Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 24.01.2008, 21:43 Titel: |
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@Hyndara: Danke dir. Ich glaub es wird Zeit, das Greys Anatomy wieder kommt. Denn nach den Folgen hab ich immer am Besten schreiben können. z.B. Stille.
In einer Folge von GA ist es so ähnlich abgelaufen und ich saug das irgendwie so in mich auf, das ich es auch wieder los werden will...
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Short-Cut: Sie brauchten einander um zu wissen, das er lebte
Charakter: Sheppard, OC
Kategorie: Romance
Rating: NC-17
Author’s Note: Der Songtext ist von Bon Jovi aus dem Lied „Every beat of my heart“.
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
32. Überlebenskampf
John saß weit nach Mitternacht in der Dunkelheit im Schaukelstuhl der im Schlafzimmer stand und sah Lily beim Schlafen zu. Es waren jetzt einige Tage her, seit Carson ihn aus der Krankenstation entlassen hatte. Alle waren überrascht gewesen, auch jetzt noch, er ebenfalls, dass er zurück ins Leben gekommen war.
Diese fremde Macht der Antiker, es war ein Geschenk. Aber er befürchtete irgendwie immer noch, dass dies alles nur ein Traum sei und er am Ende in der Hölle erwachen würde.
Lily regte sich, öffnete die Augen und setzte sich auf. Das fahle Mondlicht, was durch einen Spalt vom Vorhang herein fiel, ließ ihre Silhouette so fein und schmal aussehen. Eine Weile blickten sie sich stumm an, dann schlug sie die Bettdecke zurück und ging zu ihm. Sie setzte sich auf seinen Schoß und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Ihre Hand suchte nach seiner, drückte sie fest und ihre Finger verknoteten sich ineinander. Sie lauschten gegenseitig ihren Atem und John zog sie noch etwas an sich, brauchte ihre Nähe.
Er beugte sich zu ihr, hauchte ihr einen sanften Kuss auf den Hals und konnte spüren wie sie eine Gänsehaut bekam. Sie hob ihren Kopf, suchte seine Augen und lächelte.
Erst sanft und vorsichtig berührten sich ihre Lippen, verschmolzen zu einen innigen Kuss, bevor er Hungrig nach mehr wurde. Sie standen auf, lösten sich einen Augenblick voneinander und sahen sich glücklich an. Dieser Moment gehörte nur ihnen, ihre Gefühle und das Verlangen nach dem Leben und der Liebe in ihren Augen sagten alles.
...
I live for your love, it's all that I want
Is to die in your arms
I'd give you every beat of my heart
Just to live
…
Langsam sanken sie in die Kissen zurück und der erneute Kuss wurde von Sekunde zu Sekunde leidenschaftlicher, ohne jedoch an seiner Zärtlichkeit zu verlieren. Johns Hände fuhren unter ihr Schlafshirt und berührten ihre warme Haut.
Auch sie war nicht untätig und ihre Hände wanderten unter sein Hemd. Federleicht schwebten sie seinen Oberkörper entlang und entledigten ihn von dem Stoff.
Ihre Hand lag auf seiner Brust und sie spürte den schnellen Herzschlag. Das Pulsieren unter seiner Haut ging auf die ihre über; es fühlte sich fast so an, als würde es herausspringen wollen; ihr zeigen und bestätigten: Ich lebe!
In ihren Augen las er Gelöstheit und John lächelte. Lily zog ihn zu sich, ihre Finger fuhren die Konturen auf seinem Gesicht entlang, durch sein Haar und blieben dann in seinen Nacken liegen. Er wisperte ihr die drei Worte ins Ohr, seine Lippen sprachen es immer wieder leise aus, bis sie sanft ihren Hals berührten und daran entlang wanderten. Nicht lange, dann trafen sich ihre Münder wieder und es wurde ein langer und ruhiger Kuss, als wäre es ihr letzter.
Ihre Körper wurden zu einem, ihre Hände griffen ineinander, ließen den anderen nicht mehr los und das leise Keuchen erfüllte den Raum. Es war ein Kampf; ein Kampf ums Überleben. Der Beweis, das er lebte, wieder bei ihr war und beide nicht träumten.
Sie sahen sich in die Augen, ihre Liebe zueinander strahlte ihnen entgegen und er strich ihr sanft über das Haar. Über ihre Wangen liefen Tränen und liebevoll küsste er sie fort. Lily lächelte ihn an, legte erneut ihre Hand auf seine Brust, wollte das Pochen darunter nicht missen und war sich sicher. Er hatte den Kampf gewonnen.
...
Every beat of my heart, just to live
I live for your love, it's all that I want
To die in your arms
I'd give you every beat of my heart
…
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 25.01.2008, 10:53 Titel: |
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| Bei dieser Geschichte wirds mir immer ganz anders ... von ganz, ganz, ganz tief innen kommen Schauder nach oben und laufen mir über die Schultern - angenehme Schauder. Woah! Das ist so liebevoll und einfühlsam geschrieben - ich schüttle mich schon wieder! Einfach klasse. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 28.01.2008, 11:26 Titel: |
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@Hyndara: Danke dir. Solche Szenen sind zwar schön zu lesen, aber bis die geschrieben sind *uff*
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Short-Cut: Ein Mann auf nur eines aus...
Character: Sheppard, OC,
Kategorie: Drama, PoV, Romance, Character Death
Rating: R-16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
33. Amok
Die männliche Person ging durch die dunkle Gasse und blieb dann in einer Ecke stehen. Das Straßenlicht ließ den nassen Asphalt seltsam aussehen und dem Mann fröstelte es ein wenig. Er hörte Schritte und einen Moment später tippte ihn jemand an die Schulter.
„Hier hast du das Zeug!“
Ein Bündel Geldscheine verließ seinen Besitzer und wurde es dem neuen überreicht. Die kleine Tüte wurde in die Tasche gesteckt und die beiden Personen gingen wieder getrennte Wege. Der blonde Mann zog die Kapuze von seinen Pulli weiter ins Gesicht und schlug den Weg zur Straße ein. Grinsend dachte er daran den Stoff auszuprobieren und freute sich es ihnen heim zu zahlen. Sie würden leiden müssen.
Er war nur wegen einer Kleinigkeit für 6 Monate zurück ins SGC geschickt worden, wo er die ganze Drecksarbeit erledigen hat müssen, die niemand machen wollte. Nun würde er in einer Woche nach Atlantis zurückkehren. Wie würde die Athosanerin wohl auf ihn reagieren, wenn sie sah, dass er wieder da war.
Er hatte sie doch nur geküsst und dabei etwas fester gegen die Wand gedrückt.
Sie hatte es auch gewollt, nur als die anderen dazu gekommen waren, hatte sie dies ganz schnell vergessen und er wurde suspendiert, wegen Sexueller Belästigung.
Sheppard hatte sich dann doch noch für ihn `eingesetzt´, das er nicht aus der Truppe flog. Da lachte er nur drüber. Sheppard, hatte sich so sein eigenes Grab geschaufelt.
Sergeant Paul Bryce stand abmarschbereit vor dem Gate und wartete auf die anderen.
Er war in Major Gregs Team eingeteilt worden, da Lieutenant Sheppard noch im Mutterschaftsurlaub war und der Major sich nicht entscheiden konnte, ein viertes und festes Mitglied zu suchen. Ausgerechnet bei dem, der ihn überrascht hatte, als er mit der Athosanerin Luinai beschäftigt war, musste er nun mit auf Mission gehen.
Aber das hatte auch eine gute Seite, grinste er innerlich und Paul blickte auf die Uhr, als die drei Männer endlich erschienen. Phillips und Bells nickten ihm zu und Greg reichte ihm die Hand. Dann gab er Danny das Zeichen zum Aufbruch und der Techniker wählte an. Während sie darauf warteten sah Derek den Sergeant an.
„Na auch wieder im Lande?“
Paul nickte.
„Seit gestern Abend!“
Das Stargate öffnete sich und der Ereignishorizont schillerte ihnen in seinen Blau entgegen.
„Na pass nur auf, wenn du dir als nächstes angelst!“, zwinkerte Derek und seine Kameraden lachten auf.
Paul lachte mit, doch innerlich ballte er die Faust. Die Vier verließen den Torraum und gingen durch das Gate. Es war für drei von ihnen das letzte Mal, dass sie diese Reise unternahmen.
Als sie aus dem Tor traten sahen sie zu aller erst viele Wälder um sich und sie gingen los. Die Kieselsteine unter ihren Füßen knirschten und es roch angenehm frisch.
Sie waren etwa eine halbe Stunde unterwegs, da blieb Paul etwas zurück, zog aus seiner Weste den Schalldämpfer heraus und schraubte ihn an seine P90.
Dann ging er hinter Marc und redete mit ihm über Belangloses. Der Major und Sergeant Phillips waren etwas weiter vorne und würden es nicht hören.
Paul zielte auf den Mann vor ihm und schoss den Lieutenant in den Rücken, die Kugel ging direkt ins Herz und der junge Mann brach vor ihm zusammen. Da sich um sie herum ein hüfthohes Feld befand, zog er ihn hinein und lief weiter. Derek drehte sich um.
„Wo ist Bells?“
„Austreten!“
Greg nickte und wandte sich wieder um. In dem Moment spürte er einen stechenden Schmerz, dann wurde alles Schwarz um ihn herum und sein letzter Gedanke galt seiner Familie.
Brian drehte sich noch überrascht um, doch auch er konnte nicht mehr viel verrichten und brach, nach dem Kopfschuss tot zusammen. Pauls Lippen verzogen sich zu einen hinterhältigen Grinsen und machte sich auf den Rückweg zum Tor.
Danny saß gelangweilt am Kontrollpult und sah auf, wie Major Lorne auf ihn zukam.
„Das ist nicht zum glauben. Wenn man mal Ersatz für sein Team braucht, dann sind alle ausgeflogen!“ „Und was willst du jetzt machen?“
Evan zuckte die Schultern.
„Wer kommt in den nächsten Stunden zurück?“
Der Techniker holte die Daten auf den Bildschirm.
„Lieutenant Anderson, aber auch erst gegen Nachmittag. Vorher würde der Colonel zurückkommen!“ „Na Großartig!“, schimpfte Evan, als der Toralarm los ging und der IDC von Sergeant Paul Bryce auf dem Laptop erschien.
„Sieht so aus, als hättest du Glück. Die Jungs sind früher zurück, als erwartet. Vielleicht kommt einer von ihnen mit dir mit.“
Einen Moment später trat Bryce heraus und winkte nach oben.
„Brian hat die Sachen zum Tauschen vergessen!“, rief er nach oben und verschwand im Sichtfeld der beiden Männer.
„Das war dann wohl doch nichts!“, meinte Evan etwas angesäuert und verließ den Kontrollraum.
Sobald Paul im Transporter war, veränderte sich sein Gesichtsausdruck und er entsicherte seine Waffe.
Er befestigte wieder den Schaldämpfer an der P90 und stieg dann im Bereich der Quartiere aus. Seine Schritte waren schnell, auf ein Ziel gerichtet und als er um eine Ecke kam, stieß er gegen einen Wissenschaftler, von dem er den Namen nicht wusste. Der dunkelhaarige Mann sah den Soldaten irritiert an und machte dann große Augen, als der auf ihn zielte und abdrückte.
Ein kurzer Aufschrei verließ noch seine Lippen, ehe er tot zusammen sackte. Paul sah die eine Tür, die Tür, wo er hin musste. Er öffnete sie, zögerte keinen Moment und schoss los.
Lily saß entspannt auf der Couch und sah zu Farah, die in ihrer Schaukelliege, die auf der Fensterbank stand, lag und fest schlief. Seit ein paar Tagen konnte sie wieder gut Schlafen und hatte keine Schmerzen mehr.
Die ersten Zähnchen hatten der Kleinen lange Schwierigkeiten gemacht und ihnen viele wache Stunden in der Nacht beschert, aber was für sie und John nach seiner schweren Krankheit und seinen vermeintlichen Tod eine willkommene Abwechslung gewesen war. Besonders John hatte sich intensiv um seine Tochter gekümmert, war ihm der Schock seines Todes noch tief in den Knochen gesteckt.
Lily streckte sich und lächelte, als sie hörte wie sich die Tür öffnete. Sie dachte schon, das John womöglich von seiner Mission wieder zurück gekommen sei, als plötzlich ein Hagel aus Kugeln auf sie nieder ging. Sie stürzte auf den Boden und Panik ergriff sie, die Angst um Farah. Ihr Leben war ihr nicht so wichtig, wie das ihres Kindes.
Einen Moment setzte der Angriff aus und sie vernahm Schritte, dann stand derjenige vor ihr.
Lily blickte nach oben und erkannte Paul Bryce. Er hatte einen seltsamen Blick und es sah fast so aus, als stände er unter Drogen.
„Wo ist er?“
Paul zog Lily am Arm nach oben.
„Ich will wissen wo er ist!“, zischte er und Lily schüttelte den Kopf. Sie schielte an ihm vorbei zu Farah, die aufgewacht war, aber nur die Situation musterte.
„John ist nicht da!“
Er packte sie an den Haaren und hielt ihr die Waffe an den Kopf.
„Ich frage nicht noch einmal!“
„Er ist auf einer Mission! Schon seit heute Morgen!“
Sie merkte, das er ihr nicht glaubte.
„Wenn du mir nicht die Wahrheit sagst, dann Lebe Wohl!“
Lily schloss verzweifelt die Augen und hörte etwas klicken.
„Verdammt!“, fluchte Paul. Die Waffe blockierte, er schubste Lily gegen die Wand und sie stieß sich mit dem Kopf an. Der Schmerz durchfuhr ihren Oberkörper und einen Moment sah sie benommen zu, wie Paul rückwärts ging und sich die Haare raufte. Dann schaute er zu Lily und zog sein Messer.
„Wenn ich ihn nicht bekomme, dann wenigstens dich!“
Dabei trat er auf einen Spielzeugball, kam ins Straucheln und fiel auf Farah, die zu weinen anfing.
„Sag ihr, sie soll ruhig sein!“, brüllte Paul und rüttelte die Liege, was Farah noch mehr zum schreien anstachelte.
Mit heftigen Kopfschmerzen erhob sich Lily und riss Paul von ihrem Kind weg. Kurz fielen sie zu Boden, eine Rangelei entstand, doch Paul war stärker als sie, packte Lily und stieß sie ins Bad. Dann schloss er die Türe und schlug mit seiner kaputten P90 gegen die Kristalle, damit diese sich nicht mehr so schnell öffnen lies.
„Lass mich raus! Paul! Bitte, lass mich raus!“, hörte er Lily verzweifelt schreien und sie hämmerte gegen die Türe, was ihr aber nichts nützte. Das Baby weinte immer noch und er sah eine dünne Blutspur entlang des kleinen Oberkörpers. Paul zuckte desinteressiert die Schultern und verschwand aus dem Quartier.
Sein nächster Gedanke waren die Labore. Vielleicht war er bei McKay. Dort würde zuerst nachsehen, ehe er zum Trainingsraum ging. Er glaubte Lily nicht, das Sheppard unterwegs war. Sie würde ihn schützen, auch wenn es um ihr Leben ging.
Kurz darauf stand er an der Wand gelehnt und schielte um die Ecke. Sein Atem ging schnell; er war gerannt.
Jemand lachte auf, dann hörte er den Namen John und er wusste, er konnte nicht mehr warten. Er entsicherte die Waffe, drehte sich um, und schoss mit seiner Beretta los.
