Das Tor in phantastische Welten FanFictions, zu Stargate und anderen Serien, die dich in eine neue Welt bringen!

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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 30.09.2007, 21:57 Titel: Lilyreihe |
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Short-Cut: Eine Soldatin in Atlantis. Es ist der Kampf mit der Angst und dem Tod, der Beginn einer Freundschaft und Liebe, die auch immer wieder unter einer großen Probe steht.
Character: OC, Beckett, Sheppard
Kategorie: PoV
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
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1. Lily
Nachdenklich schlenderte die junge Frau in Atlantis umher. Morgen würde sie nun schon 1 Jahr hier sein. 1 Jahr in dieser wunderschönen geheimnisvollen Stadt. Morgen hätte sie auch Geburtstag.
Sie seufzte und wollte um eine Ecke gehen, als ein Wissenschaftler gegen sie stieß, sie säuerlich anschnauzte und mürrisch weiter zog. Sie murmelte ein „Sorry“ und senkte traurig ihren Kopf.
Anfangs hatte sie sich wahnsinnig auf diese Mission gefreut, aber jetzt wollte sie nur noch nach Hause. Sie vermisste ihre Freunde und ihre Familie.
Sie hatte hier eine gute Freundin gefunden und verstand sich mit ein paar Soldaten ganz gut, aber es war nicht dasselbe. Und seit Jessica bei einer Mission ums Leben gekommen war, hatten sich die anderen zurückgezogen, da sie das Bindeglied zwischen ihnen gewesen war.
Als ein Windstoß durch ihr braunes langes Haar fuhr, merkte sie erst, dass sie auf einem der Balkone angekommen war.
Von hier aus hatte sie einen wunderbaren Blick auf das Meer und die bald untergehende Sonne.
Sie stand eine Weile da, als ein Zischen hinter ihr andeutete, das jemand auf den Balkon getreten war.
„Herrlicher Abend heute!“, sagte eine männliche Stimme mit schottischem Akzent. Sie drehte sich zu ihm um und nickte.
Carson lächelte sie an.
„Freier Tag?“, fragte er und deutete auf ihre Freizeitkleidung. Sie bestätigte es und beobachtete einen Vogel, der über sie hinweg flog. Was würde sie geben, so frei zu sein und davon zu fliegen? Weit weg von allen Sorgen.
„Sind Sie neu hier in der Stadt?“, riss er sie aus ihren Gedanken und sie spürte einen Stich in ihrem Inneren. Sie hatte erwartet, dass wenigstens der Doc sie erkennen würde, so oft, wie sie schon nach jeder Mission von ihm untersucht worden war.
„Morgen bin ich 1 Jahr hier!“, antwortete sie leise und senkte ihren Kopf. Carson runzelte einen Moment die Stirn.
Dann schüttelte er den Kopf über sich selbst.
„Mein Gott, natürlich. Sie tragen Ihre Haare heute offen. Sergeant Lily Johnson!“
Lily nickte und schluckte. Der Klos in ihrem Hals wurde immer größer.
„Ist alles in Ordnung?“
Carson war ihr trauriger Blick sofort aufgefallen, als die junge Frau vorhin völlig in Gedanken an ihm im Gang vorbei gelaufen war.
Lily sah zu ihm und rang mit sich.
Sollte sie ihm ihre Probleme anvertrauen? Sie wollte eben etwas sagen, als sich erneut die Tür öffnete und Colonel Sheppard zu ihnen kam.
Er lächelte ihr freundlich zu, dann wandte er sich mit einer Frage zu Beckett.
Der konnte diese allerdings nicht hier, sondern nur in seinem Büro, wo er seine Unterlagen hatte, beantworten.
„Schönen Abend noch, Lily!“, verabschiedete sich der Arzt und Sheppard zwinkerte ihr zu.
„Bleiben Sie nicht zu lange auf, Sergeant. Morgen sind die freien Tage wieder vorbei!“
Dann waren die Männer im Gebäude verschwunden.
Lily drehte sich wieder um und verfolgte den Sonnenuntergang. Langsam lösten sich die Tränen und flossen stumm über ihre Wangen. Es wurde frischer und Lily wischte sich die Tränen fort. Sie holte mehrmals tief Luft, umgriff die Brüstung, schloss ihre Augen und lächelte.
Ende |
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Selana Schreiberling
Anmeldungsdatum: 20.09.2007 Beiträge: 179 Wohnort: Schwäbische Alb
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Verfasst am: 01.10.2007, 10:23 Titel: |
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Schöne kleine Geschichte.
Ich glaube, da hätte jeder Heimweh, wenn man so weit weg von zu Hause ist und sich kaum Kontakt sucht. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 02.10.2007, 14:55 Titel: |
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@Selena: Danke dir für die Antwort. Ja an dem Tag gings mir glaub ich nicht so gut. Deshalb ist das Kapitel so traurig geworden.
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Titel: Wünsch Dir was
Short-Cut: Eine Überraschung und Gespräche
Spoiler: Fortsetzung von "Lily"
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
2. Wünsch Dir was
„Danke für die Information, Carson!“, sagte John und der Arzt nickte.
„Ist noch etwas?“, wollte er wissen, da der Colonel noch immer am selben Fleck stand.
„Mir geht nur Lilys trauriger Blick nicht aus dem Kopf. Ich denke, sie wollte Ihnen etwas erzählen, als ich kam!“
„Könnte sein. Ich hab sie erst nicht erkannt in ihrer Freizeitkleidung. Sie hat übrigens morgen Geburtstag!“, erzählte Carson und da es nichts mehr zu sagen gab, gingen beide wieder ihrer Arbeit nach.
John ließ sich schnaufend auf seine Couch fallen und trank einen Schluck Wasser. Er hatte mit Ronon noch ein paar Runden gejoggt und der Satedaner war natürlich wieder schneller gewesen als er. Jetzt, wo sich sein Körper langsam entspannte, dachte er wieder an Johnson. Kein Wunder, das sie traurig war. Sie hatte erst vor kurzem eine Kollegin und Freundin verloren. Und so wie es aussah, hatte sie auch nicht Dr. Heightmeyer aufgesucht.
Die Psychologin hatte ihn schon mehrmals darauf angesprochen, dass sie nach wie vor einige Soldaten nicht aufsuchten. Er hatte dann mit den Teamführern gesprochen und sie gebeten, ihre Leute auf Heightmeyers Angebot hinzuweisen. Aber er konnte die jungen Leute durchaus verstehen.
Er sprach auch lieber mit seinen Kameraden über seine Ängste und Probleme, als mit einem Psychologen, der diese Sorgen nicht verstehen konnte und eigentlich erwartete von den Soldaten beschützt zu werden.
John seufzte, machte seinen CD-Player an und ging duschen. Als er sich danach anzog kam ihm eine Idee und kurz darauf verließ er sein Quartier, um zu prüfen, ob er diese verwirklichen konnte.
Lily saß auf ihrem Bett und las sich den Brief von ihrer Mutter durch. Danny, der die Post ausgeteilt hatte, hatte ihn ihr vorhin, nachdem sie den Balkon verlassen hatte, übergeben.
`...Alles Gute, mein Kind.
Wir hoffen, du kannst dort, wo auch immer du bist, ein bisschen feiern.
Ich werde deinen Lieblingskuchen backen, wir schneiden ihn an deinem Ehrentag an und essen ein Stückchen für dich mit.
So bist du für uns immer noch hier. Wir vermissen dich, Lily!
Wünsch Dir was...´
Ihr liefen ein paar Tränen über die Wange und sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als es an der Tür klopfte. Wer könnte jetzt so spät noch was von ihr wollen?
Sie kletterte aus ihrem Bett und öffnete die Tür. Davor stand der Colonel und nickte ihr zu. Sie sah ihn fragend an und runzelte die Stirn, als er auf die Uhr blickte und vor sich hin murmelte. Dann blickte er auf und lächelte sie an.
„Herzlichen Glückwunsch!“, sagte er und hob den Korb hoch, den sie erst jetzt bemerkte. Etwas verwirrt dankte sie ihm und bat ihn herein.
Er stellte den Korb auf den Tisch, der an der Wand im Zimmer stand und holte zwei Teller heraus, auf denen Kuchenstücke lagen. Außerdem noch eine Kanne und zwei Becher.
Dann reichte er ihr eine Gabel und setzte sich auf einen Hocker. Da sie nicht reagierte sah er auf und musste lachen. Ihr verdatterter Blick war einfach goldig.
„Nun kommen Sie schon!“, meinte er schmunzelnd und sie senkte verlegen den Kopf. Dann nahm sie den Teller und setzte sich gemütlich auf den Sessel ihm gegenüber und probierte den Kuchen.
„Ist gut!“, nuschelte sie nach ein paar Bissen und John lächelte.
„Loben Sie die Kantinenköchin. Ich kann nicht backen!“
Lily grinste und nahm einen Schluck Kaffee zu sich.
„Danke, Sir!“
John schüttelte den Kopf.
„Nicht Sir. Sehen Sie hier jemanden? Ich bin John!“
Lily schluckte.
„In Ordnung, Sir... John! Entschuldigung!“
Er drohte ihr gespielt mit dem Finger und widmete sich wieder dem Kuchen.
Schweigend aßen sie weiter und John stellte seinen Teller schließlich zur Seite.
„Reden Sie!“, sagte er plötzlich und sah ihr fest in die Augen.
„Wa...Was?“, fragte sie überrascht und musste woanders hinschauen, da sie seinen Blick nicht standhalten konnte.
„Wenn Sie schon nicht zu Dr. Heightmeyer gehen oder mit sonst Jemandem darüber sprechen, können ihre Augen nie mehr glücklich sein!“
Er bemerkte wie ihre Hand zitterte und sie schüttelte den Kopf.
„Lily, erzählen Sie mir doch einfach, was geschehen ist!“
Seine Stimme war ganz ruhig und sie schloss die Augen.
...können ihre Augen nie mehr glücklich sein...
Das würde Jessica nicht wollen, dachte sie und seufzte.
Ihre Augen waren immer noch geschlossen, als sie anfing von der Mission zu erzählen.
„Außer ein paar Tieren war nichts von irgendwelchen Lebewesen zu sehen gewesen und nachdem wir ein paar Stunden gelaufen waren, entschieden wir uns wieder umzukehren. Das Tor war in einen Tal umgeben von Felsformationen und wir liefen den Hang hinab. Major Greg und Lieutenant Bradley gingen vor uns.
