlich war jeder Raum in der Burg damit durchzogen. Die Madril schienen ein seltsames Volk zu sein.
Lin-Nakor führte sie über Treppen, Gänge und Flure, er schien jedoch genau zu wissen, wo sie sich gerade befanden. Schließlich trafen sie in einem großen Raum auf weitere Angehörige seines Volkes. Hauptsächlich Frauen und einige wenige Kinder, die sich nicht am Kampf gegen die Saat Bhai beteiligt hatten.
Nun würden sie sich als erstes überlegen müssen, wie sie die Saat Bhai vertreiben konnten.
"Wir könnten uns einen nach dem anderen schnappen", schlug Ronon vor.
„Ich habe eine bessere Idee“, sagte Lin-Nakor. „Das erklärt Ihnen auch, woher ich wusste, dass Sie Fremde aus dem Weltraum sind. Und auch, weshalb meine Leute wussten, dass wir kommen.“
Lin-Nakor erklärte, was er vorhatte. Die anderen hörten gebannt zu und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 19.11.2007, 15:28 Titel: |
|
|
Jetzt bin ich ber gespannt. Wer genau sind diese Madril wirklich?
Der Kmapf war klasse und detailiert beschreiben. Und bitte poste immer weiter^^ Ich mag "die Antiker". |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 21.11.2007, 11:23 Titel: |
|
|
Felix: So, hier kommt jetzt der letzte Teil dieser Story. Aber natürlich mache ich für dich weiter.
Teil 10
LaSalle stand in der zerstörten Überwachungszentrale und fluchte. "Wie konnte das geschehen?"
Lara Hunter stand daneben. Der Alarm hatte sie hierher geführt. „Das war Sheppard. Er ist hier gewesen.“ Noch immer ärgerte es sie, dass sie den Kampf gegen die Geliebte von Sheppard verloren hatte. Doch es gab ein Wiedersehen und dann würde es anders ausgehen.
Eine bedrückende Atmosphäre durchzog plötzlich den Raum. War es Furcht? Aber wo vor sollte sie sich fürchten?
"Spüren Sie es auch, Miss Hunter?" fragte LaSalle.
Laras Denken beherrschte auf einmal dieses Unbehagen? Sie nickte zustimmend.
Eine Explosion erschütterte die Burg, gleich darauf noch eine.
"Was war das?" fragte Lara.
LaSalle aktivierte sein Com-Link. Die Antwort kam postwendend. "Unsere ganze Energieversorgung wurde zerstört, Sir. Alle Systeme arbeiten im Moment auf Notreserve."
"Wie ist das möglich, Gomez?" fragte LaSalle seinen Mann.
"Es müssen Sheppards Leute gewesen sein. Sie haben überall Bomben gelegt."
Plötzlich gingen alle Lichter aus und aufgeregte Stimmen waren aus dem Com-Link zu hören. "Was ist los, Gomez?" rief LaSalle.
"Sir, wir werden von einer großen Übermacht angegriffen. Wir müssen uns zurückziehen. Die Notversorgung ist auch zerstört worden." Gomez Stimme war fast nicht mehr zu verstehen.
LaSalle und Lara Hunter sahen sich erschrocken an. Sheppard musste mit einer ganzen Streitmacht gekommen sein und sie hatten nichts bemerkt.
"Kommen Sie, Lara! Sehen wir uns das selbst an."
Sie liefen aus der zerstörten Sicherheitszentrale. Im Gang kamen ihnen aufgeregte Leute entgegen.
"Sir, die Übermacht der Angreifer ist zu groß. Wir haben keine Ahnung, woher sie auf einmal gekommen sind."
Weitere Explosion erschütterten die Burg. Die Grundmauern erbebten.
"Sheppard muss verrückt geworden sein. Er will die ganze Burg zerstören."
Lara Hunter sah LaSalle an: "Wir müssen die Pandora in Sicherheit bringen."
"Sie haben recht, Lara. Rufen Sie das Schiff, Leroi, und sagen Sie ihnen, dass wir auf dem Weg sind", befahl er einem seiner Männer. Gleichzeitig liefen sie los, um das Schiff zu erreichen. „Ich befehle die vollständige Evakuierung des Stützpunktes.“
Eine weitere Explosion erschütterte die Burg und auch der Gang, durch den sie liefen, zeigte schon erste Risse. Steine fielen aus der Decke, doch die Flüchtenden hatten Glück und wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.
Sie erreichten die Pandora, wo inzwischen die ersten Flüchtlinge eingetroffen waren. Alles Personal war schon an Bord oder im Begriff einzusteigen. "Raus hier", befahl LaSalle, nachdem der Letzte eingestiegen war.
Das Schiff startete. Sogar schon im Innenhof der Burg sah man die Beschädigungen. Einer der Türme stand in Flammen. Nun sahen sie auch die Jumper-Flotte, die immer wieder Angriffe gegen die Burg flogen. Bald stand die ganze Burg in Flammen. Ihr Stützpunkt war verloren. Doch zum Glück gelang ihnen die Flucht in den Weltraum. „Diese Wahnsinnigen", sagte LaSalle erschüttert. "Sie haben tatsächlich die ganze Burg zerstört. Sheppard muss total verrückt geworden sein."
"Ob er dabei den Tod gefunden hat?" fragte einer seiner Leute.
"Das glaube ich nicht", antwortete Lara. "Dieser Fuchs hat sicher für sich und seine Leute einen Fluchtweg freigehalten. Wir werden noch öfters von ihm hören. Eigentlich sollte ich wütend auf ihn sein, weil er den Stützpunkt zerstört hat, doch ehrlich gesagt, bin ich beeindruckt. Ich freue mich, auf ein weiteres Wiedersehen. Zum Glück wissen die Atlanter nicht, dass wir noch einen zweiten Stützpunkt haben. Fliegen wir dorthin."
Sheppard ließ die Madril keine Sekunde aus den Augen. Eine ganze Gruppe hatte einen Kreis gebildet und hielten sich an den Händen fest. Die Stille, die im Raum herrschte, war fast greifbar.
Ronon kam zu ihm. "Sheppard, das müssen Sie sich ansehen." Er flüsterte, denn sie wollte die Madril nicht stören.
Sheppard folgte Ronon auf den Balkon des Zimmers. Das Zimmer und der dazugehörige Balkon befanden sich auf einem der hohen Türme der Burg. So konnten sie das herrliche Panorama geniesen.
Jordan, Rhiana und Han befanden sich auch auf dem Balkon und blickten nach unten. Sheppard folgte ihrem Blick und sah die Pandora aus dem großen Hangartor fliegen. Sie schoss Luftlöcher in den Himmel.
Ronon lachte: "Lin-Nakors Plan funktioniert tatsächlich. Sie haben die Burg verlassen, als wäre eine ganze Wraith-Flotte hinter ihnen her."
"Ja", stimmte Sheppard zu. "Was mögen die Telepathen ihnen nur suggeriert haben?"
"Etwas das so furchtbar ist, dass sie keine andere Möglichkeit hatten, als die Burg sofort zu verlassen", ertönte hinter ihnen eine Stimme.
Sheppard drehte sich herum und sah Lin-Nakor hinter sich stehen. "Was?" fragte er.
„Wie ich schon sagte, fast alle Madril sind das, was Sie Telepathen nennen. Wir haben die Köpfe der Fremden mit Bildern gefüllt. Sie denken, die Burg würde angegriffen. Dazu kommen noch Explosionen. Dies geht so weit, dass sie die Burg in Schutt und Asche liegen sehen."
"Warum wirken diese Bilder nicht auf uns?"
"Wir verhindern das."
Sheppard schüttelte den Kopf. "Das muss ungeheuer anstrengend sein."
