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Die Guardians



 
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Selana
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 20.09.2007
Beiträge: 179
Wohnort: Schwäbische Alb

BeitragVerfasst am: 01.10.2007, 14:04    Titel: Die Guardians Antworten mit Zitat

Autor: Selana
Titel: Die Guardians
Schreibstil: Roman
Kategorie: Action, Drama
Hauptcharakter: Hercules, Iolaus, Morrigan, Duncan MacLeod, Methos, Cassandra, Kronos und viele andere
Altersfreigabe: PG 13
Disclaimer: Dies ist ein Hercules/Highlander-Crossover. Die Rechte gehören nicht mir sondern den jeweiligen Eigentümern und Erfindern der Serien. Die Idee zu dieser Story gehört mir. Die Geschichte wurde nur zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen.
Author's Note: Die Idee zu dieser Story kam mir, als ich mir Gedanken darüber machte, was und woher die Unsterblichen eigentlich kommen. Dies ist natürlich nur meine Version, aber vielleicht gefällt sie euch.
Inhalt: Hercules und Iolaus werden vom Erzengel Michael zu Guardians gemacht, zu Wächtern und Kämpfer des Lichtes. Ihre Aufgabe ist es unter anderem über die Unsterblichen zu wachen. Duncan MacLeod wird in die Vergangenheit geschleudert und muss sich dort seiner Vergangenheit und auch der Wahrheit darüber was und wer er ist stellen. Ist der Finale Kampf nur eine Lüge? Er begegnet dabei alten Bekannten und gewinnt auch neue Freude. Um in die heutige Zeit zurück zu kommen muss er viele Abenteuer erleben und mehr als einmal um sein Leben kämpfen.

Über Feedback von euch würde ich mich sehr freuen.

P R O L O G


Seit Anbeginn der Zeit gibt es sie - die Unsterblichen. Sie wandern und kämpften durch alle Jahrtausende der Menschheitsgeschichte immer auf der Suche nach Ihresgleichen um sich dessen Kopf zu holen und damit auch dessen Macht um am Ende den großen Preis zu gewinnen. Doch der große Preis stellte sich als Lüge heraus, in die Welt gesetzt damit sich die Unsterblichen gegenseitig auslöschten.

Bis zwei der größten Unsterblichen kamen und mit dieser Lüge aufräumten. Danach trachteten nur noch die negativsten der Unsterblichen danach, sich den Kopf seines Nächsten zu holen.

Unerkannt lebten sie weiter unter uns, die meisten darauf bedacht, den Menschen zu helfen und in die Zukunft zu führen. Sie wurden die Beschützer der Menschheit. Ich möchte euch die Geschichte einiger dieser Unsterblichen erzählen, denn ich war dabei. Alles begann ca. 1.300 Jahre vor Christus. Viele Jahrtausende sind seitdem vergangen!

Ich bin ein Guardian, ein Hüter des Lichtes. Unsere Aufgabe ist es die Unsterblichen zu überwachen, die Menschen zu beschützen und im Notfall aktiv einzugreifen. Es gibt uns seit Anbeginn der Schöpfung und es wird uns immer geben, selbst wenn diese Schöpfungsgeschichte zu Ende ist und eine Neue beginnt.

Doch ich will ganz von vorne beginnen, mit dem Auftauchen zweier der größten und berühmtesten Hüter des Lichtes – ihre Namen sind Hercules und Iolaus...



ca. 1.300 v. Chr.
Irgendwo in Griechenland


Verwundert sah Hercules um sich. Eigentlich müsste er tot sein und sich in Hades unterirdischem Totenreich befinden, denn soeben hatte er sich zusammen mit einem der apokalyptischen Reiter, die der Erzengel Michael auf die Erde geschickt hatte, in den Abgrund gestürzt – genau in einen Lavastrom hinein. Und das konnte sogar er nicht überlebt haben.

Doch die Umgebung sah so gar nicht nach dem Totenreich von Hades aus – im Gegenteil. Er stand knöcheltief in Nebelschwaden, ringsum Säulen und als er nach oben blickte, sah Hercules einen strahlend blauen Himmel über sich.

„Wo bin ich?“ fragte er sich selbst laut.

„Gratuliere Hercules! Du bist der Herausforderung erfolgreich begegnet. Nach den Gesetzen des Lichtes gibt es Hoffnung für die gesamte Menschheit, wenn ein Mann bereit ist sich zu opfern.“

Die Stimme kannte er doch. Langsam drehte Hercules sich um und sah einen Mann auf einem hohen Thron sitzen. Eine Treppe führte zu dem großen Stuhl hinauf. Der Thron war umgeben von drei altarartigen Flügeln mit je einem Engel mit ausgebreiteten Flügeln darauf und eingerahmt von Säulen. „Michael!“

Hercules kannte den Mann. Es war der Erzengel Michael, welcher die vier apokalyptischen Reiter auf die Erde gesandt hatte, um die Menschheit zu vernichten. Als einer der Reiter seinen Freund Iolaus töten wollte, hatte Hercules sich auf den Reiter gestürzt und war zusammen mit diesem in den Lavastrom gestürzt.

Hercules konnte es nicht fassen: „Ich glaube es nicht, dass Ganze war ein Test?“

Der Erzengel nickte: „Durch dich erhält die Welt eine zweite Chance.“

„Durch mich? Iolaus hat seine Seele riskiert um mich zu warnen. Was sagt dir das über die Menschen?“

Das Gesicht des Erzengels überzog ein Lächeln: „Du bist offenbar von grenzenloser Bescheidenheit. Aber du hast recht mit dem, was du sagst.“

Michael machte eine leichte Handbewegung und im nächsten Augenblick stand Iolaus neben Hercules und sah sich erstaunt um.

Als Iolaus seinen Freund erblickte lief er freudestrahlend auf ihn zu: „Hercules, du lebst?“ Doch dann fiel sein Blick auf Michael auf seinem Thron und Iolaus Miene verdüsterte sich. „Oder auch nicht“, murmelte er leise vor sich hin.

Michael stand auf und ging langsam die Treppe hinunter und blieb dicht vor den beiden stehen. Er trug ein bodenlanges weißes Gewand und einen goldenen, mit Flügeln verzierten Brustharnisch. Sein Haar war hell und kurz geschnitten. Dem Aussehen nach musste er um die vierzig Jahre alt sein, doch jeder wusste, dass dieser Anblick täuschte. Michael war ein Unsterblicher.

Er musterte die beiden der Reihe nach. „Mehr, als das Opfer von dir, Hercules, war es eure Freundschaft, die den Glauben des Lichtes an die Menschheit erneuert hat. Auf der Welt sähe es weit besser aus, wenn jeder soviel Respekt für seine Mitmenschen hätte. Und obwohl ich dich gerne in die Reihen unserer tapferen Krieger aufnehmen würde, wirst du dem Willen des Lichtes besser dienen, wenn du auf die Erde zurückkehrst – als ein Hüter des Lichtes.“

Iolaus sah Hercules an: „Tja, da hast du es. Ich habe ja schon immer gesagt, dass die Welt dich braucht.“

Mit strenger Miene wandte sich Michael an Iolaus: „Und du, Iolaus wirst teuer dafür bezahlen das Licht hintergangen zu haben.“

„Oh, oh!“ sagte Iolaus seufzend und machte dazu eine Miene als wollte er sagen: ich wusste es!

Michael fuhr unerbittlich fort: „Du wirst aus unserem Reich verstoßen und dazu verdammt, auf der Erde an der Seite deines Freundes Hercules weiterzuleben.“

Hercules Gesicht verzog sich erfreut bei diesen Worten, während Iolaus noch immer eine Miene machte, als hätte er gerade in eine besonders saure Zitrone gebissen.

Doch dann ging ihm der Sinn von Michales letzten Worten auf und er blickte ungläubig in dessen Gesicht: „Du schickst mich zurück?“

Michael nickte zustimmend: „Du bekommst eine zweite Chance auf der Erde zu leben. Aber denk daran, am Ende wird man dich ein zweites Mal beurteilen. So ist es und so wird es sein.“

Hercules blickte auf Michael, der so gar nicht mehr dem unerbittlichen Rächer ähnelte, als den er ihn kennen gelernt hatte. „Michael, ich danke dir“, sagte er dann zu dem Erzengel.

Michael nickte nur und machte eine Handbewegung. Im nächsten Augenblick fanden sich Hercules und Iolaus in den Straßen einer Stadt wieder.

„Wir sind zurück! Ich kann es nicht fassen! Wir sind zurück!“ Iolaus umarmte Hercules freudestrahlend und hüpfte dann die Straßen entlang. Hercules sah ihm kopfschüttelnd hinterher. Manchmal konnte sich Iolaus wie ein Kind benehmen, doch er war froh ihn zurückzuhaben. Und auch selbst eine zweite Chance bekommen zu haben, auf der Erde zu leben. Noch ahnten Hercules und Iolaus nicht, was für Konsequenzen Michaels Entscheidung für sie hatte. Das bekamen sie erst im Laufe der Jahre heraus...


Griechenland, in der Nähe von Korinth
30 Jahre später...

„Langsam wird es auffällig, Hercules“, sagte Iolaus zu seinem Freund. Sie lagerten an einem kleinen runden See auf einer Waldlichtung und brieten sich an einem Feuer den Hasen, den Hercules vor kurzem erlegt hatte. Da die Sonne gerade untergegangen war, begann es langsam zu dämmern. „Sieh uns beide an. Die letzten Jahre sind wie im Fluge vergangen und wir sehen noch immer gleich aus.“

Hercules sah nachdenklich ins Feuer. „Ich habe mir auch schon darüber Gedanken gemacht, dass wir nicht altern.“

Iolaus sah seinen Freund fragend an: „Glaubst du, dass wir unsterblich sind? Aber wie ist das möglich?“

„Ich denke, ich kenne die Antwort. Erinnerst du dich noch an den Erzengel Michael?“ fragte Hercules.

„Wie könnte ich den vergessen? Du bist da gestorben und Michael hat uns zurückgeschickt...! Moment mal, denkst du, dass ist die Lösung?“

„Ja, als uns Michael auf die Erde zurücksandte, als Hüter des Lichts bedeutete das wohl, dass wir unsterblich wurden.“

„Dieser, dieser...“ Iolaus fehlten die richtigen Worte. „Warum hat er uns das verschwiegen?“

„Weil ich sehen wollte wie ihr euch bewährt. Es war eure letzte Probezeit.“ Die Stimme erklang in ihrem Rücken und beide sprangen überrascht hoch.

„Michael!“ entfuhr es beiden gleichzeitig.

Der Erzengel sah aus wie damals, er trug sogar die gleiche Bekleidung. „Ich freue mich euch zu sehen und zu erklären, dass ihr die Erwartungen des Lichtes erfüllt habt. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich euch in die Jenseitswelt zurückgeschickt. Und so freut es mich euch mitteilen zu können, dass ihr lange Zeit auf der Erde wandeln könnt, als Hüter des Lichtes - meine Guardians.“

„Haben wir da nichts mitzureden?“ fragte Hercules in nachdenklichem Tonfall. „Was ist, wenn wir die Unsterblichkeit ablehnen?“

„Das könnt ihr im Grunde überhaupt nicht, denn jedes Menschen Seele ist unsterblich. Er kann mehrmals zurück auf die Erde kommen, jedesmal allerdings in einem neuen Körper, um seine Seele zur Vollkommenheit zu führen. Ihr habt die Wahl: meine Guardians auf der Erde zu sein und hier die Menschen zu beschützen oder mit mir zu kommen und als meine Kämpfer in meinen Reich zu leben.“

Hercules und Iolaus sahen sich an und antworteten beide gleichzeitig: „Wir wählen die Erde.“

Michael verzog sein Gesicht zu einem Lächeln. „Es freut mich, dass ihr so gewählt habt, denn ihr seid meine besten Krieger - hier oder im Licht. Ich muss euch noch etwas mitteilen: Es gibt noch andere Unsterbliche auf der Erde.“

„Auch Hüter des Lichtes wie wir?“ fragte Hercules.