Jessica berichtete von ihrem Urlaub in Neuseeland, denn sie war erst seit ein paar Tagen wieder auf Atlantis gewesen und wir hatten noch keine Zeit gehabt, darüber zu sprechen. Sie schwärmte von der herrlichen Landschaft und sie erzählte, was man dort alles unternehmen konnte.
Jessica hat sich dort mit ihrem Freund verlobt und zur Feier des Tages hatte er ihr das Angeln beigebracht. Ihr herzhaftes Lachen hatte durch das ganze Tal gehallt, da es nicht üblich ist so seine Verlobung zu feiern, ihrer Meinung nach. Dann sagte sie, dass sie gleich am ersten Tag etwas gefangen hatte und sie wollte mir zeigen, wie groß der Fisch war. In dem Moment, als ich mich zu ihr drehte, wurde sie getroffen und ihren Blick werde ich niemals vergessen.
Eine Sekunde glitzerten ihre Augen noch von den schönen Erinnerungen und darauf folgend waren sie leer. Leer und starr. Das Leben war aus ihnen gewichen. Ich habe mich neben sie auf den Boden fallen lassen, um den Schüssen auszuweichen und ihr letzter Blick brannte sich in meinen Kopf ein. Ich war wie versteinert, erst durch Gregs Schreie wurde ich aus meinen Gedanken gerissen und schoss zurück. Dann trugen wir sie nach Hause!“
Lily schluchzte auf und verbarg ihr Gesicht unter ihren Händen. John sagte nichts und ließ sie weinen. Er konnte sie gut verstehen.
„Colonel Sumner“, murmelte John vor sich hin und die junge Frau sah auf. Der Mann, der ihr gegenüber saß, wirkte in sich gekehrt und nachdenklich. Er spürte ihren Blick und sah sie wieder an.
„Ich habe ihn erschießen müssen...“
Lily nickte. Im Stargate Center hatte man von nichts Anderem gesprochen, nachdem es von Irgendjemandem in Umlauf gebracht worden war, was eigentlich niemand hätte wissen sollen.
„...Sumner flehte mich mit seinen Augen um seine Erlösung an. Ich hab darin Hoffnung und Trauer gleichzeitig erkannt und mir ist dabei wieder bewusst geworden, das der Spruch `In den Augen liegt die Kraft der Seele´ richtig ist. Dieser Soldat und Anführer hat mich, als Fremder, in diesem Moment in sein innerstes gelassen und sein wahres Ich gezeigt. Mir wäre es schon so schwer gefallen zu schießen, aber sein Blick; ich konnte es nicht. Und als er das bemerkte, nickte er mir noch einmal zu und schloss seine Augen. Diesen Moment wird man niemals vergessen, aber man muss lernen, damit zu recht zu kommen und da hat mir das Reden geholfen!“
Bestürzt hatte sie ihm zugehört und wusste nun, warum er so geschätzt wurde.
John räusperte sich, packte dann die Sachen wieder in den Korb und stand auf. Auch Lily erhob sich und folgte ihm zur Tür. Bevor sie diese öffnete umarmte sie ihn und er fuhr ihr kurz über ihren Rücken.
„Danke, John!“, sagte sie und er lächelte.
„Gute Nacht, Lily! Schlafen Sie gut!“
Dann verließ er ihr Zimmer und als sie ans Bett trat, sah sie auf den Brief ihrer Mutter. Lächelnd zog sie ihren Schlafanzug an und legte sich schlafen.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 02.10.2007, 16:35 Titel: |
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Mir fällt gerade auf, daß ich dir noch kein FB gegeben hatte *mirdaspeinlichist*. Also kommt jetzt die geballte Ladung von zwei deiner Geschichten:
Lily - Eine traurige junge Frau am Vorabend ihres Geburtstages. Mh, irgendwie liefen mir da Schauer den Rücken runter. Das erinnerte mich schon recht stark an etwas ... sogar an ziemlich viel. Naja, Geburtstage kommen und gehen. Und das ist ja letztendlich nicht das, was Lily bedrückt, nicht wahr?
Aber dazu dann mehr in
Wünsch dir was - Lilys Geburtstag, und noch immer ist sie traurig. Und jetzt kommt der Grund endlich heraus: Es geht um ihre Freundin Jessica, die (von wem auch immer) erschossen wurde auf einer Offworld-Mission.
Schön fand ich, daß Sheppard zu Lily kommt und sich ihr anbietet. Allerdings weiß ich nicht, ob er ihr die Sache mit Sumner so auf die Nase binden würde, muß ich zugeben. Er ist ja eigentlich ziemlich verschlossen, der gute John Sheppard. Also entweder hatt's ihn schon gepackt, oder ...
Ein schöner Anfang deiner Reihe. Da kann man jetzt doch nochmal in Ruhe nachlesen, ob man nicht vielleicht seinerzeit eine verpaßt hatte *zwinker*. Freu mich schon auf Fortsetzung (und irgendwann neue Storys *hoff*). |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 03.10.2007, 12:09 Titel: |
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@Hyndara: Wegen Johns Verhalten. Ich dachte mir, er müsste auch etwas sagen, nachdem Lily ihn schon ihr Herz ausgeschüttet hatte. Irgendwie als Gegenleistung.
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Short-Cut: Freundschaft oder doch Liebe?
Spoiler:
Character: OC, Sheppard
Kategorie: PoV
Rating: PG-13
Author’s Note: Die Songtexte gehören der Band „Glashaus“ aus dem Lied "Du"
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
3. Liebe?
„Mensch, Lily, komm wieder runter!“, meinte Ella und schüttelte den Kopf über ihre Freundin. Die Frauen waren seit ein paar Stunden wieder auf Atlantis und Lily schoss im Schießraum ihr ganzes Magazin leer.
„Warum geht es denn jetzt? Warum nicht vorhin!“, brüllte sie und Ella zog ihr kommentarlos die Schützer runter.
Lily hatte sich von einer Verletzung an ihrer Hand erholt und Carson hatte sie wieder für einsatzbereit erklärt.
Und als sie heute mit Ella, die seit kurzem in ihrem Team neu dabei war und mit den beiden Männern auf dem Planeten von Wraith angegriffen worden waren, hatte sie Angst befallen.
Sie hatte sich mit Ella angefreundet und Panik bekommen sie würde auch sterben. Ihre sonst gesunde Hand, die ihre Waffe halten sollte, zitterte und die andere fühlte sich total steif an.
Sie hatte nicht einen Schuss abgefeuert und nachdem sie sicher durchs Tor gekommen waren, hatte Greg sie vor allen erzürnt angeschrieen und sie als „Wrack“ bezeichnet.
Dann war er abgezogen und Ella hatte Lily erst mal zu Carson gebracht, der aber nichts feststellen konnte.
Nun standen die beiden hier und Lily schnaufte aufgebracht. Ella wollte gerade etwas sagen, als sie Colonel Sheppard in der Tür stehen sah, der die beiden nachdenklich musterte. Ella klopfte Lily auf die Schulter und verließ den Raum.
„Bis dann!“
John sah ihr kurz nach, dann blickte er Lily an, die wütend auf sich selbst vor ihm stand und er merkte, wie es in ihr brodelte. Major Greg hatte ihm bereits Bericht erstattet und ihn darum gebeten, die junge Frau, eine Zeit lang vom Dienst zu suspendieren. Diesen Weg hielt John allerdings für falsch und er hatte ihm nur geantwortet, er würde darüber nachdenken.
„Was ist passiert?“, fragte er nun und sie schnaubte.
„Das hat Ihnen doch Major Greg alles berichtet, Sir. Sonst wären Sie nicht hier!“
John zog die Augenbrauen nach oben und sie verdrehte die Augen. Natürlich, war ja klar. Er gab nicht so schnell nach, dachte sie und seufzte.
„Ich hatte Angst, dass ich die Wraith nicht treffe, dass meine Waffe nicht funktioniert und vor allem das Ella stirbt!“
John nickte und nahm ihr wortlos die P-90 aus der Hand. Fragend sah sie ihn an. Was wurde das jetzt? Er holte ein Magazin mit Übungsmunition aus einem der Waffenschränke und ließ sie einrasten.
„Kommen Sie!“, sagte er dann und stellte sich vor sie hin. Er zeigte ihr seine Technik mit nur einer Hand zu schießen und einen weiteren Trick, den er sich selbst beigebracht hatte. Sie probierte es aus und nach ein paar Übungen klappte es langsam.
Sie war inzwischen wieder ruhiger geworden und das konzentrieren beim Beobachten seiner Erklärungen hatte ihr gut getan.
„Danke, John!“, sagte sie und lächelte ihn an.
„Wir sollten mal wieder einen Mitternachtssnack machen. Ich hatte die letzten Wochen nicht so viel Zeit. Es gab viel zu tun!“
Lily winkte ab.
„Kein Problem, aber die Einladung steht trotzdem, oder?“, grinste sie. John lachte auf und die Beiden verließen den Raum.
Sie hatte sich dann noch bei Greg entschuldigt und ihm alles erzählt. Er verstand sie sogar und meinte, er hätte auch Angst gehabt wieder ein Teammitglied zu verlieren.
Nach einer heißen Dusche ging es ihr wieder besser und sie lümmelte sich in ihren Sessel, um etwas zu lesen. Aber sie kam nicht weit, da es kurz darauf an ihrer Tür klopfte.
„John?“, fragte sie überrascht. Er stand in seiner Freizeitkleidung lächelnd vor ihr und hielt ihr einen Korb vor die Nase.
„Es dauert zwar noch etwas bis Mitternacht, aber ich dachte bevor ich wieder zuviel Arbeit habe, machen wir es heute!“
Lily hatte nichts dagegen und da es noch warm war setzten sie sich auf den kleinen Balkon von ihrem Quartier.
„Ich habe mit Greg gesprochen und mich entschuldigt. Er wollte, dass Sie mich suspendieren!“, sagte sie und nahm sich ein paar Trauben. John nickte, sagte aber nichts dazu.
„Werden Sie es tun?“, wollte sie wissen und sah ihn fragend an.
„Nein.“ Sie merkte, dass er nicht darüber sprechen wollte, hakte nicht weiter nach und widmete sich ihrem Essen.
„Lily!“
Die junge Frau sah auf und in Johns Augen.
„Wenn wir alleine sind, reicht es, wenn du mich duzt!“
„Ähm, ok!“, sagte sie etwas überrascht und er grinste.