"Ja, und nur gemeinsam können wir das machen. In Zukunft soll kein Fremder von außerhalb, mein Volk beherrschen. Zumindest nicht, wenn ich es verhindern kann. Mein Volk hat gelernt, mit dieser Fähigkeit umzugehen. Es ist verboten, die Gedanken des anderen gegen dessen Willen zu lesen."
„Bei uns taten Sie das aber“, sagte Sheppard.
„Aber nur mit Widerwillen und weil mir keine andere Wahl blieb.“
"Ich hoffe, dass Sie diese Fähigkeiten nur zum Wohle Ihres Volkes einsetzen werden, Lin-Nakor?"
"Das werde ich, Sheppard. Wir könnten Verbündete werden."
"Das ist eine gute Idee", erwiderte Sheppard beeindruckt. "Unsere Aufgabe hier ist nun beendet. Wir werden Sie jetzt verlassen. Aber wir kommen wieder, wenn Sie es erlauben."
"Leben Sie wohl, mein Freund. Sie sind jederzeit willkommen“, sagte Lin-Nakor.
"Danke für alles. Unsere Reittiere gehören Ihnen. Wir haben keine Verwendung mehr für sie, da wir ein Shuttle gefunden haben, mit dem wir zu unserem versteckten Raumschiff fliegen können.“
Lin-Nakor nickte dankend. „Sie sollten Jordan fragen, wer er wirklich ist, Sheppard. Er hat sie nämlich angelogen.“
John sah ihn überrascht an. „Wer ist er dann?“
„Fragen Sie ihn das selbst, aber keine Sorge, er meint es ehrlich. Nur bei seiner Identität hat er nicht die Wahrheit gesagt.“
Atlantis
Die Excalibur hatte sicher Atlantis erreicht. Weir erzählte ihnen, dass der Spion an Bord der Daedalus gefasst worden war. Es war einer der Techniker gewesen.
Nachdem sie Weir alles berichtet hatten, gingen sie in ihr Quartier. Dorthin hatten sie Jordan bestellt. Es wurde Zeit, dass dieser ihnen die Wahrheit sagte.
Jordan kam herein. Er sah Sheppard und Rhiana an, und wusste sofort, dass etwas nicht stimmte.
„Lin-Nakor hat uns erzählt, dass du uns in Bezug auf deine Identität angelogen hast“, begann Sheppard ohne Umschweife. „Du wirst dieses Quartier nicht verlassen, bevor wir nicht alles wissen.
Jordan sah sich im Raum um. Er hatte gewusst, dass dieser Zeitpunkt kommen würde. „Was ich jetzt zu euch sage, muss unter uns bleiben. Kein Außenstehender darf etwas davon erfahren. Seid ihr damit einverstanden? Auch Weir und die anderen nicht.“
„Fang an, Jordan“, verlangte Sheppard.
Jordan sah Sheppard tief in die Augen, dann ruhte sein Blick fast zärtlich auf Rhiana.
„Es ist schwer, einen Anfang zu finden“, begann Jordan. „Ich werde damit beginnen, dass ich erkläre, wer ich bin. Mein Name ist Jordan Sheppard, aber ich bin nicht dein Cousin.“
„Ich wurde im Jahre 2006 geboren, ein Jahr in eurer Zukunft. Und ich komme 41 Jahre aus der Zukunft.“
Die beiden sahen ihn ungläubig an, denn sie ahnten plötzlich, auf was Jordan hinaus wollte.
„Ja, ihr seid meine Eltern. Das mag sich unglaublich anhören, aber es entspricht der Wahrheit. Ich bin Wissenschaftler und einer meiner Lehrer war Janus. Er baute diese Zeitmaschine, die in der Excalibur eingebaut wurde. Es war immer mein Wunsch, in diese Zeit zu reisen, wo alles begann. Doch du, Vater hast das immer verboten und meintest nur: alles zu seiner Zeit. Dann, eines Tages bist du zu mir gekommen, und gabst mir überraschend die Erlaubnis zu dieser Reise. Alles über eure Entführung hast du selbst aufgeschrieben. Deshalb wußte ich auch so gut Bescheid.“
„Ich selbst habe dir das gegeben?“
„Ja, doch ich darf nichts Näheres über die Zukunft sagen. Es geht auch darum, dass man nichts in der Zeit verändern darf. Niemand weiß, was man dadurch alles auslösen kann.“
„Aber warum bist du überhaupt das Risiko eingegangen?“ fragte Sheppard.
„Ich musste es tun. Nicht nur, dass ihr meine Eltern seid, ohne euch wäre ich ja nie geboren worden. Hätte man euch zur Erde geschafft, wäret ihr getötet worden. Die ganze Zukunft hätte anders ausgesehen. Die Saat Bhai hätten gewonnen.“
„Nein, das glaube ich nicht. Wären wir ausgefallen, hätten andere unsere Stelle eingenommen.“
„Nein, Vater. Niemand hätte deine Stelle eingenommen. Glaub mir das. Du bist der große Führer der Zukunft, dem alle folgen werden. Du hast das Konzil geeinigt und die Saat Bhai besiegt. Ohne dich und Rhiana wäre das alles nicht geschehen.“
Rhiana und Sheppard hatten sich noch nicht von der Überraschung erholt, ihrem erwachsenen Sohn gegenüberzustehen. Rhiana fühlte, dass Jordan die Wahrheit gesagt hatte. Waren das die Instinkte einer zukünftigen Mutter? Sie sah John an. Nun, wenn sie es recht überlegte, dann wäre ein Sohn und vielleicht sogar eine Tochter von John genau das, was sie wollte.
„Und wie passt meine Mutter da rein? Sie hat doch deine Identität bestätigt.“
„Ich habe ihr gesagt, wer ich bin. Wir kamen darüber überein, dass es besser wäre, wenn ihr beide nicht die ganze Wahrheit kennt. Leider haben wir nicht mit den Madril gerechnet.“
„So ist das. Du erlaubst, dass wir uns erst von dieser Überraschung erholen dürfen? Und wie lange wirst du hier bleiben? Ich meine, wann willst du in deine Zeit zurückkehren? Deine Aufgabe hier ist ja erledigt.“
„Nicht mehr lange, denn ich werde zu Hause erwartet, aber wir werden uns ja bald wieder sehen“, meinte er grinsend. „Auch wenn ich dann viel jünger sein werde.“
„Das ist Schade, aber ich verstehe dich“, sagte Sheppard enttäuscht.“
„Gut, das wäre geklärt. Und so lange ich hier bin, lassen wir es dabei, dass ich dein Cousin bin.“
„Es würde uns sowieso niemand glauben“, meinte John grinsend. „Schließlich bis du biologisch gesehen älter als ich.“
Jordan musste lachen. "Ja, das ist wahr", antwortete er. Dann stand er auf und warf noch einen kurzen Blick zurück zu seinen Eltern, bevor er ihr Quartier verließ.
Rhiana ergriff Johns Arm und sah zu ihm auf. Ihre Blicke trafen sich und keiner von beiden brauchte ein Wort zu sagen.
Sheppard flüsterte Rhiana zu: "Wie wäre es mit einem Abendessen zu zweit?"
"Gerne, John. Und anschließend müssen wir noch dafür sorgen, dass Jordan geboren wird."
Irgendwo in Atlantis.
Omega triumphierte! Alles hatte hervorragend geklappt. Alle glaubten, dass der Spion gefunden worden war. Niemand ahnte, dass dieser nur ein von ihm vorgeschobener Südenbock gewesen war. Keiner kam auf die Idee ihn zu verdächtigen. Nun konnte er in Ruhe weiter arbeiten.
E N D E |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 21.11.2007, 15:58 Titel: |
|
|
Mist. Omega ist also doch noch da. *hrmpf*
So Jordan ist also John's Sohn. Das hätte ich nicht erwartet. So viele wendungen...aber trotzdem toll. |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 22.11.2007, 13:05 Titel: |
|
|
Felix: Jordan wird natürlich im Laufe der Stories noch geboren werden. Aber jetzt geht es erst mal mit der nächsten Story weiter.
