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Das Tor in phantastische Welten
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Lilyreihe


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Kathi90
Autor


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Etzenricht

BeitragVerfasst am: 27.11.2007, 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Short-Cut: Er ist doch auch nur ein Mensch...
Character: Sheppard, OC, Multi-Charakter
Kategorie: Drama, Torture, Angst, Romance, Friendship
Rating: NC-17
Author’s Note: Ich will noch einmal darauf hinweisen, dass es deutliche Gewaltanwendung in der FF zu lesen gibt.
Haut mich nicht *duck*
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!




18. Seelenfolter



„Der Kampf in deiner Seele dauert so lange,
wie du ihn duldest.“




Zwei männliche Personen arbeiteten sich durch das dichte Gedrängel auf dem Marktplatz und zogen ihre Kapuzen ihrer Mäntel weiter ins Gesicht. Sie hassten es angestarrt zu werden, außerdem schützte es sie vor dem stärker werdenden Schneefall.
Sie würden sich jemanden aussuchen, nur wussten sie noch nicht, ob es der richtige Tag dafür war. Zu viele waren heute unterwegs. Ruckartig blieb der Blonde stehen und sein Hintermann lief in ihn hinein. Ehe der sich beschweren konnte, deutete sein Freund vor ihm auf eine Gruppe und sie sahen sich erst überrascht, dann grinsend an. Sie hatten diejenigen gefunden.
Ihre Auslese war beendet; jetzt mussten sie nur noch Planen. Sie wandten sich wieder ab, gingen den Weg zurück und verschwanden in der Menge.


Lily stand vor dem Wagen mit den seltsamen aussehenden Früchten und lächelte der Verkäuferin zu, die dem Wetter angepasst, dick eingemummelt in ihren Mantel ihr gegenüber stand. Sie drehte sich wieder um und ging zu den anderen, die sich vor einen vereisten Brunnen aufhielten und sich berieten, was sie jetzt machen sollten. John seufzte gerade, als sie zu ihnen trat.
„McKay, Sie gehen mit Ronon und Teyla in die Wirtshäuser oder suchen den Chef von hier. Wir werden uns umsehen und treffen uns in zwei Stunden genau hier!“
Rodney war auf der Stelle weg, Teyla lächelte und folgte mit Ronon den Wissenschaftler, der aus der Kälte raus wollte.
John drehte sich zu Lily und die beiden sahen sich auf dem Platz um.
„Morgen Abend findet ein Karaokewettbewerb statt. Izzy Phillips hat Geburtstag und die anderen aus ihrem Team hatten die Idee. Ich soll dich fragen, ob du mitmachen willst. Es gäbe auch Johnny Cash Songs in der Maschine!“, sagte Lily grinsend, nachdem sie ein paar Minuten durch das Gewühl der Leute gegangen waren. John sah zu ihr.
„Haben die Jungs so viel Angst vor mir mich das zu fragen, dass sie dich vorschicken?“
Sie bleckte ihm die Zunge und er lachte.
„Wenn ich dich begleiten darf, dann gerne!“
Lily drückte seine Hand, musste sie aber loslassen, als ein Junge hektisch an ihnen vorbei lief und von einen älteren Mann verfolgt wurde.
„Du Dieb!“, rief er ihn nach und blieb dann stehen, weil er ihn aus den Augen verloren hatte. Missmutig ging der Mann wieder an ihnen vorbei und als Lily ihm nach blickte, entdeckte sie einen Stand mit Ketten und weiteren kleinen Krimskrams.
Sie beschlossen sich kurz zu trennen und während Lily den Schmuck begutachtete, schaute John weiter.


„Hallo!“
Lily blickte zur Seite, dort saß ein Mann in einer Gasse und hielt die Hand auf. Sie beugte sich zu ihm herab.
„Es tut mir leid, ich bin nicht von hier. Ich kann ihnen kein Geld geben!“, sagte sie und kramte dann in ihrer Westentasche und reichte ihm einen Schokoriegel.
Als sie glaubte, er würde ihr das Essen aus der Hand nehmen, zog er sie grob zu sich und stach ihr etwas in den Hals. Sie schnappte erschrocken nach Luft, dann sackte sie in seine Arme. Von hinten sah es aus, als würde sie ihn umarmen und John der sich gerade nach ihr umblickte, entdeckte Lily bei dem Bettler stehen.
Lächelnd ging er auf sie zu, aber bekam irgendwie er ein komisches Gefühl.
Ehe er darüber nachdenken konnte, spürte er ebenfalls einen Piecks im Nacken. Ein weiterer Mann fing ihn auf und verschwanden mit den Beiden in der Dunkelheit der Straße.


McKay trank den letzten Schluck, des grünlichen, aber gut schmeckenden Getränks und nickte dann seinen Begleitern zu. Sie hatten in der Gaststätte herausgefunden, dass die Menschen hier schon einen Fortschrittlichen Lebenstand hatten.
Es gab Strom, den sie aus Windenergie gewannen und konnten so auch ihre Häuser heizen. Der Stadtmeister kam erst in ein paar Stunden wieder, wenn dieser von Verhandlungen mit einen anderen Planeten zurück sei.
„Wir sollten uns aufmachen, dass wir nicht zu spät kommen!“, meinte Ronon und McKay folgte ihm hinaus. Das Schneetreiben hatte etwas nach gelassen, aber dafür lag das Weiße überall.
„Schnee gab es auf Athos nur alle paar Jahre!“, sagte Teyla in Erinnerung schwelgend, griff mit ihrer Hand hinein und schmiss den Klumpen auf Ronon. Der grinste sie an, als er den leichten Schlag auf seinen Rücken bemerkte und Teyla lächelte zurück.
„Sie sollten mal nach Kanada kommen, den gibt’s dort zuhauf!“, antwortete McKay und sah sich um, ob er John oder Lily schon irgendwo sehen konnte.


Lily wachte mit höllischen Kopfschmerzen auf und fand sich in einen, dunklen fensterlosen Raum vor, den sie mit vier Schritten durchquert hatte. Zwei Gitterstäbe zeigten ihr wo sich die Türe befand und sie versuchte zu erkennen, ob noch jemand in ihrer Nähe war.
„John?“
Sie bekam keine Antwort und sie lehnte sich an die Wand. Irgendwie erinnerte sie das alles hier, an die Sache, die nun schon 2 Jahre wieder zurück lag. Damals hatte Ella noch gelebt und ihnen beiden war übel mitgespielt worden. Sie seufzte.
An Ellas Geburtstag vor drei Monaten hatte sie deren Grab aufgesucht und ihre Mutter wieder angetroffen. Sie hatte nicht wieder Lust darauf gehabt, mit Mrs. Walter in einen Konflikt zu geraten und war schon am gehen gewesen, als die Frau sie zurück gerufen hatte. Sie hatte sich entschuldigt wegen damals und zu sich zum Kaffee trinken nach Hause eingeladen.
Als Lily Schritte hörte, zog sie sich zurück und schloss dann geblendet die Augen, nachdem die Tür geöffnet wurde.
„Willst du mich gar nicht begrüßen?“
Sie erkannte die Stimme sofort; den Tonfall könnte sie nie mehr vergessen.
Er kam auf sie zu, packte ihre Handgelenke und drückte sie gegen die Wand. Sein Mund drängte sich auf ihren und sie drehte angewidert ihren Kopf zur Seite.
„Ich will dich ja gar nicht. Du wirst schon sehen, was dir und deinen Freund jetzt blüht!“
Grob drehte er sie um, wickelte ein Tuch um ihren Kopf und riss sie mit.


John schlug die Augen auf und stöhnte.
„Verdammt!“, stieß er aus, als er merkte, dass er alleine war. Es hätte ihm gleich komisch vorkommen müssen, das Lily jemanden einfach so umarmt. Er stand auf und griff um die Gitterstäbe.
„Lily?“
Seine Stimme hallte in dem Gebäude, aber eine Antwort folgte nicht. Geräusche, die sich nach schweren Schritten anhörten näherten sich und die Tür seines kleinen Gefängnisses wurde geöffnet.
Ehe er reagieren konnte, bekam er mit einen Holzknüppel einen Schlag zwischen die Beine. Ächzend sank er auf die Knie und lehnte seinen Kopf an die Wand.
Der Schmerz lähmte einen Moment seinen Unterkörper und ein höhnisches Lachen ertönte. Dann wurde er zurück auf die Beine gehievt und mit geschleift.


Litrod zerrte Lily mit den verbundenen Augen mit sich und schubste sie dann zu Boden. Sie versuchte sich mit ihren gefesselten Händen abzustützen und fühlte das Feuchte an ihren Handflächen. Dann hörte sie wie sich eine Türe quietschend öffnete und mehrere Schritte.
„Lily!“
Sie hob den Kopf und drehte ihn in die Richtung aus der sie Johns Stimme vernommen hatte. Er lebte noch und sie atmete erleichtert aus.
„Was habt ihr ihr angetan?“, zischte er zu Pakad, aber der drückte ihn kommentarlos auf einen kaputten Holzstuhl ohne Rückenlehne und fesselte seine Hände an den Seiten. Litrod wanderte um Lily herum und fuhr ihr über den Kopf, was John wahnsinnig machte.
Er beugte sich zu ihrem Ohr.
„Nun solltest du gut zuhören. Es wird dir gefallen!“
Dann leckte er fast liebevoll darüber und John rüttelte an den Fesseln. Pakad grinste seinen Freund an, dann packte er John an den Haaren, der den Fremden ärgerlich anblickte.
„Wollt ihr verhandeln?“
Litrod lachte auf.
„Über was sollen wir denn verhandeln? Wir haben doch schon, was wir wollen!“
Er deutete zu Lily und Pakad schüttelte belustigt den Kopf.
„Viel Spaß!“
Er griff fester zu und John hatte das Gefühl, ihm würden gleich seine Haare ausgerissen werden. An mehr konnte er nicht mehr denken, da ihn Pakad plötzlich nach hinten drückte und sein Kopf unter Wasser kam.
Damit hatte er nicht gerechnet und John hoffte, seine Luft würde reichen. Litrod gesellte sich derweil auch hinzu, holte mit dem Knüppel aus und traf John mit voller Wucht in die Seite.
Er stöhnte auf, schluckte dabei Wasser und bekam Luftnot. Panisch, da er dachte ersticken zu müssen, klammerten sich seine Hände um die Stuhlgriffe. Er wurde aus dem Wasserbottich hochgezogen und er schnappte keuchend nach Sauerstoff.
„Lily ... alles ... in Ordnung!“, brachte er keuchend hervor und wurde sogleich wieder unter Wasser gedrückt. Und wieder bekam er Schläge ab und im Wasser hörte sich das Knackende Geräusch seiner brechenden Rippe noch lauter an.
Und auch Lily hatte es gehört. Aber sie wusste nicht, was sie tun sollte. Ihre Hände waren an einen Rohr gefesselt und sie versuchte schon die ganze Zeit, die Stricke mit reiben zum Reißen zu bringen, aber sie schnitten ihr eher in die Haut, als das es ihr was brachte.
Immer wieder machten die Männer dieselbe Prozedur, die Pausen zum Luftholen wurden weniger und einmal drückten sie ihn solange hinein, bis ihm fast Schwarz vor Augen wurde.
Nach einer Weile schubsten sie ihn mit den Stuhl um, ließen ihn liegen und verließen den Raum. Da fing Lily zu schreien an, doch sie bekam keine Antwort.


McKay blickte auf die Uhr und er wurde langsam nervös. Sonst war John Sheppard die Pünktlichkeit in Person und jetzt ließ er sich Zeit und kam nicht wie verabredet zum Treffpunkt. Der leichte Schneefall von vorhin hatte sich langsam in einen Sturm verwandelt und die Händler auf dem Marktplatz räumten ihre Sachen zusammen.
Teyla hatte sich von ihm und Ronon gelöst, da sie sich etwas um sehen wollte. Auch Ronon wurde unruhig, das merkte der Wissenschaftler, da der Satedaner seine Handfeuerwaffe immer wieder kreisen ließ und Rodney ging automatisch ein paar Schritte zur Seite.
Über Funk konnte er Sheppard nicht erreichen, aber er hatte es vorhin schon festgestellt, als er Teyla anfunken wollte, dass es nicht richtig funktionierte.
Er vermutete, das es an dem starken Schneefall lag.
Er wollte gerade wieder auf die Uhr blicken, da erschien Teyla mit einer Frau an ihrer Seite. Sie hatte sich einen Mantel besorgt und der lag nun über ihren Schultern.
„Netina ist so liebenswert und leiht uns die Sachen, während wir warten!“, erklärte die Athosanerin, die Frau reichte den beiden ebenfalls einen und McKay bedankte sich höflich.
„Ich frage mich wo Sheppard und Johnson bleiben!“, murmelte er in die Runde, während er sich den Stoff überzog und die junge Frau, die sich gerade wieder zum gehen abgewandt hatte, blickte sie an.
„Ihr sucht eure Freunde? Einen dunkelhaarigen Mann und die schöne Frau an seiner Seite?“
Die drei nickten.
Netina deutete zu einer Gasse.
„Sie haben dort zwei Männer begrüßt. Sie haben sich anscheinend gekannt, da sie sich umarmten!“ Rodney runzelte die Stirn und sah zu Teyla, die ebenfalls verwirrt schien. Ronon zeigte keine Reaktion, blickte aber ernst zu dem Ort, wo die Begegnung stattgefunden haben soll.
„Und dann?“, wollte McKay wissen.
Netina lächelte.
„Dann sind sie weiter gegangen. Sie könnten eingekehrt sein! Zwei Straßen weiter gibt es ein Gästehaus!“
Teyla dankte ihr für die Information und wandte sich dann zu Rodney, nachdem die Frau gegangen war.
„Da stimmt etwas nicht. Ich befürchte die Umarmung war gar keine!“
Der Wissenschaftler nickte und seufzte. Es wäre ja auch zu schön gewesen.
„Wir sollten zum Stargate und Dr. Weir Bescheid geben!“


Lily wusste nicht wie lange sie geschrieen hatte, irgendwann hatte ihre Stimme versagt und sie war zusammen gesunken an dem Rohr gelehnt. Nur leise, war seine Antwort gekommen. Es ginge ihm gut. Sie wusste das es nicht stimmte, aber was sollte er ihr sonst sagen. Sie konnte nichts sehen, das war für sie mit das schlimmste. Dann hörte sie die Schritte wieder und sie bekam Angst.
Was würden sie nun tun? Sie hatten schon damals bei ihr kein Ende gekannt, was sollte mit John nun geschehen. Etwas schweres wurde abgestellt, sie spürte die Erschütterung und dann strich ihr einer von Beiden über die Wange.
„Würdest du dann für mich noch mal so schreien? Ich bekomm nicht genug davon!“
Er rieb sich an ihrer Seite und keuchte penetrant in ihr Ohr. Ihr wurde richtig übel und war froh, als er endlich aufhörte.
John hatte sich etwas erholt und sah mit zusammen gebissenen Lippen zu, wie dieser Litrod immer wieder Lily belästigte. Pakad stellte sich in sein Sichtfeld und John blickte zu dem Mann auf.
„Na, macht dich das an?“
Er gab ihm keine Antwort, Pakad holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. John fühlte das Blut aus seiner Nase laufen und schmeckte es kurz darauf auf den Lippen.
„Lasst sie gehen!“
Der Fremde beugte sich zu ihm.
„Wir sollen sie gehen lassen? Jetzt? Du bist lustig. Es wird doch erst noch richtig spannend!“, lachte er auf und zog mit dem Knüppel durch. Der Schlag ließ John auf die Seite kippen und er krümmte sich zusammen.
Er gab keinen Ton von sich, den Gefallen würde er ihnen nicht tun. Erneut sah er wie Litrods Hände über Lilys Körper fuhren und er hätte ihr liebend gern geholfen. Die Fesseln wurden immer enger, je öfter er daran zog und zerrte.
„Warum?“
Pakad runzelte die Stirn, bis er verstand, was John meinte. Er zog sein Hemd nach oben und John konnte seinen mit Narbendurchzogenen Oberkörper erkennen.
„Ich war meinen Vater im Weg, wenn er zu seinen Frauen ging. Ich war mit meinen Bruder in einen dunklen Loch eingesperrt, bekamen nur Essen und Wasser, wenn es ihnen eingefallen ist.
Eine von den Frauen war unsere Mutter, aber sie hat uns verlassen. Wir durften nicht reden, sonst hätte er uns ertränkt, so hatte er es mit seinen ersten Sohn gemacht.
Das Loch war tief genug, wir konnten nicht ohne fremde Hilfe heraus. Irgendwann hatte er ein Weib, sie bemerkte das es uns gab und wollte helfen.
Der Mann der sich unser Vater nannte, verstieß sie mit ins Loch und sie gab uns die Schuld. Sie beschimpfte und schlug uns. Irgendwann musste sie schlafen; dann war es uns möglich uns an ihr zu rächen und als wir die nächste Chance bekamen, für einige Momente raus zu dürfen, war es das Ende unseres Vaters.
Nun fragst du dich bestimmt, was hast du mir getan, das ich so viel Spaß daran habe dir weh zu tun...“
Pakad blickte auf den Boden und John atmete schwer.
„Als wir deine Freundin damals hatten und ihr sie befreien musstet, habt ihr meinen Bruder getötet!“
Bevor John etwas sagen konnte, krachte der Knüppel in seinen Rücken und er hatte für ein paar Sekunden kein Gefühl mehr in seinen Händen und Beinen.
„Ich..!“
Pakad ließ ihn nicht aussprechen.
„Hey Litrod! Hast du was gehört? Es tut ihm ja gar nicht weh!“
Der Angesprochene kam auf ihn zu, dann grinste er und trat mit dem Fuß in seine Bauchgegend.
„Ich denke, er ist jetzt bereit für den nächsten Punkt!“
Der Blonde Mann nickte und holte den schweren Kasten. Für John sah es fast wie ein Generator aus und er wurde das Gefühl nicht los, das sie ihn benutzen wollten.


Elizabeth hatte keine Minute gezögert, Lorne und sein Team von ihren Einsatz zurückbeordert und die waren sofort mit McKay nach Miedon zurück. Greg wäre gerne mitgekommen, aber Liz hatte es ihm nicht gestattet. Er war noch immer angeschlagen und sollte sich richtig auskurieren.
Teyla hatte inzwischen herausgefunden, das der Stadtmeister von den Verhandlungen nach Hause gekommen war und Netina gebeten, ihnen zu helfen, das sie sich mit ihm treffen konnten. Nach einer Stunde hatte es die junge Frau geschafft und begleitete Lorne und Rodney zu dem Amtsgebäuden.
Die Beiden hetzten durch das Gebäude und sie kamen zu dem Zimmer, wo sich der Stadtmeister aufhalten sollte. Nach mehrmaligen Klopfen durften sie eintreten und stellten sich dem schon etwas älteren Mann vor. Der hörte ihnen zu und versprach ihnen sofort ein paar Ordnungshüter zur Seite zu stellen um ihnen bei der Suche behilflich zu sein. Sie dankten ihm und wollten schon gehen, als er sie wieder zurück rief.
„Es gibt hier drei leerstehende Hallen. Nur dort können die Männer eure Freunde verschleppt haben. Ich werde euch sofort die Pläne bringen lassen!“
Lorne machte eine Faust, da dies genau die richtige Information war, die sie brauchten.


Der Kasten begann zu surren und Lily wurde das Tuch von ihren Augen genommen. Sie musste mehrmals blinzeln um sich an die Helligkeit zu gewöhnen.
Dann erkannte sie John, dessen Gesicht total geschwollen und blutverlaufen war. Seine Jacke war zerrissen und sein Hemd hatte Löcher, wo er immer die Schläge abbekommen hatte.
Pakad hielt etwas in den Händen, es sah wie ein Kabel aus und ging damit auf John zu. Inzwischen hatten sie ihn wieder mit den Holzstuhl aufgesetzt und lächelnd hielt er die Spitze der Leitung an Johns rechten Arm.
Er spürte zu erst ein leichtes Kribbeln, dann wurde ihm immer heißer und seine Haut fühlte sich an, als würde sie brennen. Ein stechender Schmerz durchfuhr ihn den Arm hinauf, bis er sich in seinen ganzen Körper breit machte und er schüttelte sich.
Er biss die Zähne zusammen und keuchte. John sah Lilys entsetzten Blick, die seinen Schmerz fast fühlen konnte.
„Schau weg! Tu dir das nicht an!“, stieß er hervor.
„Wenn du nicht willst, dass wir ihr das selbe antun, dann lass sie zuschauen!“, flüsterte Pakad ihm ins Ohr und drückte das Ende des Kabels erneut auf seinen Körper. Der Stromimpuls durchfuhr ihn schneller als vorher und seine Muskeln zitterten.
„Hört auf! Ihr sollt aufhören!“, schrie Lily. Litrod holte aus und traf sie im Gesicht. Sie taumelte, behielt aber ihr Gleichgewicht und spürte wie Blut an ihrer linken Seite herab lief. Sie hatte eine Platzwunde an ihrem Auge und sie konnte nicht verhindern, das die Flüssigkeit auch über ihr Auge floss.
„Ihr Schweine!“, brüllte John, versuchte auf die Beine zu kommen und wollte auf sie los gehen, als er die nächste Ladung bekam, nach hinten fiel und er fühlte wie sein Herz zu rasen begann und seine Hände sich verkrampften.
„Willst du mehr?“
Pakad stieß ihn an.
„Sag es!“
Der Schlag mit dem Knüppel landete auf seiner Schulter und ächzend wand er sich.
„Ich höre nichts!“
John sah ihn verächtlich an, als Antwort bekam er den Knüppel in den Bauch gestoßen und er stöhnte auf.
„Gut, dann anders!“
Litrod ging auf Lily zu, die ihn geradeaus in die Augen blickte und sah wie er mit dem Holz bereits ausholte, als die leisen Worte aus seinen Mund kamen.
„Mehr!“
„John!“
Lily schüttelte den Kopf und senkte ihn.
John fühlte sich noch nie so gedemütigt.
„Er will mehr. Dann bekommst du mehr!“
Das Kabel landete irgendwo auf seinen Körper, der Strom durchfuhr ihn und sein Körper gehorchte ihn nicht mehr.
Er rutschte den Stuhl herab und kämpfte gegen dem Krampf an. Seine Zähne zitterten und er versuchte seine Augen zu schließen, aber irgendwas blockierte seine Nerven und er musste es weiterhin mit ansehen, wie sie ihn folterten. Die Schreie von Lily hallten dumpf in seinen Ohren und er wollte nur noch, das es endete.
Ihm wurde immer heißer und er hatte das Gefühl, dass sich sein Herz bald überschlagen würde. Das Kribbeln wich überhaupt nicht mehr aus seinen Körper und er atmete so schnell, dass er einen Krampf in der Lunge bekam.
Röchelnd lag er vor den Männern, die ihn auslachten und Lily mit ihren dreckigen Worten erniedrigten.
Er versuchte einen letzten Blick von ihr zu erhaschen, bevor ihn die Dunkelheit ihn in ihren Bann zog. Lily sah in seine Augen, die sie liebevoll anblickten, ehe ein Schleier darüber geriet und sein verletzter Körper erschlaffte.
„Nein! John, bitte. Bleib bei mir!“
Litrod stieß ihn mit dem Fuß an, aber John reagierte nicht. Er blickte den braunhaarigen Mann der ihm gegenüber stand schulterzuckend an, dann grinsten sie und wandten sich zu Lily um. Sie packten die junge Frau, schlugen sie und drückten sie zu Boden.
In dem Moment wurde die Tür aufgesprengt und Lily konnte Lorne und sein Team erkennen. Da die Männer nicht sofort von ihr abließen drückten die 4 Soldaten ab und die Körper der Peiniger waren bereits Tod, bevor sie auf den Boden aufkamen.