„Wie wäre es, wenn du mich übermorgen auf das Festland begleitest. Ich muss mit Halling etwas klären, dann könnte ich dir auch eine kleine Flugstunde geben!“
Lilys Gesicht hellte sich auf und sie bejahte begeistert. John freute sich, sie glücklich zu sehen. Sie saßen noch ein paar Stunden zusammen, als sie merkten dass es ziemlich spät geworden war.
John packte das Geschirr wieder in den Korb und ging mit Lily hinein.
„Bis bald!“, sagte er und wollte die Tür öffnen, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte und ihm einen Kuss auf die Wange hauchte. Er schmunzelte über ihre errötenden Wangen und wünschte ihr eine Gute Nacht.
...
Dich zu beschreiben fehlt das Wort
Mir fehlt die Sprache, dir zu sagen
Was du mir bist und so weiter und so fort
...
Am nächsten Tag traf sie sich mit Ella, um zu trainieren. Sie waren allerdings zu früh dran und konnten so noch Ronon und John zusehen.
Lily grinste, als Ella ihr leicht in den Arm zwickte.
Ihre Freundin stand auf Ronon und konnte es nicht verbergen. Ein auf den Boden polternder Stab riss sie aus ihren Gedanken und sie sah, dass John den Satedaner besiegt hatte.
„Yeah!“, freute sich John und gab dem jungen Mann die Hand.
„Gut gekämpft, Sheppard!“, meinte der und nahm sich sein Handtuch. Ella neben ihr seufzte leise und Lily stieß sie an.
Erst jetzt bemerkten die Männer die Zwei und John zog die Augenbrauen nach oben. Er sah Lily heute zum ersten Mal in ihren Trainingssachen und er musste zugeben, sie sah darin sehr gut aus. Irgendwie hatte er sie so noch nie richtig betrachtet.
Ella lächelte den Satedaner schief an, Ronon räusperte sich und John folgte ihm. Er lächelte Lily noch kurz zu, was sie freudig erwiderte, dann war er aus dem Raum gegangen.
Als die beiden weg waren schüttelte Ella den Kopf über sich, während Lily ihre Freundin lachend neckte und ihr dann den Trainingsstab in die Hand drückte.
...
Und je mehr ich das verstehe
Desto mehr will ich mitteilen,
Dass du das Beste bist im Leben.
Bevor du kamst war ich allein
...
„Jumper 1 ist startklar!“, gab John durch und ließ die Dachluke öffnen.
„Grüßen Sie Halling von mir!“, sagte Elizabeth und er versprach es ihr. Dann flog er los und sie überquerten das Wasser.
Lily saß entspannt auf dem Copilotensitz und genoss den Flug.
„Die Flugstunden finden dann über festem Boden statt! Ich traue mir zwar einiges zu, aber ich glaube, so ein guter Lehrer bin ich dann doch nicht!“, meinte John und Lily schmunzelte.
„Angst?“, grinste sie und er bleckte ihr die Zunge.
Nach einer viertel Stunde waren sie auf einem Platz kurz vor dem Dorf der Athosianer gelandet. Ein paar Kinder standen neugierig in der Nähe und liefen aufgeregt zu ihnen, um sie lauthals zu begrüßen.
John hatte Schokoriegel dabei und verteilte sie an die Mädchen und Jungs, die sich gleich über ihre Geschenke hermachten. Halling trat durch die Kinderschar und senkte den Kopf. John und Lily machten es ihm gleich.
„Halling, darf ich dir Sergeant Lily Johnson vorstellen!“
Der Mann lächelte ihr zu, dann wandte er sich an Sheppard, um mit ihm in das Versammlungszelt zu gehen.
„Bis später!“, sagte John und Lily sah den Männern nach.
Sie überlegte nicht lange und ging spazieren.
Ihr Weg führte sie zum Strand und sie setzte sich ein bisschen in den Sand. Als es ihr etwas langweilig wurde zog sie ihre Stiefel aus und trat vorsichtig ins klare Wasser.
Es war angenehm warm und Lily wagte sich noch etwas weiter hinein und bemerkte die Muscheln, die aus dem Sand herausragten. Sie bückte sich und fing an sie zu sammeln und merkte gar nicht, wie die Zeit verstrich.
Als John eine Stunde später wieder aus dem Zelt trat konnte er Lily nirgends sehen. Die Rampe des Jumpers war noch zu, also musste sie irgendwo in der Nähe sein.
Ein kleiner Junge lief an ihm vorbei und er fragte ihn, ob er seine Begleitung von vorhin gesehen hätte. Der deutete zum Meer und rannte weiter.
Dort angekommen sah John sie im Meer stehen und Muscheln sammeln. Die Wellen schwappten etwas an die hochgekrempelte Hose und als sie es merkte, zog sie den Stoff weiter hoch.
Sie hatte gerade wieder eine Muschel gefunden und wusch sie im Wasser ab. Eine Strähne hatte sich aus ihrem Zopf gelöst und hing ihr ins Gesicht. Sie pustete ein paar Mal dagegen, musste sie sich dann aber doch hinter das Ohr streichen.
John lächelte und ging nun auf sie zu. Sie hatte aus den Augenwinkeln eine Bewegung registriert, sah auf und winkte ihm zu.
...
Es auszusprechen fehlt der Leichtsinn
Mir fehlt der Geist, um zu begreifen
Wie wundervoll du bist
...
Nervös saß sie auf dem Pilotensitz und ihre Hände zitterten etwas, als er sagte, sie solle die Steuerung übernehmen. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Und tatsächlich, einen Moment später erwachte das Fluggerät und brummte vor sich hin. Erstaunt öffnete sie die Augen und lächelte erleichtert.
„Super. So, nun vorsichtig hoch ziehen!“, lobte John sie und Lily nickte. Langsam bewegte sie ihre Hände, die die Steuerknüppel fest umklammerten.
Der Jumper hob sich vom Boden ab und schwebte darüber. Vor lauter Freude, dass sie es geschafft hatte, sah sie kurz zu ihm und konzentrierte sich nicht mehr richtig.
So kam der Jumper auf einmal in Schieflage und sie quietschte erschrocken auf.
„He, he! Das Einhändig fliegen wollte ich dir erst in der nächsten Stunde beibringen!“, meinte John und trat hinter sie, um das Gerät wieder zu stabilisieren und sanft zu landen.
Lily murmelte eine Entschuldigung und sah zu ihm auf. Er war noch konzentriert und als der Jumper auf dem Boden aufkam, sah er zu ihr. Sie schluckte, als sie erst seine Augen, dann weiter sein Gesicht musterte und atmete etwas schneller.
Johns Gesicht näherte sich langsam und sie schloss ihre Augen. Einen Moment später spürte sie seine Lippen auf den ihren und vorsichtig küsste er sie.
Sie hob ihre Hand, strich ihm zärtlich über die Wange zum Hals hinab und wollte ihn zu sich ziehen, als ein Funkspruch sie auseinander fahren ließ.
Kaum im Hangar gelandet, flüchtete Lily fast hinaus und lief in ihr Quartier. Sie wusste nicht, was in sie gefahren war. Sie hatte ihn geküsst. Während dem Rückflug hatte keiner etwas gesagt und sie wusste nicht, wie es nun weiter gehen sollte. In ihren Räumen ließ sie sich aufs Bett fallen.
...
Und je mehr ich an dich denke,
Desto deutlicher wird klar,
Dass seit dem ich dich kenne,
Nichts mehr ist wie es mal war
...
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 03.10.2007, 12:31 Titel: |
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Ach du lieber Himmel, da hab ich echt was verpaßt *staun*. Okay, die Story war mir durchgerutscht, geb ich zu und schäme mich. Aber ... ist das SUSS! Die beiden turteln miteinander und irgendwie ... *smile*. Wenn man weiß, wie es weitergeht, liest man diese Geschichte mit einem wissenden Grinsen auf den Lippen. Gott, ist das niedlich!
Freu mich schon. Mal sehen, wieviel der Storys ich drüben noch übersehen hatte *Händereibt*. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 03.10.2007, 18:50 Titel: |
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Weil mir grad danach ist und es hier ja die 24 Stunden Regel nicht gibt *hoff* poste ich den nächsten etwas längeren Teil.
@Hyndara: Gell süß die Zwei. Ja ich hab mir letztens auch die alten Geschichten wieder durch gelesen und gedacht, da haben sich die zwei ganz schön weiter entwickelt.
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Short-Cut: Welche Qualen hält der Mensch aus?
Spoiler: -
Character: Sheppard, OC, Multi-Charakter
Kategorie: Drama, Romance, Angst, Friendship, Rape
Rating: NC-17
Author’s Note: Ich will noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sehr deutliche Gewaltanwendung in der FF zu lesen gibt.
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
4. Seelenqual
„…doch plötzlich war
da Stille
und das Weinen
der Seele nicht
mehr zu überhören.“
Lily saß gerade mit Ella in der Kantine beim Essen, als Colonel Sheppard auftauchte. Er blickte sich suchend um, entdeckte die beiden und kam dann auf sie zu. Lily zuckte nervös mit ihrem Fuß und traf Ella am Schienbein.
„Was denn?“, fragte die, bemerkte den komischen Gesichtsausdruck ihrer Freundin und runzelte die Stirn. Doch bevor sie fragen konnte, hörte sie eine bekannte Stimme.
„Sergeants, bitte ziehen Sie ihre Ausrüstung an. Teyla ist verletzt und ich hätte Sie beide gerne bei mir im Team! In einer Stunde treffen wir in uns im Torraum!“, sagte er, lächelte beide an und während Lily ihr Essen runterschluckte antwortete Ella überrascht.
„Äh Ja, Sir!“
„Bis dann!“, verabschiedete er sich und sah Lily noch einen Moment an, bevor er ging. Die blickte dem Colonel nach und beobachtete ihn dabei, wie er sich etwas zu Trinken mitnahm und dann aus der Kantine verschwand.
„Was war denn das eben?“, fragte Ella und Lily zuckte die Schultern.
„Keine Ahnung!“
Ihre Freundin schüttelte den Kopf.
„Du weißt genau, was ich meine!“
Lily sah sie an, ihre Wangen wurden rot und Ella grinste.
„Na komm, lass uns umziehen!“, meinte sie dann und die Frauen erhoben sich.
Als sie 5 Minuten vor der Abreise in den Torraum kamen standen dort bereits der Colonel und Ronon.
„Wir müssen noch auf den Herrn McKay warten, der sich wie immer verspätet!“, sagte John und zwinkerte den beiden zu.
„Ich bin schon da!“, kam einen Moment später McKay angehetzt und Sheppard gab Danny das Zeichen zum Anwählen.
