Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Hyndara Gast
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Verfasst am: 15.10.2007, 10:40 Titel: |
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Eine schöne Geschichte. Wenn ich nicht so viel dazu schreibe, Kathi, dann ... du kennst ja ein bißchen meinen Hintergrund *geknicktbin*. Im Moment scheint da alles wieder auf mich einzuprügeln heute *seufz*. Insofern ...
*lach* Ja, stimmt, hier hast du wirklich das erste Mal den Fehler mit dem Grab gemacht. Ist aber nicht schlimm. Wie gesagt, ich denke, es wird auch in den USA Friedhöfe geben, die mehr europäisch sind.
Schöne Geschichte. |
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Ina ABC-Schütze
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.10.2007 Beiträge: 21 Wohnort: südl. Hessen
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Verfasst am: 17.10.2007, 14:43 Titel: |
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So, jetzt wissen wir etwas mehr über Johns Vergangenheit. Gut, dass er sich mit seiner Schwester ausgesöhnt hat. Noch besser ist allerdings, dass er bei Lily wieder auftanken kann.
Hast Du sehr einfühlsam beschrieben und der Fehler mit dem Friedhof ist nicht weiter schlimm. Hier zulande kann man sich eh kaum jemand vorstellen, dass man mit dem Auto fast bis zum Grab fahren kann. Mir ist das auf jeden Fall etwas unheimlich. Aber die Amerikaner laufen nun mal nicht so gerne
Schöne Idee, dass seine Schwester ihren Jungen nach dem verstorbenen Bruder benannt hat. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 17.10.2007, 18:13 Titel: |
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Short-Cut: Sage einem Menschen so oft du nur kannst, dass du ihn liebst. Denn der Tag wird kommen, an dem es zu spät ist.
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Romance
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist von LeAnn Rimes aus dem Lied "I need you"
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
12. I need you
Sie saß auf der Fensterbank in Johns Zimmer und sah hinaus auf das Meer. Es war unruhig, da es in der Nacht ein Gewitter gegeben hatte und nun brachen sich die hohen Wellen an den Mauern der Stadt.
Sie wandte ihren Blick ab und sah hinüber zu John, der an seinen Schreibtisch saß.
Sie waren seit zwei Tagen wieder auf Atlantis und John arbeitete sich durch die ganzen Missionsberichte und Informationen der einzelnen Teams. Morgen würde sie wieder mit ihrem Team eine Mission haben und sie nutzte ihre Freien Stunden um noch etwas zu faulenzen. Außerdem konnte sie hier so gut nachdenken, sie hatte in ihren Zimmer keinen so schönen Platz.
John runzelte die Stirn und schüttelte dann den Kopf. Er murmelte etwas vor sich hin, aber sie verstand es nicht, da sie über ihren MP3 Player Musik hörte. Sonst summte sie zu den Liedern, aber sie wollte ihn nicht stören und es war ja nicht so wichtig.
Sie lehnte ihren Kopf an die Wand und sah wie er sich Notizen machte. Er wirkte gelöster, nachdem er seine Schwester besucht hatte. Von seinen Besuch bei ihr und am Friedhof hatte er ihr am Abend erzählt, als sie schon im Bett waren.
Er hatte es von sich aus berichtet und das Reden hatte ihm gut getan. Lange waren sie noch wach gelegen und John hatte von früher erzählt. Sie hatte seinen Worten gelauscht und mit ihm gelacht, wenn er an sich an Lustiges erinnerte.
Er war danach eingeschlafen, sie war ihm erst in den frühen Morgenstunden gefolgt, vorher hatte sie immer wieder an seine Situation denken müssen.
Sie hätte es nicht überstanden ohne Familie aufzuwachsen, da sie an ihnen hing, sie brauchte und sie über alles liebte. Und John war nun ein Teil ihrer Familie. Sie brauchte ihn.
Dies hatte sie besonders bei der letzten Mission vor ein paar Wochen erst wieder gespürt. Sie waren von Wraith gefangen genommen worden, jeder in eine andere Zelle.
Sie hatte es schaffen können auszubrechen und wollte ihn holen, aber er war nicht mehr da gewesen. Als sie während der Flucht schon an seinen Tod geglaubt hatte, war er doch noch am DHD erschienen.
In ihrem Inneren waren tausende Felsbrocken von ihrem Herzen gefallen und ihr wurde erneut bewusst, dass sie ihn über alles liebte.
Sage einem Menschen so oft du nur kannst, dass du ihn liebst. Denn der Tag wird kommen, an dem es zu spät ist.
Die Worte ihrer Großmutter würde sie nie vergessen und die alte Dame hatte recht gehabt, nur war ihr das als kleines Kind nicht klar gewesen.
Leise vernahm sie die Musik in ihren Ohren, die sie in ihren Gedankengängen ganz vergessen hatte.
„I don't need a lot of things I can get by with nothin' Of all the blessings life can bring I've always needed something.
But I've got all I want when it comes to lovin' you You're my only reason, you're my only truth…”
Lily schloss ihre Augen und widmete sich den Worten, die LeAnn Rimes sang.
„…I need you like water, like breath, like rain I need you like mercy from Heaven's gate
There's a freedom in your arms, that carries me through - I need you…”
Sie spürte eine Berührung an ihrem Arm, öffnete die Augen und sah John ins Gesicht. Sie nahm die Ohrhörer raus und er lächelte sie an.
„Ich mache eine Pause und hol mir Kaffee. Brauchst du was?“
Lily schüttelte den Kopf.
„Danke ich hab alles, was ich brauche!“
John nickte, küsste sie kurz auf ihre Lippen und verließ dann sein Quartier.
„Ich habe dich!“
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 21.10.2007, 16:01 Titel: |
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*seufz* Kann man diesen Mann eigentlich mieten? *sabber* Das ist so ... romantisch beschrieben, da wird mir jedesmal ganz anders. Herrlich! Einfach nur herrlich!
Ach Kathi! Wenn es solche Männer doch nur in echt geben würde *träum* ... Ja, das wär was.
wieder eine schöne kleine Geschichte von dir, so richtig was zum Träumen. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 23.10.2007, 23:49 Titel: |
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So ich mach mal weiter.
@Hyndara: Miete dir deinen John. Der da gehört schon mir
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Short-Cut: Es waren nur 5 Stunden, dennoch hatten sie alles verändert.
Character: OC, Sheppard, Multi-Charakter
Kategorie: Angst, Drama, Charakter Death
Rating: R-16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
13. 5 Stunden
Das hüfthohe Gras bewegte sich im leichten Wind, ehe ein Fuß es plattdrückte und ihm weitere folgten. Lily die am Schluss der Gruppe ging, musste immer stehen bleiben um nicht in Dr. Bore hinein zu laufen. Der Wissenschaftler fand alles interessant und machte gerade wieder ein Foto von einen komisch aussehenden blauen Käfer.
Sie verdrehte die Augen, sagte aber nichts. Das hatte sie zuvor schon alles an John ausgelassen, als sie erfahren hatte, das Bore mit auf die Mission gehen sollte.
Niemand konnte ihn leiden, nicht mal Dr. Kavanagh.
Als Major Lorne vor ein paar Monaten Bore dabei hatte, war er nach der Mission drauf und dran gewesen, den Wissenschaftler zu erschießen. Bore dachte nur an sich und kannte das Wort Teamgeist höchstens von Erzählungen.
In ihren Gedanken hatte sie nicht mitbekommen, dass der Wissenschaftler erneut stehen geblieben war und sie rannte direkt in ihn hinein. Sie stolperten und nach dem Geräusch zu Urteilen war die Kamera hinüber.
„Sie Tollpatsch! Können Sie denn nicht aufpassen!“, schimpfte Bore. Major Derek Greg wandte sich mit Lieutenant Victor Bailey zu den Beiden.
„Dann bleiben Sie verdammt noch mal nicht immer stehen!“, patzte Lily zurück und lief zu ihren Kameraden.
„Oh bitte, geht einer von euch da hinter. Ich dreh gleich durch!“
Greg grinste.
„Jetzt wo seine schöne Cam kaputt ist, wird er sicherlich nicht stehen bleiben und zum malen anfangen!“
Bailey erbarmte sich dann aber doch und wechselte mit Lily den Platz.
John kam in sein Quartier und ließ sich schnaufend auf seinen Sessel fallen. Ronon hatte ihm zum leichten Joggen eingeladen, nur was der Satedaner unter leicht verstand, wusste John nicht so genau. Er seufzte und stand auf um ins Bad zu gehen.
Da bemerkte er den Lebenszeichendetektor, den Lily heute morgen in der Hand gehalten hatte, nachdem sie rein gestürmt war und wie ein Rohrspatz geschimpft hatte. Sie hatte ihm vorgeworfen Dr. Bore zu ihr ins Team eingeteilt zu haben, aber dass war das erste Mal, dass er davon gehört hatte.
Elizabeth hatte anscheinend gemeint, der Wissenschaftler bräuchte mal wieder Abwechslung, zum tristen Arbeitstag auf Atlantis. Aber bevor er etwas sagen konnte, war sie aus seinen Quartier gerauscht und hatte, als er im Kontrollraum aufgetaucht war, nur noch Bailey durch das Tor gehen sehen. John schüttelte den Kopf, schmiss den Detektor auf das Bett und ging Duschen.
Sie hatten von einem Hügel aus, Ruinen und noch gut erhaltenen Gebäude sehen können und Bore war sofort in seinen Element gewesen. Er wäre am liebsten gleich hin und hätte alles untersucht. Aber mit einem ausdrücklichen Befehl, hatte Greg angeordnet, dass Bore im Hintergrund bleiben sollte.
Dies hatte er mit einen Mürrischen Gesichtsausdruck auch gemacht und Lily hatte innerlich gegrinst.
Die drei Soldaten schlichen an der Mauer entlang und gaben sich Zeichen, wenn sie die Stelle gesichert hatten. Nachdem sie alles durchsucht und nichts gefunden hatten, durfte nun Bore endlich seine Arbeit machen.
Da die Sonne es gut meinte, stellten sie sich in den Schatten, eines Gebäudes, an dem kaum Schäden zu sehen waren.
„Hätten Sie meine Kamera nicht zerstört, könnte ich diese Inschriften an den Wänden fotografieren!“
Sie wandten sich zu dem Wissenschaftler der seine Handfläche über die Mauer gleiten ließ. Auf einmal öffnete sich eine Tür und erschrocken sprang Bailey zur Seite. Derek und Lily legten ihre Waffen an und gingen langsam hinein.
Ein grünliches Licht ließ den Raum seltsam aussehen und da nichts darin war, senkten sie die P90 wieder. Victor folgte den beiden und sah sich die Wände innen an, auf denen Striche zu sehen waren, die mit einen Stein der am Boden lag, rein gekratzt worden waren.
„Einfach unglaublich!“, hörten sie erneut den begeisterten Ausruf von Bore, als plötzlich sich der Durchgang verschloss und die Drei eingesperrt waren.
John saß an seinem Schreibtisch und unterschrieb die letzten Missionsberichte, der anderen Teams, die er die letzten Tage durchgelesen und überprüft hatte. Er sah auf die Uhr und bemerkte, dass er noch etwas Zeit hatte, bis er sich mit Elizabeth traf um ihr die Berichte zu geben.
John stand auf, nahm die Gitarre aus der Halterung und setzte sich auf sein Bett. Als er ein paar Töne gespielt hatte, merkte er, dass sie ein wenig verstimmt war und machte sich daran.
Es dauerte nicht lange, dann erklang die Melodie von Johnny Cashs Walk the Line. Nachdem er eine Strophe gespielt hatte, stellte er das Instrument zurück, nahm sich die Unterlagen und verließ sein Quartier.
Lily schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Das war alles nur ein Traum und wenn sie jetzt wieder ihre Augen öffnete, lag sie in ihrem Quartier im Bett. Aber stattdessen fand sie sich in dem Raum mit dem grünen Licht vor, mit ihren Kameraden eingesperrt und draußen fuhrwerkte Bore herum.
„Doc, machen Sie das rückgängig!“, brüllte Derek und sie hörten kurz darauf die Antwort des Wissenschaftlers, dass er schon dabei wäre.