„Ja und nein, es sind Wesen, die nicht von dieser Erde stammen sondern von einer Welt jenseits der unseren“, erklärte Michael.

„Du meinst, so wie der Herrscher, mein böses Ebenbild von der anderen Erde und das Ebenbild von Iolaus?“

„So ähnlich. Sie stammen von einer Welt, dessen Bewohner sich in zwei Gruppen gespalten haben, die sich auf Leben und Tod bekämpfen. Die Positiven, die Helioner und die Negativen, die sich Graue nennen. Ich möchte, dass ihr beide die Wächer und Helfer der Helioner werdet. Helft ihnen die Grauen zu bekämpfen. Die Grauen wollen die Menschen unterdrücken, während die Helioner die Grauen vernichten wollen. Doch es herrscht Ungleichheit zwischen den beiden Parteien auf der Erde. Die meisten Helioner erinnern sich nicht mehr daran, woher sie kommen und wurden von den Grauen dazu gebracht, sich gegenseitig umzubringen. Sie kämpfen um den Preis und ihre Regeln besagen, dass nur einer am Ende von ihnen übrig bleiben darf, um die Macht und die Kraft von allen Unsterblichen in sich zu vereinen. Das ist aber gelogen, denn das Ziel der Grauen ist, die Helioner auf der Erde zu vernichten. Die Grauen möchten die Herrschaft auf der Erde bis in alle Zeiten übernehmen. Das Licht kann das aber nicht zulassen, auch wenn wir den Bewohnern der verschiedenen Welten ihren eigenen Willen lassen. Hin und wieder unterbinden wir das Treiben, wenn die Gewalt zu groß wird, deshalb haben wir unsere Guardians erschaffen.“

„Es gibt also noch mehr wie uns auf der Welt?“ fragte Iolaus.

„Ja, es sind aber wenige. Doch ihr erkennt sie an diesem Zeichen“, Michael hob die Hand und ein Blitz fuhr aus seiner Hand und traf die Handgelenke von Hercules und Iolaus. Ein Zeichen erschien auf ihrem Unterarm: Eine Lichtsäule, die sich spiralförmig nach oben schlängelte. „An diesem Zeichen könnt ihr den anderen Guardian erkennen.“

„Toll,“ meinte Iolaus. „Jetzt dürfen wir also nicht nur Ungeheuer und Monster bekämpfen, sondern auch noch verrückte Unsterbliche.“

Michael brach in Lachen aus. „So ist es. Wollt ihr trotzdem meine Hüter sein?“

„Natürlich“, sagte Hercules. „Und wie erkennen wir diese anderen Unsterblichen? Haben die auch so ein Zeichen am Arm?“

„Nein, aber sie können nur dadurch getötet werden, dass man ihnen die Köpfe abschlägt“, erklärte Michael.

„Oh, dann brauchen wir also nur jedem, dem wir begegnen den Kopf abzuschlagen zum Test?“ fragte Iolaus.

Michael schmunzelte. „Ich würde sagen, so extrem braucht ihr nicht vorzugehen. Es genügt eine winzige Verletzung. Diese heilt sofort und ihr wisst Bescheid. Und jetzt verlasse ich euch. Und denkt daran, ich sehe alles, was ihr macht. Und ich habe noch eine Überraschung für euch.“ Er hob leicht die Hand und verschwand genauso schnell, wie er aufgetaucht war.

„Oh, Mann! Verstehst du das alles, Hercules? Und was meinte er mit der Überraschung? Vielleicht ist das alles doch zu viel für uns und wir hätten mit Michael gehen sollen?“

„Ruf ihn zurück. Er nimmt dich sicher mit, wenn du deine Meinung änderst“, bot Hercules an. Innerlich hoffte er aber, dass Iolaus bei ihm blieb, denn was sollte er ohne ihn in der Welt der Menschen machen?

„Und dich alleine lassen? Wer passt dann auf dich auf?“ widersprach Iolaus energisch und entsetzt zugleich. „Oder willst du mich los werden?“

Hercules warf einen Zweig nach ihm. „Und auf deine Gesellschaft und deinen schlechten Witze verzichten? Niemals!“

Iolaus sah ihn tadelnd an: „Also sind wir uns einig. Wir bleiben hier und zusammen.“ Iolaus schwieg einen Moment. „So, jetzt sind wir also wirklich unsterblich? Und was machen wir jetzt?“

„Wir leben unser Leben weiter wie bisher und lassen alles andere auf uns zukommen. Außerdem soll es noch andere wie uns geben. Lass sie uns suchen. Vielleicht ist eine schöne Frau für dich dabei“, Hercules grinste dabei über sein ganzes Gesicht.“

„Ha, ha!“ erwiderte Iolaus. Gleichzeitig kam ihm eine Idee. „Was ist mit den Göttern? Sind das vielleicht diese Unsterblichen, die Michael meinte?“

„Das glaube ich nicht. Die Götter sind überhaupt nicht zu töten, die anderen aber schon, wenn man es richtig anstellt.“

„Außer du hast Hindinnenblut“, stellte Iolaus richtig. Im nächsten Moment taten ihm diese Worte leid, als er sah, wie Hercules Gesicht sich bei diesen Worten verdüsterte. „Tut mir leid, ich wollte keine alten Wunden aufreißen.“

„Schon gut, die Sache mit Serena ist vorbei. Sie ist glücklich, wo sie jetzt ist.“ Serena war die letzte der Hindinnen gewesen, ein Mischwesen aus Frau und Hirschkuh, mit der Fähigkeit sich in eine richtige Frau zu verwandeln. Sie war Hercules zweite Frau gewesen und im Auftrag von Ares, dem Gott des Krieges und Hercules Halbbruder, von dem Gott Strife getötet worden. Später konnte Hercules dieses Geschehen mit Hilfe des Zeitsteines rückgängig machen. Allerdings konnte Serena sich dadurch nicht mehr an ihr gemeinsames Leben erinnern und hatte einen anderen Mann geheiratet.

Hercules dachte an seinen Vater Zeus, welcher ihm mit den Fähigkeiten eines Olympiers ausgestattet hatte. Selbst Iolaus wusste es nicht – nur Morrigan, ihre Tochter Bridget und Ariadne, Hercules und Morrigans gemeinsame Tochter, waren eingeweiht. Seit damals konnte Hercules mit Kraft seiner Gedanken Gegenstände bewegen und sich an jeden Ort versetzen. Er gebrauchte diese Fähigkeiten jedoch nur, wenn es niemand sah. Doch nun wurde es Zeit Iolaus einzuweihen.

„Es gibt da noch etwas...“, begann Hercules. „...Zeus hat mir seine Fähigkeiten verliehen, bei einem meiner letzten Besuche auf dem Olymp.“

„Du meinst...“

Hercules nickte und erklärte ihm, welche Fähigkeiten er besaß.

„Und das hast du mir die ganze Zeit verschwiegen?“ fragte Iolaus beleidigt. „Warum?“

„Ich wollte nicht, dass es bekannt wird.“

„Aber ich bin dein Freund!“

„Ändert das etwas an unserer Freundschaft?“

Iolaus überlegte einen Moment. „Nein, natürlich ändert das an unserer Freundschaft nichts, aber etwas mehr Vertrauen hätte ich schon von dir erwartet. Ich hoffe du hast nicht noch mehr solcher Überraschungen für mich?“

Hercules schüttelte den Kopf. Eine Weile sagte keiner ein Wort und auch, als der Hase fertig war, aßen sie schweigend. Schließlich hielt es Iolaus nicht mehr aus. „In Zukunft aber keine Geheimnisse mehr, verstanden?“

Hercules hob die Hand und war froh, dass sein Freund nicht mehr böse war. „Versprochen!“

Am nächsten Tag erreichten sie Korinth, wo sie einen alten Freund besuchen wollten. Er hieß Stefanus und wohnte in einem kleinen Haus direkt am Marktplatz. Es war Mittagszeit, als sie sich durch das Gewimmel auf dem Marktplatz schlängelten. Gerüche nach Essen und Düfte nach Gewürzen aller Art umwehten sie und ließ ihre Mägen knurren. Doch sie hatten Stefanus versprochen zu kommen. Also gingen sie weiter ohne sich etwas an einem der Stände zu kaufen.

Als sie den Markt fast durchquert hatten, legte sich von hinten eine Hand auf seine Schulter und Hercules drehte sich herum. Er glaubte zu träumen. „Morrigan!“

Neben der kleinen rothaarigen Frau stand eine zweite etwas größere Frau mit langen hellbraunen Haaren, die sie zu einem Zopf zusammengebunden hatte. Sie grüßte: „Hallo, Vater!“

„Bridget!“ Hercules nahm die braunhaarige Frau in die Arme und drückte sie fest an sich, dann tat er das gleiche mit der Rothaarigen und küsste sie lange, während Iolaus staunend zusah.

Hercules ließ beide Frauen los und wandte sich an Iolaus: „Darf ich dir Morrigan und meine Stieftochter Bridget vorstellen? Sie stammen aus dem fernen Irland.“

Iolaus wusste sofort Bescheid. Kurz nachdem sie von Michael zurückgeschickt worden waren, war Hercules für einige Jahre nach Irland zu Morrigan gegangen, während er einige Zeit bei Nebula in Sumerien gelebt hatte. Doch seit Hercules Rückkehr nach Griechenland waren 15 Jahre vergangen und Morrigan sah immer noch aus wie Anfang dreißig. Morrigan war wie Hercules eine Halbgöttin. Ihre Mutter war die irische Kriegsgöttin Bess. Iolaus nahm ihre Hand und drehte sie herum. Er sah sofort die Lichtsäule und wusste Bescheid. „Du bist eine Hüterin des Lichts!“ Er zeigte Morrigan seinen Arm.

Morrigan sah nun Hercules an. „Das erklärt alles. Als Bridget und ich dich vorhin sahen, konnten wir es kaum glauben, dass du immer noch so jung aussiehst. Sie ist auch eine Hüterin und ebenso unsere Tochter Ariadne.“

„Wo ist sie?“ fragte Hercules. „Ist sie nicht bei euch?“

Morrigan schüttelte den Kopf. „Sie ist noch in Irland.“

„Wer ist Ariadne?“ wollte Iolaus wissen.

„Morrigans und meine gemeinsame Tochter“, erklärte Hercules.

„Du hast eine Tochter? Wie es scheint hast du noch mehr Geheimnisse?“

„Das ist kein Geheimnis. Du hast mich nur nie nach meinen Leben in Irland gefragt“, meinte Hercules. „Und Ariadne wollte Irland nicht verlassen.“

Dem musste Iolaus zustimmen. Er hatte Hercules nie nach seinem Leben mit Morrigan gefragt.

„Vielleicht besuchen wir sie einmal gemeinsam?“ Hercules sah Iolaus fragend an. „Wir haben nun ja alle Zeit der Welt.“

„Warum nicht? Wir haben ja nichts weiter vor.“

„Das trifft sich gut“, warf Morrigan ein. „Wir sind gekommen um dich um Hilfe zu bitten, Hercules. Irland droht eine Gefahr, die wir nicht alleine bewältigen können. Hat Michael dich über die Grauen informiert?“

„Ja, das hat er. Ihr seid also auch von Michael angeworben worden“, stellte Hercules fest.
„Jetzt weiß ich auch, was er mit seiner Überraschung meinte.“

„Eine Gruppe dieser Grauen unter Führung von Damien ist in Irland aufgetaucht und verbreitet Chaos und Terror. Wir schaffen es nicht sie zu vertreiben ohne deine Hilfe“, sprach Morrigan weiter.

„Damien ist hier?“ fragte Hercules. „Ich habe mich schon oft gefragt, wann wir ihn wieder sehen. Er ist also kein Dämon sondern ein Grauer.“

„Wer ist Damien?“ fragte Iolaus.