„Und Walter, gefällt es Ihnen auf Atlantis?“, fragte John, der mit McKay hinter den beiden Frauen herging. Ronon lief voraus.
Ella sah über ihre Schulter kurz zum Colonel.
„Diese Stadt ist wunderschön und alle sind sehr nett. Und eine gute Freundin habe ich in Lily auch gefunden!“
Lily lächelte, sah einen Moment den Abhang hinunter, der neben dem Pfad verlief und blieb ruckartig stehen.
Die Männer wären beinahe in sie hinein gelaufen und während McKay sich beschwerte, folgte Johns Blick dem ihren und er atmete tief aus.
„Das...das sind doch Kinder!“, flüsterte Ella erschrocken, die mit Ronon nun auch nach unten geschaut hatte.
„Sollen wir...?“, sah Lily ihren CO fragend an, doch der schüttelte den Kopf. So wie sie dort lagen, waren sie schon länger tot.
„Hier können wir nichts mehr tun!“, legte er ihr die Hand auf die Schulter und sie gingen weiter.
Bald kam das Team auf einen Waldrand zu. Da hörten sie Geschrei und mehrere Männer liefen aus dem Gebüsch heraus. Sie waren mit Äxten und Armbrüsten bewaffnet.
„Was wollt ihr hier? Es sind schon genug gestorben. Verschwindet!“, rief einer ihnen zu. John hob die Hand.
„Wir sind Reisende und haben eure Toten gesehen. Was ist geschehen?“ Die Männer sahen sich einen Moment an, dann kam einer näher.
„Ich bin Pakad. Unser Volk nennt sich Lisnos; wir sind von Fremden überfallen worden. Unsere Frauen wurden entführt und die Kinder getötet. Wir werden niemanden mehr in unser Dorf lassen!“
„Wir könnten euch helfen!“, meinte McKay, aber die Männer hoben wieder ihre Waffen, was als Nein gedeutet wurde.
„Gut, wir werden gehen!“, sagte John und das Team machte kehrt.
Schweigend gingen sie denselben Weg zurück und vermieden es, auf die Toten zu blicken. Endlich kamen sie ans Stargate und McKay wählte Atlantis an.
Ella stand mit Lily etwas abseits und blickte auf den Boden. Der Schnürsenkel einer ihrer Stiefel war aufgegangen und sie bückte sich, um sie zu binden.
„Wir können!“, sagte Rodney, nachdem er seinen IDC eingegeben hatte und schritt mit Ronon durch. Auch die Frauen setzten sich in Bewegung und als John, bevor er durch das Gate lief, noch einen Blick hinter sich warf, sah er die Frauen taumeln und zusammen brechen.
„Verdammt!“, stieß er beim Ankommen auf der anderen Seite aus und die Anwesenden blickten ihn irritiert an. Dann schloss sich das Tor und McKay deutete fragend darauf.
„Äh?“
„Danny, wählen Sie den Planeten noch mal an!“, rief Sheppard zum Kontrollraum hinauf und Liz fragte, was das zu bedeuten hatte und warum das Team schon wieder da war.
John erklärte es ihr und der letzte Chevron wurde eingegeben, doch das Tor ließ sich nicht anwählen. McKay lief nach oben zu den Kontrollpulten und prüfte etwas.
„Unser Stargate ist in Ordnung. Vielleicht wird das andere benutzt!“, meinte er und Sheppard rief Major Lorne über Funk, der ein Team zusammenstellen sollte. Nach zig Mal Probieren klappte endlich das Anwählen und die 2 Teams gingen auf den Planeten zurück. Die Frauen waren nicht mehr da. Nur ihre Waffen lagen am Boden und John hob sie auf.
„Johnson, Walter!“, riefen die Soldaten, doch sie bekamen keine Antwort.
„Los, wir suchen im Dorf!“, befahl John und der Trupp ging los.
Nachdem sie durch den Wald gelaufen waren, kamen sie in ein Dorf. Hier herrschte totale Stille und ein übler Geruch lag in der Luft. Ein Lieutenant entdeckte die Ursache und verständigte über Funk die Anderen.
„Oh mein Gott!“, sagte McKay und wandte sich würgend von der Grube ab.
Darin lagen einige tote Männer, alle mit Pfeilen erschossen und an den Händen gefesselt.
„Die Männer vorhin haben diese bestimmt umgebracht und wir haben sie entkommen lassen!“, meinte Ronon.
„Das stört mich am allerwenigsten. Die haben die Frauen und wenn sie schon so brutal sind und Kinder töten, müssen wir Johnson und Walter finden!“, antwortete Sheppard und orderte McKay an, er solle die Gateadresse herausfinden.
Vorsichtig schlug Lily die Augen auf und rieb sich den schmerzenden Nacken. Dann wurde ihr langsam bewusst, dass etwas nicht stimmte. Um sie herum hörte sie mehrere Personen weinen und leise klagen. Sie lag auf einem Strohhaufen in einer kleinen Zelle und nur ein paar Kerzen an den Wänden im Gang erhellten das Gefängnis.
„Ella? Ella, bist du da?“, flüsterte sie und hörte ihre Freundin leise antworten. Sie war in der Zelle neben an und Lily konnte durch einen kleines Loch in der Mauer durch sehen.
„Wo sind wir?“, wollte Ella wissen und klagte über Kopfschmerzen.
„Ich weiß es nicht. Hast du auch den Pieks am Hals gespürt? Ich glaube wir wurden betäubt!“
Ella bestätigte dies.
„Sie haben mein Messer übersehen. Ich hab es hier unter dem Stroh versteckt!“, sagte sie und Lily prüfte das bei ihr nach. Auch sie hatte noch ihr Messer und machte es wie ihre Freundin.
Da hörten sie, wie eine Tür aufging und zwei Männer an ihren Zellen vorbei liefen. Dann schrie eine Frau auf und sie sahen, wie sie von den beiden mitgezerrt wurde. Sie kam nicht mehr zurück.
„Ich habe die Adresse, die als letztes gewählt wurde!“, kam Rodney John und Ronon entgegen.
„Gut, dann geht’s los!“, sagte Sheppard und sah dem Wissenschaftler zu, wie er die Koordinaten im DHD eingab.
Auf dem anderen Planeten war es heiß und trocken. Alle waren sofort nass geschwitzt, dafür konnte Ronon auf dem sandigen Boden gut Spuren erkennen. Nach ein paar Minuten schüttelte er den Kopf und deutete auf den Boden.
„Sie sind nicht weiter gelaufen. Alles spielt sich hier vorm Gate ab, als wären sie gleich wieder durch gegangen!“
Rodney seufzte, bückte sich und machte sich daran, die Adresse bei diesem DHD herauszufinden.
„Sie sind schlau und versuchen so nicht gefasst zu werden. Wer weiß, wie oft sie den Trick noch anwenden?“, meinte Lorne zu Sheppard gewandt und der nickte.
„Jerrys soll nach Atlantis zurückkehren und uns mit dem Jumper folgen. Geben Sie ihm die Adresse. Wenn wir alles ablaufen suchen wir in paar Wochen immer noch!“, ordnete er an und Lorne ging zu einem seiner Männer.
Ein paar Stunden später vernahmen die Gefangenen wieder Schritte und im Kerker wurde es still. Als die Tür quietschend geöffnet wurde, zog sich Lily automatisch in eine Ecke ihrer Zelle zurück. Seit sie hier waren, hatten die Fremden bereits mehrere Frauen mitgenommen, aber nicht wieder gebracht.
Als sie jetzt im schwachen Kerzenschein die Kleidung des Mannes erkennen konnte, wurde ihr ganz anders. Er war über und über mit Blut beschmiert.
Dann hörte sie jemanden keuchen und einen Moment später wurde eine Frau von zwei weiteren Männern in ihre Zelle zurück geschleift. Sie ließen sie dort liegen und sperrten die Tür wieder zu. Die rote Schleifspur war nicht zu übersehen.
Ella, die die Verletzte besser sehen konnte, da sie genau gegenüber von ihr eingesperrt war, hörte die schwachen Atemgeräusche, die immer schleppender wurden.
„Nehedar...gib Acht...quälen!“, keuchte sie vor Schmerzen. Neben ihrer Zelle versuchte eine junge Frau durch die Gitter zu greifen.
„Chanun! Meine Schwester!“, rief sie mehrmals, aber sie bekam keine Antwort mehr. Als sie verstand, das Chanun gestorben war, schrie sie trauernd auf und rüttelte an den Gitterstäben. Lily und die anderen versuchten sie zu beruhigen.
Die Tür wurde geöffnet, eine der Wachen kam herein und stellte sich vor die Klagende. Er sagte kein Wort, erhob die Armbrust und schoss.
Der Suchtrupp hatte inzwischen den dritten Planeten abgesucht, aber außer wilden Tieren nichts gefunden. Und wieder musste McKay ans DHD. Bei der nächsten Adresse wussten sie, dass sie nahe dran waren, da sie mehrere Leichen, darunter auch Kleinkinder, auffanden.
Lily war eingeschlafen, träumte aber immer wieder von der Ermordung Nehedars. Der Wächter hatte ohne mit der Wimper zu zucken den Pfeil in ihren Kopf geschossen.
Nun wachte sie von dem Alptraum auf und sie wünschte sich, sie wäre nicht hier. Inzwischen roch es unangenehm, da die Leichen immer noch in ihren Zellen lagen.
„Lily, bist du wach?“, flüsterte Ella und ihre Freundin bejahte es.
„Sie haben die letzte Frau geholt. Wir sind alleine!“, berichtete sie und Lily schloss die Augen.
„Die Anderen werden uns retten!“, meinte sie und Ella hoffte es.
„Darf ich dich etwas fragen?“
Sie bekam ein Ja.
„Wir sind jetzt schon seit ein paar Monaten Freundinnen und ich hab dir von meinen Problemen erzählt. Hast du mir noch etwas zu sagen? Willst du ... beichten?“
„Ella, wir kommen hier raus. Hör doch auf!“, fuhr sie sie an und entschuldigte sich dann aber wegen ihrem scharfen Ton. Eine Weile schwiegen sie, als Lily seufzte und etwas murmelte.
„Liebst du ihn?“, wollte Ella dann wissen, die seit ein paar Wochen schon eine andere Stimmung bei ihrer Freundin bemerkt hatte. Sie hatte Lily als ruhige und nachdenkliche Person kennen gelernt und auch während ihrer Freundschaft war es so geblieben. Aber dies hatte sich irgendwie geändert und wenn das Colonel Sheppard geschafft haben sollte, dann war sie ihm sehr dankbar.