Die drei Menschen, die am Morgen hier arbeiteten, hatten keine Chance und ihre Körper fielen zu Boden. Paul bemerkte, das es nicht John Sheppard war, sondern Captain John Nelson, ein neuer Soldat in der Stadt, der wohl hier Wache gehabt hatte.
Er fluchte vor sich hin und überlegte, wo er jetzt hin gehen könnte. Vielleicht sollte er den Trainingsraum aufsuchen, aber zuerst müsste er zur Waffenkammer. Das war zwar ein großer Umweg, aber er hatte keine Munition mehr und die kaputte P90 lag im Quartier von Sheppard.
Das Stargate erwachte zum Leben und kurz darauf traten Vier Personen hindurch. Elizabeth grüßte das Team und fragte nach wie es bei den Kindern war.
„Aries hat uns seinen Sohn vorgestellt. Das ist nun sein sechstes Kind!“
Liz zog die Augenbrauen nach oben und John zuckte grinsend die Schultern. Da es weiter nichts zu Besprechen gab, ging es zu der obligatorischen Routineuntersuchung.
Danach verabschiedeten sich Teyla und Ronon, weil sie noch zum Trainingsraum wollten. John machte sich auf den Weg zu den Quartieren und bemerkte dann Major Lorne am Transporter.
„Sie sind noch hier?“
Evan seufzte und trat mit John in den Transporter.
„Es ist verrückt, aber alle sind ausgeflogen. Tom hat sich heute früh den Fuß gebrochen und da ich keinen Ersatz auftreiben konnte, habe ich mit Dr. Weir gesprochen. Sie verschiebt die Mission auf morgen!“
John nickte und sie traten hinaus. Bevor sie um die Ecke gingen sahen sie etwas rotes auf dem Boden. Lorne bückte sich und besah sich den Fleck.
„Das ist Blut, Sir!“
Sie liefen eilig weiter und sahen den toten Wissenschaftler vor sich liegen. John runzelte die Stirn und wollte etwas sagen, als er schwache Rufe hörte. Sie kamen aus seinen Quartier.
John spürte eine Art Furcht und wie von selbst beschleunigten sich seine Schritte.
Als er sich dem Quartier näherte, sah er das die Türe offen stand und er hatte Angst, dass seiner Familie etwas schlimmes zu gestoßen war.
Lily wusste nicht wie lange sie schon im Bad stand und gegen die Tür hämmerte. Anfangs hatte sie noch laut geschrieen, aber irgendwann hatte ihre Stimme versagt und sie lauschte ob sie wenigstens etwas von Farah hörte.
Doch das Kind schwieg und Lily schloss die Augen. Sie hatte das Blut auf Farah gesehen und ihre Hände zitterten, wenn sie daran dachte, dass Paul ihr womöglich noch etwas angetan hatte. Das würde sie nicht überleben, wenn ihr Kind sterben müsste.
Sie könnte das nicht noch einmal durch machen. Dann, das wusste sie, würde sie ihren Kind folgen. Lily schüttelte den Kopf; daran sollte sie nicht denken. Sie lehnte ihre Stirn gegen die Wand und schluchzte. Irgendwann hörte sie Stimmen, die vom Gang her kamen und sie rief wieder um Hilfe.
Als John in das Quartier trat, setzte einen Moment sein Herz aus. Die Couch und die Wand hatte Einschusslöcher und die Hülsen lagen im ganzen Raum verstreut herum. Er ging langsam weiter, er hoffte das Lily nicht hinter dem Sofa lag und er wollte es nicht sehen müssen. Doch dahinter war niemand und er atmete erst einmal auf.
„Lily?“
Er hörte ihre Stimme aus dem Bad und versuchte die Türe zu öffnen. Die Kristalle waren beschädigt und er hatte keine Chance. John schlug fluchend mit der Hand dagegen.
„Lily was ist passiert?“
Dumpf drang ihre Stimme durch die Wand, es waren immer wieder Schluchzer dabei, aber er verstand sie schlecht. John betätigte das Headset und informierte McKay, dass er Hilfe brauchte. Der Wissenschaftler sagte, dass er in ein paar Minuten hier sei und John gab es an Lily weiter. Er ließ kurz seinen Blick im Raum schweifen, es war fast totenstill und er drehte sich wieder zur Tür.
„Lily geht es euch gut? Ist mit Farah alles in Ordnung?“
Als sie seine Worte hörte, schloss sie verzweifelt die Augen.
„Sie ist nicht bei mir!“
John wandte sich von der Tür ab und blickte sich erneut im Zimmer um. Da sah er die Liege auf der Fensterbank stehen und sein Kind darin liegen. Mit schnellen Schritten hatte er den Weg dahin hinter sich gebracht und stand davor.
Farah hatte die Augen geschlossen und es sah fast so aus würde sie schlafen, aber das rötliche, welches sich in das weiße Jäckchen gesaugt hatte, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren.
„Nein! Oh bitte nicht!“, stieß John erschrocken aus und hob das Baby mit zitternden Händen vorsichtig heraus. Sonst schlug sie immer die Augen auf, wenn er sie aus der bequemen Schaukelliege heraus nahm, aber es passierte nichts.
„Farah!“, flüsterte John, fuhr ihr über die Wange und drückte sie an sich.
„Sir, Dr. Vuela...“
Lorne trat herein und blieb stehen, als er das Chaos sah. Dann blickte er zu seinen Vorgesetzten und bemerkte das verletzte Kind in dessen Armen.
„Mein Gott!“
Er ging zu ihm, da John wie versteinert auf das Mädchen blickte.
„Sir!“
Evan fasste ihn an der Schulter an und sah den Colonel seinen Schreck, der ihm in den Gliedern steckte.
Der Schock hatte sich über dessen Gedankengänge gelegt und John wusste nicht was er tun sollte. Wie gelähmt stand er vor dem Major, konnte sich nicht bewegen; John hatte das Gefühl, seine Beine würden ihn nicht mehr tragen, wenn er einen Schritt machen würde. Aber sein Kind brauchte doch Hilfe.
„Major!“
John sah den Soldaten bittend an und Lorne nickte. Er half ihm und rief Beckett über das Headset, dass sie mit Farah kommen würden. Er zog Sheppard mit sich und in dem Moment kam McKay.
Erschrocken ging er erst mal ein paar Schritte zurück, ehe John in aus seiner Verzweiflung anbrüllte, dass er Lily raus holen sollte. Rodney zuckte zusammen, begab sich zu der Wand und versuchte die Kristalle zu überbrücken.
Auf der Krankenstation kam ihnen Carson entgegen und schnappte nach Luft, als ihm John Farah in die Arme legte. Einen Moment war er selbst schockiert, sah ebenso wie der Vater etwas hilflos drein, dann wurde er wieder zum routinierten Arzt und bat Lorne mit John nach draußen zu gehen. Er würde sich um das Kind kümmern.
John lehnte sich an die Wand, atmete tief durch, versuchte einen klaren Kopf zu bekommen.
Er betrachtete seine Hände, die mit dem Blut seiner Tochter beschmiert waren. Automatisch begab er sich in die Toilette und wusch sich die Hände. Er musste das Blut abbekommen. Hektisch rieb er mit der Seife immer wieder darüber, nahm die Bürste dazu, auch schon, als sie längst sauber waren.
Er schüttelte ungläubig den Kopf, wer konnte einem Kind dies nur antun?
Erneut ließ er Wasser über seine Handfläche laufen und griff zur Seife, als er schnelle Schritte hörte und sich die Tür öffnete. Lily sah ihn an und dann auf seine Hände, deren Haut schon ganz rötlich von der Bürste waren. Sie legte ihre Hand auf seinen Arm und auch wenn sie total aufgelöst war, spendete sie ihn Trost. Lily nahm ihm die Seife aus der Hand und legte sie auf den Platz zurück.
„Carson untersucht sie! Er kann ihr helfen!“, flüsterte sie, machte sich mit den Worten selbst Mut und drückte John fest an sich, was er gerne erwiderte.
Er brauchte den Kontakt zu ihr genauso wie sie im Moment zu ihm. Nach ein paar Minuten lösten sie sich voneinander und John küsste sie auf die Stirn. Dann verließen sie den Ort und begaben sich auf die Krankenstation.
„Was ist passiert?“, fragte er nun schon etwas gefasster und Lorne, der sich in der Zwischenzeit um den Abtransport der Leiche von Dr. Vuela gekümmert hatte, kam gerade dazu.
Lily schloss die Augen.
„Paul Bryce!“
„Was?“, stießen John und Evan gleichzeitig ungläubig aus.
„Er wollte dich töten!“
John versteifte sich und rief über Funk nach Elizabeth. Als sie dran war, bat er sie sofort Bryce zu orten.
„Was ist denn los?“, wollte sie irritiert wissen, während sie die Order an Danny weiter gab. John erklärte es ihr und er hörte über Funk das Piepsen, das ihnen zeigte wo Paul sich aufhielt.
„Der Sergeant befindet sich auf den Weg zur Waffenkammer!“, informierte Liz ihn sofort und John sah zu Lorne.
„Holen Sie ein paar Männer und Liz, Sie schließen die Türen, so dass er nicht mehr weiter kann!“
Der Major nickte und lief los. Einen Moment später bestätigte Weir, das Bryce in einen Flur eingeschlossen sei und nicht mehr weiter könnte.
John wollte los, als Carson mit Levy eilig aus der Station auf sie zukamen. Lily griff nach Johns Hand und er drückte sie fest.
Carson sah das Paar ernst an und er konnte die Angst in ihren Mienen sehen.
„Wir müssen Farah operieren. Die Stichverletzung ist sehr tief und hat sie womöglich an der Lunge verletzt! Sie atmet sehr schlecht.“
„Oh Gott!“
Lily klammerte sich an John, sie hatte Angst dass ihr die Beine nach geben würden und er half ihr sich zu setzen.
„Sir, wir haben Bryce!“, funkte Lorne. John atmete tief durch und sah seine Frau an. Er wollte sie gerade fragen, aber Lily nickte.
„Geh!“
„Kommst du einen Moment alleine klar?“
Sie bejahte es, John küsste sie auf die Wange und sie sah ihm nach, wie er los lief und in den Transporter stieg. Joanne nahm neben ihr Platz.
„Es wird ein paar Stunden dauern. Wir informieren Sie sobald sich was ändern würde und wenn es soweit wäre, dass Sie noch mal zu ihr könnten! Aber Farah ist ein gesundes Kind, sie wird es schaffen!“
Lily schloss verzweifelt die Augen. Eine Träne lief ihr über die Wange und ihr Kopf senkte sich auf die Knie. Levy strich ihr beruhigend über den Rücken, doch dann musste sie die Frau alleine lassen um deren Kind zu retten.
Paul lief den Gang entlang, als er etwas rumpeln hörte. Dann sah er wie die Türe zum nächsten Flur sich verschloss. Er runzelte die Stirn und wollte den anderen Gang nehmen, als auch dort die Schotten zu gingen.
„Verdammt!“
Er stieß mit dem Fuß gegen die Wand und ahnte dass man heraus gefunden hatte, was er getan hatte. Aber seine Wut verrauchte schnell und er grinste.
Was wohl Sheppard zu seinen Auftritt in dessen Quartier sagen würde? Das wäre eine Genugtuung, wenn er den Colonel das wichtigste in dessen Leben nun genommen hätte.
Paul musste nicht lange warten, da öffneten sich langsam die Türen und er erkannte Lorne, wie er mit gezogener Waffe den Raum sicherte und auf ihn zu ging. Ein paar Marines folgten ihren Vorgesetzten und umstellten Paul ebenso.
„Was macht ihr denn für einen Aufstand? Nur wegen mir? Ich fühle mich geehrt! Habt ihr ein Glück, das ich keine Munition mehr habe!“
Lorne sah zu wie Paul seine Beretta auf den Boden schmiss und dann die Hände hob. Er packte ihn am Kragen und drückte ihn an die Wand, um ihn in Gewahrsam zu nehmen.
„Ich hab dich auch lieb!“, grinste Paul, während der Major ihn nach weiteren Waffen betastete und machte einen Kussmund.
„Halt die Klappe!“, zischte Evan und zog ihn mit. Das er ihn kurz am Türrahmen grob anstieß störte den Soldaten im Moment herzlich wenig.
Auf den Weg zu der Zelle, kam John ihnen entgegen und Paul grinste ihn an. John musste sich zusammen reißen ihm nicht eine rein zu hauen und begleitete die Männer. Evan stieß Bryce in das Gefängnis und die Tür schloss sich wieder.
John wollte gerade etwas sagen, als über Funk Schreie zu hören waren und ein Medizinteam angefordert wurde.
„Hat man die anderen wohl gefunden!“, kicherte Paul und fing an hin und her zu laufen. Er bräuchte langsam wieder Nachschub. Aber er wusste, dass sie ihm seine Drogen bestimmt nicht geben würden.
„McKay was ist da los?“
Sheppard versuchte über das Headset etwas mit zu bekommen und auch der Major lauschte. Lange bekamen sie keine Antwort, dann erklärte der Wissenschaftler ihm, wen man im Labor aufgefunden hatte. Der Hass auf den Soldaten brodelte immer mehr in Johns Inneren und er sah dem Mann zu, wie der hin und her lief und Selbstgespräche mit sich führte. Dann meinte Lorne neben ihn auf einmal.
„Wo sind eigentlich Major Greg und sein Team? Bryce ist einfach so wieder nach Atlantis gekommen, aber das würde Derek nie...“
Evan brauchte die Worte nicht aussprechen, da er in dem Moment ahnte, dass seine Kameraden nicht mehr am Leben waren. John schüttelte den Kopf und fuhr sich über die Stirn. Einer der Marines wartete gar nicht erst auf den Befehl seiner Vorgesetzten und lief bereits los um mit einigen Männern, auf den Planten zurück zu kehren, wo Bryce gewesen war.
„Ich werde mit Landry in Kontakt treten. Passen Sie derweil auf ihn auf!“, sagte John nach einer Weile und warf noch einmal einen Blick auf dem Mann in der Zelle.
„Wie geht’s denn ihrer Kleinen?“, hörte er Paul fragen und dessen Grinsen zeigte, das er genau wusste, wie es um das Kind stand. John blieb an der Türe stehen, spannte sich an und ballte die Fäuste und war drauf und dran etwas zu tun, was er nicht tun dürfte, ließ sich aber nicht weiter provozieren und begab sich in den Kontrollraum.
John bat Danny die Erde anzuwählen und sprach dann lange mit dem General. Der befahl ihm Bryce in ein paar Stunden ins SGC bringen zu lassen, vorher müsste er erst mit einigen Leuten sprechen, so dass der Sergeant gleich in Verwahrung käme. Nachdem die Verbindung beendet war, wurde Atlantis angewählt und es traten mehrere Soldaten mit Bahren auf denen die Toten Männer lagen, aus dem Tor heraus und John senkte den Kopf. Er hatte sich auch noch für Paul eingesetzt, da er dachte, der Junge sollte noch einmal eine Chance bekommen. Es war ein Irrtum den er nie wieder gut machen könnte.
Lily saß mit einer Tasse Tee auf dem Sessel und hatte die Beine angezogen. Sie wartete schon seit zwei Stunden und es gab noch nichts neues. Jemand berührte sie an der Schulter und erschrocken zuckte sie zusammen.