„Das ist wirklich interessant!“
„Wenn er das noch mal sagt, erschieß ich ihn!“, grummelte Victor und lehnte sich an die Wand. Lily ging ein wenig herum und sah sich die Nischen an, als sie meinte ein Zischen zu hören.
„Also, der Raum öffnet sich selbst! Sie müssen nur noch etwas warten. So fünf Stunden!“
„Bore, wenn sie Witze erzählen wollen, dann nicht jetzt!“
„Verehrter Major. Ich kann die Schrift der Antiker lesen, ob Sie das können ist eine andere Frage. Und wenn ich Ihnen sage, dass dies hier steht, dann ist das auch so!“
Derek sah zu Victor, der nur abwinkte und Lily zuckte die Schultern. Er fuhr sich über die Stirn.
„Dann seien Sie doch so nett und gehen zurück zum Stargate. Sagen Sie auf Atlantis bescheid. Wir sollten in einer Stunde zurück sein“
„Ich soll alleine zum Tor gehen? Ich hab nur eine Pistole!“
Bore klang ängstlich.
Bailey sah zu Lily.
„Warum hat denn dein Liebster uns diesen Trottel angehängt. Hast ihm nicht die richtigen Dienste erwiesen?“
Die junge Frau blickte ihren Kameraden sprachlos an. So hatte sie ihn noch nie reden hören, sie wollte etwas darauf sagen aber Greg lenkte die Beiden ab, da er Bore durch die Wand anbrüllte, er solle endlich seinen Arsch bewegen und gehen! Der Wissenschaftler gab nach und ging los.
„Der findet niemals das Gate!“, meinte Victor.
„Der findet hin. Er muss nur den Trampelpfad folgen, den wir gemacht haben!“, sagte Derek und Bailey lachte auf.
„Hey, Relax. Take it Easy!“
Lily sah den blonden Mann mahnend an.
„Wenn du jetzt das Lied anfängst zu singen, dann dreh ich ganz durch. Hab das mir die letzten 2 Wochen von meiner Schwester anhören müssen. Die hat das den ganzen Tag gehört!“
Derek lachte und begann das Lied zu summen, da ging Victor auf ihn zu und drückte ihn an die Wand. „Ich hab gesagt, ich will das nicht hören!“
Liz saß in ihrem Büro und wurde von dem Krach beinahe wahnsinnig. Dr. Fielding hatte gestern seinen Kollegen unbedingt beweisen müssen dass er mit einer P90 umgehen kann, was dann das Gegenteil gewesen war. Nun mussten sie die Wand an der Treppe renovieren, da der gute Mann die Waffe falsch rum gehalten hatte.
Zum Glück war niemand verletzt worden, die wachhabenden Soldaten hatten noch auf die Seite springen können.
Ein Klopfen riss sie aus ihren Gedanken und sie lächelte John zu. Er kam zu ihren Schreibtisch und legte ihr die Missionsberichte in die Ablage.
„Sie brauchen noch ein paar Stunden. Dann sind sie fertig!“, sagte John mit einen Kopfnicken zu den Arbeitern. Elizabeth schnaufte durch.
„Lily war Sauer, wegen Bore!“
Liz zog die Augenbrauen nach oben.
„Ich dachte, das ist ein junges Team, die haben gute Nerven. Außerdem hat mich Dr. Bore lange genug damit genervt, weil er wieder auf eine Mission gehen wollte!“
John wollte etwas erwidern, als der Toralarm losging und Danny Bores IDC bestätigte.
„Wenn man vom Teufel spricht!“, murmelte John und sah einen Moment darauf den Wissenschaftler durch das Tor kommen.
„Ich brauch nur eine neue Kamera!“, rief dieser und verschwand in Richtung seines Labors. Liz sah John kopfschüttelnd an und begab sich wieder in ihr Büro.
Victor hatte Derek inzwischen wieder losgelassen und tigerte in der Kammer auf und ab. Lily saß in der Ecke und merkte, wie sich die Spannung zwischen den Männern immer mehr aufbaute.
„Bore müsste inzwischen auf Atlantis sein!“, meinte sie.
„Das glaubst du doch selbst nicht!“, fuhr Bailey sie an, zog seine Beretta, zielte auf die verschlossene Tür und drückte mehrmals ab. Lily sprang erschrocken auf und Derek schrie.
„Du Idiot! Die Querschläger hätten uns treffen können!“, fluchte Lily und riss ihm die Pistole aus der Hand. Victor sah sie irritiert an und fuhr sich durch die Haare.
„Verdammt!“
Die beiden blickten zu Greg, der sich die Hand auf den Bauch hielt.
„Getroffen!“, sagte er und sank zu Boden.
Dr. Bore lief die Treppen zum Kontrollraum hoch und stellte sich vor das DHD. Danny war in seine Unterlagen vertieft und wurde erst durch das Räuspern des Wissenschaftlers aufmerksam.
„Wenn Sie so freundlich wären und wieder den Planeten anwählen, wo ich vorhin hergekommen bin!“
Danny nickte und machte sich an die Arbeit. Bore ging mit einen
„Na geht doch!“ in den Torraum und wartete darauf, dass sich das Tor aufbaute. Er hielt seine Ersatzdigitalkamera in den Händen und sah auf, als Dr. McKay auf ihm zu kam.
„Sie sind schon wieder da?“
Bore hob die Hände.
„Leider sind diese Soldaten so unfähig, dass sie meine Kamera kaputt gemacht haben. Ich musste die andere holen!“
Rodney verdrehte bei dem weinerlichen Ton, den sein Kollege von sich gab, innerlich die Augen.
„Wir haben Ruinen entdeckt und ich will die Schriften fotografieren!“, erzählte Bore während er auf das Gate zu ging.
„Ach ja, sagen Sie Dr. Weir, das wir erst in ca. 2 Stunden zurück kommen. Denn da öffnet sich die Kammer wieder, wo im Moment Major Greg und die anderen eingesperrt sind!“
McKay nickte und sah zu wie der blaue Ereignishorizont den Körper des Wissenschaftlers verschluckte. Dann schloss sich das Tor und Rodney ging in sein Labor. Dort angekommen runzelte er die Stirn.
„Mist!“, stieß er aus, als er den letzten Satz von Bore verstanden hatte und hetzte zu Elizabeth ins Büro, wo Sheppard gerade am gehen war.
„Derek. Das wollte ich nicht!“
Victor sah zu, wie Lily den Druckverband auf der Schusswunde befestigte und ihre Jacke dann zusammen bauschte, dass er seinen Kopf darauf legen konnte.
„Es tut mir leid! Derek, du musst mir das glauben! Ich wollte das nicht!“
„Halt die Klappe!“, zischte Lily ihren Kameraden an und wandte sich wieder den Verletzten zu.
„Ruhig Leute!“, meinte der keuchend und versuchte sich aufzusetzen, aber Lily drückte ihn wieder zurück. Bailey fing wieder an mit seiner Entschuldigungstour, was ihr dann reichte. Sie stand auf und ohrfeigte ihn.
„Halt die Klappe! Sei ruhig!“, brüllte sie und wollte weitermachen, was sich aber der junge Mann nicht gefallen ließ und ihre Hände grob packte und sie gegen die Wand drückte. Einen Moment sah sie eine Teufelsfratze vor sich und bekam Angst. Nachdem sie geblinzelt hatte, stand wieder Victor vor ihr.
„Schrei mich an ok, aber schlag mich nie wieder!“
Dann ließ er sie los und stellte sich weiter weg. Lily senkte den Kopf und setzte sich zu Derek, der die Augen geschlossen hatte, aber ruhig atmete. Sie wollte sich gerade bei Victor entschuldigen, als sie hörte wie eine Waffe entsichert wurde und dann hallte der Schuss noch lange in ihren Ohren, obwohl sein Körper schon am Boden lag.
„Er hat was gesagt?“
Elizabeth starrte McKay an, als würde der Wissenschaftler als Weihnachtsmann verkleidet vor ihr stehen.
„Ronon, Teyla zieht euch an. Wir treffen uns in 15 Minuten im Hangar!“, rief John ins Headset, während er sich in Bewegung gesetzt hatte um sich selbst um zu ziehen.
„McKay Sie auch!“, wandte er sich noch mal kurz zu dem Wissenschaftler um und wartete erst gar nicht auf dessen Reaktion. Er würde Doktor Bore persönlich zur Erde schleifen. Dieser Mann passte einfach nicht nach Atlantis.
Pünktlich waren alle am Jumper und er konnte das Fluggerät kurz darauf durch das Gate steuern.
Lange brauchten sie Bore nicht suchen. Der Wissenschaftler kletterte an einen Hang hinauf und John landete den Jumper. Dort wartete er auf Bore und fragte ihn, als er ankam, ob er nicht etwas vergessen hatte, ihm mitzuteilen.
„Ich habe es doch Dr. McKay gesagt!“, sagte der nur und John bat ihn, ihm wenigstens zu sagen, wo die Ruinen seien.
Lily saß neben Victors Leiche und konnte es nicht fassen. Er hatte sich erschossen. Wegen ihr. Sie hatte ihn beschimpft und verletzt. Sie war Schuld an seinem Tod.
Sie musste hier raus. Lily sprang auf, lief zur Wand und drückte sich dagegen. Nichts passierte und sie schlug mit ihren Händen gegen das Mauerwerk.
„Bore? Bore holen sie uns hier raus!“, rief sie und hämmerte weiter. Da spürte sie eine Berührung an ihrer Schulter und die Teufelsfratze stand neben ihr.
Sie schrie auf und wollte sich verstecken, als sie Derek erkannte, der leicht schwankte. Er wollte was sagen, aber er musste husten und dann übergab er sich. Er spukte Blut, direkt auf Lily und sank zu Boden. Sie prüfte seinen Puls, der kaum fühlbar war.
„Bitte du musst es schaffen!“
Während dem kurzen Flug hatte Bore erklärt was geschehen war und Sheppard bekam immer mehr Wut auf den Wissenschaftler. Dann sah er endlich die Gebäude und landete nicht weit davon. Eilig liefen sie zu dem Platz und Bore zeigte McKay die Inschriften.
„Lily? Derek sagen Sie doch was!“
John rief mehrmals die Namen, bekam aber keine Antwort.
„Haben Sie den Text vollständig gelesen?“, fragte auf einmal Rodney und Bore schüttelte den Kopf.
„Das dachte ich mir schon. Denn wenn Sie das getan hätten, hätten Sie gelesen, dass dies hier eine Kammer für Sträflinge war. Sie wurden 5 Stunden hinein gesperrt, ein Mittel wurde freigesetzt und meistens kamen sie nicht mehr lebendig heraus!“
Bores Gesicht wurde aschfahl. John überlegte zu erst, die Tür aufzusprengen, aber das wäre zu riskant gewesen, da die drei im Raum sich verletzen konnten.
Also warteten sie die restlichen Minuten noch, als sich endlich die Tür wie von Geisterhand öffnete und das grünliche Licht den Dunst in der Kammer düster aussehen ließ. Sie ließen den Nebel einen Moment verziehen.
„Oh mein Gott!“, stieß Rodney aus und John kniete sich zu Lily die bewusstlos über Greg lag und voller Blut war. Der Soldat sah nicht besser aus und er entdeckte eine Schusswunde am Bauch, wo sein Blut den Druckverband überlistet hatte.
„Sheppard!“
Er sah zu Ronon, der auf Bailey deutete. John ging zu ihnen und schloss bestürzt die Augen. Der junge Mann hatte sich selbst erschossen.
„Bringen wir sie nach Hause!“
Kaum im Hangar gelandet, kümmerte sich Carson und sein Team um die Verletzten und Baileys Leiche wurde abtransportiert. Lily war noch immer nicht aufgewacht und Dr. Levy behandelte die junge Frau, sodass Beckett mit Derek in den OP konnte. Da John außer Warten nichts hätte tun können, packte er Bore am Kragen und zog ihn zurück in den Kontrollraum.
„Danny, wählen Sie die Erde an!“, sagte er und ging mit Bore die Treppe hinunter.
„Was haben Sie vor, Colonel?“
Bore sah den Soldaten fragend an, doch Sheppard schwieg. Das Tor baute sich auf und der blaue Ereignishorizont strahlte ihnen entgegen.
