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Shadow



 
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Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 22:46    Titel: Shadow Antworten mit Zitat

Autor: Scout
Titel: Shadow
Schreibstil: Kurzgeschichte, Erzählung
Kategorie: Drama
Hauptcharakter: Shadow, ein lackschwarzer Araberhengst
Altersfreigabe: PG 13
Disclaimer: Die Geschichte gehört absolut mir!
Author's Note: Diese Geschichte habe ich vor 10 Jahren geschrieben. Ich habe damals sowohl einen großen Traum als auch einen großen Albtraum versucht zu Papier zu bringen. Weil mir diese Geschichte aus diesem Grund sehr am Herzen liegt, habe ich darauf verzichtet, sie an meinen heutigen Stil anzupassen.
Inhalt: Ein Pferd, ein Traum, ein Rennen und was davon übrig bleibt!

Feedback: Wäre ich sehr interessiert, ja! Smilie



Spirit in the Sky


Dort stand er, temperamentvoll und anmutig. Aus großen tiefschwarzen Augen schien er mich anzusehen. Sein Blick fesselte mich. „Hey, Stephanie! Es geht gleich los!“

Sagte er das zu mir oder waren es nur meine eigenen Gedanken?

Es war Anfang April und obwohl es für diese Jahreszeit viel zu kalt war, waren Englands Wiesen schon in ein saftiges Grün getränkt. Ich ging rüber zu meinen Freund Mark, der sich immer noch nicht ganz sicher war, ob er sich für mich freuen oder sich um mich sorgen sollte.

„Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?"

"Ja, Mark, mir geht’s gut, danke!"

Gestern hatte ich mir bei einem Sturz das Handgelenk verstaucht und heute lagen noch 150 Kilometer querfeldein vor mir. Shadow dagegen hatte zum Glück nicht mal einen Kratzer abbekommen. Sechs Jahre war er jetzt alt und er gehörte wahrlich nicht hier her. Morgen würden wir zum großen Sahararennen aufbrechen, dann nach Ägypten gehen, in seine wirkliche Heimat.

Wenn mir vor zwei Jahren jemand gesagt hätte, dass ich einmal mit einem 6-jährigen Vollblutaraberhengst in einem der bedeutendsten Distanzwettbewerben Englands mitmachen würde, hätte ich ihn schlichtweg für einen Idioten gehalten. Nun stand er vor mir, eigenwillig wie immer und wieder wurde mir mit einem Schlag bewusst, dass dieses elegante Tier nicht hier her gehörte.

'Spirit in the Sky', wie sein offizieller Name lautete, hatte die Wüste Ägyptens nie gesehen.

Hinter mir ertönte eine Stimme aus dem Lautsprecher. "Three Minutes" Das galt mir.

Hoffentlich würden wir zwei Sturköpfe und bei diesem letzten Rennen zusammenraufen können. Schon seltsam wie das Schicksal manchmal so spielt. Shadow's Besitzer hatte einen tödlichen Autounfall und daher war er sozusagen nun mein Eigentum. Mr. O' Sullivan hatte immer gesagt, wenn irgendetwas Unvorhergesehenes passiert, dann würde die Verantwortung für das junge Pferd bei mir liegen. Und so war es nun.

'Spirit in the Sky'!

Er war mein ganzer Stolz.

* * *

Ein stechender Schmerz durchzuckte meine Hand, als ich mich am Sattel hochzog. Der Hengst wirkte unruhig. 'Warte bis du ihn auf Höchstgeschwindigkeit hast, dann wird er ruhiger' hatte mein Trainer gesagt. Klar, ich kannte dieses Pferd so gut wie mich selbst und wusste, dass er nicht einfach zu reiten war.

Aber hätte mir Roger O' Sullivan das Pferd anvertraut, wenn er gewusst hätte, dass ich nicht mit ihm umgehen konnte? Bisher hatte außer ihm und mir kein anderer auf Shadows Rücken gesessen.

Nun, so schwer dieser Wettbewerb auch sein mochte, für den Araber war es keine wirkliche Herausforderung und daher war ich sehr erleichtert, mit ihm am Sahararennen teilnehmen zu können.