„Entschuldige!“
Sie blickte auf und erkannte John. Er setzte sich zu ihr und zog sie in seine Arme. John merkte wie sie zitterte und er fuhr ihr über den Rücken.
„Ich hab Angst John!“, flüsterte Lily und er griff nach ihrer Hand. Sie sah ihm in die Augen in denen der Glanz verschwunden war, dafür nun auch Angst und Sorge wohnte. Er lehnte seine Stirn an die ihre und umarmte sie noch fester.
„Ich auch!“
Sie hatten es fast geschafft. Anfangs hatte es stark geblutet, ein Gefäß war verletzt worden und sie konnten es zu erst nicht ausfindig machen, welches genau es war.
Während Levy es verklemmt und vernäht hatte, kümmerte sich Carson um die Lunge.
Es war kritisch, er versuchte den verletzten Teil zu retten, es war nicht viel, aber auch hier blutete eine Arterie und sie konnten es nicht riskieren, das Farah noch mehr Blut verlor.
Angespannt operierten sie das kleine Kind, niemand sprach im Raum, nur wenn die Ärzte Anweisungen gaben.
Der Anästhesist überwachte die Werte und bat nach ein paar Stunden seine Kollegen demnächst zum Ende zu kommen, der Körper des sonst so gesunden Kindes würde auch irgendwann einmal eine Pause brauchen. In diesen Moment sackte der Kreislauf von Farah komplett zusammen und die Linie auf dem Monitor flachte ab.
John starrte an die Wand und strich Lily am Arm entlang. Sie hatte ihren Kopf auf seinen Schoß gebettet und schlief. Er hatte sie erst dazu überreden müssen, aber es nützte ihrem Kind nichts, wenn sie sich körperlich fertig machten.
John blickte auf die Uhr. Vor einer Stunde war eine Schwester kurz erschienen, weil sie Blutkonserven besorgen musste und sie hatte gemeint es sei alles in Ordnung.
Aber er hatte gesehen, wie viel Konserven es waren. Da war gar nichts in Ordnung. Fünf Stunden war es nun schon her, seit Carson seine Tochter in den OP gebracht hatte.
John schloss die Augen und gab sich erneut die Schuld. Hätte er für Bryce nicht ein gutes Wort eingelegt, dann wäre dies alles nicht passiert.
Ihm war schlecht, die Angst lag ihm schwer im Magen und die zog sich immer wieder schmerzhaft zusammen. Wenn er schluckte hatte er das Gefühl, die Angst würde sich nach oben drücken und seinen ganzen Körper einnehmen wollen.
Es wurde auch nicht besser, als sich die Tür öffnete und er die Ärzte auf sich zukommen sah. John rüttelte Lily sanft, damit sie aufwachte und sie sah ihn verschlafen an. Dann wusste sie wieder wo sie sich befand und erhob sich sofort.
Sie konnten nicht aus den Gesichtern der Ärzte lesen, was los war.
Beide blickten sie ernst an und Lily atmete schneller. Die Angst schnürte ihr fast die Luft ab und als Joanne sich vor sie hin kniete und Lilys Hand in die ihre nahm, konnte Lily nicht mehr. John stand auf und lehnte seine Stirn an die Wand.
Er schluckte und die Angst kroch immer weiter herauf. Aber es war die Angst, vor dem einen Wort und John kämpfte mit sich und versuchte nicht in Tränen auszubrechen. Die Ärztin erkannte, dass sie einen Fehler gemacht hatte und nahm die weinende Frau in ihre Arme.
„Nein, Schhh. Es tut mir leid. Nicht, Lily! Farah geht es den Umständen entsprechend gut!“
Schluchzend lag Lilys Gesicht an der Schulter der Ärztin und auch John spürte die Erleichterung, wie sie als riesen Gesteinsbrocken von seinen Herzen fiel, aber das beklemmende Gefühl blieb noch immer. Carson wandte sich an ihn.
„Wir mussten Farah einen kleinen Teil ihrer Lunge entfernen. Es ging leider nicht anders. Sie hat stark geblutet und die nächsten 24 Stunden sind wichtig. Wir haben sie in ein künstliches Koma versetzt und an das Beatmungsgerät angeschlossen. Es ist zu riskant, wenn sie wach ist, dass sie sich die Versorgungsschläuche raus reißt. Sie wird einige Zeit nicht wach sein und daran bleiben müssen!“
John zog Carson zu sich und musste ihn einfach umarmen.
„Danke Carson!“, brachte er stockend hervor und der Arzt nickte leicht lächelnd.
„Sie können etwa in einer halben Stunde zu Farah!“
Während sie warteten, dass sie ihr Kind sehen konnten, kam Major Lorne zu ihnen. Er sah den Eltern an, wie erschöpft sie waren.
„Sir, wie geht es der Kleinen?“
„Gut soweit!“
Evan lächelte seinen Vorgesetzten aufmunternd zu und wurde dann wieder ernst.
„Der General hat Bescheid gegeben, dass wir Bryce nun bringen können!“
John drückte Lilys Hand, erhob sich und folgte den Major.
Drei Marines standen um Paul, der mit Fuß und Handfesseln bestückt war und nur langsam gehen konnte. Er sah auf, als John die Zelle betrat und lächele den Colonel triumphierend an. Es war nicht zu übersehen, dass der Mann sich große Sorgen um sein Kind machte. John packte den Soldaten und stieß ihn vorwärts.
„Nun geht’s nach Hause ins Gefängnis!“, sagte er im Befehlston und Paul grinste.
„Sagen Sie ihrer Frau und dem Kind schöne Grüße!“
Das war das Ende. John konnte sich nicht mehr beherrschen, hatte nicht mehr die Nerven dazu, holte aus und die Faust traf den Soldaten ins Gesicht.
„Hey... ihr seit Zeugen. Er schlägt mich!“, schimpfte Bryce, spuckte das Blut aus seinen Mund und Lorne zog die Augenbrauen nach oben.
„Was für ein Schlag?“
„Ihr verdammten Hur...“
Der nächste Treffer kam in seine Bauchgegend und er krümmte sich zusammen. Dann lachte Paul auf und das trieb John zur Weißglut.
„Du Bastard!“, brüllte John und wollte weiter auf ihn einprügeln, aber Evan hielt ihn am Arm zurück. John versuchte sich los zu reißen und verpasste beinahe auch dem Soldaten eine.
„Lassen Sie mich los, Major!“
Lorne griff fester zu und sah ihn bestimmend an.
„Sir, vergessen Sie diesen Niemand! Denken Sie an ihr Kind!“
John sah den Soldaten keuchend an, dann atmete er tief durch und wandte sich ab.
Die Schwester hatte Lily bereits zu dem Bettchen gebracht und als John das Zimmer betrat, sah er sie davor sitzen.
Es war ein trauriger Anblick, die vielen Schläuche die an dem Kind angebracht waren und dazu das stetige Piepsen der Maschinen. Er kam näher, traute sich jedoch nicht Farah anzufassen, wie Lily, die ihr immer wieder leicht über den braunen Haarschopf fuhr.
Er hatte die Befürchtung, er könnte sein Kind verletzten, so wie ihr Zustand im Moment war.
Carson kam zu ihnen.
„Vertrauen Sie ihrer Tochter, dann wird sie es sicher schaffen!“
John atmete tief durch, nickte und sah zu Lily die leicht lächelte. Dann nahm sie vorsichtig die kleine Hand in die ihre und fing zu singen an.
„…Them thats got shall get, Them thats not shall lose. So the Bible said and it still is news. Mama may have, papa may have. But God bless the child thats got his own, Thats got his own. God bless the child…”
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 28.01.2008, 11:46 Titel: |
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| Die Zielstrebigkeit in diesem Wahnsinn, das macht für mich diese Geschichte aus. Da wird es mir ganz anders, wenn ich das lese. So war es schon beim ersten Mal. Ehrlich, ich bewundere dich dafür, daß du es wagst, in einen solchen kranken Geist einzudringen und aus seiner Sicht zu schreiben. Ich traue mich das nicht. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 30.01.2008, 15:14 Titel: |
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Short-Cut: Mehr als ein schwerer Weg
Character: OC, Sheppard, Multi-Charakter
Kategorie: Drama, Angst, Romance, Friendship
Rating: PG13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
34. Home
Der Kirschbaum im Vorgarten blühte prächtig und als der laue Wind durch seine Äste fuhr, lösten sich einige der rosa-weißen Blätter und wehten durch die Luft. Man hatte das Gefühl, es würde im Sommer zu schneien anfangen. Der Wind ließ nach und sie fielen grazil auf den Boden herab und bedeckten das Gras.
Lily atmete tief durch, es war ein schöner warmer Tag und sie musste diesen schweren Weg gehen. Aber selbst wenn es jetzt regnen würde, würde es ihr nicht leichter fallen.
In ihrer Hand hielt sie die Schatulle, sie hatte die Hundemarken seit Dereks Tod dort aufbewahrt. Sie hatte Angst gehabt, sie zu verlieren und das könnte sie seiner Frau nicht antun. Es reichte schon, wenn sie ihr heute sagen musste, dass ihr Mann und Vater ihrer zwei Kinder nicht mehr nach Hause kommen würde.
Ihr kam der Weg vom Auto über den Rasen zur Haustüre so lange vor, als würde alles in Zeitlupe ablaufen, dennoch hatte sie ihn nach ein paar Sekunden hinter sich gebracht. Ihre Hand zitterte, als sie die Klingel drückte und kurz darauf das dunkle Geräusch im Haus hörte.
Sie musste etwas warten, dann öffnete sich die Türe und ein kleiner Junge grinste sie an.
„Wir kaufen nichts!“
Lily musste unwillkürlich lächeln und ging in die Hocke.
„Bist du Lucas?“
Er nickte und sah sie musternd an. Sie hatte keine Uniform angezogen, das fand sie zu unpersönlich. Derek war nicht nur ein Soldat gewesen, sondern ein Mensch.
„Kannst du deine Mama holen? Ich bin eine Kollegin deines Daddys!“
Lucas Augen fingen zu strahlen an, dann nickte er erneut und hetzte ins Haus. Sie sah ihm nach und einen Moment schweifte sie ab und dachte an Farah. Die Kritischen Tage waren vorbei und sie hatte trotzdem ein schlechtes Gewissen, dass sie ihr Kind für ein paar Stunden alleine ließ. John war zwar bei ihr, doch wenn es ihr wieder schlechter gehen sollte, wäre sie nicht dort.
Lucas hatte die Tür offen stehen lassen und Lily trat einen Schritt herein. Sie war hier das erste mal, Monica kannte sie nur, wenn sie Derek am Stützpunkt besucht hatte.
Im Flur hingen etliche Bilder und Urkunden die Derek bekommen hatte. Auf einem der Fotos war auch sie zu sehen, es war auf seinem Geburtstag vor knapp 2 Jahren gewesen.
Man hatte sie und John beim Essen fotografiert während im Hintergrund das Geburtstagskind faxen machte. Lily schloss die Augen und versuchte die Tränen zurück zu halten. Sie versuchte sich zusammen zu reißen und atmete tief durch.
Da kam Monica vom Garten herein und ihr Gesicht sprach Bände. Sie schluckte und wandte sich dann an ihren Sohn.
„Lucas geh bitte raus und schau mal ob du deiner Schwester beim Malen helfen kannst!“
Der 7 Jährige runzelte die Stirn und wollte widersprechen, aber seine Mutter sah ihn ernst an.
„Ok!“, maulte er und lief hinaus. Erst als seine Mutter sicher war, dass er sie nicht mehr hören konnte sah sie wieder zu Lily und ihr liefen bereits die Tränen über die Wangen.
„Wie?“, fragte sie stockend, doch Lily konnte und durfte es ihr nicht sagen. Daran musste sie sich halten, es war ein Befehl, so gerne würde sie ihn sich widersetzen.
„Monica...“
Lily brach ab, wortlos nahm sie die Hand der Frau und legte ihr die Schatulle hinein. Die rothaarige Frau schluchzte und öffnete langsam den Deckel.
Darin befand sich ein Tuch aus Samt und sie legte die Enden zur Seite, so dass die Hundemarken von Derek zum Vorschein kamen. Sie wusste nun, Derek würde in ein paar Tagen zurück kommen, aber nicht mehr zurück zu ihr, nach Hause. Sein neues Zuhause würde die Erde werden und sie konnte nichts mehr dagegen tun.
Monica schloss die Augen, schluchzte laut auf und Lily zog sie in ihre Arme.
Auch ihr liefen nun die Tränen über die Wangen. Sie weinte nicht nur um ihren Kameraden und Freund, sondern auch weil sie Angst hatte, das man irgendwann ihr die Hundemarken von John überreichen würde. Noch einmal würde Nadia ihnen sicher nicht helfen können und sie konnte diese Frau in ihren Armen so gut verstehen.
Monica hatte man einen Teil ihres Herzens und ihrer Seele genommen. Als Lilys Blick zum Garten hinaus ging, sah sie Lucas am Fenster stehen und in seinen Augen lag Erkenntnis.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 05.02.2008, 12:46 Titel: |
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| Was mir bei dieser Geschichte gefällt, ist wiederum dein Einfühlungsvermögen. Das ist ein schwerer Weg für Lily, und beim Lesen meint man wirklich, jeden einzelnen Schritt selbst zu fühlen. Irgendwie ist man am Ende zwar erleichtert, aber auch irgendwie niedergedrückt ... |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 14.02.2008, 00:04 Titel: |
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@Hyndara: Einfühlungsvermögen. Das sagst ausgerechnet du...
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Short-Cut: Es beginnt mit kleinen Schritten
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, PoV
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Immer wieder gerne! Würde ich mich sehr freuen!
35. Kleine Schritte
Lily saß neben dem Krankenbett ihrer Tochter und fütterte sie mit etwas Brei. Seit ein paar Tagen durfte sie Farah wieder selbst das Essen geben. Fast acht Wochen hatte man sie künstlich ernährt um zu verhindern, dass sie sich beim Essen verschluckte und ihre Lunge dabei belastete. Ein Monat hatten sie voller Angst bei ihr gewacht.
Die Situation hatte sich nach dem vierten Tag plötzlich wieder verschlechtert und es waren innere Blutungen aufgetreten. Sie hatten Farah erneut operieren müssen und Lily war John so dankbar, das er immer bei ihr war.
Sonst hätte sie die Sache nicht durchgestanden.
Danach war es der Kleinen besser gegangen und sie und John hatten die Nächte wieder schlafen können. Doch in den frühen Morgenstunden war Lily mit einen unguten Gefühl aufgewacht und hatte sich sofort angezogen. John war ihr gefolgt und als sie auf der Krankenstation angekommen waren, haben sie mit ansehen müssen, wie Joanne ihr Kind wiederbeleben musste.
Das kleine Kinderherz war stark belastet worden und als eine Schwester die geschockten Eltern an der Türe stehen hatte sehen, hatte sie sie hinaus geschoben und für die beiden waren es die schwersten Minuten ihres Lebens gewesen.
Die Tür ging auf und John kam herein. Er lächelte, als er sah, wie gut Farah auf den Schoß ihrer Mutter saß und gierig den Happen Essen schluckte. Sie machte Fortschritte. Kleine, aber es war immerhin ein Anfang. Sie musste noch über einen Nasenschlauch mit Sauerstoff versorgt werden, was ihr hin und wieder gar nicht passte und dann zum quengeln an fing. Aber dieses Quengeln zeigte, das in ihr noch das Leben war und diese Bestätigung, war für ihn das wichtigste.