Elizabeth saß vor ihren Schreibtisch und hatte ihren Kopf unter ihren Händen vergraben. Sie bekam die verzweifelten Schreie von Lily nicht mehr aus ihren Gedanken. Sie hörte die junge Frau immer noch, obwohl sie längst Sediert worden war. Dr. Levy hätte sie so nicht untersuchen können und sie wollte auch verhindern, das Lily einen Nervenzusammenbruch erlitt.
Immer wieder hatte sie nach John gerufen, geweint, sich verschluckt, kaum noch Luft bekommen, aber sich darum überhaupt nicht gekümmert und weiter geschrieen. Es ist der Schock, hatte Levy zu Liz gesagt, die mit ihr einen Moment das Zimmer verlassen hatte, bevor sie sich wieder um die junge Frau gekümmert hatte.
John; ihm hatten sie übelst mit gespielt. Er musste operiert werden, da durch die Schläge die Milz gerissen war und Carson hatte ihn nach dem CT sofort in den OP gebracht.
Für die restlichen Verletzungen hatte er keine Zeit mehr gehabt ihr Bericht zu erstatten. Aber sie hatte ihn und Lily zur Krankstation begleitet und seinen verwundeten Körper gesehen. Wie würde es erst dann in ihm drin ausschauen?
Jemand betrat den Raum und sie blickte auf. Teyla setzte sich und sah sie genauso müde an, wie sie sich fühlte.
„Lily schläft. Sie haben ihr nicht mehr viel antun können, aber John...“
Sie brach ab und Liz nickte.


Stunden später erreichte sie die Nachricht, das die OP erfolgreich verlaufen war und Beckett seinen Patienten in ein künstliches Koma versetzt hatte.
Bevor sie auf die Krankenstation ging, führte Major Lorne sie in den Kühlraum, wo die beiden Männer aufgebahrt lagen. Sie hatten sie mit genommen, dass sie diesmal sicher sein konnten, nicht noch einmal von ihnen Überrascht zu werden.
Liz sah nur kurz hin, sie wollte diese Menschen nicht genauer betrachten, dann ging sie zu Lily.
Die lag inzwischen wieder wach in ihrem Bett und starrte nachdenklich an die Decke. Sie hatte ein Pflaster an ihrem Auge und die Seite färbte sich bereits bläulich. Als Elizabeth zu ihr trat, sah Lily sie ängstlich an.
„John lebt. Er hat die OP gut überstanden!“
Lily schloss die Augen und ihr Gesicht verzog sich zu einer Grimasse.
„Es wird alles wieder gut!“, flüsterte Liz beruhigend und nahm die still weinende Frau in ihre Arme.


John wachte ein paar Tage darauf in der Krankenstation auf. Er wusste Lily neben sich, die nicht von seinen Bett gewichen war. Aber sie wartete vergebens darauf, das er redete.
Sein Blick war abwesend und auch Dr. Heightmeyer schaffte keine Reaktion von seiner Seite. Er schlief nicht, aber es reichte schon aus, wenn er nur kurz die Augen schloss, dann spielten sich die Szenen wieder in seinen Kopf ab.
Er war Soldat und man hatte ihn immer wieder in der Ausbildung darauf hin gearbeitet, was in Gefangenschaft passieren könnte, aber niemand hatte ihm erklärt wie er damit fertig werden sollte.
Carson entließ ihn nach einiger Zeit, seine Wunden waren verheilt. Die Körperlichen; die in seinen Inneren fraßen gerade seine Seele auf.





Ende
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Hyndara
Gast






BeitragVerfasst am: 27.11.2007, 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Die Story ist echt der Hammer, Kathi! Als ich die das erste Mal gelesen habe, lief es mir schon heiß und kalt den Rücken runter *grusel*, aber jetzt gerade war's mindestens nochmal so schlimm - weil ich wußte, was passieren würde *bibber*.

Boah! Sag nie wieder, ich wäre fies zu meinen Figuren! Wie war das bei der NC17? *japs* Deine ist wenigstens genauso schlimm. Hilfe! Mir fehlen im Moment einfach die Worte. Ich find diese Story einfach nur ... WAHNSINN!!!
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Kathi90
Autor


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Etzenricht

BeitragVerfasst am: 28.11.2007, 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

@Hyndara: Ja mir fiel es auch nicht sehr leicht das zu schreiben. Hab immer gedacht, soll ich das John jetzt wirklich antun oder nicht...

Heute gibts 2 Kapitel aufeinmal:


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Short-Cut: Die Schmerzen hatten sich in seiner Seele verbissen
Character: Sheppard, OC, Multi-Charakter
Kategorie: Drama, Angst, Romance, Friendship
Rating: R16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!



19. Zerrissen




Lily betrat den Raum und stand dann in dem dunklen Zimmer, das nur von dem schwachen Mondlicht, welches hinter der Wolkendecke immer mal wieder durchfand, erhellt wurde.
Das Bett war zerwühlt, Klamotten lagen verstreut herum und es standen mehrere leere Bierflaschen auf den Boden. Die Tür zum Balkon war offen, der Vorhang hatte sich an einen Schrank verfangen und zurrte daran, wenn der kalte Wind den Weg in das Quartier fand. Sie zog den Stoff zurück und wollte die Türe schließen, aber dann sah sie ihn draußen am Geländer stehen und in die Ferne starren.
Wenigstens hatte er sich von selbst an die frische Luft gewagt, was sie seit Tagen ohne Erfolg versucht hatte. Sie trat zu ihm und stellte sich mit etwas Abstand zu ihm.
Er wollte nicht, dass man ihm zu nahe kam, er wollte keine Berührung, er wollte nichts.
John sah nur kurz auf, aber es war nicht sein Blick. In seinen Augen fand sie nur leere und Zerrissenheit. Die Wärme, die sonst darin wohnte, war ausgezogen.
Sie wusste nicht, wie sie an ihn heran kommen sollte, aber sie konnte ihn auch irgendwie verstehen. Sie war damals auch einfach gegangen, nachdem sie die Stundenlangen Misshandlungen überlebt hatte. Dennoch sie war zurück gekommen, weil sie ihn brauchte und sie hoffte, er würde auch wieder zu ihr kommen.
Sie hatte sich die letzten Tage viel mit Dr. Heightmeyer unterhalten um das Verlebte und gesehene zu verarbeiten, wo sie aber auch gerne mit John darüber gesprochen hätte.

Es begann zu nieseln und Lily verschränkte die Arme, da sie fror, aber John bewegte sich nicht von der Stelle und sie würde hier mit ihm stehen bleiben. Der Regen wurde stärker und es dauerte nicht lange, waren sie durchnässt. Ein Blitz zuckte über den Horizont, erhellte ihn einen Moment und Sekunden darauf donnerte es.
Lily versuchte nicht zu zeigen wie sie zitterte, aber ihr Zähneklappern verriet sie und sie schloss die Augen. Ihr liefen Tränen über die Wangen, sie konnte es nicht mehr verbergen. Sie schüttelte den Kopf, dann eilte sie hinein und lief in ihr Quartier.
Dort stellte sie sich noch angezogen unter die Dusche und sank langsam die Wand herab.
Das warme Wasser prasselte auf ihren Körper und sie zog schluchzend ihre Beine an sich. Sie vermisste John so sehr.
Er hatte einmal zu ihr gesagt, er würde lieber mit seinen Kameraden über seine Probleme sprechen, als mit einen Seelenklempner. Er schien seine Worte vergessen zu haben und es tat ihr so unendlich weh, ihn so sehen zu müssen.
Selbst nachdem sie mit Heightmeyer gesprochen hatte, die Alpträume gingen nicht fort. Sie sah ihn immer wieder vor ihr liegen, sein verletzter Körper und der Blick, den ihr noch zuwarf, bevor er bewusstlos geworden war.
Lily wischte sich über ihre Augen, dann stand sie auf und verließ das Badezimmer. Sie blickte auf die Kartons, die fast alle gepackt waren. Das neue Quartier war bereits ausgesucht, aber ob sie es je beziehen würden?

John blieb noch lange stehen, bis auch ihm die Kraft verließ und er sich auf den Boden des Balkons setzte. Es war ihm egal, dass es ihn anregnete. Ihm war alles egal, ihn könnte auch der Blitz treffen, dann wäre es wenigstens zu Ende.
Es tat ihm leid, dass Lily sich um ihn Sorgen musste. Er hätte sie so gern in den Arm genommen, sie gewärmt, aber er konnte es nicht. Er hatte kein Gefühl, für nichts.
Alles in ihm war so leer und kalt. Die körperlichen Schmerzen waren schon längst vergangen, aber die in seinen Inneren, die wollten nicht verschwinden. Sie hatten sich in seiner Seele verbissen und er wusste nicht, wie er sie wieder lösen könnte, ohne die Wunde noch mehr zu vergrößern.
Er hätte nie gedacht, das man ihn solche Schmerzen zufügen konnte. Die Schmerzen waren vor allen die Erinnerungen an die Hilflosigkeit, Fremden ausgeliefert zu sein und sich nicht wehren zu können. Vier Wochen, oder waren es schon mehr; hatte er schon kein Wort mehr gesagt, aber was sollte er auch reden?
John dachte an Michael, als er ihn vor ein paar Monaten erschienen war. Er hatte ihm gesagt, er sei immer bei ihn. Wo war er gewesen, als er seine Hilfe gebraucht hätte?
Er schlug mit seiner Faust auf den Boden und fuhr sich dann verzweifelt durch die nassen Haare.
Ihm wurde nun doch allmählich kalt und als er auf seine Hände blickte, sah er das sie schon ganz blau waren. Er schleppte sich hinein und ließ sich auf sein Bett fallen. Die Dunkelheit legte sich über ihn und er fiel wieder in einen alptraumhaften Schlaf.


Elizabeth saß auf dem Balkon der Kantine und nahm ihr Frühstück bei herrlichen Sonnenschein zu sich. Nach dem schlechten Wetter in der gestrigen Nacht, hätte sie nicht gedacht, dass es am Morgen schon so schnell wieder schön sein würde.
Sie blickte gerade auf, als sie ihn mit Essen auf dem Tablett durch die Tischreihen gehen sah. Er hatte dunkle Augenringe und sein Bart ließ ihn noch düsterer aussehen.
Sie merkte, wie die Augenpaare der hier anwesenden ihm folgten und er spürte die Blicke in seinen Rücken sicherlich noch mehr. Als er vorbei gegangen war, setzte Getuschel ein und sie schüttelte darüber innerlich den Kopf. Das war das letzte, was John jetzt brauchen konnte. Die Leute hier hatten ihm so viel zu verdanken und jetzt tratschten sie über ihn, als wäre er ein Aussätziger.
Er hatte in einer Nische einen freien Tisch gefunden und begann zu essen. Wenigstens aß John, wo sie sich bei Lily nicht so sicher war. Für die Frau an seiner Seite, war es noch schwerer als für alle anderen, die mit ihn befreundet waren.
Lily wusste was er erlebt hatte, war sie doch dabei gewesen und selbst ihr vertraute er sich nicht an.
John hob seinen Blick und sah sie geradeaus an. Sie lächelte ihm zu, aber sie merkte, das er gar nicht anwesend war. Er hatte sich bestimmt wieder in sich verkrochen und sie wüsste zu gerne, wer ihn aus seiner Teilnahmslosigkeit heraus ziehen konnte.
Sie überlegte, ob sie zu ihn gehen sollte, aber in dem Moment stand er auf und verließ die Kantine.


Lily schlug ein letztes Mal auf den Sandsack ein, dann taumelte sie rückwärts auf die Fensterbank des Trainingsraums und lehnte sich gegen das kühle Glas.
Sie hatte keine Ahnung wie lange sie ihre Angst und Wut rausboxen wollte, aber sie wusste, es hatte nicht funktioniert.
Sie hatte Angst, dass John aus dieser Zurückgezogenheit nicht mehr heraus finden würde; sie war Wütend auf ihn, weil er es zugelassen hatte, in eine Art Depression zu fallen.
Er war doch der Kämpfer; er war ein Soldat. Verdammt er durfte nicht Schwach sein.
Sie versuchte stark zu sein und ihn zu unterstützen, aber er ließ sie einfach nicht an sich ran. Es tat ihr unendlich weh und wenn es so weiter ging, wusste sie nicht, ob es nicht besser wäre, zurück auf die Erde zu gehen.
Lily wollte aufstehen, aber ihre Knie zitterten noch immer und sie sank wieder zurück.
„Verdammt!“
Schluchzend vergrub sie ihr Gesicht in ihre Hände und Teyla zog die junge Frau in ihre Arme.
Sie hatte Lily schon seit 3 Stunden beobachtet und hoffte, dass John bald in sein früheres Leben wieder finden würde. Alle waren so hilflos, wenn er ihnen im Flur mit dem glasigen Blick entgegen kam und sich dann in seinen Schutzpanzer flüchtete, nur um nicht sprechen zu müssen. Sie hatte es vorhin erst wieder versucht, aber als sie nicht aus seinen Quartier gehen wollte, war er gegangen. Sie hoffte, er würde irgendwann mit ihnen sprechen, bevor es zu spät war.
Teyla spürte wie Lily schwerer wurde und sah, das sie ohnmächtig geworden war. Das musste ja so kommen, sie hatte ewig nichts mehr gegessen.
Sie informierte Carson und der kümmerte sich auf der Krankenstation um sie. Er gab ihr ein Schlafmittel, dass sie wenigstens ein paar Stunden schlafen konnte, ohne sich immer wieder neue Gedanken zu machen.


John beobachtete die Möwe, wie sie sich von der Strömung des Wassers treiben ließ, ehe sie von irgendwas aufgeschreckt wurde und sich dann in die Lüfte erhob. Er sah ihr solange nach, bis sie nicht mehr zu erkennen war.
Sein Blick wanderte auf das Wasser und er machte automatisch einen Schritt, der ihn näher zum Ende des Piers führte.
Sollte er seine Augen einfach schließen, die Arme ausbreiten und sich fallen lassen; in die weite tiefe Dunkelheit? Dann wäre diese Sinnlosigkeit endlich vorbei. Irgendwas in seinen Inneren krampfte sich zusammen und er war über sich selbst erschrocken, dass er diesen Gedanken überhaupt aufkommen ließ.
„Ich bin enttäuscht!“
John zuckte zusammen. Er hatte gedacht, er wäre hier auf dem Pier alleine. Teyla hatte ihn ewig in seinen Quartier belagert und er hatte doch nur seine Ruhe haben wollen.
McKay trat neben ihn.
„Ich bin enttäuscht, von Ihnen. Ich hatte nicht gedacht, das Sie so schwach sind!“
Der Wissenschaftler sah den Soldaten an, dessen Augen ihn fast verächtlich anblitzen. Rodney schnaufte.
„Schauen Sie mich nicht so an. Wenn Sie etwas von mir wollen, dann machen Sie den Mund auf!“
Er versuchte Sheppard zu provozieren. Vielleicht würde das funktionieren. Es wäre ihm auch egal, wenn er ihm eine verpassen würde. Hauptsache er kam aus sich raus. Aber John schüttelte den Kopf und stopfte seine Hände stur in die Taschen seiner Hose.
„Lily liegt auf der Krankenstation, falls Sie das interessiert. Sie hat seit Tagen nichts mehr gegessen und Carson sollten Sie lieber nicht übern Weg laufen! Aber warum vergeude ich meine Zeit, wir versuchen Ihnen zu helfen...“
Rodney wandte sich ab und ging wieder. John sah ihm nach und ein weiterer Schmerz kam in seinen Inneren dazu. Bald hatte er alle seine Freunde vergrault und besonders die Frau die er liebte. Aber wenn ihn doch endlich jemand sagen würde, wie er es schaffen könnte zu vergessen, dann würde er es tun.

Ronon hatte ihn am frühen Morgen schon im Trainingsraum überrascht. Er hatte eigentlich alleine sein und ein bisschen trainieren wollen. Der Satedaner hatte ihm den Trainingsstab in die Hand gedrückt und war sofort auf Angriff übergegangen. Seine Reaktion war zu langsam gewesen und er hatte sich am Boden wieder gefunden. Ronon hatte den Stock aufgehoben und ihn ihm zu geschmissen.
Zwei Stunden ging das Spielchen, dann hatte der ehemalige Läufer genug gehabt und John mit einen Schlag ins Gesicht fast zu Fall gebracht. Die Stöcke waren ihm um die Ohren geflogen und Ronon hatte ihn angebrüllt, das er sich wehren sollte. Dann war der junge Mann gegangen.


Er betrat die Krankenstation und sah sie in dem Bett liegen. Er blieb am Türrahmen stehen und beobachtete sie, in ihren traumlosen Schlaf. Aber selbst jetzt war die Anspannung nicht aus ihren Gesicht gewichen und man sah ihr den Nahrungsmangel etwas an.
Er schluckte mehrmals um den Klos in seinen Hals loszuwerden, als er eine Bewegung in den Augenwinkeln bemerkte und sah Carson auf ihn zu kommen.
Der Arzt sah ihn fragend an, was er hier wolle. John gab ihm keine Antwort und Beckett deutete zur Tür. John spürte; er war nicht willkommen und er verließ noch niedergeschlagener diesen Ort, wo er eigentlich immer einen Platz gefunden hatte, wenn er jemanden zum Reden brauchte.
Du Idiot!


Er hielt sich mal wieder in seinen Quartier auf, am Fenster und konnte nichts anderes, als aus diesen hinaus zu sehen. Lily wusste nicht mehr weiter. Sie hatte die gestrige Nacht nach ihren Zusammenbruch auf der Krankenstation verbracht. Ihre Hand lag auf dem Bauch der leicht knurrte.
Essen sie etwas, hatte Carson ihr heute Morgen befohlen. Sie lachte innerlich auf.
Essen. Wenn sie schon daran dachte, etwas zu essen, wurde ihr ganz schlecht.
Sie könnte erst wieder etwas zu sich nehmen, wenn es John besser ginge, aber sie hatte das Gefühl, vorher würde sie leblos zusammenbrechen, ehe er wieder zurück ins Leben kam.
Und dann hatte Carson noch etwas gesagt. Sie sollte Essen, zum Wohle ihres Kindes.
Ein Kind. So oft hatte sie sich ausgemalt, wie sie auf diese Nachricht reagieren würde. Nun war es soweit und sie konnte sich überhaupt nicht freuen.
Nicht in dieser Situation. Sie wusste nicht, ob sie es ihm sagen sollte oder nicht. Vielleicht würde ihn das wieder aus seiner Lethargie reißen, oder ihn noch weiter hinein treiben? Sollte sie es wagen?
„John!“
Er sah sie fragend an, sagte aber nichts. Ihr platzte der Kragen.
„Sag doch was. Rede mit mir. Du stehst nur an dem beschissenen Fenster da und vegetierst vor dich hin! Ich war die ganze Zeit für dich da, wollte dir helfen, aber du versperrst dich. Ich kann das nicht mehr!“, schrie sie ihn an und er senkte den Kopf. Sie erwartete gar keine Antwort, doch er blickte wieder auf und sah sie an.
„Dann solltest du gehen!“
Man hätte eine Stecknadel fallen hören, so ruhig war es auf einmal.
Es waren die ersten Worte seit Wochen und Lily fühlte sich wie erstarrt, wollte dazu etwas sagen doch dann schüttelte sie den Kopf und lief hinaus.
John wandte sich wieder zum Fenster, legte seine Stirn dagegen und kämpfte mit sich. Aber er verlor ihn und er blieb.
Als er nach einer Weile zu Boden sah, meinte er etwas aufblitzen zu sehen und bückte sich. Es war Lilys Ring. Sie hatte ihn also verlassen. Das musste er so hinnehmen, was sollte er denn schon dagegen tun können?
Nein! Nein, du Idiot.
John spürte, wie sein altes Ich zu toben begann.
Nein, du nimmst das nicht so hin. Mach gefälligst was dagegen.
Sie durfte nicht gehen. Er brauchte sie!

Er stieß sich vom Fensterrahmen ab, es fühlte sich fast an, als würde ihn jemand anschubsen und lief los zu ihren Quartier.
Nachdem sie nach mehrmaligen Klopfen immer noch nicht geöffnet hatte, trat er einfach ein, stolperte fluchend über einen der Umzugskartons und sah den offenen Schrank, aus dem wahllos Kleidung genommen worden war.
Er griff auf den Schrank, aber die Tasche die dort sonst lag, fehlte und eine Ahnung befiel ihn. Er lief so schnell es ging, zum Torraum und hoffte, das sie noch nicht fort war.
Elizabeth stand an der Treppe und wollte diese gerade hinauf gehen, als John herein gestürmt kam. Sie sah ihn erstaunt an.
„Ist sie gegangen?“
Die Dauer bis die Antwort kommen sollte dauerte ihm viel zu lange.
„Verdammt, ich will wissen ob sie gegangen ist?“
Liz nickte erschrocken und John brüllte Danny an, er solle so schnell wie möglich die Erde anwählen. Der Techniker wählte das Gate mit zitternden Händen an; John ging es nicht schnell genug.
„Wie lange dauert denn das noch?“
Elizabeth kam zu ihn und legte ihre Hand auf seine Schulter. Er ließ sie gewähren, merkte, wie gut es tat und ohrfeigte sich innerlich. Alles was ihm geholfen hätte, hatte er abgewehrt.
Die Männer hatten ihn erst beinahe zu Tode gefoltert und nun, obwohl sie schon längst in der Hölle schmorten, fast geschafft, seine Seele entgültig zu ruinieren.
Er sah zu Liz, die ihm aufmunternd zu nickte und er dankte es ihr mit einen leichten Lächeln.
Endlich hatte sich das Tor aufgebaut, John wartete noch die paar Sekunden, bis Danny vom SGC die Bestätigung bekam und lief dann durch.