Der Start verlief reibungslos wie immer, routiniert und ohne Probleme.

Shadow war ein Arbeiter. Schon früh fiel der Hengst auf meine Anweisung hin in den Jagdgalopp und hinterließ bloß eine winzige Staubwolke. Es war schon ein unbeschreibliches Gefühl, die Welt raste vorbei und doch war es als bliebe die Zeit stehen. Die ersten drei Etappen brachten wir gut hinter uns. Bei Kilometer 75 rieten sie mir, wegen den Schmerzen in meinem Handgelenk, aufzugeben, da meine Konzentration doch merklich nachließe. Doch mein Pferd war noch nach wie vor fit und unterfordert und in dem Fall gab es das Wort 'aufgeben' in meinem Wörterbuch nicht.

Es lag nicht an mir, ich brauchte keine zwei Hände um mich im Sattel zu halten, und da Shadow neben englisch auch an den Westernstil gewöhnt war, sollte das nicht zum Problem werden.

* * *

Doch dann kam die Wegmarke: KM 116

Wir konnten beide die Katastrophe bei Kilometer 116 nicht abwenden. Der Hund kam ganz plötzlich bellend aus dem Gebüsch. Der übersensible und schreckhafte Araber versuchte sein Tempo zu drosseln und dem Hindernis auf der Strecke auszuweichen. Dass sich in nicht allzu weiter Ferne eine Straße unserer Strecke näherte, konnten wir beide nicht wissen.

Meine Reaktion war nicht schnell genug und hier blieb nun endgültig die Zeit stehen. Ich hörte quietschende Reifen, Hupen, Klirren von Scheiben, dann sah ich viele farbenfrohe bizarre Gebilde vor meinem geistigen Auge, die von einem schwarzen Schatten abgelöst wurden. Eine tiefdunkle Stimme sagte zu mir: "Wie konntest du das zulassen?"

Schwarz!

Über den Pyramiden von Gizeh neigte sich die Sonne und der Himmel war in ein dunkles Rot getränkt. In der Wüste sah ich einen schwarzen Araberhengst galoppieren und etwas in mir schien aufschreien zu wollen.

'Spirit in the Sky'

Nun wusste ich, warum dieses wundervolle Pferd vor fünf Jahren diesen Namen erhalten hatte. Nun war er, ironischerweise, zurückgekehrt in seine Heimat. Und als ich sah, wie die Sonne unterging, machte ich mir Vorwürfe, meinem Pferd das alles vorenthalten zu haben.

Denn im Gegensatz zu mir, hatte Shadow seine Heimat nie gesehen.

-Ende-
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Kris
Schreiberling



Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 212
Wohnort: Solingen

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es auch gut, dass du die Geschichte nicht umgeschrieben hast.

Vielleicht wäre das dann verloren gegangen, so aber das Gefühl erhalten geblieben, dass du damals damit eingefangen hast.

Die Geschichte hat eine seltsame Wirkung und auch wenn ich nicht so der Pferdefan bin und war, die Melancholie gerade am ende kommt sehr gut rüber!

Schön!
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Kathi90
Autor


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 18.09.2007
Beiträge: 332
Wohnort: Etzenricht

BeitragVerfasst am: 05.10.2007, 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie seh ich bei dem letzten Absatz die Szene aus "Der Pferdeflüsterer", wo die Mädchen im Wald reiten und dann dieser Lastwagen kommt und ja...
Ich hab da schon damals geheult bis zum geht nicht mehr und jetzt stehen mir wieder Tränen in den Augen!
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Scout
Schreiberling


Geschlecht: Geschlecht:weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2007
Beiträge: 220
Wohnort: im Taunus

BeitragVerfasst am: 06.10.2007, 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Danke ihr beiden!

Witzigerweise habe ich das lange vor dem Film geschrieben und das Buch kannte ich auch nicht und damals hatte ich noch kein eigenes Pferd. Ich weiß auch nicht, was mich da "geritten" hat. Schön, dass die Melancholie gut rüberkommt, denn diese Geschichte hat sich irgendwie von selbst geschrieben und ich war hinterher selbst ein bisschen platt.
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Pferde



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