Lily hielt ihr wieder Brei hin, aber sie wollte nichts mehr und patschte mit ihren Händchen auf den Löffel. Ihre Mutter stellte das Essen auf den Tisch, wischte Farah ab und gab sie John. Er küsste sie auf die Wange und fuhr ihr über die Nase.
„Hallo mein Schatz!“
Farah lächelte und brabbelte irgendwas vor sich hin.
„Onkel Carson hat erlaubt, dass wir ein wenig spazieren gehen dürfen!“
Das Mädchen tastete mit ihren Händen in Johns Gesicht, drückte seine Backen und quiekte auf.
„Sie freut sich auf jeden Fall darauf!“
Lily lachte und zog dem Kind eine Jacke über und nahm dann die Sauerstoffflasche an sich. Sie sollte noch eine Woche damit leben, dann wollte Carson sie erneut untersuchen und danach könnte sie wahrscheinlich entlassen werden.
Auf den Weg durch die Gänge sah sich das kleine Mädchen in ihrem Kinderwagen interessiert um und freute sich ungemein, immer wenn jemand an ihnen vorbei lief.
John zog Lily, die den Buggy schob, zu sich, sie waren einfach nur glücklich, dass es ihrem Kind wieder besser ging.
Im Kontrollraum angekommen, setzten sie sich auf eine Bank und Liz kam zu ihnen. Nach ein paar Minuten fing Farah zu protestieren an, da man sie ihrer Meinung nach nicht beachtete. Lily nahm die Kuscheldecke, legte sie auf den Boden und hob die Kleine heraus.
Sie wollte sie auf den Boden setzen, als Farah ihre Füße ausstreckte, sich an den Händen ihrer Mutter festhielt und einen Moment sicher stand. Glucksend strahlte sie ihre Eltern an und hob das Beinchen. Allerdings war ihr Gleichgewicht noch nicht so stark ausgeprägt und sie plumpste auf den Boden. Kurz verzog sich ihr Gesicht, John ahnte, was kommen würde und reagierte sofort.
„Deeedee! Deeedee!! Deeee...“
Bevor ein Sireneartiges Geschrei durch den Raum hallen sollte, reichte er ihr den Teddy und die Welt war für das Kleinkind wieder in Ordnung.
Quietschend brabbelte sie und schmiss das Kuscheltier von sich. Bevor jemand etwas tun konnte, robbte sie hinterher und langte danach. Dann erfasste sie die Lehne der Sessel und zog sich hinauf.
Farahs Gesicht hellte sich auf und wollte vor Freude mit ihren Händen winken.
Das Gleichgewicht war wieder fort und bevor sie wieder auf ihren Popo landete, griff John nach ihr.
Er setzte sie auf seinen Schoß und sah seinen kleinen Mädchen zu, wie sie die Nase des Teddybären intensiv musterte und immer wieder ihr Deeedeee von sich gab. Zärtlich strich der Vater über den Haarschopf seiner Tochter und Lily schluckte.
Sie konnte in dem Moment niemanden sagen, wie ergriffen sie war. John bemerkte es, küsste sie auf die Wange und lächelte sie stolz an.
Es waren kleine Schritte, aber es würden sicher noch weitere folgen. Diese würden größer werden und schon bald müssten sie ihr Kind von der Hand nehmen und es alleine in die Zukunft gehen lassen.
Ende |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 26.02.2008, 10:52 Titel: |
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Short-Cut: Eine interessante Entdeckung
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, Humor
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist aus "House of The Rising Sun"
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
36. Farah on Tour
Elizabeth saß in ihrem Büro und las gerade einen Bericht durch, als sie Kinderlachen hörte und stand auf. Sie warf einen Blick hinab zum Torraum und sah wie das 19 Monate alte Mädchen die Treppen erklomm und sich dann vor den Soldaten, der Wache hatte hinstellte.
Sie legte ihren Kopf schief und der junge Mann blieb stehen. Liz konnte nicht verstehen, was Farah sagte, nur wie sie auf ihn deutete und der Sergeant in die Hocke ging. Er lächelte das Mädchen an und reichte ihr die Hand.
„Farah!“
Kaum hatte man den Ruf vernommen, tauchte die Verursacherin auf und nickte dem Soldaten zu. Elizabeth verließ ihr Büro und lauschte dem Disput der nun begann. Farah hatte überhaupt keine Lust mit ihrer Mutter wieder mit zu gehen und verzog den Mund um zu schmollen. Schmunzelnd lachte Liz in sich hinein.
Irgendwoher kannte sie diesen Blick besonders gut. Sie musste John darauf einmal ansprechen.
„Willll net!“, jammerte Farah, als Lily sie in die Arme nahm und wieder den Kontrollraum verließ. Lächelnd wandte sich Elizabeth wieder ab und wollte in ihr Büro zurückkehren, als Teyla die Treppen herauf trat und den Kopf schüttelte.
„Farah ist vor dem Baden geflüchtet!“
Nun lachte Liz auf. Die Stimmungsschwankungen des Mädchens wechselten sich diese Tage fast stündlich ab und nun hatte die sonst Wasserratte, keine Lust mehr sauber gemacht zu werden. Es war schon erstaunlich wie sehr das Kind das Leben in Atlantis verändert hatte. Sie hatte das Gefühl, dass seit dem alle freundlicher miteinander umgingen.
Als John ein paar Stunden später nach der Besprechung den Kontrollraum verließ, sah er einen Zettel an einen der Säulen hängen und rieb sich nachdem er ihn gelesen hatte, nachdenklich die Stirn.
Jemand hatte zusammengefasst was in den letzten Wochen verschwunden war. Von Wissenschaftlern bis Soldaten, alle vermissten einige persönliche Dinge. Es war egal was.
Brillen, Kugelschreiber, Kissen, Bücher. Neu auf die Liste waren am heutigen Tage ein paar Schuhe gekommen, die ein Sergeant im Trainingsraum vergessen hatte.
Bis jetzt tappten sie noch im dunkeln, wer diese Sachen stahl, vor allem warum diese gebraucht wurden. McKay hatte bereits Farah in Verdacht gehabt, doch im Kinderzimmer waren die Sachen nicht aufgetaucht.
Er hatte selbst auch einen Moment daran gedacht. Sie war ein richtiger Wildfang, seit sie immer besser laufen konnte und verdrehte bereits in ihrem Alter die Köpfe der Soldaten. Die Männer waren total vernarrt in sie und das nutzte sie hin und wieder richtig aus. Wie sollte das nur werden, wenn sie älter war. John räusperte sich und ging den Flur weiter. Als er sich seinen Quartier näherte hörte er einen Singsang, der sich immer wiederholte.
„Blume blühen. Blau, Rot. Blume blühen!“
Als er um die Ecke trat, wunderte er sich einen Moment über die Wandmalereien und grinste dann. Er konnte sie zwar noch nicht sehen, aber er vernahm ihre kindliche Stimme, die hinter einem Schrank vorkam. John schlich sich langsam herum und sah dann Farah am Boden sitzen und konzentriert Blumen an die Wand mit Kreide malen. Er lehnte sich an den Schrank und beobachtete sie eine Weile.
Jemand tippte ihn auf die Schulter und er blickte Elizabeth ins Gesicht. Die Expeditionsleiterin hatte ein Schmunzeln auf den Lippen und schüttelte dann belustigt den Kopf.
„Nun ja, die Idee ist nicht schlecht!“, meinte Liz mit einen weiteren Blick auf die Wand und John kniete sich zu seiner Tochter herab. In dem Moment trat Lily zu ihnen und sie hob aufgebend die Hände.
„Nur mal 5 Minuten kehr ich der Madam den Rücken!“
Farah, die das Malen nun unterbrach, sah zu den Erwachsenen auf und strahlte sie der Reihe nach an. Dann wischte sie sich mit ihren Kreideverschmutzen Händchen durch das Gesicht.
„Ach Farah!“, stieß Lily aus.
„Baden!“, gluckste das Mädchen.
„Daddy auch!“
Sie fuhr auch ihrem Vater über die Backen, so dass er nun einen blauen Streifen darauf hatte und Elizabeth lachte auf.
Weit nach Mitternacht regte sich im Kinderzimmer der Körper im Bett und arbeitete sich aus seinen Schlafsack. Farah krabbelte zum Ende des Bettes und versuchte das große Kissen, das dort lag, weg zu schieben. Ihre Mutter hatte die Öffnung der Stäbe verdeckt und hoffte einfach, Farah würde es dann aufgeben. Das Mädchen biss sich auf die Lippen und angestrengt zog sie daran. Dann endlich rutschte es weg und sie kletterte aus ihren Bettchen.
Langsam lief sie zur Tür und blickte dann einen Moment ratlos drein. Dann öffnete sie sich plötzlich und Farah lächelte.
Das gleiche passierte an der Tür, die zum Flur hinaus ging und Farah tapste mit ihren Schlafanzug den Gang entlang. Sie kam an einer Vase vorbei, die neu aufgestellt worden war und das Mädchen zog die Blumen heraus. Sie hinterließ eine Spur aus Wassertropfen und leise murmelte sie „Schöne Blume“ vor sich hin.
Die Treppen die zu den Oberen Etagen hinauf führten machten Farah schnell wieder müde, aber sie wollte unbedingt die Blumen zu den anderen Sachen legen. Außerdem hatte sie noch nicht mit den Schuhen gespielt, die waren doch so schön rot.
Farah erreichte einen leeren Flur und kam zu einen Fenster. Langsam ging sie darauf zu und sie berührte die Wand. Plötzlich war das Kind aus dem Gang verschwunden und stand in einen schwach beleuchteten Raum. Glucksend lief sie auf den Kissenstapel zu und setzte sich darauf. Die Blumen legte sie zu den kaputten Socken, einer grauen Brille und Kugelschreibern. Sie griff nach den Schuhen und zog die Schnürbänder heraus um damit zu spielen.
Etwas zischte und Farah zuckte erschrocken zusammen. Sie spürte wie die Luft wärmer wurde und aus dem Sockel in der Mitte fuhr ein Gegenstand heraus. Es leuchtete und Farah fand sofort Gefallen daran, doch sie kam nicht weit genug hoch. Verärgert setzte sie sich auf die Kissen und beobachtete es weiterhin. Das Licht machte sie schläfrig und nach einer kurzen Zeit war sie eingeschlafen.
Lily erwachte, da jemand sie mit ihren Haaren an der Nase kitzelte. Sie schlug die Augen auf und John grinste sie an.
„Guten Morgen!“, flüsterte sie und streckte sich ihm entgegen um einen Kuss zu bekommen. Zärtlich berührten sich ihre Lippen und John drückte seine Frau an sich.
„Ich dachte, wir könnten das ausnutzen. Farah schläft heute länger!“, meinte John nach dem Kuss und Lily lächelte.
Während John sich anzog, ging Lily in das Kinderzimmer zum Fenster und zog den Rollo hoch. Als sie zum Bett blickte sah sie das verschobene Kissen und Lily schüttelte den Kopf.
„Die Junge Dame schafft aber auch alles!“
Sie blickte sich um. Die Tür war zu gewesen, also musste Farah irgendwo im Zimmer sein.
„Guten Morgen Fräulein! Na komm mein Schatz, raus aus deinem Versteck!“
Nichts tat sich und Lily öffnete den Kleiderschrank, doch da war kein Kind. Sie schaute sogar unter das Bett, aber Farah war nicht mehr im Zimmer.
„John!“
Er trat zu ihr und sah sie fragend an.
„Was ist los?“
„Farah ist weg!“
„Weg?“
Lily erzählte ihm alles und John runzelte die Stirn.
„Zieh dich an. Wir werden sie orten lassen. Und ich habe gedacht, solche Szenen bleiben mir wenigstens bis zu ihrer Pubertät erspart!“
McKay der im Kontrollraum war, sprach mit Elizabeth gerade über die verschwundenen Blumen, als die Eltern zu ihnen kamen. Sie sahen etwas gehetzt aus und baten den Wissenschaftler, ihre Tochter zu suchen. Derweil erzählte Liz ihnen die Sache mit den Blumen.
„Blumen sind für Farah das wichtigste. Wenn sie heute nacht herum gestreunert ist, wird sie die Pflanzen sicher mit genommen haben!“, sagte Lily und sah John an, während McKay die Daten eingab.
„Von mir hat sie das sicherlich nicht!“
Elizabeth verdrückte sich das Lachen, als John seiner Frau die Zunge bleckte. Er wurde oft genug damit aufgezogen, dass er seine Tochter zu sehr verwöhnte, aber sie war sein ein und alles. Da hatte er so etwas zu dürfen, verteidigte er sich jedes Mal. Es piepste und McKay blickte auf den Monitor.
„Da haben wir sie ja!“
John machte sich mit Rodney und Lily in den besagten Korridor auf. Dann standen sie mit dem Lebenszeichendetektor dort und runzelten die Stirn. Ein vierter Punkt leuchtete genau vor ihnen, doch da war nichts. Lily sah über Johns Schulter auf das Antikische Gerät und dann wieder das Fenster an.
„Und wenn sie außerhalb ist?“, fragte sie besorgt und Rodney schüttelte den Kopf.
„Das hätte uns der Computer angezeigt!“
Lily ging dennoch auf das Fenster zu, wollte sich vergewissern, als sie spürte wie sich ihre Haare auf dem Arm aufstellten. Dann wurde einen Moment alles um sie dunkel, ehe sie in einem Raum stand und Farah am Boden auf den Kissen schlafen sah. Jetzt da sie wusste, was sie tun musste, trat sie auf die Wand wieder zu und kam vor John zum stehen, der sie irritiert anblickte.
„Was?“
„Ich hab sie!“, lächelte Lily und zog John an der Hand zurück in den Raum.
„Warten Sie!“, rief Rodney und schloss ängstlich die Augen, ehe er auf das Fenster zu ging.
„Wow!“, stieß John gerade aus, als der Wissenschaftler angekommen war und sah sich einen Moment um. Dann wusste er worauf sich das Wow bezog und schnellen Schrittes war er auf das Podest zu gegangen.
„Ich glaub das nicht!“
Rodney besah sich eine der Konsolen und aktivierte sie. Derweil hatte sich Lily neben ihre Tochter gesetzt und vorsichtig geweckt. Farah öffnete verschlafen die Augen, rieb sich den Schlaf daraus und lächelte ihre Mutter an.
„Geheim!“, sagte sie und legte ihren Finger auf den Mund. John nickte seiner Tochter zu und machte die Bewegung nach. Dann wandte er sich, mit einer Sorge weniger, zu McKay, der interessiert die Daten begutachtete. Der Mann merkte, dass er beobachtet wurde.
„Hier steht, dass es noch einige solcher versteckten Räume gibt! Wo sie sich befinden, tja, dass kann man nur per Zufall herausfinden. Dieser Raum hat sich Farah gezeigt, weil sie die Sachen verstecken wollte!“
„Ob die Antiker Harry Potter gelesen haben?“
John sah Rodney an und der drehte sich Kopfschüttelnd wieder der Konsole zu.
Rodney zeigte kurz darauf Elizabeth den Fund und untersuchte dann das ZPM. Es war noch geladen und er hoffte, wenn sie das ZPM anschlossen, dass sich die anderen Räume den Bewohnern zeigen würden, ohne dass man einen bestimmten Grund bräuchte.