Teil 4: Lebende Legenden
1. Teil
Pegasusgalaxis
An Bord der Daedalus
General Jack O’Neill blickte gelangweilt in die vor ihm stehende Kaffeetasse. Anfangs war die Vorstellung so viele Lichtjahre von der Erde entfernt zu sein abenteuerlich gewesen. Da sie nun aber schon 17 Tage in dem Schiff festsaßen, war er froh, dass sie in etwa 24 Stunden ihr Ziel erreichen würden. Und das Wissen, dass die Erde dann nur einen Schritt entfernt war, gefiel ihm noch mehr.
Es war schon seltsam, dass sie 18 Tage für den Hinflug brauchten, aber nur einen Schritt durch das Wurmloch machen mussten, um wieder auf der Erde zu sein. Ihr Ziel war Atlantis, die sagenhafte Stadt der Antiker, die sie vor fast zwei Jahren in der Pegasusgalaxis entdeckt hatten. Und dort gab es ein Sternentor mit einem ZPM, mit dem man die Erde anwählen konnte. Der Erde fehlte ein solches Modul, weswegen sie gezwungen waren mit der Daedalus zwischen der Erde und Atlantis hin und her zu pendeln.
Dies war O’Neills erster Besuch in Atlantis. Jedes Mal wenn er es vorgehabt hatte, war etwas dazwischen gekommen. Diesmal hatte es endlich geklappt. O’Neill trank seinen letzten Schluck Kaffee aus und stellte den Becher zur Seite. Dann stand er entschlossen auf. Es war nach Bordzeit mitten in der Nacht und Carter wartete sicher auf ihn.
Ihr machte die lange Reise nichts aus, im Gegenteil, so hatte sie endlich Zeit für Sachen gehabt, die sie immer aufgeschoben hatte. Die meiste Zeit saß sie am Computer und schrieb oder studierte die alten antikischen Forschungsunterlagen. Bei Daniel war es dasselbe. Auch er saß hauptsächlich über seinen Studien über die Antiker. Und Colonel Mitchell und Teal’c vertrieben sich die Zeit mit Kampftraining. Außerdem unterrichtete Teal’c Mitchell in der Jaffasprache. Mitchell fand, dass es von Vorteil sein könnte, die Sprache der Verbündeten verstehen und sprechen zu können.
Die Daedalus war etwas größer als die Prometheus, die leider vor kurzem in einem Kampf zerstört worden war. Wehmut überkam ihn, denn mit dem Schiff hatte er so manches Abenteuer erlebt. Doch wie hätte ein Schiff überleben können, das man nach einer griechischen Tragödie Prometheus nannte. Vielleicht hätte er es doch Enterprise nennen sollen.
In der Daedalus hatten die Passagiere auch mehr Raum für sich, denn außer ihnen reisten noch Wissenschaftler, Techniker und Soldaten mit, die diejenigen in Atlantis ablösten, welche nach Hause wollten. Denn nicht alle wollten auf Dauer in Atlantis leben. Atlantis war ein gefährlicher Ort. Immer wieder hatten sie dort Verluste an Menschenleben zu beklagen. Aber auch die SG-Teams auf der Erde lebten nicht ungefährlich. Dort war die Todesrate leider ebenfalls sehr hoch. Doch jeder, hier in Atlantis und auch auf der Erde, wusste, auf was er sich einließ.
Während O’Neill so in Gedanken vertrieft war, hatte er ohne es zu wollen, die Brücke erreicht. Er beschloss, noch einen Blick auf die Brücke zu werfen. Um diese Zeit herrschte dort keine so große Hektik wie in der Tagesschicht. Der kommandierende Offizier der Nachtschicht, Lt. Laura O’Connor, erhob sich aus dem Sessel, als sie den General eintreten sah.
„General O’Neill, willkommen auf der Brücke! Ist etwas nicht in Ordnung?“
„Bleiben Sie sitzen, Lieutenant. Es ist nichts passiert. Ich konnte nicht schlafen und bin irgendwie hier gelandet.“
„Oh! Nun, hier ist auch ein besonderer Ort. An keinem Platz im Schiff haben Sie so einen fantastischen Ausblick auf die Sterne.“
„Nur das man keine Sterne sieht, außer diesem seltsamen, Schwindel erregenden Tunnel, durch den wir fliegen. Das kann einen ganz verrückt machen.“
Lt. O’Connor unterdrückte ein Lächeln. „Ich kann Sie beruhigen, Sir. In genau 18 Stunden und 20 Minuten sind wir in Atlantis.“
„Sehr schön, wenn Sie erlauben, sehe ich mich noch etwas hier um und gehe dann meinen Freund, den Asgard besuchen. Es ist zwar nicht Thor, aber ich mag ihn trotzdem.“
„Hermiod ist ein nettes kleines Kerlchen. Und er scheint dauernd im Dienst zu sein“, meinte O’Connor stirnrunzelnd.
„Genau diesen Eindruck habe ich auch. Vielleicht sollte ich die Asgard einmal besuchen und nachsehen, was die so in ihrer Freizeit treiben.“
O’Neill drehte noch eine Runde über die Brücke und war im Begriff durch das Schott auf den Gang hinaus zu gehen, als ein Schlag das Schiff traf und es kräftig durchschüttelte. O’Neill konnte sich gerade noch am Schott festhalten, damit er nicht zu Boden stürzte.
Ein weiterer Schlag ging durch das Schiff. Hektik breitete sich auf dem Schiff aus und Alarmsirenen heulten durch alle Decks. Innerhalb kürzester Zeit stürmten die dienstfreien Mannschaftsmitglieder auf die Brücke, unter ihnen Colonel Steven Caldwell, der Kommandant des Schiffes.
Er war ein großer hagerer Mann in O’Neills Alter, der einen kurzen Blick auf den General warf, sich dann an seine Leute wandte. „Bericht!“
Lt. O’Connor hatte den Sitz geräumt und Caldwell nahm Platz. „Ausfall des Hyperantriebs, Sir! Wir sind in den Normalraum zurückgekehrt.“
In der Tat konnte man plötzlich die Sterne wieder sehen. Das Schiff hatte den Hyperraum verlassen.
„Wie ist das möglich“, wollte Caldwell wissen.
O’Neill beobachtete alles aus dem Hintergrund. Er wollte sich nicht einmischen. Caldwell verstand seinen Job. Daran änderte auch nichts, dass er kurzfristig Wirt für einen Goa’uld gewesen war. Das waren Carter und er schließlich auch gewesen, auch wenn es sich in ihrem Fall um Tok’ra gehandelt hatte.
Der Asgard im Maschinenraum meldete sich. „Colonel Caldwell, hier Hermiod. Es war Sabotage. Es wird einige Zeit dauern, bis wir weiterfliegen können.“
„Wie konnte das geschehen?“, fragte Caldwell zurück.
Inzwischen tauchte das SG-1-Team auf der Brücke auf. Caldwell warf ihnen einen kurzen Blick zu, und obwohl er jeden anderen von der Brücke geworfen hätte, der hier nichts zu suchen hatte, sagte er nichts. Dies waren besondere Gäste und sie genossen eben Sonderrechte. Und wie käme er dazu, einen General von seiner Brücke zu werfen? Das könnte das Ende seiner Karriere bedeuten.
„Wir haben einen Saboteur an Bord“, sagte Teal’c.
Jeder blickte den Jaffa an, denn Teal’c mischte sich nur in eine Unterhaltung ein, wenn er etwas Wichtiges zu sagen hatte.
„Einen Saboteur?“, fragte O’Neill.