„Das gehört zu der Geschichte, wie ich von Zeus seine Fähigkeiten bekam. Morrigan, Ares, Callisto und ich suchten in Zeus Auftrag den Sonnen-Kristall, der magische Kräfte besitzt“, erklärte Hercules ihm. „Ich werde dir die Geschichte bei Gelegenheit ganz erzählen.“

Callisto, Ares, Morrigan und du zusammen? Auf diese Geschichte bin ich wirklich neugierig“, meinte Iolaus. „Besuchen wir also Stefanus und begleiten wir dann Morrigan und deine Stieftochter nach Irland.“


Paris, Frankreich
02.11.2006


Leichter Nebel senkte sich über die große Stadt an der Seine. Einzelne Schwaden zogen über den Fluss und ließen hier und da Häuserzeilen in Nebelbänken verschwinden. Der Mann stand auf dem Deck seines Hausbootes und sah Gedankenversunken dem Spiel der Nebelgeister zu. Gerade verschwand Notre Dame in einer ganzen Nebelwand und ließ nur einen der unfertigen Türme der Kathedrale übrig.

Die Sonne ging gerade auf, besaß aber noch keine Kraft um den Nebel zu vertreiben. Die Luft war kühl und feucht und ließ den Mann leicht schaudern, doch er achtete nicht darauf. Er dachte an das Leben, dass zu führen er gezwungen war – und an das Vergangene. War es wirklich erstrebenswert unsterblich zu sein? Eine schlaflose Nacht lag hinter ihm und wie so oft fragte er sich, was das Leben noch für ihn bereit hielt.

Ewig zu leben: ein Geschenk oder ein Fluch? Je älter er wurde, desto öfters kam es ihm wie ein Fluch vor. Die Menschen um ihn herum alterten und starben und nur er blieb ewig gleich. Er würde in tausend Jahren noch aussehen wie Anfang dreißig, es sei denn, ein anderer Unsterblicher setzte dem ein Ende.

Das Summen seines Handys brachte Duncan MacLeod in die Wirklichkeit zurück und als er die Stimme am anderen Ende der Leitung erkannte, vergaß er das beeindruckende Naturschauspiel und seine Selbstzweifel sofort. Es gab Menschen die auf ihn zählten und mit ihm rechneten. Joe Dawson, Amanda, Methos und sein neuester Schützling Nick Wolfe. Besonders Nick brauchte seine Hilfe, denn er war erst seit wenigen Jahren ein Unsterblicher und Nick sollte auf keinen Fall so enden wie Richie, dass schwor sich MacLeod.

"Cassandra! Was ist los?" fragte er.

Ihr Stimme war kaum verständlich: "Duncan! Bitte! Du muss sofort kommen. Er wird mich sonst töten."

"Wer? Und wo bist du?" Duncan war besorgt. Wer immer der Fremde auch sein mochte, er würde es bitter bereuen, wenn er Cassandra etwas antat, denn sie war mehr als eine Freundin für ihn.

"Erinnerst du dich an die heilige Quelle, die Methos dir zeigte?" Cassandras Stimme klang gehetzt. "Wir sind in der Grotte."

"Und ob ich mich erinnere", antwortete MacLeod grimmig. Nur zu gut war ihm noch das Erlebnis in Erinnerung, als er gezwungen war, seinen alten Freund Koltec zu töten. Der Indianer war ein Hejoka gewesen, ein heiliger Mann. Koltec hatte es als seine Bestimmung angesehen, die Bösen unter den Unsterblichen zu töten und ihren Hass in sich aufzunehmen. Er hatte immer angenommen dies ohne Gefahr tun zu können und die negativen Gedanken in sich wie in einem Fass ohne Boden aufnehmen zu können. Dies war ein Irrtum, denn eines Tages war es zuviel gewesen und die negativen Geister waren zu mächtig geworden und hatten seinen eigenen Geist vergiftet. Koltec mordete und MacLeod musste ihn töten. Bei dessen Übernahme war MacLeod ebenfalls negativ geworden.

Er hatte sogar Sean Barnes, seinen alten Freund und Mentor getötet. Schließlich hatte Methos ihn zu dieser heiligen Quelle in der Nähe von Paris geführt, in der er einen Kampf gegen sich selbst ausgetragen hatte, an dessen Ende sein gutes Ich gesiegt hatte.

"Ich bin in einer Stunde da. Sag dem anderen das ich ihn töten werde, wenn er dir etwas antut", erwiderte MacLeod nun.

"Ich glaube nicht das ich in Gefahr bin wenn du kommst, denn er will dich. Ich bin nur der Köder. Außerdem sind wir in der Grotte auf heiligem Boden. Du kannst zuerst mit ihm sprechen."

Die Verbindung wurde unterbrochen und mit einem Fluch steckte MacLeod das Handy in die Tasche. Er zog sich eine Lederjacke über und verließ mit schnellen Schritten das Hausboot. MacLeod warf sich hinter das Steuer seines Autos und fuhr los. Auf dem Beifahrersitz lag sein Dai-Katana. Duncan warf einen kurzen Blick darauf. War er schon wieder gezwungen damit zu töten? Hörte das nie auf? Dieses Schwert hatte schon Richies Leben gekostet. Vielleicht konnte er den Fremden überreden den Kampf aufzugeben? Warum nur waren sie gezwungen sich immer gegenseitig umzubringen? Weshalb konnten die Unsterblichen nicht in Frieden miteinander auskommen? War es wirklich ihre Bestimmung bis zum letzten Mann zu kämpfen?

Duncan verscheuchte diese trüben Gedanken und konzentrierte sich auf den morgendlichen chaotischen Verkehr und seinen Weg. Nachdem er die Stadt endlich verlassen hatte, erreichte er in Rekordzeit den Wald, in dem die vergessene Quelle lag. Nach kurzem Marsch stand er vor dem Brunnen. Ein Seil war einladend an einem Baum festgebunden und ermöglichte es ihm ohne große Mühe hinabzuklettern.

Unten sah er sich einem Wirrwarr von Gängen und Kammern gegenüber, doch MacLeod konnte sich noch genau an den Weg erinnern. Kurz vor der Quelle spürte er es. Das Gefühl war so stark, dass es ihn fast in die Knie zwang. Der Fremde musste sehr alt sein, denn nur bei den älteren Unsterblichen war der Flash so heftig. Doch vielleicht kam das Gefühl auch von beiden zusammen, denn schließlich war Cassandra über dreitausend Jahre alt, eine der ältesten unter den Unsterblichen.

"Cassandra!" Laut hallte sein Ruf durch die Gänge und wurde von den Wänden zurückgeworfen. "Cassandra!" wiederholte MacLeod.

"Ich bin hier!"

Vor ihm tauchte die Quelle auf, ein rundes Wasserloch in einer kleinen Seitenkammer. Nichts an ihr schien außergewöhnlich zu sein. Und doch spürte MacLeod ihre besondere Ausstrahlung, die ihm damals das Leben gerettet hatte.

Aus einem Seitengang tauchten die Umrisse einer Person auf. MacLeod erkannte Cassandra und atmete erleichtert auf. Duncan wollte zu ihr eilen, doch die Stimme der Frau hielt ihn zurück.

"Bleib stehen, Duncan! Komm nicht näher!" Hinter ihr erschien eine weitere Gestalt. Ein schwarzer Umhang umhüllte den anderen vollständig. Das Gesicht wurde von einer Kapuze verborgen und war deshalb nicht zu erkennen.

"Wer sind Sie?" fragte MacLeod, doch der Fremde antwortete nicht.

"Tut mir leid, dass ich dich hergelockt habe, Duncan, doch es blieb mir keine andere Wahl und eines Tages wirst du alles verstehen", sagte Cassandra.

Erstaunt sah MacLeod sie an. "Was meinst du damit?"

"Ich bin nicht in Gefahr und ich war es auch nie. Wir haben dich getäuscht um dich herzulocken", erklärte die Frau und warf einen Blick auf den Unbekannten.

"Warum? Und wer ist er? Kann er nicht für sich selbst sprechen?" MacLeod warf dem Unsterblichen einen misstrauischen Blick zu.

"Natürlich kann er sprechen. Du wirst es verstehen, wenn die Zeit dafür reif ist. Nun musst du nochmals in die Quelle steigen. Unser aller Existenz steht auf dem Spiel wenn du es nicht tust."

"Nein, nicht schon wieder!" rief MacLeod. "Nicht noch eine Prophezeiung von dir. Mir reicht es noch vom letzten Mal, als ich gegen Ariman kämpfen musste. Es hat Richies Leben gekostet. Wer muss diesmal sterben?" MacLeod machte keine Anstalten in die Quelle zu steigen.

"Du musst mir glauben, Duncan", sagte Cassandra eindringlich. "Das mit Richie tut mir furchtbar leid, aber du weißt das ich dafür nicht verantwortlich bin. Ich habe dir nur von einer Prophezeiung erzählt."

"Richtig, denn ich bin für seinen Tod verantwortlich. Mein Schwert nahm Richies Leben."

"Es war Ariman, du konntest nichts dafür", versuchte Cassandra ihn zu trösten.

"Nein? Wirklich nicht? Wenn ich es lange genug mir selbst vorsage, glaube ich es vielleicht noch. Es war unverzeihlich von mir." Obwohl es schon einige Jahre her war, träumte er noch in vielen Nächten davon.

Cassandra sah ihn eindringlich an: "Ich kann deinen Schmerz sehen und fühlen. Und ich kann ihn dir nehmen."

MacLeod wich zurück: "Mit deinen Hexenkräften? Nein, ich will den Schmerz fühlen. Er ist ein Teil von mir, etwas was mir hilft das Geschehene zu ertragen." MacLeod warf einen Blick auf den Fremden. Zwar stand der Unbekannte noch immer nur da, doch war da eine Vertrautheit, ein Gefühl zwischen ihnen beiden, dass Duncan sich nicht erklären konnte. Und irgendwie wusste er, dass der Fremde keine Gefahr bedeutete.

"Duncan!" Cassandras Stimme hatte einen beschwörenden Klang angenommen. "Sieh mich an!"
Ohne es zu wollen drehte sich MacLeod Cassandra zu. Ihr Blick war stechend und so zwingend geworden, dass er sich nicht wehren konnte. Vergeblich versuchte er gegen ihre Hexenkräfte anzukämpfen.

"Steig in die Quelle, Duncan!" befahl die Hexe und der Highlander gehorchte gegen seinen Willen.

Das Wasser reichte ihm bis zur Brust, doch er fühlte die Nässe und die Kälte nicht. Cassandras Stimme war so befehlend, dass er nichts anderes mehr hörte oder fühlte.

"Dies ist nicht nur eine heilige Quelle. Sie hat unglaubliche Macht. Doch nur jemand wie ich, ein Wissender kann diese Kraft benutzen. Ich werde das Tor öffnen und dich deiner Bestimmung zuführen. Alles wird so kommen wie es geschrieben steht. Leb wohl, Highlander! Wir sehen uns wieder. In einer anderen Zeit."

Cassandra konzentrierte sich auf die Macht der Quelle. Ein rotes Licht schien aus ihrer Tiefe zu steigen, erst schwach dann immer stärker. Das Licht besaß Eigenleben, es wand sich wie eine Schlange auf der Suche nach einem Opfer. Die Ausläufer berührten den Highlander und kamen ins Stocken. Das Licht wurde größer und stärker, schließlich hüllte es MacLeod vollständig ein. Das rote Leuchten wurde so stark das es Duncan aufzulösen schien. Das Licht wurde zu einem Wirbel in dessen Zentrum sich der Highlander befand. Er wurde herumgerissen und schrie voller Pein auf. Immer schneller bewegte sich der Kreisel und plötzlich verschwand er in der Tiefe der Quelle und war verschwunden - mit ihm Duncan MacLeod. Das rote Licht erlosch und die Quelle sah unscheinbar wie zuvor aus.

Mit einem Ächzen sank Cassandra in sich zusammen und plötzlich kam Bewegung in die dunkle Gestalt. Mit einem Satz stand er vor der Frau und fing sie auf, bevor sie zu Boden fallen konnte. "Cassandra!" Seine Stimme klang besorgt. "Bist du in Ordnung?"