Lily hatte nachdem sie Farah etwas zu Essen gegeben und umgezogen hatte, einen Korb besorgt und die geklauten Sachen darin eingeräumt um mit ihrer Tochter sie wieder ihren rechtmäßigen Besitzern zurück zu geben.
Als Dr. Zelenka seine geliebte Brille wieder zurück bekam, sah er Farah ernst an, aber sie blickte ihn aus ihren treuen Kinderaugen so bittend an, dass er sie lachend auf den Arm nahm und ihr vergab.
Am folgenden Abend war das Mädchen zwar erschöpft, doch sie rannte ununterbrochen im Quartier herum, als würde sie so ihre Erlebnisse des Tages verarbeiten wollen. Lily hatte es aufgegeben ihr zu folgen und sah ihr von der Couch aus zu. Als John eintrat, lief sie ihren Vater beinahe über den Haufen.
„Solltest du nicht schlafen?“, fragte er und hob sie hoch.
Farah schüttelte den Kopf und entdeckte dann die Gitarre, die in der Ecke stand.
„Titarre Daddy! Dann schlafen!“, sagte sie mit fester und überzeugender Stimme, so dass John nach gab und sie in ihr Bettchen legte. Dann holte er die Gitarre und setzte sich auf den Boden. Lily lehnte am Türrahmen und lauschte wie ihre Tochter der sanften Melodie. Sie schloss genießerisch die Augen, es war ihr Lieblingslied.
„Hmm, Hmmmm, Hmm, Hmmmm...“
Anfangs summte John, dann sang er leise und man sah wie Farah mehrmals zu gähnen anfing. Seine Stimme war so wundervoll wenn er sang.
Farahs Lider fielen ihr langsam zu und ihr Atem wurde gleichmäßig.
„…Im going back to New Orleans. My race is almost won, Im going back to spend the rest of my life. Benieth the rising sun…”
John lächelte, die letzte Strophe erklang, ehe er noch ein paar Akkorde spielte und dann seiner schlafender Tochter liebevoll auf die Stirn küsste.
Ende |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 07.03.2008, 17:27 Titel: |
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Short-Cut: Er brauchte den Schmerz der anderen...
Character: Sheppard, OC, Multi-Charakter
Kategorie: Drama, Angst, Romance, Friendship, Charakter Death, Rape, Torture
Rating: NC-17
Author’s Note: Ich will noch einmal darauf hinweisen, dass es deutliche Gewaltanwendung in der FF zu lesen gibt.
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
37. Pain
1 Jahr zuvor:
Der Körper der jungen Frau war schwer und als er ihn abhängte, glitt sie durch seine Arme und prallte auf den Boden. Das Geräusch eines brechenden Knochen, was nun folgte, ließ ihn das Gesicht verziehen, doch es würde ihr sowieso nichts mehr ausmachen. Sie war tot und er hatte noch einmal seinen Spaß gehabt, bevor er auf die Mission gehen würde. Er holte den Sack, stülpte ihn über den Leichnam und öffnete das Fenster.
Hier hatte seine Mutter die letzten Stunden ihres Lebens verbracht und er konnte sich noch an ihren überraschten Blick erinnern, dass der 12 Jährige Junge es tatsächlich wagte.
9 Jahre ist es nun schon her, als er sie getötet hatte und es war immer wieder wie ein Rausch wenn er sich an die stundenlangen Quälereien erinnerte.
Am gestrigen Tage war es wieder soweit gewesen; er hatte sich sein Opfer gesucht und er fragte sich, wie es wohl dort werden würde, wo er nun hin ging. Ob er sich solange beherrschen konnte, bis er Urlaub bekam. Vielleicht konnte er es wagen, dort ein wenig zu spielen...
Das alte Haus lag an einem Flusslauf und mit einen Platschen landete der schwere Sack in dem Gewässer. Das fahle Mondlicht zeigte noch mal kurz darauf, ehe die Dunkelheit es verschluckte. Er lächelte und verließ das Haus.
Zwei Tage später stand er mit mehreren Leuten vor der Rampe und sah zu wie das Tor angewählt wurde. Als der Ereignishorizont aufgebaut war, bekamen sie das OK und sie gingen los. In wenigen Sekunden, würde er diese Welt verlassen. Er sah noch mal kurz zurück, dann grinste er und trat hindurch.
..................................
1 Jahr später:
John saß auf dem Sofa und betrachtete schmunzelnd das Foto, was mit der Post vor einigen Stunden angekommen war. Darauf war Farah zu sehen, wie sie in einen kleinen Planschbecken saß und mit ihrer 3 Monate älteren Cousine spielte. Sie war mit ihrer Mutter für fast 2 Wochen auf der Erde. Brooke und Chris waren mit den Zwillingen und David im Urlaub und da hatte Tonia die Idee gehabt, das Lily mit Farah zu ihnen kommen könnte. Dann hätte Farah auch mal eine Spielgefährtin und außerdem würde sich Lily nach einem Haus in der Nähe ihrer Eltern um sehen. Sie hatten gemeinsam beschlossen, wenn Farah in das Schulalter kommen würde, dass sie Atlantis verlassen würden. John seufzte und blickte sich im Zimmer um. Es war so ruhig und er war das nicht mehr gewohnt. Er vermisste seine zwei größten Schätze die er in seinem Leben hatte und er freute sich sie in 1 ½ Wochen wieder in seine Arme schließen zu dürfen.
Rodney McKay blickte von seinen Unterlagen auf seine Uhr und merkte, dass in wenigen Minuten die Besprechung anfangen würde. Er streckte sich, nahm seinen Laptop und machte sich auf den Weg. Irgendwie fröstelte es ihn und er spürte wie es in dem Gang, wo er war, zog. Einen Moment später sah er auch die offene Tür, die auf einen der vielen Balkone führte, offen stehen. Rodney ging darauf zu und wollte sie schließen, als er sie sitzen sah. Um nichts zu riskieren, ging er wieder ein paar Schritte zurück und aktivierte sein Headset.
„Elizabeth! Sie will springen!“
Die Expeditionsleiterin saß schon mit seinen Teammitgliedern in ihrem Büro und sie runzelte die Stirn. Was hatte McKay denn nun wieder und wen meinte er mit Sie. Dies fragte sie ihn auch. McKay antwortete gereizt.
„Ich kenn doch nicht alle Soldatinnen die in Atlantis sind. Sie sitzt auf dem Geländer und sieht nach unten!“
Ein paar Minuten später erreichten die gerufenen McKay und sahen hinaus, wo die junge Frau noch immer saß. John erkannte sie sofort.
„Das ist Lieutenant Phillips!”
Liz sah ihn an.
„Ist Sie nicht nach ihrer Verletzung erst seit ein paar Tagen wieder hier?“
„Vielleicht denkt Sie nur nach!“, meinte McKay und John schüttelte den Kopf.
„Natürlich, weil Sie sich ja auch auf das Geländer setzen würden! Warum haben Sie uns überhaupt gerufen, wenn Sie nur nachdenkt?“
„Wir sollten Kate informieren!“, sagte nun Elizabeth, sah die Männer warnend an und rief die Psychologin über ihr Headset zu sich.
Die blonde Frau erschien kurz darauf und schnaufte. Sie war so schnell es ging gelaufen und versuchte ihren Körper erst zu beruhigen, ehe sie mit der Soldatin sprach.
„Hatte Izzy eine Mission in den letzten Tagen?“
Sheppard schüttelte den Kopf.
„Sie sollte mit ein paar anderen in der Waffenkammer Ordnung schaffen! Sie hatte sich freiwillig dazu gemeldet!“
Kate nickte und schloss einen Moment die Augen. Dann atmete sie aus und ging auf den Balkon.
Sie sagte nichts, wollte die Soldatin nicht erschrecken, sondern beobachtete Izzys gebückte Körperhaltung. Der Wind zerrte an ihren rötlichen Haar, welches sie zu einen Zopf gebunden hatte und sie wirkte so schmal, in der dunklen Kleidung, die sie anhatte. Nach ein paar Minuten blickte sich die Junge Frau um und sah Kate am Geländer stehen. Izzy liefen die Tränen herab und sie zuckte mit den Schultern.
„Ich kann nicht mehr!“, wisperte die Soldatin und sah die Psychologin wieder an, die sich ihr langsam näherte.
„Bitte, Doc, ich kann das nicht!“, weinte sie und Kate blieb stehen. Izzy blickte sie wieder an und in ihren Augen sah sie Angst und Verzweiflung.
„Diese Schmerzen. Ich halte das nicht mehr aus!“
„Izzy!“, flüsterte Kate und ging einen Schritt weiter. Sie war nur noch eine Armlänge von ihr entfernt. Izzy löste eine Hand von dem Geländer und auf dem Flur schloss Elizabeth einen Moment erschrocken die Augen, doch als sie sie wieder öffnete, saß die junge Frau noch da, nur hatte sie ihre Haare geöffnet und sie peitschten der Soldatin ins Gesicht.
Kate senkte den Kopf. Ihr musste etwas einfallen, um die junge Frau von ihrer Tat abzuhalten. Dann spürte sie wie Izzy ihre Hand leicht berührte und sie sah ihr ins Gesicht. Ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen, ehe sie Kate zu nickte und dann die Augen schloss.
„Es tut mir leid!“
Dann löste sie sich, Kate versuchte nach ihrer Hand zu greifen, doch sie erwischte nur noch Luft und der Psychologin liefen die Tränen herab. Eilig und fassungslos trat John auf den Balkon und blickte nach einigen Zögern hinunter. Der Wind frischte wieder auf und fuhr über seinen Körper. Er konnte sich nicht abwenden, sah der Gestalt beim fallen zu. Er wünschte sich, dass er jeden Moment aufwachte und dies nur ein Alptraum sei.
Liz stand vor Kate, die ins Leere starrte und sie hatte die Psychologin noch nie so aufgelöst gesehen. Sie nahm die Ärztin in den Arm, wo diese dann aufschluchzte. Elizabeth sah John erschüttert die Augen schließen und schnell den Balkon verlassen.
Es war ziemlich ruhig im Kontrollraum. Nicht nur, weil es schon Spät war, auch hatte Liz beschlossen aus Respekt der Toten gegenüber für zwei Tage die Missionen zu verschieben. Die Expeditionsleiterin saß in ihren Büro und las sich den Bericht der Obduktion von Carson durch, die er bei Izzy durch geführt hatte. Nachdem sie ein paar Zeilen gelesen hatte, schloss sie die Datei und rieb sich die Schläfen. Es reichte, wenn sie wusste, dass die junge Frau durch den harten Aufprall auf das Wasser das Bewusstsein verloren hatte und dann ertrunken war.
Ihr ging das Bild nicht mehr aus dem Kopf, als sie sehen hatte müssen, wie die Soldatin einen Moment ihre Hand auf Kates legte, etwas zu ihr sprach, erleichtert aufgelächelt hatte und dann sich nach vorne beugte um zu fallen.
Elizabeth schüttelte den Kopf, stand auf und trat an das Fenster ihres Büros. Sie sah einen der wachhabenden Soldaten vor dem Tischchen neben der Treppe verweilen, auf dem, mit einigen Teelichtern, ein Foto von Lieutenant Phillips stand. Der junge Mann senkte für ein paar Sekunden den Kopf, ehe er weiter ging.
Der Tod der jungen Frau hatte vor allem die Mitglieder ihres Teams getroffen, die sie als lebensfrohe und glückliche Person beschrieben hatten. Dr. Heightmeyer hatte sich, nachdem sie selbst wieder auf dem Damm war, um die Soldaten gekümmert. Elizabeth bewunderte die Psychologin, aber sie hatte Bedenken, das die Frau sich übernahm und nur Stärke beweisen wollte.
Der Toralarm riss sie aus ihren Gedanken, sie zuckte sogar etwas zusammen und Danny bestätigte ihr, dass es der IDC von Colonel Sheppard war. Der trat einen Moment später mit der Psychologin aus dem Ereignishorizont, welcher sich dann zischend schloss. John hatte vor einigen Stunden die Leiche von Izzy zur Erde gebracht und Kate hatte die Eltern der Soldatin aufsuchen wollen. Elizabeth kam den beiden entgegen und nickte ihnen zu. John warf einen Blick auf das Foto, dann sah er Liz an.
„Dr. Lam wollte Phillips noch mal selbst anschauen. Die Leiche ist also noch nicht freigegeben!“
Kate nickte zustimmend und berichtete dann in kurzen Worten, wie es Mrs. und Mr. Phillips aufgenommen hatten. Das sie es nicht glauben konnten, hatte sich Elizabeth schon gedacht.
Die Tage verstrichen und nach Atlantis kehrte langsam wieder Normalität zurück. Dr. Lam hatte einen kleinen Rest einer Droge bei Izzy gefunden und nachdem Dr. Beckett sich selbst auf der Erde davon überzeugt hatte, übergaben sie die Tote ihren Eltern.
Es war wieder einmal Abend und Liz schaltete ihren Laptop aus. Das war genug für heute. Sie beschloss noch etwas in der Stadt spazieren zu gehen und verließ ihr Büro. In einen der Flure kamen ihr zwei Wissenschaftler entgegen. Einer von ihnen hielt einen Brief mit Bildern in den Händen und hatte ein glückliches Lächeln auf den Lippen. Heute hatte es wieder Post von der Erde gegeben.
„Es ist ein Mädchen!“, konnte sie beim vorbei gehen verstehen und als sie einen Blick auf die Bilder erhaschte, erkannte sie, dass es Ultraschallbilder waren.
Sie lächelte und bog in den nächsten Gang.
Aus den Trainingsraum waren die Geräusche aufeinander schlagender Stöcke zu vernehmen, sie trat ein und sah gerade noch, wie Teyla sich vor Johns Angriff duckte und dann mit einen geübten Griff den Soldaten zu Boden brachte.
Der Soldat murmelte etwas vor sich hin, ehe Teyla ihm ihre Hand hinhielt, er sie ergriff und sich hoch zog.
„158!“, lächelte die Athosianerin und John schnaubte, als er sein Handtuch nahm und Elizabeth an der Tür stehen sah, die sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Dann zog sie die Augenbraue nach oben und wiederholte die genannte Zahl.
„Nach wie vielen Kämpfen? 158?“, neckte sie ihn und Teyla lachte auf. Er machte eine Grimasse und lachte dann auch. Die drei machten sich dann auf in ihre Quartiere und wünschten sich eine gute Nacht.
John öffnete die Türe und das Licht ging an. Er legte seine Trainingssachen auf die Couch und betrat das Kinderzimmer. Das Windspiel klingelte leise im leichten Windzug, der durch das gekippte Fenster kam. Auf dem Fensterbrett saß der große Teddybär, den das Team ihnen zur Geburt von Farah geschenkt hatte. Sonst hörte man immer fröhliches Lachen, doch durch die vorübergehende Trennung, da merkte er erst, wie sehr er seine Familie vermisste. Er lächelte und war Lily erneut unendlich dankbar, dass sie es geschafft hatte, ihn zu zeigen, was Liebe war. John blieb noch eine Weile stehen, dann machte er das Licht aus und begab sich unter die Dusche.
Der erste Sonnenstrahl kroch über das Wasser und erreichte dann die Stadt, ehe seine Brüder ihm folgten und die Sonne den neuen Tag begrüßte. Atlantis erwachte langsam und es wurde wieder mit vollem Tatendrang gearbeitet.