„Sir? Sergeant Harriman lässt nachfragen, was der Grund des Anwählens ist!“
John sah zu dem jungen Techniker hinauf.
„Sagen Sie ihm, Dr. Bore wurde gefeuert. Seine Sachen werden ihm nachgeschickt!“
Danny nickte, gab die Information durch und teilte John mit, das die Iris offen sei.
„Auf Nimmerwiedersehen!“, sagte er und schubste den Wissenschaftler durch das Gate, welches sich dann Zischend schloss. Als er sich umdrehte klatschten die wachhabenden Soldaten und Liz stand an der Brüstung und musste sich das Lachen verkneifen.
Er betrat eben die Krankenstation, da kam Dr. Levy heraus und er steuerte auf die Ärztin zu.
„Ah, Colonel. Zu Ihnen wollte ich gerade!“, sagte sie und er sah sie erwartend an.
„Lieutenant Johnson ist durch eine Droge bewusstlos. Sie hat keine schweren Verletzungen, außer an den Händen leichte Abschürfungen. Ich habe ihr ein Schlafmittel gespritzt, so dass sie langsam aufwachen kann und nicht durch die Droge aus ihrer Bewusstlosigkeit gerissen wird. Und ja, Sie können zu ihr!“, lächelte sie ihm zu und John ließ sich das nicht zwei mal sagen.
Lily lag friedlich in dem Krankenbett und schlief. Man hatte ihr ein Krankenstationsgewand angezogen und die Uniform in eine Tüte gepackt, die neben dem Tischchen stand. Er zog sich einen Hocker an ihr Bett und nahm ihre verbundene Hand in die seine.
Zwei Stunden später wurde er von einer Schwester benachrichtig, das die OP von Major Greg beendet sei und er folgte ihr hinaus, wo Carson müde an der Wand lehnte. Der Arzt sah auf, als John zu ihm kam.
„Wir konnten die Kugel entfernen und mussten dies leider auch mit dem verletzten Teil des Dünndarms tun. Es ist ein Verlust, aber damit kann der Major leben. Der Blutverlust war ernorm, aber er wird es schaffen. Ich habe ihn in ein künstliches Koma versetzt. Wir werden sehen, wann wir ihn wieder aufwecken können. Es wird sicherlich einige Tage dauern!“
John klopfte ihm auf die Schulter.
„Gut gemacht Carson!“
Beckett lächelte, stieß sich von der Wand ab und ging in sein Büro.
Am späten Abend erwachte Lily und wusste nicht mehr was geschehen war. Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass sie in der Kammer eingeschlossen waren, dann war in ihrem Gedächtnis nur noch Dunkelheit.
John berichtete ihr seine Vermutung, was passiert war und sie brach in Tränen aus, bei der Nachricht über Victors Tod. Er nahm sie in die Arme und fuhr ihr sanft über ihren bebenden Rücken.
Irgendwann war sie dann wieder eingeschlafen und er sah auf der Intensivstation vorbei.
Derek sah sehr blass aus, was dem Blutverlust zuzuschreiben war, aber er wusste den jungen Mann hier in guten Händen. Er blieb einige Minuten vor dem Bett stehen und sah den gleichmäßigen Atembewegungen zu, ehe er sich über die Augen fuhr und beschloss sich hinzulegen. Es war ein langer Tag gewesen. Aber es waren eigentlich nur 5 Stunden, in der um das Leben gekämpft worden war und es leider auch Verlierer gegeben hatte.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 24.10.2007, 00:13 Titel: |
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Na, da war Sheppard ja noch richtig harmlos! Ich sag lieber nicht, was ich mit diesem Typen gemacht hätte. Geht nach Atlantis, um sich eine neue Kamera zu holen und erwähnt mal so nebenbei ... boah! Dieses ... Dieser ... !!!
War wirklich superspannend, die Geschichte, freu mich schon auf die nächste! |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 31.10.2007, 11:20 Titel: |
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@Hyndara: Bei dem Wissenschaftler hab ich an einen ehemaligen Lehrer gedacht, den ich ja so gern hatte *haha*
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Short-Cut: Er war sich nun ganz sicher
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: PoV, Romance
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist von Ben aus dem Lied „Nie mehr ohne Dich”
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
14. Nie mehr ohne Dich
Das Holz des Lagerfeuers knackte leise und ein paar Funken flogen auf in die Dunkelheit ehe sie verglühten.
Das sanfte Geräusch der Wellen, die an das Ufer schwappten war das einzige in der sternklaren Nacht. Auf der Decke, die über den noch warmen Sand ausgebreitet war, saß sie an seine Brust gelehnt und genoss die Zeit mit ihm.
Es waren nur ein paar Tage her, da war sie 5 Stunden lang in einer Kammer eingeschlossen gewesen und hatte dabei einen Kameraden und guten Freund verloren. Morgen würden sie auf die Erde reisen und Victor die letzte Ehre erweisen. Morgen könnte Carson auch Derek aus dem Koma holen.
Sein Körper hatte sich so weit wieder erholt. Sie seufzte und er zog sie noch etwas näher zu sich. Sein Kopf war auf ihrer Schulter gebettet und er genoss die leichte salzige Brise die in der Luft lag.
...
Endlich hab ich dich gefunden
Du hast alles was ich brauch'
Du gibst mir die Luft zum Atmen
In einer Welt voll Rauch
...
Sie hatte hin und wieder leichte Erinnerungsfetzen, was in den 5 Stunden geschehen war und an guten Schlaf war im Moment nicht zu denken. Deshalb war sie jeden dankbar der sie vom Nachdenken ablenkte oder sie an einen anderen Ort brachte, wie John es jetzt getan hatte. Sie waren mit dem Jumper aufs Festland geflogen und er hatte am Strand schon alles hergerichtet gehabt.
Er fuhr ihr sanft über die Arme, küsste sie in den Nacken und sie schloss seufzend die Augen. John lächelte und spürte ihre Entspannung, die ihr die letzten Tage nicht gelungen war. Er wusste nicht wie er anfangen sollte oder ob er sie überhaupt fragen konnte.
...
Oh wie fass' ich es in Worte
Alles dreht sich nur um dich
Deine Augen sind wie Sterne
Du schenkst mir dein Licht
...
John griff in seine Westentasche, die hinter ihm lag und holte das Kästchen heraus. Ja, der Moment war da. Nur wie er es tun sollte, das wusste er nicht. Er atmete tief durch und öffnete die Schatulle.
Der weißgoldene Ring hatte eine Rille in der Mitte und darauf war ein kleiner Diamant gesetzt. Lily trug kaum Schmuck und er fand diesen schönen, doch schlichten Ring dafür passend. Er sah zu ihr, sie hatte noch immer die Augen geschlossen.
Das Licht des Feuers warf einen rötlichen Ton auf ihre Haut, er beugte sich zu ihr und küsste sie sanft auf die Wange, was ihr ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Sie griff mit ihrer Hand nach seiner und drückte sie. John nutzte es aus und strich ihr das Schmuckstück über ihren Finger.
...
Du bist es was ich zum Leben brauch'
Deiner Liebe hab ich mich anvertraut
Du fängst mich immer wieder auf
Du gibst mir das was ich will und noch viel mehr
...
Erst reagierte sie nicht, dann runzelte sie die Stirn und zog ihre Hand zurück. Lily hob sie hoch, dass sie im schwachen Licht etwas sehen konnte.
Sie fuhr sich über die Stirn und ließ die Hand auf ihren Mund liegen. Sie löste sich von John und drehte sich zu ihm, dass sie ihn ansehen konnte. Er sah sie fragend an und blickte in ihre Augen, die einen neuen Glanz bekamen.
Ein überraschter und glücklicher Ausdruck lag darin und sie senkte den Kopf um den Ring genauer zu betrachten. Lily fuhr mit ihren Fingerspitzen sanft über die Oberfläche des Schmuckstücks und blickte dann wieder in Johns Augen.
Ihre Mundwinkel zuckten und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Er zog die Augenbrauen nach oben und sie nickte.
Liebevoll nahm er ihr Gesicht in seine Hände und seine Lippen legten sich auf die ihren. Zärtlich küssten sie sich und sanken langsam auf die Decke zurück.
Als sie sich kurz voneinander lösten, sahen sie sich an und sie brauchten keine Worte um dem anderen zu sagen, wie sehr sie ihn liebten. Ihre Lippen berührten sich erneut und sie vergaßen, wie das Holz knisterte, die Wellen auf Land stießen und die salzige Meeresluft über ihre Körper strich.
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Nie mehr ohne dich
Oh Liebling nie mehr ohne dich
Denn so lange sich die Erde dreht
Werd ich bei dir sein, was auch geschieht
...
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 31.10.2007, 14:44 Titel: |
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Ach *seufz* ... ist das schön!!! So richtig zum Wegträumen *dahinschmelz* Wow!
Kathi, mir fehlen mal wieder die Worte. Das war so romantisch ... und jetzt sind sie verlobt *freu*. Einfach wunderschön!!! |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 03.11.2007, 23:55 Titel: |
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Short-Cut: Sie sind immer da, auch wenn wir sie nicht sehen können.
Spoiler: Sateda (nur ein kleines bisschen)
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
15. Lichter
Sie wussten, bald würden sie ihnen wieder entgegen treten können. Sie würden sie sehen und mit einander sprechen können. Bald, sie fühlten es. Sie mussten nur noch ein wenig warten, aber das machte nichts aus. Zeit hatte für sie keine Bedeutung mehr.
Teyla strich mit ihrer Hand über die langen Gräser und atmete einen Moment genießerisch die so nach Natur riechende Luft ein. Vor ihr und dem Team lagen weite Felder und ein paar Bäume, die prächtig blühten, spendeten ihnen Schatten. John der neben ihr lief, hatte die letzten Tage immer wieder ein glückliches Lächeln auf den Lippen und als sie heute früh den Ring an Lilys Finger gesehen hatte, hatte sie verstanden, was mit ihm los war. McKay nieste erneut und schnäuzte sich demonstrativ laut, das auch jeder mitbekam, das er den Weg durch die Gräser nicht schätzte. Er wollte gerade zum Meckern anfangen, als Ronon auftauchte. Er hatte die Gegend erkundet und anscheinend etwas gefunden.
„Nicht weit von hier ist ein Dorf. Wir müssen den Bach folgen!“, sagte er und das Team machte sich in die Richtung auf.
Nach einen kleinen Fußmarsch sahen sie die ersten Hütten und einige Frauen im Bach ihre Wäsche waschen. Ihre Kinder spielten um sie herum und die ganz Kleinen schliefen ruhig in ihren Bettkörben.
John sah auf einem Acker nicht weit weg, mehrere Männer mit einen Pflug arbeiten und hörte wie sie sich immer wieder Anweisungen zu riefen. Eine Frau mit grauem Haar, die auf einer Bank saß und den Trubel beobachtete, entdeckte die Fremden und erhob sich. Sie nickte ihnen zu und lächelte gütig.
„Hallo, wir sind Reisende!“, grüßte John und stellte das Team vor. Die Alte sah ihm in die Augen und John spürte eine friedliche Aura in ihnen.
„Ich bin Ianigena, einst Schwester von Janus und immer wiedergeboren um über Amina zu wachen!“
McKay klappte der Mund auf und Teyla flüsterte voller Ehrfurcht.
„Eine Antikerin!“
Ianigena sah überrascht zu ihr.
„So wurde ich lange nicht mehr genannt!“
John sah kurz zu den anderen.
„Wir kommen aus Atlantis!“
„Meine Heimat!“, flüsterte die alte Frau.
Ein trauriger Ausdruck legte sich über ihr Gesicht, was sich aber einen Moment darauf wieder entspannte und sie bat die Vier mit in ihr Haus zu kommen.
„Seid heute Nacht meine Gäste. Es wird bald dunkel und ihr hattet einen weiten Weg!“
John hatte nichts dagegen. Weir würde sich rühren, wenn sie wissen wollte, wo sie blieben. Unter dem Dachboden bekam jeder von ihnen einen Schlafplatz und die Alte hatte recht gehabt.
Die Sonne stand schon sehr tief und kurz darauf leuchteten nur die kleinen Feuer in der Dorfmitte.