Methos und Nick Wolfe, die das ganze Geschehnen aus einem sicheren Versteck beobachtet hatten, traten zu ihnen. Auch sie machten sich Sorgen.

„Das war unglaublich“, sagte Nick. „Ich konnte es mir nicht vorstellen. Wo ist Duncan jetzt?“ Dabei sah er den Mann in dem Umhang an.

„Es ist ihm nichts geschehen, glaub es mir“, antwortete der andere und sah Nick beruhigend an.

Cassandra hob abwehrend die Hand. "Macht euch keine Sorgen, weder um mich noch um Duncan. Die Öffnung des Tores war anstrengender, als ich dachte. Ich brauche jetzt nur etwas Ruhe."

"Du hast es tatsächlich geschafft", bewunderte auch Methos die Frau.

"Aber es ist doch geschehen! Und ich habe es schon einmal gemacht. Wir haben nur dafür gesorgt, dass die Geschichte genau so geschieht, wie sie geschrieben wurde", meinte Cassandra. Sie blickte auf die Stelle wo Duncan verschwunden war. "Er ist nun dort wo er sein muss."

"Er wird es überleben. Ich weiß es schließlich", beruhigte der Fremde die Freunde.

Methos Blick traf ihn. "Ja, du musst es wissen. Aber wir sollten nun gehen. Die anderen warten auf uns."

Die vier warfen der Quelle noch einen letzten Blick zu, bevor sie sich umdrehten und sich durch die Gänge zum Ausgang begaben.

Der Kreis hatte sich geschlossen...


Irgendwo in der Wüste


Duncan MacLeod schlug verwundert die Augen auf. Was war geschehen? Nur langsam kehrte die Erinnerung zurück. Seine Gedanken bewegten sich zäh wie durch eine Watteschicht und er konnte sich nur mit Mühe an das Geschehen erinnern. Cassandra, der Unbekannte.

Schlagartig kam die Erinnerung zurück. Die Quelle! Cassandra hatte ihn mit ihrer Hexenkraft gezwungen in das Wasser zu steigen. Dann das rote Licht, das ihn gepackt und fortgewirbelt hatte. Doch wohin? Wo war er überhaupt? Die Luft roch schal und abgestanden, er konnte nur mühsam Atem holen. Nur langsam gewöhnten sich seine Augen an die herrschende Dunkelheit, so dass er wenigstens Umrisse erkennen konnte. Die Hände als Hilfsmittel benutzend, tastete er sich vorwärts. Doch schon nach wenigen Schritten stolperte er über einen länglichen Gegenstand und fiel zu Boden. Etwas fuhr wie ein Messerstich durch seinen Arm und verletzte ihn. Nur gut für ihn, dass die Wunde sich rasch wieder schloss.

Durch Tasten identifizierte er den Gegenstand über den er gestolpert war - sein eigenes Schwert. Rasch hob er es auf und benutzte es als weiteres Hilfsmittel. Inzwischen konnte er weitere Umrisse erkennen, doch außer einem langen engen Gang war nichts zu erkennen.

Was hatte Cassandra mit ihm getan? Wo war er? Er rief laut nach ihr, doch seine Rufe verhallten ungehört und niemand reagierte darauf. Wie lange er in der Dunkelheit umherirrte konnte er unmöglich sagen, als ihm ein schwacher Lichtschimmer weit voraus auffiel. Minimal nur, doch in der Finsternis erschien es ihm wie das verheißene Licht in der Dunkelheit.

Schnell eilte er darauf zu, doch die Helligkeit entpuppte sich als ein winziger Riss in der Wand. Er konnte nicht einmal den Finger hineinstecken. Enttäuscht sank er an der Wand zu Boden. Wie sollte er nur hier herauskommen? Schließlich raffte er sich hoch und begann systematisch die Wände abzutasten. Als er schon fast aufgeben wollte, blieb seine linke Hand an einer winzigen vorstehenden Unebenheit haften. Er drückte, schob und zog daran.

Was der auslösende Faktor gewesen war, konnte er nicht sagen, doch plötzlich wich die Wand vor ihm zur Seite und er taumelte ins Freie. Geblendet blieb er stehen und hob die Hände schützend vor die Augen. Nach der langen Dunkelheit war das Licht zuviel für ihn. Erst nach einiger Zeit wagte er es die Augen ein zweites Mal zu öffnen und die Hände wegzunehmen. Noch war das Licht zu grell und er konnte nur Schemen erkennen, doch zumindest schmerzte das Licht nicht mehr so stark.

Überwältigt blickte er um sich. MacLeod konnte nicht glauben was er sah. Vor ihm erstreckte sich eine Sanddüne nach der anderen. Die Sonne brannte heiß vom Himmel, ihrem Stand nach musste es Mittag sein. MacLeod blickte zurück. Hinter ihm erhoben sich drei Pyramiden in den Himmel. Davor stand eine kleinere nur etwa halb so große Pyramide. Aus dieser musste er gerade getreten sein.

Das war doch nie und nimmer Paris! Er musste sich irgendwo in Ägypten befinden. Aber wie kam er hier hier? Wer hatte ihn hergebracht und in der Pyramide zurückgelassen? Und wie viel Zeit war überhaupt vergangen? Tage vielleicht?

Langsam begann seine Wut auf Cassandra und den Unbekannten zu steigen. Was sollte das Ganze? Warum hatten seine Entführer ihn hier zurückgelassen? Das passte eigentlich nicht zu Cassandra, denn bisher hatte er sie für eine Freundin gehalten. Langsam begann er die Pyramiden zu umwandern, immer darauf bedacht im Schatten zu bleiben, denn die Hitze war mörderisch.

Als er an seinem Ausgangspunkt zurückkam, war er keiner Menschenseele begegnet und...

Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen. Wo war die kleine Pyramide? Genau an diesem Platz musste sie stehen, doch nun war sie verschwunden. Verwundert sah er sich um. Träumte er? Oder begann er den Verstand zu verlieren? Er kniff sich in den Arm, schloss und öffnete die Augen wieder, doch das Bild blieb. Die großen Pyramiden waren da, die kleine blieb verschwunden. Er träumte also nicht. Blieb nur noch, dass er verrückt wurde, doch dazu fühlte er sich zu normal. Allmählich begann MacLeod sich Sorgen zu machen, denn er hatte kein Wasser. Zwar konnte er nicht verdursten, denn sooft er auch starb, er würde immer wieder aufwachen, doch die Pein würde dieselbe für ihn sein, wie für jeden normalen Menschen. Den Hunger konnte er länger ertragen.

Sein Blick fiel auf die Pyramiden und eine Idee kam ihm. Entschlossen begann er bei einer mit dem Aufstieg. Das Klettern von Steinblock zu Steinblock war sehr mühsam und als er auf der Spitze ankam, war es Nacht geworden. Die Sterne leuchteten über ihm und müde sank er zu Boden. Der Aufstieg hatte seine letzte Kraft gekostet und er fiel in einen Erschöpfungsschlaf. Als MacLeod erwachte ging schon die Sonne am Horizont auf. Im Licht der Morgensonne sah er sich um. Sein Durst war inzwischen immer stärker geworden. Im Osten, Westen und Norden sah er nur Wüste - Sanddünen so weit das Auge reichte. Doch im Süden erblickten seine Augen nicht weit entfernt einen grünen Flecken. Eine Oase oder eine Fata Morgana? MacLeod kniff die Augen zu und öffnete sie wieder, doch der grüne Flecken blieb.

Neue Hoffnung durchströmte ihn und er begann mit dem Abstieg. Wo eine Oase war, befanden sich auch Menschen oder würden dort irgendwann auftauchen. Er musste nur warten. Von oben hatte er drei Sanddünen gezählt, doch der Weg erwies sich als länger und mühsamer als erwartet. Die Luft war stickend heiß und der Schweiß stand auf seiner Stirn, ein Blick in die gnadenlose Sonne zeigte ihm, dass es weit über Mittag war

Als er gegen Abend endlich den Kamm der letzten Sanddüne erklommen hatte, blieb er erschöpft liegen, doch sein Ziel war in greifbare Nähe gerückt. Direkt unter der Düne standen Daddelpalmen und Olivenbäume und luden zum verweilen ein. In Gedanken glaubte er das Plätschern von Wasser zu hören und nun hielt ihn nichts mehr auf der Sanddüne.

Den Abstieg brachte er mehr rutschend als gehend hinter sich und die letzten Meter stürzte er nach unten und blieb benommen liegen. Doch nach kurzer Zeit raffte er sich auf und taumelte die letzten Meter zu den Bäumen hinüber. Das grüne Gras und die Schatten der Bäume waren eine Wohltat nach der Zeit unter der gnadenlosen Sonne. Die Quelle lag im Schatten mehrerer Palmen.

MacLeod stürzte sich in das Wasser. Konnte es etwas Schöneres geben? Das Wasser war herrlich kühl und schmeckte köstlich. Es kam ihm vor, als hätte er nie etwas wohl schmeckenderes getrunken. Er vergaß die Zeit und blieb einfach im Wasser liegen. Was ihn aufmerksam werden ließ wusste er nicht. Vielleicht war es sein Gefühl für Gefahr, dass ihn die Jahrhunderte hindurch beschützt hatte? Sein erster Gedanke galt dem Schwert, doch dieses hatte er einfach fallen gelassen angesichts der Quelle. Schatten von Pferden fielen über das Wasser und MacLeod fuhr hoch. Er blickte in die ausdruckslosen Gesichter von zehn Reitern. Sie waren in die typische Bekleidung von Wüstenbewohnern gehüllt. Die Männer musterten den Fremden mit mißtrauischen Blicken.

MacLeods suchenden Augen fanden sein Schwert. Es lag nur zehn Meter von ihm entfernt, allerdings unerreichbar, denn die Reiter befanden sich zwischen ihm und seiner Waffe.

Der vordere Reiter, anscheinend der Anführer, hatte seinen Blick bemerkt und sah das Schwert. Er rief etwas zu einem seiner Männer, in einer MacLeod unbekannten Sprache. Der Mann stieg vom Pferd und hob das Schwert auf. Er brachte es dem Anführer, der es neugierig betrachtete und schließlich trafen verwunderte Blicke den seltsam gekleideten Fremden. Anscheinend hatte er noch nie ein japanisches Schwert gesehen.

Er sagte einige Worte und sein Pferd setzte sich in Bewegung und kam langsam auf MacLeod zu. Duncan wich etwas in das Wasser zurück, dass an dieser Stelle nur hüfthoch war. Er war bereit sein Leben so teuer wie möglich zu verteidigen und sollten die fremden Reiter nicht gerade auf die Idee kommen ihn zu enthaupten, würde er es überleben.

Doch Duncan wollte nicht töten, weder diese seltsamen Fremden noch irgend jemanden sonst. Der Mann hielt sein Pferd dicht vor Duncan an und ihre Augen trafen sich. MacLeod hielt dessen durchdringenden Blick mühelos stand und plötzlich lächelte der Fremde. MacLeod entspannte sich etwas. Vielleicht waren die Reiter doch nicht feindlich gesinnt. Der Mann warf das Schwert Duncan zu und MacLeod fing es geschickt auf, ließ es aber sinken, denn er wollte nicht derjenige sein, der die erste feindselige Handlung beging.

Der Mann sagte wieder etwas, doch Duncan verstand nicht: "Tut mir leid, mein Freund, aber ich verstehe dich nicht."

Der andere schien jedoch zufrieden zu sein, dass der Fremde überhaupt etwas gesagt hatte. Duncan fand es an der Zeit sich vorzustellen. Er zeigte auf sich und sagte: "Duncan MacLeod!" Diese zwei Wörter wiederholte er mehrmals und sah dann abwartend auf den Mann.