Die Anwesenden auf der anderen Seite sahen ihn irritiert an und General Landry fragte ihn, was das ganze überhaupt sollte.
„Erst der Lieutenant und jetzt Sie. Und wie sehen Sie eigentlich aus?“
„Wo ist Lieutenant Johnson, Sir?“, stieß er keuchend, fast flehend aus und sein Vorgesetzter deutete verdutzt zum Weg, der zum Aufzug führte.
John ließ ihn stehen, lief durch die Flure und achtete nicht auf die Leute, die ihm ausweichen mussten.
Er kam zum Fahrstuhl und drückte hektisch auf den Knopf. Als dieser nicht gleich aufging, stieß er fluchend den Fuß gegen die Wand und konnte dann endlich in die Kabine, nachdem sich die Türen geöffnet hatten. Die Fahrt die sonst nur ein paar Minuten dauerte, kam ihn wie Stunden vor und er fühlte sich wie ein eingesperrtes Tier in einen engen Käfig.

Ein Pling bestätigte ihm, das er angekommen war. Er quetschte sich durch die erst noch halb offenen Türen und hetzte an den wachhabenden Soldaten vorbei, die ihm irritiert nach blickten und nicht wussten, ob sie ihn aufhalten sollten oder nicht.
John musste blinzeln, als er ins Freie trat und die warme Sonne ihn begrüßte. Als sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah er sie.
Sie war schon auf dem Parkplatz an ihrem Auto und er fing an zu rufen, sie solle warten.
Lily zuckte zusammen, als sie seine Stimme hörte und blieb stehen, drehte sich aber nicht um. John stolperte fast über seine eigenen Beine, so beeilte er sich und kam dann neben ihr zu stehen und schnaufte.
„Lily... Lily, ich...“
Sie sah auf und in ihren Augen glitzerten Tränen. John schloss die Augen, es tat ihm weh, wenn er sie so sehen musste und er wusste, dass er daran schuld war. Er schnappte nach Luft, wollte etwas sagen, wusste aber nicht was.
John breitete hilflos die Arme aus und suchte nach passenden Worten. Hatte keine Ahnung wie er anfangen sollte. Die beiden standen sich gegenüber und sahen den Schmerz des anderen in dessen Augen.
John fühlte den Ring in seiner Tasche und er griff nach ihrer Hand. Sie zog sie nicht zurück und er atmete tief durch.
Er ging in die Knie und küsste sie sanft auf die Finger, ehe er ihr den Ring langsam überstreifte. Sie schluchzte auf, als sie seine Augen sah in denen die Verzweiflung stand.
Lily zog ihn an sich und fuhr liebevoll über sein Haar. Er klammerte sich an sie, sog die Wärme die von ihr ausging förmlich auf. Wollte sie nie mehr loslassen. Sein Kopf war an ihrem Bauch gedrückt, als wüsste er, dass ihn ihr etwas heranwuchs und er weinte.
Und seine Seele atmete auf. Endlich.





Ende




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Short-Cut: Sie hatten den Schritt gewagt
Character: Sheppard, OC
Kategorie: Romance, PoV
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist von Ben aus dem Lied „Immer wenn der Wind weht”
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!




20. Immer wenn der Wind weht




...
Immer wenn der Wind weht,
hab' ich schon längst an dich gedacht.
Denn immer wenn der Wind weht, lauf' ich alleine durch die Nacht.
Und ich spür' so klar, dass du alles bist.
...



Lily schlenderte in den frühen Morgenstunden am Strand von Anna Maria Island und spürte das warme Wasser an ihren Füßen, wenn die Wellen an das Ufer schwappten.
Sie versank leicht im Sand, und als sie zurück schaute hatten die Wellen bereits ihre Spuren wieder verwischt.
Der laue Wind spielte mit dem weißen Sommerkleid an ihren Beinen, welches sie vor ein paar Stunden schon zu ihrer Hochzeit getragen hatte. Die ganze Familie war dabei gewesen, Johns Schwester war auch gekommen, was ihn besonders glücklich gemacht hatte. Sie berührte ihren Ring und lächelte. Sie hatte diesen Schritt nun also gewagt und es fühlte sich so schön an.



...
Jetzt ist es soweit.
Ich schau' in deine Augen und
ich bin bereit mit dir in die Zukunft zu seh'n.
...



Sie blieb stehen und setzte sich in den warmen Sand. Sie griff mit ihren Händen hinein und ließ ihn hinab rieseln. Von weitem konnte sie schon einige Fischerboote sehen, die aufs Meer hinausfuhren und von den kreischenden Möwen begleitet wurden.
Das orange Morgenlicht, wagte noch nicht aufzusteigen und beleuchte schwach den Horizont. Die Luft, gar nicht kalt, ließ sie das Salz auf ihren Lippen schmecken und sie schloss entspannt die Augen.



Er war kurz eingeschlafen und fand sich, als er aufwachte alleine in der großen Hängematte vor. Die anderen waren in ihre Apartments zurück gekehrt, während er und Lily noch lange wach geblieben waren und sich unterhalten hatten.
Anscheinend hatte ihn die Müdigkeit doch übermannt. Er war bis vor ein paar Stunden noch so nervös gewesen, er hatte mindestens 2 Tage nicht schlafen können. John streckte sich, schwang sich aus der Hängematte und lief über die kühlen Platten hinunter zum Strand. Irgendwo war in der Nähe ein Radio eingeschaltet und Lateinamerikanische Musik war daraus zu hören.
An einer Palme blieb er stehen und sah sie im Sand sitzen. Seit sie vor ein paar Tagen hier eingetroffen waren, hatte sie dort ihren Lieblingsplatz gefunden und genoss die Ruhe am noch jungen Morgen.
Sie trug ihre Haare offen und der Wind spielte damit. Ihre Hand lag auf ihrem Bauch und er lächelte. Als sie ihm es gesagt hatte, hatte er es zunächst nicht glauben wollen, aber ihre Augen hatten so von innen heraus geglänzt, was sie jetzt auch noch taten. Er hatte nie daran gedacht, einmal Vater zu werden.
Er war immer der Meinung gewesen, er wäre nicht der richtige Mensch dafür. Und jetzt war es bald so weit, er hatte eine große Verantwortung zu tragen und das erfüllte ihn mit Glück in seinen Herzen.
Es ließ ihn die schweren Wochen vergessen, die er nach der Folter durchlitten hatte. Die Erinnerungen daran, sie würden zwar bleiben, aber dieser neue Lebensabschnitt, es war ein neuer Anfang.



...
Immer wenn der Wind weht, die Sonne aufgeht.
Hab' ich schon längst an dich gedacht.
Oh, dann kommst du in mein Leben.
Denn immer wenn der Wind weht, es mich im Kreis dreht.
...



Sie spürte eine zärtliche Berührung an ihrer Wange und blickte auf. John stand lächelnd neben ihr, setzte sich hinter sie und legte seine Arme um ihren Oberkörper.
Seine Hand fuhr über ihre leichte Wölbung und spürte die sanften Tritte, ihres Kindes. Er zog sie noch näher zu sich und seine Lippen senkten sich auf die ihren.
Für einen Moment vergaßen sie alles um sich herum und genossen den Kuss in dem ihre ganze Liebe zueinander steckte.
Sie lehnte sich zurück, legte ihre Hand auf die Seine und sie beobachteten wie die Sonne langsam stieg und den neuen Tag begrüßte. Das Wasser glitzerte, als ihre Strahlen darauf trafen und man konnte langsam hören, wie die Anwohner der Insel ihren Tag begannen. Sie fühlte sich so geborgen in seinen Armen und immer wenn sie in seine Augen sah, konnte sie den Stolz sehen, das er Vater wurde.
Sie blieben noch eine Weile so sitzen, genossen die Wärme und die sanfte Brise auf ihrer Haut, ehe die ersten Besucher an den Strand kamen um ein frühes Bad zu nehmen. John half ihr auf, nahm ihre Hand und sie gingen zurück in ihr Ferienhaus.



...
Und weil jetzt der Wind weht.
Die Sonne gerade aufgeht, deshalb sind wir hier.
Wo der Wind uns hinweht,
die Nacht uns hinträgt, das liegt bei dir.
...






Ende
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 29.11.2007, 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Geschichten, die es in sich haben und strotzen vor Kraft.

Das ist es, was mir so an deinem Stil gefällt, Kathi. Du kannst Gefühle beschreiben und damit ganze Geschichten füllen. Das ist eine wirklich wunderbare Gabe, die du da hast. Soetwas können nur die wenigsten.

Allerdings muß ich jetzt sagen, mir steckt ein dicker Kloß im Hals, denn ich weiß ja, was passieren wird *schluck*. Sollen die beiden noch die Ruhe vor dem Sturm genießen - irgendwie würde ich es ihnen gönnen, wenn sie gar nicht mehr von ihrer Insel kämen *lächel* ...

Aber dann würde mir ja auch einiges entgehen, gelle? Winken
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 04.12.2007, 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hyndara hat folgendes geschrieben:
Allerdings muß ich jetzt sagen, mir steckt ein dicker Kloß im Hals, denn ich weiß ja, was passieren wird *schluck*. Sollen die beiden noch die Ruhe vor dem Sturm genießen - irgendwie würde ich es ihnen gönnen, wenn sie gar nicht mehr von ihrer Insel kämen *lächel* ...


Ja und da geht es nicht nur dir so. Und ich hab bei dem Teil auch kein Problem, wenn du nichts dazu schreibst.
So, nun kommt er also der Teil...


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Short-Cut: -
Character: OC, Sheppard, Beckett
Kategorie: Drama, Romance, Charakter Death
Rating: PG-13
Widmung: Für Anna.
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!



21. Und plötzlich ist alles anders...



Die Sonne war gerade aufgegangen und die ersten Strahlen schlichen sich durch die Fenster in die Korridore der Stadt. Die meisten Bewohner schliefen noch, im Kontrollraum saßen ein paar Soldaten, die Wache hatten und auf ihre Ablösung warteten.
In der Kantine bereiteten die Köche die Speisen für das Frühstück zu und McKay wachte in seinem Labor auf, um zu merken, dass er Hunger hatte. Teyla war schon etwas länger auf und meditierte bereits. Das Quartier neben ihr war verlassen, nur im eingerichteten Kinderzimmer drehte sich das Mobile im leichten Zug, des offenen Fensters.
Keiner hatte von der erdrückenden Stille, die in der Krankenstation herrschte, etwas mitbekommen.


Ihre Schmerzen hatte sie stumm hinter sich gebracht, die Tränen hatten alles gesagt. Es hatte nicht lange gedauert, nach einer Stunde war sie in die Kissen zurück gesunken, ihr Gesicht an seine Brust gepresst um nicht schreien zu müssen, etwas, was der kleine Körper, der sie verlassen hatte, eigentlich hätte tun sollen.
Eine Stunde hatte er ihr Mut zugesprochen, sie unterstützt, aber ihm war sein Mut verloren gegangen und sein Glaube an die Gerechtigkeit.
Er saß nun vor dem kleinen Tischchen und blickte auf das in Tücher gewickelte Leblose Wesen.
Sanft fuhr er mit seinem Finger über das Gesicht, die Stupsnase und lächelte. Das Mädchen wäre eine Schönheit geworden, hätte ihr kleines Herz nicht einfach aufgehört zu schlagen. Ein Monat noch, dann wäre es soweit gewesen...
Er sah zu ihrer Mutter, die nach den restlichen Untersuchungen noch schlief.

Sie waren am Abend zum routinemäßigen Ultraschall zu Carson gekommen, hatten erneut über den Namen diskutiert, als der Arzt sich räusperte und sie auf sein ernstes Gesicht aufmerksam wurden. Sie merkten den Unterschied sofort.
Sonst war der Herzschlag immer das erste, mit dem die Kleine sie begrüßte, doch es war so ruhig gewesen und Beckett hatte es nicht aussprechen müssen, um ihnen zu sagen, was geschehen war. Er hatte ihnen einen Moment gelassen, sie hatten die Nachricht nicht glauben können, aber Lily hatte nur in sich gehen müssen, um es zu spüren.

Nun saß er also hier, wartete darauf dass Lily aufwachen und sich von ihrem Baby verabschieden würde. John hatte sie kurz in seinen Armen gehalten, sie war so leicht.
Er hatte darauf gewartet, dass sie die Augen öffnete, sich in der neuen Welt umsah und ihre kleine Hand ausstreckte, um ihn kennen zu lernen. Doch ihm war bewusst geworden, dass dies nicht passieren würde. Nicht jetzt und auch nicht morgen.

John räusperte sich, versuchte den Kloß in seinem Hals nicht nach außen zu lassen. Er erhob sich, stieß beinahe den Stuhl um und verließ fluchtartig das Zimmer und trat auf einen Balkon.
Er atmete tief durch, krallte seine Hände am Geländer fest und senkte trauernd den Kopf.
John biss sich in seine Lippe; wollte nicht dass man ihn hörte. Er schmeckte das Blut, so fest hatte er sich gebissen und Tränen tropften auf seine Haut. Die frische Morgenbrise trocknete sie schnell, aber verhinderte nicht die nachkommenden.
Sie hatten sich so sehr auf das Kind gefreut, besonders er, als er das erste Mal sein Kind auf dem Ultraschall gesehen hatte. Das Bild hatte sich in seiner Seele eingeprägt und nun war es einfach so vorbei.
Er hörte wie die Tür sich hinter ihm zischend öffnete, aber er wollte nicht reden. Wollte nicht sagen, wie sehr er um sein Kind trauerte; das konnte er nicht.
Er wischte sich über das Gesicht, zwickte sich in den Arm; vielleicht war es nur ein schlechter Traum. John schüttelte den Kopf, sank schluchzend auf die Knie und Carson nahm ihn in die Arme, um ihm Trost zu spenden. Der Arzt hielt ihn einfach nur fest, denn er wusste selbst nicht, was er sagen sollte.


Stunden später kam Lily langsam zu sich und die Trauer prügelte auf sie ein. Als sie ihren Kopf drehte, sah sie John auf den Stuhl sitzend schlafen, vor ihm auf den Tischchen ihr Kind.
Sie wollte weinen, doch es ging nicht. Sie hatte keine Tränen mehr, die hatte sie vor einigen Stunden alle schon verloren; sie waren mit dem Baby von ihr gegangen.
John bewegte sich, hob den Kopf und blickte zu ihr. In seinen Augen konnte sie den Schmerz erkennen, den sie selbst spürte. Der Schmerz, jemanden verloren zu haben. Er stand auf, nahm vorsichtig das Bündel in die Arme und legte es in die ihren. Sie schloss mit sich kämpfend die Augen, drückte die Kleine an sich und schrie innerlich auf.



Am Abend standen zwei Personen auf dem Balkon, blickten hinaus auf das weite Meer und sahen zu wie die Sonne langsam dahinter verschwand. John hielt das Gefäß fest in seinen Händen und nachdem sie ihm zugenickte hatte, öffnete er vorsichtig den Deckel und der Wind trug die Asche mit sich fort.
Er zog Lily in seine Arme, sie gaben sich gegenseitig den Halt den sie brauchten und sie blieben noch lange stehen, bis sie glaubten ihre Tochter war nun dort angekommen, wo sie für immer glücklich sein konnte.





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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 18.12.2007, 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Short-Cut: Können sie noch mal von vorne beginnen?
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Drama, Romance
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
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22. Alive



Der Wind riss an seiner Kleidung, er legte seine Arme an den Körper und Sekunden später drang er in die nasse Dunkelheit ein und sank immer tiefer.
Er ließ sich von der Strömung treiben und die Kälte legte sich auf seine Sinne. Als er die Augen öffnete sah er die Schwärze des tiefen Ozeans vor sich; das Licht der Sonne erreichte nur die Oberfläche. Das Salz des Meeres brannte in seinen Augen, doch er ließ sie offen und tauchte weiter hinab.
Die Schwerelosigkeit erfüllte seine Seele und er fühlte sich in dem Augenblick so frei. Mit seinen Händen glitt er durch die Nässe und hinterließ eine Spur von Bläschen, die sich einen Moment später wieder auflösten. Er wünschte sich, seine Schmerzen der Trauer würden genauso schnell verschwinden.
2 Monate war nun vergangen, seit sie ihr Kind verloren hatten. Er hätte niemals gedacht, dass es so wehtun würde, aber er konnte nicht mit der Trauer umgehen.
Lily sonderte sich immer mehr von ihm ab und er wusste nicht, wie er auf sie zu gehen sollte. Sie hatte Atlantis für zwei Wochen verlassen und er hatte ihr nicht folgen können. Er wusste nicht, was er hätte sagen oder tun sollen.
Er liebte sie über alles, doch dies war eine Prüfung für ihre Liebe, ihrem gemeinsamen Leben und er hatte Angst, sie zu verlieren. Er schluckte und merkte, dass ihm bald die Luft ausgehen würde.
Dann müsste er wieder an die Oberfläche und alles käme wieder auf ihn herab geprasselt. Er hatte gedacht, hier in der Dunkelheit könnte er frei sein und die Probleme hinter sich lassen. Er bewegte sich leicht und wurde so nach oben getrieben. Es herrschte totale Stille um ihn herum und er schloss seine Augen.


Die Sachen aus dem Kinderzimmer waren gepackt, gestern hatte sie den Schritt gewagt.
Immer wieder war sie hinein gegangen und war dann vor der Aufgabe geflüchtet. Sie hatte es nicht verstanden, warum ausgerechnet ihr Kind sterben musste.
Auf Atlantis haben sie die anderen in den Fluren immer so mitleidig angesehen und sie hatte es nicht mehr ausgehalten. Als sie zuhause angekommen war, hatte ihre Mutter sie im Arm genommen und sie hatte endlich richtig weinen können.
John hatte sich verschlossen, es war seine Angst zu viel Gefühl zu zeigen und sie hatte sich von ihm abgewandt. Das war ein Fehler gewesen, er brauchte immer einen Anstoß, aber diesmal konnte sie ihn nicht helfen. Sie musste sich selbst erst mal anstoßen.
Zuhause war sie viel spazieren gegangen, hatte versucht sich abzulenken, doch alleine zu Trauern ohne John bei sich zu wissen, es ist ihr nicht leicht gefallen.
Sie brauchte ihn bei sich, sonst könnte sie nie mehr glücklich werden. Deshalb war sie wieder zurück gekommen.
Überwinde es; du musst nicht vergessen.
Ihre Mutter hatte traurig gelächelt, als sie es ihr gesagt hatte und Lily hatte erkannt, das sie nicht alleine mit diesen Schmerz des Verlierens war.

Nun stand sie auf dem Pier, der Wind zerrte an ihrem Haar und hatte ihn springen sehen. John konnte nur dort aus sich rauskommen, wo ihn niemand sah. So war es schon immer, aber auch diese Seite liebte sie an ihn. Lily schloss die Augen und holte tief Luft.


Er spürte, wie das Wasser in Bewegung geriet, sah auf und konnte sie sehen, wie sie auf ihn zu geschwommen kam. Ihre Haut schimmerte in der Finsternis und sie sah so noch zerbrechlicher aus. Sie hatte die Augen offen, in denen der Wille des Überlebens lag und sie griff nach seinen Händen.
Sanft zog sie ihn an sich, umarmte ihn und legte ihren Mund auf den seinen. Er spürte, wie er wieder etwas Luft in seine Lungen bekam und sie lächelte leicht. Sie hatte diesen Schritt gewagt; hatte ihm ihre Liebe und das Leben wiedergegeben und er wusste, sie hatte die gleichen Ängste. Doch sie konnten sie nur gemeinsam durchstehen und das würden sie. Er fuhr ihr liebevoll über die Wange, bevor er ihre Hand ergriff und sie fest drückte.
So hielten sie sich noch einige Zeit fest, ehe sie merkten, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als aufzutauchen und ihr Leben weiter zu leben. Langsam bewegten sie sich, kamen der Oberfläche näher und konnten das sanfte Licht erkennen. Ein paar Sekunden trennten sie noch, dann würden sie wieder der Schwere ausgesetzt sein und von vorne beginnen.




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Kathi90
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Anmeldungsdatum: 18.09.2007
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BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Short-Cut: Du warst meine Hoffnung, bist sie und wirst sie immer sein.
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Drama, Romance
Rating: R16
Author’s Note: Namensbedeutung Nadia: russische Kurz- und Koseformen von Nadeschda = Hoffnung. Neben dem russischen Ursprung hat dieser Name auch einen arabischen. Dort gibt es die Nebenform Nadije. Bedeutung: "Die Zurückblickende"
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
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23. Nadia



Mühsam kamen die Frauen voran. Die Jüngere stützte ihre kranke Mutter und mussten immer wieder den nieder stürzenden Balken ausweichen. Das Feuer loderte an ihnen und die Funken sprangen auf die umliegenden über.
Halte durch!
Die grauhaarige Frau sah ihre Tochter lächelnd an und nickte. Sie sah den Eingang des Raumes, der noch intakt war und sie begaben sich hinein. Sobald sie ihn betraten, erwachte er zum Leben und die Alte hielt sich an einer der Konsolen fest. Ihre Tochter sah zu der Kammer und blickte dann zu ihrer Mutter, die die Konsole programmierte. Er hatte es ihnen noch erklären können, ehe er in seinen Wahn gesprungen war. Ein weiteres Opfer des Bündnis mit Morgion. Schreie waren zu hören und Schüsse. Die Frauen drehten sich erschrocken um, noch waren sie alleine.
„Geh mein Kind!“
Die junge Frau seufzte, dann hob sie die Hand und die Kammer öffnete sich. Sie stieg hinein und langsam schloss sich die Barriere. Ehe es auch sie umhüllte, konnte sie noch sehen, wie die Männer in den Raum gelaufen kamen und ihre Mutter zu Boden ging.