„Wie erklärst du dir das sonst, O’Neill? Dieses Schiff ist das bestgeschützte Schiff in der ganzen Erdenflotte. Nur jemand der Zugang zu den Systemen hat, kann das bewerkstelligen.“
„Teal’c hat recht“, stimmte Carter zu. „Und das engt den Kreis der Verdächtigen stark ein.“
„Die Frage ist, warum ausgerechnet hier?“, fragte Mitchell.
Alle blickten nun ihn an.
„Der Saboteur hätte es an jeder Stelle machen können. Warum also gerade hier?“
Caldwell reagierte sofort. Das ähnelte zu sehr dem Vorfall mit dem Wraith-Virus, als Weir, Sheppard und McKay an Bord gewesen waren. Damals hatte sich ein Notsignal eingeschaltet und die Wraith alarmiert.
Er wandte sich an einen seinen Funkoffizier. „Sendet das Schiff irgendwelche Signale aus?“
Die Frau betätigte einige Schalter und studierte die Anzeigen. „Sir, als das Schiff den Hyperraum verließ, hat es ein kurzes Signal abgesandt.“
„Dann bekommen wir gleich Besuch. Alarmstufe 1! Schutzschild auf volle Leistung.“
„Colonel, der Schild lässt sich nicht mehr hochfahren!“
„Was?“, Caldwell wurde blass. Damit waren sie jedem Angreifer hilflos ausgeliefert. „Senden Sie einen Notruf an Atlantis. Vielleicht können sie uns Hilfe schicken.“
„In welcher Form?“, wollte O’Neill wissen.
In diesem Moment öffneten sich drei Hyperraumfenster, aus denen Schiffe hervor schossen. Es waren eindeutig Schiffe antikischer Bauart, in etwa so groß wie die Daedalus. Die Schiffe kreisten die Daedalus ein.
„Sie rufen uns!“
„Auf den Schirm“, befahl Caldwell.
„Erdenschiff! Wir fordern Sie auf, sich sofort zu ergeben!“
„Hier spricht Colonel Steven Caldwell, Commander der Daedalus. Identifizieren Sie sich erst einmal selbst“, verlangte Caldwell.
„Das haben wir nicht nötig“, sagte die blonde junge Frau auf dem Bildschirm und lächelte.
O’Neill kam nach vorne. „General Jack O’Neill. Mit wem habe ich die Ehre.“
Die Frau sah auf den General, doch sie wirkte nicht überrascht, ihn zu sehen. „Lara Hunter, an Bord der Pandora, einem Schiff der Saat Bhai. Wir haben nicht die Absicht Ihnen oder dem Schiff etwas anzutun, General. Geben Sie ihren Passagier heraus und alle können dann unbehelligt ihrer Wege ziehen.“
„Die Erde hat ein Abkommen mit den Arya Varta, Miss Hunter!“
O’Neill wusste, wer die Frau ihm gegenüber war. Colonel Sheppard hatte einen ausführlichen Bericht über sie an das Stargate-Kommando gesandt. Sie hatten angenommen Lara Hunter hätte die Pegasusgalaxis verlassen. Ein Irrtum, wie sich nun herausstellte. Und nun mussten sie annehmen, dass die Saat Bhai, deren Führer Colonel Sheppard Vater Philipp war, weitere Stützpunkte in der Pegasusgalaxis errichtet hatten. Das war ganz klar ein Verstoß gegen den Vertrag zwischen den Menschen der Erde und den Arya Varta, der Antikernation auf der Erde. Das würde Konsequenzen nach sich ziehen, sobald Jack wieder auf der Erde war.
O’Neill selbst hatte die Verhandlungen geführt, und er kannte jede Einzelheit des Vertrages. Und der sagte aus, dass es den Arya Varta untersagt war, Stützpunkte in der Pegasusgalaxis zu unterhalten. Und das bezog sich auch auf die Saat Bhai-Nation, einem Seitenzweig der Arya Varta, die nicht viel von den Menschen hielten und sie stattdessen lieber versklavt hätten. Philipp Sheppard war der geheime Anführer der Saat Bhai und O’Neill hatte ihm unter vier Augen gesagt, dass er dies wusste. Und ihm dabei versichert, dass ihn die internen Streitereien der Arya Varta und der Saat Bhai nichts angingen, solange dabei kein Mensch zu Schaden kam.
„Ich kenne den Vertrag, aber dies hier hat nichts mit den Arya Varta zu tun, General, es ist persönlich. Rücken Sie ihren Passagier heraus, sonst holen wir sie uns mit Gewalt.“
„Ich habe keine Ahnung von wem Sie sprechen, Miss Hunter!“
„Lügen Sie mich nicht an“, zischte Lara vom Bildschirm her. „Sie haben genau zehn Minuten Zeit, dann entern wir sie.“
Die Verbindung wurde getrennt und Caldwell wandte sich an O’Neill. „Wen will sie denn haben, General?“
„Teal’c hat mit dem Saboteur mehr als recht. Und es müssen auch Spione im SGC sein. Außer SG-1 und mir kennt niemand ihre wahre Identität an Bord. Jemand auf der Erde muss sie verraten haben.“
Caldwell wusste immer noch nicht, wen der General meinte. „Wen denn, General?“
„Vanessa Sheppard. Wir haben sie unter falschem Namen auf das Schiff gebracht.“
Caldwell schluckte erst einmal. Natürlich wusste er, wer diese Frau war: die Mutter von John Sheppard.
„Wieso ist sie an Bord?“
„Durch einen dummen Zufall erfuhr ihr Mann, dass Mrs. Sheppard gegen ihren Mann spioniert. Sie musste fliehen, sonst hätte Sheppard sie ohne zu zögern töten lassen.“
„Seine eigene Frau?“, fragte Caldwell entsetzt.
„Er hat keine Sekunde gezögert, seinen Sohn zu töten. Das der Colonel noch lebt, verdankt er nur seinen Freunde. Haben Sie den Bericht nicht gelesen?“
„Natürlich habe ich das, General, aber was machen wir nun? Die zehn Minuten sind fast um.“
„Wir werden Vanessa auf keinen Fall ausliefern“, sagte O’Neill. „Das wäre ihr Tod. Wie sieht es mit dem Antrieb aus? Können wir nicht fliehen?“
„Wir brauchen noch mindestens eine Stunde“, ertönte Hermiods Stimme.
„Das ist zu lang. Teal’c, Mitchell, holt Mrs. Sheppard. Ihr beide seid für ihr Leben verantwortlich“, befahl O’Neill.
Die beiden verschwanden. In diesem Moment wurde ihnen ein Schuss vor den Bug gesetzt, der sie zwar kräftig durchschüttelte, aber sonst keinen Schaden anrichtete. Gleich darauf erschien das Gesicht von Lara Hunter erneut auf dem Bildschirm.
„Nun, wie haben Sie sich entschieden, General? Es täte mir Leid, Sie töten zu müssen, aber wenn es sein muss, werde ich es tun.“
„Wir haben keine Ahnung, wen Sie meinen“, versuchte O’Neill es nochmals.
„Genug der Lügen. Machen Sie sich zur Enterung bereit.“
Gleichzeitig eröffneten die Schiffe erneut das Feuer. Caldwell befahl zurück zu schießen, doch es war klar, dass sie ohne Schilde keine Chance hatten.
„Wie sehen die Schilde aus?“, fragte der Kommandant nach.
„Sie stehen auf 20%.“
Erneut wurde das Schiff von einigen Treffern erschüttert, doch anscheinend wollten die Antiker das Schiff wirklich nicht zerstören. Es waren nur Schäden an unwichtigen Bereichen, wo sich kaum Menschen aufhielten. Außerdem ging die Entermannschaft an Bord.
„Wir werden über den Backbordhangar geentert.“
Caldwell hatte damit gerechnet. „Schicken Sie einige Trupps zur Verteidigung hinunter. Sie sollen die wichtigen Bereiche schützen.“
„Sir, ein weiteres Hyperraumfenster öffnet sich.“
„Auf den Schirm!“, befahl Caldwell seufzend. Ein weiteres Schiff würde ihr endgültiges Ende bedeuten.