Dieser hatte verstanden und sagte: „Asarja!“

Asarja, das war wohl sein Name und als Duncan das Wort langsam wiederholte nickte der Mann zustimmend. Er schien im gleichen Alter wie Duncan zu sein, zumindest vom Aussehen her und war etwa gleich groß. Der Blick seiner dunklen Augen war durchdringend, doch sie machten einen ehrlichen Eindruck. Er machte eine auffordernde Bewegung und bedeutete Duncan ihm zu folgen, was der Unsterbliche gerne tat und gleichzeitig hoffte er neue Freunde gefunden zu haben.

Kurze Zeit später flackerten Feuer an der Wasserstelle und der Duft bratenden Fleisches zog durch die Oase. Asarja hatte drei seiner Männer fortgeschickt und immer wieder wanderte sein Blick in die Wüste, dorthin wo seine Männer verschwunden waren. Ohne Zweifel erwartete er jemanden.

Die Verständigung war schwierig, doch von Zeit zu Zeit glaubte Duncan bekannte Worte zu hören. MacLeod konnte etwas arabisch, doch der Dialekt den Asarja sprach war ihm fremd. Einige Worte glaubte er zu verstehen, doch der Grundbegriff war sehr verschieden. Wo war er gelandet? In welchem abgelegenen Teil des Landes befand er sich nur? Immer wieder musterte er den Himmel, doch kein Streifen zeigte sich am Firmament. Durch diese Gegend schien keine der Fluglinien zu führen. Nun gut, in welchem Teil des Landes er sich auch befand, die Nomaden würden ihn sicher aus der Wüste führen.

Längst hatte sich die Nacht über das Land gesenkt und Abkühlung gebracht. Nach der Hitze des Tages wurde es nun empfindlich kalt. Das Klima in der Wüste war extrem, doch MacLeod achtete nicht darauf. Das wichtigste war, dass er auf Menschen gestoßen war. Als das Fleisch gar war und MacLeod seinen Hunger stillen konnte, begannen die Männer um ihn herum unruhig zu werden. Stimmen wurden laut und schließlich tauchten am Horizont die Silhouette von Reitern und Kamelen auf. Waren das diejenigen, die Asarja erwartete?

Es schien so zu sein, denn der Nomade sprang auf und lief der Karawane entgegen. Vor einer Sänfte blieb er stehen und sprach mit jemand im inneren. Eine schmale Hand erschien und der Kopf einer verschleierten Frau wurde sichtbar. Sie begrüßte Asarja mit glockenheller Stimme. Seine Ehefrau, seine Geliebte?

Die Frau, in ein weißes Gewand gehüllt, stieg mit Hilfe Asarjas aus der Sänfte. Hinter ihr erschien eine zweite unverschleierte Frau. Ihr half jedoch niemand beim Aussteigen. Die Dienerin der Frau?

MacLeod sprang hinzu und half ihr die letzten Meter zu Boden. Dunkle verwunderte Augen musterten ihn. Das etwa achtzehnjährige Mädchen dankte MacLeod mit einem Blick den er niemals vergessen würde. Ihre Haut war hellbraun und ohne Makel. Das Haar leicht gekraust, lang und rabenschwarz, war mit einer silbernen Spange nach hinten gebunden.

Sie sagte etwas in der gleichen Sprache und obwohl MacLeod es nicht verstand, glaubte er ein Danke herauszuhören. Asarja hatte der dunkelhäutigen Frau keinen Blick geschenkt, doch die weiß gekleidete Frau rief etwas das wie Miri klang und fügte einige Worte in scharfem Tonfall hinzu. Die Dunkelhäutige zuckte erschreckt zusammen und sah ängstlich zu Boden. Sie drehte sich rasch um und lief zu der anderen. Nun war MacLeod sicher, dass es deren Dienerin war und so etwas wie Missbilligung über die Behandlung der jungen Frau war in seinem Gesicht zu lesen.

Ganz offensichtlich hatte er sich einer Reisegruppe angeschlossen und einmal glaubte er das Wort Jerusalem herauszuhören. Befand sich die Karawane auf dem Weg nach dieser Stadt? Nun, dann würde Jerusalem auch sein Ziel sein. Von dort aus sollte es leicht sein ein Flugzeug zu finden, welches ihn nach Paris zurückbrachte. Das Problem dabei war allerdings, dass er keinen Pass bei sich trug. Sein Personal-Ausweis, Führerschein, Kreditkarten und sein Schwert - das war alles, was er bei sich trug. Doch mit Hilfe der Kreditkarten würde er bestimmt jemanden finden können, der ihm einen falschen Reisepass besorgte.

Man wies dem seltsamen Fremden für die Nacht ein winziges Zelt zu und erschöpft sank MacLeod in einen tiefen Schlaf. Am Morgen wurde er schon früh von den Geräuschen rings um ihn geweckt. Die Karawane machte sich zum Aufbruch bereit. Er sah die Dunkelhäutige um die andere Frau herumeilen und diese bedienen. Die Herrin hatte jedoch kein nettes Wort für sie übrig und behandelte sie wie eine Sklavin. Langsam kam MacLeod der Verdacht, dass sie genau dies war. Eigentlich hatte er gedacht, dass diese Unsitte abgeschafft sei, doch dann fiel ihm ein, dass er sich in einem arabischen Land befand.

Die nächsten Tage vergingen im gleichen Rhythmus - aufstehen, endlose Stunden in der Wüste, abends das Lager aufschlagen, essen und schlafen. MacLeod versuchte sich so viele Wörter wie möglich von der fremden Sprache einzuprägen, doch das war ohne Lehrer schwierig. Asarja war ein netter Mann und behandelte alle freundlich. Seine Frau allerdings erwies sich als arrogant und überheblich, auch MacLeod gegenüber. MacLeod übersah das jedoch großzügig. Schließlich war er nur ein geduldeter Gast und das letzte, was er wollte war, in der Wüste zurückgelassen zu werden.

Eine Woche war vergangen, als fremde Reiter am Horizont erschienen. Sofort machte sich Aufregung im Lager breit. Es war zu befürchten, dass die Fremden feindliche Absichten hegten. Es handelte sich offensichtlich um eine Räuberbande, die schon zahlreiche Karawanen in dieser Gegend überfallen hatten.

MacLeod, er trug inzwischen die Bekleidung eines Beduinen, weil dies praktischer und bequemer war, bot seine Hilfe an und Asarja dankte ihm mit einem knappen Nicken. Die Beduinen bildeten einen Kreis mit ihren Sänften und Kamelen in dessen Mittelpunkt sich die Frauen und die Handelswaren befanden. Die Männer, alle machten den Eindruck ausgebildete Krieger zu sein, bauten sich darum auf und machten sich zum Kampf bereit. Diesmal würden die Räuber sich wundern, denn diese Reisegruppe war keine hilflose Handelskarawane.

Die Angreifer waren etwa doppelt so viele, doch Asarja und seine Männer waren bereit es mit ihnen aufzunehmen. Asarja rief seinen Männern aufmunternde Worte zu. Die Reitergruppe hatte die Karawane fast erreicht und hielt an. Einer der Angreifer trat vor und MacLeod zuckte zusammen. Er fühlte es sofort, der andere war ein Unsterblicher. Suchend glitt dessen Blick über die Verteidiger und blieb schließlich auf MacLeod haften.

MacLeod trat nach vorne und der Mann nickte. Duncan begriff, dass es zum Kampf kommen würde. Dicht vor ihm blieb er stehen. Der Unsterbliche war von seinem Pferd gestiegen und zog einen Krummsäbel, MacLeod sein Schwert. Der Mann drehte sich um und rief seinen Männer etwas zu. Die Reiter trieben ihre Pferde an und griffen die Karawane an. Niemand näherte sich allerdings den beiden Unsterblichen.

"Ich bin Duncan MacLeod vom Clan MacLeod und wer bist du?", stellte er sich in der arabischen Sprache vor, die er beherrschte.

Sein Gegenüber schien ihn zu verstehen, denn er zog die Kapuze, welche bisher sein Gesicht verborgen hatte, herunter. Er war etwa mit fünfzig Jahren unsterblich geworden, hatte kurze dunkle Haare und lächelte MacLeod an. "Ich bin Karnak und werde mir deinen Kopf holen." Seine Sprache und die Worte hörten sich ungewohnt an, doch MacLeod verstand sie.

"Versuch es doch", lächelte MacLeod zurück. Er hob entschlossen sein Schwert. "Allerdings haben das schon viele versucht und wie du siehst lebe ich noch. Ich werde nicht zulassen, dass du diese unschuldigen Menschen abschlachtest."

"Unschuldig? Die Menschen sind wie Tiere. Ich töte sie gerne." Mit diesen Worten stürmte Karnak mit einem Kampfschrei auf MacLeod zu.

MacLeod hatte das vorausgesehen und wich mühelos aus. Sein Schwert traf den Krummsäbel mit einem lauten Klirren. Von der Wucht nach vorne geworfen fing sich MacLeod sofort und drehte sich mit einer eleganten Bewegung herum. Karnak hatte sich ebenfalls gefangen und die Gegner standen sich erneut gegenüber. MacLeod entschloss von der Verteidigung zum Angriff überzugehen und griff an. Von der Wucht des Schlages überrascht ging Karnak fast in die Knie. Er fing sich, doch MacLeod gab ihm keine Gelegenheit zum Angriff. Seine Schläge prasselten auf den Krummsäbel hinab und als Karnak zurückwich nützte MacLeod die Gelegenheit und schlug zu. Sein Schwert traf den anderen in den Bauch und zum ersten Mal schlug dessen überlegener Gesichtsausdruck in Überraschung um. Noch niemals war es einem Gegner gelungen ihn so zu verletzen.

Karnak sprang zurück um seinem Körper Gelegenheit zu geben sich zu regenerieren, doch MacLeod ließ ihm keine Verschnaufpause. Wohin Karnak auch zurückwich, MacLeod folgte ihm. Er war eindeutig der bessere Kämpfer. Der Schlagaustausch ging einige Zeit hinundher, dennoch konnte MacLeod den entscheidenden Schlag nicht führen.

Karnak griff zu einer List. Als er von einem Hieb MacLeods zu Boden ging griff seine tastende Hand in den Sand und fuhr hoch. Die Sandkörner flogen MacLeod in die Augen, der daraufhin nichts mehr sehen konnte. Seine freie Hand versuchte die Sandkörner aus den Augen zu wischen, während er mit der Schwerthand blind um sich schlug. Karnak wich geschickt aus und schlug zum ersten Mal erfolgreich zu. Der Schlag traf MacLeods linkes Bein und Duncan stürzte mit einem Schmerzlaut zu Boden. Triumphierend tauchte Karnak über ihm auf, doch inzwischen konnte MacLeod wieder etwas sehen. Er rollte sich zur Seite und der Schlag, auf seinen Hals gezielt, schlug dicht neben ihm in den Sand. Seine Schwerthand fuhr hoch und traf Karnak mitten in die Brust.

Tödlich getroffen sank dieser mit Panik in den Augen zu Boden, denn er begriff, dass dies sein Ende war. MacLeod ließ ihm keine Chance. Mit einem Satz war er auf den Beinen und schwang sein Schwert hoch. Grimmig blickte er Karnak an und als sein Schwert nach unten sauste und den anderen mit einem Schlag tötete sagte er: "Es kann nur einen geben!"

MacLeod sah sich um. Etwas entfernt kämpften Karnaks Männer noch immer gegen Asarjas Leute. Vor ihm lag eine kleine Sanddüne und mit einem Satz sprang MacLeod hinunter. Mitten im Sprung trafen ihn die Blitze. Karnaks Kräfte ließen ihm kein Ausweichen. Sie schossen aus dem Himmel und trafen ihn. MacLeod blieb liegen und wartete bis es vorbei war. Schließlich stand er auf und kletterte mühsam die Sanddüne hoch.

Sein Schwert lag noch neben Karnak und er hob es auf. Der Kampf dauerte immer noch an und niemand schien im Eifer des Gefechtes auf die Blitze geachtet zu haben. Obwohl Karnaks Männer in der Überzahl waren wehrten sich Asarjas Männer erfolgreich.