Elizabeth ging mit ihrer Tasse Kaffee durch den Kontrollraum und warf einen Blick in den Torraum, wo Major Lorne darauf wartete, dass sein Team vollzählig erschien um auf die bevorstehende Mission zu gehen.
Sie setzte sich in ihren Stuhl, fuhr den Laptop hoch und machte sich an ihre Arbeit. Als sie nach etwa einer halben Stunde einige Aufgaben erledigt hatte, fiel ihr auf, dass das Stargate nicht angewählt worden war und sie sah Major Lorne mit einer säuerlichen Mine, auf und ab gehen. Bei ihm standen nur zwei seiner Leute, die ebenfalls genervt aus der Wäsche schauten. Sie erhob sich und ging zu den Wartenden.
„Major, Sie sind noch nicht vollzählig?“
Der Soldat schüttelte den Kopf.
„Vor 10 Minuten sollten wir los. Und Sergeant Andersen hat es auch nicht nötig auf meine Nachfragen zu antworten!“
Liz zog die Augenbrauen nach oben und wandte sich an Danny.
„Orten Sie bitte Sergeant Andersen!“
Der Techniker nickte und gab ein paar Daten ein; dann runzelte er die Stirn.
„Seltsam!“, murmelte er und deutete einen Kollegen an, sich das anzusehen. Der zuckte mit den Schultern und Danny blickte zu Dr. Weir.
„Wir können sie nicht orten!“
Lorne wurde das zu dumm.
„Ich werde sie jetzt in ihrem Quartier aufsuchen!“, sagte er und verschwand aus dem Torraum.
Liz seufzte und machte sich wieder an die Arbeit, ehe sie keine 5 Minuten später von einer Durchsage auf dem Headset aufgeschreckt wurde. Da Carson so schnell wie möglich dort erscheinen sollte, hatte sie ein ungutes Gefühl und lief ebenfalls hin.
Sie erreichte das Quartier im selben Moment wie der Arzt und als sie es betrat, machte sie bestürzt mehrere Schritte wieder zurück. Sie merkte wie ihr Magen etwas rebellierte, aber sie atmete ein paar Mal tief durch, und sie spürte, wie ihre Übelkeit nach ließ.
„Major, informieren Sie Colonel Sheppard!“, sagte Elizabeth dann leise und der Soldat funkte seinen CO. Der kam kurz darauf und blieb wie erstarrt auf der Türschwelle stehen. Carson erhob sich, sah beide an und schüttelte traurig den Kopf.
„Hier ist ein Brief!“
Lorne hielt John einen Zettel entgegen und er nahm ihn.
„Die Schmerzen zerfressen mich. Ich kann nicht mehr. Es tut mir leid! Tyra“
Er blickte auf die junge Frau die in ihrem Bett lag, welches sich mit dem Blut aus ihren offenen Armen inzwischen vollgesogen hatte. John verließ mit einen Fluch auf den Lippen den Raum und auch Liz kehrte diesen Ort den Rücken.
„Schon der zweite Selbstmord, innerhalb von nur einer Woche. Das wird langsam unheimlich!“, meinte John und lehnte sich an den Tisch. Dann sah er Kate an, die neben Liz stand und in dem Bericht von Carson blätterte. Sie schloss die Akte und seufzte.
„Tyra war vor ein paar Tagen bei mir. Ich hatte das Gefühl, sie wollte mir was sagen, aber sie war einfach zu verschlossen!“
Einen Moment sagte niemand etwas.
„Und wie kamen sie an die Drogen? Das war doch zu riskant, welche einzunehmen, da Beckett einen nach jeder Mission untersuchte!“, sah Elizabeth die Anwesenden an, die nur mit den Schultern zucken konnten. Sheppard stieß sich vom Tisch ab.
„Lorne wird den Leichnam auf die Erde begleiten. Ich hab Carson angeordnet, er soll bei jeden Mitglied der Expedition einen Drogentest durchführen. Ich habe mich auch testen lassen, da ich nicht ausschließen kann, das man mich unwissend unter Drogen setzt.“
So geschah es dann auch. Kate ging diesmal nicht mit, da Tyra keine lebenden Verwandten mehr hatte. Dr. Lam behielt die Tote wieder mal bei sich, auch wenn sie Dr. Beckett vertraute, wollte sie auch noch mal alles selbst überprüfen.
Carson und Joanne brauchten einen ganzen Tag für die Tests und auf der Krankenstation herrschte Hochbetrieb. Levy kam sich wie in einen Ameisenhaufen vor, es wuselte nur noch von Menschen, die sich untersuchen lassen mussten. Aber es wurde bei keinem etwas gefunden und so standen sie bei der Drogensache immer noch vor einem Rätsel.
Er schüttelte den Kopf und grinste. Die hatten alle keine Ahnung. Das hätte er nie gedacht, dass es so leicht ginge. Er öffnete seinen Schrank, schob seine Uniformen zur Seite und klappte ein Brett zurück. Aus seiner Tasche zog er blondes Haarbüschel, besprenkelt mit Blut und legte es neben Tyras Bild. Daneben lagen ein paar rote Strähnen und der weiße BH, in dessen Körbchen das Foto mit der darauf lachenden Izzy lag. Er blickte auf das dritte Foto und lächelte fast liebevoll die Frau darauf an.
„Bald werden wir auch das Vergnügen haben uns zu unterhalten!“
Eine drückende, schwüle Luft lag über Atlantis und man konnte die Luft direkt flimmern sehen, wenn man über den Ozean blickte. Es war äußerst unangenehm in der Stadt und John hatte sich mit seinem Team vor ein paar Stunden durch eine Mission vor der Hitze aus Atlantis sozusagen gerettet und selbst Zelenka hatte sich freiwillig gemeldet, nur um hier wegzukommen.
Kate saß bei Elizabeth in deren Büro und massierte ihre Schläfen. Die Kopfschmerzen hielten schon einige Zeit an und selbst durch die Tabletten, die ihr Liz wissend überreicht hatte, wurden sie nicht besser. Sie hatten immer wieder die Akten der beiden Frauen durch gelesen, aber nichts gefunden.
Erneut pochte es hinter ihrer Stirn und sie gab es auf. Sie verabschiedete sich von Elizabeth und ging in den Kontrollraum, zu Danny, der sich eine Flasche Wasser an die Wange hielt, obwohl der Inhalt schon genauso warm war.
„Ich werde mich hinlegen. Wenn jemand etwas braucht, finden Sie mich in meinem Quartier!“
Der junge Mann schüttelte einen Moment den Kopf, da er gedöst hatte und richtete sich in seinen Stuhl auf. Er nickte dann Kate zu und seufzend machte sie sich auf den Weg.
Als sie vor ihrem Quartier ankam und die Tür öffnen wollte, spürte sie einen Pieks im Oberarm. Dann griff jemand um sie herum und legte ihr etwas auf den Mund, ehe sie merkte wie ihre Beine nach gaben und ihr schwarz vor Augen wurde.
Als Kate die Augen öffnete sah sie nichts. Jemand hatte ihr ein Tuch um den Kopf gebunden, außerdem hing sie mit gefesselten Armen an einer Wand. Es war frisch und es roch moderig, sie schloss daraus, das sie in den unteren Teilen der Stadt war. Sie zuckte zusammen, als etwas kaltes ihren Hals berührte und dann weiter über ihren Oberkörper wanderte. Ihr Herz schlug schneller und sie spürte wie ihr Puls vor Aufregung in die Höhe stieg.
„Sie sagen ja gar nichts, Dr. Heightmeyer!“, flüsterte ihr jemand in ihr Ohr und sie versuchte herauszufinden, wo sie diese Stimme schon einmal gehört hatte. Doch ehe sie weiter nachdenken konnte, spürte sie, wie der jenige, ihr ihre Weste aufknöpfte und dann die Ärmel zerschnitt. Das Kleidungsstück fiel raschelnd zu Boden und sie spürte die Kühle des Raumes noch mehr.
„Was wollen Sie?“
Kate versuchte normal zu sprechen, aber man konnte das Zittern in ihrer Stimme nicht überhören.
„Ihren Tod!“, zischte der Unbekannte und sie schluckte. Das war nur ein schlechter Traum, dachte sie und bemerkte erneut das Kalte an ihrem Hals. Sie war sich inzwischen sicher, das dies eine Klinge von einen Messer oder Dolch war. Was es genau war, konnte ihr eigentlich egal sein, es war beides dazu da, jemanden zu töten. Eine Hand strich ihr fast zärtlich über den Rücken zu ihrem Haar hinauf, wo sie liegen blieb und die andere sich mit der Waffe an ihren Haar zu schaffen machte. Sie spürte wie er ihr mehrere Büschel abschnitt.
„Meine Trophäe!“ hörte sie ihn vor sich her murmeln und dann lagen seine Lippen plötzlich auf den ihren.
Das Stargate wählte an, der IDC wurde übermittelt und einen Moment darauf traten 5 Personen hindurch. Donnergrollen und prasselnder Regen war zu hören und McKay pustete durch, da es in der Stadt inzwischen kühler war und auch seine Kameraden wirkten erleichtert. Sheppard ging die Treppe nach oben und fand nur ein leeres Büro vor. Überrascht und Stirnrunzelnd wandte er sich zu Danny.
„Dr. Weir ist nicht in ihrem Büro!“
Der Techniker lächelte. Ja, das sah man nicht oft, das die Expeditionsleiterin ihr Büro einfach so verließ.
„Sie ist in der Kantine! Soll ich sie rufen?“
„Nein, ist schon in Ordnung!“, meinte John und wollte sich auf den Weg zu Beckett machen um sich routinemäßig durchchecken zu lassen, als der Toralarm los ging und die Wachen sich bereitstellten.
„Wer ist es?“
Danny warf einen Blick auf den Bildschirm des Laptops.
„Die Erde!“
Auf dem Screen tauchte Dr. Lam auf und grüßte John.
„Ich habe Informationen, die Sie interessieren werden. Auf Lieutenant Phillips und Sergeant Anderson hatte ich fremde DNA gefunden und sie nun einer Person zu ordnen können. Einem gewissen Lieutenant Justin Blade. Er befindet sich seit einen Jahr in Atlantis!“
McKay der eben wieder den Kontrollraum betrat, hörte ihre Worte noch und sah Sheppard an, der sich im Kopf ein Bild von Blade machte.
„Rufen Sie Dr. Weir!“, sagte John und hörte dann der Ärztin wieder zu.
„Ich würde Ihnen raten, den Lieutenant fest zu nehmen. Die Spuren waren an eindeutigen Stellen!“
In dem Moment kam Elizabeth und John berichtete ihr in der Kurzfassung, was Lam ihm inzwischen erzählt hatte.
„Könnten Sie bitte Dr. Heightmeyer rufen. Blade hatte jahrelang einen Psychologen und vielleicht könnte Sie dessen Diagnosen eher verstehen, wenn ich Ihnen die Akten schicke!“
Liz bejahte es und versuchte die Psychologin mehrmals über das Headset zu erreichen, aber ohne Erfolg.
„Sie wollte schlafen!“, mischte sich Danny ein und wandte sich wieder den Laptop zu.
„Ich hole sie!“, sagte John und verließ den Kontrollraum um zu den Quartieren zu gehen. Er war nur noch wenige Meter vor ihrer Tür, als er etwas am Boden liegen sah und sich bückte, um es aufzuheben. Es war ein Headset. John versteifte sich und zog seine Beretta.
Langsam schlich er sich an die Tür und öffnete sie. Nachdem er den Raum gesichert und niemanden darin aufgefunden hatte, lief er wieder zum Torraum zurück. Er befahl Danny die Ärztin zu orten und zeigte Elizabeth seinen Fund.
„Das ist komisch!“, sagte der Techniker auf einmal und McKay drückte den jungen Mann zur Seite um sich selbst darum zu kümmern. Dann zuckte er die Schultern.
„Das System kennt ihre Daten nicht mehr!“
„Orten sie Blade!“
John hatte ein ungutes Gefühl. Auch Blade war unauffindbar und McKay rief Zelenka, da vier Augen mehr sahen und tun konnten, als zwei.
Justin saß auf den Stuhl vor Kate und betrachtete die Frau. Sie zitterte und man sah ihr die leichten Schmerzen an, die sie in den Armen nun schon vom stundenlangen hängen hatte. Er war enttäuscht. Der Kuss, sie hatte kein Gefühl für ihn gehabt.
„Warum?“, fragte sie auf einmal, er lachte und schlich leise um sie herum. Sie erschrak, als er sie plötzlich ruckartig an den Haaren zog.
„Ich verehre und rette sie! Nein, nicht nur sie. Alle Frauen!“
Dann ritzte er mit seinen Dolch ihr eine feine Linie auf ihre Wange, dass etwas Blut herausquoll und er leckte es ab.
„Ich bekomme ein seltsames Signal, welches das Ortungssystem stört. Es wird noch einen Moment dauern, bis wir es geknackt haben!“
John blickte zu den Wissenschaftlern, die hektisch an dem Problem arbeiteten.
„Hoffentlich hat Kate noch diesen Moment!“
In der Zwischenzeit hatte sich Dr. Lam noch einmal gemeldet und einige Daten geschickt. Sie hatte die Art der Todesfälle mit anderen verglichen und herausgefunden, dass drei Frauen in der Kleinstadt, aus der Blade stammte, auf die selbe Weise ums Leben gekommen waren, wie es inzwischen bei zweien auf Atlantis geschehen ist.
Langsam setzte er die Klinge auf ihren Unterarm an und fuhr ihn herab. Kate schrie vor Schmerzen auf und spürte wie sich die warme Flüssigkeit einen Weg über ihre Haut bahnte.
„Ruhig, ich werde dich retten!“
Justin küsste sie auf die Wange, fuhr mit seinen Händen über ihren Oberkörper hinab zu ihrer Hose und öffnete diese. Knopf für Knopf. Die Kühle auf ihrer Haut, ließ sie eine Gänsehaut bekommen und dann lag seine heiße Handfläche darauf, was sich wie Feuer anfühlte.
„Nicht!“, flüsterte Kate und spürte wie ihr schwummrig wurde. Dann fühlte sie seine Hände unter ihre Unterwäsche gleiten und er fasste sie an. Ein Ekelgefühl in ihr wuchs und als sie ihn in sich spürte, sein Stöhnen hörte, die Stöße ertragen musste, konnte sie nicht anders und übergab sich. Er schrie sie an, ohrfeigte sie, küsste sie.
Erneut glitt der kalte Stahl an ihrem anderen Unterarm hinab und benetzte sie mit ihrem Blut.
John ging genervt vor den Kontrollpulten auf und ab. Elizabeth stand mit verschränkten Armen vor ihrem Schreibtisch und las sich die Psychologischen Akten von Blade durch. Aber sie verstand nicht viel davon und ließ es bleiben.
„Rodney, wie lange denn noch?“
Der Wissenschaftler sah den Soldaten nur an und tippte wieder etwas in den Laptop. Inzwischen warteten Lorne und ein paar seiner Männer um mit den Colonel, Blade fest zu nehmen, schon seit fast einer halben Stunde, darauf, das sie los konnten. Der Major war ebenso angespannt wie sein CO und wollte gerade etwas sagen, als es piepste und McKay mit den Fingern schnippte. Dann kam auf dem Monitor ein Lageplan der Stadt und zwei Punkte in den unteren Bereichen blinkten ihnen entgegen.