„Es ist ein Kriegsschiff der Antiker, aber es ist von anderer Bauart, als das der Angreifer.“
Über Caldwells Gesicht zog sich ein erfreutes Lächeln. Er hatte das Schiff sofort erkannt. „Haltet aus!“, rief er. Und an O’Neill gewandt. „Hilfe ist da, General.“
„Alles, was ich sehe, ist ein weiteres Schiff der Antiker.“
„Ja, aber eines von uns.“
Da eröffnete das neue Schiff auch schon das Feuer, doch es feuerte nicht auf die Daedalus, sondern auf die Angreifer, die von der Aktion überrascht wurden. Das Führungsschiff erhielt einen Treffer und driftete ab. Raumgleiter schossen aus dem Hangar des Neuankömmlings, zu denen auch einige atlantische Jumper gehörten.
„Sie rufen uns.“
„Antworten Sie“, befahl Caldwell.
Auf dem Bildschirm erschien nun das Gesicht von Colonel John Sheppard. „Hier Sheppard, an Bord der Orion. Colonel, ich nehme an, Sie können Hilfe gebrauchen?“
„Das kann man wohl so sagen, Sheppard. Ich habe mich noch nie so gefreut, Ihr Gesicht zu sehen. Ich habe wichtige Gäste an Bord. Und wir werden geentert.“
Sheppards lächeln verschwand sofort. „Wie steht es bei Ihnen an Bord?“
„Unser Hyperantrieb wurde beschädigt. Wir können in frühestens einer Stunde wieder starten.“
„Dann sorge ich dafür, dass Sie diese Stunde haben, Sheppard aus!“
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 22.11.2007, 15:03 Titel: |
|
|
Ok. Interesannt.
Das war ein tolles Kapitel. Jetzt bin ich lediglich gespannt wie es ausgeht. Schließlich steht es jetzt für die Erde besser. Doch der Entertrup könnte Probleme machen. |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 23.11.2007, 12:44 Titel: |
|
|
Felix: So, es geht weiter. Mal sehen, ob dir das Kapitel auch gefällt.
Teil 2
Inzwischen hatten Mitchell und Teal’c das Quartier von Vanessa Sheppard erreicht. Als sie um Einlass baten, wurde ihnen sofort geöffnet.
„Vanessa! Kommen Sie schnell mit uns. Ihr Leben ist in Gefahr“, sagte Mitchell.
„Mein Leben?“, Vanessa sah ihn erstaunt an. Der Kampf hatte sie aus tiefem Schlag gerissen. Zum ersten Mal seit langer Zeit konnte sie wieder ruhig schlafen. Hier an Bord fühlte sie sich sicher. Und nun sollte das vorbei sein?
„Wir werden angegriffen. Es sind die Saat Bhai. Sie haben den Hyperraumantrieb sabotiert und sind mit drei Schiffen aufgetaucht. Sie verlangen Ihre Herausgabe. General O’Neill versucht sie hinzuhalten, doch ich befürchte, er wird damit keinen Erfolg haben.“
„Wohin wollen Sie mich bringen?“
„An Bord eines der Gleiter. Er besitzt einen Hyperantrieb. Wir versuchen damit Atlantis zu erreichen.“
„Ich soll alle an Bord im Stich lassen? Das kommt nicht in Frage.“
„Mrs. Sheppard, nur Ihretwegen sind die Leute in Gefahr. Sind Sie fort, haben die Saat Bhai keinen Grund mehr anzugreifen.“
Vanessa sah Teal’c erstaunt an. Bisher hatte der Jaffa kaum ein Wort an sie gerichtet. Doch was er sagte, hatte Hand und Fuß. „Dann los!“
Sie liefen los. Bis zum Hangar mit den Gleitern mussten sie drei Decks nach unten gehen. Auf halbem Weg heulte der Alarm durch das Schiff und Caldwells Stimme war zu hören. „Achtung, hier spricht der Kommandant! Wir werden durch das Backbordhangartor geentert. Alle Militärangehörigen werden aufgefordert, sich zu bewaffnen und sich zum Kampf bereitzumachen. Allen anderen wird empfohlen, in ihren Quartieren zu bleiben, bis alles vorbei ist!“
„Können Sie mit einer Waffe umgehen, Vanessa?“, fragte Mitchell.
„Selbstverständlich. Ich habe auch einige Selbstverteidigungskurse gemacht.“
„Sehr gut“, Mitchell gab ihr eine Waffe. Dann gingen sie vorsichtig weiter. „Wir benutzen das Steuerbordhangardeck. Dort gibt es auch Gleiter.“
Doch sie kamen nicht so weit. Kurz vor ihrem Ziel trafen sie auf bewaffnete Truppen.
„Das ist sie!“, hörten sie eine Stimme rufen.
„Verflucht!“, Cameron packte Vanessa und zog sie in einen Seitengang. „Wir kommen nicht bis zum Hangar, Teal’c. Sie schneiden uns vorher den Weg ab.“
„Colonel Mitchell, ich habe eine Idee. Gehen wir in den Maschinenraum.“
„Was sollen wir denn dort?“, fragte Mitchell.
„Der Asgard kann uns überall hinbeamen.“
„Dazu brauchen wir gar nicht in den Maschinenraum zu gehen“, meinte Cameron. Er aktivierte sein Funkgerät. „Hermiod, hier Colonel Mitchell. Kannst du Teal’c, Mrs. Sheppard und mich erfassen?“
Die Eindringlinge waren ihnen inzwischen gefolgt und es kam zum ersten Schusswechsel.
„Hier Hermiod! Ich habe Sie alle drei erfasst.“
„Beam uns zu dir runter. Wir werden beschossen.“
Sekunden später standen sie im Maschinenraum. „Was ist passiert?“, fragte der Asgard.
„Die Angreifer haben uns den Weg zum Hangardeck abgeschnitten. Also blieb uns nur dieser Weg zur Flucht.“
„Wir haben inzwischen Hilfe bekommen“, sagte Hermiod.
„Wen?“
„Colonel Sheppard ist mit einem antikischen Kriegsschiff aufgetaucht“, erklärte Hermiod.
„Mein Sohn ist hier?“, fragte Vanessa erfreut.
„Antikisches Kriegsschiff?“, fragte Cameron.
„Eine lange Geschichte“, erklärte Hermiod.
„Wir sollten Mrs. Sheppard auf das Schiff beamen. Dann ist sie in Sicherheit“, warf Teal’c ein.
„Und am besten den General und auch Carter dazu“, meinte Mitchell. „Die beiden sind wichtig und wären dort in Sicherheit.“
„Das ließe sich machen“, sagte Hermiod. „Ich erfasse ihr Signal und beame sie an Bord der Orion.“
Etwas vorher
An Bord der Orion
„Antrieb, Schilde und Energie auf dem höchsten Level“, klärte sie McKay auf.
Sheppard, der es sich im Sessel des Captains gemütlich gemacht hatte, schien damit aber nicht zufrieden zu sein. „Was ist mit den Waffen?“
„Willst du es ausprobieren? Dann los, nur haben wir kein richtiges Ziel.“
„Ich werte das als ein Ja“, sagte Sheppard.
Rhiana konnte ein Grinsen nicht mehr unterdrücken. Manchmal verhielten sich die beiden wie kleine Jungs. Seit über zwei Stunden ging das schon so zwischen den beiden. Es schien ihnen richtig Spaß zu machen sich gegenseitig aufzuziehen.