Doch ehe Lily antworten konnte, hörten sie die bekannten Geräusche. Dann standen die Männer vor ihren Zellen, zogen sie grob heraus, ehe sie an die Messer kommen konnten und nahmen sie mit. Lily versuchte sich den Weg zu merken, falls sie flüchten würden, aber irgendwann kannte sie sich nicht mehr aus. Die Gänge waren wie ein Labyrinth.
Nun standen sie vor einem Tor, das geöffnet wurde und sie traten ein. Lily wurde auf einen Stuhl gedrückt, gefesselt und geknebelt.
Ellas Hände ketteten sie an einen Holzbalken, der über ihr hing und verließen dann den Raum.
In einem Kamin prasselte Feuer und Lily spürte etwas in ihrem Genick, das von der Decke tropfte. Als sie hoch blickte, sah sie von einem Abstellboden eine Hand herunterhängen, an der Blut herunter lief. Lily wurde schlecht und auch Ella hatte ihren Fund bemerkt.
Da kamen aus einem Nebenzimmer zwei Männer heraus und Lily erkannte einen von ihnen sofort.
Es war dieser Pakad. Er grinste sie an, dann nahm er seinen Dolch und ging auf Ella zu. Sie rüttelte an den Ketten, was ihr aber nichts nützte.
Fast liebevoll glitt er mit der Waffe über ihre Kleidung und trennte sie durch.
Sie stand nur noch im BH und der Hose da und Pakads Gefährte holte eine Peitsche. Lily versuchte ihn davon abzuhalten, doch durch den Knebel vernahm man nur ihr Brummen; der erste Schlag traf Ellas Rücken und die junge Frau schrie auf. Immer wieder drosch er auf sie ein, bis die erste Ohnmacht kam.
Damit sie wieder aufwachte, schlug er ihr mehrmals ins Gesicht, welches bald geschwollen war. Ein Knacken verriet, das ihre Nase gebrochen war und schon tropfte Blut auf den Boden.
„Litrod, mach nur weiter!“, meinte Pakad zu dem Mann und Lily musste zusehen, wie der Mann ihrer Freundin die Hose auszog und brutal missbrauchte. Tränen liefen Lily an den Wangen herab und Pakad zog an ihren Haaren.
„Genieße es. Sieh nur hin, denn bald wirst du an ihrer Stelle sein!“, sagte er in ihr Ohr und strich ihr über die Wange. Lily lief es eiskalt über den Rücken und schüttelte den Kopf. Ella schrie, als Litrod sie anfing zu vergewaltigen und sah gepeinigt auf.
Ihr Blick traf sich mit Lilys und die sonst lustigen blauen Augen waren voller Schmerzen. Da wurde Lily gepackt und aus dem Kerker gezogen und in eine Zelle zurück gebracht, aber nicht in die ihre. Der Knebel wurde ihr heraus genommen und die Fesseln gelöst, dann war sie alleine.
„Dr. McKay, ich habe eine Frage! Kann ich Sie stören?“
Rodney blickte von seiner Arbeit am DHD zu Major Lorne auf und nickte.
„Ist Sergeant Johnson nicht bereits mit einem Lebenszeichendetektor ausgerüstet? Lieutenant Miller, der mit ihr einmal auf Mission war, erwähnte vorhin, das sie diesen bei sich trug!“
John war auf das Gespräch aufmerksam geworden und kam zu den beiden. McKay zuckte die Schultern, weil er nicht verstand, warum ihn Lorne darauf ansprach.
„Ich meine, könnten wir den Detektor nicht orten?“
Langsam ging Rodney ein Licht auf und er schnippte mit den Fingern.
„Major, das ist es! Sheppard, wir müssen wieder nach Atlantis. Dort kann ich die Daten eingeben und so werden wir sie finden!“
John klopfte Lorne auf die Schulter.
„Guter Einfall, Major!“
„Danke, Sir!“
Lily lehnte an der kalten Wand und weinte stumm vor sich hin. Sie hatte keine Waffen mehr und wusste nicht, wie es Ella ging. Sie glaubte nicht mehr, dass sie hier lebend wieder raus kamen. Langsam rutschte sie auf die Seite und weinte sich in den Schlaf.
„Wir haben sie!“, stieß McKay freudig aus, als er in Elizabeths Büro gelaufen kam. John und Lorne erhoben sich von der Couch und sahen den Wissenschaftler erwartend an.
Er gab etwas auf der Tastatur vor dem großen Bildschirm ein und ein Punkt in der Sternenkarte leuchtete auf.
„Ich lasse bereits die Koordinaten durchlaufen, sodass wir die Adresse bekommen! Wird noch ein bisschen dauern!“
John setzte sich wieder.
„Hoffentlich reicht Johnson und Walter die Zeit!“
John hatte sie nicht mehr auf den Kuss vor ein paar Wochen angesprochen, obwohl er was für sie empfand.
Lily war ihm seitdem so gut es ging aus dem Weg gegangen und er wusste nicht, was sie fühlte. Er hoffte, dass es nun nicht zu spät war und er ihr seine Gefühle gestehen konnte.
„Steh auf!“, brüllte der Wächter sie an und stieß ihr in den Bauch. Lily erhob sich ächzend und ließ sich von ihm mitzerren. Wieder stand sie in dem Raum, doch Ella war nicht zu sehen. Pakad trat aus dem Nebenzimmer und stellte sich vor sie.
Er hatte üblen Mundgeruch und ihr wurde schlecht. Sie sah an ihm vorbei und erkannte mit Grauen, wer in der Ecke lag. Er hatte ihren Blick bemerkt und lächelte sie anzüglich an.
„Sie hat nicht lange durch gehalten. Ich wollte mich doch noch mit ihr vergnügen! Aber dafür habe ich ja jetzt dich!“
Lily starrte ihm in die Augen.
Dann gab sie sich einen Ruck, trat ihm in den Unterleib und flüchtete durch die Tür. Doch der Wächter hatte die andere verschlossen und sie rüttelte verzweifelt daran.
„Bitte, Bitte! Ich will hier raus!“
Sie merkte, wie jemand sie an den Haaren zog und dann mit einem kräftigen Stoß gegen die Tür schubste.
Lily spürte, wie die Kette ihrer Hundemarke zerriss und klimpernd am Boden aufkam.
„So schnell kommst du mir nicht davon, Miststück!“, zischte Pakad und zerrte sie zurück. Dort wartete bereits Litrod und nahm sie ihm ab. Sie wurde mit dem Gesicht zur Wand an den Holzbalken gekettet, er zerriss ihr T-Shirt und der erste Peitschenschlag traf auf ihren Körper.
Sie biss die Zähne zusammen, aber Pakad wollte sie schreien hören und befahl Litrod fester zuzuschlagen.
Irgendwann gaben Lilys Beine nach, sie hing ächzend vor den Männern und musste sich übergeben.
Ihr Rücken brannte und sie spürte, wie ihr Blut herunter lief. Litrod löste die Ketten und fesselte sie auf einer Holzbank. Auch ihre Beine wurden festgemacht und Pakad beugte sich über sie.
Nun ging es schnell.
Ihre Hose und Unterwäsche zerschnitten sie ihr und sie lag völlig entblößt vor den Männern. Pakad ging an den Kamin, nahm eine Eisenstange heraus und kam auf sie zu. Lilys Augen weiteten sich und sie bettelte, dass er alles machen könne, aber nicht das.
„Bitte nicht! BITTE! NICHT!“
Doch er ließ sich nicht erweichen und legte ihr das heiße Eisen auf ihren Bauch.
Vor Schmerzen krümmte sie sich und schrie.
„Halt dein Maul!“, brüllte Litrod, schlug ihr mehrmals ins Gesicht und sie wurde ohnmächtig.
Lily schmeckte ihr Blut, ihre Lippe war aufgeplatzt und aus ihrer Nase rann es über ihre Wange herunter. Sie dachte an John und hoffte, er würde sie finden.
Mehr konnte sie nicht überlegen, da Pakad sie in die Wirklichkeit zurückholte, als er sie im Intimbereich streichelte und sie mit dem Dolch an den Innenseiten ihrer Oberschenkel aufritzte.
Die Tränen schossen ihr vor Schmerz aus ihren Augen und vermischten sich mit dem Blut.
„Aufhören!“, rief sie und schluchzte auf.
„Du sollst ruhig sein!“, wurde ihr wieder zu geschrieen und ein Holzknüppel landete auf ihren Körper.
Mehrmals knackte es in ihrem Körper. Blut lief ihr über das Gesicht und sie spürte, dass einige Rippen gebrochen waren.
„In diesem Gebäude sind sie!“, sagte McKay und deutete auf einen Punkt der am Display im Jumper angezeigt wurde.
„Na dann, nichts wie hin!“, meinte John und gab Gas.
Lily erwachte aus einer weiteren Ohnmacht, spürte den nächsten Schlag und das knirschende Geräusch brechender Knochen.
Aber da ihr ganzer Körper schmerzte konnte sie nicht sagen, was ihr gebrochen worden war. Ein stechender Schmerz in ihrem Oberkörper durchfuhr sie, als sie husten musste und sie merkte die Rippe, die in ihre Lunge stach.
Bei jedem Atemzug schienen Dutzende kleiner, scharfer Messer in ihren Körper zu schneiden. Sie bekam einen Schlag auf den Hinterkopf und ihr wurde schwummrig vor Augen.
„Das kann nicht sein!“, sagte Pakad, als er Geräusche vernahm und verließ den Raum. Auch Litrod ließ nun von ihr ab, zog seine Hose wieder an und folgte ihm.
Dann hörte sie Schreie in dem Gemäuer und Schüsse.
„Ella...sie retten uns!“, flüsterte sie und versuchte ihren Kopf zu heben, aber sie konnte sich kaum noch rühren.
„Sie retten uns!“, rief sie und sie fing wieder zu weinen an.
Sie driftete bereits wieder in die Bewusstlosigkeit, als die 2 Teams die Zellen und den Kerker erreichten. Verschwommen erkannte sie die Silhouette von John, als er zu ihr kam und sie spürte, wie er vorsichtig die Fesseln löste.
Sanft strich er ihr das Haar aus dem Gesicht, das nur noch eine einzige blutige Masse war. Mit dem Hemdsärmel wischte er ihr behutsam das Blut ab.
Dann wurde alles schwarz um sie.
Nachdem die Soldaten aus dem Jumper in das alte Gemäuer gelaufen waren, kamen die Männer ihnen entgegen. Sie machten kurzen Prozess mit ihnen und stiegen über die Toten. Sie fanden in den Zellen die toten Körper zweier Frauen.