Nach dem Essen, das sie bekommen hatten, kam eine junge Frau, die dunkel gekleidet war ans Haus und verließ mit Ianigena das Dorf um in den Wald zu gehen. Die Nacht war warm und die zwei Monde, die sich am Himmel erstreckten tauchten alles in ein silbriges Licht.
„Hier könnte man es aushalten!“, meinte McKay und setze sich auf die Treppe vor der kleinen Holzterrasse der Hütte. John hatte sich an den Pfeiler des Vordaches gelehnt und blickte nachdenklich zu den einzelnen Sternen hinauf. Schade das Lily seine Eltern nicht mehr kennenlernen durfte, sie hätten sich bestimmt gemocht.
Er lächelte innerlich, als er sich daran erinnerte wie sein Vater auf seine erste Freundin reagiert hatte.
Die Ausfragerei von Ray hatte Beverly so geschockt, das sie ein paar Tage später mit ihm Schluss gemacht hatte.
Es rauschte im Funkgerät und er schrak aus seinen Gedanken. Elizabeth erkundigte sich nach ihrem Befinden und John berichtete ihr von Ianigena und dass sie etwas länger bleiben würden. Sie genehmigte es und es herrschte wieder Stille.
Teyla sah es als erstes und sie zeigte zu dem Licht das über den Wald schwebte.
McKay stand auf und fasziniert beobachteten sie, wie es heller wurde, sich senkte und dann zwischen den Bäumen verschwand. Ronon setzte sich in Bewegung und wollte zum Wald hinauf, als das Licht erneut auftauchte und dann hinauf in das Firmament zurückkehrte.
Etwas später kamen die Antikerin und die junge Frau aus dem Wäldchen und verabschiedeten sich voneinander.
Die Alte musterte Ronon, der noch immer am selben Fleck stand und zum Wald starrte.
„Wenn es euch möglich ist, noch eine Nacht hier zu bleiben, könnt ihr den Weg morgen wagen und mit mir kommen!“, sagte sie, ehe das Team fragen konnte, was das für ein Schauspiel vorhin war. Da sie es wissen wollten, stimmte John zu und sie legten sich schlafen.
Am nächsten Morgen durchstreiften Ronon und John die Gegend, während Teyla sich mit McKay im Dorf umsahen und zum Stargate aufbrachen um in Atlantis bescheid zu sagen, das sie länger blieben. Als sie zurück kamen, waren ihre beiden Kameraden bereits wieder hier und saßen im Schatten eines Baumes.
„Wenn ich es richtig übersetze, dann bedeutet Amina, Seele! Wenn ich das mit der Beobachtung von gestern mit dazu nehme, versteh ich vielleicht auch warum.“, sagte McKay und sah zum Wald hinauf.
„Glauben Sie, das hier die Leute Aufsteigen können?“
John blickte ihn fragend an und der Wissenschafter zuckte die Schultern.
„Ich glaube eher, das sich dort Antiker mit Ianigena treffen. Sie hat gesagt, sie wird immer wiedergeboren. Also, darf sie diesen Ort nicht verlassen und sie bewacht ihn.“
Sheppard nickte.
„Ich denke, wir werden in ein paar Stunden alles erfahren. Bis dahin tappen wir im Dunkeln!“
Die Tage dauerten nicht sehr lange auf Amina und der Sonnenuntergang färbte den Himmel in ein wunderschönes dunkelrot, bis es verschwand und die Nacht über diese Welt herrschte. Ianigena richtete wieder ein Abendessen her und danach bat sie die Vier sie zu begleiten. Sie hängte sich bei dem unebenen Waldweg im Arm von John ein, der die Alte Frau gerne stützte.
Sie kamen immer tiefer in den Wald, aber es wurde kaum dunkel darin. Ein seltsames Summen lag in der Luft, je näher sie auf eine Lichtung zu liefen und es roch so süß. Dort blieben sie stehen und die Antikerin löste sich von John. Sie sah zu Rodney.
„Du hattest recht mit deiner Vermutung. Ich wache über die Seelen. Hier können sie von weit her zurück kommen und ihren Angehörigen Mut zusprechen, ihnen Danken oder einfach nur zeigen, das es ihnen gut geht!“
Die grauhaarige Frau trat zur Seite und blickte hinauf zum Himmelszelt. Das Team machte es ihr nach und sah wie kleine Lichtpunkte größer wurden und über den Bäumen lange schwebten. Dann senkten sie sich zu ihnen herab und einen Moment erstrahlte die Lichtung in einen gleißenden Licht, ehe es etwas nach ließ und die Vier trauten ihren Augen nicht.
Ronon sah sie dort stehen, ihr Lächeln immer noch so wunderschön wie damals und er konnte es nicht fassen.
„Ronon!“
Ihre Stimme hallte und er schluckte. Dann schüttelte er den Kopf, wandte sich ab und lief davon. Sie hob die Hand, lächelte wissend über ihn und verschwand im Licht.
„Hallo!“
Die Kinderstimme war so glockenhell und frohen Mutes. Rodney blickte seinen Bruder in die Augen, der mit 13 Jahren ertrunken war. Der blonde Junge sah zu ihm hoch und grinste.
„Du bist immer noch so ein Vielfrass wie früher!“
McKay blinzelte und kniete sich nun vor ihn.
„Giles ... du Nervensäge!“
Der Junge lachte auf, was sich so weit weg anhörte, dann sah er seinen Bruder ernst an.
„Ich hab dich lieb!“
Er umarmte ihn und dann löste er sich auf. Rodney saß noch eine Weile so da und starrte auf den Punkt.
„Ich dich auch, Kleiner!“
Teyla hatte Tränen in den Augen, als sie erkannte, wer vor ihr stand. Ihr Vater strich ihr über die Wange und lächelte sie an.
„Ich war immer bei dir mein Kind. Du bist eine gute Führerin unsers Volkes und bist bei guten Menschen!“
Teyla nickte und ihr liefen nun die Tränen herab.
„Weine nicht, mein Liebling!“
Sie drückte ihren Vater an sich und er fuhr ihr liebevoll über den bebenden Rücken.
„Hallo Bruderherz!“
John drehte sich zur Seite und sah Michael auf sich zu kommen. Hinter ihm standen seine Eltern und winkten. Er schluckte, wollte etwas sagen, bekam aber kein Wort hervor. Michael zog ihn an sich und klopfte ihn auf die Schulter.
„Ich bin bei jeder deiner Missionen dabei gewesen. Wenn du Angst hattest, habe ich mit dir gefühlt. Wenn du Mut brauchtest, habe ich dir ihn geschickt. Du hast den richtigen Weg gefunden und ich habe dich begleitet.“
John sah, wie seine Eltern zu ihnen traten und seine Mutter weinte. Sein Vater nickte ihm zu und er konnte Stolz aus seinen Augen lesen.
„Danke das du bei Karen warst! Und pass gut auf Lily auf!“, sagte Martha und küsste ihn auf die Stirn. Das Licht strahlte wieder so hell, dann verschwand es zwischen den Sternen und zurück blieben vier Menschen, die nun die versteckte Trauer um ihre Liebsten von ihren Herzen lösen konnten.
Sie hatten die Nacht noch einmal in Ianigena Haus verbringen dürfen, doch geschlafen hatte keiner. Ronon war ewig nicht aufgetaucht, McKay hatte gemeint, das man ihn suchen sollte, aber John wusste, das der ehemalige Läufer sich nicht verirren würde. Er hatte Ronons Frau nur von dessen Erzählung gekannt, aber er hatte sie so beschrieben, da hatte er sofort gewusst wer vor ihm gestanden war.
Der Satedaner konnte nun mal seine Gefühle nicht vor anderen zeigen und er hatte kein Problem damit, wenn sich der junge Mann nun zurück zog.
Am nächsten Morgen, die Sonne ging gerade auf, fand John ihn vor der Hütte sitzend vor. Eine Weile schwiegen sie, hörten den ersten Vogelgezwitscher zu, die den noch jungen Morgen begrüßten und warteten darauf, das sie sich von der Antikerin verabschieden konnten.
„Sie sah so glücklich aus!“, meinte Ronon auf einmal und John sah zu ihn herab. Nachdenklich spielte er mit ein paar Grashalmen und lächelte dann.
„Und sie war immer noch so schön!“
John legte seine Hand auf die Schulter des Hünen und hörten wie sich die Tür öffnete. McKay und Teyla kamen mit Ianigena heraus und die alte Frau nickte ihnen zu.
„Ihr seid immer Willkommen. Doch sucht nicht nach mir. Ich werde Wiedergeboren!“
Die Vier verabschiedeten sich und ließen das Dorf zurück. Als sie über die Felder liefen und an den Wäldern vorbei waren, blickte Ianigena hinauf zur Sonne, lächelte und ihre Kleidung fiel lautlos zu Boden. Das Licht stieg auf und in einer Hütte der Siedlung, legte eine Frau ihrer Tochter ein schreiendes Bündel in den Arm; ein neues Leben war erwacht.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 05.11.2007, 12:47 Titel: |
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Uff, wow! Jetzt bin ich ... *schluck* Das war wunderschön! Mal wieder eine Geschichte, die ich irgendwie verschlafen habe *peinlich!!!*. Aber wirklich toll.
Die Idee mit den Seelen war ... ich bin immer noch ganz durch den Wind. Das war einfach klasse von dir geschrieben, anders kann ich es nicht ausdrücken. Mir hat es unendlich gefallen.
Interessant war Ronons Reaktion - das war seine Frau, die da auftauchte, oder? Daß er Reißaus nimmt, hätte ich jetzt nicht gedacht. Großes, starkes Barbar und geht vor einem "Geist" stiften - tztz! Da hattest du noch irgendwie eine kleine Auflockerung der Szene drin, ehe es ... ich hab schon wieder einen Kloß im Hals!
Klasse geschrieben. Wunderschön! |
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Kris Schreiberling

Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 212 Wohnort: Solingen
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Verfasst am: 09.11.2007, 18:58 Titel: |
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So, nun will ich doch auch endlich mal wieder etwas schreiben, nachdem ich mich bei den letzten Geschichten nicht gerührt habe, irgendwie war ich mit meinen Gedanken die ganze Zeit woanders, ich hoffe du kannst mir verzeihen.
Ich kann nur immer wieder feststellen - deine Stimmungsbilder sind sehr stark, man merkt, aus welchen Gefühlen heraus du sie geschrieben hast, und was du in dem Moment untgerbringen willst. Schön ist, wie sich die Beziehung weiter entwickelt und auch immer wieder auf die Probe gestellt wird, schnüff.
Aber jetzt in den neueren Geschichten vergisst du auch die anderen nicht, was man gerade sehr stark an Ronon und Teyla merkt! |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 09.11.2007, 23:28 Titel: |
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@Hyndara: Ja, bei der Geschichte. Das war so die Zeit noch in der Trauer von meinen Opa, als ich die geschrieben hab bzw. hat meine Oma gemeint, sie wüsste nicht was sie ihm sagen sollte, wenn sie ihn noch mal sehen könnte.
Ja, das war Ronons Frau. Aber ehrlich. Ich wüsste nicht, wie ich reagieren würde.
@Kris: Vielen Dank. Mich freut es immer ungemein das es euch gefällt. Klar verzeih ich dir, obwohl es da gar nix gibt, was ich verzeihen müsste.
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Short-Cut: Es ist nur Nebel...
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Angst, Drama, Romance, Charakter Death
Rating: R16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
16. Nebel
Düster standen die hohen Bäume im Nebel und das Moos an ihren Rinden sog die Feuchtigkeit auf. Aus dem rutschigen, unebenen Boden ragte ein abgeknickter Baum, der mit seinen spitzigen Ende wie ein Soldat aussah, welcher über seine Schützlinge wachte.
John zog seine Lederjacke enger an sich, da die nasse Luft sich in seinen Nacken legte und die Wassertropfen über seinen Rücken rannen. Er schüttelte sich innerlich und blieb stehen um auf Teyla und McKay zu warten.
Der war seit dem sie in den Wald gegangen waren, so still und er blickte sich immer wieder ängstlich um, als würde ihn jeden Moment etwas anspringen.