„Lorne, wie sieht es bei den Jumpern aus?“
Aus dem Backbord-Hangardeck meldete sich Major Lorne, der die dort stationierten Jumper überwachte und dafür sorgte, dass sie einsatzbereit waren. „Alles klar, Sir! Wenn nötig, können wir jederzeit mit ihnen starten.“
Sheppard nickte zufrieden. Die Orion hatten sie auf dem Planeten Taranis entdeckt. Das alte Kriegsschiff aus Antikerbeständen hatte jedoch nicht funktioniert, weil die Taranis nicht so viel Ahnung von der Antikertechnik gehabt hatten, als die Menschen. Zu ihrem Pech hatten die Leute ihre Forschungsstation auf einem Super-Vulkan errichtet, der ihnen sehr übel nahm, dass sie die Energie für die Betreibung des Schutzschildes vom Vulkan abzapften.
Das hatte der Vulkan nicht verkraftet und er war ausgebrochen. Die Atlanter hatten ihnen bei der Evakuierung und der Suche einer neuen Heimat geholfen. Als Dank durften sie die Orion benutzen. McKay und seine Wissenschaftler hatten das Schiff repariert und nun befanden sie sich auf einem weiteren Testflug.
„Sir, ich fange einen Hilferuf auf!“
Erstaunt blickte Sheppard den Funkoffizier an. „Von wem und woher?“
„Es ist die Daedalus, Colonel! Ihr Hyperantrieb wurde sabotiert und ihr Schiff hat ein Signal ins Unbekannte ausgesandt. Sie bitten Atlantis um Hilfe.“
„Das kommt mir sehr bekannt vor“, meinte Sheppard. „Wie lange brauchen wir dort hin?“
„Wir sind zufällig ganz in ihrer Nähe. Fünfzehn Minuten bei Höchstgeschwindigkeit“, lautete die Antwort.
„Dann los. Atlantis kann im Grunde auch keine Hilfe schicken. Die Jumper sind schließlich ohne Hyperantrieb. Lorne! Haben Sie das mitbekommen?“
„Ja, Sir! Sobald wir am Ziel sind, starten wir.“
„Sehr gut!“
Genau nach der angegebenen Zeit erreichten sie ihr Ziel und sprangen zurück in den Normalraum. Nachdem Sheppard sein Gespräch mit Caldwell beendet hatte, wandte er sich an Lorne und seine Piloten. „Heizen Sie ihnen ein! Wir müssen Zeit für die Daedalus herausholen.“
„Verstanden, Colonel!“
Auf dem Bildschirm verfolgte Sheppard den Kampf der Jumper gegen die drei antikischen Schiffe, deren Bauart im sehr bekannt waren. „Das sind Schiffe der Saat Bhai. Ich dachte, die hätten wir vertrieben.“
„Die geben wohl nie auf“, meinte Rhiana aufgebracht.
Auch die Kampfgleiter der Daedalus griffen nun verstärkt in den Kampf ein. Ein heißer Luftkampf entbrannte im Raum zwischen den vier Schiffen, an dem sich auch die großen Raumschiffe selbst beteiligten. Sheppard säße viel lieber in einem der Jumper, aber schließlich spielte er im Moment den Captain. In Atlantis würde er dafür sorgen, dass die Orion einen richtigen Captain bekam. Er kannte auch schon den richtigen Mann, dem er diese Verantwortung zutraute.
Plötzlich wurde trotz aller Bemühungen seitens der Atlanter die Daedalus schwer getroffen. Einen weiteren solchen Treffer würde das Schiff endgültig kampfunfähig machen. Und das wollte Sheppard auf keinen Fall zulassen.
„Setzen Sie die Orion zwischen die Daedalus und den Angreifern. Unsere Schilde können noch einige Treffer aushalten.“
„Aber nicht ewig!“, hörten sie McKay aus dem Hintergrund rufen. „Die Schilde sind auf 60% gesunken.“
„Wie ich sagte“, meinte Sheppard. „Noch viele Treffer.“
„Ein Funkspruch von der Daedalus!“, rief der Funker erneut.
„Stellen Sie durch!“
„Hier Hermiod! Colonel Sheppard, machen Sie sich bereit, einige wichtige Passagiere an Bord zu beamen.“
„Aber unsere Schilde sind hoch!“
„Senken Sie diese“, befahl Hermiod.
„Ist der verrückt geworden? Dann sind wir wehrlos!“, rief McKay in Panik.
„Nur für ein paar Sekunden“, verlangte Hermiod erneut.
„Na schön! Auf dein Zeichen, Hermiod“, gab Sheppard nach. Er war gespannt, wer diese wichtigen Personen waren, für die sie ihr Leben aufs Spiel setzen mussten.
„Jetzt!“, hörten sie Hermiod rufen.
Die Schilde wurden gesenkt und prompt bekam die Orion einen Treffer ab, der aber zum Glück keinen großen Schaden anrichtete. Drei Personen materialisierten auf der Brücke und der Techniker schaltete die Schilde wieder ein. Keine Sekunde zu früh, mehrere Drohnen trafen den Schild in dem Moment, an dem er wieder stand. Diesmal hätte es genau die Brücke getroffen. Dank des Schildes wurde das Schiff nur kräftig durchgeschüttelt, aber die Schäden hielten sich in Grenzen.
„Jetzt reicht es!“, rief Sheppard wütend durch das trotzdem entstandene kurze Chaos.
Nachdem alles wieder einiger Maßen normal war, konnte Sheppard endlich einen Blick auf die drei Personen werfen. Als erstes sah er Colonel Samantha Carter und zu seiner großen Überraschung General Jack O’Neill. Wieso hatte ihnen niemand mitgeteilt, dass sich die beiden an Bord der Daedalus befanden? Traute man ihnen etwa nicht mehr?
„Sir!“, Sheppard stand schnell von seinem Sitz auf.
„Bleiben Sie sitzen, Sheppard“, winkte O’Neill ab. „Es ist Ihr Schiff und Ihr Kampf.“
John setzte sich wieder und versuchte einen Blick auf die dritte Person zu werfen, die sich bisher hinter dem breiten Rücken des Generals verborgen hatte. Die Person trat jetzt einen Schritt zur Seite.
Sheppard glaubte seinen Augen nicht zu trauen und war froh, dass er schon saß. „Mutter! Du?“
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
FelixE Bestsellerautor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.09.2007 Beiträge: 554 Wohnort: Fränkische Schweiz
|
Verfasst am: 23.11.2007, 15:07 Titel: |
|
|
| Dahe kam die Orion also. Ich würde sagen der Kampf bleibt spannend...bzw. beginnt erst. War ein gutes Kapitel. Hermoid fand ich ja am Besten..der kleine bohrt so lange nach bis man ihn machen lässt. Ansonsten fand ich's wieder gut. |
|
| Nach oben |
|
 |
Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
|
Verfasst am: 24.11.2007, 18:26 Titel: |
|
|
Felix: Es geht weiter für dich.
Teil 3
Vanessa Sheppard machte einen Schritt auf ihren Sohn zu, und gleich darauf lagen sich die beiden in den Armen.
„Du siehst gut aus, Mutter. Doch sag mir, warum bist du hier?“, fragte Sheppard, nachdem er seine Mutter wieder losgelassen hatte.
Ein weiterer Treffer verhinderte, dass Vanessa antworten konnte. Schnell lief John zu seinem Sessel zurück.
„Ich glaube die Erklärungen sollten wir auf später verschieben. Sehen wir erst einmal zu, dass wir die Saat Bhai vertreiben.“
Der Kampf wogte noch immer ziemlich ausgewogen hin und her. Schließlich aber gaben die drei Saat Bhai-Schiffe auf. Sie waren kleiner als die ORION, die eine überlegene Feuerkraft besaß. Als eines der feindlichen Schiffe schwer beschädigt wurde, zogen sich alle zurück.
„Gute Arbeit!“, lobte O’Neill.