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Lily erwachte schweißgebadet und stand vorsichtig auf um John nicht zu wecken. Als sie an der Badtüre stand, hörte sie ein Geräusch und schaute sich um, aber es war nur John, der sich im Schlaf drehte. Sie stützte sich am Waschbecken ab und atmete tief durch. Lily ließ das kalte Wasser über ihre Hände fließen und fuhr sich dann über ihre Haut.
Ich bin hier!
Sie sah in den Spiegel und meinte für einen Moment ein Gesicht zu erkennen, so wie sie es vorhin noch in ihrem Traum gesehen hatte. Aber da war nun doch nichts. Sie atmete tief durch und wollte eigentlich wieder ins Bett gehen, aber irgendwas führte sie aus dem Quartier.

Schnellen Schrittes lief sie mit ihren nackten Füßen über den kalten Boden, die Treppen hinab in die Dunkelheit der Korridore, dem noch unerforschten Teil. Sie spürte die Feuchtigkeit auf ihrer Haut und sie musste mehrmals über Pfützen steigen. Sie wusste nicht wohin sie ging, aber irgendwas sagte ihr den richtigen Weg.
Nach einiger Zeit kam sie in ein Labor und der Raum erhellte sich. Das bläuliche Licht ließ sie frösteln und sie ging auf eine Konsole zu, die auf sie reagierte. Das erstaunte sie. Auch wenn sie das Gen hatte, dauerte es meistens ein paar Momente, bis die Geräte sie akzeptierten. Lily betrachtete das Labor, es stand nur diese Konsole vor ihr und über ihr das Licht. Sie hatte keine Ahnung was sie tun sollte.
Ich bin hier!
Sie sah auf und eine in die Wand gesetzte Kammer erhellte sich. Erschrocken wich sie einen Schritt zurück, dann sah sie am Boden darin etwas, womit sie nie gerechnet hätte. Das Bündel bewegte sich nicht und sie schluckte. Es erinnerte sie an den Tag vor einen halben Jahr. Langsam ging sie darauf zu und berührte die Oberfläche, die sich Schützend darum gelegt hat. Es fühlte sich so warm und lebendig an. Sie spürte etwas in ihrem Geiste und sah dann rasend schnell Bilder vor ihren Augen vorbei ziehen, die sie nicht zuordnen konnte. Lily wurde komisch und sackte zu Boden.


John öffnete die Augen und runzelte die Stirn. Er hatte seltsames geträumt. Umgeben von Feuer hatte das Mädchen immer wieder nach ihm gerufen. John schüttelte den Kopf und bemerkte, das Lily nicht mehr neben ihm lag. Er schlug die Decke zur Seite und sah nach, wo sie sein könnte, fand sie aber nirgends. John seufzte; sie ging nachts meistens spazieren, wenn sie nicht schlafen konnte oder alleine sein wollte. Das letzte halbe Jahr hatte seine Spuren an ihr hinterlassen.
Hilf ihr!
John zuckte erschrocken zusammen. Er drehte sich um und sah das Kind vor sich stehen. Aber nachdem er geblinzelt hatte, war es wieder verschwunden, doch er hatte es sofort erkannt. Es war das Mädchen aus seinen Traum gewesen.
Irgendwas zerrte an ihn, aber bevor er willenlos dem Gefühl folgte, nahm er sein Headset an sich und stieg hinab in die Finsternis.
Auch er musste durch die dunklen Gänge, ehe er das Labor betrat und Lily am Boden liegend vor fand. Er kniete sich zu ihr, hob ihren Kopf und strich ihr über die Wange. Einen Moment darauf schlug sie die Augen auf und darin lag plötzlich wieder dieser Schmerz.
Er wollte fragen, was passiert sei, als er in die Kammer blickte und ihm alles klar wurde. Er atmete tief durch und zog sie in seine Arme. Sie verweilten eine Weile so, dann berührte er vorsichtig die glatte Fläche. Wellenförmig breitete sich Bewegung darauf aus, aber es geschah nichts.
„Es hat uns hergelotst!“, sagte Lily und ging von der Kammer weg. Sie konnte nicht hinein sehen, es tat ihr so weh das Kind darin zu sehen.
„Wir sollten McKay holen. Ich wüsste nicht, wie wir es da raus holen können!“, meinte John und musste mehrmals den Wissenschaftler ausrufen, bis dieser Antwortete.
„Wissen Sie eigentlich, dass man um diese Uhrzeit schläft?“, fragte der gereizt und wollte dann wissen, warum er ihn gestört hatte. John erklärte es mit kurzen Worten und es dauerte nicht lange, da stand Rodney mit Carson und Liz bei ihnen und betrachteten das Kind.
McKay wandte sich dann der Konsole zu und nach einigen Minuten hatte er heraus gefunden, wie sich die Kammer öffnen würde.
„Soll ich?“, fragte er und John nickte. Lily löste sich von der Gruppe und stellte sich neben die Barriere. Rodney fuhr über das Zeichen, dann ertönte ein leises Summen und die Außenhaut verschwand. In dem Moment bewegte sich das Baby und ein Weinen ertönte. Lily wusste, dass alle sie anstarrten, aber sie konnte sich irgendwie nicht rühren, so gerne sie das Kind auch in ihre Arme genommen hätte.
Carson beugte sich hinein und hob es vorsichtig hoch, ehe er dann eilig auf die Krankenstation lief um es zu untersuchen. Elizabeth folgte ihm, McKay wollte noch die Konsole genauer untersuchen. Lily stand noch immer vor der Kammer und zuckte erschrocken zusammen als John eine Hand auf ihre Schulter legte.
„Komm!“, sagte er und sie gingen ebenfalls auf die Krankenstation.


Dort hatte Carson schon fast alle Untersuchungen abgeschlossen, er musste nur noch Blut abnehmen. Als die drei erschienen sah er auf und lächelte.
„Darf ich ihnen Nadia vorstellen!“
Während er das sagte, hielt er ihnen ein Medallion hin, wo sie den Namen sehen konnten, der darauf eingraviert war. Beckett entschuldigte sich kurz, weil er die Proben untersuchen wollte und sie betrachteten das kleine Mädchen, das kaum älter als 1 Monat war. Lily ging langsam auf das Bett zu und sah ihr ins Gesicht. Die grünen Augen strahlten sie an, das Baby hob glucksend die Hände und strampelte. Lily spürte wie ihr die Tränen herab liefen und setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett. Sie nahm die Kleine vorsichtig in ihre Arme und drückte sie an sich. John hatte ein trauriges Lächeln auf den Lippen, stellte sich hinter seine Frau und küsste sie auf die Wange. Elizabeth merkte, das die beiden alleine sein wollten und verließ den Raum.

Nach einer Weile war es eingeschlafen und lag nun schlummernd auf dem viel zu großem Bett. Lily hatte sie schön zugedeckt und beobachtete das Baby. Sie hatte gedacht, es überwunden zu haben, doch immer wieder rissen die Wunden auf. Sie senkte den Kopf und wusste nicht ob sie es wagen könnte, John zu bitten das Kinderbett aufzustellen. Wenn Nadia gesund wäre und Carson es erlauben würde, könnten sie das Kind bei sich...
Lily schluckte und spürte eine leichte Berührung an der Schulter. Sie sah auf und John reichte ihr eine Tasse Tee. Sie nickte dankbar und er setzte sich neben sie. Er hatte einige Zeit an der Tür gestanden und sie beobachtet. Lily hatte die Haltung einer wachsamen Mutter eingenommen, die über ihr Kind wachte und eine große Verantwortung zu tragen hatte. Sie sah ihn an und in ihren Augen las er ihre Frage, über die er sich die selben Gedanken gemacht hatte. Er nickte und ein leichtes Lächeln huschte über ihr Gesicht. John drückte ihre Hand und sie küsste ihn liebevoll auf die Lippen.
„Danke!“, flüsterte sie und er strich ihr sanft mit dem Daumen über ihre Haut.
Eine Weile war es ruhig, dann hörten sie ein Räuspern und Carson trat zu ihnen.
„Ich hab die Ergebnisse. Tja, wie soll ich es sagen...“
„Was ist los Carson?“
Lily verspannte sich und hatte die Befürchtung, das die Kleine krank sein könnte.
Der Arzt kratzte sich an der Stirn.
„Nun, Nadia kann nicht aus der Vergangenheit stammen! Ich hab etwas DNA entdeckt, die mit ihnen beiden übereinstimmt! Wenn ich das richtig berechnet habe, könnte sie mit ihnen verwandt sein! Und ich habe ein stark ausgeprägtes Antikergen gefunden!“
Die Beiden sahen sich überrascht an und blickten dann auf das Kind. Vielleicht war es Bestimmung? Lily atmete tief durch, dann sah sie Carson an.
„Haben Sie etwas dagegen, wenn wir Nadia mit in unser Quartier nehmen?“
Der Arzt lächelte.
„Nehmen Sie die Kleine mit!“
John konnte richtig sehen, wie Lilys Augen glänzten und er hoffte, dass das Kind ihnen vielleicht helfen könnte, den Schmerz nun zu überwinden.


Es vergingen einige Tage, McKay hatte keine Aufzeichnungen in der Konsole gefunden, warum das Kind in der Kammer gewesen war und nachdem sie nichts aufschlussreicheres mehr fanden, widmete er sich wieder anderen Dingen. Elizabeth war mit der Planung eines neuen Handelsabkommen beschäftigt und kam kaum noch aus ihren Büro.

Sie hörte das übliche Geräusch, als der Toralarm los ging und ein paar Sekunden später kam John mit seinen Team von einer Mission zurück.
„Viel zu tun?“, fragte er sie, nachdem er auf der Krankenstation gewesen war um sich von Carson untersuchen zu lassen.
„In einen Monat wird Morgion uns besuchen kommen und will dann den Vertrag abschließen!“
„Das ist gut!“, meinte John, Liz nickte und seufzte.
„Wie war es auf der Mission?“
John zog die Augenbrauen nach oben.
„Langweilig. Es war überhaupt nichts los. Wir sind stundenlang durch einen Wald geirrt weil McKay dachte, es gäbe Ruinen oder sonst was. Aber es war gar nichts!“
Da es nichts mehr zu bereden gab und Elizabeth weiter arbeiten wollte, verabschiedete sich John und machte sich auf in sein Quartier. Unterwegs stoppte er bei der Waffenkammer und entledigte sich von seinen Waffen.

John betrat das Quartier und vernahm ein leises Weinen.
„Lily?“
Er fand sie im Schlafzimmer, sie schlief tief und fest und er hörte dann das Weinen deutlicher aus dem Zimmer daneben. Nadia war aufgewacht und strampelte ungeduldig in dem Bettchen. Hilflos stand er einen Moment davor und wusste nicht, was er tun sollte. Er hatte Angst irgendwas falsch zu machen. Aber er wollte Lily nicht wecken und so beugte er sich über das Bett und hob vorsichtig das Baby heraus. Das Weinen wollte nicht enden und er strich ihr sanft über den Rücken.
„Schhh, du bist nicht alleine!“
Nadia wurde ruhiger, aber die Tränen versiegten nicht und es rührte John. Das kleine Wesen war total auf ihn angewiesen und sah ihn Hoffnungsvoll an. Er schaute sich kurz im Zimmer um und sein Blick fiel auf die Plüschspieluhr, die an der Wand hing. John zog daran und als die sanfte Melodie erklang, konnte er sehen, wie Nadia sich langsam beruhigte und den Klängen lauschte.
La Le Lu...
Leise summte er mit, wiegte sie in seinen Armen und Nadia schlummerte ein. Einen Moment hielt er sie noch, bis er sicher war, das sie tief schlief und legte sie ins Bettchen zurück. Er deckte sie vorsichtig zu, fuhr ihr über den Kopf und küsste sie auf die Stirn.
Als er aufblickte sah er Lily in der Tür stehen und ihn liebevoll anlächeln. Er streckte den Arm aus, sie kam auf ihn zu und nahm seine Hand. John zog sie zu sich und sie beobachteten das schlafende Kind. Die letzten Töne der Uhr erklangen, es war still im Kinderzimmer und man hörte die leisen Atemgeräusche der Kleinen. Lily sah zu John und drückte seine Hand. Er lächelte, strich ihr sanft über die Wange und in ihren Augen konnte er Tränen erkennen.
„Ich liebe dich!“, flüsterte sie und zärtlich berührten sich ihre Lippen.


Die Zeit verstrich und die beiden gewöhnten sich an das Kind. Sie liebten es, als wäre es ihr eigenes und spürten wie sich die Trauer von ihren Seelen löste. Dafür wanderte die Erinnerung an die Zeit der Schwangerschaft und ihrem toten Kind in ihre Herzen, wo es immer einen Platz haben würde.

Es war nun schon ein Monat vergangen und Lily betrat am frühen Morgen das Kinderzimmer. Sie zog die Vorhänge zur Seite und wandte sich zum Kinderbett um dann vor Schreck aufzuschreien. John kam herbei geeilt und sah sie fragend an. Sie deutete ins Bett und er sah ein ca. 5 Jähriges Mädchen, mit langen Schwarzem Haar darin sitzen. Die grünen Augen musterten die Erwachsenen und dann lächelte es.
Geschafft!
Irritiert blickten John und Lily sich an, dann entschieden sie Carson zu informieren. Der machte ein paar Tests und war genauso erstaunt wie alle anderen über das Phänonem.
„Ich habe schon vieles gesehen, aber das ist Wahnsinn!“, meinte er und ging kopfschüttelnd weg, um die Tests zu kontrollieren.

Carson fand heraus, das Nadia nicht in der Lage war zu sprechen und nur über die Gedanken mit anderen kommunizieren konnte. Er vermutete das Gen half ihr dabei. Weshalb sie so schnell gewachsen war, da hatte er noch keinen Grund gefunden.
Nadia war nach den Untersuchungen erschöpft und schlief dann im laufe des Tages ein. Lily blieb bei ihr und hielt die Hand des Mädchens. John kam zu ihr und schüttelte ungläubig den Kopf.
„Ob das Antikergen sie so schnell wachsen lässt?“
Lily zuckte die Schultern und sah auf als Elizabeth erschien. Sie betrachtete das Kind, wie schon vor ein paar Stunden, fasziniert und nickte dann John zu.
„Morgion wird in einer halben Stunde erscheinen! Sind Sie bei der Begrüßung dabei, John?“
Er bejahte es und Liz strich über Nadias Kopf.
Feuer, Schreie...
Sie zog ihre Hand zurück, als hätte sie sich verbrannt und die beiden sahen sie fragend an.
„Ist etwas?“
„Ich hatte eben das Gefühl von Schuld, Angst und Hilflosigkeit!“, antwortete sie und blickte auf die Schlafende. Elizabeth schüttelte sich leicht, dann wandte sie sich ab und begab sich in ihr Büro.


Zwei Stunden später schlug Nadia die Augen auf und spürte, wie das Unheil sich näherte.
Sie blickte zur Seite und sah Lily auf dem Stuhl schlafen. Jemand hatte ihr eine Decke um die Schultern gehängt. Die braunen Haare hatte ihre Mutter Farah eindeutig von ihr geerbt. Eine Träne lief ihr über die Wange und dachte an den Moment, als alle Wahnsinnig wurden und die Seuche ausgebrochen war. Das durfte nicht geschehen und sie musste, nein, würde es verhindern.
Wach auf!
Lily blinzelte verschlafen und sah ihr in die Augen. Sie lächelte, doch das verschwand, als sie die Tränenspuren auf dem Gesicht von Nadia entdeckte. Sie fuhr ihr sanft darüber und wischte sie fort. Nadia ergriff Lilys Hand und starrte ihr in die Augen. Um Lily herum löste sich der Raum auf und sie standen im Kontrollraum von Atlantis.

Sie sah Elizabeth mit einen Mann sprechen und sie schüttelten sich die Hände. Dankbarkeit lag in Liz Mimik und der Fremde strahlte Hilfsbereitschaft aus. Das Bild änderte sich und sie sah wie ein Fest gefeiert wurde. Lily konnte sich und John erkennen, wie sie mit den anderen und dem Fremden Mann anstießen. Sieg über die Wraith, prosteten sie sich zu und alle wirkten gelöst.

Die Bilder zogen schneller an ihr vorbei, sie meinte ein Weinen eines Babys zu hören, Lachen, Schreie. Auch Gefühle spürte sie. Es waren Glück, Angst, Hoffnung und ein großer Schmerz zu fühlen. Dann stand sie plötzlich am Pier, wo sich die stürmischen Wellen brachen und die dunklen Wolken am Himmel zogen.
Der Mann den sie bei Elizabeth gesehen hatte, hielt sich nun hier nicht weit von ihr auf und schien auf etwas zu warten. Mehrere Personen näherten sich und hatten Menschen in ihrer Gewalt. Als sie näher kamen, erkannte sie John und Ronon, die von den eigenen Soldaten abgeführt wurden.
Ronon sah noch immer so aus wie sie ihn jetzt kannte, John hatte allerdings in seinen dunklen Haar ein paar graue Strähnen und auch in seinen Augen konnte man das Alter erkennen. Sie wurden vor dem Mann gestellt und sahen ihn abwertend an, der lachte aber nur und blickte dann hinauf, wo weitere Personen auf den Pier kamen.
Es war sie selbst und Elizabeth, die gebückt lief, als würde sie eine schwere Last tragen. Bei ihr stand ein junges, braunhaariges Mädchen in ihren Armen und drückte ängstlich ihr Gesicht an Lilys Körper. Der Mann nickte den Soldaten zu, sie hoben ihre Waffen und John sah lächelnd zu seiner Frau.
Es war das letzte Mal, denn da drückten sie ab.
Die Körper von Ronon und John fielen rücklings ins Meer und wurden von den Wellen verschluckt. Lily sah sich aufschreien und Elizabeth zu Boden sacken. Die Soldaten nahmen ihren schwachen Körper und sie folgte den Männern in die Tiefe des Ozeans. Es rauschte plötzlich und Lilys Blick verschwamm.
Sie stand erneut im Kontrollraum und konnte zusehen, wie Männer in weißen Kutten um die Atlantiscrew schlichen. Sie berührten sie am Kopf und einer nach dem anderen fing zu schreien an. Nadia drückte ihre Hand und sie befanden sich auf der Krankenstation.

Die Ärzte liefen mit Mundschutz um die vielen Kranken, die mit fiebrigen Gesichtern auf Feldbetten nebeneinander lagen und vor Schmerzen klagten. Auf ihrer Haut hatten sich seltsame Geschwüre gebildet und in einer Ecke, deckte eine Schwester ein Laken über eine Person.
Ein Schwarzhaariger Mann besprach mit einer Frau etwas, als Nadia zu ihm lief und er sie auf den Arm nahm.
Lily erkannte die Gesichtzüge des Mannes in denen von Nadias und sie verstand, das dies ihr Vater war. Sie küsste ihren Vater auf die Wange, er ließ sie wieder los und folgte ihr.
Auf dem Flur wurde er von Männern in den Kutten empfangen und sie drückten ihn an die Wand.
Eine Braunhaarige Frau versuchte sie aufzuhalten, aber sie gaben nicht nach und irgendwann schrie der Gefangene vor Schmerzen auf. Sie brannten ihm ein Zeichen in den Arm, er wurde wieder los gelassen und als er auf der Krankenstation versuchte eine schwerkranke Frau zu heilen, entzog er ihr die letzte Lebenskraft und ihr Körper verwandelte sich zu Staub.
Er merkte, das er nicht mehr helfen konnte und seine Kleidung fiel zu Boden. Das Licht erhellte das dunkle Atlantis und gab den noch gesunden Mut. Dann stieg es auf und ließ alles zurück in der Finsternis.

Erneut veränderte sich das Bild. Aus dem All kamen aus einen weißen Licht die tödlichen Salven, die Atlantis trafen und immer mehr verwundeten.
Der Fremde Mann, der keinen Tag älter wirkte, wanderte durch die zerstörten Gänge der Stadt.
Die bunten Wände färbten sich in ein dunkles Grau und die Bewohner die ihn erblickten schrieen verzweifelt auf, fügten sich selbst Wunden zu, griffen ihre Mitmenschen an.
Atlantis brannte, doch niemand löschte die Feuer. Die Soldaten verbrauchten ihre Munition um ihre ehemaligen Kameraden damit zu erschießen, nachdem sie sie ewig durch die Stadt gejagt hatten. Auf der Krankenstation brachen die Ärzte tot zusammen, die bis zur letzten Sekunde gehofft hatten ein Mittel gegen die Krankheiten zu finden.

Lily sah eine alte Frau, gestützt auf einer jüngeren den Flur entlang laufen, der zu dem Labor führte, wo sie Nadia entdeckt hatten. Dann erkannte sie die Jüngere. Dies war Nadia, sie hatte sich geopfert um dies zu verhindern.
Sie konnte zusehen, wie sie in die Kammer stieg und zusehen musste, wie die Soldaten in den Raum gestürmt kamen und ihre sowieso schwerkranke Mutter das Leben nahmen. Sie spürte wie Nadia ihre Hand los ließ, alles um sich herum drehte und sie befand sich wieder auf der Krankenstation in der Gegenwart.


Als sie zur Seite blickte, standen John und Rodney bei ihr und sahen sie fragend an.
„Wo ist Nadia?“, wollte der Wissenschaftler wissen und Lily runzelte die Stirn. Das Kind war verschwunden.
„Sie war doch eben noch hier!“, sagte sie und fuhr sich über ihr Gesicht. Das Bild des Mannes erschien vor ihren Augen und sie wusste, wo sie ihn schon einmal gesehen hatte. Im Bericht von Major Lorne, den John gelesen hatte, war als Anhang eine Fotografie dabei gewesen.
„Morgion!“, stieß sie erschrocken aus und lief los. Die beiden folgten ihr und sie trafen kurz darauf im Kontrollraum ein.