Die fremden Tierstimmen hörten sich weit entfernt an, aber dennoch waren die Vier auf der Hut. Plötzlich knackte irgendwo ein Ast und es ertönte ein langgezogenes „Uhhhuuuuuuhh!“
John sah den schwarzen Vogel noch rechtzeitig auf ihn zukommen und duckte sich.
McKay machte große Augen und sprang schreiend zur Seite, wo er dann nochmals aufschrie, als er bis zur Hüfte im Moor stand. Teyla hatte den Wissenschaftler schon erreicht und hielt ihm die Hand hin, so dass er mit ihrer Hilfe aus dem Morast waten konnte.
„Wir sollten umkehren!“, meinte er kleinlaut und wischte sich den modrigen Dreck von seiner nassen Hose.
„Wir sind schon fast 1 Stunde durch den Wald geirrt und haben nichts gefunden! Wir sollten umkehren!“
Rodney sah seine Teammitglieder bittend an, als Ronon den Arm ausstreckte und auf einige Häuser zeigte, die man im dichten Nebel kaum erkennen konnte.
John gab das Zeichen zum Aufbruch und sie betraten die kleine Siedlung. In den Häusern brannte Licht und aus den Kaminen stieg Rauch auf. Die Bewohner, die sie durch ihre Fenster sahen, zogen die Vorhänge zu oder schlossen eilig die Fensterläden.
„Wie es aussieht sind wir nicht erwünscht. Hm, dann gehen wir!“, sagte McKay und Teyla schüttelte den Kopf.
Eine Tür öffnete sich und eine Frau mit pechschwarzen langem Haar trat heraus. Sie lächelte ihnen zu, doch das Lächeln kam nicht aus ihren Augen.
„Kommt herein! Hier könnt ihr euch aufwärmen!“
Die Vier sahen sich kurz an, dann nickte John und schritt los. Der Geruch nach ätherischen Ölen in der Hütte und die Wärme des prasselnden Feuers, legten sich schwer auf ihre Sinne. Die Frau bat sie, sich an den Tisch zu setzen und lud sie zum Essen ein. Die Suppe roch verführerisch und sie konnten ihr nicht widerstehen, zu kosten.
„Es schmeckt vorzüglich!“, sagte John und stellte sich und das Team der Frau vor.
„Ich bin Empusa. Ihr seid in meinem Haus herzlich willkommen!“
McKay stieß Sheppard an.
„Was?“
Rodney nickte zu ihrer Gastgeberin.
„Sagt Ihnen der Name nichts?“
Er bekam ein Kopfschütteln zur Antwort.
„Empusa ist in der Mythologie der Erde eine Göttin der Unterwelt! Sie kommt in Alpträumen vor und erscheint gerne auch in anderer Gestalt; als Tier, Pflanze oder Mensch!“, flüsterte er den Soldaten zu und blickte sich dabei um, damit ihn die Frau nicht hören konnte.
„Hören Sie doch auf. Glauben Sie etwa daran?“, gab John zurück. Der Wissenschaftler zog die Augenbrauen nach oben.
„Atlantis ist auf der Erde auch eine Mythologie!“
Sheppard musste ihm zu stimmen und widmete sich wieder der Suppe. Ihm wurde irgendwie so schwummrig und er öffnete seine Jacke.
Ein kratzendes Geräusch ließ ihn aufblicken und er befand sich nicht mehr in der Hütte, sondern stand auf einer Lichtung. Um ihn herum war alles Dunkel, bis auf das Mondlicht und der dichte Nebel, der über der Erde wabberte und seine Beine umhüllte.
„Hallo?“
Seine Stimme hallte in der Nacht, aber er bekam keine Antwort. Er machte einen Schritt, als er merkte, das sich der Dunst ausweitete und die Sicht immer schlechter wurde. Etwas bewegte sich, es sah wie ein Schatten aus, doch er verschwand wieder, als John die Hand ausstreckte. Stimmen kamen hinzu und er erkannte nun Personen. Ein Soldat aus Atlantis kam auf ihn zu.
„Sir, die Steelers haben gewonnen! 50 Dollar...“
Er war weg, dafür rauschte es auf einmal um ihn und er sah sich und Lily am Altar stehen. Sie hatte ein wunderschönes Kleid an und ihre Augen strahlten. Wie war das möglich?
Sollte er Träumen? Die Hochzeit würde doch erst in ein paar Monaten stattfinden.
Sie drehte sich zu ihm, lächelte ihn an, dann verzerrte sich ihr Gesicht und es waren Schreie zu hören.
Sergeant Bells lief an ihm vorbei, mit blutverschmierten Händen und seine Kameraden trugen Major Harris auf einer Trage. Er selbst rannte nach Deckung suchend ins Unterholz und Waters schrie immer wieder über Funk nach Dr. Levy die mit auf dem Planeten war.
John sah sie auftauchen, dann waren Schüsse zu hören und eine Person sank zu Boden. Um ihn herum begann sich alles zu drehen, der Nebel wurde aufgewirbelt, die Bilder rasten vor seinen Augen.
Er hörte Wehklagen, Schüsse, Schreie, Kinderlachen und dann sah er wie ein Wagen auf der Erde frontal an einen Baum krachte. Er saß am Steuer...
„Wollen Sie die Suppe vielleicht heute noch aufessen?“
John blinzelte verwirrt und blickte in Rodneys Gesicht. Wieso saß er auf einmal wieder an dem Tisch?
„War ich die ganze Zeit hier?“
Teyla die ihm gegenüber saß, musterte ihn fragend.
„John, ist alles in Ordnung?“
Er nickte zögernd, dann sah er zu Empusa. Die Frau stand im Schatten einer Wand und er konnte keine Regung auf ihrem Gesicht erkennen. Es klopfte und sie hörten Rufe.
Empusa öffnete die Türe und mehrere Männer standen davor. Sie hatten Äxte in der Hand und sahen wütend aus.
„Lass die Leute in Ruhe, Empusa. Hütet euch vor ihrer Zauberei!“
McKay machte ein Geräusch, das sich wie ein aufheulen anhörte und Ronons Körper spannte sich an.
John erhob sich und die anderen machten es ihm gleich. Die Frau wandte sich zu ihnen und ihre Augen hatten einen seltsamen Farbglanz. Sheppard räusperte sich.
„Vielen Dank für die Gastfreundschaft!“
Sie sagte nichts und sah zur Tür hinaus. Die Vier brachen auf und verließen die Siedlung.
Die Männer begleiteten sie ein Stück, aber als Teyla sie auf Empusa ansprach, blieben sie stehen und baten das Team, hier nie wieder zu erscheinen. Dann kehrten sie ihnen den Rücken und verschwanden im dichten Nebel.
Nachdem sie erneut den Wald durchquert hatten und das Stargate erreichten, atmete jeder von ihnen erleichtert aus. Rodney wählte Atlantis an, gab den IDC ein und sie gingen einen Moment darauf durch das Gate. Dort stand Major Lorne und sein Team, an der Treppe Elizabeth und Lily die erleichtert wirkte, dass die Vier wieder da waren.
„Was ist denn hier für ein Menschenauflauf?“, fragte John und sah sich verwundert um.
„Sir, Sie sind seit 2 Stunden überfällig!“
„Das kann nicht sein. Wir waren doch nur 3 Stunden unterwegs!“, sagte McKay und blickte auf seine Uhr. Er runzelte die Stirn, dann klopfte er mit dem Finger dagegen. Er sah Sheppard an.
„Sie ist stehen geblieben!“
John streifte seinen Ärmel zur Seite und auch seine Uhr ging nicht mehr.
„Ich sagte doch, wir sollten umkehren!“
Rodney machte sein „Ich-habs-doch-gleich-gesagt-Gesicht“, aber ehe John etwas erwidern konnte, bat Liz die Vier sich von Beckett untersuchen zu lassen.
Der Arzt konnte aber nichts finden und sie wurden als Gesund entlassen. Lily wartete vor der Krankenstation und John lächelte ihr beruhigend zu, als er zu ihr trat.
„Elizabeth hat mir das neue Quartier für uns gezeigt!“, erzählte sie und John war ihr dankbar, dass sie ihn nicht sofort mit Fragen überfiel, wie es auf der Mission war. Er wollte erst ein paar Minuten alles sacken lassen, ehe er wieder auf Soldat umschalten musste.
„Und, was sagst du?“
Sie nickte zustimmend und er drückte ihre Hand. Sie waren inzwischen im Kontrollraum angekommen und John wollte gerade in Elizabeths Büro, als Sergeant Cesco auf ihm zukam.
„Sir, die Steelers haben gewonnen! 50 Dollar bitte in die Soldatenkasse! Sie haben es uns ja nicht geglaubt, dass sie den Bowl wieder holen!“
Sheppard sah ihn an und nickte leicht. Der Soldat grinste und ließ den Colonel stehen.
„Was schaust du denn so irritiert. Bist du so geschockt, das dein Footballsachverstand mal falsch lag?“, neckte ihn Lily und er sah sie an.
„Wie? Was hast du gesagt?“
John kam das nicht geheuer vor. Nun verfinsterte sich ihr Blick.
„John, was ist los?“
Er schüttelte den Kopf.
„Alles in Ordnung. Ich war nur in Gedanken!“
Dann ließ er sie stehen und ging mit seinen Team zu Elizabeth, um den mündlichen Bericht abzuliefern.
Ein paar Tage später saß er mit Lily in der Kantine und Frühstücktete mit ihr. Gestern hatte er noch die Missionspläne angeschaut und auf keinen den Namen von Dr. Levy gesehen.
Die ganzen Nächte hatte er sich über seine Einbildung Gedanken gemacht und Lily hatte ihn heute früh auf seinen unruhigen Schlaf angesprochen. Er hatte ihr nichts erzählt, er hatte Angst, er würde dadurch etwas ändern und die Zeit beeinflussen. So kannte er sich zwar nicht, aber er wusste auch nicht, was mit ihm los war.
Lily sah zu John, der nachdenklich auf seinem Brot kaute, aber sie akzeptierte es, wenn er nicht mit ihr darüber sprechen wollte. Irgendwann würde er schon zu ihr kommen.
Als sie aufblickte, sah sie Major Harris in die Kantine laufen und wie er an den Tisch, wo Dr. Levy saß, trat. Er redete einen Moment mit ihr, sie nickte und erhob sich.
„Sieht so aus, als würde Joanne zu ihrer ersten Mission kommen würde. Sie hat letztens bereits Derek angesprochen, ob sie uns mal begleiten könnte!“
John runzelte die Stirn, da er einen Moment nachdenken musste, wenn sie meinte.
„Oh verdammt!“, murmelte er dann, stand auf und ließ Lily irritiert zurück.
Er fand Dr. Levy nicht sofort und auf der Krankenstation hieß es, das sie frei hatte. Als er dann in den Kontrollraum kam, wartete dort Major Harris mit seinen Team und in dem Moment stieß die Ärztin dazu. John nickte den Soldaten zu.
„Sie wollen heute off World!“
Joanne bejahte es freudig.
„Harris, haben sie ein Problem damit, wenn ich sie ebenfalls begleite?“
Der Major schüttelte verdutzt den Kopf und sah dann seinen CO nach, der sich schnell umziehen wollte.
Nach einer Stunde hatten sie den Schutz des Waldes verlassen und standen vor einer hügeligen Landschaft. Es gab keine Anzeichen auf Menschen, nur ein paar Wildtiere waren ihnen im Wald über den Weg gelaufen.
Sergeant Bells stand auf einen Felsen und blickte durch sein Fernglas.
„Ich kann Wasser glitzern sehen. Das ist aber auch alles!“, rief er und sprang zu seinen Kameraden herab.
„Tut mir leid Doc, das ich ihnen nicht Action bieten kann!“, zwinkerte Harris ihr zu und Levy lachte auf.
John stand angespannt neben ihnen. Der Planet in seiner Erinnerung hatte anders ausgesehen und langsam dachte er daran, das er sich doch alles nur eingebildet hatte. Nachdem sie noch etwas durch ein ausgetrocknetes Flussbett gelaufen waren, hatte Harris und er entschieden umzukehren.
Zisch
Sie waren gerade aus dem Wald getreten und konnten das Stargate bereits erkennen, als der Schuss fiel. Hinter ein paar umgestürzten Bäumen gingen sie in Deckung und erwiderten das Feuer.