„Danke, Sir! General, niemand sagte etwas davon, dass Sie und Colonel Carter uns in Atlantis besuchen kommen. Dr. Weir wird aus allen Wolken fallen.“
„Wir haben es aus gutem Grund geheim gehalten. Ihre Mutter ist der Grund, Colonel“, sagte O’Neill. „Und es hat nichts damit zu tun, dass wir Ihnen womöglich nicht trauen.“
Konnte der General etwa seine Gedanken lesen? Misstrauisch blickte John ihn an, doch ein Blick in die Augen O’Neills sagte ihm, dass er nicht angelogen wurde.
„Was hast du damit zu tun, Mutter?“, fragend blickte John jetzt Vanessa an. „Was machst du überhaupt an Bord der DAEDALUS?“
Sie sah etwas betreten zu Boden. Dann schien sie sich zu fassen und blickte ihren Sohn an. „Durch einen dummen und nicht vorhersehbaren Umstand, kam mein lieber Mann hinter mein Geheimnis. Ich war gezwungen, Hals über Kopf zu fliehen. Dein Vater setzte mir einige Killer auf die Fersen, doch es gelang mir, mich mit dem General in Verbindung zu setzen. SG-1 hat mich gerettet und ins SGC gebracht. Dort wurde entschieden, dass der einzige sichere Platz in Atlantis wäre. Ein Irrtum, wie sich nun herausstellt.“
„Wieso das denn?“, wollte John wissen.
„Die drei Schiffe haben uns nur aus einem Grund überfallen: Sie wollten Ihre Mutter“, erklärte O’Neill. „Jemand im SGC muss für die Saat Bhai arbeiten. Sobald wir in Atlantis sind, müssen wir diese Nachricht durchgeben. General Landry muss sich darum kümmern.“
„Informieren Sie Dr. Weir über unsere baldige Ankunft“, befahl Sheppard dem Funkoffizier. „Und was ist mit der DAEDALUS? Verbinden Sie mich mit Colonel Caldwell.“
Gleich darauf erschien Caldwell auf dem Bildschirm. „General, Colonel, alles in Ordnung bei Ihnen?“
„Das Gleiche wollte ich gerade Sie fragen, Colonel“, antwortete Sheppard.
„Wir brauchen einige Stunden zur Reparatur. Fliegen Sie den General und Ihre Mutter nach Atlantis, Sheppard. Das ist ein Befehl.“
„Was ist mit Ihnen?“, fragte Sheppard zurück.
„Kümmern Sie sich nicht um uns.“
„Gut, dann lasse ich Ihnen die Jumper zu Ihrem Schutz da. Sie können nach der Reparatur bei ihnen auf einem der Decks landen“, sagte Sheppard.
„Einverstanden! Und nun machen Sie sich vom Acker!“
Sheppard grinste und beendete die Verbindung. „Sie haben es gehört, Steuermann! Kurs auf Atlantis.“
O’Neill hatte nichts dazu gesagt. Es war ihm nicht recht, dass wegen ihm so viel Aufsehen gemacht wurde, aber schließlich war er nun ein General. Und dann war da noch Vanessa Sheppard und Carter. Er blickte zu Sheppard, der souverän seine Befehle gab, bis sie in den Hyperraum eintauchten.
Dann wandte John sich an O’Neill. „General, in einigen Stunden sind wir am Ziel. Machen Sie es sich gemütlich.“
„Danke, Colonel! Und Sie lassen sich nun ablösen. Sicher haben Sie und ihre Mutter sich viel zu erzählen.“
„Danke, General, das ist richtig.“
Nur kurze Zeit später hatte seine Ablösung den Sitz eingenommen und Sheppard führte seine Mutter in sein Quartier auf der ORION. Es war nicht sehr groß, aber gemütlich eingerichtet.
Er blickte seine Mutter an. Seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, war über ein Jahr vergangen. Sie hatte sich verändert. Sie trug ihr dunkles Haar nun kurz, was ihr aber sehr gut stand und die Ähnlichkeit mit ihm noch mehr hervorhob. Ihre schlanke makellose Figur machte sie jünger, als sie war. Vanessa trug einen beigefarbenen Hosenanzug, dessen Farbe gut zu ihren Augen passte.
Auch Vanessa musterte ihren John mit Wohlgefallen. Obwohl er so weit von ihr weg war, wurde sie über jeden seiner Schritte und Abenteuer informiert. General O’Neill hatte ihr heimlich jeden seiner Missionsberichte zukommen lassen. Es war bedauerlich, dass ihre Tarnung aufgeflogen war, doch andererseits freute sie sich darauf, das Leben ihres Sohnes nun teilen zu dürfen.
John war ein gut aussehender Mann, auf den die Frauen flogen. Doch sie wusste, dass er nur eine Frau liebte. „Wie geht es Rhiana?“
„Sehr gut. Ihr könnt euch nachher gerne unterhalten. Doch nun sag, wie sieht es auf der Erde aus, und wie kam es dazu, dass du enttarnt wurdest?“
„Das war ein dummer Zufall. Wir wurden belauscht, als ich einen Bericht durchgab. Es war Kimura, der nicht aufgepasst hat. Er hat es jedoch bemerkt und mich gewarnt, damit ich fliehen konnte. Philipp hat mir sofort Killer hinterher gehetzt. Kannst du dir das vorstellen? Wir sind nun über 50 Jahre verheiratet.“
„Dein Mann, mein Vater wollte auch mich töten. Oder hast du das etwa vergessen. Wie kann er nur mein Vater sein? Ich schäme mich für ihn. Er ist ein gemeiner und gewissenloser Mörder.“
„Etwas, das ich lange auch nicht glauben konnte, bis Kimura mich überzeugte. Ich war mir immer dem Risiko bewusst, gegen ihn zu arbeiten.“
Sie erzählte ihm dann, wie das SG-1-Team sie vor den Killern gerettet und nach Cheyenne-Mountain gebracht hatte. Dort wartete sie dann die Ankunft und den erneuten Abflug der DAEDALUS ab. Erst in letzter Minute entschlossen sich O’Neill und das SG-1-Team, sie nach Atlantis zu begleiten.
„Nun werde ich deinen Schutz übernehmen“, versprach John seiner Mutter.
„Schön, mein Sohn, aber ich kann auch gut auf mich aufpassen.“
„Nicht gegen diese Killer, glaub mir das.“
Danach unterhielten sie sich noch eine Zeit lang, dann ging John zurück zur Brücke. Dort fand er O’Neill und Rhiana ins Gespräch vertieft vor.
„McKay und Carter sind im Maschinenraum und streiten sich. Jeder glaubt im Recht zu sein“, meinte Rhiana belustigt.
„Ihre Freundin ist eine sehr charmante und eine reizvolle Gesellschafterin,“ meinte O’Neill. Er lächelte amüsiert vor sich hin, als er Sheppards Blick bemerkte und goss noch Öl auf die Wunde. „Sie hat mir viel über Sie erzählt.“
Jetzt warf Sheppard Rhiana einen bitterbösen Blick zu. Na warte, dachte er, sie würde etwas zu hören bekommen. Wie kam sie denn dazu, dem General persönliche Dinge zu erzählen? Während er mit seiner Mutter ernste Gespräche führte, amüsierte sie sich mit O’Neill. John fühlte wie die Eifersucht in ihm hochstieg, und sah schnell weg, damit es niemand bemerkte.
Doch Rhiana schien es zu spüren. Sie trat neben ihn. „Komm schon, John“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Der General will dich nur ärgern.“
„Ach wirklich?“, John war noch nicht zufrieden.
Rhiana konnte nur mit Mühe ein Lachen unterdrücken. John sah so süß aus, wenn er ein solches Gesicht machte. Wie ein kleiner Junge, dem man sein Spielzeug weggenommen hatte. „Ich werde es später wieder gut machen. Versprochen!“
Nun, das hörte sich schon besser an.
„Und wie geht es Vanessa?“
„Sie würde sich gerne mit dir unterhalten“, sagte John. „Sie ist in meiner Kabine.“
„Schön“, Rhiana verschwand hüftschwingend von der Brücke. Der Blick der beiden Männer folgte ihr.