"Karnak ist tot!" rief MacLeod dessen Männern zu und warf den Krummsäbel mitten unter die Männer. Den ersten Angreifer wehrte er ab und tötete ihn mit einem Schlag seines Schwertes. Karnaks Tod sprach sich unter dessen Männern herum und lähmte ihren Kampfgeist. Asarjas Männer griffen mit neuer Hoffnung an und warfen die Angreifer in die Flucht. Asarjas Kämpfer umringten MacLeod und schlugen ihm anerkennend auf die Schultern. Sie hatten begriffen das Karnaks Tod ihren Sieg bedeutet hatte.

Asarja selbst umarmte MacLeod und dankte ihm. Leider verstand Duncan nicht alles, was er sagte und war fest entschlossen die Sprache besser zu lernen. Als Asarja ihm verständlich machte, dass er ihm zur Belohnung etwas schenken wollte, versuchte er ihm zu erklären, dass er gerne einen Lehrer für die Sprache hätte. Hin und wieder schweifte sein Blick zu der dunkelhäutigen Dienerin hinüber.

Asarja bemerkte den Blick, sagte aber nichts. Er ging zu seiner Frau hinüber, die inzwischen aus der Sänfte gestiegen war. MacLeod hörte die beiden erregt sprechen. Schließlich gab die Frau nach und rief ihre Dienerin zu sich. Mit barschen Worten erklärte sie ihr etwas, worauf die Dienerin erfreut zu MacLeod blickte. MacLeod bemerkte allerdings noch die hasserfüllten Blicke, die Asarjas Frau ihm zuwarf.

Die Karawane zog weiter. Leider hatte es einige Verluste unter Asarjas Männern gegeben und MacLeod fragte sich insgeheim, warum niemand eine Schusswaffe benutzt hatte. Auch sonst entdeckte er keine Anzeichen einer modernen Zivilisation - keine Straße, nichts was auf eine große Stadt hindeutete. Müssten sie nicht längst Jerusalem erreicht haben? Wie lange würden sie noch unterwegs sein müssen?

Fortsetzung folgt
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Selana
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BeitragVerfasst am: 04.10.2007, 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 2

Irland
Ca. 1300 v. Chr.
Einige Tage später...

Da die beiden Frauen und nun auch Iolaus in Hercules Geheimnis eingeweiht waren und die Zeit drängte, hatte Hercules sie Kraft seiner Gedanken nach Irland gebracht.
Morrigan wohnte noch immer in dem Haus in dem sie zusammen mit Hercules und ihren beiden Töchtern 15 Jahre gelebt hatte. Eine Frau mit langen roten Haaren begrüßte sie überschwänglich.

„Ariadne!“ Hercules umarmte sie so stark, dass sie leise aufschrie.

„Vater, lass mich los! Du erdrückst mich ja!“ protestierte Ariadne, eine große starke Frau mit Hercules saphirblauen Augen und Morrigans roten Haaren. Ihre Gesichtszüge ähnelten so sehr denen von Hercules, dass jeder sofort wusste, dass sie seine Tochter war.

Hercules ließ sie los. „Verzeihung, einen Moment habe ich ganz vergessen, wie stark ich bin.“

„Es sei dir verziehen“, meinte Ariadne lächelnd. Sie trug die Lederbekleidung einer Amazone und machte auch sonst den Eindruck, dass mit ihr nicht zu spaßen war. Sie war jetzt 30 Jahre alt. Sie sah Iolaus an. „Und wer ist das?“

„Das ist mein Freund Iolaus“, erklärte Hercules. „Er ist auch ein Hüter.“

„Oh, dein Freund, von dem du uns schon so viel erzählt hast.“ Ariadne lächelte Iolaus an und sein Herz fing an schneller zu schlagen, als er ihren Blick auf sich ruhen fühlte. Sie erwiderte seinen Blick und beide vergaßen einen Moment die Welt um sich herum.

Hercules sah diesen Blick und lächelte. Dann nahm er Ariadnes Hand und drehte sie herum. Auch ihr Armgelenk trug das Zeichen einer Hüterin des Lichts. „Wie ist das möglich?“ fragte er sie.

„Meine Schwester und ich wurden von einem dieser Unsterblichen getötet. Sein Name ist Damien und er hat mit einer Armee von Kriegern ein Dorf überfallen und wir haben eingegriffen. Doch die Übermacht war zu groß, denn viele der Krieger waren einfach nicht zu töten. So oft wir sie auch niederstachen – sie standen immer wieder auf. Jetzt kennen wir den Grund, aber auch wie wir sie töten können“, erzählte Ariadne.

Hercules sah Morrigan an. „Wir kennen diesen Damien. Was geschah dann?“

„Wir kamen zu unserer Überraschung nicht im Totenreich der Götter an, sondern in einem hellen Tempel. Über uns war blauer Himmel und auf einen erhöhten Thron saß ein Mann, der sich als der Erzengel Michael vorstellte. Er meinte, dass meine Schwester und ich gut in die Reihen seiner Krieger passen würden. Er stellte uns aber vor die Wahl, auf die Erde zurückzukehren oder bei ihm zu bleiben. Wir wollten zurück. Das war vor einer Woche. Seitdem bekämpfen wir diesen Unsterblichen, der Irland mit seinem Terror überzieht. Wir kamen zu dem Entschluss dich um Hilfe zu bitten.“ Sie sah ihren Vater erstaunt an. „Du siehst aber auch noch aus wie damals.“

Hercules hob seine Hand und zeigte sein Handgelenk. „Wie du siehst haben Iolaus und ich ebenfalls die Bekanntschaft von Michael gemacht.“

Morrigan mischte sich ein. „Bei mir war es ähnlich, aber schon kurz nach deiner Rückkehr nach Griechenland. Ein Dämon tötete mich aus dem Hinterhalt...“

„Ich verstehe“, sagte Hercules mit gemischten Gefühlen. Alle seine Lieben waren gestorben und er hatte nichts davon geahnt. Hätte Michael sie nicht zurückgesandt, wären sie für ihn auch schon wieder verloren gewesen. Er danke Michael innerlich für diese Tat und war sicher, dass er dies auch für ihn getan hatte. Zu fünft waren sie nicht so alleine. Und es war seine Familie.

„Wisst ihr wo dieser Unsterbliche jetzt ist?“ fragte Iolaus.

„Nein, im Moment ist es ruhig“, antwortete Ariadne.

„Gut, dann haben wir Zeit. Ich möchte die Geschichte erfahren, wie ihr beide zusammen Damien das erste Mal begegnet seit.“

„Nun gut“, antwortete Hercules. „Soll ich oder du erzählen?“ fragte er dann Morrigan.

„Wir können uns ablösen, denn das ist eine lange Geschichte. Beginn du damit“, sagte Morrigan.

„Also schön. Es begann damit, dass ich mal wieder ein Dorf vor einem Kriegsherren gerettet hatte....


Eine kleine Stadt in Griechenland
30 Jahre zuvor...


Die Sonne stand dicht über dem Wasser und sah aus, als würde sie jeden Augenblick ins Meer stürzen. Doch der einsame Beobachter auf dem Felsen über dem weißen Sandstrand wußte, dass dies nur ein Trugbild war. Noch so viel Leid, Tod und Unheil konnte die Sonne nicht daran hindern am anderen Tage aufzugehen. Die versinkende Sonne symbolisierte nur das Ende eines Tages - eines Tages, der viel Leid gebracht hatte aber auch einen großen Sieg.

Ein milder aufkommender Wind spielte mit den langen blonden Haaren Hercules, der alleine auf der Klippe saß und gedankenverloren beobachtete wie die Sonne ihre letzten rotgoldenen Strahlen über das Wasser sandte und dabei den Horizont in ein farbenprächtiges Meer verwandelte – schöner als alles, was die Menschen und die Götter zu bieten hatten.

Hercules dachte an seine verlorenen Lieben: an Deianeira, seine erste Frau und seine drei Kinder, die von Hera getötet worden waren. Und an Serena, seine zweite große Liebe, die letzte der Hindinnen, deren Volk von Zeus vernichtet worden war, weil Hindinnenblut das einzige darstellte, dass einen Gott töten konnte. Serena war im Auftrag des Kriegsgottes Ares ermordet worden. Doch durch eine Fügung des Schicksals hatte er die Möglichkeit gehabt in die Vergangenheit zu reisen und ihren Tod zu verhindern. Der Preis dafür war hoch gewesen, denn Serena konnte sich dadurch nicht an ihre gemeinsame Zeit erinnern und hatte einen anderen Mann geheiratet. Und zu guter letzt an Morrigan, die im fernen Irland lebte.

Er hatte es geschafft den Kriegsherrn Daldorus zu töten und seine Armee mit Hilfe von seinen Verbündeten zu zerstreuen. Endlich konnten die Menschen in dieser Gegend wieder sicher leben. Doch erneut hatte er töten müssen und das wurde er langsam leid.

Ein leises Geräusch in seinem Rücken ließ ihn herumfahren und von seinem Sitz aufspringen. „Warum so schreckhaft, Bruder?“ fragte eine ihm nur zu bekannte Stimme. Der Neuankömmling sah sein Gegenüber boshaft an. „Vielleicht wirst du langsam alt? Und es ist Zeit den anderen das Kämpfen zu überlassen? Auch wenn du mir die letzten Tage durch deine Taten viel Freude gemacht und Hades viel Arbeit bereitet hast."

„Ares! Du bist der letzte, den ich jetzt sehen möchte. Verschwinde und spiel mit jemanden anderen“, sagte Hercules mit einem lauten Seufzen und machte eine Handbewegung, als wollte er sein Gegenüber wie eine lästige Fliege verscheuchen.“

„Unverschämt wie eh und je, nicht wahr? Und immer noch keinen Respekt vor seinen Göttern“, kam die Antwort.

„Respekt? Vor dir etwa?“ Hercules war nicht in der Stimmung sich auf eines ihrer üblichen Streitgespräche einzulassen. Ares, der Gott des Krieges und sein Halbbruder bedeutete nur Ärger. Und Ärger war nicht gerade das, was er sich im Moment wünschte.

Er musste an Morrigan denken. Vielleicht war es an der Zeit eine Reise zu unternehmen und sie in Irland zu besuchen. Und an Iolaus, der gerade Nebula in Sumeria besuchte und dort einige Jahre verbringen wollte.

Ares reagierte nicht auf seine Worte, was ungewöhnlich war. Hercules sah ihn nun genauer an und bemerkte so etwas wie Sorge in seinen Zügen. Der Kriegsgott hatte sogar Ähnlichkeit mit ihm, nur dass er einen Bart trug und seine Haare nicht blond sondern schwarz waren. Zeus, ihr beider Vater, hatte ihnen beiden seinen Stempel aufgedrückt.

„Sicher bist du nicht gekommen um mich zu kränken oder mit mir zu streiten, Ares? Was willst du also?“

„Tse, tse, warum so abweisend, Hercules? Du bist mein Bruder und ich möchte dich sehen.“

Hercules verlor die Geduld und stand mit einem Satz bei Ares und packte ihn am Kragen seines Gewandes, doch der Kriegsgott schnippte nur mit den Fingern und löste sich in Hercules Griff in ein Lichterfunkeln auf, um einige Meter weiter wieder aufzutauchen. Er klopfte sich seine Bekleidung ab und meinte: „Frieden, Bruder! Frieden!“

„Was willst du also?“ Hercules dehnte die Worte mit Absicht in die Länge.

Ares begriff, dass er seines Bruders Geduld nicht länger strapazieren durfte ohne dessen Zorn herauszufordern. Und ein vor Wut schäumender Hercules konnte sogar für Ares gefährlich werden, was er schon einige Male auf schmerzhafte Weise erfahren hatte. „Wir brauchen deine Hilfe, Bruder.“

„Wir?“

„Zeus, Hera...!“

„Hera?“

„Aphrodite, Hades,...alle Götter des Olymps“, antwortete Ares schnell. „Es besteht die Gefahr, dass wir alle getötet und die Menschen von einem Unheil heimgesucht werden, was ihren Untergang bedeuten kann.“

„Wie meinst du das?“ fragte Hercules neugierig und schon nicht mehr so abgeneigt seinem Bruder zuzuhören. Wenn jemand die Menschen bedrohte, war er sogleich ganz Ohr.