„Sir, das hört sich wie die Waffen der Genii an!“, rief Harris und John bestätigte es. Die Jungs hatten ja lange nichts mehr von sich hören lassen.
Dr. Levy saß hinter Lieutenant Phillips und wartete darauf, das ihr jemand sagte, was sie tun sollte.
John versuchte sich an Details der Vision zu erinnern und zerrte dann reflexartig Joanne auf den Boden. Genau da schlug das Geschoss in den Baumstamm ein, wo ihr Kopf eben noch war. Sie schrie erschrocken auf und klammerte sich an Bells.
Langsam arbeiteten sie sich zum Stargate und während sie Phillips Feuerschutz gaben, wählte der Atlantis an. Der Ereignishorizont baute sich auf, der Lieutenant gab den IDC ein und schrie dann, das alles klar zum durch gehen war.
Einer nach dem anderen duckte sich und lief so schnell er konnte in das Gate. Zum Schluss blieben nur noch John und Major Harris übrig. Sie konnten noch ein paar Genii erledigen, die aus den Schutz der Bäume getreten waren und dann rannten sie los.
Im Torraum angekommen atmete John erleichtert aus, als er das schließen des Tores vernahm und sah zu Harris der sich kurz auf seine Knie stützte.
„Das war knapp!“, meinte Bells schnaufend und begab sich zu seinen Kameraden.
John ging ebenfalls los und sah kurz zu dem Major zurück, der noch immer da stand und auf einen Punkt im Raum starrte.
„Simon, wollen Sie nicht mit in die Krankenstation?“
Er runzelte die Stirn, da sich der Soldat nicht rührte. John ging auf ihn zu und fasste ihn an die Schulter.
Da sackte Harris zusammen und John bemerkte die Eintrittswunden am Rücken. Er rief nach Levy und als sie zu ihnen kam, konnte sie nur noch den Tod des Majors feststellen.
„Was sollte das heute Morgen? Und was ist mit dir los?“
Lily hatte mit Teyla trainiert, als die Nachricht über die Ankunft des Teams kam.
Sie war gerade in den Kontrollraum eingetroffen, da konnte sie noch das Zusammenbrechen von Simon sehen. John hatte aschfahl daneben gestanden und es war nicht nur Schock in seiner Mimik zu sehen gewesen.
Nun standen die beiden in seinen Quartier und sie sah ihn fragend an.
„Lily, ich kann dir das nicht sagen!“
„Aber du kannst mich einfach so in der Kantine sitzen lassen. Hast du irgendwelche Sorgen?“
Er schüttelte den Kopf und wandte sich ab. Er konnte es ihr nicht erzählen, er war sich ja nicht mal selbst sicher, ob es real war.
„Darf ich dich wenigstens auf die Erde begleiten, wenn du Simon zurück bringst?“
Er hörte ihre Enttäuschung, das er nicht mit ihr über seine Gedanken sprach. John sah zu ihr und nickte.
Harris hatte keine Familie mehr und deshalb dauerte die Beerdigungszeremonie nicht sehr lange. Die Soldaten nahmen von ihrem Kameraden Abschied, dann trennten sich ihre Wege. John und Lily wollten noch zu ihren Eltern fahren, die mit der Hochzeitsplanung derweil beschäftigt waren.
Da es eine lange Fahrt war, war Lily eingeschlafen und als John an einer Ampel hielt, strich er ihr sanft über die Wange. Wie gern würde er ihr alles erzählen.
Die ersten Tropfen belegten die Scheibe und er schaltete die Scheibenwischer ein. Es wurde langsam dunkel und auf der Landstraße war nicht viel Verkehr. Der Regen wurde stärker und John spürte etwas Müdigkeit in ihm aufkommen, er wollte aber noch bis zur nächsten Tankstelle selbst fahren, ehe Lily ihn ablösen würde.
Das regelmäßige, beruhigende Trommeln des Regens auf das Autodach und Umrisse der Tropfen im Scheinwerferlicht ließ ihn schläfrig werden. Seine Augen schlossen sich langsam, sein Kopf senkte sich um einen Moment darauf erschrocken aufzufahren.
Der Baum kam immer näher und er verriss das Steuer, weswegen der Wagen ins Schleudern geriet und dann war alles dunkel...
Nein!
Er spürte gar nichts, keinen Schmerz, aber es war so hell um ihn herum. Die Stimmen riefen seinen Namen, immer wieder und er sah sich in der Helligkeit um. Wo müsste er hin? Das pulsierende Licht, blendete ihn und die Stimmen wurden klarer.
„Colonel?“
Er wunderte sich, das sie ihn mit seinen Rang ansprachen; überhaupt wieso wurde es wieder dunkel? Erneut sprach ihn eine männliche Stimme mit Colonel an und dann spürte er eine Berührung an den Händen.
„Wir haben Sie!“
Es war so laut, die Rufe hallten in seinen Ohren. Er zwang sich die Augen zu öffnen und sah Major Lorne neben McKay knien. Irgendwas hatte sich um seinen Körper geschlungen und er merkte, das dies ebenfalls um ihn herum war.
Sergeant Miller sah, das John wach war und half ihn sich aufzusetzen. Er schüttelte den Kopf um die Benommenheit los zu werden und schaute sich um, wo er überhaupt war.
Das Team lag auf den modrigen Waldboden und eine Art Schlingpflanze hatte sich an ihnen festgeklammert.
Der Sergeant musste mehrmals ansetzten, dass er mit seinen Dolch die Ranke durchtrennen konnte. Der Nebel hing tief im Wald und die Geräusche der Tiere vermehrten sich.
Irgendwann waren alle soweit fit, dass das Team mit Major Lorne und seinen Leuten langsam den Wald verlassen konnte.
„Wir waren doch auf Atlantis. Ich habe in meinen Labor gearbeitet und dann ist auf einmal alles zusammen gebrochen!“, redete McKay aufgeregt und sah zu wie Miller das Gate anwählte.
„Ich hab ihnen gleich gesagt, diese Empusa ist mir nicht geheuer!“, wandte er sich an John, der aber nur abwinkte.
„Ich hab es verstanden Rodney!“
Er hatte jetzt keinen Nerv um mit den Wissenschaftler darüber zu diskutieren, wer Recht hatte und wer nicht.
Er atmete innerlich auf, als sie durch den Ereignishorizont nach Atlantis kamen und Lily ihn auf der Krankenstation empfing. Carson untersuchte die Vier, stellte eine leichte Unterkühlung fest und verordnete ihnen ein paar Tage Ruhe.
John verließ die Station mit Lily und sie gingen in Richtung ihres Quartiers. Er hatte Liz bereits seinen Bericht erzählt, als er auf die Untersuchung warten musste. Sie beschloss darauf hin, den Planeten von der Liste zu nehmen und McKay war über diese Entscheidung mehr als zufrieden.
Sie traten gerade aus den Transporter, als Sergeant Cesco den Colonel erblickte und zu ihm gelaufen kam.
„Sir, die Steelers haben gewonnen! 50 Dollar bitte in die Soldatenkasse! Sie haben es uns ja nicht geglaubt, das sie den Bowl wieder holen!“
John erwachte schweißgebadet auf und fuhr sich über sein Gesicht. Lily bewegte sich neben ihn, sah ihn fragend an und er legte sich wieder zurück. Einen Moment später war er wieder eingeschlafen.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 10.11.2007, 12:28 Titel: |
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Oookay, DAS war jetzt gruselig! Aber diese Deja vu's sind es auch *schauder*. Ist mir erst letzte Woche passiert. Wie weiß nicht, wie es anderen geht, aber mir laufen dann immer kalte Schauer über den Rücken und ich weiß nicht wirklich, wie ich mich verhalten soll, wenn etwas geschieht, was man irgendwie schon vorher geahnt hat. Wahrscheinlich, weil es unbewußt ist, keine Ahnung. Bei anderen Sachen geht's mir nicht so ... mh ...
Auf jeden Fall wieder eine tolle Geschichte. Gehen sie nicht nochmal auf den Planeten? Ich meine, mich da an was erinnern zu können, aber vielleicht bringe ich jetzt was durcheinander - und ich will auch nicht zu weit nach vorn preschen.
War wieder klasse und ich freu mich schon auf die nächste!!! |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 11.11.2007, 18:29 Titel: |
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@Hyndara: Ja Deja vu's hatte ich auch hin und wieder. Das ist unheimlich. Aber jetzt kommt eher ein Märchen. Das hab ich nach Fluch der Karibik III geschrieben, als ich vom Kino wieder heim kam.
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Short-Cut: Und wir gehen zu den Sternen
Character: OC, Sheppard, Multi-Character
Kategorie: Drama, Romance, Action
Rating: PG-13/R16
Author’s Note: Der Songtext ist von Enya aus dem Lied „Afer Ventus“.
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
17. Spiegel der Verdammnis
Glitzernd lag die weite Schneelandschaft im Sonnenlicht vor ihnen, aber die Sonne konnte nicht verhindern das ein kalter Wind wehte und sie trotz ihrer warmen Sachen froren.
Sie hatten eine mehrtägige Mission auf diesen Planeten, da dieser in der Antikerdatenbank ein Zeichen hinter der Adresse hatte und sie herausfinden wollten, was es hier besonderes gab.
Nun stapften sie seit Stunden schon im Knietiefen Schnee und hatten außer Berge nichts gefunden. Je näher sie an die Berge kamen, wurde es düsterer und die Wolken legten sich vor die Sonne.
„Wir hätten den Jumper nehmen sollen!“, bibberte Rodney und rieb sich seine Hände, die in den dicken Handschuhen steckten. John, der vor ihm ging, drehte sich um.
„Wissen Sie, ob der Jumper bei der Kälte noch vollkommen funktionstüchtig sein kann? Und wo sollte ich landen, wenn wir schon im Schnee versinken?“
McKay gab nur Zähneklappern von sich und streckte dann den Arm aus. Die anderen hatten es ebenfalls bemerkt, das hinter einer Kuppe Rauch aufstieg.
Sie sahen ein Dorf das in den Berg gebaut worden war und sie begaben sich dort hin. Ein Mann, der davor auf einen zugefrorenen See stand, hatte ein Loch hinein geschlagen und angelte. Neben ihm lagen in einen Korb schon einige, noch zappelnde Fische und er sah auf, als die Fremden den Hang erklommen hatten.
Er spürte einen Ruck, dann zog er seine Angel nach oben und legte den nächsten Fisch in den Behälter, den er dann nahm und auf die fünf Menschen zu ging. In seinen dunklen und dicken Mantel kam er ihnen vor wie ein Bär.
„Ihr seid nicht von dieser Welt!“, begrüßte er sie und sie nickten.
„Aus dem Kreis der Antiker ist schon lange keiner mehr gekommen! Seid ihr diejenigen, die den Spiegel zerstören sollt?“
Als er bemerkte, das die Menschen vor ihm ihn nicht verstanden, was er meinte und vor Kälte kaum noch stehen konnte, nahm er sie mit in sein Haus, gab ihnen trockene Kleidung und sie konnten sich vor dem Feuer im Kamin wärmen.
Sie erfuhren, das ihr Gastgeber Egeas hieß und sie nannten ihre Namen und Herkunft.
„Atlantis. Naiads Geschlecht war von dort aufgebrochen um hier ihr Volk aufzuziehen!“, sagte Egeas und bereitete die Fische vor.
Er hatte Unmengen davon gefangen und während er sie ausnahm, fragte McKay, der langsam wieder Gefühl in seinen Füßen spürte, was Egeas mit dem Spiegel gemeint hatte. Der braunhaarige Mann unterbrach seine Arbeit einen Moment, sah ihn nachdenklich an und fing zu erzählen an.
„Dieses Land war einst wunderschön und Naiad, Tochter von Okean, wohnte in der See und herrschte über diese Welt. Sie konnte als einzige ihrer Familie an Land gehen, da ihre Mutter eine Menschliche Frau gewesen, die nach der Geburt des Mädchens verstorben war.
Naiad hatte die Gabe die Menschliche Gestalt anzunehmen und dies nutzte sie aus, um in den blühenden Wäldern zu wandern, die Berge zu erklimmen und vor allem mit ihrem Volk zu sprechen.