Elizabeth schüttelte ihm dankbar die Hand und Lily schloss bestürzt die Augen. Es war zu spät. Die beiden gingen auf die Treppe zu und John spürte eine seltsame Kraft in der Luft.
Lily griff nach seinen Arm und sah wie Nadia vor dem Tor stand. Sie war zu einer jungen Frau geworden, um sie herum hatte sich eine helle Aura gebildet und Morgions Gesichtsausdruck verwandelte sich auf einmal in eine hässliche Fratze.
Er stieß Elizabeth grob zur Seite; McKay fasste sich zuerst an den Hals, er hatte das Gefühl nicht mehr atmen zu können und auch Lily spürte wie die Luft immer dünner wurde.
John zog sie mit auf den Boden, aber auch dort war es nicht besser. Hitze kam auf und es kam ihr vor, als würde sie wie ein Feuer den Sauerstoff verschlingen.
Sie sah Elizabeth zusammen brechen und sie kroch zu ihr. Ronon der aus dem Transporter gekommen war, griff sich an den Kopf und brüllte vor Schmerzen auf. Sie konnte keinen Puls bei Liz fühlen und sie rief nach John, aber er bewegte sich nicht mehr. Sie schleppte sich zu ihm, ihr wurde schlecht und vor ihre Augen traten Punkte.
Lily blinzelte, ihr Blick wurde kurz klar. Die Schwarzen langen Haare der jungen Frau wirbelten auf, sie schloss die Augen und ihr Gegenüber krümmte sich kurz.
Aber er hatte sich gleich wieder gefangen und die Aura von Nadia begann zu flackern. Das letzte was Lily noch sah, ehe sie in die Bewusstlosigkeit driftete, das Nadia die Augen öffnete und unendlicher Willen darin zusehen war.

Nadia hörte die Gedanken ihrer Großmutter und lächelte. Nein, sie würde niemals aufgeben. Dies war ihre letzte Chance. Nicht umsonst hatte ihre Mutter ihr den Namen gegebenen. Du warst meine Hoffnung, bist sie und wirst sie immer sein.
Anfangs hatte sie nicht verstanden, was ihre Mutter gemeint hatte, aber jetzt wusste sie, dass sie durch das Antikergen, welches sie von ihrem Großvater und dem Antikischen Vater geerbte hatte, Kräfte besaß und sie diese für den Frieden einsetzen durfte.
Vor allem für die Hoffnung. Sie atmete tief durch, sammelte sich und öffnete die Augen.
Sie sah Morgion an, blickte ihm in die Augen, die voller Hass waren und drang in seine Gedanken ein, die nur einen Plan hatten; Krankheiten auszubreiten, Verwirrung und Ängste zu stiften. Und vor allem den Tod zu genießen. Dies würde sie hier beenden.
Morgion ächzte und brüllte sie an, sie solle dies lassen.
Nadia lächelte.
Niemals; ihr Blick bohrte sich tiefer und sein Gesicht verzog sich zu einer Grimasse voller Schmerzen. Das Licht, das von ihr ausging breitete sich aus und hüllte ihn mit ein. Es strahlte immer heller, es war so rein und summte leise.
Es war die Melodie der Antiker und hier in ihrer Heimat konnte sie auf die Unterstützung der Anderen hoffen. Das Stargate erwachte hinter ihr und aus dem blauen Ereignishorizont schwebten mehrere Lichter heraus, die sich mit ihr verbündeten. Sie hatten nach Hause gefunden.
Wir sind bei dir!
Morgion versuchte noch einmal sich kurz zu wehren, aber ohne seine Anhängerschaft war er schwach.
Die Dunkelheit, die er von sich geschickt hatte konnte es nicht mit so vielen aufnehmen. Sein Körper zuckte, der Schweiß lief ihm über sein Gesicht und dann blendete das Licht. Sein Schrei hallte durch die Stadt und als das Licht verschwand, war nur ein dunkler Fleck auf der letzten Treppenstufe zu erkennen.
Die Aura von Nadia pulsierte leicht, dann war sie nicht mehr zu sehen und die junge Frau sah auf das letzte kleine Licht, welches aus dem Stargate kam.
Sie lächelte und schaute zu, wie das Helle über Lily und John schwebte, bevor es sich herabließ und sich mit den Körpern verschmolz. Die kleine Seele hatte endlich den Weg zu ihnen zurück gefunden.
Nadia verließ den Kontrollraum; In der Finsternis und Kühle der Gänge beruhigte sich ihr Herzschlag und sie erreichte das Labor. Das bläuliche Licht hieß sie Willkommen, sie fuhr mit ihrer Hand über die Konsole und stieg in die Kammer. Summend verschloss sie sich, sie schloss die Augen und ihr Körper löste sich auf.


Lily schlug die Augen auf und fand sich in ihrem Bett vor. Neben ihr lag John und schlief tief und fest. Hatte sie eben das alles nur geträumt? Es hatte sich alles so real angefühlt und sie konnte Nadia nicht vergessen. Sie stand auf und ging ins Kinderzimmer, aber es war alles in den Kisten eingeräumt und kein Bett stand am Fenster. Sie blieb einen Moment stehen und merkte das Lebensgefühl in ihr.
Sie lächelte, machte kehrt, zog sich ihre Jacke über und lief so schnell sie konnte die Treppen hinab. Lily wusste wo sie hin musste, konnte sich noch an jeden Schritt erinnern, doch als sie dort stand, war vor ihr nur Mauerwerk.
Ihre Hand legte sich auf die kalte Wand und sie stützte ihren Kopf dagegen. Sie atmete durch, sah etwas auf dem Boden liegen und hob es auf. Das Medallion lag in ihrer Handfläche und sie schloss dankbar ihre Augen. Du warst meine Hoffnung, bist sie und wirst sie immer sein.



Der Mann schrie auf, als er den Verlust spürte und um ihn herum loderte das Feuer auf. Der Hass nahm Alamans Körper ein und er wusste, das er bald seinen Vater rächen würde.
Sie hatte die Zukunft geändert, doch es hatte rein gar nichts genutzt. Von seiner Existenz konnten sie nichts wissen, er saß in der Dunkelheit und würde nun in die Fußstapfen seines Vaters treten. Die Zeit würde kommen.



Ende


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Short-Cut: Ein endloser Alptraum?
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Angst, Drama, Romance
Rating: R16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!



24. Nightmare




Ihr Atem ging schnell und sie rannte hinter den anderen durch den dunklen Wald. Nebel hüllte ihn ein und sie hatte das Gefühl, das er nie enden würde. Die Wraith waren hinter ihnen her, sie mussten sich beeilen und das Stargate erreichen. Sergeant Bells der neben ihr lief, strauchelte und sie half ihm wieder auf.
„Schnell weiter!“, rief Major Greg und da hörten sie die Geräusche der Stunner, sie schossen auf sie. Es wurde heller und sie dachten, sie würden den Wald endlich verlassen. Sie hetzten durch die Büsche, Lily blickte zurück, ob der Feind sich noch mehr näherte, als sie in Bells lief, der stehen geblieben war. Sie sah auf und stand auf einen Weg, umgeben von hohen Sträuchern, die nur wenig Licht durch ließen. Es wirkte fast wie ein Labyrinth.
„Was soll das hier?“, keuchte Derek und Sergeant Phillips zuckte die Schultern.
Zisch
Nur haarscharf verfehlte der Schuss den Major und er überlegte nicht lange.
„Bells und Phillips ihr geht nach links. Lily du kommst mit mir mit!“
Sie nickte und folgte ihm. Je weiter sie hinein gingen, desto dunkler wurde es und sie machten ihre Lampen an den P90s an. Der Boden unter ihnen war matschig und sie mussten langsam gehen, da die Gefahr bestand aus zu rutschten oder man ihre Schritte hörte, wenn sie in den Schlamm traten. Vor ihnen lag eine Abzweigung und Derek sah sie fragend an, welche Richtung sie meinte. Lily überlegte und wollte sich gerade entscheiden, als sie etwas rascheln hörten.
Greg gab Lily ein Zeichen und sie drückten sich an die Hecke, in die Dunkelheit und lauschten, ob sich jemand näherte. Sie atmeten langsam und flach, waren aber angespannt um sich sofort wehren zu können.
Nachdem sie ein paar Minuten gewartet hatten und sie nichts mehr hörten, richtete sich Lily wieder auf. Sie wunderte sich das Derek ihr nicht folgte und vernahm dann sein leises Röcheln. Lily sah das sich etwas um seinen Hals geschlungen hatte. Es waren Ranken, die aus dem Gebüsch kamen und nach seinen Körper griffen. Er zerrte mit seinen Händen verzweifelt daran und Lily zog ihr Messer und versuchte die Pflanzen durchzuschneiden, als sie einen Schmerz im Rücken verspürte und benommen zu Boden sank.


Das Kribbeln war aus ihren Körper gewichen und sie schlug langsam die Augen auf. Lily starrte auf die Decke und erkannte, das sie in einer Wraithzelle lag. Sie hatten sie doch erwischt. Lily erhob sich langsam und sah in einer dunkleren Ecke jemanden sitzen.
„Hallo?“
Sie trat näher und erkannte die Atlantis Uniform, doch dann stockte ihr der Atem. Lily kniete sich neben die Person und musste feststellen, das Derek sein Leben an die Wraith verloren hatte.
„Oh nein!“
Die anderen waren nicht hier, vielleicht hatten sie entkommen können. Schritte waren zu hören und sie sah dann die Wachen auf ihre Zelle zukommen. Sie kauerte sich an die Wand und dachte an John; wissend, dass sie ihn womöglich nie wieder sehen würde. Das Gitter öffnete sich und ein Wraith trat ein. Tränen liefen ihr über die Wangen und der Wraith grinste hämisch, als er sie erblickte und stellte sich vor sie. Eine Weile schauten sie sich starr an, dann holte er aus und sie landete mit dem Rücken auf den Boden. Ehe sie sich von dem Aufprall erholen konnte, beugte sich ihr Feind über sie, riss ihr die Weste zur Seite und seine Hand lag auf ihrer Brust. Vor Schmerzen schrie sie auf.
Feuer, dachte sie. So muss sich Feuer auf der Haut anfühlen, als er sich an ihrem Leben verging. Ihre Schreie wurden weniger, dann schloss sie die Augen und fühlte sich so leicht. Es war vorbei.


Ächzend setzte sich Lily auf und tastete sich über die Brust. Sie atmete tief durch. Es war zum Glück nur ein Traum, der sich aber so echt an gefühlt hatte.
Lily drehte sich auf die Seite und blickte auf den leeren Platz neben ihr. John war auf einer Mission und vielleicht machte sie sich viel zu viele Gedanken, das ihm etwas passieren könnte. Sie griff nach der Wasserflasche die auf ihren Nachttisch stand, trank einen Schluck und legte sich wieder hin. Nach ein paar Minuten hatte sie sich wieder beruhigt und schlief ein. Am nächsten Morgen wachte sie rechtzeitig auf um sich für ihre Mission mit ihren Team auf den Weg zu machen.


Die Sonne stach vom Himmel und Brian Bells wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Hoffe wir bekommen bald ein schattiges Plätzchen!“, meinte der Sergeant und Lily stimmte ihm zu. Sie schwitzte ebenfalls und ihr kam es vor, als würde es immer wärmer werden. Um ihnen herum waren nur Felder, kein einziger Baum zu sehen. Derek erzählte von seinen Urlaub in Afrika vor ein paar Jahren und über die Hitze dort, als Lily ein seltsames Summen vernahm.
„Psst!“, zischte sie und ihre Kameraden blieben stehen. Die hörten auch das Geräusch und sie gingen in Deckung, als plötzlich Schüsse fielen.
„Das sind doch von uns welche!“, rief Derek und fragte über Funk nach, was los sei. Es rauschte anfangs nur und dann meldete sich eine Stimme, die Lily nur allzu gut kannte. John rief, das sie Unterstützung brauchten und die Soldaten machten sich auf den Weg.
„Wie kommen die auf den Planteten?“, fragte Marc, der neben Lily her schlich und die Schüsse wurden immer lauter.
„Das ist doch jetzt unwichtig! Sie brauchen Hilfe!“, fauchte sie ihn an und als sie einen kleinen Hang überwunden hatten, sahen sie ihre Kameraden hinter einer Hecke knien.
Sie waren nur noch ein paar Meter entfernt, als sich John umdrehte, die Waffe anlegte und schoss. Derek und Brian sanken als erstes getroffen zu Boden und Lily konnte nicht fassen, was sie sah.
„John!“, brüllte sie und lief auf ihn zu. Er sah sie an, seine Augen hatten ihre Farbe verloren, es herrschte totale Dunkelheit darin.
„Was...?“
Bevor sie noch etwas sagen konnte, drückte er ab. Lily blickte auf ihren Oberkörper, fuhr darüber und betrachtete irritiert ihr Blut auf ihren Händen.
„John!“, flüsterte sie ungläubig, der Schmerz durchfuhr ihren Körper, dann sank sie auf die Knie und kippte zur Seite.


„Oh mein Gott!“
Lily fuhr erschrocken aus dem Schlaf und hielt es im Bett nicht mehr aus. Sie brauchte frische Luft, aber als sie hinaus blickte, sah sie dass es regnete und sie lief eine Weile im Quartier umher. Lily warf einen Blick auf die Uhr und bemerkte, dass sie gerade mal eine Stunde geschlafen hatte. Wenn dies so weiter ginge könnte sie die Mission morgen vergessen.
Sie ging in die kleine Küche in ihrem Quartier und suchte im Schrank die Schnapsflasche. Sie trank sonst kaum Alkohol, aber sie brauchte zur Beruhigung einen Schluck und setzte sich dann auf die Couch. Sie zog die Beine an und legte ihren Kopf auf die Knie.
Johns Football lag neben ihr, sie nahm ihn in die Hand und spielte etwas damit. Die Erinnerung des Traums tauchte wieder vor ihren Augen auf. Sein Blick, als er sie erschossen hatte...
Lily schüttelte es innerlich und wollte gar nicht weiter daran denken. Sie beschloss sich etwas drüber zu ziehen und in der Stadt spazieren zu gehen. Einschlafen würde sie in den nächsten Minuten sowieso nicht.

Im Kontrollraum war es ruhig, die drei Wachen standen zusammen und sprachen leise miteinander. Sie überlegte ob sie auf der Krankenstation vorbei sehen und nach einem Schlafmittel fragen sollte. Vielleicht würde sie dann besser schlafen. Sie entschloss sich dafür und schlug den Weg ein.
Es war frisch in den Gängen und sie sah, das eine Tür zu einen der Balkone offen stand. Jemand hatte vergessen sie zu schließen. Als sie näher kam hörte sie jemanden kichern und konnte die Stimme Teyla zu ordnen. Wieso war Teyla hier? Sie sollte doch mit John auf der Mission sein.
Lily runzelte die Stirn und blickte hinaus, aber so dass sie nicht gesehen werden konnte. Sie schluckte, als sie die Athosianerin mit John am Geländer stehen sah und er ihr das Haar aus dem Gesicht strich. Teyla sagte etwas zu ihm und nahm seine Hand. Er lächelte sie an, senkte seinen Kopf und sie schlang ihre Hände um seinen Hals, als seine Lippen die ihren zärtlich berührten. Stürmisch küssten die beiden sich und John drängte Teyla näher an das Geländer. Seine Hand wanderte über ihren Körper und der Athosanerin schien das zu gefallen.
Lily konnte nicht glauben, was sie da sah. Was sollte das alles? Sie wollte nicht glauben, dass John sie betrog. Sie atmete schneller und bekam kaum mit was sie dann tat. Lily lief schreiend auf den Balkon hinaus, John löste sich überrascht von Teyla und Lily stach zu. Immer wieder und John stöhnte verletzt auf.
Verwundert blickte Lily auf ihre Hand, in der sie das Messer hielt, welches nun in seinen Oberkörper steckte. Aus den Wunden sickerte langsam sein Blut heraus, John hob die Hand und legte sie auf die ihre. Sie sah ihn an und er schloss die Augen. Dann rutschte er auf den Boden und bewegte sich nicht mehr.


Japsend nach Luft schreckte Lily aus dem Schlaf. Sie lag auf der Couch und in ihrer Hand hielt sie noch den Football.
„Was ist nur los mit mir?“, keuchte sie und blickte auf ihre Hände. Sie fühlte immer noch, wie sie das Messer in seinen Körper gerammt hatte und die Wärme des Blutes, als es auf ihre Hand gelaufen war. Lily wurde schlecht, torkelte ins Bad und übergab sich.


Sie spürte eine Berührung an der Wange und sie schlug die Augen auf. Verschwommen erkannte sie John über ihr stehen. Sollte sie auf der Toilette zusammen gebrochen sein? Dann hörte sie wie jemand etwas sagte.
„Hat sie es erneut probiert?“
Was sollte sie probiert haben? Sie versuchte zu sprechen, aber sie brachte keinen Ton raus. Beckett kam in ihr Sichtfeld und sah sie mitleidig an.
„Warum nur?“, fragte er und wandte sich wieder ab. Lily verstand nicht was hier los war. Sie wollte sich aufmerksam machen und die Hand heben, aber da merkte sie, das sie gefesselt war. Sie rüttelte leicht daran und endlich fand sie ihre Stimme wieder.
„John?“
Er kam zu ihr und sah sie an.
„Was ist passiert?“
Er sagte nichts, holte aus und traf sie im Gesicht. Sie spürte wie ihre Lippe aufplatzte und Lily fing zu schreien an.
„Macht mich los! Ihr sollt mich los lassen!“
Doch niemand reagierte.
Ihr Blick nun klarer, sah wie Carson zu ihr kam, eine Spritze in der Hand hielt und sie beruhigend anlächelte. Sie schüttelte den Kopf.
„Ich will das nicht. Was ist überhaupt geschehen?“
„Es ist gleich alles wieder gut!“, sagte er und sie spürte den Stich.
„Nein...“
Vor ihren Augen drehte sich alles und bevor sie wegdämmerte sah sie noch das gehässige Grinsen des Arztes.


Eilligen Schrittes lief John zu den Kontrollpulten wo Elizabeth auf ihn wartete und ihm zu nickte.
„Was ist passiert?“
„Major Greg ist seit einer halben Stunde überfällig. Ich habe nun Verbindung zu Coldan auf genommen, aber niemand hat geantwortet bis einer der Einheimischen ans MALP gekommen ist. Die Coldaner haben uns informiert, das Major Greg und sein Team vor ein paar Stunden in den Wald gegangen sind. Sie wollten schauen, ob sie sie irgendwo sehen und nun haben sie die Vier gefunden. Sie liegen auf einer Lichtung, lebend, aber sie können sie nicht aufwecken!“
„Ich werde sofort aufbrechen!“
John machte kehrt und informierte sein Team. Hoffentlich war das keine Falle der Wraith. Die Vier könnten mit Stunnern beschossen worden sein. Sie mussten auf jeden Fall auf der Hut sein. Die Angst, das Lily schlimmeres zugestoßen sein könnte, verdrängte er - noch.


Einige Zeit später traten die Vier durch das Gate und trafen auf mehrere Coldaner, die ihnen den Weg zum Fundort zeigen sollten. Aufgeregt berichteten sie, dass sie das Team gewarnt hatten in die Nähe der alten Hütte zu gehen.
„Sie haben nicht auf uns hören wollen. Sie wollten unbedingt mit ihr sprechen, obwohl sie doch so unheimlich ist!“
John blieb kurz stehen und sah den jungen Mann an, der neben ihm herging.
„Wer ist: Sie?“
„Wir kennen ihren Namen nicht. Sie erzählte nur, das sie von Planet zu Planet wandert. Meine Freunde und ich haben sie beim Holzfällen beobachten können. Sie spricht mit ihren Pflanzen und die Tiere verhalten sich so seltsam, seit sie hier lebt!“, meldete sich ein anderer und seine Freunde stimmten ihm zu.
John wandte sich zu McKay der ihm schon zunickte bevor der Soldat es ausgesprochen hatte.
„Ich glaube, wir haben denselben Gedanken!“
„Erschreckend, aber ja!“
Sie gingen weiter und erreichten den Wald. Ihre Begleiter deuteten nur hinein, weigerten sich aber mitzukommen.
John seufzte und folgte Ronon, der eine Spur gefunden hatte und 20 Minuten später fanden sie sie. Auf einer Lichtung voller Moos lagen sie in der Mitte und an den Füßen hatten sich Ranken um sie geschlungen. John kniete sich zu Lily und fuhr ihr über die Wange.
„Lily?“
Sie regte sich nicht, genauso wie ihre Teamkameraden.
„Das ist seltsam. Lorne hatte uns befreien und wecken können!“, murmelte John und blickte sich genauer um. Er entdeckte die Hütte zwischen den Bäumen und gab den anderen ein Zeichen.
„Wir sollten ihr mal einen Besuch abstatten!“
„Muss das sein?“, fragte McKay und ging ein paar Schritte zurück. John hatte keine Lust mit dem Wissenschaftler eine Diskussion anzufangen, was sein musste und was nicht. Da er sich in Bewegung setzte und Rodney nicht allein bleiben wollte, folgte er ihnen. Je näher sie an die Hütte kamen, je mehr bildete sich Nebel und düsterer wurde es.
„Rodney?“
John blieb kurz stehen und der Wissenschaftler sah ihn fragend an.
„Wissen Sie etwas, wie man Empusa unschädlich machen kann oder vernichten?“
„Wieso ich?“
John verdrehte die Augen.
„Sie haben mich doch damals auf die Mythologie aufmerksam gemacht. Wissen Sie jetzt etwas oder nicht?“
Rodney rieb sich über die Stirn und wollte schon den Kopf schütteln, als ihm etwas einfiel und er mit den Fingern schnippte.
„Das Band, geflochten mit den Ranken und Gräsern, geweiht mit Wasser und Nebel. Umzogen mit dem Fell der Tiere und besetzt mit einen Stein; darin sich die Träume der Geiseln befinden! Wenn ich mich noch richtig daran erinnere. Ich glaube auf den Bildern war es an ihrem Knöchel befestigt!“
John nickte ihm dankbar zu und sie erreichten die Hütte. Mit den Waffen im Anschlag schlichen sie an der Wand entlang und hörten wie sich die Türe knarrend öffnete. John gab Ronon das Zeichen, sie sprangen um die Ecke und richteten ihre Waffen auf die Schwarzhaarige Frau. Sie sah genauso aus, wie er sie in Erinnerung hatte und sie grinste die Vier an. Johns Blick wanderte über ihren Körper und entdeckte das Band an ihren Knöchel, dort wo ihr Rock endete. Sie bemerkte es und ihre Augen wurden eiskalt.
„Du kannst ihr nicht mehr helfen. Es ist nur noch ein kleiner Moment, dann gehört mir alles von ihr. Ich sehe dich in ihren Gedanken und sie ist verzweifelt!“
Empusa zischte etwas und der Nebel nahm immer mehr zu. Dann sahen sie, wie sie sich in einen schwarzgefiederten Vogel verwandelte und auf die Lichtung zu flog. John überlegte nicht lange und hetzte los.