„Na also!“
John nickte den Soldaten zu und sie machten sich auf den Weg.
McKay gab ihnen immer wieder durch, ob sie richtig waren und als sie den Flur erreichten, wo es nur eine Tür gab, lauschten sie, doch es war ruhig. Sie stellten sich in Position und John gab den Männern das Zeichen.
Blade erschrak als die Tür aufgesprengt wurde und sprang zurück.
„Werfen Sie die Waffe weg!“
Justin legte den Kopf schief und lächelte. Dann hob er die Hand und setzte zum Wurf an. Bevor er die Bewegung ganz ausführen konnte, fielen Schüsse und der Körper des Mannes schlug auf den Boden auf. Lorne und sein Sergeant sicherten die Waffe und stellten dann fest, das Blade noch lebte. Sie zerrten den Mann auf die Beine und schleppten ihn mit, auch wenn er vor Schmerzen stöhnte.
John wandte sich zu Kate und erstarrte. Sie hing schlaff an einen Seil gefesselt und sie war über mit Blut bedeckt.
„Petters, helfen Sie mir!“
Er hielt ihren Körper und der Lieutenant schnitt mit seinen Messer das Seil durch. Kate sank in seine Arme und behutsam legte er sie auf den Boden. Er entfernte das Tuch von ihren Augen und benutzte es um das Blut abzuwischen.
„McKay, Carson soll sofort kommen!“, brüllte John ins Headset und versuchte die Wunden zu verbinden, aber die Blutungen waren so stark, dass die Verbände sich damit voll sogen. Endlich erschien der Arzt und machte sich sofort an die Arbeit, aber auch er hatte hier Schwierigkeiten und so brachten sie Kate auf die Krankenstation.
John kam in die Krankenstation gestürmt, wo sich Dr. Levy um die Wunden von Blade kümmerte. Er hatte eine Schusssichere Weste unter seinen Hemd gehabt und war deshalb nicht schwerverletzt. Lorne stand daneben und passte auf, dass der Mann nicht flüchtete.
„Haben Sie ihm seine Rechte vorgetragen?“
Der Major nickte grimmig und Justin grinste John an.
„Er sollte überhaupt keine Rechte haben!“, knurrte Lorne.
„Ich habe sie gerettet! Alle, ich habe sie alle gerettet!“
Justin hob die Arme und sah zur Decke.
„Er wird es bezeugen!“
„Dreckskerl!“, zischte Lorne und musste sich beherrschen, dass er dem Mann vor ihm keine verpasste. Dann sah er den Colonel an.
„Wie geht es Dr. Heightmeyer?“
„Sie hat viel Blut verloren. Beckett ist mit ihr im OP. Er sagt, es sieht nicht gut aus!“
John fuhr sich durch die Haare und beobachte die Behandlung.
„Sperren Sie ihn dann in die Zelle. Ich werde ihn persönlich zum General bringen!“
„Ja, Sir!“
Sheppard ging hinaus, um in den Flur zu kommen, wo die OPs waren. Dort saßen McKay und Elizabeth und warteten darauf, das gute Kunde überbracht wurde. Es dauerte zwei Stunden, dann kam Dr. Levy zu ihnen und lächelte erleichtert.
„Kate ist zwar noch nicht über dem Berg, aber sie hat die OP gut überstanden! Es ist wie immer. Die nächsten 24 Stunden werden Gewissheit bringen!“
Liz atmete aus und fuhr sich müde über die Augen. John stand auf und dankte der Ärztin.
Dann begab er sich zu den Zellen. Dort wachte Lorne über Blade und sah zu dem Colonel, als er eintrat.
„Gehen wir!“
Evan nickte und öffnete die Zelle. Blade humpelte neben den Soldaten und sagte kein Wort. Im Torraum hob Justin kurz den Kopf, als würde er sich von Atlantis verabschieden wollen und wurde dann von Lorne vorwärts gestoßen, als das Wurmloch zur Erde stand.
Als die beiden Männer mit dem Verhafteten auf der Erde ankamen, kam General Landry in den Torraum.
„Er wird erwartet. Oben ist ein Wagen, der ihn sofort in die Geschlossene bringt!“
John nickte und übergab Blade einen Airman. Dann entdeckte er sie an der Türe und seine Augen fingen zu strahlen an. Landry der dies bemerkte, lächelte. Er wollte eben etwas sagen, als es einen Tumult gab, Lieutenant Blade mit seinen gefesselten Händen den Airman niederschlug, dessen Waffe nahm und auf Lily richtete, die Farah auf den Arm hatte. Bevor noch jemand reagieren konnte, drückte der Mann ab und John schrie auf.
„NEIN!“
Es war total still und Blade runzelte die Stirn. Um ihn herum bewegte sich niemand mehr, nur das Kind sah ihn aus ihren blauen stechenden Augen an. Alle Freundlichkeit war daraus gewichen und ein gefährlicher Glanz lag darin.
Als Justin seine Hand bewegte, merkte er wie die Luft schwirrte und es sah aus, als würde ein Tropfen auf Wasser fallen und Wellen dadurch aus lösen. Noch immer starrte das Mädchen ihn an und dann sah er wie sich die Kugel drehte.
„Was...“
Es war sein letztes Wort, die Zeit lief weiter und der Schrei von John hallte wieder durch den Raum. Das aufstöhnen des Mannes mit der Waffe in der Hand folgte einen Moment darauf und der Körper sackte zusammen. John eilte zu Lily, die sich an die Wand gedrückt hatte und auf ihre Tochter schaute, die ihren Blick nicht von Justin wandte.
„Ich dachte schon...“
John sprach nicht weiter und Lily nickte. Sie schloss die Augen und legte ihren Kopf an seine Schulter. John strich mit seiner Hand auf ihren Rücken und küsste sie sanft auf die Stirn.
„Daddy!“, lächelte Farah und streckte ihre Hände nach ihm aus. John nahm sie in seine Arme und Farah kuschelte sich an ihn. Er stellte sich so hin, dass sie nicht zu sehen musste, wie die Soldaten den Toten weg brachten und die Familie verließ kurz darauf mit Lorne das SGC, zurück nach Atlantis. Noch dachten sie, dass Blade sich selbst getötet hatte. Doch bald sollten sie heraus finden, was wirklich geschah; aber auf eine Weise, auf die sie gerne verzichtet hätten...
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 07.04.2008, 11:37 Titel: |
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Short-Cut: Wenn sie vorbeigeht, dann scheint es wie ein Feuerwerk...
Character: Lorne, Heightmeyer, Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: PoV, Romance
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist von Xavier Naidoo aus dem Lied „Sie sieht mich nicht”
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
38. Geständnisse
Er saß auf der Bank auf dem Pier und hatte die Augen geschlossen. Das Wellenrauschen beruhigte sein aufgeregtes Herz und die Aufgewühltheit in seinen Inneren verblich langsam – bis er sie erneut treffen würde. Als er sie vorhin wieder gesehen hatte, dieses Gefühl der Leichtigkeit hatte sich in ihm festgesetzt.
...
Wenn sie vorbeigeht,
dann scheint es wie ein Feuerwerk,
vor einem Himmel ist es sie die ich bemerke
...
Sie war erst seit ein paar Tagen wieder hier, hatte sich von ihren Verletzungen zu Hause bei ihrer Familie erholt. Ihre Arme waren noch verbunden, die Wunden verheilten nur langsam.
Er öffnete die Augen, als ein Schatten auf sein Gesicht fiel und blickte in Colonel Sheppards fragendes Gesicht. Bei ihm war Farah, die er an der Hand hielt und Evan freundlich anlächelte.
„Ist alles in Ordnung, Major?“
Evan nickte und schüttelte dann doch den Kopf. Vielleicht sollte er mit dem Colonel darüber sprechen?
John merkte, dass der Soldat etwas auf dem Herzen hatte und nahm neben ihm Platz. Farah, die ihre Puppe dabei hatte, ließ sich vor ihm auf den Boden plumpsen und fing zu spielen an.
Eine Weile schwiegen die Männer, sahen dem Kind zu oder einfach hinaus aufs Meer.
„Kate!“, sagte Lorne nur und John sah ihn von der Seite aus an. Das wurde aber auch langsam Zeit, das der Junge Mann dieses Thema ansprach. Es war schon lange nicht mehr zu übersehen, das er Gefühle für die Psychologin hatte und umgekehrt.
Nachdem Blade sie misshandelt hatte, war der Soldat nach Feierabend öfters auf der Krankenstation anzutreffen gewesen und alle hatten gedacht, die beiden würden sich dort vielleicht schon ihre Gefühle zu einander gestehen. Jeden Morgen hatten sie Carson ausgefragt, doch der Arzt hatte nur das gleiche berichten können. Lorne war vor ihrem Bett gesessen und hatte ihr beim Schlafen zu gesehen.
John schmunzelte. Lily hatte ihn gestern Abend von einen Gespräch erzählt, dass sie mit Kate im laufe des Tages geführt hatte. Die Psychologin wusste nicht wie sie sich den Major gegenüber verhalten sollte und ob es richtig war. Lily hatte ihr einen Rat gegeben und John würde diesen auch dem Jungen Mann neben ihm geben.
„Reden Sie mit ihr!“, sagte John nun und Lorne plusterte die Backen auf.
„Wenn das so einfach wäre!“
John stimmte ihm zu, aber dennoch.
„Es ist die beste Möglichkeit und nutzen Sie sie. Sie wissen genau so gut wie ich, dass der Frieden jeden Moment zu Ende sein kann!“
Evan nickte. Der Mann neben ihm sprach aus Erfahrung und er bewunderte den Colonel. Er hatte nie aufgegeben, auch wenn die Situation noch so schlecht ausgesehen hatte.
Farah stand auf und zupfte am Hosenbein ihres Vaters.
„Pippi!“, sagte sie und John nickte lächelnd.
„Die Pflicht ruft!“
Dann erhob er sich und nahm Farah hoch. Bevor er mit ihr los ging, sah er noch mal zu Lorne.
„Viel Glück!“
Am späten Abend lief Evan seine Runden und joggte eben an einen der abgelegenen Balkone vorbei, als er sie dort stehen sah. Seine Schritte verlangsamten sich und leise ging er darauf zu. Sie hatte sich an das Geländer gelehnt und genoss den warmen Wind mit geschlossenen Augen auf ihrer Haut. Ihre Haare waren seit kurzem dunkelbraun, aber ihm war es egal, welche Farbe sie hatten. Sie war für ihn immer wunderschön. Er wollte den Balkon betreten, aber was sollte er sagen? Was sollte er tun?
...
Je mehr ich mich ihr näher’
Desto ungeschickter bin ich.
Mein Körper, meine Stimme, mein Gesicht,
...
Als er so unentschlossen in der Tür stand, drehte sie sich um und sah ihn an. Ihre Wangen erröteten und Evan schluckte. Er atmete tief durch, dann ging er zu ihr und lehnte sich auch an das Geländer. Der Horizont färbte sich bereits in das dunkle Orange und die Sonne stand schon sehr tief. Evan suchte Kates Augen und versank in dem geheimnisvollen Blau.
Einen kleinen Moment sahen sie sich an, sie erwiderte seinen Blick, dann senkte sie ihren Kopf, aber ihm hatte es gereicht um darin lesen zu können. Er bemerkte ihre Nervosität, da sie sich an den Rändern ihres Verbandes kratzte und daran zupfte. Keiner von beiden traute sich den ersten Schritt zu machen und nach einer Weile, als niemand etwas gesagt hatte, sprang er über seinen Schatten.
Vorsichtig nahm er ihre Hand in die seine und Kate hob den Kopf um ihn anzusehen.
Ihre Augen musterten ihn und ein dankbares Lächeln entstand. Kurz fuhr sie mit ihren Fingerspitzen über seine Wange, ehe ihre Hand auf seiner Schulter liegen blieb und sein Herz klopfte wie verrückt. Als er ihre Hand drückte, konnte er ihren rasenden Puls fühlen. Sie senkte erneut den Kopf, dann zog sie ihn zu sich und legte ihren Kopf auf seine Brust. Noch während sie sich umarmten, tauchte die Sonne am Horizont hinab und verabschiedete sich.
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 07.04.2008, 11:38 Titel: |
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Short-Cut: Aus den Händen entrissen...
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV, Angst, Drama, Romance, Charakter Death
Rating: R16
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich sehr freuen!
39. Entrissen (Teil I)
Bimm, Bimm, Bamm,...
Es war kurz nach Mitternacht als Lily erwachte und meinte ein Geräusch zu hören. Es waren verschiedene Töne und sie schubste John an, der verschlafen die Augen öffnete.
„Was?“, murmelte er in sein Kissen hinein.
„Hörst du das?“, fragte sie ihn und erhob sich. Langsam ging sie an die Tür und hörte die Melodie noch besser. Lily erkannte, dass es aus dem Kinderzimmer kam und versuchte leise sich anzuschleichen, falls sich jemand darin befand.
Bimm, Bimm, Bamm,...
Sie öffnete die Türe und sah dann das Windspiel, welches sonst immer am Fenster hing, nun über dem Bett von Farah schweben und die Klangstäbe spielten eine Melodie, die sich nach La Le Lu anhörte.
Lily ging noch ein paar Schritte ins Zimmer hinein und bemerkte, das Farah wach war und das Windspiel mit ihren blauen Kinderaugen anstarrte.
Bimm, Bimm, Bamm,...
Als sie ihre Hand etwas hob, bewegte sich es auch und die Töne veränderten sich. Jemand berührte Lily am Rücken und sie zuckte erschrocken zusammen. John stand hinter ihr und sah gerade noch wie das Windspiel klirrend auf den Boden fiel und Farah zu weinen anfing.
Lily hatte Farah in ihren Armen, die nicht mehr zum Weinen aufhören wollte. Sie waren auf den Weg zur Krankenstation, weil sie und John sich Sorgen machten.
Als sie zum Transporter kamen, nahm John ihr das Kind ab und er versuchte sie zu besänftigen. Doch die Tränen kullerten weiter über die roten Bäckchen und die Augen waren schon etwas geschwollen. Die Schluchzer wollten nicht enden und sie atmeten auf, als sie endlich die Station erreichten. Da Carson zur Zeit auf der Erde war, kam ihnen Joanne entgegen. Sie hatte Nachtdienst und sah nicht so müde aus, wie das Paar sich fühlte.
„Was ist geschehen?“, fragte die Ärztin und ließ John Farah auf die Liege legen. Sie untersuchte das Mädchen und hörte Lily zu. Dann sah sie die Mutter erstaunt an.
„Sie hat das Windspiel bewegt?“
Lily nickte und John wollte etwas sagen, als sich das Stethoskop von Levy plötzlich von ihrem Hals entfernte und einen Moment in der Luft schwebte. Dann fiel es zurück und Farah wurde ruhiger und sie konnten zu sehen wie sie einschlief.
Keiner konnte sich dieses Schauspiel erklären, die Tests am nächsten Tag ergaben nichts und als Carson kurz darauf von der Erde wieder kam, vermutete er, dass dies an dem Antikergen liegen könnte. So sehr Lily auch ihre Tochter beobachtete, wiederholte sich die Sache nicht und sie dachten, es sei womöglich nur einmalig gewesen.
Teyla ging mit Lily, die Farah an der Hand führte durch das Athosianische Dorf und sahen sich die neuen Zelte an, die sie von ihren Handelspartnern bekommen hatten. Sie waren größer als ihre alten und es waren auch einige Menschen zu ihrem Volk hinzu gesiedelt.