Eines Morgens, sie kam gerade aus dem Gewässer, erreichte ein Boot das Land und Hades der Schönling, stieg daraus aus. Sie verliebte sich in ihn und erkannte zu spät, das Hades das Tor zur Unterwelt in den Höhlen der Berge bauen und öffnen wollte.
Viele Menschen starben, als er sie in seine Gehilfen, den schwarzen Schemen verwandelte. Naiad unternahm nichts, da sie es nicht erkennen wollte, dass er dies alles tat, obwohl ihr Volk sie um Hilfe anflehte...“
Egeas seufzte, spießte die Fische auf und legte sie über das prasselnde Feuer. Dann setzte er sich seinen Gästen gegenüber die interessiert seinen Worten lauschten.
„Nun sie vertraute ihm und sie trafen sich immer in den Wäldern um gemeinsam spazieren zu gehen. Aber wenn sie in der Nacht zurück in ihr Reich ins Wasser stieg, zeigte Hades sein wahres Gesicht und öffnete in den Höhlen am Grund der Berge, das Tor der Unterwelt.
Die Dämonen drangen in die Träume der Menschen und die meisten wachten nicht mehr auf.
Eines Nachts, saß Ciarme, Naiads Stiefschwester auf einer Sandbank und sang ihr Sternenlied. Ein Mal im Monat ermöglichte Naiad ihr es, oberhalb des Wassers zu sein.
Hades Dämonen entdeckten das Mädchen und ehe sie das rettende Wasser erreichen konnte, starb sie.
Naiad fing zu weinen an und da es zu dieser Zeit gerade Winter wurde, schneite es unaufhörlich und die einst so schöne Landschaft ging in der Kälte unter, selbst das Meer vereiste.
Hades hatte Naiad einen Spiegel aus einem weit entfernten Land mitgebracht und geschenkt. Sie suchte Hades in der Nacht in den Höhlen auf und verbannte ihn in den Spiegel, doch er schaffte es noch einen Splitter heraus zubrechen und Naiad damit zu töten.
Für ihn war der Riss im Spiegel zu klein, doch seine Dämonen konnten von der Unterwelt heraus und verwüsteten das sterbende Land entgültig. Angeblich soll sie mit ihrer letzten Kraft, bevor sie starb, eine Waffe, die sie an ihre tote Schwester erinnerte, hergestellt haben, aber sie hatte diese nicht mehr einsetzen können.
Niemand weiß wo der Spiegel und die Waffe ist, viele haben es schon versucht dort hin zu gelangen, aber sie kamen nie mehr zurück. Es heißt, das Naiad sie begleitet, sie aber nicht beschützen kann und über die Seelen wacht, die bei der Suche ums Leben gekommen sind. Sie muss solange in der Dunkelheit der Höhlen leben, bis jemand den Spiegel zerstört.“
Egeas Erzählung war beendet und das Team blickte sich an. Er bemerkte ihre Stumme Vereinbarung und lächelte.
Die Prophezeiung würde sich also erfüllen. Er stand auf und legte die fertigen Fische auf die Teller vor ihnen und sie ließen sich die warme Mahlzeit schmecken. Danach holte Egeas Decken und gab ihnen Plätze, wo sie schlafen konnten.
Sie hörten den Schneesturm und das Dach der Hütte knackte im Wind. Die geschlossenen Fensterläden rüttelten an ihren Halterungen und sie zuckten erschrocken zusammen als es gegen die Tür pochte.
Der Hausherr öffnete die knarrende Tür und der kalte Luftzug blies die Kerzen, die auf dem Fensterbrett standen aus.
Ein Mann stand vor ihm, mit einen schreienden Bündel im Arm.
„Egeas, ich brauche Schutz die nächsten Stunden. Athinas Mutter ist am Scheideweg angekommen und wenn sie sie holen kommen, will ich das Kind schützen!“
Egeas nickte und stellte den Mann vor. Lathon setzte sich mit seinen Kind auf die Eckbank und sein Freund gab ihm Essen und etwas zu Trinken. Das Team war gerade am einschlafen, als sie ein helles Heulen hörten und es fühlte sich an, als würde es durch den eigenen Körper kriechen.
„Was ist das?“, fragte John und bemerkte aus den Augenwinkeln heraus, wie Lily zu zittern begann.
McKay zog sich die Decke übern Kopf und murmelte irgendwas leise vor sich hin. Egeas hatte angenommen, das sie schlafen würden und setzte sich auf einen Hocker, der bei ihren stand.
„Es sind die Dämonen Hades. Sie holen die Seele der alten Frau in die Verdammnis. Deshalb ist Lathon gekommen, weil er Angst hat, das sie ihm auch seinen Sohn stehlen!“
Das Heulen nahm zu und das kleine Kind wachte auf. Es ließ sich von seinen Vater nicht beruhigen und dieser bekam Panik.
„Sie werden uns finden!“
Teyla erhob sich, nahm ihm das Baby ab und sang etwas in ihrer Sprache. Ihre sanfte Stimme beruhigte nicht nur das Kind und es schlief wieder ein.
Lathon bedankte sich und nach einer Weile hörte man nur noch den Sturm, der versuchte durch die kleinsten Ritzen einzudringen. Irgendwann in der Nacht wurde es ruhig und irgendwo in den Bergen heulten Wölfe auf.
Am nächsten Morgen richtete Egeas nach dem Frühstück den Proviant für die Reise her und gab dem Team ihre trockene Kleidung wieder. Er schenkte ihnen warme Mäntel und als sie hinaus traten, standen zwei Schlitten mit Wolfsartigen Tieren davor.
McKay ging ein paar Schritte zurück, als die Wölfe einen dunklen Laut von sich gaben.
„Ihr braucht keine Angst haben. Dies sind meine Gefährten, Argio und Beros. Ich werde euch mit ihnen bis zu den Bergen begleiten, dann müsst ihr alleine weiter!“
Rodney und Ronon setzten sich in einen und Teyla mit Lily in den anderen Schlitten. John hatte die Aufgabe den Schlitten der Frauen zu lenken, was er noch nie getan hatte, aber Egeas versicherte, das die Tiere wussten, was sie tun sollten.
Der Mann ging zu seinen Gefährten, sprach ihnen etwas ins Ohr und stellte sich dann auf den Schlitten.
„Lauf Argio!“, rief er und der Wolf setzte sich in Bewegung. John wollte auch den Ruf ausstoßen, aber in dem Moment, lief Beros ebenfalls los und fuhren in die endlose Weite der schneebedeckten Landschaft.
Zwei mal machten sie eine Pause, aber da Egeas wieder zurück sein wollte, ehe es Dunkel wurde, verzichteten sie darauf, länger als ein paar Minuten zu stoppen. Der Wind wurde immer kälter, je näher sie an den Fuß des Berges kamen.
Johns Augen tränten, obwohl er seine Sonnenbrille trug und sein Gesicht fühlte sich total taub an.
Er sah, wie sich Lily und Teyla unter den Schutz der Decken in den Schlitten mummelten. Die Sonne hatte schon die Mittagszeit überschritten und versteckte sich hinter den Gipfel.
Die Schlitten fuhren in einer Schlucht umgeben von Gestein und Schnee. John erkannte ein Tier auf einen Felsen stehen, ähnlich einer Gams aussehend. Als das Tier sie erblickte flüchtete es rasch und hinterließ leichte Spuren, die einen Moment darauf vom Wind wieder verweht wurden.
Endlich hatten sie den Berg erreicht und die Vier kletterten aus den Schlitten. Egeas blickte sie an. „Argio und Beros werden hier sein, wenn ihr zurück kommt!“
Dann verhakte er den einen Schlitten an den anderen, leinte Beros an seinen Gefährten und Egeas verabschiedete sich von seinen neuen Freunden. Dann fuhr er los und sie blickten ihm nach, bis das Weiße ihn verschluckt hatte.
John wandte sich zu den anderen und wollte sie gerade fragen, ob sie eine Pause machen wollten, als er sie erblickte. McKay runzelte die Stirn, da Sheppard starr vor ihm stand und folgte seinen Blick. Am Eingang der Höhle war eine Frau und man konnte leicht durch ihr durchsehen. Ihr feuerrotes Haar fiel ihr lockig über die Schultern bis zur Taille und ihre stechenden blauen Augen blickten sie lächelnd an.
„Als würde sie auf uns warten!“, meinte Teyla und Ronon machte den Vorschlag gleich in die Höhle auf zubrechen. Dort könnten sie immer noch Pause machen und hätten mehr Schutz vor der Kälte. Niemand hatte etwas dagegen und sie betraten sie.
Naiad war nicht mehr zu sehen und nach dem sie einige Kilometer gerade aus gelaufen waren, sahen sie, das es nun abschüssiger wurde. Sie beschlossen zu rasten, bevor sie sich an den Abstieg wagten und aßen von dem Proviant, den ihnen Egeas gegeben hatte. Da hörten sie leisen Gesang und sahen die Antikerin auf dem Hang stehen. Dann verschwand sie wieder.
„Irgendwie unheimlich!“, flüsterte Lily und McKay stimmte ihr zu.
„Haben Sie verstanden, was sie sang?“, wollte Teyla wissen, aber sie bekam von jedem ein Nein.
Nachdem sie eine Stunde gewartet hatten, packten sie ihre Sachen und befestigten die Seile. Teyla und McKay seilten sich zuerst ab. Loses Geröll lag herum und Rodney rutschte an diesen Stellen mehrmals ab, konnte sich aber gut halten.
Er atmete erleichtert aus, als er festen Boden erreichte und sah dann zu wie Lily und John sich an den Abstieg wagten.
Lily war bereits unten und Ronon löste ihr Seil, als John an einer Kante ausrutschte und gefährlich ins Wanken kam.
Dadurch lockerte sich sein Seil etwas, er rutschte einige Meter nach unten und riss sich die Hose auf. Ronon fasste oben schnell hin und verhinderte dadurch eine längere Rutschpartie.
Er befestigte das Seil wieder und John konnte die letzten Meter hinter sich bringen. Während Lily ihn nach einer Verletzung untersuchte kam Ronon zu ihnen.
Außer einer leichten Abschürfung konnte sie nichts bei John feststellen und sie liefen weiter.
Die Gänge wurden enger, sie sahen von den Decken unendlich viele Stalaktiten hängen und einige Tropfen fielen ihnen in den Nacken, was McKay mehrmals vor Schreck aufschreien ließ.
Erst Recht als Naiad plötzlich vor ihm auftauchte, er nicht mehr stoppen konnte und durch sie lief. Die Antikerin lächelte fast schelmisch und verschwand wieder.
„Haben Sie das gesehen? Haben Sie das gesehen?“, deutete Rodney auf dem Punkt und die anderen grinsten sich an.
Dann verging ihnen allerdings das Lachen, als sie an eine Abzweigung kamen.
Nach einer viertelstündigen Diskussion, bei der McKay sich durchsetzte und den Linken Gang wählte, betraten sie diesen. Sie liefen etwa schon über einer Stunde, als Ronon anmerkte, das Naiad nicht mehr aufgetaucht war.
„Seien Sie doch froh!“, meinte Rodney und einen Moment später stand er vor einer geschlossenen Wand. John zog die Augenbrauen nach oben und blickte den Wissenschaftler an.
„Links!“
Er schüttelte den Kopf und sie gingen wieder zurück. Rodney zuckte die Schultern und da ihm langweilig wurde, fing er zu pfeifen an. Er merkte dadurch das es ein Echo gab und rief immer wieder verschiedene Sachen. Ronon verdrehte genervt die Augen und musste dem Geschrei weiter zu hören. Da rumpelte es auf einmal und sie blieben erschrocken stehen.
„Was ist das?“, fragte Rodney und sah sich besorgt um. John leuchtete an die Decke und sah die spitzen Stalaktiten auf sie zu kommen.
„Lauft!“, brüllte er und zog McKay mit sich. Gerade noch rechtzeitig, ein paar Sekunden später krachten die Tropfsteine auf den Punkt, wo sie gestanden hatten.
„Danke!“, sagte der Wissenschaftler, dem die Farbe aus dem Gesicht gewichen war und John klopfte ihm auf die Schulter. Rodney zog einen Energieriegel hervor und verschlang ihn. Danach fühlte er sich wieder etwas besser. Sie machten eine kurze Pause, bevor sie den rechten Gang entlang liefen und nun hörten sie auch den Gesang wieder.