Lily lag noch immer auf der Liege und war inzwischen wieder aufgewacht. Sie rüttelte an den Fesseln die lockerer wurden und sie konnte nun endlich daraus schlüpfen. Leise erhob sie sich und schlich ans Büro von Carson aus dem sie Stimmen hörte.
„Wir müssen es tun!“
Lily runzelte die Stirn und fragte sich immer mehr, was hier eigentlich los war.
„Wer übernimmt es?“
Ronon hatte in die Runde gefragt und einen Moment später hörte sie Johns Stimme.
„Ich werde sie erschießen!“
Der kalte Tonfall erschreckte Lily und langsam ahnte sie, dass sie damit gemeint war. Keine Sekunde zu früh eilte sie aus der Krankenstation und die Tür des Büros öffnete sich. John sah noch wie sie um die Ecke verschwand und folgte ihr.

Die Schüsse knallten neben ihr in die Mauer und ein Schuss streifte sie am Arm. Lily kam kurz ins Stolpern, erhob sich und rannte den Korridor weiter entlang. Doch sie gelangte in eine Sackgasse und stand nun auf einem Balkon. Der Wind riss an ihr und sie hörte unter sich das Meer rauschen. Lily blickte über das Geländer und schloss verzweifelt ihre Augen. Johns Schritte verlangsamten sich und dann hörte sie sein höhnisches Gelächter.
„Sag Lebwohl!“
Sie drehte sich noch mal um, sah ihm in die fremden Augen und schüttelte den Kopf. Dann kletterte sie auf das Geländer und breitete ihre Arme aus. Vielleicht würde so dieser Alptraum endlich enden. Sie schloss die Augen und beugte sich nach vorne...
Lily!


John sah wie der Vogel neben Lily landete und sich in Empusa zurück verwandelte. Sie griff nach Lilys Arm und John erkannte, dass er es nicht mehr bis zu ihr schaffen würde. Keuchend blieb er stehen und legte seine Waffe an. Er versuchte seinen Körper zu beruhigen, damit er genau zielen konnte. John nahm den Stein ins Visier, hielt die Luft an und betete das alles gut gehen würde. Dann drückte er ab und zischend bohrte sich die Kugel in das Band, zerstörte den Stein und Empusa kreischte auf. Sie konnte noch das Verderben weiter geben und schrie wieder auf. Die Vögel die in den Bäumen saßen flatterten aufgeschreckt hoch und der Himmel wimmelte einen Moment davon. Empusa drehte sich zu John, machte ein paar Humpelnde Schritte und ihr Körper zerfiel zu Staub. Der Wind trug ihn mit sich und die Ranken die sich um die Körper geschlungen hatten, wanden sich zurück in die Erde. Die Männer aus Lilys Team bewegten sich und setzten sich auf. Teyla und die anderen halfen ihnen auf und gaben ihnen etwas zu trinken.
„Lily!“
John kniete sich neben sie und versuchte sie zu wecken. Sie wachte nicht auf und an ihren Arm floss Blut aus einer Wunde. Er versuchte sie zu verbinden und bat Teyla ihm zu helfen. Erneut versuchte John sie wach zu bekommen, träufelte ihr etwas Wasser ins Gesicht und rief nach ihr.


Lily stand noch immer am Geländer und war bereit zu springen.
Lily!
John sagte ihren Namen, doch es war nicht dieser kalte Ton, er klang wieder so wie früher. Sanft und Liebevoll. Sie drehte sich um und sah ihn an. Seine Augen strahlten diese Wärme aus, die sie so sehr liebte. Er sprach sie nochmals an und sie lächelte. Dann ließ sie das Geländer los und fiel hinab. Sie fühlte sich so leicht, ein Licht bildete sich um sie herum und Lily spürte, wie ihr jemand über das Haar strich.
Stimmen kamen hinzu und sie öffnete die Augen. Es war so hell und sie blinzelte. Nach einer Weile erkannte sie John, der sie besorgt anblickte.
Sie spürte, das sie zurück war und der Alptraum vorbei. Lily griff nach John und zog ihn an sich. Endlich fühlte sie diese Wärme wieder. Die Bilder ihrer Träume zogen in ihren Gedanken und die Angst löste sich langsam. Schluchzend klammerte sie sich an ihn und ihre Tränen benässten seine Jacke. Sie krallte sich in seinen Rücken, wollte ihn nicht mehr los lassen. John hielt sie einfach nur fest und ließ sie weinen. Er musste nichts sagen, ihr reichte es, das er bei ihr war.
John hatte keine Ahnung, was sie durchlebt hatte, aber wenn er sich an seine Einbildungen erinnerte, wusste er, dass es sicher nichts gutes gewesen war. Lange hielten sie sich noch so fest. Die anderen konnten es verstehen und sahen zu, wie er ihr von seiner Stärke etwas abgab, bis Lily vor Erschöpfung einschlief und John sie in seinen Armen nach Hause trug.




Ende



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Short-Cut: Geh und lebe
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, Angst
Rating: PG-13
Author’s Note: Die Songtexte sind von Bryan Adams aus dem Lied „Summer Of '69“ und von LeAnn Rimes aus dem Lied „How do I Live“
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Darüber würde ich mich freuen!




25. Die Blaue Blume




Lachend saß Lily auf dem Felsen und kriegte sich nicht mehr ein. Sie hatten eben einen Fluss überquert, als Marc ausgerutscht und in voller Montur in das Wasser gestürzt war. Nun watete er triefend vor Nässe heraus und schaute missbilligend drein. Auch die anderen konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen und Derek schlug ihm auf die Schulter.
„Sieh es positiv. Es ist warm, da trocknest du schnell wieder!“
Marc schüttelte den Kopf, zog seine Stiefel aus und leerte das Wasser darin aus. Derek wandte sich zu Lily und lächelte ihr zu.
„Schön das es dir wieder besser geht!“
Sie nickte und dachte über die letzten Tage nach. Sie hatte nachts sich nicht getraut zu Schlafen, da sie Angst hatte die Alpträume würden sie wieder einholen, auch wenn Empusa nicht mehr lebte. Lily rieb sich über die Stirn, die Kopfschmerzen plagten sie schon wieder und sie hatte erneut so ein Durstgefühl. Sie wollte etwas aus ihrer Flasche trinken, aber die war schon leer. Sie waren doch erst seit einer halben Stunde unterwegs.
„Derek? Kann ich von dir etwas zu trinken haben?“
Der Soldat sah zu ihr und runzelte die Stirn.
„Ist alles in Ordnung? Du bist so blass!“
Nein es war nichts in Ordnung. Sie fühlte wie sich ihr Magen drehte, sprang auf und versuchte sich nicht vor ihren Kameraden übergeben zu müssen. Es hörte gar nicht mehr auf und sie konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Jemand legte ihr eine Hand auf den Rücken und sie schämte sich. Derek kniete neben ihr und sprach beruhigend auf sie ein. Endlich war es vorbei und er gab ihr etwas zu trinken.
„Meine Frau hat bei ihrer Schwangerschaft immer solche Anfälle gehabt!“
Lily schloss die Augen und nickte abwesend. Sie merkte wie sie weg driftete und Derek versuchte sie wach zuhalten.
Nach ein paar Minuten spürte sie etwas kühles auf ihrer Stirn und öffnete die Augen. Brian saß neben ihr und hatte ein Tuch in das Wasser getaucht und auf ihren Kopf gelegt. Er rief Derek, da sie wieder wach war. Er blickte sie kritisch an und wollte wissen, ob sie fit genug sei zum Tor zurück zu gehen. Langsam setzte sich Lily auf und atmete durch. Dann nickte sie.
„Es geht schon wieder. Tut mir leid!“
Marc winkte ab und half ihr aufzustehen.

Langsam kamen sie voran, sie mussten mehrmals Pausen machen, da ihr wieder Schlecht wurde. Nach einer dreiviertel Stunde hatten sie das Tor erreicht und wählten nach Hause. Im Torraum konnte Lily nicht mehr und klappte zusammen.
Dr. Levy kümmerte sich auf der Krankenstation um sie und gab ihr etwas gegen die Übelkeit. Während sie auf die Testergebnisse warteten, kam John herbei geeilt, der mit einen Team auf Erkundungstour in den unteren Bereichen der Stadt gewesen war. Besorgt sah er sie an, aber Lily bat ihn sich zu beruhigen.
„Es ist bestimmt nur eine Magenverstimmung! Es geht mir gut!“
„So siehst du aber nicht aus!“, meinte John und sie fuhr sich über die Augen.
„Ich habe Angst einzuschlafen! Es würde mich nicht wundern, wenn der Schlafmangel mich krank macht!“
In dem Moment kam Joanne zu ihnen und begrüßte John.
„Ich konnte nichts finden. Ich gebe ihnen ein Schlafmittel und ich lasse sie hier auf der Krankenstation für eine Nacht. Falls doch etwas ist, können wir gleich handeln!“
Lily stimmte zu und sah zu wie Levy ihr die Spritze gab. Nach ein paar Minuten fiel sie in einen traumlosen Schlaf. John blieb noch ein bisschen bei ihr am Bett sitzen, dann küsste er Lily auf die Stirn und begab sich mit seinem Team wieder in die Stadt.


Ein paar Wochen später war wieder alles in Ordnung und auch die Schlafstörungen waren vergangen. Nun stand sie mit John vor Rodneys Quartier und warteten auf den Wissenschaftler, da sie gemeinsam auf die Geburtstagsfeier von Derek gehen wollten. Endlich kam er und Lily schüttelte den Kopf.
„Und da heißt es, das Frauen ewig brauchen!“
Rodney winkte ab und sie begaben sich in den Gruppenraum. Dort war schon einiges los und sie beglückwünschten das Geburtstagskind. Nachdem es ein paar Happen zum Essen gegeben hatte, wurde Derek eine goldene Pappkrone aufgesetzt und an die Karaokemaschine gestellt.
„Nicht doch Leute!“
Doch er hatte keine Chance und kurz darauf erklangen die Töne von Bryan Adams Summer Of '69. Etwas schief gab er das Lied zum Besten, dafür amüsierte er aber damit seine Kollegen und Freunde.
„…Oh yeah... Back in the summer of '69 … Ahhha... It was the summer of '69!”
Johlend applaudierten alle und stimmten dann ein Happy Birthday an. Derek verbeugte sich grinsend, sprang von dem Podest herab und ging auf John zu. Er hielt ihm die Krone und das Mikrofon hin. „Bitte, Sir!“
„Ähm...“
Ehe John verneinen konnte, riefen die Anwesenden zustimmend zu. Elizabeth und Teyla, die sich inzwischen zu der Gruppe begeben hatten, lachten belustigt mit Lily auf. Derek setzte seinen Vorgesetzten grinsend die Krone auf, John ging ihm geschlagen nach und der Major bückte sich dann zu der Karaokemaschine.
„Was wollen Sie singen, Sir?“
„Schauen Sie mal, ob das Ding Johnny Cash kennt. Wenn ja, dann Ring of Fire!“


Nachdem der Karaoketeil abgeschlossen war, legte jemand ruhige Musik auf und wer Lust hatte konnte Tanzen. Lily saß mit John auf der Couch und sahen den einzelnen Pärchen zu wie sie sich am Parkett drehten. Sie kicherte und deutete auf ein bestimmtes.
Johns Lippen verzogen sich zu einen belustigten Grinsen und als Elizabeth ihnen einen wehleidigen Blick zuwarf, grinste er noch mehr. Sie hatte sich erbarmt mit Rodney zu tanzen und spürte nun jeden seiner Schritte auf ihren Füßen.
Die Expeditionsleiterin flüchtete richtig, als der Song endete und setzte sich zu dem Ehepaar.
„Habe ich ihnen schon erzählt das Rodney nicht Tanzen kann?“, fragte John sie mit einer Unschuldsmine und Liz haute ihm leicht auf die Schulter.

Sanfte Gitarrenklänge ertönten und John erhob sich. Er lächelte Lily an und LeAnn Rimes stimmte ihren Song How do I Live an.
„Willst du mit mir Tanzen?“
Lily lächelte zurück und nickte. John bot ihr die Hand an, sie nahm sie an und begaben sich aufs Parkett.
„…I need you in my arms, need you to hold, You're my world, my heart, my soul…”
Lily schlang ihre Arme um seinen Hals und lehnte ihren Kopf auf seine Brust. John legte seine Hände um ihre Taille und bewegten sich sanft im Rhythmus der Musik.
„…How do I live without you? I want to know, How do I breathe without you? If you ever go, How do I ever, ever survive? How do I, how do I, oh how do I live?…”
„Ich liebe dich!“, flüsterte er ihr ins Ohr und küsste sie zärtlich auf den Hals. Lily bekam eine Gänsehaut und schmiegte sich noch enger an ihn. „…Without you, There'd be no sun in my sky, There would be no love in my life, There'd be no world left for me. And I, Baby I don't know what I would do, I'd be lost if I lost you. If you ever leave, Baby you would take away everything real in my life…”
Das Lied ging dem Ende zu und sie spürte in ihrem Inneren plötzlich eine Kälte, vor ihren Augen drehte sich alles und ihre Beine fingen zu zittern an. Außerdem stach es in ihrem Herzen so.
„John!“, wisperte sie und er blickte sie fragend an. Ihre Stimme klang so seltsam. Lily atmete immer schneller, sie fasste sich an die Brust, dann konnte sie nicht mehr stehen und sackte in Johns Armen zusammen.


„Was ist mit ihr?“
John stand neben der Trage und wurde von Carson auf die Seite gestoßen. Lily atmete nicht mehr und der Arzt musste ihr einen Tubus einführen.
„Was ist los?“, fragte John erneut und Beckett sah ihn genervt an.
„Ich weiß es nicht. Ich muss sie erst einmal Stabilisieren. John bitte gehen Sie raus!“
Dr. Levy nahm John am Arm und brachte ihn zu den anderen. Liz meinte er solle sich setzen, aber er ließ sich nicht auf den Sessel ziehen und lief beunruhigt im Gang auf und ab. Endlich kam Carson und rannte fast in den Colonel hinein.
„Lily ist ins Koma gefallen und ich habe sie an die Überwachungsgeräte angeschlossen. Noch kann ich nicht sagen, was mit ihr ist. Die Blutproben sollten uns in der nächsten Stunde mehr sagen. John, haben Sie bemerkt, dass sich die alte Wunde an ihrem Oberarm entzündet hat? Er ist geschwollen und eitrig!“
John schüttelte den Kopf und starrte an Beckett vorbei in die Krankenstation, wo Lilys Bett gerade in ein Zimmer geschoben wurde.
„Eine Schwester holt Sie dann! Warten Sie noch einen Moment!“
Der Arzt klopfte John auf die Schulter, dann verließ er die Gruppe wieder.

Kurz darauf durfte er endlich hinein und erschrak. Inzwischen hatte sie Fieber bekommen, Schweiß stand ihr auf der Stirn und unter dem Verband am Arm konnte man den Eiter erkennen. John hatte einen Verdacht und als Carson mit den Ergebnissen kam, bestätigte er zumindest, fremde DNA in Lilys Blut.
„Empusa!“, zischte John aufgebracht und stieß mit dem Fuß gegen die Wand.
„Colonel!“
Weir schüttelte den Kopf und John fuhr sich durch sein Haar.
„Ich werde mich schlau machen ob irgendwo davon geschrieben steht, das Empusa Leute vergiftet!“, meinte Rodney und machte sich auf in sein Labor. John blieb noch eine Weile am Krankenbett bis ihn McKay ins Büro von Elizabeth rief. Dort erklärte er ihm folgendes:
„Es heißt in der Geschichte bzw. Mythologie das Empusa Spuren hinterlässt. Die Pflanzenwelt, die sie beherrscht wehrte sich irgendwann gegen sie. Eine bestimmte Pflanze wächst dort, wo sie am längsten verweilte und heilte so die im Traum gefangenen. Deshalb wanderte Empusa auf den nächsten Planeten, wo sie wieder die Kontrolle über ihre Welt bekam!“
Rodney sah von seinem Laptop auf.
„Wir wissen nur von zwei Welten, aber die Coldaner haben berichtet, das sie erst seit ein paar Monaten dort verweilte. Wir sollten auf den ersten Planeten zurück kehren!“
John sprang vom Stuhl auf.
„Dann los. Ich will das erledigen! Lily geht es sonst immer schlechter!“
Weir nickte und gab somit ihre Zustimmung.


Dr. Levy stand vor Lilys Bett und maß ihr Fieber. Es war trotz der Mittel die sie ihr gespritzt hatten nicht gesunken und das Gesicht der jungen Frau glänzte rötlich. Ihr Arm schwellte immer mehr an und bald würde die Entzündung auch den restlichen Körper infizieren. Die Ärztin hoffte, das Sheppard und sein Team etwas finden würde. Lange könnte der Körper das nicht mehr durchstehen.


Der weiße Gang endete und Lily stand vor einer grauen Tür. Sie blickte zurück und wusste nicht was sie tun sollte. Vorsichtig legte sie die Hand auf die Klinke und öffnete die Türe. In dem Raum vor ihr stand ein Tisch und drei Stühle. Sie betrat das Zimmer und blickte zur Decke, aber es war keine vorhanden. Nur unendliche Dunkelheit und sie wunderte sich, das es hier so hell war. Als sie wieder zum Tisch blickte saß dort Ella und lächelte sie an.
„Willkommen Lily!“



Vogelgezwitscher und freundliche Wärme lag in der Luft, als sie den Wald betraten. Diesmal brauchten sie nicht so lange, bis sie zu der Siedlung kamen. Kein Nebel und kein Moor hielt sie auf. Einer der Männer, den sie vor fast 2 Jahren hier angetroffen hatten erkannte die Fremden wieder und begrüßte sie. Der Mann stellte sich als Aygien vor und bat sie mit in sein Haus zu kommen.
„Nachdem ihr befreit wurdet, verschwand Empusa. Sie hat uns fast wie Gefangene gehalten. Der Nebel verzog sich nur, wenn sie den Wald verließ und wir konnten uns für einige Momente frei fühlen!“ Seine Frau bereitete gerade das Abendessen vor und während sie kochte, setzten sie sich an den Tisch. Aygien stellte ihnen Tee hin und fragte, warum sie wieder zurück gekommen seien. John erklärte es ihm und er nickte.
„Ja, ich kenne diese Geschichte. Hinter dem Wald in den Bergen soll die Blaue Blume wachsen. Ihre Wurzeln stecken unter dem Gestein in einen Kristall und man muss diesen in kochendes Wasser legen und den Saft der Blume hinein tropfen lassen. So soll es einen Tag stehen bleiben, darin 5 Tücher eingelegt. Erst beim letzten Gongschlag der ersten Minute nach den 24 Stunden, darf man sie entnehmen und soll den Körper darin einwickeln. Ein Tuch um den Bauch, zwei um die Arme und die restlichen um die Oberschenkel! Wenn ihr sie vorher heraus nehmt, dann wirkt es nicht!“
Aygiens Frau stellte das Essen auf den Tisch und bestätigte die Erzählung ihres Mannes.
„Empusa ist hier schon auf dieser Welt gewesen, da war meine Großmutter noch ein kleines Kind. Sie hatte mir erzählt, dass einst ein Mann seiner Frau helfen wollte, die Empusa in ihrer Gewalt hatte. Er kletterte auf den Berg, doch Empusa hat die Felsen gegen ihn benutzt. Er kam nie wieder zurück und seine Frau verstarb. Seitdem wächst dort in den Bergen die Blaue Blume, denn der Berg weinte, als er zum Morden benutzt wurde!“
Aygien hob die Hand, als das Team aufstehen wollte.
„Stärkt euch. Ich werde mitkommen und führen. Ich kenne mich in den Bergen aus!“


Dr. Levy saß an ihrem Schreibtisch und schrieb an einer Dokumentation, als eine Schwester zu ihr trat.
„Die restlichen Testergebnisse!“
Joanne lächelte ihr zu und nahm die Daten an sich. Nachdem sie ein paar Zeilen gelesen hatte, verfinsterte sich ihr Gesicht.
„Oh nein!“
Schnell sprang sie auf, so dass ihr Bürostuhl langsam davon rollte und erst hielt, als er an dem Aktenschrank anstieß. Mittlerweile war sie schon in das Behandlungszimmer gelaufen, wo Carson gerade einen Soldaten die Hand verband.
„Ich muss Sie kurz stören, Carson!“
Der Arzt blickte auf, als seine Kollegin herein gestürmt kam und sah sie fragend an. Sie zeigte ihm die Ergebnisse und er atmete tief durch.
„Das könnte ein Problem werden!“


Lily schüttelte den Kopf.
„Ella ... wie? Du bist doch tot!“
Die Frau nickte und deutete Lily an, das sie sich setzen sollte.
„Bin ich gestorben?“, fragte Lily während sie der Aufforderung von ihr nachkam und Ella verneinte.
„Hier kannst du warten. Ich werde dich begleiten, falls es zu einer Entscheidung kommt!“



Die Übertragung war beendet und das Wurmloch schloss sich zischend. Elizabeth ging auf den Transporter zu der sie auf die Krankenstation bringen sollte. John hatte ihr eben von der Blume berichtet und in seiner Stimme war die Hoffung nicht zu überhören gewesen. Sie würde Carson die neue Information berichten und nach Lily sehen. Als sie in die Station kam, fand sie Beckett nicht an seinen Platz und ging weiter auf die Intensivstation. Dort wurde etwas an Lily angebracht und an eine Maschine angeschlossen. Carson erblickte Liz und winkte sie zu sich.
„John hat soeben durchgegeben, dass sie womöglich eine Heilpflanze besorgen können!“
„In Ordnung!“
Elizabeth runzelte die Stirn, sah erkundigend auf die Aperrate und der Arzt seufzte.
„Wir müssen die Herzschläge des Babys überwachen!“


Langsam ging das Team, Aygien vorneweg auf dem schmalen Pfad, neben ihnen eine tiefe Schlucht, wo sie das Rauschen eines Wasserfalls hörten. Sie waren nun seit 3 Stunden unterwegs und hatten noch nicht die hälfte des Weges auf den Berg geschafft.
„Dort drüben ist eine Höhle. Wir können kurz eine Pause machen!“, sagte ihr neuer Freund und einen Moment später standen sie in der Ausbuchtung. John trank einen Schluck aus seiner Feldflasche und dachte an Lily. Elizabeth hatte nichts gesagt, das ihr Zustand sich verschlechtert hätte und er hoffte, es würde so bleiben, bis er die Blume besorgt hatte. Die anderen bemerkten Johns Nachdenklichkeit und ahnten bei wem seine Gedanken waren. Aygien erzählte von einer Geschichte, die er bei einer seiner Wanderungen erlebt hatte und der Soldat hörte interessiert zu; auch als sie wieder aufbrachen, lenkte der Mann ihn damit ab.