Schließlich war das seine Aufgabe als Hüter des Lichtes. Ares kannte die Schwäche und die Vorliebe seines Bruders für diese schwachen Menschen und nützte das schamlos aus.
„Hast du schon einmal vom Sonnen-Kristall gehört?“

„Machst du Witze? Der Sonnen-Kristall existiert nur in der Legende“, antwortete Hercules.

„Das glaubst du! Nein, es gibt ihn wirklich, doch Zeus hat ihn vor vielen Jahren in Sicherheit gebracht und ihn gut versteckt. Doch durch unsere - sagen wir mal Schwäche in der letzten Zeit, ist es den Dunklen gelungen den Eingang in das Orkus zu finden in dem Zeus den Sonnen-Kristall versteckt hat. Und nun suchen die Dunklen nach dem Kristall. Und wenn sie ihn finden, werden sie uns Götter töten und die Herrschaft über die Menschen übernehmen. Und das bedeutet den Untergang der schwachen Menschheit.“

„Das hatten wir doch alles schon – Ragnaröck, Armageddon. Das alles haben wir abgewehrt“, meinte Hercules schon nicht mehr so interessiert.

„Ragnaröck und Armageddon werden ein kleines Lüftchen gegen das sein, was die Dunklen über die Menschen bringen werden“, widersprach Ares. „Selbst Dahak ist harmlos gegen die Dunklen.“

„Du bist der Gott des Krieges. Unternimm doch etwas. Aber ich denke, dass du lieber andere für dich kämpfen lässt, lieber Bruder“, spöttelte Hercules.

„Hör dir wenigstens an, was Zeus und Hera zu sagen haben“, beschwor Ares seinen Bruder.
„Hera und Zeus arbeiten zusammen?“

Ares nickte schnell und sagte: „Komm, nimm meine Hand, dann bringe ich uns auf den Olymp. Unser Vater und Hera werden dir alles Weitere erklären.“

„Der Sonnen-Kristall! Du träumst, Ares“, aber trotzdem ergriff Hercules Ares Hand. „Ich warne dich“, drohte er dann. „Wenn das eine Täuschung ist, wird selbst Zeus dir nicht helfen können. Du weißt, dass ich mich nicht an eure Gesetze halte.“

„Schon gut, Hercules“, meinte Ares versöhnlich. „Es ist kein Trick. Die beiden Alten wollen dich sehen“, sprach, schnippte mit den Fingern und im nächsten Augenblick lösten sich die beiden Männer in Luft auf. Nur wenig später befanden sie sich im Thronsaal des Olymps.

In zwei prunkvollen, mit Gold verzierten Sesseln, saßen die obersten der Götter nebeneinander und blickten Gedankenversunken zu Boden. Erst das Auftauchen der beiden ungleichen Brüder schreckte sie auf.

„Hercules!“ Zeus erhob sich erleichtert aus seinem Sessel und ging zu seinem Sohn.

Er wollte ihn umarmen, doch Hercules schüttelte ihn ab. „Lass das, Vater! Sonst hast du mich auch nie so fürsorglich begrüßt. Du willst etwas von mir, also kannst du dir die Heuchelei sparen.“

Zeus sah Hercules enttäuscht an. Nach all dieser langen Zeit hatte sein Sohn ihm immer noch nicht vergeben. Dabei war Hercules der Sohn, auf dem er am meisten Stolz war – auch wenn er nur ein Halbgott war. Vielleicht gerade deshalb und weil er Charakter und Stärke besaß, wie sonst keines seiner vielen Kinder. Auch Ares war sein Sohn, doch auf ihn war er noch nie stolz gewesen und er hatte ihm auch nie vertrauen können, denn seine Loyalität galt seiner Mutter Hera. Und selbst Hera wurde von Ares betrogen, wenn der Kriegsgott sich einen Vorteil davon versprach.

„Hat Ares dir erzählt um was es geht, mein Sohn?“ fragte Zeus und versuchte seine Enttäuschung hinter freundlichen Worten zu verbergen.

„Ja, Vater! Ich soll für euch mal wieder die Kastanien aus dem Feuer holen und euch retten, weil ihr selbst dazu zu feige seid. Für wie leichtgläubig hältst du mich eigentlich?“

„Ich halte dich nicht für leichtgläubig, aber...“

Hera fand es an der Zeit einzugreifen und erhob sich aus ihrem Sessel und bewegte sich würdevollen Schrittes auf die beiden Männer zu. Ihre langen Gewänder rauschten bei jeder Bewegung, doch Hera achtete nicht darauf. „Hercules, wir waren nie Freunde...“

„Freunde? Freunde sagst du? Du hast meine Familie ermordet - meine Frau und meine drei Kinder und mich mein Leben lang mit deinem Hass verfolgt. Wie kannst du es da wagen das Wort Freund in den Mund zu nehmen?“

„Und das alles tut mir nun leid, glaube mir das. Ich würde alles tun um es ungeschehen zu machen, doch leider ist das nicht möglich. Freunde können wir wohl nicht sein, aber Verbündete und in Zukunft wirst du und alle, die dir etwas bedeuten unter meinem Schutz stehen“, versprach Hera.

„Darauf verzichte ich!“ zischte Hercules die Frau an. „Ich will nichts mit dir zu tun haben.“
„Du wirst es nicht verhindern können, denn ich bin die Herrscherin der Götter.“

„Von Göttern, die dem Tode geweiht sind, wenn ich euch nicht helfe.“

„Auch deine so heiß geliebten Menschen sind in Gefahr“, Hera bedachte Hercules mit einem tadelnden Blick. „Du musst in das Orkus gehen und den Sonnen-Kristall holen und ihn in Sicherheit bringen. Ohne den Kristall sind die Dunklen machtlos.“

„Wer sind die Dunklen? Ich habe noch nie von ihnen gehört“, fragte Hercules schon versöhnlicher. Meinte Hera etwa die Grauen damit? Dann allerdings war es seine Aufgabe sie aufzuhalten.

„Sie sind gewissermaßen das Gegenstück von uns. Wir sind die Götter, die den Menschen wohl gesonnen sind...“

„Das soll wohl ein Scherz sein?“ unterbrach Hercules Hera, doch die Göttin sprach unbeirrt weiter.

„...und die Dunklen sind genau das Gegenteil. Sie sind Dämonen, die nur Hass und Boshaftigkeit kennen. Sie verderben und töten alles, was sie in ihre schmutzigen Hände oder Krallen bekommen. Wir Götter des Olymp haben sie von der Erde vertrieben. Zumindest dachten wir das bisher. Nun wollen sie den Kristall haben, weil sie damit unbesiegbar sind. Jeder, der ihn trägt besitzt ungeheure Macht. Die Kraft des Kristalls kann auch uns Götter vernichten.“

„Und was ist das Orkus? Und warum geht ihr nicht selbst und bringt den Kristall in Sicherheit?“ fragte Hercules.

„Das Orkus ist eine Welt neben der unseren und dort verlieren wir die meisten unserer Fähigkeiten und unsere Macht. Nur ein Bruchteil bleibt uns erhalten. Du, als Halbgott behältst deine Kräfte, denn dein menschliches Erbe schützt dich. Deshalb bist du unsere stärkste Waffe.“

„Das kann er aber unmöglich alleine schaffen“, meinte Zeus.

„Und deshalb wirst du Hilfe bekommen“, fuhr Hera fort.

Sie ging zu Zeus und beide hielten sich an den Händen fest. Blitze fuhren aus ihren Händen und vereinigten sich über ihren Köpfen zu einem Strahl. Der Strahl verschwand nach unten in die Welt der Menschen und kehrte nach kurzer Zeit zurück. Und er brachte jemanden mit sich. Plötzlich standen neben ihnen zwei Gestalten, die sich verwirrt umblickten.

„Morrigan“, entfuhr es Hercules. „Und...“ Sein Blick fiel erstaunt auf die blonde schlanke Frau. „Callisto!“ Hercules blickte seinen Vater und seine Stiefmutter an. „Was machen diese beiden hier?“

„Da es für dich alleine zu gefährlich ist, wirst du Hilfe erhalten. Drei mächtige Verbündete werden dich begleiten.“

„Nein“, Hercules schüttelte den Kopf. „Ich werde Morrigan auf keine Selbstmordmission mitnehmen und überhaupt..., “ sein Blick wanderte zurück zu Callisto. „Diese Verrückte ist wohl am wenigstens dafür geeignet mir zu helfen. Außerdem sehe ich nur zwei. Wer ist der dritte?“

Hera und Zeus sahen beide gleichzeitig auf Ares. „Dein Bruder Ares wird euch begleiten.“

„Was? Seid ihr verrückt?“ Ares blieb vor Bestürzung fast der Mund offen stehen.

„Du hast keine Wahl, geliebter Sohn“, sagte Zeus in einen Tonfall, der keinen Widerspruch duldete.

Die Neuankömmlinge hatten sich von ihrer Überraschung erholt.

Callisto fand als erste die Sprache wieder: „Was soll das? Wie komme ich hierher? Und vor allem – was soll ich hier?“

„Ich habe mit Hades eine Vereinbarung getroffen, die es dir gestattet den Tartarus zu verlassen und wenn eure Mission erfolgreich ist, brauchst du da nicht wieder hin“, erklärte Zeus der blonden Furie.

Callisto war durch den Genuss einer Frucht vom Baum des Lebens zu einer Unsterblichen und später, nach dem Essen von Ambrosia, der Speise der Götter zur Göttin geworden. Zeus wusste allerdings nicht recht, was er mit ihr anfangen sollte. Sie war eine Sterbliche, die sich unberechtigter Weise zu einer Göttin gemacht hatte, doch vernichten konnte auch er sie nicht. Seine eigenen Gesetze verboten es ihm.

Callisto verzog angewidert ihr Gesicht und ihre formvollendeten Züge verzerrten sich dabei in eine Fratze des Hasses. Doch schon im nächsten Augenblick änderte sich der Ausdruck in das Gegenteil. Callisto warf ihre unbändige Mähne mit einer lässigen Bewegung des Kopfes zurück und blickte Hercules spitzbübisch von unten an. „Hallo schöner Mann! Schön, dass wir wieder zusammenarbeiten.“

Hercules beobachtete sie argwöhnisch, denn ihre letzte Begegnung hatte er nicht gerade in guter Erinnerung. Seiner Meinung nach war Callisto verrückt und verdiente ihren Platz im hintersten Winkel des Tartarus und er verstand nicht, warum Zeus ausgerechnet sie geholt hatte. Er würde ihr auf keinen Fall über den Weg trauen.

„Du bist also bereit mitzugehen?“ fragte Zeus Callisto. „Du weißt doch noch gar nicht wohin.“
„Schlimmer als da, wo ich herkomme kann es nicht sein“, entgegnete Callisto.

„Vielleicht täuscht du dich da“, meinte Hercules und erzählte um was es ging.

„Ich bin auf jeden Fall dabei“, meinte Callisto.

„Aber ich kann nicht für deine Sicherheit garantieren“, hielt Hercules dagegen.

„Ich kann selbst für mich sorgen, Hercules“, zischte Callisto. „Ich brauche deinen Schutz nicht. Ich bin eine Göttin.“

„Und verrückt dazu. Im Orkus werden sich deine Kräfte reduzieren. Vergiß das nicht“, sagte Hercules.