Ein braunhaariger Mann kam aus einem der neuen Zelte heraus, lächelte Teyla an und verfolgte sie mit den Augen bis sie um die Ecke verschwunden waren. Lily stupste die Athosianerin an und die senkte mit roten Wangen den Kopf.
„Wissen wir da etwas nicht?“
„Leviat, er ist erst seit einigen Wochen hier!“
Teyla räusperte sich und Lily grinste. Unterwegs trafen sie Inja, die sich wieder sehr freute das kleine Mädchen zu sehen. Auch Farah hatte die Athosianerin liebgewonnen, die lange um ihre Tochter getrauert hatte. Die 10 Jährige Rina war bei einem Angriff der Wraith ums Leben gekommen und das einzige Kind von Inja gewesen. Nun hatte sie niemanden mehr, nur noch ihre Freunde. Sie hob Farah hoch und das Kind lächelte.
„Inja, Hallo!“, sagte sie und Inja strich ihr über den Kopf. Plötzlich hörte man Schreie und auch Schüsse waren zu vernehmen. Lily zögerte keinen Moment und zog die anderen mit. Sie mussten zum Stargate, einen Kampf könnten sie nicht gewinnen, sie hatten keine Waffen dabei.
„Durch die Büsche!“, rief Teyla und sie arbeiteten sich durch die Sträucher. Inja hatte Farah fest an sich gedrückt, sie wusste, das Lily in die Soldatenrolle geschlüpft war und sich mit Teyla umsah, wo sie unbemerkt flüchten konnten.
Es raschelte und die Frauen drückten sich tiefer in die Pflanzen hinein. Lily blickte besorgt zu Farah, aber das Mädchen war total still, als wüsste sie, was im Moment geschah. Sie wollte sich gerade wieder umdrehen, als die Veränderung in den Augen ihres Kindes sah. Dann spürte sie ein seltsames Kribbeln auf ihrem Körper und es wurde alles Dunkel.
Als Lily erwachte, hörte sie das knisternde Geräusch des Feuers und sie erhob sich langsam. Neben ihr lag Teyla, die noch bewusstlos war und sie rüttelte die Athosianerin leicht an der Schulter. Es dauerte einen Moment, dann schlug Teyla die Augen auf.
„Was war das?“, fragte sie und stand mit Hilfe von Lily auf. Die zuckte die Schultern, dann sah sie sich um, ob sie irgendwo Inja mit Farah sah. Sie gingen zum Dorf zurück, überall loderte Feuer an den Zelten und den Hütten. Es kamen ihnen einige aus dem Wald entgegen, darunter auch Halling. Lily lief zu ihm und fasste ihn am Arm.
„Hast du Inja gesehen?“
Er verneinte und Teyla fragte, ob er wüsste, was genau geschehen war.
„Es waren Schläfer der Genii, sie waren unter uns!“
Lily wurde ganz anders und sie rannte eilig ins Dorf. Sie hoffte, das Inja mit Farah hier her gegangen war und rief nach den beiden.
„Farah! Inja!“
Teyla konnte sie nicht zurück halten, auch in brennende Hütten zu sehen, doch sie fanden sie nirgends.
„Lily wir sollten nach Atlantis zurück!“, versuchte Teyla Lily am Arm zu halten, doch die Frau lief abwesend über die Felder und schrie immer wieder nach ihrer Tochter.
„Farah!“
Lily schrie sich die Seele aus dem Leib, sie musste ihre Tochter finden.
„Lily!“
Die Athosianerin packte die braunhaarige Frau an den Schultern und die sah sie mit ihren geschockten Augen fragend an. Dann wollte sie sich von ihr los reißen, aber Teyla ließ nicht locker.
„Lass mich. Teyla, wir müssen weiter suchen!“
„Wir beide alleine können zu Fuß gar nichts ausrichten. Wir müssen John Bescheid sagen! Verstehst du mich?“
Langsam begriff Lily Teylas Worte und ließ sich von ihr zum Stargate führen. Teyla wählte Atlantis an und kurz darauf gingen sie durch das Gate. Sie half Lily sich auf die Treppe zu setzen und bat Elizabeth John zu informieren.
Während die das tat, wurde Atlantis angewählt und nachdem ein Code von Ladon den Genii übertragen wurde, beschloss Liz das Schild zu schließen und sie warteten darauf, das jemand durch trat.
Ein paar Sekunden geschah nichts, dann fiel eine Person hindurch und ließ etwas aus seiner Hand gleiten. Dann schloss sich der Ereignishorizont zischend und es war still im Torraum. Lily hatte sich erhoben und das Blaue am Boden sofort erkannt.
Teyla kniete bereits bei der Person und musste feststellen das dies einer von Ladons Männern war. Man hatte ihn erschossen und er lebte nicht mehr. Dann sah sie zu Lily, die am Boden kniete und auch Teyla schnappte erschrocken nach Luft. In ihren Händen hielt sie einen der Blauen Kinderschuhe, die Farah getragen hatte. Ein Dolch steckte darin und Blut war darauf zu sehen. John erreichte gerade den Kontrollraum, als er sah wie seine Frau vor dem Stargate auf die Seite kippte und Teyla sich über sie beugte.
John saß besorgt neben Lilys Krankenbett. Sie war nach dem Fund des Schuhs zusammen gebrochen und Carson hatte ihr ein Beruhigungsmittel verabreicht. Nun wartete er darauf, das Lily demnächst erwachen und der Arzt mit der Untersuchen des Toten fertig werden würde. Er konnte es nicht fassen, dass man ein kleines Kind nun schon benutzte um Atlantis womöglich zu erpressen. Jemand blieb seitlich von ihm stehen und Carson hielt sein Datenpad in seinen Händen. Der Arzt räusperte sich und blickte noch mal kurz auf seine Informationen.
„Der Genii wurde bereits vor einigen Stunden getötet. An seinen Hand und Fußgelenken ist zu erkennen, dass er gefesselt gewesen war und in seinem Mund wurden Fasern gefunden. Man hatte ihn also auch geknebelt!“
John nickte, er wusste im Moment nicht, was er sagen sollte. Jetzt konnten sie nur noch warten, das es hoffentlich Forderungen gab. Und sie mussten Ladon erreichen, doch bis jetzt reagierte er nicht.
Inja schlug die Augen auf und wachte in einer dunklen und nassen Zelle, die mit Stroh ausgelegt war. In der Ecke lag Farah und schlief. Die Athosianerin wollte sich erheben, aber es war ihr nicht möglich.
Sie war an den Armen und Beinen mit Ketten am Boden gefesselt worden und konnte sich nur millimeterweiße bewegen. Sie versuchte dennoch sich zu bewegen und das Geräusch der rasselnden Ketten klang in ihrem Gefängnis so laut.
Schritte waren zu hören und sie blieb sofort ruhig liegen. Sie merkte, wie ihr Puls sich beschleunigte und das Blut durch ihre Adern gepumpt wurde. Quietschend öffnete sich die Türe und zwei Männer traten ein. Es war zu dunkel, sie konnte keinen der Beiden erkennen, doch als der eine zu dem anderen etwas sagte, wusste sie sofort wer er war.
„Du hast die falsche erwischt. Das ist nicht die Mutter des Kindes! Bveon du bist ein Idiot!“
„Aaaber ssssie hatte das Kind aaaauf dem Aaarm, Leviat!“, stotterte Bveon und sein Gegenüber schüttelte den Kopf und winkte dann ab. Eine weitere Erklärung hatte keinen Sinn mehr.
„Egal, mach von dem Kind das Bild und wir schicken es in die Stadt!“
Bveon nickte und wollte sich schon wieder abwenden, als Inja Leviats kalte Stimme hörte.
„Sag den andern, sie können mit der Frau machen, wozu sie Lust haben!“
Bveon kicherte und die Männer verließen sie wieder.
John befand sich in Elizabeths Büro und starrte unentwegt auf den Kinderschuh. Lily war vor wenigen Minuten wieder eingeschlafen, ohne ein Wort vorher zu sagen. Sie hatte ganz still da gelegen und ihre Hände betrachtet. Egal was er gesagt hatte, sie hatte nur die Schultern gezuckt.
Elizabeth saß in ihrem Bürostuhl und sah dem Mann zu, wie er in sich gekehrt vor ihr saß und man konnte seine Angst förmlich spüren. Er wurde vom Toralarm aus seinen Gedanken gerissen und sie folgte ihm eilig in den Kontrollraum. Danny nickte ihnen zu.
„Es ist der alte Code von Ladon! Eine Audio und Videoübertragung wird angezeigt!“
„Öffnen Sie sie!“
Ein Piepsen bestätigte es und einen Moment später, ertönte eine tiefe Stimme. Das Bild war dunkel und John konzentrierte sich auf das, was der Mann sagte.
„Seht euch das Foto genau an. Wer weiß wie lange ihr sie noch so betrachten könnt!“
Die Dunkelheit auf dem Monitor verschwand und ein Standbild erschien. Eine enge Zelle, und in der Ecke lag seine Tochter. Sie hatte die Augen geschlossen, es sah so aus, als würde sie schlafen. Dann schaltete die Videoübertragung ab und die Stimme meldete sich wieder.
„Mein Vater würde sich über dein Gesicht wahrlich freuen Sheppard, aber Ladon hat ihn leider umgebracht. Ihr werdet meine Rache nun zu spüren bekommen!“
Dann schloss sich das Tor und John sank langsam auf den Stuhl, der neben einer Konsole stand.
„Wen meint er?“, fragte Elizabeth laut in die Runde. John wusste es, wollte es aber nicht aussprechen.
„Kolyas Sohn!“, krächzte jemand und alle drehten sich zu Lily, die total Blass hinter ihnen stand. Niemand hatte bemerkt, dass sie seit einiger Zeit die Treppe herauf gekommen war und alles mit angesehen hatte. John sprang auf und zog Lily in seine Arme, da er befürchtete, sie würde zusammen brechen und auch er war sich nicht sicher, ob er sich nicht lieber setzten sollte.
Die Männer waren erneut in die Zelle gekommen und hatten Farah irgendetwas mit einer Spritze verabreicht. Hatte sie bis vor ein paar Minuten noch geschlafen, war sie nun aufgewacht und weinte. Das Kind hörte nicht mehr auf, es lag in der Ecke und schrie. Inja hätte dem Kind so gerne geholfen, aber sie war noch immer gefesselt und sah zu wie nun dieser Bveon die Tür öffnete. Das knarrende Geräusch machte ihr schon wieder Angst und der Mann trat mit einen Kastenähnlichen Gerät herein. Er stellte sich über Farah und grinste.
„Ja schrei nur laut. Das wird deinen Eltern gefallen!“
Nachdem er einige Minuten bei ihr geblieben war, verließ er sie wieder, allerdings traten zwei Männer zu Inja.
„Na, hast du Lust auf ein Spielchen?“
Inja schloss die Augen und spürte wie eine Hand über ihren Oberkörper glitt und dann unter ihr Hemd.
„Nicht vor dem Kind!“, flüsterte sie, doch es nützte ihr nichts. Grob rissen sie ihre Hose und die Unterwäsche vom Leib und vergingen sich mehrmals an ihr.
Inja blickte zu Farah, das Kind beruhigte sich nicht. Inzwischen hatte sie gar keine Tränen mehr, sie schrie nur noch und Inja wusste nicht, wie lange der Körper des Kindes dies noch durchhalten würde. Irgendwann ließen die Männer von ihr ab und gingen. Eine Träne löste sich und rollte über ihre Wange, dann schlief sie langsam ein.
Die neue Übertragung hatte Lily nicht ertragen können. Die Schreie ihres Kindes waren zuviel gewesen, nun lag sie in ihrem Quartier im Schlafzimmer und Carson betrachtete sie von der Tür aus. Der Schock war noch nicht aus ihr gewichen und sie hatte sich heimlich aus der Krankenstation davon geschlichen. Der Arzt wandte sich ab und ging in das Wohnzimmer, wo John auf der Couch saß und zu Boden blickte. Der Soldat war total hilflos.
Leviat stellte noch keine Forderungen, er wollte nur Rache für seinen Vater und er genoss es sicher, dass das Paar nichts tun konnte. Carson setzte sich auf den Sessel gegenüber und John sah auf. Der Blick des Mannes war dunkel und Angst lag darin.
„Wir müssen Farah finden!“
Die Stimme war belegt und John senkte den Kopf wieder. Carson räusperte sich.
„John, es wird sicher alles gut gehen!“
Der Soldat nickte, doch Carson merkte, da gab es noch etwas, was er ihm sagen wollte. Aber es kam nichts mehr. Der Schotte seufzte, dann erhob er sich und wollte zur Türe gehen, als er ganz leise Johns Stimme vernahm.
„Wenn es Farah nicht mehr geben sollte, dann hat Lily keinen Grund mehr zu Leben!“
Carson schloss die Augen. Ja, das hatte sie ihm auch schon einmal gesagt. Sie wusste, das es John unfair gegenüber wäre, aber sie hatte dieses Kind in sich getragen, es war ihr Leben und ihr Leib und sie wüsste nicht, ob sie es durchstehen könnte, ohne Farah weiter zu machen.
Die Schläge auf sie hatten endlich geendet und Inja lag mit Schmerzen zusammen gerollt an der Wand. Sie hatten ihre Fesseln gelöst und sie von dem Kind getrennt. Farah schlief unruhig in der Zelle neben ihr. Ihre kleinen Hände waren an den Gitterstäben der Zelle gefesselt.
Inja hatte es gewagt sie zu lösen, deshalb waren die Männer zurück gekommen und hatten sie nun so zu gerichtet. Ihr fiel das Atmen immer schwerer, sie wollte das Kind nicht zurück lassen, ohne Schutz. Sie musste Husten, es schmerzte sehr in ihrer Lunge und als sie in ihre Hand blickte, sah sie das Blut.
„Mama, du bist nicht allein!“
Inja zuckte erschrocken zusammen. Diese Stimme, sie könnte sie nicht vergessen. Als sie aufblickte stand neben Farah ihr kleines Mädchen.
„Rina!“, flüsterte Inja ungläubig und die Angesprochene lächelte. Ihr Körper war etwas durchsichtig und eine sanfte bläuliche Aura strahlte um sie herum.
„Ich werde dich begleiten!“
Injas Blick verschwamm einen Moment.
„Begleiten? Rina, wir können Farah nicht alleine lassen!“
Rina nickte und setzte sich neben Farah. Sie legte ihr die Hand auf die Stirn und Inja sah, wie sich Farah langsam beruhigte. Inja kroch langsam auf die Stäbe zu, fasste nach Farahs Hände und lächelte.
Sie spürte eine Berührung an ihrer Schulter und als sie zur Seite sah, stand neben ihr eine junge Frau mit langen schwarzem Haar. Diese Augen, sahen dem Kind so ähnlich.
„Vertraue ihr! Ich werde bei ihr sein!“
Inja fielen langsam die Augen zu.
„Wer bist du?“
Die Fremde lächelte nur und Rina kniete sich neben ihre Mutter. Ihr Körper erschlaffte und ein helles Licht glitt aus dem Inneren heraus, bevor es um Rina herum schwebte.
„Gehen wir nach Hause!“, flüsterte das Kind, griff nach dem Licht und sie löste sich auf. Und Farah war allein...
Fortsetzung folgt... |
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