Sie wusste nicht wie lange sie nun schon Ella gegenüber saß, die junge Frau sagte nichts und starrte sie nur an. Lily hielt diese drückende Stille nicht länger aus und stand auf.
„Es tut mir leid!“
Ellas Augen verfolgten ihr Tun und sie zog die Braue nach oben.
„Ich habe dir nicht helfen können!“
Darauf sagte Ella nichts, sondern stand auf und drückte Lily auf den Stuhl zurück.
„Schließe bitte deine Augen!“
Lily tat es und die Frau hinter ihr fing hinterhältig zu Grinsen an. Sie legte Lily ihre Hände auf den Kopf und wahnsinnige Schmerzen durchfuhren ihren Körper.
„Ahhh, was tust du?“, stöhnte Lily und krümmte sich zusammen. Ella beugte sich an ihr Ohr und zischte.
„Dies habe ich erlitten. Das sind die Schmerzen die du eigentlich hättest spüren sollen!“


„Doktor!“
Die Schwester kam durch den Flur gelaufen und Carson eilte ihr nach. Er wusste, dass es was mit Lily zu haben musste. Die Krankenschwester war für die Intensivstation zuständig und sonst eher eine ruhige Person. Als er in den Raum kam, wurde der Körper der Kranken von Krampfanfällen durch geschüttelt und ihr Puls raste.
„Grace holen Sie Levy!“
Die Frau nickte und verschwand wieder. Carson gab Lily ein Medikament, welches zuallererst ihr nicht schadete und dem Baby, wenn es die Anfälle nicht schon getan hatten. Dann nahm er ihr Blut ab und als Joanne kam, bat er sie einen Ultraschall zu machen. Bange blickten sie auf den Bildschirm, aber das kleine Herz schlug kräftig.
„Gut so kleines. Kämpfe für deine Mutter!“



Der Pfad endete und sie blickten die Felswand hinauf. Aygien deutete auf eine Kuhle, fast ganz oben. „Diesen Weg kannst nur du alleine gehen!“, sagte er zu John und der atmete tief durch. Vorsichtig suchte er nach Halt und wo er am besten Klettern konnte. Schritt für Schritt arbeitete er sich die Wand hoch und schaute nicht nach unten. John kam der Kuhle näher, doch dann wusste er nicht wie er weiter sollte. Er fand kein Gestein, wo er hinein greifen konnte und er schloss die Augen.
„Sheppard! Nach rechts!“, rief Ronon und John tastete dort hin, wo der Satedaner gemeint hatte und fand wieder halt. Noch mal zog er sich hoch und spürte das raue wie es seine Handflächen langsam aufscheuerte. Aufatmend erreichte er endlich die Kuhle und setzte sich auf die breite Stelle.
Einen Moment lehnte er seinen Kopf gegen die Wand und versuchte seinen Puls wieder zu beruhigen. Dann sah er auf die Blume. Ihre Blüten hatten die Form wie von Tränen und er nahm die Spitzhacke, die an seinen Gürtel hing.
Er zog einen kleinen Kreis um die Pflanze und hackte dann den Felsen auf. Die Erde darunter lockerte sich und es kam tatsächlich eine Art Kristall zum Vorschein. Fast zärtlich nahm er die Blume in seine Hände und packte sie in die Tasche ein. Dann holte er sein Seil heraus, befestigte es an einer Stelle im Felsen und wagte sich an den Abstieg. Ohne Zwischenfälle kam er unten sicher an und Hoffnung machte sich in ihm breit. Ein Lächeln zeigte sich auf seinen angespannten Gesicht und Teyla klopfte ihm auf die Schulter.
„Gehen wir nach Hause!“, sagte er und folgte Aygien.

Die Sonne ging gerade unter, als sie das Stargate erreichten. John drehte sich zu Aygien und der Mann nickte ihm zu.
„Heile deine Frau!“
John nickte dankbar, dann schaute er zu, wie Rodney das Gate anwählte und die Information bekam durch gehen zu können. Aygien hob zum Abschied die Hand und sah dem Team nach wie es im Blau des Ereignishorizont verschwand.
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 06.01.2008, 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

In Atlantis angekommen übergab John einer Schwester die Blume und den Kristall und erklärte ihr die Schritte, die zu machen waren. Dann wollte er zu Lily, aber Carson hielt ihn vor der Station auf.
„Was ist los?“, fragte er und der Arzt bat ihn mit zu kommen. In seinem Büro drückte er John auf einen Stuhl und sah ihn lange an.
„Carson, ich frage nicht noch einmal!“
„John...“
Er brach ab und fing noch mal an.
„Wir haben festgestellt, das Lily ... Sie ist Schwanger!“
Johns Augen weiteten sich überrascht und seine Mundwinkel zuckten. Beckett fiel es nicht leicht, das auszusprechen, was er nun sagen musste.
„John, Lily hatte schon mehrere Krampfanfälle, während Sie unterwegs waren. Und es werden sicher weitere folgen. Wenn es zu Komplikationen kommt müssen wir entscheiden...“
John schüttelte den Kopf. Er wollte die bittere Wahrheit nicht hören.
„Nein, sprechen Sie es nicht aus!“
Bittend sah er den Arzt an und Carson senkte den Kopf.
„Sie muss kämpfen, sonst verlieren wir beide!“, sagte er leise und John verließ fluchtartig den Raum.


Lily saß in einer Ecke des Raumes und starrte in die Dunkelheit hinauf. Ella war nachdem sie ihr die Schmerzen zugefügt hatte verschwunden und sie wusste nicht wie lange sie schon hier war. Sie hörte wie sich die Tür öffnete und jemand sich neben sie stellte.
„Hallo!“
Victor setzte sich zu ihr und lächelte sie an.
„Ich habe dich noch nicht so früh hier erwartet!“, meinte er und Lily senkte den Kopf. Victor legte seine Hand unter ihr Kinn, so dass sie ihn ansehen musste.
„Lily, du bist die Kämpferin hier! Ich habe versagt, doch du musst ihnen die Stirn bieten! Ihnen zeigen, das du Stark bist!“
Ihr lief eine Träne herab und er zog sie in seine Arme.


Ronon fand John auf dem Pier. Er hatte sich auf den Boden gesetzt und seine Beine hingen in der Luft über dem Wasser. Der Satedaner nahm neben dem Soldaten Platz und sah zu ihm. John hielt die Kette mit dem Medallion in seinen Händen und blickte nachdenklich auf den Edelstein, der in der Mitte darauf eingesetzt war. Eine Weile sagte keiner von ihnen was, lauschten nur den Möwen die kreischend ihre Kreise über das Gewässer zogen und auf Futtersuche waren.
„Ich soll mich entscheiden wenn es kritisch wird!“
John schaute auf das Meer und Ronon ließ ihn weiter sprechen.
„Wenn ich es nicht tue, dann machen es die Ärzte. Aber ich kann das nicht. Ich brauche Lily und ich kann doch nicht sagen, das Kind soll nicht...“
John brach ab, machte eine Faust und sah den ehemaligen Läufer nun an. Ronon bemerkte die roten Augen; der Colonel hatte geweint und es glitzerten bereits neue Tränen darin.
„Was soll ich ohne sie machen?“
John senkte den Kopf, Ronon hob die Hand und legte sie ihm auf den bebenden Rücken.


Ein beruhigender Duft lag in der Luft, seit sie die Tücher in das Wasser gelegt hatten. Selbst jetzt, nachdem schon fast ein Tag vergangen war, roch es noch erfrischend und die Hoffnung legte sich auf die angeschlagenen Gemüter und die Trübsame Stimmung besserte sich. John saß auf dem Stuhl neben Lilys Bett und war eingeschlafen. Er wurde eine Weile von Dr. Levy und Beckett beobachtet. „Die Werte sind besser geworden, aber wir sollten uns noch nicht zu früh freuen!“, meinte Joanne und seufzte.
„Ich war noch nie in so einer Lage gewesen, falls jetzt mit ihr etwas passieren sollte. Ich meine wegen dem Kind!“
Beckett nickte. Auch ihm würde es nicht leicht fallen, wenn der Zeitpunkt käme.


Etwas knarrte und Ella stand vor den beiden.
„Sie hat dich genauso im Stich gelassen wie mich!“, sagte sie zu Victor und er erhob sich.
„Ich habe mich im Stich gelassen, nicht sie mich!“
Ella lachte und Lily blickte zu ihnen auf.
„Sie saß auf dem Stuhl und hat nur zugesehen, wie diese Typen sich an mir vergingen. Sie hat gar nicht versucht, sich zu wehren! Als sie dann zurück gebracht wurde und mich in der Ecke hat liegen sehen, ist sie weg gelaufen. Sie hat nicht die Chance ergriffen und ihren Widersacher mit dem Messer, welches nur einen halben Meter von ihr entfernt auf dem Tisch gelegen ist, es an sich zu nehmen und ihn zu töten. Sie hat die Schmerzen genossen!“
Lily schnappte aufgeregt nach Luft. Diese Worte taten ihr unendlich weh und sie wollte nur noch, dass Ella aufhörte zu reden.
Victor holte aus und die Ohrfeige traf Ella auf der linken Wange. Die ließ sich das nicht gefallen und schlug zurück.
„Warum hast du dich nicht gewehrt?“, zischte er ihr zu und traf sie mit der Faust in den Magen. Lily sprang auf.
„Hört auf! Wir waren doch einst Kameraden!“
Sie wollte dazwischen gehen, als Victor sie zur Seite schubste. Sie stolperte, fiel nach hinten und stieß sich mit dem Kopf an der Kante des Tisches an. Als sie auf den Boden kam, bildete sich eine kleine Blutlache und ihr Körper erschlaffte langsam.


John erwachte, als die Maschinen plötzlich Alarm schlugen. Erst war er irritiert, dann verstand er was passierte.
„Carson?“
Eilig lief er an die Tür.
„CARSON!“
Der Arzt kam ihm mit Levy entgegen und sie hetzten an das Krankenbett. Der Krampfanfall schüttelte den Körper und die Wunde an ihrem Arm blutete stark.
John stand am Bettende und die Schwestern, die den Ärzten die Materialien reichten mussten ihm ausweichen. Beckett blickte zu John und der erkannte in dessen Augen, was bald passieren könnte. John schüttelte den Kopf.
„Nein!“
Er ging auf Carson zu und packte ihn am Kragen. John schüttelte den Arzt und sah ihn flehend an. Seine Stimme überschlug sich, als er ihn anbrüllte.
„Sie helfen ihr und dem Kind! Hören Sie! Sie helfen ihr! Lily schafft das!"
Zwei Hände griffen nach Johns Arm und er ließ sich von Teyla mit aus dem Zimmer ziehen.


„Lily!“
Als die Angesprochene die Augen öffnete, spürte sie die Schmerzen und griff an ihren Hinterkopf. Die warme Flüssigkeit lief an ihrer Hand herab und erneut sagte die weibliche Stimme ihren Namen. Sie blickte auf und erkannte eine Person, die sie das letzte mal vor 6 Jahren gesehen hatte.
„Jessica!“
Die blonde Frau lächelte sie an und nahm ihre Hand. Das Blut verschwand und Lily umarmte ihre tote Freundin. Jessica sah sie mit ihren blauen Augen ernst an.
„Lily, sei Stark! Kämpfe für dich und für ihn! Wenn du ihn verlässt, ist er verloren!“


Joanne verzweifelte fast, da die Blutung nicht aufhörte. Sie hatte keine Kontrolle mehr darüber und sie mussten Lily das Mittel geben, auch wenn es dem Ungeborenen schaden würde.
„Carson!“
Ihr Kollege schloss die Augen und atmete tief durch; dann nickte er. Die Schwester gab ihm die Spritze und er öffnete den Verschluss der Verweilkanüle. Er setzte bereits an, als der Puls sich wieder beruhigte und das Herz sich nicht mehr überschlug. Die Blutung wurde geringer und Beckett sah zu Levy, die um Fassung rang.
„Sie kämpft!“



Man hatte ihr die Tücher um die Oberschenkel, den Armen und den Oberkörper gewickelt so wie es ihnen erklärt worden war und jetzt hieß es nur noch hoffen.
Zwei Tage warteten und hofften sie nun schon.
John ging durch das nur vom Mondlicht spärlich erhellte Zimmer. Die Maschinen die Lily am Leben erhielten piepsten leise und der Mondschein stahl sich durch den dünnen Vorhang und lies ihre Haut noch blasser und matter wirken, als sie schon war. Er ging vorsichtig um das Bett und stellte sich vor sie.
Unter ihren Augen zeigten sich dunkle Ringe und ihre Lippen, leicht geöffnet wegen dem Beatmungsschlauch, waren bleich und spröde. Von ihrer Hand schlängelte sich der Infusionsschlauch zur Flasche hinauf, wo die beinhaltende Flüssigkeit beharrlich weitertropfte.
John spürte erneut diese Angst, die er schon einmal um sie gehabt hatte, nach dem Unfall in der Höhle. Es waren neun lange ungewisse Wochen gewesen, aber da hatte er noch Hoffnung besessen. Nun sah es nicht danach aus, das sie es überstehen würde.
Er schloss schwermütig und entkräftet die Augen, aber die Tränen fanden trotzdem noch ihren Weg. John fiel auf die Knie und legte seinen Kopf zu den ihrem auf das Kissen und fuhr immer wieder über ihr seidiges Haar. Er wollte vor Verzweiflung aufschreien, aber er brachte keinen Ton raus. Seine Hand ballte sich zu einer Faust und schlug sie in die Matratze hinein. Sie durfte nicht gehen, nicht so. Das war nicht gerecht.
„Ich liebe dich! ... Ich brauche dich!“ schluchzte er und drückte ihre Hand. Er wünschte sich so sehr, das sie den Druck erwiderte.


Jessica saß neben ihrer Freundin, die sich an ihre Schulter gelehnt hatte und schlief. Sie lächelte und wusste, dass der Zeitpunkt gekommen war. Vorsichtig weckte sie Lily auf und die blickte sie müde an.
„Es ist soweit!“
Lily nickte und die beiden standen auf. An der Tür angekommen, wollte sie schon die Hand auf den Griff legen, als ihr etwas einfiel und sie drehte sich zu Jessica.
„Wieso tauchte Ella nicht mehr auf?“
Jessica nahm Lilys Hand und fuhr ihr damit über den Hinterkopf. Es hatte aufgehört zu Bluten, aber sie spürte den leichten Schmerz noch.
„Sie hat sich selbst zerstört. Hätte sie sich nicht auf den Kampf mit Victor eingelassen, hätte sie gewonnen!“
Lily erkannte, was Jessica meinte.
„Victor hat es erkannt und hat dich beschützt! Er musste dich hier verletzen, sonst hätte Empusa sich immer mehr in deinen Geist geschlichen! Und das wäre dein Ende gewesen.“
Die blonde Frau drückte Lilys Hand.
„Geh und lebe!“
Lily nickte dankbar und die Tränen liefen ihr über die Wangen. Wie von selbst öffnete sich die graue Türe und sie trat hinaus in den weißen langen Gang. Hinter ihr verschwand die Dunkelheit und an der Stelle wo Jessica gestanden hatte, glitzerte ein Kristall. Als der letzte Schritt getan war, keimte aus ihm eine blaue Blume.


John war eingeschlafen und Joanne hatte ihm eine Decke umgelegt. Sie stand im Türrahmen und sah, wie er selbst noch im Schlaf Lilys Hand fest hielt. Als würde er sie so hier behalten wollen und mit ihr um das Leben kämpfen. Sie atmete tief durch und roch wieder den Duft der Blauen Blume. Vor ein paar Stunden hatte man die Tücher erneut in das Wasser getaucht und nun verströmte das Aroma sich wieder in den Fluren.
Sie wollte wieder zu ihrem Schreibtisch als sie es sah und John spürte. Er war schlagartig wach und Joanne ging zu den Monitoren um auch wirklich sicher zu sein. Eine Weile passierte nichts und John dachte schon, er hätte es nur geträumt, aber dann fühlte er den zarten Druck ihrer Hand. Er sah die Ärztin fragend an und sie nickte. Lily wachte tatsächlich auf, nicht sofort, aber langsam und bis jetzt ohne eine Komplikation. Levy informierte Grace, die Carson suchte und als der in das Zimmer kam, sah er wie die Lider von Lily flatterten und sie schwerfällig die Augen öffnete. Sie huschten nach Links und Rechts und blieben dann an John hängen. Er strich ihr beruhigend über das Haar und küsste sie auf die Wange. Einen Moment noch trüb, dann legte sich ein Glanz auf Lilys Augen und sie schloss sie wieder. Die letzte Hürde war geschafft.




Ende
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 09.01.2008, 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Nach längerem Wegbleiben *sorry**schäm* hab ich doch wieder bei dir reingeguckt. Aha, du hast die "Blaue Blume" also hier zweigeteilt - und das auch noch an einer gaanz gemeinen Stelle - oha! Da wirds einem beim Lesen ja richtig anders und ich bin nur froh, daß ich die Story von "drüben" schon kannte und somit wußte, wie es ausgehen würde *erleichtertbin*.

Auf jeden Fall wieder klasse - und mir gefällt dein Lily-Thread hier wirklich ausgesprochen gut. Es ist schön zum durchblättern und nochmal lesen.
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 13.01.2008, 10:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Hyndara: Ist doch kein Problem. Du kennst ja die Geschichten bereits.


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Short-Cut: Sie würden sie nutzen, da waren sie sich sicher!
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, PoV
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26. Eine neue Chance



Die Sonne schien ihr auf das Gesicht und genießerisch saß Lily auf der Schaukel und strich sich, ohne es zu merken, über ihren Bauch. Erst die sanften Tritte ihres Kindes ließ sie wieder in die Welt zurück kehren. Vor ein paar Monaten hätte niemand gedacht, das sie hier sitzen würde. Alle dachten sie würde es nicht überleben, als sie im Koma gelegen war. Diese Zeit hatte sie langsam überwunden, aber die Angst war da.
In wenigen Wochen würde im 8 Monat sein und bei jedem Stechen was sie meinte zu verspüren, krampfte sie sich innerlich zusammen. Sie wollte nicht noch einmal diese Schmerzen und Trauer erleiden wollen.
Geschrei riss sie aus ihren Gedanken und sie sah wie ihre Nichten um eine Puppe stritten.
Das war typisch, sobald die Eltern nicht da waren, zeigten sie dass sie auch anders konnten. Cori zog am Haar ihrer Schwester und Lily befand, dass dies reichte. Sie wollte gerade aufstehen, als John aus dem Haus kam und sich dazwischen stellte.

Das würde interessant werden, dachte sie. Sie konnte den Plan, den die beiden Kinder ausheckten richtig fühlen. Die Mädchen sahen erst ihn, dann sich und wieder ihn an. Dann nickten sie sich zu und warfen sich auf ihren Onkel.
Überrascht strauchelte John und fiel auf den Boden. Schnell hatten sie herausgefunden wo John kitzlig war und Lily hielt sich vor Lachen ihren Bauch.
Sie wusste gar nicht das John so hoch aufquietschen konnte und nach ein paar Minuten erwischte er Amy und packte sie. Die Rache folgte sofort und kichernd wand sich die 9 Jährige am Boden. Ihre Schwester dagegen lief an Lily vorbei in den kleinen Schuppen und kam mit einer Wasserpistole heraus.
„Cori!“
Das Mädchen sah sie fragend an und Lily winkte sie zu sich.
„Darf ich auch mal!“
Ihre Nichte fing zu grinsen an, half Lily von der Schaukel auf und gab ihr die Pistole. Feixend lief die 9 Jährige voraus und hüpfte um John herum. Amy flehte inzwischen um Gnade und John beendete lachend die Kitzelattacke. Er sah zu Cori.
„Meldest du dich freiwillig?“
Das Mädchen prustete los und er bemerkte ihren Blick der zu jemanden ging der hinter ihm stand. Einen Moment später spürte er den kalten Wasserstrahl in seinen Nacken.
„Wah!“
Er drehte sich um und sah in das strahlende Gesicht von seiner Frau. John grinste und zog sie zu sich.
„Ich ergebe mich!“
Lächelnd sah sie ihm in die Augen und sein Gesicht näherte sich. Kurz bevor sich ihre Lippen trafen, schoss der Strahl in sein Gesicht und Lily lachte schallend auf. John wischte sich darüber und ließ es sich nicht nehmen sie trotzdem zu küssen. Zärtlich berührten sich ihre Lippen und Lily legte ihre Arme um seinen Hals.
„Ich liebe dich!“
„Ihhh!“, machte es einstimmig von den Mädchen hinter ihnen, wurden dann aber von einen heran fahrenden Auto abgelenkt. Lily löste sich von John, legte das Spielzeug auf den Tisch und sie gingen mit den Kindern vor die Tür.
Dort sahen sie wie Lilys Eltern mit ihrem Bruder und seiner Frau aus dem Auto stiegen. Peter führte seinen Enkel David an der Hand, der stolz zu seiner Mutter aufblickte. Die hatte ein kleines Bündel in den Armen und lächelte glücklich.


Als sie ein paar Stunden später im Garten saßen und gegessen hatten, kam Brooke mit Dana heraus und legte sie in Johns Arme. Das Baby schlief ruhig und John strich ihr vorsichtig über die Wange. Dana schmatzte kurz, wachte aber nicht auf und schlummerte weiter in den Armen ihres Onkels.
Johns Blick ging zu Lily, die ihn lächelnd anblickte und als sie in seine Augen sah, nickte sie ihm zu. Sie hatten eine neue Chance bekommen und die würden sie sich in ein paar Monaten nie mehr nehmen lassen, von niemanden.