„Ich habe den Text übersetzen können!“, sagte McKay nach einer Weile, nachdem Naiad das Lied mehrmals hintereinander gesungen hatte und John sah ihn erwartend an.
„Also sie singt: Mare Nubium. Umbriel. Mare Imbrium. Ariel. Et itur ad astra. Et itur da astra. Mare Undarum. Io. Vela. … Das bedeutet, irgendwas mit Wolkenmeer. Wo ich mir aber sicher bin ist: Et itur ad astra. Dies heißt; Und wir gehen zu den Sternen.“
Bevor Rodney seinen Gedanken weiter ausführen konnte sprach Teyla es aus.
„Egeas hat erzählt, ihre Schwester hatte ein Sternenlied und die Waffe soll an ihre Schwester erinnern. Naiad begleitet nicht, sie führt einen dahin. Man muss es nur erkennen und als wir den falschen Weg gegangen sind, war sie die ganze Zeit nicht da, erst als wir zurück gekommen sind!“
John nickte, denn er hatte dieselbe Idee gehabt und McKay stimmte ebenfalls zu.
Sie liefen weiter und irgendwann hörten sie einen Bach plätschern. Dazu kam aber noch seltsames Heulen und sie waren sich sicher, das sie bald den Punkt erreichen würden.
Sie bogen um eine Ecke und fanden sich einer Grotte wieder. Es war trotz der Schemen, die um etwas herum flogen, hell und als in den See blickten, in den der Bach rann, sahen sie etwas darin leuchten. Das grünbläuliche Wasser reflektierte sich an den Wänden und das Licht strahlte Zuversicht aus.
„Was jetzt?“, fragte Ronon. Naiad stand am Rand des Sees und ihre Augen hatten einen sanften Glanz und der Blick war so tief wie das Meer. Sie öffnete ihren Mund und fing zu singen an. Ihre Stimme hörte sich so hoffnungsvoll und auch anspornend an.
„Mare Nubium. Umbriel. Mare Imbrium. Ariel. Et itur ad astra. Et itur da astra. Mare Undarum. Io. Vela. Et itur ad astra…”
Sie blickte die fünf noch einmal an, dann trat sie ins Wasser und verschwand darin.
„Die Waffe!“, sagte Teyla und deutete auf das Leuchtende am Grund. Ronon ging einen Schritt auf den See zu, als ihn etwas aufhielt. Er versuchte es noch einmal, aber ihm blieb der Weg versperrt. Das Gleiche passierte bei Teyla und nachdem sie McKay mehrmals darum bitten mussten, probierte er es auch. Doch er konnte die Barriere nicht überwinden.
Die drei blickten John und Lily an.
„Sie haben als einzige von uns dreien das Antikergen natürlich und nicht wie wir künstlich bekommen!“, sagte Rodney und John atmete tief aus.
Er legte seine Ausrüstung ab und spürte die Kraft der Barriere, je mehr er sich ihr näherte, aber statt das er zurück gewiesen wurde konnte er hin durch und er sprang ins Wasser hinab. Es war warm und es fühlte sich so sanft auf der Haut an.
Unter Wasser wirkte alles noch mystischer und er sah Naiad vor sich, wie sie am Grund um das Leuchtende schwamm. Als er davor war, erkannte er einen Kristall in einer Sternform, der wundschön war und vorsichtig griff er danach.
Er löste sich vom Boden, verlor aber seine Leuchtkraft nicht und John wollte wieder zur Oberfläche schwimmen.
Auf einmal spürte er etwas an seinen Beinen. Schlingpflanzen umschlangen sie und er zog daran, aber sie ließen nicht von ihm ab. Lange konnte er nicht mehr die Luft anhalten und kämpfte mit den Ranken. Er sah Naiad an, die einen traurigen Blick bekam und sich von ihm entfernte.
Einen Moment dachte er an Empusa, dann hörte er ein lautes Platschen und sah das Lily ins Wasser gesprungen war.
Die Vier hatten seinen Kampf mit den Pflanzen gesehen und da sie ihn als einzige helfen konnte, hatte sie nicht lange gezögert. Er warf den Kristall mit seiner ganzen Kraft nach oben, Lily fing ihn auf und schwamm auf die andere Seite zu, wo sich immer mehr Schemen tummelten und sie spürte wie das Wasser kälter wurde.
Ein dunkles gefährliches Summen lag in der Luft und endlich erreichte sie das felsige Ufer. Sie stemmte sich aus dem Wasser und sah die Schatten rasend schnell auf sich zu kommen.
Bevor die sie aber erreichten erschien Naiad vor ihr und sie spürte, wie sie in ihren Körper drang. Sie krümmte sich einen Moment und die Schemen umhüllten Lily.
John, der sich von den Ranken befreien hatte können und inzwischen wieder aufgetaucht war, wollte zu ihr und helfen, aber Ronon hielt ihn zurück.
Sie sahen etwas aus der Dunkelheit schimmern, dann erhob sich Lily und sie erkannten, das der Kristall die Schemen in sich zog. Aber aus dem Spiegel drangen ständig neue heraus und das Heulen wurde immer lauter.
„Mare Nubium. Umbriel. Mare Imbrium. Ariel. Et itur ad astra. Et itur da astra. Mare Undarum. Io. Vela. Et itur ad astra…”
Die Stimme von Naiad, die sich so hell und rein anhörte, erklang aus Lilys Mund und der Kristall breitete sein Licht immer weiter aus. Der Berg begann zu rumoren und als John einen Moment auf den Boden blickte, sah er wie die Steine sich unter den Vibrationen leicht bewegten. Währenddessen hatte Lily sich an den Spiegel näher heran gewagt, der im Felsen eingeschlossen war und der goldene Rahmen schimmerte leicht.
Sie hob die Waffe mit der Hand, als aus dem Spiegel eine neue Angriffswelle der Schatten kam und ihr Körper auf den Boden gedrückt wurde.
Lilys Gedanken rasten, sie hörte Naiad, die ihr Mut machte. Sie musste es alleine schaffen, sie könne nicht mehr tun, als ihr Kraft geben.
Lily schloss die Augen und konzentrierte sich. Sie umklammerte den Kristall und hielt ihn weit von ihrem Körper.
Sie fühlte das er wärmer wurde und als sie die Augen öffnete, war um sie herum nur weißes Licht und statt das es in ihren Augen schmerzte, gab es ihr Mut und Hoffnung.
Die anderen mussten derweil zurück treten, da das Wasser in Aufruhr geraten war und dampfte. Sie spürten wie es zog und Wind aufkam. Lily stand im Licht und der Wind bauschte ihren nassen Mantel auf.
„Ich habe dich schon einmal besiegt Naiad!“, war ein krächzendes Lachen zu hören und man konnte eine Fratze hinter dem Spiegel erkennen. Der Dampf wurde stärker und belegte die Wände der Grotte.
Tropfen fielen herab, als würde es regnen und John meinte das Aroma von Meeressand und Seewasser in der Luft zu schmecken, wie es sonst nur an den Küsten roch.
Noch einmal sendete Hades seine Dämonen, aber diesmal war der Kristall stärker.
Ein Strahl schoss aus der Mitte der Sternenförmigen Waffe und schickte die Schemen zurück. Das Ächzen und Stöhnen der Schatten übertönte das Beben der Erde und als der letzte Schemen in den Spiegel zurück gedrängt wurde, war ein schriller Aufschrei zu hören.
Der Wind nahm zu, vermischte sich mit dem Licht und der Wirbel legte sich um den Spiegel.
Der zerberste in tausende von Teilchen und sie glänzen leicht, ehe sie sich in Staub pulverisierten und verschwanden.
Der Stern leuchtete noch ein letztes Mal auf, dann lag in Lilys Hand ein Gläserner Kristall und sie konnte die Erleichterung von Naiad fühlen, bevor die sich aus ihren Körper löste.
Lily gab ihr den Kristall und schwamm erschöpft zu ihren Freunden. John half ihr aus dem Wasser, nahm sie in die Arme und küsste sie sanft auf die Stirn.
Naiad stand noch immer auf der anderen Seite, dann erstrahlte ihr Körper in einen klaren Licht.
Sie sang wieder ihr Lied und bei Et itur ad astra, stiegen leichte Bläschen vom Grund des Sees auf und schwebten darüber. Ein beruhigendes surren lag in der Luft und die Bläschen verwandelten sich in Licht und verschwanden im Fels. Naiad lächelte dem Fünfen zu, verbeugte sich und folgte den Seelen.
Plötzlich begann alles zu Beben, Felsbrocken stürzten herab und als sie den Weg zurück laufen wollten, war alles verschüttet und sie konnten nicht mehr durch.
Da sahen sie wie sich der Fels spaltete und sie stellten sich schützend in eine Nische. Das Beben nahm zu, die Steine stürzten in das Wasser und es zischte ununterbrochen.
Doch dann war Ruhe. Es herrschte totale Stille und langsam erhoben sie sich.
Sie konnten nicht glauben, was sie sahen. Vor ihnen lag das Meer und das Wasser der Grotte verbündete sich mit seinem großen Bruder. Auf einen schmalen Pfad konnten sie die Höhle verlassen und strahlender Sonnenschein empfing sie.
Sie kletterten die Klippe nach oben und standen auf einer blühenden Wiese.
Unter ihnen konnten sie das Rauschen der Brechenden Wellen hören und vereinzelt flogen Möwen umher.
Im Schatten des Berges erkannten sie mehrere Gestalten und als sie näher kamen, sahen sie, dass es Argio und Beros waren. Bei ihnen standen fünf Pferde, die grasten und dann ihre Köpfe hoben, als das Team zu ihnen trat. Die Wölfe gaben freudige Laute von sich und ließen sich von den Menschen streicheln.
Das einzige weiße Pferd trabte langsam auf Lily zu und stieß sie mit seinem Kopf an. Sie strich ihm darüber und seine Gefährten wagten sich zu den anderen.
Rodney taumelte ein paar Schritte nach hinten, als ihn der braune Hengst anstupste. Das Tier schien daran Spaß zu haben und machte es noch einmal.
„Wieso immer ich?“, jammerte der Wissenschaftler und kletterte umständlich auf den Rücken des Pferdes. Auch die anderen saßen auf den ihren und hielten sich an den Kordeln fest, die an den Köpfen der Tiere festgemacht waren.
„Wohin nun?“, fragte Lily John, der mit seinen Tier neben ihr stand. Er zuckte die Schultern, aber die Wölfe jaulten einmal auf und liefen los. Die Pferde setzten sich in Bewegung und folgten ihnen.
Sie galoppierten an blühenden Wäldern und einen Rauschenden Fluss vorbei und die Wiesen waren voll mit verschiedenen Blumenarten.
Der warme Wind fuhr durch die Mähnen der Pferde und sie sahen die Menschen in den Dörfern mit glücklichen Gesichtern.
Dort wo vor kurzem noch Eis und Schnee war, lag das weite Meer glitzernd in der Sonne.
Sie waren etwa zwei Stunden geritten, als sie das Stargate erkennen konnten, welches sie dann auch erreichten. Die Pferde wieherten zum Abschied und preschten über die Felder. Die Wölfe blieben noch einen Moment, ließen sich von Teyla kraulen und liefen dann davon.
„Rodney, wählen Sie uns nach Hause!“
Der Wissenschaftler nickte und das Gate erwachte zum Leben. John war der letzte und wollte gerade durch das Stargate gehen, als er ein Kreischen in der Luft hörte.
Ein Seeadler drehte seine Kreise und ließ sich von der Thermik mit treiben. John lächelte und berührte die braune Feder, die er im Mantel von Egeas gefunden hatte.
Mit einen letzten Blick auf den Vogel, der erneut seinen hellen Ruf ausstieß trat er durch den Ereignishorizont, der sich Sekunden darauf rauschend schloss.
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 12.11.2007, 12:27 Titel: |
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Und ein sehr schönes Märchen noch dazu ... Hat mir schon drüben gut gefallen, auch wenn ich da nichts dazu geschrieben hatte. An "Fluch der Karibik" erinnert es mich jetzt nicht, wohl aber, da hast du recht, an Märchen.
Echt klasse! |
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