„Ich werde immer noch so stark wie du sein“, entgegnete Callisto. „Und das genügt vollkommen.“

Morrigan hatte bisher geschwiegen. „Ich komme auch mit dir, Hercules.“

Callisto warf der rothaarigen Frau einen spöttischen Blick zu: „Und ich weiß auch den Grund weshalb. Ist er wirklich so gut, um für ihn das Leben zu riskieren? Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren.“

Morrigan warf der blonden Hexe einen verächtlichen Blick zu. „Du wirst nie verstehen, dass man einen Menschen so lieben kann, dass man bereit ist für ihn zu sterben.“

„Für jemanden zu sterben? Wie kann man nur so dumm sein? Was scheren mich die anderen Menschen? Ich bin nur für mich verantwortlich, denn keiner hat sich je um mich gekümmert oder sich um mich gesorgt. Warum sollte ich das also tun?“ Ihre Stimme wurde dabei immer lauter und aufbrausender.

„Ich würde mir einmal überlegen warum, Callisto“, meinte Morrigan. „Aber wenn ich dich so ansehe, wundert es mich nicht, dass sich keiner um dich kümmert“, ärgerte Morrigan Callisto weiter.

Diese verlor die Geduld und schrie vor Wut auf. Sie sammelte Energie in ihren Händen und warf den Feuerball auf Morrigan, die jedoch leicht auswich, in dem sie sich in einen schnelleren Zeitablauf versetzte.

„Das reicht jetzt!“ rief Hercules und ging dazwischen. „Wir sind hier um zusammenzuarbeiten und nicht um uns zu bekämpfen. Und wenn ihr beiden so weiter macht sehe ich schwarz für unseren Erfolg.“

Schon gut“, sagte Morrigan. „Aber diese Ziege ärgert mich immer wieder.“

Es gefiel Hercules nicht Morrigan auf diese gefährliche Mission mitzunehmen, aber im Gegensatz zu Ares und Callisto konnte er ihr vollkommen vertrauen. Morrigan war wie er eine Halbgöttin. Ihre Mutter war die irische Kriegsgöttin Bess und ihr Vater ein Sterblicher gewesen. Im Gegensatz zu ihm war sie allerdings bei den Göttern aufgewachsen, während er bei den Menschen gelebt hatte. Ihre Gabe, ungewöhnliche Stärke und die Fähigkeit sich in einen schnelleren Zeitablauf zu versetzen, würde sie durch ihre menschliche Seite im Orkus behalten.

„Wo ist Bridget?“ fragte Hercules seine Geliebte. Bridget war Morrigans kleine Tochter – ihr Vater war der Gott Kanunus gewesen, der von Morrigan in Notwehr getötet worden war.

„Sie ist bei guten Freunden. Mach dir keine Sorgen um sie. Bridget ist es gewohnt, dass ich manchmal längere Zeit weg bin“, antwortete Morrigan.

„Ihr sollet gehen – jede verschwendete Minute kann wichtig sein“, drängte Zeus die vier.

„Warum kommst du nicht mit uns, Vater?“ fragte Hercules.

„Ich bin zu alt für solche Sachen“, meinte der Herrscher der Götter.

„Er meint, dass er uns dafür hat, geliebter Bruder“, sagte Ares mit einem Seufzen. Warum hatte er nur geglaubt, dass seine Mission nur darin bestehen könnte, Hercules zu Zeus und Hera zu bringen? Hätte er auch nur im Entferntesten damit gerechnet mitzumüssen, wäre er einfach unauffindbar gewesen.

„Und wie kommen wir in das Orkus?“ wollte Hercules wissen.

„Ihr geht zu Hades. Mein Bruder erwartet euch schon. Der Eingang zum anderen Reich ist nur über den Tartarus zu erreichen“, erklärte Zeus.

„Wie kommt es, dass ich mit so etwas gerechnet habe?“ stellte Hercules fest und fragte sich, warum er sich immer wieder auf so etwas einließ.

„Und wie kommen wir zu Hades?“ wollte Morrigan wissen.

Zeus und Hera hoben die Hände und sammelten darin die Energie die sie umströmte. Sie hatten beide die Gabe diese für sich nutzbar zu machen. Im Boden des Thronsaales öffnete sich ein Spalt und verschlang die vier bevor sie reagieren konnten. Sie stürzten in einen tiefen endlosen Tunnel und doch spürten sie alle, dass es kein normales Fallen war sondern mehr ein Schweben. Die Wände um sie herum bestand aus reiner Energie und sie spürten die Kraft, die von den Energiesträngen ausging.

Ein heftiger Ruck und sie hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Über ihnen schloss sich der Spalt zwischen den Welten und sie fanden sich in einer total veränderten Umgebung wieder - eine unheilschwangere Atmosphäre beherrschte die Tunnels des unterirdischen Reiches von Hades, dem Gott des Todes. Die Luft war durchtränkt mit einem nicht näher zu beschreibenden Geruch nach Tod und Verfall. Unheimliche vermummte und entstellte Gestalten schlurften weinend und klagend an ihnen vorbei ohne sie zu beachten. Es war keine Umgebung in der man länger verweilen möchte.

Ein vom Aussehen her noch junger Mann trat auf sie zu. Er war groß, schlank und besaß kurze schwarze Haare und sympathische Gesichtszüge. Nur seine düstere, ganz in schwarz gehaltene Bekleidung störte sein freundliches Äußeres. Niemand hätte in ihm den Gott des Todes vermutet.

Hades begrüßte seine Gäste mit erhobener Hand. Hercules war schon mehrmals in Hades Reich gewesen und begrüßte ihn ebenfalls freundlich. Er war ein Bruder von Zeus und somit sein Onkel.

„Ich grüße dich, Hades“, begann Hercules. „Du weißt warum wir gekommen sind?“

„Ja, Zeus hat mich informiert. Du sollst mal wieder seine Haut und die von allen anderen Göttern retten. Eigentlich solltest du dafür schon längst unser Führer sein, Hercules. Du hättest die Fähigkeit Zeus zu stürzen.“

„Um dann so zu werden wie ihr? Verzeih, Hades, aber ich bleibe lieber das was ich bin – ein Halbgott im Reich der Menschen.“ Außerdem ein Hüter des Lichtes, ergänzte er in Gedanken.

„Eines Tages wirst du deine Meinung ändern, Hercules und einer der unseren werden. Es ist deine Bestimmung“, antwortete Hades.

„Bis es aber soweit ist...“

„...zeige ich euch den Weg in das Orkus, denn sonst gibt es uns Götter nicht mehr, wenn du eines Tages doch noch deine Meinung änderst. Mit Ausnahme von Zeus bin ich der einzige, der weiß wo der Eingang liegt“, ein freudloser Gesichtsausdruck überzog dabei sein Gesicht.

Hades machte eine einladende Handbewegung und forderte damit seine Gäste auf ihm zu folgen. Die Atmosphäre änderte sich nicht auf ihrem Weg. Sie wurde im Gegenteil noch düsterer und legte sich bedrückend auf das Gemüt. An Morrigans Gesichtsausdruck sah Hercules, dass es ihr wie ihm ging. Ares und Callisto dagegen sahen unbeteiligt vor sich hin. Das Leid um sie herum schien sie nicht zu berühren. Immer wieder musste sich Hercules vor Augen führen, dass jeder Mensch, den Hades in diesen Bereich des Tartarus schickte, sein Schicksal auch verdient hatte. Es waren Mörder, Diebe, Betrüger und noch schlimmeres. Trotzdem fühlte der Göttersohn Mitleid mit den armen Kreaturen.

Der schmale dunkle Gang wurde breiter und es wurde spürbar wärmer. Eine riesige Schlucht tat sich vor ihnen auf, auf dessen Grund glühende Lava floss. Hercules wagte einen Blick nach unten. Die Lava floss schnell und zähflüssig, fast wie ein Strom aus Wasser, wobei die Oberfläche immer wieder von kleinen Explosionen aufgewühlt wurde, die ihre glühende Hitze nach oben entlud. Wer in dieses Inferno hineinstürzte, war für immer verloren. Mit Schaudern dachte er daran, wie er sich vor kurzem in so einen Strom gestürzt hatte, um Iolaus zu retten.

Zum Entsetzen der drei ging Hades direkt auf den Abgrund zu und blieb am Rand stehen. Er hob die Hände und murmelte irgendwelche unverständlichen Worte. Hercules sah wie sich vor ihnen ein schmaler Pfad zeigte, der nach unten führte und nur wenige Meter über der Lava in den Berg führte.

„Da geht es rein“, sagte Hades und zeigte auf die Höhle.

„Bist du verrückt, Onkel?“ fragte Ares. „Wir sollen da rein? Warum können wir nicht unsere Kräfte benutzen?“

„Versuch es doch“, forderte Hades den Kriegsgott auf.

Ares hob die Hand und schnippte mit den Fingern. Doch nichts geschah. Der Kriegsgott versuchte es zum zweiten und dritten Mal – immer ohne Erfolg. Erstaunt sah Ares Hades an.

„Die Kräfte des Orkus wirken schon hier. Ihr müsst zu Fuß nach unten. In der Höhle geht es noch hundert Meter gerade aus, dann stehen wir vor dem Tor.“ Ohne eine Antwort abzuwarten setzte Hades als erster seinen Fuß auf den schmalen Pfad und ging selbstsicher nach unten. Hercules und Morrigan beeilten sich ihm zu folgen, während die beiden anderen etwas zögerlicher nachkamen.

Je tiefer sie kamen desto wärmer wurde es und Hercules vermied einen Blick auf die immer näher kommend glutflüssige Lava. Was man nicht so direkt sah ängstigte einen auch nicht so.

Morrigan riskierte einen Blick und wünschte sich sofort sie hätte es nicht getan. Es war die reinste Hölle und sie wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht und bemühte sich nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Sie heftete ihren Blick fest auf den breiten Rücken von Hercules und versuchte an nichts anderes zu denken. Der Eingang der Höhle kam immer näher und sie atmete erleichtert auf. Langsam wurde die Hitze auch unerträglich und das Atmen immer schwerer. Morrigan hatte das Gefühl die Gluthitze würde jeden Moment ihre Haut verbrennen.

Hades erreichte den Eingang und verschwand in der Höhle. Hercules atmete erleichtert auf und holte tief Luft. Lange hätten sie es nicht mehr aushalten können. Hades ging zügigen Schrittes weiter. Wahrscheinlich fühlte er sich in diesem Teil seines Reiches auch nicht besonders wohl. Die Höhle endete vor einer Wand und Hades blieb stehen.

Er drehte sich um und wartete bis alle da waren und sagte: „Hier ist der Eingang.“ Hades sprach wieder einige Sätze, die Hercules nicht verstand. Es schienen Worte einer uralten längst vergessenen Sprache zu sein.

In der Wand wurden die Umrisse einer runden Tür sichtbar und auf ein unverständliches Handzeichen von Hades und einigen gemurmelten Worte öffnete sie sich. Dahinter strömte Helligkeit herein und blendete sie.

„Schnell! Die Tür schließt sich gleich wieder und ich weiß nicht, ob meine Kräfte ausreichen sie gleich nochmals zu öffnen“, bedrängte Hades sie.

Morrigan, Ares und Callisto zögerten nicht lange sondern verschwanden durch die Tür. Hercules sah Hades nochmals an: „Und wie kommen wir zurück?“

„Das könnt ihr mit dem Sonnen-Kristall. Er hat die Kraft euch an jeden gewünschten Ort zu bringen.“ Hades drückte Hercules noch etwas in die Hand. „Das zeigt dir den Weg zum Kristall. Hüte es gut. Und nun eile, sonst schließt sich die Tür.“

Hercules beeilte sich seinen Freunden in das Sonnenlicht zu folgen. Hinter ihm schloss sich die Steintür. Hades sah ihm noch einen Augenblick hinterher. „Viel Glück! Hoffentlich schafft ihr das auch, sonst gibt es kein Zurück.“ Der Gott des Todes drehte sich um und ging so schnell er konnte den Weg zurück, um sich in schönere Bereiche seines Reiches zu begeben. Ein Besuch auf den Elysischen Feldern wäre jetzt genau das richtige. Auch wenn er der Gott des Todes war, musste er an solchen Höllenorten noch lange keinen Gefallen finden.


Fortsetzung folgt
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Major David
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BeitragVerfasst am: 11.01.2008, 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

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