Die Männer teilten sich auf. Ronon und die anderen sollten die unteren Räume prüfen.
Major Lorne lief mit Sheppard wieder nach oben und sie durchsuchten dort alles. Sie kamen in einen Gang und etwas spiegelte sich am Boden im Schein der Taschenlampe. John bückte sich und hob die Hundemarke auf.
„Sie ist hier!“, meinte Lorne und sie schlichen den Gang weiter, der an einer Tür endete und sie öffneten diese vorsichtig.
„Oh Gott!“, stieß Lorne erschrocken aus und John konnte nicht fassen, was er sah.
Lily lag nackt gefesselt auf einem Tisch und war übersät mit Wunden und Blut. Sie sah ihn aus leeren Augen an, als er zu ihr trat und wurde kurz darauf ohnmächtig, während er sie von den Fesseln befreite.
Er sah sich nach einer Decke um und fand das Gesuchte im Nebenraum. Dabei entdeckte er Ella in einer dunklen Ecke regungslos liegen, rief Lorne und der kniete sich zu der jungen Frau.
Er fand einen schwachen Puls. Als die anderen eintrafen, berichtete Ronon von einem Loch, wo haufenweise tote Frauenkörper lagen. John schüttelte nur den Kopf und bat Ronon Ella zu nehmen.
Er trug Lily, die schlaff in seinen Armen hing, behutsam in den Jumper und die Teams flogen zurück nach Atlantis.
Carson und sein Ärzteteam versuchten alles, um beide zu retten, aber Ella war zu schwer verletzt und hatte zu viel Blut verloren. In den frühen Morgenstunden streifte eine Krankenschwester das Laken über den Kopf der Toten und benachrichtigte die Wartenden vor der Krankenstation, das Lily noch operiert wurde.
„Ella?“, fragte Elizabeth, doch die Schwester schüttelte traurig den Kopf und fassungslos setzte sich die Expeditionsleiterin auf einen der Sessel. Sie hatte im Hangar gewartet und als die Sanitäter mit den beiden an ihr vorbei gehetzt waren, hatte sie die Verletzungen im Gesicht gesehen. Da hatte sie sich vorstellen können, wie der Rest ihres Körpers aussah und der mündliche Bericht von John ergänzte das Bild.
Ein paar Stunden später trat der Arzt aus der Krankenstation. In den Sesseln saßen John, Liz und Teyla, die ihr Gipsbein auf einen Hocker stützte.
Elizabeth schlief und John war auch kurz davor, aber als er den Arzt bemerkte, stand er ruckartig auf, sodass Liz aufwachte.
„Ich habe sie ins Künstliche Koma versetzt. Sie hat mehrere Rippenbrüche, eine hat sie an der Lunge verletzt. Außerdem noch die vielen Striemen am Rücken und leichte Verbrennungen am ganzen Körper. Die Verletzungen im Intimbereich sind Gott sei Dank nicht so schlimm. Sie wird sicherlich viele Narben davon tragen, körperlich wie seelisch!“, berichtete er und schnaufte durch.
„Heute lasse ich noch niemanden zu ihr. Morgen können Sie sie besuchen!“
Carson nickte allen zu, dann ging er zurück.
Immer wieder sah John auf den Bildschirm und das weiße Blatt, wo der Cursor aufdringlich vor sich hin blinkte. Er sollte einen Bericht schreiben, aber er fand keine Worte für das, was er gesehen hatte. Viel hatte er schon mitbekommen, aber nicht solche schrecklichen Dinge.
McKay war zurück geflogen, während er Lily schützend auf seinem Schoß hatte. Sie war kurz aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht und hatte sich, als er sie an der Wange streichelte, vor Angst versteift und gezittert. Nur durch ruhige Worte hatte sie sich etwas entspannt, war aber dann wieder weggedriftet.
Das Hemd, mit dem er ihr Blut abgewischt hatte, lag neben seinem Bett; Er würde es wegschmeißen. John schüttelte den Kopf, schloss die Datei und erhob sich.
Er musste sich umziehen, da er mit Ellas Sarg zur Erde ging. Er wollte es ihren Eltern selbst sagen. Zum Glück hatte die Erde ein ZPM gefunden, aber er wäre auch mit der Daedalus die 18 Tage zurück geflogen. Sie war in seinem Team gewesen und er hatte sie nicht beschützen können.
Als er kurz darauf in seiner Uniform im Torraum erschien, stand dort ein Lieutenant neben Ellas Sarg und hielt Wache.
Der junge Mann nickte dem Colonel zu und er bat Danny die Erde anzuwählen. Elizabeth, die seine Stimme gehört hatte, kam aus ihrem Büro und ging zu ihm herab.
„Wegen dem Bericht...“, fing er an, aber Liz schüttelte den Kopf.
„Der kann warten!“, meinte sie traurig und sah nun zu, wie sich das Tor aufbaute. John seufzte, ging zum Sarg und schob ihn mit dem Lieutenant durch das Gate.
Vier Tage waren seitdem vergangen. Lily wurde noch künstlich beatmet, wegen der Verletzung ihrer Lunge und der Schlauch ragte aus ihrem Mund.
Ihr Gesicht schillerte in allen Farben, war aber nicht mehr so geschwollen, wie vor ein paar Tagen noch, bei ihrer Ankunft in Atlantis. Ihr linker Arm war eingegipst und die Schnittwunden an ihren Armen verheilten langsam.
Carson meinte, sie müsste noch ein paar Tage am Beatmungsgerät angeschlossen bleiben, da er nichts riskieren wolle.
Polternd fiel Johns Stock auf den Boden, der Soldat schimpfte vor sich hin und Ronon sah ihn an.
„Du musst dich konzentrieren, Sheppard!“
John nickte, stellte sich wieder in die richtige Position und griff an. Der Satedaner wich ihm gekonnt aus, gab seinem Kameraden einen Hieb und der hatte erneut seine Waffe verloren.
„Ronon, tut mir leid. Ich bin zurzeit nicht auf der Höhe!“, entschuldigte er sich und schüttelte den Kopf.
„Ich weiß schon. Ich habe euch gesehen!“, meinte der und John runzelte die Stirn.
„Wie gesehen?“
Ronon lächelte.
„Ich bin vor ein paar Wochen an der Waffenkammer vorbei gekommen. Du hast Lily Schießtraining gegeben und eure Gesichter sprachen dabei Bände!“
John sah ihn nachdenklich an.
„Ich hab es ihr noch nicht gesagt!“
„Ich denke, das wird sie selbst gemerkt haben!“
„Hm, spätestens nach dem Kuss!“, murmelte er, Ronon zog die Augenbrauen nach oben und schmunzelte. Dann hob er den Stock auf und reichte ihn Sheppard. John nahm ihn an und diesmal verlief das Training besser.
Das Stargate öffnete sich und einen Moment später traten John, Ronon und McKay heraus. Elizabeth stand auf der Treppe und empfing die Drei.
„John, Sie sollten auf die Krankenstation kommen!“, sagte sie und der angesprochene sah sie einen Moment ängstlich an. Sie waren auf einer Mission gewesen, die 2 Tage gedauert hatte.
„Sie ist seit gestern Vormittag wieder wach!“, ergänzte Liz und John lief los.
Carson saß vor seinem Schreibtisch und tippte etwas in seinen Laptop. Dann entdeckte er den Soldaten, als dieser die Krankenstation betrat.
„Kann ich zu ihr?“, fragte John, ehe der Arzt etwas sagen konnte. Carson nickte und ging mit ihm zu dem abgeschirmten Bereich.
Lily hatte die Augen geschlossen und als sie ein Geräusch hörte blickte sie zu den Beiden auf.
Ihr Blick war nicht der, den er kannte.
Ihre Augen waren alt geworden.
„Lily!“, sagte John, sie drehte ihren Kopf zur Seite und ihr liefen die Tränen herab.
„Geht weg!“, flüsterte sie.
„Kommen Sie!“
Beckett zog ihn am Arm wieder hinaus.
„Sie spricht nicht, außer mit Dr. Heightmeyer. Wir müssen ihr Zeit lassen!“
So vergingen die Tage. Lily sprach stundenlang mit der Ärztin und fühlte sich seelisch doch etwas besser. Körperlich hatte sie noch immer überall Schmerzen.
John hatte sie seitdem nicht mehr gesehen und war ihm dankbar dafür, dass er ihr die Zeit gab. Sie konnte ihm einfach nicht in die Augen sehen. Kate hatte ihr erzählt, dass er Ellas Leichnam selbst zu deren Eltern gebracht hatte. Sie hatte es sofort geahnt, das ihre Freundin nicht mehr am Leben war.
Nachdem sie aus dem Koma erwacht war, hatte ihr niemand von Ellas Zustand berichtet und da war es ihr klar geworden.
Nach einer weiteren Woche durfte sie endlich aufstehen und die Krankenstation verlassen.
Sie hatte keine Schmerzen mehr in ihren Beinen, die von blauen Flecken übersät waren. Ruckartige Bewegungen sollte sie wegen ihren gebrochenen Rippen noch vermeiden.
Ihr erster Weg führte sie in Elizabeths Büro. Sie hatte eine Bitte und die Expeditionsleiterin hatte nichts dagegen.
„Ich werde auf der Erde nachfragen und sage Ihnen dann Bescheid!“
Lily dankte ihr und begab sich in ihr Quartier. Wenn es ihr erlaubt wurde, würde sie Atlantis verlassen. Sie musste hier weg und sie wollte ihre Familie wieder sehen.
Und tatsächlich, kurz darauf meldete sich Liz und teilte ihr mit, dass sie bereits in ein paar Stunden abreisen konnte.
Mit ihren gepackten Taschen stand die junge Frau vor dem Tor und seufzte. Sie sah nicht zurück, sonst hätte sie Johns überraschten Blick bemerkt und verließ Atlantis.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 03.10.2007, 19:11 Titel: |
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| Ja, die kannte ich schon - und mir ist wieder schlecht vom Lesen *seufz*. Kathi, entschuldige bitte, wenn ich hier nicht wirklich kommentiere, das ... mir ist das heute ... lassen wir's, okay? Das nächste Mal bestimmt. Du weißt, meine ich, warum. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 05.10.2007, 18:01 Titel: |
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Short-Cut: Kann man alleine glücklich sein?