Ende




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Short-Cut: Ihr wichtigstes Geschenk
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, PoV
Rating: PG-13
Author’s Note I: Der Songtext ist von Mark Owen aus dem Lied „Child“
Author’s Note II: Der Name Farah = arabisch und bedeutet: Freude, Heiterkeit, Glück
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!



27. Geschenk des Lebens




Überrascht blickten Lily und ein paar Wissenschaftler aus dem Fenster im Kontrollraum. Es schneite.
Sie ging hinaus auf den Balkon und sah zu wie die weißen Flocken auf die Stadt herab rieselten. Lily hörte wie die Türe hinter ihr sich erneut zischend öffnete und Carson neben sie trat. Er lächelte sie an und hielt dann die Hand in die Luft. Sanft fielen die Kristalle darauf und schmolzen einen Moment später wieder.
„In den 7 Jahren, wo wir nun hier sind, schneit es das erste Mal!“, meinte Carson erstaunt und Lily nickte. Es wurde langsam kalt und die beiden gingen hinein. Auf dem geschmückten Tisch vor dem Fenster standen noch ein paar Geschenke und Carson sah zu Lily.
„Sind das Ihre?“
Lily bejahte.
„Ich war vorhin schon da, als die Lieferung von der Erde kam. Sie hätten es sehen sollen. Wie kleine Kinder haben sich die großen Jungs darauf gestürzt.“
Der Arzt schmunzelte und sie blieben stehen, damit sie die Pakete an sich nehmen konnte.
„Ach übrigens: Frohe Weihnachten!“, sagte sie und reichte ihm die Hand. Er drückte sie und verließ dann den Kontrollraum in Richtung Krankenstation. Lily suchte ihre Sachen zusammen und legte sie in den Korb, den sie zum Transportieren mitgenommen hatte.


Auf den Rückweg in ihr Quartier hörte sie aus den verschiedenen Zimmern immer wieder leise Weihnachtsmusik und die, die ihr auf den Gängen entgegen kamen, hatten alle ein Glückliches und Frohes Gesicht. Sie betrat ihr Quartier und vernahm die ruhige Musik, die aus der Stereoanlage tönte.
John hatte eine alte CD mit verschiedenen Künstlern vor ein paar Tagen ausgegraben und sie lauschte. Sie konnte den Sänger nicht gleich identifizieren und schaute sich um, ob irgendwo die Hülle rum lag. Da sie diese nicht fand, stellte sie den Korb mit den Geschenken auf das Sofa und ging in das Schlafzimmer.



...
Sleep peacefully now my child.
I hope that you go away to a place
where your dreams can play




Lächelnd blieb sie an der Türe stehen und ein unbeschreibliches Gefühl der Liebe durchflutete sie. John saß auf dem Schaukelstuhl, den er von Karen geschenkt bekommen hatte. Sein Vater hatte ihn einmal selbst gemacht, als seine Mutter mit John schwanger gewesen war.
Nun saß John in diesen Stuhl und auf seiner Brust lag Farah. Das zwei Wochen alte Baby ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, während ihr Vater leicht mit dem Stuhl wippte und zum Fenster hinaus blickte. Verwundert schaute John dem Schneetreiben zu, seine Hand lag auf dem Rücken des schlafenden Kindes und fuhr immer wieder sanft darüber.


...
Like a candle
Like a snowfall
Like a feather
Like a bird, fly away



Nach einer Weile bemerkte John dass er beobachtet wurde und sah zu ihr auf. Langsam erhob er sich und trat zu Lily an die Türe. Liebevoll strich sie ihrem Kind über den Kopf und die kleine Hand.
Selbst jetzt im Schlaf griff sie nach dem Finger ihrer Mutter und ließ ihn nicht mehr los.
Lily lächelte und küsste Farah sanft auf die Wange. Kurz schlug sie die Augen auf, schmatzte und schlummerte wieder ein.
„Hast du die Geschenke abgeholt?“
Lily nickte und John warf kurz einen Blick nach oben an den Türrahmen, wo der Mistelzweig hing. Auch sie schaute hinauf und lächelte dann. Er beugte sich zu ihr herab und hauchte ihr zärtlich einen Kuss auf die Lippen.
Als sie sich wieder voneinander lösten, sah sie das Strahlen in seinen Augen. Das wichtigste Geschenk hatte ihnen das Leben bereits gebracht.



Child, innocent child.
Our hope lies inside your starry eyes.
My innocent child
I hope that you go away
To a place where your dreams can play





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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 15.01.2008, 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

*seufz* *träum* Jaaaaaaaaa ...

Ach, Kathi, das war wieder richtig schön und macht mir unendlich viel Spaß, mitzulesen - und wenns zum tausendsten Mal ist. Das ist einfach nur ... *seufz* sowas von romantisch! Einfach schön ... Und dieses kleine Würmchen ... *smile*
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 11:44    Titel: Antworten mit Zitat

@Hyndara: Sehr glücklich


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Short-Cut: Auch wenn es nur ein Augenblick ist, ist er kostbar
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28. Augenblick



John ging müde ins Quartier und ließ sich geschafft auf das Sofa fallen. Er hatte ein paar Stunden mit Ronon trainiert und dann noch einige Runden gejoggt. Es war still, nur ein leises Glucksen war zu vernehmen; da war wohl jemand aufgewacht. John erhob sich und ging ins Schlafzimmer. Er lächelte, als er sie sah und setzte sich dann auf den Stuhl der vor dem Bett stand.

Sechs Wochen war es nun schon her, seit Farah geboren worden war und er hatte das Gefühl, als wäre es erst gestern gewesen. Es war eine lange Geburt gewesen und Carson hatte ihn gefragt, ob er die Nabelschnur durchtrennen wollte.
Aber John hatte sich nicht von der Seite von Lily fortbewegen können. Nicht nur weil er bei ihr hatte sein wollen, nein er war sich nicht sicher gewesen, ob er überhaupt gehen konnte. Seine Beine hatten gezittert und ein Gefühl war in ihm aufgetaucht, wie er es vorher noch nie gekannt hatte.
Das Bild, als das kleine Wesen die erste Berührung mit seiner Mutter gehabt hatte und ihre Haut spüren durfte, hatte sich in seine Seele eingebrannt, wie auch die anderen wunderschönen Momente, die bis jetzt darauf gefolgt waren.

Er grinste, als Farah versuchte ihre Faust in den Mund zu stecken und dann strampelte. John stand auf, legte sich sich mit ins Bett, vorsichtig, damit Lily nicht erwachte und fuhr seiner Tochter sanft über die Nase.
„Warahraa!“, quäkte sie und Johns Herz blühte auf. Er spürte wie sich die Matratze bewegte und sah Lily die Augen aufschlagen. Er lächelte sie an und beugte sich zu ihr, um sie zu küssen.
Sie verschmolzen darin und John strich seiner Frau zärtlich mit dem Daumen über ihre Wange.
Das Kind in ihrer Mitte, schien damit überhaupt nicht einverstanden zu sein und die erst zögerlichen Schluchzer wurden zu mehreren. Lily setzte sich auf, nahm Farah vorsichtig in ihre Arme und hielt ihr einen Finger an den Mund.
Sofort beruhigte sich das Mädchen, nuckelte daran und ihre Mutter lächelte wissend. John sah zu, wie Farah gestillt wurde und dabei langsam wieder einschlief. Er atmete tief durch und wusste, das solche Augenblicke nicht die letzten waren.




Ende



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Short-Cut: Es war womöglich sein letzter Kampf
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29. So nah am Tod




Geschockt saß Lily auf der Couch und konnte immer noch nicht glauben, was Carson ihr vor weniger als einer Stunde berichtet hatte. Sie konnte es nicht fassen, dass John durch eine einfache Verletzung, wegen einem Stachel einer Pflanze auf dem fremden Planeten plötzlich schwer Krank sein sollte.
Es war schon drei Monate her und es war ihm bis vor ein paar Wochen noch gut gegangen. Nachts hatte er plötzlich Nasenbluten bekommen, was aber schnell wieder vorbei gewesen war. Doch es hatte sich gehäuft und auf einer Mission hatte er Krämpfe bekommen, so dass er sich stundenlang nicht mehr bewegen hatte können.
Carson hatte ihn auf Herz und Nieren untersucht und dabei einen Virus entdeckt. Es hat aber gut aussehen, Johns Körper hatte bereits Antikörper gebildet und dagegen angekämpft. Ein paar Tage war er mit Fieber im Bett gelegen und Lily hatte sich über ihren Mann noch amüsiert, weil er so eine Leidensmine gezogen hatte.
Nach dem auskurieren der Krankheit hatte er sich putzmunter gefühlt, doch vorgestern war er beim Training zusammen gebrochen und nicht mehr aus der Bewusstlosigkeit aufgewacht.

Nun lag er auf der Krankenstation im Koma und Carson hatte ihr schonend beigebracht, dass sich in Johns Körper an allen Organen Metastasen gebildet hatten. Er wollte es versuchen mit Bestrahlung und Chemotherapie. Aber diese Art von Virus hatte er bis jetzt noch nicht gesehen und der Arzt hatte ihr ehrlich geantwortet, dass er nicht wüsste, ob es heilbar war. Diese Mittel würden es verlangsamen, aber den Krebs nicht aufhalten.
Ein Schreien riss sie aus ihren Gedanken und sie stand auf um ins Kinderzimmer zu gehen. Das Mobile über dem Kinderbett bewegte sich leicht und die darin liegende Farah weinte; sie hatte Schmerzen.
Das Mädchen zahnte und bitterliche Tränen liefen dem Kind über die Wangen.
Lily hob sie aus ihrem Bett und klopfte ihr beruhigend auf dem Rücken. Hätte sie nicht ihr Kind und damit eine Aufgabe, wüsste sie nicht, ob sie schon längst zusammen gebrochen wäre.
Farah wollte nicht aufhören und langsam liefen auch Lily die Tränen hinab. Sie drückte ihr Kind an sich und schluchzend sank sie an der Wand entlang zu Boden. Sie hörte nicht wie sich die Tür öffnete und die Person ins Zimmer hereinkam.
Teyla sah hilflos auf die junge Frau und wusste nicht wie sie sie trösten sollte. Sonst konnte sie das immer gut, aber diesmal war sie selbst so geschockt von der Nachricht, das sie nicht handeln konnte. Farah gab ihrer Mutter die Wärme und den Halt den sie jetzt brauchte, auch wenn das Kind es nicht wissen konnte, was im Moment passierte.
Die Athosanerin setzte sich neben Lily und war einfach da. Langsam versiegten bei beiden die Tränen und das kleine Kind musste sich nun mit einen Schluckauf rum ärgern. Ein trauriges Lächeln huschte über Lilys Gesicht, immer wenn das Mädchen Hickste und sie lehnte ihre Stirn gegen die ihres Kindes.
Schon öfters war John dem Tod nahe gewesen, aber noch nie so nahe wie jetzt. Er hatte immer dagegen gekämpft, doch diesmal; es war womöglich sein letzter Kampf.




Ende
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Hyndara
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, darin bist du wirklich gut *nickt*. Erst dieses "Rundum-sorglos-Familien-Paket" und dann ... boah! Das war ja ein direkter Schlag UNTER die Gürtellinie *schluck*.

Armer John, arme Lily, arme Farah! Auch wenn ich die Sachen schon gelesen habe, das ist heftig!

Aber das kleine Würmchen vorher ... ohne Worte *dahinschmelz* ...
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Kathi90
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BeitragVerfasst am: 22.01.2008, 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt wirds weiter traurig *schnief*



Short-Cut: Die letzten Minuten
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30. Stille



Die Flamme der Kerze flackerte leicht im Luftzug und strahlte etwas Hoffnung aus; Hoffnung die Carson schon verloren hatte. Er stand an der Tür und sah zu Lily, die an der Seite ihres Mannes Wache hielt. Sie wollte nicht glauben, dass er ihm nicht mehr helfen konnte.
Carson fand kein Heilmittel und der Arzt hasste es, so hilflos zu sein. Die Organe des jungen Mannes versagten und eine Nierenfunktion war kaum noch vorhanden.
Der Soldat wurde eigentlich nur noch von den Maschinen am Leben erhalten und es war ein schon wochenlanges vor sich hin vegetieren.

Der Arzt stieß sich vom Türrahmen ab, trat hinter Lily und legte behutsam seine Hand auf ihre Schulter. Sie blickte ihn flehend an, doch Carson schüttelte den Kopf. Seit Tagen zögerten sie es schon hinaus, aber das Warten verschlechterte seinen Zustand nur noch mehr.
Lily schnappte schluchzend nach Luft und sah zu, wie Beckett sich an das Kopfende von Johns Bett stellte. Sie senkte den Kopf, schluchzte erneut und schloss die Augen. Sie konnte es nicht mit ansehen. Vorsichtig löste Carson den Schlauch des Beatmungsgerätes und nahm den Tubus heraus, ehe er die Maschine abstellte.
Den Alarm des EKGs hatte er stumm geschaltet und er schaute auf die Zahlen, die langsam nach unten gingen. Seine Hände fingen zu zittern an und Beckett steckte sie in die Kitteltaschen.
Er schluckte und ließ Lily, die paar Minuten die sie mit John noch hatte, allein. Carson verließ den stillen Raum, ging zu den anderen die draußen warteten und sah zu Elizabeth die auf Farah aufpasste. Das Kind saß in ihrem Tragekorb und schaute sich neugierig um. Bald würde sie ohne ihren Vater aufwachsen müssen. Alle blickten ihn erwartend an, aber Carson konnte erneut nur den Kopf schütteln.

Lily hatte ihren Kopf auf Johns Brust gelegt und lauschte den immer schwächer werdenden Herzschlag. Es war beruhigend das Geräusch zu hören und noch immer hoffte sie, dass Johns Körper gegen den Tod ankämpfen würde.
Seine Atmung war flach und sie spürte die Bewegung seines Brustkorbs, wenn er den rettenden Sauerstoff einatmete.
Immer schleppender ging es weiter, die Abstände des Luftholens dauerten länger und dann wusste sie, das es zu Ende war. Sie schloss gequält die Augen und durfte noch die letzte Sekunde in seinen Leben miterleben.
Ein letzter Hauch verließ seinen Körper und ein kurzer Schlag seines Herzens war noch zu hören. Dann legte sich eine Stille darüber und die Flamme war erloschen.





Ende


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Short-Cut: Es ist der Weg zurück
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31. Sie lebt in dir




Es war ein langer weißer Gang und John erkannte, das Lily recht gehabt hatte. Sie hatte ihm von ihren Erlebnissen die sie während des Komas gehabt hatte, erzählt, aber er hatte nicht ganz daran geglaubt. Nun stand er ebenfalls hier, doch in diesen Gang gab es keine Türe, er fand kein Ende, er führte ins Nichts.
John schüttelte den Kopf und blieb stehen. Es hatte keinen Sinn mehr weiter zu gehen; er entschloss sich zu setzen und zu warten. Irgendwie spürte er das er tot war und da hatte Zeit sowieso keine Bedeutung mehr. Es war total ruhig, kein Laut war zu hören; nur ein süßlicher, angenehmer Geruch lag in der Luft.
„Steh auf!“
Die Stimme seines Vaters ließ ihn zusammen zucken und er sah ihn aus dem Nichts treten und auf ihn zu kommen. John erhob sich schnell und stand stramm. Ray Sheppard hatte ihn nun erreicht und sah ihn an.
„Weshalb gehst du nicht weiter?“, fragte er seinen Sohn und John erinnerte sich wieder an die Zeit, als die Familie noch zusammen gelebt hatte und musste unwillkürlich lächeln. Diesen Ton hatte er meistens abbekommen, da Michael immer schneller gewesen und abgehauen war, bevor man ihn erwischen hatte können.
„Was bringt es mir?“, antwortete nun John und der ältere Mann schüttelte den Kopf.
„Du hast dich kein bisschen verändert. Du bist schon immer deine eigenen Wege gegangen und hast dir nichts vorschreiben lassen!“
John schnaufte abfällig.
„Als ob ich diesen Weg, der nicht mehr zurück zu Lily führt, gerne gehen würde!“
Rays Augen blitzten auf.
„Bist du dir da so sicher?“
John runzelte die Stirn. Wollte sein Vater ihm nun weiß machen, dass er alles hinter sich und seine Familie im Stich lassen sollte?
„John!“
Er drehte sich um und Michael kam zu ihnen.
„Hör auf Dad, auch wenn es dir nicht leicht fällt!“
Ray nickte seinen älteren Sohn dankbar zu, was John wütend machte.
„Willst du mir nun auch in den Rücken fallen?“
Michael legte eine Hand auf die Schulter seines Bruders.
„Wir sind nicht diesen Weg gegangen. Er war viel schmerzhafter. Diesen hier, den du nun gehst, es ist der Weg zurück! Deine Zeit ist noch nicht gekommen!“
Überrascht sah der schwarzhaarige Mann ihn an und Michael lächelte.
„Sie wird dir helfen!“
Er drehte John so, dass der wieder den Gang entlang blickte und aus dem Licht kam eine junge Frau, mit langem schwarzem Haar.
„Nadia!“, stieß John perplex aus und ihm befiel eine leise Ahnung.
Sie lächelte und trat neben die Männer. John sah zu seinen Vater und Bruder. Sie nickten ihm zu und Ray umarmte seinen Sohn.
„Lebe Wohl!“
Dann verschwanden sie und er blieb mit Nadia allein zurück. Sie griff nach seiner Hand, er spürte diese freundliche Wärme und sie schaute ihn ernst an.
„Sie lebt in dir!“
„Wer?“
John blickte sie fragend an. Nadia lächelte und dann spürte John wie etwas an ihn zog. Als er an sich herunter sah, merkte er wie sein Körper sich auflöste.
„Die Hoffnung!“




Lily verweilte noch immer neben den toten Körper, ließ niemanden an ihn ran und hatte selbst Carson grob weggestoßen, als er versucht hatte, sie behutsam aus der Krankenstation zu führen. Zwei Stunden saß sie schon in einen Schock und Trancezustand neben dem Bett und wollte es einfach nicht wahrhaben. Sie wollte es nicht glauben, dass sie nun alleine war, ohne ihn leben sollte. Sein Kind ohne ihn aufwachsen sollte, das ihn gerade mal ein halbes Jahr kennen lernen durfte.
Lily schloss verzweifelt die Augen und die Tränen lösten sich erneut. Sie lehnte sich über seinen Oberkörper und legte ihren Kopf darauf.
„Lass uns nicht allein!“
Ein Tropfen ihrer Tränen perlte auf den dunklen Edelstein des Medallions, welches um ihren Hals hing und verschwand darin.
Nach einer Weile hörte sie Schritte und Carson war neben sie getreten. Er machte gar nichts, aber sie wusste, sie musste sich nun endgültig von ihm verabschieden. Lily berührte sanft mit ihren Lippen die von John, die noch so weich waren, dass sie es einfach nicht glauben konnte, dass er sie verlassen hatte.
Sie legte ihre Stirn auf die seine und strich ihm liebevoll mit ihren zitternden Händen durch das Haar. Es war nur ein fester Schlaf, redete sie sich ein, aber in ihrem Innern war ihr Herz schon längst zerbrochen.
„Ich liebe dich!“
In dem Edelstein löste sich die Dunkelheit und es glimmte unbemerkt ein wunderschönes goldnes Licht darin auf, anfangs noch schwach, doch dann immer stärker. Lily spürte an ihrem Hals eine fremdartige Wärme, betastete den Anhänger und fühlte wie etwas durch ihre Finger glitt und auf den Körper ihres Mannes überging.
Die Wärme verteilte sich überall und ein Geruch so rein und frisch legte sich auf ihre Sinne. Die feinen Strahlen des Lichts umschlungen John und drangen in die Haut ein; es sah aus als würden sie durch seine Adern fließen und ihm sein Leben zurück geben.
Ein Summen lag in der Atmosphäre, was in ihr eine Erinnerung wach rief und sie dachte an Nadia. Die Haut von John leuchtete immer heller, Hoffnung kam in Lily auf und sie meinte ein leichtes Pulsieren zu verspüren.
Sie hatte ihre Hand um die von Johns gelegt und merkte plötzlich wie sie zuckte. Sprachlos sah sie erst darauf und dann auf seinen Oberkörper, als der sich aufbäumte um Luft in seine Lungen zu bekommen.
Lily blickte zu Carson, der kopfschüttelnd auf den Monitor starrte und auch kurz dagegen klopfte, da er genauso wie sie es nicht fassen konnte, was hier gerade geschah. Johns Herzschläge wurden wieder auf dem Bildschirm aufzeichnet und langsam öffnete der Mann seine Augen, in denen ein Moment noch das warme Leuchten zu sehen war, bevor es in seinen Inneren verschwand. Eine Sekunde wusste Lily nicht was sie tun sollte, dann beugte sie sich überglücklich über ihn. Tränen der Freude liefen ihr über die Wangen, fielen auf sein Geicht und sie küsste ihn sanft auf die Lippen.
„Zurück!“, flüsterte er und Lily nickte.
Er lächelte sie wissend an, drückte ihre Hand und sie sah zu wie er wieder einschlief. Ihre Finger umschlossen das Medallion und ein unendliches Gefühl der Dankbarkeit und Liebe für Nadia durchflutete ihre Seele. Sie fühlte sich so leicht, wie schon lange nicht mehr.
Du warst meine Hoffnung, bist sie und wirst sie immer sein.





Ende
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BeitragVerfasst am: 23.01.2008, 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Im Licht dessen, daß es ja weitergeht, hab ich "Stille" jetzt nochmal gelesen - und sie schnürt mir immer noch die Kehle zu und meine Augen beginnen zu brennen. Du hast das wirklich unglaublich einfühlsam beschrieben, Kathi, da bleibt mir bei jedem Lesen schlicht die Luft weg.

Und auch Johns Weg zurück ins Leben ... wow! Ich finde, du hast das wirklich sehr eindringlich erzählt und wieder mit einer Empathie ... das ist einfach klasse!

Zwei wunderbare Geschichten, beide auf ihre Art und Weise, die eine sehr, sehr düster und die andere mit ein bißchen Hoffnung ...
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