„Sie ist ein Juwel, Sheppard! Sie müssen sie festhalten.“
„Keine Sorge, General, das werde ich“, sagte John. Der Ärger war fast schon wieder vergessen. Aber eben nur fast!
Atlantis
Einige Stunden später
„Herzlich willkommen in Atlantis!“
Dr. Elizabeth Weir kam die Stufen einer großen Treppe herunter und begrüßte die Neuankömmlinge freudestrahlend. „Wenn Sie uns Ihre Ankunft mitgeteilt hätten, dann hätten wir Ihnen einen großen Empfang bereiten können.“
„Genau das wollte ich vermeiden“, sagte O’Neill. „Außerdem wurde es erst in letzter Minute entschieden und aus Sicherheitsgründen, die ich Ihnen nachher erklären werde, sogar Ihnen verschwiegen.“
Weir gab sich vorerst zufrieden damit und begrüßte auch Sam Carter und Vanessa herzlich in Atlantis. „Ich habe schon so viel von Ihnen gehört, Mrs. Sheppard. Ich bin erfreut, Sie persönlich kennen zu lernen.“
„Dass gleiche gilt für mich, Dr. Weir.“ Ein Blick traf John. „Und ich bin sicher, dass Sie mir viel über meinen Sohn erzählen können, was ich noch nicht weiß.“
John verzog entrüstet das Gesicht. Das konnte ja heiter werden.
„Was ist mit der DAEDALUS? Braucht sie Hilfe?“, frage er brummig.
„Nicht mehr, Colonel Caldwell teilte mir vorhin mit, dass das Schiff repariert ist und sie sich auf dem Weg zurück nach Atlantis befinden“, beruhigte Weir ihn.
„Das ist erfreulich. Im anderen Fall wäre ich sofort mit der ORION gestartet, um sie nach Hause zu eskortieren.“
„Colonel Caldwell ahnte das wohl und versicherte mir, dass das nicht notwendig ist. Doch nun kommen Sie bitte. Es wird eine lange Besprechung werden.“
O’Neill und Carter bewunderten noch immer die außergewöhnliche Architektur der Stadt. „Daniel wird begeistert sein“, meinte sie zu O’Neill.
„Ja, und mich in Zukunft nicht mehr ewig damit nerven, endlich Atlantis besuchen zu dürfen“, meinte O’Neill.
„Das ist doch schon lange nicht mehr dein Problem, Jack“, meinte Carter. „Nicht mehr, seit du in Washington bist.“
„Nun, ja, eigentlich doch! Leider verlangte er bei jedem Anruf von mir, dass ich Landry überzeugen müsste, ihn endlich nach Atlantis zu schicken.“
Carter grinste bei dem Gedanken. Sie wusste schließlich, wie hartnäckig Daniel sein konnte, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dass er nicht gleich bekam. Aber sie wusste, dass auch Jack von der Stadt verzaubert war. Sie kannte O’Neill lange genug, um zu wissen, wann er beeindruckt war und wann nicht. Er gehörte eben zu den Menschen, die ihre Gefühle vor den anderen verbargen. Wie lange hatte es gedauert, bis er sich durchgerungen hatte, um ihr seine Liebe zu erklären? Über neun Jahre, dachte sie bedauernd und fragte sich, warum in aller Welt sie nur so lange damit gewartet hatten. Vorschriften konnte man schließlich auch mal umgehen.
Ein paar Stunden und einige Besprechungen später landete auch die DAEDALUS, und der Rest von SG-1 traf in Atlantis ein. Schon von weitem konnte man Daniels Begeisterungsrufe hören.
„Sam! Jack! Seht euch das nur an! Kein Bericht und kein Video kann einem das wahre Ausmaß der Stadt vermitteln. Das ist ja fantastisch!“
„Schon gut, Daniel! Komm wieder runter. Die Stadt läuft dir nicht davon“, sagte Jack, obwohl er die Begeisterung seines Freundes gut nachvollziehen konnte.
„Ich muss sofort alles sehen. Wo ist Dr. McKay!“, und schon rannte er davon, ohne daran zu denken, nach dem Weg zu fragen.
„Mann, oh Mann!“, meinte Jack grinsend. „Daniel bekommt vor Aufregung noch einen Herzanfall. Ich glaube, den sehen wir so bald nicht wieder.“
Daniel hatte inzwischen McKay gefunden und sofort mit Beschlag belegt. Man hörte die beiden lautstark diskutieren.
„Da haben sich die Richtigen gefunden“, meinte Carter. „Wenn Rodney loslegt, kommt sonst keiner zu Wort. Doch in Daniel hat er in dieser Beziehung vielleicht seinen Meister gefunden.“
Jack und Sam machten sich auf die Suche nach Sheppard und Rhiana. Die beiden wollten sie herumführen und ihnen die Stadt zeigen. Sie gingen zum vereinbarten Treffpunkt, wo John, Rhiana und Vanessa schon auf sie warteten.
Kurz vor diesem Treffen hatte Sheppard noch eine Unterredung mit seinem Leibwächter Colonel Han Sung-Joon gehabt, den ihm seine Mutter und Kimura zu seinem Schutz mitgegeben hatte.
„Han, ich habe eine neue Aufgabe für dich.“
„Eine neue Aufgabe?“, Han sah ihn neugierig an.
„Ich möchte, dass du ab sofort auf meine Mutter aufpasst. Ich habe es noch niemanden gesagt, aber ich vermute, dass der Saboteur nicht unbedingt im SGC sein muss oder auf der DAEDALUS. Und falls doch, vielleicht gibt es auch drei Spione.“
„Wie meinst du das?“
„Überleg einmal! Der Hyperantrieb fiel genau zum richtigen Zeitpunkt aus. So genau konnte man das gar nicht vorplanen. Bei einem so langen Flug kann immer etwas dazwischen kommen, dass den Zeitplan durcheinander bringt. Der Saboteur muss sich an Bord der DAEDALUS befunden haben. Gleichzeitig aber wurde auch meine Mutter verraten. Und das sie sich an Bord befindet, konnte nur jemand aus dem SGC wissen.“
„Das könnte auch der Saboteur an Bord der DAEDALUS gemacht haben.“
„Nein, denn die Verbindung nach Atlantis ist erst wieder in der Pegasusgalaxis möglich. Und eine Sabotage am Hyperantrieb muss von langer Hand vorbereitet werden. Während des Fluges ist das unwahrscheinlich. Am besten geht das bei der Überholung des Schiffes auf der Erde.“
„Das ist einleuchtend. Und warum ein dritter Spion in Atlantis?“
„Dafür habe ich keinen besonderen Grund, nur so ein Gefühl. Und auf meine Gefühle habe ich immer gehört.“
„Hast du das alles schon Caldwell und Weir gesagt?“
„Nein, noch nicht, aber ich werde ihnen meinen Verdacht noch mitteilten. Machst du es nun?“
„Eigentlich wurde ich zu deinem Schutz mitgeschickt.“
„Ich kann selbst auf mich aufpassen. Außerdem sind da noch Teyla, Ronon und Rhiana, denen ich blind vertraue. Genug Schutz also für mich. Bei meiner Mutter sieht das aber anders aus. Sie glaubt zwar auf sich selbst aufpassen zu können, was im Normalfall durchaus möglich ist, aber sie hat keine Ahnung von den Gefahren, die hier tagtäglich lauern. Wenn ich sie von dir beschützt weiß, kann ich in Ruhe zu meinen jeweiligen Missionen aufbrechen.“
„Ich werde sie mit meinem Leben beschützen. Das verspreche ich dir, John.“
„Gut, ich danke dir“, John klopfte Han auf die Schulter und machte sich auf den Weg zu seiner Verabredung.
Fortsetzung folgt |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|