Spoiler: -
Character: Sheppard, OC, Multi-Character
Kategorie: Romance, Angst
Rating: PG-13
Author’s Note: Der Songtext ist von Johnny Cash aus dem Lied „Cause I love you”
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
5. An deiner Seite
John stand auf seinem Balkon und betrachtete die Sterne. Sie war fort. Lily war vor drei Wochen einfach abgereist. Kaum war sie aus der Krankenstation entlassen worden, ging sie.
Er war gerade vom Hangar in den Kontrollraum gekommen, als er sie mit ihren Taschen durch das Gate gehen sah. Er wollte nach ihr rufen, doch der Ereignishorizont hatte sie schon verschluckt und er konnte nur noch verblüfft den Kopf schütteln.
Dann hatte er Liz bemerkt, die ihn gemustert hatte. Fragend hatte er zum Tor gedeutet, sie hatte ihn aber nur entschuldigend angesehen und war wieder in ihr Büro gegangen.
„Warum haben Sie sie gehen lassen? Warum haben Sie mich nicht informiert? Ich wollte doch mit ihr über alles reden!“, hatte er ihr dann wütend nachgebrüllt und die Wissenschaftler im Kontrollraum hatten ihn irritiert angeblickt.
„Ich habe es ihr versprechen müssen!“, war Lizs Antwort gewesen, nachdem er ihr ins Büro gefolgt war.
„Das kann einfach nicht sein!“, hatte er erneut gebrüllt und sie sauer angesehen. Da er keine Antwort mehr darauf erhalten hatte, war er fluchend in den Trainingsraum gelaufen und hatte dort ewig auf den Sandsack eingeschlagen.
Danach war er völlig K.o. in die Ecke getaumelt und hatte dort apathisch gesessen. Selbst auf das Ausrufen von Elizabeth hatte er nicht reagiert und erst Ronon hatte ihn mit einer Ohrfeige zurückgeholt.
Lily öffnete die Tür und vernahm die Musik im Zimmer. Deshalb hatte er anscheinend nicht auf ihr Klopfen geantwortet. Sie sah John auf dem Balkon stehen und sie atmete tief durch.
Lily wusste nicht, wie sie ihn ansprechen sollte, nachdem sie einfach gegangen war, ohne es ihm zu sagen.
Aber sie hatte unbedingt auf der Erde alleine nachdenken und es verarbeiten müssen.
Und sie war ans Grab ihrer Freundin gegangen.
Dort hatte sie deren Mutter angetroffen und die Frau hatte sie verscheuchen wollen. Sie wollte nichts mehr mit dem Militär zutun haben.
Lily hatte versucht mit ihr zu sprechen und erklärt, das sie mit Ella gefangen genommen worden war und sie ihre beste Freundin gewesen ist. Doch das hätte sie nicht sagen sollen. Ellas Mutter hatte sie angeschrieen und war auf sie losgegangen.
„Warum leben Sie dann noch? Warum Sie?“, waren ihre Vorwürfe und nur das Auftauchen von Ellas Vater hielt die Frau davon ab, auf Lily einzuschlagen. Lily hatte beiden ihr Beileid bekundet und dann fluchtartig den Friedhof verlassen.
In einer Kirche hatte sie sich in eine der Bänke gesetzt und bitterlich geweint.
Ihre Eltern hatte sie erst kurz bevor sie wieder nach Atlantis ging aufgesucht und sie waren bestürzt, als sie ihre Tochter sahen. Sie wollten sie nicht mehr gehen lassen und verstanden nicht, warum sie schon wieder auf eine Mission gehen sollte. Wenn sie ihnen denn nur die Wahrheit sagen könnte.
Lily schüttelte traurig den Kopf. Wirklich hatte sie nicht zuhause abschalten können, ihre Eltern hatten ihr keine Ruhe gelassen.
Sie hörte der Musik nun genauer zu und sie konnte die Stimme Johnny Cash zuordnen; Johns Lieblingssänger.
„…I'll be there beside you if you need a crying shoulder, yes and I'll be there to listen when you need to talk to me. When you wake up in the darkness I will put my arms around you and hold you till the morning sun comes shining through the trees…”
Als sie dem Gesang lauschte und sie die Worte verstand, traten ihr die Tränen wieder in die Augen, sie lehnte sich gegen die Wand und rutschte daran herab.
John wunderte sich, als er zwischen der Musik ein leises Schluchzen hörte.
Er trat in sein Quartier und sah sie auf dem Boden sitzen. Einen Moment lang war er erstaunt, dass sie wieder hier war, dann kniete er sich aber neben sie und sie blickte auf.
In seinen Augen konnte sie deutlich erkennen, was er für sie empfand und er las in den ihren die Liebe für ihn. Ihr wurde klar, dass er sie genauso brauchte wie sie ihn, um mit den Ereignissen der letzten Wochen fertig zu werden.
„...I'll be right beside you no matter where you travel. I'll be there to cheer you till the sun comes shining through.
If we're ever parted I will keep the tie that binds us and I'll never let it break cause: I love you…”
Sie streckte ihre Arme aus und er zog sie zu sich. Liebevoll wiegte er sie in seinen Armen und ließ sie nicht mehr los.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 05.10.2007, 20:31 Titel: |
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Ja, hier sieht man schon, daß die beiden füreinander bestimmt sind. Und daß das alles nicht spurlos an Lily vorübergeht, ist mehr als klar. Sowas arbeitet und arbeitet und ... naja, lassen wir's!
War wieder wunderbar, wie von dir gewohnt. Lily und John, mit all ihren Schwächen und ihren Stärken. So wie ich es liebe. DAS Gebrüll Weir gegenüber hätte ich allerdings gern gehört - oder war es vielleicht auch bis in die Milchstraße zu hören? *zwinker*
Freu mich schon auf mehr. |
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Kris Schreiberling

Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 212 Wohnort: Solingen
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Verfasst am: 05.10.2007, 23:08 Titel: |
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So, nun habe ich die Geschichten auch mal hintereinander gelesen und muss sagen, alle Achtung. Was du da bereits am Anfang für eine Vielfalt an den Tag legst ist auch nicht ohne.
Und das Wechselspiel ... puh. Vor allem die eine Geschichte war recht heftig, brutal und widerlegt, dass du nur gefühlvolle romantische Geschichten schreiben kannst.
Aber es ist schön, wie sich die Liebe zwischen ihnen erst langsam entwickelt. |
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Kathi90 Autor

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 332 Wohnort: Etzenricht
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Verfasst am: 06.10.2007, 11:22 Titel: |
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@Hyndara: Seine Wut musste er halt raus lassen. Und da hilft Brüllen und auf etwas einschlagen am Besten
@Kris: Hallöchen. Schön das du auch dabei bist. Danke, für dein Kompliment
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Titel: Gone
Short-Cut: Wenn jemand für immer geht.
Spoiler: -
Character: OC, Sheppard
Kategorie: Drama, Charakter Death
Rating: PG-13
Disclaimer: MGM Television Entertainment. Mir gehört da gar nichts und ich verdiene auch kein Geld damit.
Feedback: Würde ich mich freuen!
6. Gone
John rieb sich über die Augen und schaltete den Laptop aus. Das war der letzte Bericht für heute, dachte er und stand auf. Als sein Blick auf seinen Nachtisch fiel, sah er das Buch von Lily liegen, welches sie gestern Abend mitgebracht hatte, aber sie war nicht mehr zum Lesen gekommen.
Er lächelte, setzte sich auf das Bett und nahm das Buch in die Hand. Es war ein Thriller und nachdem er die Zusammenfassung gelesen hatte, zog er überrascht die Augenbrauen nach oben. Er hätte nicht gedacht, dass sie so etwas las.
In dem halben Jahr, seitdem sie nun schon ein Paar waren, hatte er sich langsam hinter die Mauer der jungen Frau gearbeitet und einiges über sie erfahren. Heute war sie mit Teyla und zwei Sergeants auf einem Planeten unterwegs, wo sie mit den Bewohnern Handel betrieben.
Er wurde in seinen Gedanken unterbrochen, da sich Elizabeth meldete und ihm mitteilte, er solle sofort in den Kontrollraum kommen. John legte das Buch zurück und verließ sein Quartier.
„Sergeant Collins, wie sehen Sie denn aus?“
John musterte den verdreckten Soldaten vor sich, der vor Nässe triefte und der junge Mann nickte seinen CO zu. Dann bemerkte er Sergeant Blunt, der hinkend die Treppe hoch trat.
„Sollten Sie nicht mit Teyla und Sergeant Johnson auf Partirse sein?“
„Es gab dort plötzlich heftige Unwetter und leichte Erdbeben. Wir waren schon auf dem Rückweg und haben Nahrung in den Jumper gebracht. Miss Emmagan war noch in einem der Dörfer. Wir haben sie nicht mehr über Funk erreicht! Und wir sind dann zu Fuß weiter, weil ich den Jumper bei so einem Wetter nicht fliegen wollte.“
Blunt nickte zustimmend und fasste sich dann an seinen Oberschenkel.
„Gehen Sie zu Dr. Beckett und lassen Sie sich untersuchen!“, meinte nun Liz und John sah den Soldaten nach. Dann betätigte er das Headset und rief Ronon und McKay.
Denen erklärte er, das sie sich auf die Suche nach Teyla und Lily machen würden und bat dann Elizabeth Major Lorne Bescheid zu geben.
„Er soll nachkommen, sobald er wieder mit seinem Team eingetroffen ist!“
Lily und Teyla hetzten mit einigen Partiseranern, die sie auf den Feldern getroffen hatten, durch die Wälder, um sich vor dem Sturm zu schützen. Sie hatten einen Tornado gesehen, wie er eine Schneise durch die Gegend gerissen hatte.
Ein heftiges Beben war dazu gekommen und einer ihrer Begleiter erklärte ihnen, dies käme alle 2 Jahre vor.
Teyla stolperte und Lily wäre beinahe über die Athosianerin gestolpert, da man wegen dem Regen kaum etwas sehen konnte. Als die Frauen wieder weiter liefen, konnten sie niemanden von der einheimischen Bevölkerung mehr sehen und sie sahen sich fragend an.
Sie waren an einer Felswand umgeben von Bäumen angelangt und wussten nicht, wo hin sie sollten. Da entdeckte Lily einen Höhleneingang und Teyla folgte ihr hinein. Lily nahm ihre Taschenlampe und leuchtete etwas umher.
„Puh! Das war ja ganz schön heftig. So einen Tornado hab ich das letzte Mal vor 5 Jahren gesehen!“, meinte sie und sah Teyla an. Die rieb sich über die Arme, um sich aufzuwärmen, als es wieder zu beben anfing.
Lily kam ins Stolpern und rutschte auf dem steinigen Boden aus. Sie spürte, wie sie den Halt verlor und dann fiel. Teyla wollte ihr hinterher, als sie von einem Brocken getroffen und darunter eingeklemmt wurde.
Die Bewohner der umliegenden Dörfer hatten ihnen gesagt, dass sie die Frauen in dieser Gegend bei der Flucht vor dem Unwetter zuletzt gesehen hatten. Doch bis jetzt hatten sie noch niemanden gefunden.
Rodney blickte auf den Lebenszeichendetektor und stutzte. Da waren zwei neue Punkte dazu gekommen. Sein Gesicht hellte sich auf und er rief nach Sheppard.
„Ich hab sie!“
John blieb ruckartig stehen, so sodass McKay beinah’ in ihn gelaufen wäre.
„Wo?“
Rodney blickte kurz auf den Detektor und deutete dann auf die Höhle, die sich vor ihnen erstreckte. John betätigte den Funk und nach mehrmaligen Wiederholen bekam er eine schwache Antwort von Teyla, das sie hier seien.
Lily spürte, wie ihre Kräfte langsam nach ließen. Ihr verwundetes Bein half ihr nicht besonders, da das Wasser immer weiter stieg und sie sich kaum rühren konnte.
Der Schwindel in ihrem Kopf weitete sich immer mehr aus und sie wusste, würde sie nur einen Moment ohnmächtig werden, wäre sie tot. Da bröckelte es schon wieder von der Wand und ein Stein traf sie an der Schulter.
Sie stöhnte vor Schmerzen auf und spürte, wie das warme Blut sich mit dem Wasser vermischte, welches immer weiter stieg.
Durch die Bewegungen in der Höhle hatte sich der Spalt vergrößert und so drang immer mehr Wasser in den unförmigen Schacht ein.
„Sie kommen bald!“, rief Teyla von oben herab.
Lily bewegte sich ungeschickt und die gebrochene Rippe ließ sie zusammen zucken und sie schluckte Wasser. Sie hustete und ihr wurde schlecht.
Vor ihren Augen flimmerte es und sie spürte, wie ihr Körper langsam unter das Wasser glitt.
Als das Flüssige über ihren Kopf schwappte, schrak sie zusammen und kam prustend wieder an die Oberfläche. Sie schrie so laut sie konnte, ehe sie wieder unter Wasser kam.
Lily schluckte es und sie paddelte mit ihren Händen, um wieder hoch zu kommen.
„Hilfe!“
Ihre Stimme hallte von den Wänden und sie konnte ihr Echo hören.
Ronon stand auf einem Felsbrocken und leuchtete in einen Spalt hinein.
„Teyla?“
Der Satedaner lauschte und Rodney deutete nach vorne.
„Es ist weiter unten!“, erklärte er mit einem weiteren Blick auf den Detektor.
„Hoffentlich finden wir sie ehe hier alles zusammen bricht. Sehr stabil sieht das nicht gerade aus!“, meinte John und rutschte an einer Unebenheit etwas hinunter.
McKay wollte etwas sagen, als sie Rufe hörten. Ronon hetzte los und die anderen folgten ihm. Dann fanden sie Teyla, deren Körper unter mehreren Felsbrocken eingeklemmt war.
„Endlich!“, meinte sie keuchend und lächelte sie schmerzverzerrt an. In ihrem Gesicht lief Blut von der Stirn herab.
„Wo ist Lily?“, fragte John und hob mit Ronon einen der Brocken an, so dass dieser zur Seite krachte.
Teyla ließ einen Schmerzlaut verlauten und deutete dann ein paar Meter weiter, auf einen Schacht.
„Lily?“, rief John atemlos und einen Moment später hörten sie ihre Antwort.
„Ich komme runter! Einen Moment noch!“
John schnallte den Rucksack von Rodneys Rücken ab und holte ein Seil heraus. Ronon half ihm beim befestigen und dann stellte sich der Soldat an die Kante. Dabei bröckelte etwas Gestein und er hörte, wie es platschte.
„Verdammt, sie ist im Wasser eingeschlossen!“, fluchte er und seilte sich ab.
Lily war erleichtert. Endlich hatten ihre Freunde sie gefunden. Ihr wurde wieder schwindlig und sie merkte, wie ihre Kraft nachließ.
„John...ich kann...nicht mehr!“, rief sie und ihre Augen fielen ihr zu. Sie spürte, wie die eisigkalte Flüssigkeit über sie schwappte und sie sank langsam zu Boden.
Sie versuchte noch mal nach Luft zu schnappen, doch um sie herum war nur Wasser und ihre Lunge füllte sich langsam damit. Sie fühlte sich auf einmal so leicht und sie hatte das Gefühl zu schweben. Dann war alles dunkel.
John leuchtete mit seiner Lampe vor sich und hörte, wie sie ihm etwas zurief. Dann erreichte er endlich die Wasseroberfläche, aber es war niemand zu sehen. Wo er hing wurde es immer enger, weil sich die Ausbuchtung der Höhle über dem Wasser erstreckte.
„Lily!“, rief er erschrocken, als er realisierte, dass sie untergegangen war.
„Ronon, mehr Seil!“, schrie er und sprang ins Wasser. Er musste nur einen Moment tauchen, dann fand er sie regungslos am Boden vor. John griff sich seine Freundin und tauchte wieder auf.
Inzwischen hatte Ronon das zweite Seil herunter geworfen und John wickelte es Lily um die Hüfte. Er musste sich beeilen, er merkte, wie sie langsam gegen die Decke gedrückt wurden.
Da fing Lily an zu husten und spuckte das Wasser aus, welches sie eingeatmet hatte. Sie sah ihn erschöpft an und er lächelte ihr kurz aufmunternd zu.
„Los, zieht!“
John sah ihr nach, wie sie langsam nach oben gezogen und dann an der Kante von McKay in Empfang genommen wurde. Er machte sich bereit auch nach oben geholt zu werden, als er einen Schlag auf den Kopf bekam und besinnungslos abtauchte.
Lily hustete und spie immer wieder Wasser aus. McKay fragte, ob alles in Ordnung sei und sie nickte.
„Holt John hoch!“, krächzte sie und lehnte sich zu Teyla, die inzwischen von Ronon von dem restlichen Geröll befreit worden war. Sie schloss einen Moment die Augen und atmete tief durch.
„Sheppard?“
Durch die Rufe der Männer wurde sie wieder in die Realität zurückgeholt und sah nun, wie Ronon am Seil zerrte, es sich aber nicht bewegte. McKay kniete am Rand und leuchtete hinab.
Erneut rief der Wissenschaftler nach John, doch er bekam keine Antwort, dafür meldete sich Major Lornes Team, um nach dem Weg zu fragen. In kurzen Worten erklärte er ihnen den Weg und diesmal sah Lily, als Ronon zog, wie das Seil ihm folgte und Rodney einen Moment später ihren Freund über die Kante hievte.
Elizabeth trat aus dem Transporter und sah, wie Carson ihr entgegenkam. Er lächelte ihr leicht zu, dann senkte er einen Moment seinen Kopf, ehe er sie wieder anblickte.
„Wie geht es Teyla?“
„Sie hat zum Glück nur Prellungen und eine Platzwunde am Kopf. Aber ich lasse sie die nächsten Tage zur Beobachtung hier, nicht das sich doch noch innere Blutungen bilden!“
Liz nickte und atmete aus.
„Lily?“
Carson senkte erneut den Kopf.
„Sie hat eine große Wunde am Bein, welche bereits versorgt wurde. Außerdem ist ihr Knie leicht verdreht worden, was zu einer Innenbanddehnung geführt hat. Ich habe ihr eine Schiene verpasst, obwohl sie meinte es tut nicht weh. Was auch natürlich war, da sie einige Schmerzmittel bekommen hat. Sonst hat sie ebenfalls ein paar Prellungen und eine gebrochene Rippe!“
Der Arzt beendete seinen Bericht und Dr. Weir seufzte.
„Wo ist sie?“
„Bei John!“
Liz schloss einen Moment die Augen.
„Ich hole sie!“
Carson nickte und ging dann wieder auf die Krankenstation zurück.
Lily saß neben ihm und fuhr John zärtlich über sein Haar. Es war noch nass und sie senkte den Kopf, den sie dann auf seine Brust legte. Eine Träne fand ihren Weg und lief ihr über die Wange, ehe sie hinunter tropfte.
Einen Moment später fuhr Lily erschrocken zusammen, als ihr jemand eine Hand auf die Schulter legte.
Sie blickte in Elizabeths Gesicht und die Expeditionsleiterin nickte ihr zu. Lily erhob sich schwerfällig und strich John über die Wange, ehe sie ihn auf die kalten Lippen küsste.
„Ich liebe dich! Danke, dass du mir immer beigestanden hast! Die Zeit mit dir war die schönste in meinen Leben. Ich werde dich nie vergessen!“, wisperte sie und schloss trauernd die Augen.
Dann zog sie das Laken wieder über seinen Kopf und verließ mit Liz, die einen letzten Blick auf ihn warf, humpelnd den Raum. Das Licht erlosch und ließ die Bahre mit dem toten Körper im Dunkeln zurück.
Er war gegangen.
Ende |
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Hyndara Gast
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Verfasst am: 06.10.2007, 17:03 Titel: |
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Eine unglaublich spannende und zugleich deprimierende Geschichte. Das dachte ich bereits beim ersten Lesen. Da haben sie sie endlich gefunden, holen sie raus, alles scheint schon in Ordnung, und dann ... *schluck* Dabei wird man so wütend - und gleichzeitig so traurig.
Klasse Geschichte! |
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Kris Schreiberling

Anmeldungsdatum: 18.09.2007 Beiträge: 212 Wohnort: Solingen
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Verfasst am: 07.10.2007, 12:02 Titel: |
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| Man merkt auch dieser Geschichte wieder an, wie intensiv sie ist, und wie abrupt du von einer Stimmung zur anderen wechseln kannst. Und dass ist einfach mitreißend. |
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Scout Schreiberling

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.10.2007 Beiträge: 220 Wohnort: im Taunus
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Verfasst am: 08.10.2007, 13:49 Titel: |
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Ach, deine Lily-Reihe, die sollte man irgendwo veröffentlichen. Das sind so schöne Geschichten, habe jetzt einige wieder quer gelesen und sie sind immer wieder superschön. Jedes Mal mache ich das Fenster mit einem Seufzen zu.
Hoffe, du schreibst noch vieler dieser Lily-John- Geschichten! _________________
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